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Cinta sejati tak pernah mati

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Gideon Lightwood Magnus Bane
27.05.2020
08.04.2021
31
132.979
25
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08.04.2021 1.697
 
Eiskalter Wind peitschte ihm ins Gesicht und riss Magnus aus seiner kurzweiligen Ohnmacht. Unter leisem Stöhnen kam er wieder zu sich, schmeckte sein eigenes Blut auf seiner Zunge und blinzelte, nur um sich eine Sekunde später zu wünschen, er hätte es nicht getan.

Was zum...?

Magnus baumelte in schwindelerregender Höhe über einer Schlucht und das einzige, was ihm vor dem sicheren Tod bewahrte, waren zwei schleimige schwarze Fangarme, die sich um seine Mitte geschlungen hatten und ihm Arme und Hände an den Körper pressten, als befände er sich in einem Schraubstock.

Neben ihm erstreckte sich eine schier endlose von Schnee bedeckte Bergkette und über ihm begann sich der Himmel im Licht der aufgehenden Sonne blutrot zu färben. Magnus blinzelte erneut und hoffte, dass ihm seine Augen einen Streich spielten, als er benommen in die Tiefe starrte und einige Meter unter ihm den Zug entdeckte, der gerade über eine Brücke fuhr.

Ihm blieb keine Zeit sich Gedanken darüber zu machen, wie er in diese missliche Lage gekommen war, sondern vielmehr, wie er sich wieder daraus befreien konnte.

In einem Anflug aus Wut und Verzweiflung stieß Magnus einen lauten Schrei aus und versuchte mit aller Gewalt eine seiner Hände aus den Fängen des sonst substanzlosen grauen Dämons zu lösen. Ohne Erfolg. Der nebelartige Schatten grollte, als würde er seinen kläglichen Fluchtversuch lediglich verspotten. Zur Antwort schlang das Monster seine Tentakeln nur noch fester um den Leib des Hexenmeisters.

Verdammt!

Magnus entwich ein schmerzerfülltes Keuchen und ihm verschwamm für einen kurzen Augenblick die Sicht.

Doch dann erregte etwas gänzlich anderes seine Aufmerksamkeit. Im Spiel aus Schatten, Dunst und Rauch hangelte sich eine schlanke, ihm nur allzu vertraute Gestalt auf das Dach des Zuges.

Alexander.

Und Magnus Herz quoll vor Freude über.

»Magnus!«, hallte Alecs Stimme zu ihm empor. »Halte durch, ich bin gleich bei dir.«

»Sehr gut. Dann genieße ich in der Zwischenzeit noch ein wenig die Aussicht!« Der Hexenmeister konnte sich einen leichten Anflug von Sarkasmus nicht verkneifen.

Alec war einfach großartig!

Trotzdem bemerkte Magnus an ihm eine besorgniserregende Veränderung. Alecs Bewegungen, die sonst von katzenhafter Anmut und heldenhafter Eleganz zeugten,  erschienen dem Hexenmeister mit einmal deutlich unkoordinierter, schwerfälliger und geradezu stockend.

»Alec?!«, rief Magnus mit einem deutlichen Ansturm von Sorge.  »Was ist los?«

Doch Alec signalisierte ihm, dass alles in Ordnung war, während er sich mit einem letzten Ruck nach oben stemmte.

»Pass auf!«, schrie Magnus, als direkt hinter seinem Liebsten der massige insektenartige Körper eines Raumdämons auf das Dach des Orientexpresses klatschte und seine mit Saugnäpfen gespickten Fangarme nach dem jungen Mann ausstreckte.

Alec reagierte schnell – wenn auch langsamer als gewöhnlich – zog seine Seraphklinge und rammte sie dem Monster in den von Schuppen überzogenen Leib. Der Dämon zerplatzte, wie ein Ballon und hinterließ nichts weiter als Asche und Staub.

Innerhalb weniger Sekunden versammelten sich um Alec so viele Höllenkreaturen, dass Magnus nicht mehr in der Lage war, ihre genaue Anzahl an Hand eines flüchtigen Blickes festzustellen. Er zappelte und fluchte und verteufelte den Tag, an dem die Pforten zur Hölle geöffnet und diese Monster freigesetzt wurden.

Wie sollte es Alec in seinem angeschlagenen Zustand ganz allein mit all diesen Ungetümen aufnehmen? Wenn Magnus doch wenigstens eine Hand frei bekäme! Nur eine Hand, um seinem Alexander beizustehen. Um zu verhindern, dass er sich seinetwegen übernahm oder unnötig in Gefahr brachte.

Alec schlug sich jedoch viel besser, als es der Hexenmeister erwartet hatte. Wie ein Berserker kämpfte er sich durch die Reihen der Dämonen und schien Schmerz und Erschöpfung keinerlei Beachtung zu schenken. Er duckte sich unter Fangarmen und Klauen hinweg, wich giftigen Stacheln und messerscharfen Zähnen aus, schoss Pfeil um Pfeil auf seine Gegner und nutzte seine Klinge wie einen verlängerten Arm.

Sein Liebster schlug sich wacker und Magnus hätte nicht stolzer sein können, wäre da nicht die stetig wachsende Angst vor den Konsequenzen. Es war zu viel. Zu anstrengend. Und er war sich nicht sicher, wie lange Alec dieser Belastung noch standhalten konnte.

Mit einem letzten gezielten Schuss auf den Tentakel des Rauchdämons befreite Alec Magnus schließlich aus seiner verzwickten Position in luftiger Höhe. Der Hexenmeister stürzte in die Tiefe und wäre sicherlich zu Tode gekommen, hätte der junge Nephilim nicht im letzten Moment den Arm nach ihm ausgestreckt, um ihn sicher auf das Dach des Zuges zu zerren.

»Ich hab dich.«, stieß Alec keuchend hervor.

»Danke, mein Schatz.«, lächelte Magnus. »Nur fürchte ich, hast du unseren ungebetenen Gast damit nur noch wütender gemacht.«

Tatsächlich ging das schemenhafte Monster erneut zum Angriff über und Alec baute sich, wie ein lebendiger Schutzschild, vor seinem Freund auf. Sein Körper sprach eine deutliche Sprache und Magnus konnte kaum glauben, dass er es war, der Alec zu solch heroischem Verhalten inspirierte.

Dennoch kam er nicht umhin zu bemerken, wie angestrengt der junge Mann nach Luft rang und wie heftig seine Arme und Beine zitterten. Magnus war es ein Rätsel, dass Alec überhaupt noch in der Lage war aufrecht zu stehen. Und trotzdem wusste er, dass sein Liebster nicht eher ruhen würde, bis er das Ungeheuer zurück in die Hölle geschickt hatte.

»Alexander…« Magnus stimme bebte vor Stolz und Ehrfurcht.

Doch ein weitaus größerer Impuls bereitete sich bereits in seinem gesamten Körper aus.

Lass ihn nicht weiter kämpfen! Bring ihn in Sicherheit!

In diesem Augenblick trat Magnus einen Schritt vor und streckte seinen linken Arm aus, um Alec schützend hinter sich zu schieben. »Genug gekämpft.«, raunte er seinem Liebsten zu. »Den Rest übernehme ich.«

»Magnus…«, versuchte Alec zu protestieren, doch Magnus duldete keine Widerworte.

Wie ein Löwe auf der Jagd fixierte der Hexenmeister seinen dämonischen Gegner und formte mit beiden Händen eine azurblaue magische Kugel, die vor Spannung und Elektrizität knisterte. »Zurück in die Hölle mit dir!«, schrie er, als er den glühenden Ball in Richtung des Ungetüms schleuderte. In einer wilden Explosion aus Gas und Nebel verdampfte der Dämon am Horizont.

»Ist es vorbei?«, fragte Alec, der mit wenigen Schritten an Magnus Seite trat und hinauf in den Himmel starrte.

Die letzten Nebelschwaden lichteten sich und gaben den Blick auf ein leuchtend rotes Pentagramm frei, dass über ihren Köpfen schwebte und sich langsam im Nichts aufzulösen schien. Zuerst glaubte Magnus an eine flüchtige Berührung, als Alec nach seinem Arm schnappte. Doch als sich der Druck um sein Gelenk verstärke, warf er seinem Liebsten einen besorgten Blick zu.

»Alexander?!«

Alec schien wie versteinert und betrachtete die letzten Überreste des Pentagramms, das sich mit der Morgenröte vermengte bis es kaum noch erkennbar war. Dann erinnerte sich Magnus wieder daran, was ihm der junge Mann erst vor wenigen Stunden erzählt hatte.

»Es fühlt sich so an, als wäre mein Verstand an einem anderen Ort, als würde ich vergessen, wer ich bin.«

»Ich sehe Feuer und schmecke Blut.«

»Überall sind Dämonen.«

»Und ein … Pentagramm.«, murmelte Magnus. Augenblicklich schnürte ihm Panik die Luft ab. Er packte Alec an den Schultern und sah in ein paar ausdruckslose blaue Augen. »Alexander … was ist los? Sprich mit mir!«

Rede mit mir, mein Liebling!

Doch Alec zeigte keinerlei Regung. Kein Blinzeln. Kein Zittern. Kein Heben und Senken seines Brustkorbs. Dann kippte der junge Mann zur Seite und brach er krampfend in Magnus Armen zusammen.


***



Magnus konnte sich nicht daran erinnern, wie viel Zeit vergangen war, seitdem er sich schweigend und am ganzen Leib zitternd auf den Stuhl neben Alecs Bett gesetzt hatte und Bruder Zachariah dabei beobachtete, wie er um das Leben seines Liebsten kämpfte. Er wusste nur, dass er keine Träne mehr übrig hatte, um zu weinen, dass sich sein gesamter Körper taub und fremd anfühlte und dass sein Kopf wie leer gefegt war. Es war unerträglich und Magnus hätte jeden körperlichen Schmerz dieser psychischen Folter vorgezogen.

Müde und am Ende seiner Kräfte schloss Magnus für einen kurzen Moment die Augen und versuchte ruhig zu atmen. Doch wirklich gelingen wollte es ihm nicht. Noch immer spukten die Bilder der vergangenen Nacht durch seinen Kopf.

»Alexander!«

»Alec! Bitte!«

»Alexander, mein Liebling, komm zu dir! Öffne deine Augen!«

»Halte durch, Alec!«

»Komm zurück zu mir, mein Schatz! Bitte! Ich kann dich nicht verlieren!«

Magnus war so in Gedanken versunken, dass er nicht bemerkt hatte, wie sich Bruder Zachariah zu ihm gesetzt und ihm beruhig eine Hand auf den Arm gelegt hatte.

»Wie geht es ihm?«, fragte Magnus und klang dabei genauso zerbrochen, wie er sich fühlte. »Wird er … wird er wieder gesund?« Nur mit Mühe konnte der Hexenmeister ein Schluchzen zurückhalten.

Bruder Zachariah nickte. »Das Gift war sehr stark, aber noch nicht tödlich. Es griff seinen Geist und seinen Körper an, doch ich konnte es extrahieren.«

Die Stimme des Stillen Bruders und seine ruhige Wortwahl waren Balsam für Magnus malträtierte Seele. Trotzdem beschäftigte ihn noch immer eine bestimme Frage. »Kennst du das Gift?«

»Es wird aus dem Blut eines Hexenwesen hergestellt, so wie Yin Fen aus dem Blut von Vampiren gewonnen wird. Die Wirkung ist jedoch eine andere.«

Magnus Neugier war geweckt und so sehr er sich auch nach der Nähe seines Liebsten sehnte, umso mehr wollte er erfahren mit welcher Art von Toxin sie es zu tun hatten und vor allem, was er tun konnte, sollte Alec erneut Symptome einer Vergiftung zeigen.

»Das Gift muss in drei Dosen verabreicht werden, um eine tödliche Wirkung zu erzielen. Die erste Dosis führt zu starkem körperlichem Schmerz. Die zweite Dosis ergänzt die Symptomatik um schwere Halluzinationen bis hin zum Verlust des Gedächtnisses. Die dritte und somit letzte Injektion verursacht Lähmungserscheinung und führt letzten Endes zum Herzstillstand.«

Eine einzelne Träne rollte über Magnus Wange.

Starker körperlicher Schmerz.

Halluzinationen und Gedächtnisverlust.

Lähmungserscheinungen.

Herzstillstand.

Plötzlich schlug seine Trauer um, in Hass und Wut. Wer immer Alexander diese Qualen bereitet hatte, würde dafür bezahlen! Wieder bebten seine Glieder, doch dieses Mal vor Zorn.

»Warum hat meine Magie nicht geholfen?« Es war die letzte Frage, die ihn beschäftigte. Die letzte Ungewissheit, die geklärt werden musste, ehe er sich zu seinem Liebsten ins Bett legen und über dessen Schlaf wachen würde, bis dieser aus der Bewusstlosigkeit erwachte.

»Das Toxin wurde aus deinem Blut hergestellt, Magnus. Möglicherweise auch aus dem eines nahen Verwandten.«

Der Hexenmeister schluckte.

Mein Blut? Das Blut eines Verwandten?

Doch Magnus hatte keine noch lebenden Verwandten! Keinen Bruder. Keine Schwester. Und erst recht keinen Onkel oder eine Tante. Er war der Älteste Fluch. Oder?
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