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Cinta sejati tak pernah mati

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Gideon Lightwood Magnus Bane
27.05.2020
08.04.2021
31
132.979
27
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06.04.2021 2.310
 
Mitten in der Nacht erwachte Alec aus einem traumlosen Schlaf. Er wusste nicht, was ihn geweckt hatte, denn außer dem stetigen Poltern des Waggons hörte er keinerlei Geräusche, die seine Ruhe gestört haben könnten.

Ungewollt entwich seiner Kehle ein leises Stöhnen. In seinem Kopf herrschte ein heilloses Durcheinander an Bildern und Emotionen, die er auch mit größter Mühe nicht geordnet bekam. Das Hämmern in seinen Schläfen bereitete ihm Übelkeit und das stete Schunkeln des Zuges trug nicht unbedingt dazu bei, dass er sich besser fühlte.

Vorsichtig löste er sich aus Magnus` Armen und warf einen letzten Blick auf den Mann, den sein Herz und seine Seele über alles liebten, ehe er sich leisen Schrittes in das winzige Badezimmer ihres Abteils schlich.  

Nachdem Alec seufzend den Lichtschalter betätigte, betrachtete er für einen kurzen Augenblick sein eigenes Spiegelbild nur um sich selbst zu bestätigen, dass er genauso fürchterlich aussah, wie er sich fühlte. Auch der Schwall kalten Wassers, den er sich ins Gesicht schöpfte, würde daran nichts ändern. Doch zumindest half es ihm dabei, sich ein klein wenig wacher zu fühlen. Frustriert ließ er sich in die freie Ecke zwischen Dusche und Waschbecken sinken und war erstaunt darüber, wie wohltuend die Kälte der Fließen für seine erhitzte Haut waren.

Dieser Urlaub war eine einzige Katastrophe, doch er würde Magnus sicherlich keinen Vorwurf machen. Manchmal entwickelten sich bestimmte Dinge im Leben einfach anders, als man es selbst geplant oder erwartet hatte ohne groß darauf Einfluss nehmen zu können. Niemand wusste das besser, als Alec selbst. Nun lag es an ihnen das Beste aus dieser Situation zu machen.

Alec schloss die Augen und drückte seinen Kopf gegen den dunklen Fliesenspiegel. Erneut überkam ihn das Gefühl eine unsichtbare Hand würde nach seinem Geist greifen und sein ganzes Selbst aus ihm herausquetschen. Dagegen anzukämpfen war mühsam und bereitete ihm unglaubliche Kopfschmerzen. Es einfach geschehen zu lassen, wäre sicher wesentlich einfacher. Doch er musste unbedingt bei klarem Verstand bleiben, wollte er Magnus kein Klotz am Bein sein.

Das permanente Summen seines Handys in seiner Tasche machte es nicht besser. Einerseits war Jace‘ Hartnäckigkeit geradezu bemerkenswert. Andererseits hatte Alec keine Ahnung, wie er seinem Parabatai all diese Dinge erklären sollte ohne Magnus in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Alec konnte und wollte sich keine neue Lüge für seinen Bruder ausdenken. Jace war ohnehin schon misstrauisch, weil er sich seit ein paar Tagen nicht mehr bei seinen Geschwistern gemeldet hatte. Allzu lange würde sich Jace jedoch nicht mehr ignorieren lassen.

Ein leises Klopfen an der Badezimmertür riss Alec aus seinen Gedanken. »Alexander? Ist alles in Ordnung?«

Hoffentlich hatte sich Magnus ein wenig erholen können. Alec hatte ihn noch nie zuvor so müde und ausgelaugt wie an diesem Nachmittag erlebt. »Alles Bestens. Ich bin gleich fertig.«

Zwei Minuten später öffnete Alec die Tür und stolperte direkt in Magnus ausgestreckte Arme. »Ich hab mir Sorgen gemacht, als ich aufgewacht bin und du nicht mehr neben mir lagst.«

Federleichte Küsse an seinem Hals brachten Alec beinahe um den Verstand. »Es ist alles in Ordnung. Ich musste nur zur Toilette.« Magnus Fürsorge mochte vielleicht ein wenig übertrieben sein, doch Alec würde ihn sicherlich nicht bremsen oder tadeln. Dazu war in den letzten Tagen einfach viel zu viel geschehen.

»Du hast mir auf dem Schattenmarkt einen ziemlichen Schrecken eingejagt.«, raunte Magnus in sein Ohr und drückte seine Lippen mehrmals gegen Alecs Kiefer.

»Magnus …«, keuchte Alec leise, als dieser sanft in seinen Hals biss.

Er war sich nicht sicher, ob es eine gute Idee war, sich in seinem Zustand derartigen Dingen zuzuwenden. Doch es wäre gelogen, wenn er behaupten würde, dass ihm das hier nicht gefehlt hatte, dass Magnus ihm nicht gefehlt hatte. Und wenn es das war, was sein Freund brauchte, um zu begreifen, dass Alec immer noch bei ihm war, wer wäre er dann ihm diesen Wunsch zu verwehren.

Zielstrebig dirigierte ihn Magnus in Richtung Bett, während sie auf dem Weg dorthin jedweden störenden Stoff von ihren Körpern streiften und stumm zu Boden fallen ließen.

»Alexander…« Magnus Stimme bebte, als er ihn sacht aber bestimmt mit dem Gesicht nach unten in die Kissen drückte.

Alec fühlte sich ihm vollkommen ausgeliefert. Diese Position war für ihn absolut neu, ein wenig befremdlich, doch allen voran auch unglaublich erregend. Er spürte Magnus forschende Hände auf seinem Körper und Alec hatte das Gefühl, jeder Zentimeter seiner Haut stünde in Flammen.

Magnus küsste die Rune an seinem Hals, biss in das verblasste Symbol an seiner Schulter und zeichnete mit seiner Zunge eine feuchte Linie entlang seiner Wirbelsäule. Und Alec konnte nicht anders, als sich restlos dem Rausch seiner Emotionen hinzugeben.


***



Zufrieden seufzend ließ Magnus sich in die Laken sinken und wischte sich den Schweiß von der Stirn, während Alec auf dem Bauch liegend an Ort und Stelle verharrte und angestrengt nach Luft schnappte. Seinen Körper durchzog ein wohlig süßer Schmerz, ganz anders als die Qualen, die er in den vergangenen Tagen ertragen musste und dennoch spürte er ein unangenehmes Brennen in seinen Lungen.

Magnus hatte zwar etwas übertrieben, aber er war ihm nicht böse. Ganz im Gegenteil. Er brauchte nur eine Minute, um wieder ganz er selbst zu sein.

»Geht es dir gut?«, erkundigte sich Magnus und drückte ihm einen Kuss auf die dunklen Locken.

Alec nickte, weil er sich noch nicht in der Lage sah, auch nur einen einzigen klaren Satz zu formulieren. Doch Magnus schien nicht gerade überzeugt und rappelte sich mühsam auf. Die Decke eng um seine Hüften geschlungen, stieg er aus dem Bett und ließ sich neben ihm auf die Knie sinken.

Natürlich fühlte sich Alec erschöpft, doch es war alles in Ordnung. Zumindest für den Moment.

»Entschuldige.«, hauchte Magnus und legte seine Stirn an Alecs. »Ich wollte mich nicht so gehen lassen.« Das zufriedene Lächeln auf Alecs Lippen schien ihn jedoch nur noch mehr zu verunsichern.

»Es geht mir gut.«, versicherte Alec seinem Freund und stahl sich einen Kuss. »Aber es würde mir noch viel besser gehen, wenn du wieder ins Bett kämst.«

Das ließ sich der Hexenmeister nicht zweimal sagen und so kroch er wieder zurück in die Lacken und presste sein Gesicht an Alecs nackte Schulter.

Sie lagen noch eine ganze Weile beieinander und genossen die Nähe des anderen, ehe sie sich dazu aufrafften ihre ausgelaugten Körper ins Badezimmer und unter die Dusche zu schleppen. Trotz der wieder aufflammenden Müdigkeit ließ es sich Magnus nicht nehmen, seine Hände abermals über Alecs Haut gleiten zu lassen und seine Lippen zu küssen, bis sie sich schon ganz taub anfühlten.

Ich liebe dich … so sehr … schoss es Alec zum widerholten Male durch den Kopf.

Doch noch ehe die Worte seinen Mund verlassen konnten, erregte etwas gänzlich anderes seine Aufmerksamkeit.

»Was ist los?«, fragte Magnus, der Alecs innere Anspannung sofort bemerkte.

Alec gab ihm ein Zeichen still zu sein und die Dusche abzustellen, als er schon aus der Kabine stieg und in seine graue völlig ausgeleierte Jogginghose schlüpfte. Der Stoff klebte unangenehm an seiner nassen Haut, doch Alec schenkte diesem Umstand keinerlei Beachtung.

Aufmerksam lauschte er in die anhaltende Stille und betete zu den Engeln, dass er sich nur verhört hatte und kein Dämon in ihrem Abteil darauf wartete, sie in winzig kleine Fetzen zu zerreißen. Doch all seine Hoffnungen wurden jäh zerstört, als ein wildes Fauchen und Zischen an sein Ohr drang, gefolgt von einem heftigen Schlag gegen die Tür, der das Holz zum Erzittern brachte.

Ohne darüber nachzudenken ließ Alec durch einen gezielten Tritt die Tür in tausend kleine Teile zersplittern. »Bleib hier.«, wies er Magnus an, ehe er mit wild funkelnden Augen in das angrenzende Zimmer stürmte und zu seiner Tasche hechtete.

Noch bevor der Drevak seine spitzen Stacheln in Alecs Fleisch rammen konnte, spannte der junge Nephilim seinen Bogen und ließ einen Pfeil über die Sehne schnurren.

Schrill kreischend zerfiel das Monster zu Staub und hinterließ lediglich einen brodelnden stinkenden Fleck auf dem edlen Teppich.

»Was zum …?« Magnus kam gar nicht erst dazu seinen Satz zu beenden.

Unter lautem Krachen zersplitterte die Fensterscheibe ihres Abteils und weitere Dämonen streckten ihre gierigen Gliedmaßen nach ihnen aus.

»Wir müssen hier weg.«, rief Alec, schnappte sich seine übrigen Waffen und zog Magnus am Handgelenk aus dem Abteil.

Draußen auf dem Gang herrschte das reinste Chaos und Magnus zuckte zusammen, als er das Klackern scharfer Krallen über ihren Köpfen vernahm. »Sie sind auf dem Dach.«, stellte der Hexenmeister fest, als bereits einer der Dämonen seine Klauen durch das Metall bohrte und den Waggon öffnete, wie eine Konservendose.

»Wir müssen weiter.«, ermahnte ihn Alec zur Eile. Den Bogen weiterhin fest im Anschlag.

Mit wilder Entschlossenheit schickte Alec jeden Dämon, der ihren Weg kreuzte, zur Hölle und tauchte sie unbeabsichtigtt in einen Schauer aus Asche, Blut und nach Aas riechendem Sekret. Ihm blieb nicht einmal die Zeit zu bemerken, welch stolze und bewunderungsvolle Blicke ihm der Mann an seiner Seite zuwarf.

Magnus gab sein Bestes, um mit den schnellen und wohl überlegten Angriffen seines Freundes mithalten zu können. Doch es fiel ihm schwer, sich auf das wesentliche zu konzentrieren, wenn Alec einfach nur wundervoll bei dem war, was er tat.

Als Alec und Magnus das nächste Zugabteil erreichten, rannte der Hexenmeister ungebremst in einen mürrisch drein blickenden Goblin, der wild gestikulierend und mit geradezu bewundernswerter Sturheit versuchte einem Iblis Dämon klar zu machen, dass er im Barwaggon nichts zu suchen hatte.

Alec zögerte keine Sekunde dem Monster seine hell erleuchtete Klinge in den Leib zu rammen und ihn dort hinzuschicken wo er hergekommen war, noch ehe er den unglückseligen Trunkenbold mit seinen spitzen Klauen durchbohren konnte.

»Sind alle unversehrt?«, rief Magnus in die Bar hinein, während Alec sich um die übrigen Dämonen kümmerte, die nach und nach ins Abteil strömten.

Der Hexenmeister schien die Anwesenheit weiterer Schattenwesen zu überraschen. Bei ihrer überstürzten Abreise hatte er sich ganz und gar auf seinen bewusstlosen Freund konzentriert und alles um sich herum ausgeblendet.

Eine Antwort auf seine Frage sollte der Hexenmeister jedoch nicht alsbald erhalten, da sich just in diesem Moment der Schatten eines riesenhaften Alptraums mit messerscharfen Zähnen und widerlichen Tentakeln vor ihm aufbaute. Dann explodierte der Dämon und bedeckte Magnus Rumpf mit reichlich Schleim und anderen fauligen Flüssigkeiten. In der Wand neben seinem Kopf steckte ein vertrauter Pfeil.

»Hat er dich erwischt? Bist du verletzt?«, keuchte Alec angestrengt und half noch in der gleichen Sekunde einer jungen Lykanthropin auf die Füße, die sich auf der Flucht vor einer weiteren Höllenkreatur den Knöchel verstaucht hatte.

Magnus kam nicht umhin zu bemerken mit welchen Blicken die durchaus ansehnliche Schattenweltlerin seinen Freund bedachte. Voller Ehrfurcht betrachtete sie den schweißnassen von Runen gezeichneten Körper des jungen Mannes, der von einer absurden Mischung aus dämonischen Hinterlassenschaften überzogen war.

»Ich habe euch Schattenjäger wohl völlig falsch eingeschätzt.«, gestand die junge Lykanthropin mit leicht französischem Akzent. »Ich stehe in deiner Schuld und ab sofort kannst du mich um alles bitten, was dir im Kampf gegen diese Monster hilft.«

»Ich möchte dich nicht darum bitten, dich meinetwegen in Gefahr zu bringen.«, antwortete Alec mit einer Ehrlichkeit, die alle anwesenden Schattenwesen überraschte. »Aber du könntest mir einen anderen Gefallen tun.«

»Ich wusste, die Sache hat einen Haken.«, zischten zwei Wichtel einander zu. Doch die Werwölfin schien fest Entschlossen ihm zu helfen, ganz gleich, was er von ihr verlangen würde.

»Wie heißt du?«, wollte Alec wissen.

»Juliette.«

»Du kommst aus Paris?«, hakte er vorsichtig nach.

Juliette nickte.

»Dann kennst du vielleicht ein kleines Elbenmädchen namens Rose?« Alec hoffte, dass er sein Glück nicht überstrapazierte.

»Ich kenne sie.«, gab Juliette offenkundig zu. »Aber ich hatte keine Ahnung, dass sie wirklich noch so jung ist. Ich hielt ihr kindliches Aussehen für einen Feentrick.«

»Wenn du sie das nächste Mal siehst, kannst du ihr bitte etwas zu essen geben?«, fragte Alec hoffnungsvoll und vollkommen selbstlos.

»Natürlich.«, versprach Juliette mit einem Lächeln, dass von freudiger Überraschung durchzogen wurde.

Plötzlich watschelte ein Kobold in Barkeeper Uniform auf den Flur. »Was zum Teufel … was soll denn dieser Lärm?«, polterte er los und Alec roch eine übelerregende Mischung aus Alkohol und Zigarrenqualm. Kein Wunder, dass der Kobold als einziger nichts von dem Dämonenangriff mitbekommen hatte. Dann musterte er den jungen Nephilim von Kopf bis Fuß und schüttelte ungläubig sein Haupt. »Hier ist überall Dämonensekret … und … jede Menge nackte Schattenjägerhaut.«, lallte er.

Zum ersten Mal seit sie ihr Abteil verlassen hatten, wurde sich Alec bewusst, dass er nichts weiter trug, als seine durchnässte Jogginghose. Er hatte in der Eile des Aufbruchs nicht einmal die Zeit gefunden in seine Stiefel zu schlüpfen. Alec warf Magnus einen flehenden Blick zu.

Der Hexenmeister seufzte und zauberte seinem Freund mit einem Fingerschnippen ein T-Shirt auf den Leib. »Schade.«, merkte er schulterzuckend an. »Mir hat der Anblick gefallen.«

Und Juliette konnte ihm da nur beipflichten.

»Magnus!« Noch nie hatte Alec den Namen seines Freundes so vorwurfsvoll und tadelnd betont.

Nachdem sich die Beiden wieder einigermaßen gesammelt hatten, nahm Alec Magnus` Hand und zog ihn hinter sich her. »Komm schon, wir müssen hier …«

In diesem Augenblick zersplitterte in einem ohrenbetäubenden Knall die Fensterfront des Barwagens. Alec konnte gerade noch rechtzeitig seine freie Hand vor sein Gesicht reißen, um zu verhindern, dass die umherfliegenden Glassplitter seine Augen trafen.

Keine Sekunde später spürte er, wie Magnus seinem Griff entrissen wurde und zwei riesige Fangarme sich um seine Mitte schlangen. Der Hexenmeister gab einen erstickten Schrei von sich, ehe er wie eine Marionette durch die Überreste des Fensters gezogen wurde und in der Nacht verschwand.

Alec starrte wie versteinert auf die Stelle, an der gerade eben noch sein Freund gestanden hatte. Sein ganzer Körper fühlte sich an wie betäubt. Als hätte man ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das dumpfe Gefühl in seinem Innern, dass unbarmherzig nach seine Geist fischte und ihn in die Dunkelheit zerren wollte, wurde immer stärker. Ließ sich kaum noch zurückhalten und drückte sich immer mehr in den Vordergrund.

Konzentrier dich, Alec!, ermahnte er sich selbst.

Ein weiterer Schrei zerriss die Stille, dann setzte sich Alec in Bewegung.
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