Alice in Nöten

KurzgeschichteFantasy / P18
Carlisle Cullen Edward Anthony Masen Cullen Esme Cullen Jasper Whitlock Hale Mary Alice "Alice" Brandon Cullen Rosalie Hale
27.05.2020
17.10.2020
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11.Kapitel

Alic wandte sich den anderen zu und war überrascht, als sie alle finster ansahen.
„Was ist?“ wurde sie unsicher.
„Weißt du eigentlich, was du gerade getan hast?“ stieß Rosalie hervor.
„Ja, ich habe die Volturi davon abgehalten nach La Push zu stürmen und dort Chaos anzurichten“, sagte Alice nicht ohne Stolz.
„Du hast die Wölfe verkauft!“ zischte Rosalie, „auch wenn mir diese Köter eigentlich egal sind, ist Nessi doch demnächst Mitglied dieser Gemeinschaft und das ist mir nicht egal!“
„Ich habe sie doch nicht verkauft, ich habe doch nur…“, Alice brach ab.
„Du hast nicht nur sie verkauft, sondern uns noch dazu auf die Aufmerksamkeitsliste der Volturi gesetzt“, grollte auch Emmett.
„Ich habe wenigstens versucht, die Volturi zu beruhigen“, rief Alice nun empört, „aber wenn ihr das so seht…“, sie drehte sich um und stürmte hinauf in ihr Zimmer, Jasper folgte ihr und überschüttete sie geradezu mit tröstenden Wellen.

„Jetzt wissen wir aber immer noch nicht, ob Caius sich nun unserer Sachen annimmt oder nicht“, würde Esme klar.
Carlisle, der Alice nachdenklich nachgesehen hatte, wandte sich ihr zu.
„Wir packen auf jeden Fall alles zusammen und machen uns bereit“, sagte er, „wenn sich Alice wieder gefasst, dann werden wir sie fragen, ob sie unsere Sachen in Amerika sieht.“
„Aber selbst wenn Caius Männer kommen, welche Adresse sollen wir angeben?“ fragte sie weiter.
„Als erstes werde ich Edward anrufen und ihm über das Gespräch mit Aro informieren und vielleicht weiß er auch eine Adresse, denn direkt in unser Haus will ich die Sachen nicht schicken lassen“, meinte Carlisle, der vermeiden wollte, dass die Volturi Kenntnis von seiner genauen Adresse in Forks bekommen.
„Sag Edward, dass er ein Magazin in Seattle anmieten soll, dorthin können unsere Kleider geschickt werden und wir können sie dann jederzeit holen“, schlug Esme vor.
„Was habe ich doch für eine kluge Frau“, lächelte Carlisle und gab ihr einen Kuss, „und eine so schöne noch dazu!“

Alice saß auf ihrem Bett, hatte die Hände vors Gesicht geschlagen und Jasper streichelte ihr etwas hilflos den Rücken.
„Ich wollt doch nur verhindern, dass die Volturi nach La Push gehen“, stammelte sie mit einem trockenen Schluchzen, „mir ist in der Schnelligkeit nichts anderes eingefallen.“
„Dir ist wenigstens etwas eingefallen“, versuchte Jasper sie zu trösten.
Alice nahm ihre Hände vom Gesicht, sah ihn an.
„Bist du auch der Ansicht, dass ich die Wölfe verkauft habe?“
„Äh, nein“, zögerte Jasper mit der Antwort, „ich würde es nicht ganz so drastisch ausdrücken.“
„Du also auch“, seufzte Alice, sie sprang auf, lief im Zimmer auf und ab, blieb dann vor Jasper stehen.
„Ihr alle wisst ja nicht, wie es ist, es nicht nur gesagt zu bekommen, sondern auch noch sehen zu müssen!“ rief sie unwirsch, „ich musste doch etwas tun!“
Auch Jasper stand auf und nahm sie in seine Arme.
„Mein kleiner Liebling, ich verstehe dich ja, aber du weißt, dass wir alle allergisch reagieren, wenn die Volturi mit ins Spiel kommen.“
„Ich habe nicht von ihnen angefangen“, sagte Alice trotzig.
„Nein, das hast du nicht und dafür hast du dich mit vollem Einsatz in die Schlacht geworfen, wie eine Löwenmutter, die ihre Jungen verteidigt.“
„Nun eher wie eine Wolfsmutter“, musste Alice nun lachen und Jasper fiel mit ein.
„Auch wenn die Wölfe vielleicht erst auf dich böse sein werden, wenn sie es erfahren, so werden sie doch mit der Zeit erkennen, dass du großes Übel von ihnen abgewendet hast“, meinte er.
„Hoffentlich“, seufzte Alice, sie versuchte, eine Vision zu bekommen, aber bei den Wölfen war es hoffnungslos.
„Ganz bestimmt“, schickte ihr Jasper aufmunternde Wellen und langsam spürte er, wie sich Alice in seinen Armen entspannte.
„Wenn ich es mir so recht durch den Kopf gehen lasse, so finde ich deine Idee gar nicht mal so schlecht“, meinte er nach einer Weile.
„Wirklich?“ noch immer zweifelnd sah Alice ihn an.
„Ja“, nickte er, „denk doch nur, wenn die Wölfe uns schon damals gewarnt hätten, als dieser James  Bella jagte, hätten wir viel früher reagieren können und Bella hätte nicht fliehen müssen, es wäre all das nicht geschehen.“
„Zum Glück ist es auch so gut ausgegangen und James hat es mehr als verdient, vernichtet zu werden“, erwiderte Alice, die einen besondere Erinnerung an diesen James hatte.
Alice war aufgrund ihrer schon als Mensch hellseherischen Fähigkeiten in einer Psychiatrie gelandet und dort hatte James sie aufgespürt und damit er das Interesse an ihr verlor, wurde sie von einem alten Vampir verwandelt, der in der Anstalt arbeitete und wie ein Vater zu ihr war. Für James war sie so wirklich uninteressant geworden, aber aus Rache tötete er den alten Vampir und Alice musste sich ganz allein durch die Neugeborenen Zeit kämpfen und auch wenn Alice fast immer gut drauf war und immer gerne bereit war, das Gute in Mensch und Vampir zu sehen, hatte sie James nie verzeihen können.
„James hätte Bella nicht gejagt, Edward hätte nicht die Erkenntnis gewonnen, dass Vampire eine große Gefahr für Bella darstellten und er deshalb fort musste, um Bella vor weiteren Angriffen zu schützen“, sinnierte Alice vor sich hin, „Bella hätte sich nicht von der Klippe gestürzt, er wäre nicht nach Volterra gegangen und Bella hätte sich nicht todesmutig in die Höhle der Volturi begeben müssen.“
„Ja, das alles hätten die beiden sich erspart“, nickte Jasper.
Alice sah nachdenklich vor sich hin, sah sich in Gedanken mit Bella vor den Volturi stehen und welch großes Interesse Aro an Bella hatte, doch dann straffte sie sich, wischte die Gedanken aus ihren Kopf.
„Hätte, hätte, hätte“, wedelte sie mit einer Hand, „aber es ist nun mal all das geschehen, man ist ja leider immer nachher klüger.“
„Du nicht, Liebling“, sagte Jasper zärtlich, „Du siehst es vorher und kannst damit das Leben vieler retten.“
„Du überschätzt mich“, wehrte Alice das Lob ab.
„Ganz bestimmt nicht!“ widersprach Jasper, „was hätten denn die Volturi wohl mit Nessi gemacht, wenn du es nicht vorausgesehen hättest und unsere Familie unsere Freunde rechtzeitig um Hilfe bitten konnten?“
Alice hielt sich die Ohren zu.
„Schon wieder die Volturi! Ich kanns nicht mehr hören“, stöhnte sie.
Jasper zog ihr die Hände weg.
„Kein Wort mehr von der italienischen Mörderbande, versprochen!“
„Schwörst du es?“ Alice Augen begannen schelmisch zu glitzern. Jasper legte eine Hand auf seine Brust.
„So wahr ich nicht mehr lebe!“ sagte er feierlich, doch seine Mundwinkel zuckten verräterisch.
„Das muss noch besiegelt werden!“ Alice stellte sich auf die Zehenspitzen, reckte ihren Hals, „mit einem Kuss!“
Und Jasper besiegelt seinen Schwur sehr feierlich und ausgiebigst!

Doch schon bald hatte Alice ihr gute Laune wieder gefunden und da sie niemand mehr auf das Gespräch mit den Volturi ansprach, würde sie wieder ganz der Flummiball, wie Emmett sie liebevoll bezeichnete. Obwohl sie sich noch immer nicht ganz sicher waren, sortierten und packten die Frauen all die Kleider sorgsam ein und Alice war voll beschäftigt, die Hochzeit Nessis zu planen, sie plante, verwarf es wieder, plante, verwarf es wieder, nervte alle mit immer neuen Vorschlägen und wurde jedes Mal zornig, wenn die anderen ihre tollen Pläne ganz einfach mit den Worten: „Das kriegst du bei Nessi nie durch!“ zunichte machten. Auch dass sie möglicherweise nicht alles kaufen konnte, was sie sich so für das Fest vorstellte, frustrierte Alice zutiefst. Immer wenn sie Bella bat, inzwischen dies oder jenes zu besorgen, waren entweder die Läden gar nicht offen, oder die Geschäfte leer gekauft. Alices Frust wuchs immer mehr, denn sie wollte ihrer Nichte Nessi das schönste Fest aller Zeiten bescheren und wegen dieser blöden Pandemie ging es nicht so, wie sie das vorgestellt hatte.

So war es für alle eine Erleichterung, als wirklich drei Tage nach dem Gespräch mit Caius und Aro einige Männer bei ihnen auftauchten und nach der abzuholenden Ware fragten. Wortlos luden sie die Kartons in ihren Lastwagen und nachdem ihnen Carlisle noch die Lieferadresse mitgeteilt hatte, zogen sie schweigend ab.
„Wir haben nun gar nichts in der Hand, dass wir ihnen die Kleider mitgegeben haben“, sorgte sich Esme, „die könnten nun damit auf nimmer Wiedersehen verschwinden.“
„Mit Kleidern?“ Emmett sah sie ungläubig an, „was sollen die Männer denn damit anfangen?“
„Das sind nach der neuesten Mode und aus sehr kostbaren Stoff angefertigte Kleider“, sagte Rosalie verschnupft, „die sind in gewissen Mode Kreisen ein Vermögen wert.“
„Na, wenn du meinst“, war Emmett nicht überzeugt, aber er wollte sich nicht schon wieder von seiner Rosi eine Kopfnuss einfangen.
„Streitet nicht“, mahnte Carlisle, „wir haben die Zusicherung von Caius und auch wenn Volturi alles andere als anständig sind, so kann man sich auf ihr Wort hundertprozentig verlassen.“
Alice sah Jasper an und verdrehte die Augen, was so viel heißen sollte, wie: ‚Nicht schon wieder!‘ und Jasper grinste breit.
„Wir werden hier alles zudecken und versorgen, denn dieses Haus wird möglichweise lange leerstehen und bevor wir uns auf die Reise begeben, wird noch ausgiebigst gejagt“, fuhr indes Carlisle fort.
„Ich wollte eigentlich erst wieder in Amerika jagen gehen“, wehrte Emmett ab.
„Das dauert zu lange, auch wenn wir schnell sind, so dauert es doch eine Zeit, den Atlantik zu durchschwimmen und du willst doch bestimmt keine Fische unterwegs aussaugen müssen“, entgegnete Carlisle.
Emmett verzog das Gesicht.
„Ich will aber auch keine Kaninchen mehr“, brummte er.
„Ach komm, vielleicht gibt es ja ein wenig Rotwild zur Abwechslung“, machte ihm Jasper Mut.
„Ja, oder ein leckeres Wildschwein“, grinste Alice, „die sind fast so gut wie deine heißgeliebten Bären.“
Emmett brummelte vor sich hin, sagte aber nichts darauf.

So lief er missmutig hinter den anderen her und auch die anderen hatten keine Lust auf Kaninchen, aber sie brauchten Energie und so nahmen sie, was ihnen zwischen die Zähne kam. Rosalie drehte sich immer wieder nach Emmett um, der so demonstrativ lustlos vor sich hinstolperte und sie nahm sich vor, ihn auf besondere Art zu trösten, wenn sie erst wieder zu Hause waren.
Plötzlich stockte sie, ihre Nase witterte etwas und auch die anderen blieben stehen.
„Riecht ihr das auch?“ hauchte sie in Vampir Lautstärke.
„Wildschweine“, gab Carlyle zurück und bei dem Gedanken an leckeres Wildschweinblut, flammte es in seine Kehle hoch.
Sie liefen lautlos weiter und dann sahen einen großen ausgewachsenen Eber, der in der Erde nach Essbarem wühlte.
„Das ist doch um vieles besser als Kaninchen“, scherzte Jasper leise.
Rosalie sah sich nach Emmett um, doch dieser war nicht zu sehen, hoffentlich war er nicht aus lauter Frust wieder nach Hause gelaufen!
Die anderen wollten schon zur Jagd auf das Wildschwein losstürmen, aber Rosalie hielt sie zurück.
„Schenkt ihr das Wildschwein Emmett?“ fragte sie bittend.
Die anderen zögernden, zu verlockend war der Geruch, doch ein missgelaunter Emmett war kaum auszuhalten und so nickten sie. Rosalie lief auf ihrer Spur zurück, um Emmett aufzuspüren und wirklich sah sie ihn noch immer genauso lustlos umherwandern. Sichtlich hatte er gerade ein Kaninchen ausgesaugt, denn er hatte ein solches in der Hand und warf es nun mit Schwung weg, so dass es wie ein Geschoss auf einen Baum prallte und diesen fast entwurzelte. Rosalie zeigte sich ihm nicht, sondern lief zu den anderen und bedeutete ihnen, wo sich Emmett befand.
Gemeinsam trieben sie nun das Wildschwein in seine Richtung, hofften, so seine Laune wieder verbessern zu können.
Emmett hatte von all dem keine Ahnung, das Brennen in seiner Kehle war zwar durch das Kaninchen laut etwas gelindert worden, aber der Frust darüber brannte fast ebenso. Er seufzte schwer, dachte an die herrlichen Bären in Amerikas Wäldern, träumte sich in einen Kampf mit so einem Riesentier und wäre fast über das Wildschwein gestolpert. Ohne große Lust machte er sich über das verdutzte Tier her und mit jedem Schluck ging es ihm besser. Ein Wildschwein war zwar kein Bär, aber doch um vieles besser als ein schäbiges Kaninchen!
Frisch gestärkt und einigermaßen zufrieden richtete er sich auf und sah die ganze Familie um sich stehen.
„Was soll das?“ fragte er verwirrt.
Rosalie trat zu ihm, schmiegte sich an seine Brust.
„Das Wildschwein war unser Geschenk an dich, damit du nicht mehr so missgelaunter bist“, sagte sie lächelnd.
„Oh, so ein Geschenk nehme ich gerne öfters an“, strahlte er zufrieden.
Rosalie reckte sich und gab ihm einen Kuss.
„Ganz kostenlos war es aber nicht“, meinte sie, „da erwarte ich schon eine Belohnung dafür!“
Emmett legte seine Arme um sie und zog sie ganz eng an sich.
„Die Belohnung wird reichlich sein“, grinste er und Rosalie kicherte daraufhin.
„Spart lieber eure Energie für die Reise“, sagte Carlisle nicht gerade freundlich, denn er sah sein wegen der bevorstehenden Abreise frisch geputztes Haus schon halb zerstört.
„Aye aye, Sir“, feixte Emmett.
Und wider Carlisle Erwartung blieb in der folgenden Nacht das Haus ganz, wenn es auch ab und zu bedenklich wankte.

Frisch gestärkt machten sie sich am nächsten Abend auf die Reise, sie wollten die Nacht nutzen, um nicht aufzufallen und obwohl kaum Menschen unterwegs waren, mieden sie Städte und auch größere Dörfer.
Dann standen sie endlich der Küste und der Mond zeichnete ein silbernes Band auf das Wasser des Atlantiks.
„Nun werden wir zu Fischen“, scherzte Carlisle.
„Eher zu Delphinen“, bezog sich Jasper auf die Meeressäuger.
„Ja, und Emmett ein Wal“, kicherte Alice und Emmett wollte daraufhin auf sie losgehen, doch Carlisle trat dazwischen.
„Habe ich nicht erst vor Kurzem gesagt, dass ihr eure Energie sparen sollt?“ rügte er, „das gilt auch fürs streiten!“
Beschämt nahmen die beiden Abstand voneinander und folgten dem Beispiel der anderen, die sich bereits auszogen und dann die Kleidung sorgsam in mitgebrachte wasserdichte Beutel gaben, diese sich umbanden und dann schwammen sie los, wobei Carlisle die Führung übernahm, da er diese Reise schon einmal, wenn auch vor Jahrhunderten, vorgenommen hatte.
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