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Was nach der letzten Ladies Night geschah

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Eishi Tsukasa Etsuya Eizan Ikuma Mito Nene Kinokuni Rindo Kobayashi
27.05.2020
14.07.2020
4
5.121
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14.07.2020 1.759
 
Nachdem sie sich von Nene und ihrem Sohn getrennt hatten, ließ Momo ein Auto für sich und Kiyoko rufen. Dieses brachte sie dann schnell und sicher zu einem der teuersten und höchst gelobten Sushi-Restaurants in Tokyo.

“Papi!” Rief Kiyoko verzückt, als sie durch die Tür in die geräumige wie authentische Einrichtung schritt. Die Ambiente war zutiefst traditionell was einen imposanten ja geradezu erhabenen Effekt erzielte.

“Oh ihr seid wieder da.” Antwortete eine männliche Stimme von der offenen Küche aus. Sie gehörte Somei Saito, Kiyoko’s Vater. “Wie ich sehe hat dir wohl deine Mama mal wieder was gekauft.”

Kiyoko drückte ihren Plüschhasen enger an sich und nickte begeistert. Ihre Mutter hinter ihr sagte nur platt. “Es ist ein niedliches Kuscheltier.”

“Aber natürlich.” Kam es von Somei, halb lächelnd und halb seufzend. Er schaffte es nie Momo’s Ausgaben zu kritisieren wenn eine seiner Töchter ihn so anstrahlten.

Hinter Somei trat nun ein kleines, vier-jähriges Mädchen mit kurzem, schwarzem Haar und großen,  grünen Augen hervor. “Nee-Chan hat Hasi bekommen.” Observierte sie mit neugieriger Stimme.

“Er ist zuckersüß hab ich nicht Recht, Moe?” Antwortete Kiyoko freudig und ging auf ihre kleine Schwester zu damit sie sich den Hasen noch genauer ansehen konnte.

Während die kleinen Mädchen sich einer ausgiebigen Inspektion des Plüschtiers zuwandten, drehte sich Momo zu ihrem Mann. “Yoshiko schläft immer noch?”

Somei antwortete mit einem Nicken und ließ seinen Blick zu dem Babykorb gleiten, welchen er als umsichtiger Vater natürlich stets nahe bei sich wissen ließ. “Wie ein Stein seit du und Kiyoko einkaufen gegangen sind.” Er sah zurück zu Momo und lächelte leicht. “Dafür wird die Kleine natürlich abends einen ganz schönen Radau machen.”

Momo verzog, wie so oft, keine Miene aber sagte dennoch. “Da hast du Recht.” Dann bewegte sie sich zum Tresen und nahm eines der Sushi die Somei vorbereitet hatte. “Ich habe heute übrigens Kinokuniyan getroffen. Oder naja, Madam Eizan wohl eher.”

“Oh wirklich?” Staunte Somei. “Ich hab schon so einige Male über ihr Restaurant gelesen. Es wird von den Kritikern in den Himmel gelobt. Wie war’s denn?”

“Gut.” Antwortete Momo, zwar ein wenig nüchtern aber durchaus ehrlich. “Kiyoko hat sich mit ihrem Sohn, Eizan Masashi, angefreundet. Und ich habe sie und den Rest ihrer Familie dieses Wochenende zu uns zu Mittag eingeladen.”

Bei der Erwähnung ihres neuen Kumpels beteiligte sich auch Kiyoko wieder an der Diskussion. “Masashi-kun ist ein wenig schweigsam aber dafür kann er toll zuhören!” Strahlte sie. “Er interessiert sich sehr für die Samurai, Papi! Und er mag Daifuku!”

Somei sah sie sanft an. “Na, das klingt doch nach jemanden mit dem ich mich mal unterhalten könnte.” Dann blickte er zurück zu Momo. “Freut mich mal wieder ein paar alte Schulkameraden wiederzusehen.”



Als Nene und Masashi in das Penthouse traten welches sie ihr Zuhause nannten, wurden sie erst einmal von lautem Plärren begrüßt.

Nene’s zweiter Sohn, ein Sechsjähriger, kluger Junge der ihr grünes Haar hatte dafür aber die scharfen, gelben Augen seines Vaters, Shigeo Eizan sah auf sobald er hörte wie sich der Schlüssel im Schloss drehte. Als die Tür dann geöffnet wurde und er, wie zu erwarten, seine Mutter und seinen älteren Bruder sah, seufzte er erleichtert auf. “Na endlich.”

Er legte sein Tablet ab und stand vom großen, schwarzen Sofa auf. “Mama. Kei will partout nicht aufhören rumzuschreien und Papa kriegt nichts auf die Kette.” Er schmollte. “So kann ich mich nicht konzentrieren.”

Bevor Nene irgendwas antworten konnte, kam besagter Vater auch schon aus seinem Arbeitszimmer, einen laut quengelnden und sich trotzig windenden, blonden Zweijährigen in den Armen haltend. “Nun werd mal nicht frech, Shigeo.” Ermahnte Etsuya seinen mittleren Sohn beleidigt bevor er seine Aufmerksamkeit seiner Frau zuwandte. “Gott sei Dank, Nene.”

Als er ihr nahe genug war, setzte er den weinenden, jungen Mann vor Nene ab und erklärte dann. “Kei plärrt jetzt schon seit bestimmt 20 Minuten und egal was ich tue....nichts hilft!” Verzweifelt sah er in Nene’s ruhige rote Augen. “Bitte tu was. Ich muss noch eine zweistellige Anzahl E-Mails beantworten!”

Kei war mittlerweile auf Nene zugetaumelt und hatte begonnen mit seinen kleinen Händen an ihrem Kleid rumzuziehen. “Will Eis ham!” Verlangte er heulend. “Eis! Mama! Eis!

“Na, na....” Nene ließ von Masashi’s Hand ab und kniete sich runter um mit ihrem jüngsten Sohn zumindest so etwa auf Augenhöhe zu sein. “Wir müssen doch vorher erstmal Mittag kochen.” Sie streichelte Kei’s Wange. “Eis gibt es als Nachtisch danach. Sonst schlägt dir das nur auf den Magen, mein Schatz.”

Angesichts der sanften Streichelei seiner Mutter wie auch ihrer ruhigen Stimme, kühlte sich Kei’s Temperament ein wenig runter. “Eis...” Schniefte er noch einmal wehleidig, doch um einiges schwächer und leiser.

“Später, Kei.” Antwortete Nene ihm. “Mama wird sich gleich ans Essen machen und solange kannst du noch ein wenig spielen. Sobald wir Mittag gegessen haben, kriegst du dann auch dein Eis, wenn du jetzt brav bist und deinen Papa arbeiten lässt.”

Kei sah seine Mutter an, bevor er dann letztendlich nickte. “Na also.” Lächelte Nene und umarmte den Zweijährigen, um ihm den Rücken zu streicheln während seine Tränen trockneten.

“Wie machst du das bloß?” Kommentierte Etsuya woraufhin Nene nüchtern antwortete. “Ich habe halt sehr viel Erfahrung mit feurigen Gemütern.”

Wissend das er gemeint war, schmollte Etsuya für einige Sekunden bevor er schließlich seinen ältesten Sohn ansah. “Wo wart ihr eigentlich so lange?”

“Ich hab eine Freundin gefunden!” Platzte Masashi daraufhin heraus, ein Funkeln in seinen roten Augen.

“Oh?” Etsuya legte den Kopf schief, während hinter ihm Shigeo auftauchte, der Masashi leicht skeptisch ansah. “Freundin? Du?”

“Sei nicht gemein, Shigeo.” Ermahnte Nene ihn sofort, bevor sie anfing Genaueres zu erklären. “Wir haben im Center Momo-senpai getroffen.” “Momo-senpai?”  Wiederholte Etsuya überrascht. “Genau, und sie hatte ihre Tochter bei sich. Ein wirklich reizendes, junges Mädchen. Masashi hat sich gut mit ihr verstanden.” Masashi nickte daraufhin ein wenig zaghaft.

“Wirklich?” Etsuya wandte sich zurück zu Masashi und tätschelte daraufhin liebevoll seinen Kopf. “Na, das ist doch schön.”

“Wir sind bei den Saitos auch fürs Wochenende eingeladen.” Informierte Nene ihn dann und richtete sich wieder auf. “Bitte halt dir den Tag frei, es ist lange her das wir sie gesehen haben.”



Während also in Japan die Mittagssonne bereits hoch am Himmel stand, ging sie derweil im fernen Europa gerade erst auf.

In der Schweiz war der Tag eben erst angebrochen: der Himmel hinter den dunklen Bergen leuchtete im schwachen Orange, die ersten Vögel zwitscherten ihre Grüße, das Gras wog sich in der sanften Morgenbrise. Die Fenster der Menschen waren zum Großteil noch verdunkelt, die Straßen zu dieser frühen Morgenstunde noch angenehm leer.

Doch tatsächlich fand sich an diesem stillen Morgen ein teuer-aussehendes Auto auf den Straßen eines kleinen, romantischen Dorfes.

Langsam, um auch bloß niemanden aufzuwecken, fuhr es an den niedlichen, rustikalen Häusern vorbei bis es schließlich am Ende der kleinen Wohngegend angekommen war. Die Straße führte nun höher den Berg hoch, auf welchem das Dorf angesiedelt war. Nur einige Meter höher als das Dorf fand sich dann eine große Villa, die einen herrlichen Ausblick auf das Tal bot.

“Da ist es.” Lächelte Eishi Tsukasa müde. Er gab seinem Beifahrer einen kurzen Seitenblick bevor er sich wieder auf die Straße fokussierte. “Wir sind da.”

“Wurde aber auch Zeit.” Gähnte Rindou. “All unsere Snacks sind schon weg. Du wirst uns gefälligst ein gutes Frühstück später kochen, mein Meisterkoch.”

Bevor Eishi jegliche Art von Protest äußern konnte, hatte sich Rindou auch schon zu der Rückbank gedreht. Dort schliefen friedlich drei kleine Kinder: Zwei Jungs mit flammenroten Haar die sich exakt ähnlich sahen und zwischen ihnen ein gut gepolsterter Sitz für ein nur zwei Jahre altes Mädchen mit schneeweißem Haar und Haut so zart und blass wie die einer Porzellanpuppe.

“Yuu, Shouhei, Tsubame...” Flüstere Rindou liebevoll und rüttelte sanft das Knie einer der beiden Jungs. “Wir sind da...”

Ganz langsam öffnete Yuu Tsukasa die Augen und blinzelte verschlafen. Dann sah er sich ebenso im Tempo einer Schildkröte verwirrt um.

“Sind wir zurück in Spanien?” Fragte sein jüngerer Zwillingsbruder Shouhei derweil und streckte sich.

“Nein, Süßer. Tut mir Leid.” Schmunzelte Rindou. Ihr mittleres Kind hatte nicht allzu erfreut darüber reagiert das bunte, lebhafte wie warme Land zu verlassen um stattdessen irgendwo in den Bergen zu hausen. “Aber ich verspreche dir, die Schweiz hat auch einiges zu bitten. Sieh dich doch um! Ist diese Gebirgspracht nicht wunderschön?”

Shouhei verschränket die Arme. “Ganz okay.” Nach einigen Sekunden Stille leuchteten seine lilanden Augen dann auf. “Gibts denn was zu Essen?”

“Später, Shouhei.” Seufzte Eishi am Steuer. “Jetzt müssen wir erstmal das Haus beziehen.” Enttäuscht sank Shouhei zurück in seinen Sitz und murrte. “Na toll.”

Yuu meldete sich zu Wort. “Ich hab schon ein wenig zur Schweizer Küche gelesen. Es ist ziemlich interessant! Hierzulande werden Einflüsse aus der Deutschen, Französischen und norditalienischen Küche gezogen. Es gibt Käsefondue, Birchermüsli, Gerstensuppe, Nusstorte...und viel mehr. Sehr vielfältig!”

“Ist ja schon gut, Yuu-nii-san.” Schmollte Shouhei weiter. “Ich könnte das alles sehr viel toller finden wenn ich es auch kosten könnte.”

Rindou lachte daraufhin während Eishi seinem Sohn versicherte. “Das wirst du, das wirst du...Hab doch bloß bitte ein wenig Geduld, Shouhei.”

Schließlich stoppte das Auto vor der großen, imposanten Villa. “Da wären wir. Unser neues Zuhause.” Erklärte Eishi und Rindou fügte verschmitzt hinzu. “Dann mal raus mit euch.”

Yuu und Shouhei ließen sich dies nicht zweimal sagen, rissen jeweils ihre Autotür auf und rannten wissbegierig in das ihnen noch fremde Grün. Nur die kleine Tsubame schlief immer noch tief und fest.

Eishi betrachtete seine einzige Tochter auf dem Rücksitz liebevoll bevor er fragte. “Glaubst du sie werden sich einleben?”

“Sicherlich.” Meinte Rindou geradeheraus. “Unsere Kinder sind schließlich waschechte Globetrotter.” Sie warf ein Blick auf das Haus. “Was für eine Idylle das hier doch ist.”

Für einige Minuten sagte keiner der beiden etwas. Stattdessen ließen sie die Landschaft um sie herum auf welche die Morgensonne ihr sanftes Licht warf auf sich wirken.

Schließlich stieg auch Rindou aus nur um dann die Tür der Rücksitze zu öffnen damit sie Tsubame aus ihrem Sitz heben konnte.

“Wir werden uns hier ein schönes Leben machen.” Sagte sie ein wenig mehr für sich selbst. “Bis wir nach Japan zurückkehren.“

Eishi blinzelte ein wenig überrascht bevor sich dann schließlich doch ein Lächeln auf seine Lippen spielte. “Du hast Recht. Es gibt noch so viel zu tun...Aber jetzt sollten wir erst einmal unsere Zeit den Kindern widmen.”

So stieg auch er aus und ging mit seiner Frau und deren Tochter auf ihr neues Leben im Land der Murmeltiere und Steinböcke zu.
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