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Unerwartete Liebe

von Rna
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Christian Grey OC (Own Character)
26.05.2020
06.12.2020
40
232.533
26
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22.11.2020 5.903
 
Mit einem kribbelnden Gefühl in der Magengrube wachte ich auf. Normalerweise war dieser Tag wie jeder andere auch, aber irgendwie war jeder an seinem Geburtstag glücklich und aufgeregt. Heute würde ich 30 Jahre alt werden. Ich gehörte jetzt also auch unter die 30-igern. Ich drehte mich um und schaute auf Christians Seite, die wie ausgestorben war. Das Bett war zerwühlt, aber von Christian keine Spur. Ich schaute auf den Wecker. Es war erst 6 Uhr. Normalerweise lag er noch neben mir. Verwirrt stand ich auf und zog mir über mein schwarzes Seidenhemd, meinen Bademantel. Damit tapste ich durch den Flur in den großen Wohnraum. „Christian?“, rief ich laut hinein, doch es kam keine Antwort. Ich ging in sein Büro, doch auch dort war niemand zu sehen. Wo war er? Er hatte gar nichts gesagt. Ich ging wieder in den offenen Wohnraum und sah Mrs. Jones an der Treppe stehen. „Guten Morgen, Miss Lee!“ „Guten Morgen Mrs. Jones!“, sagte ich freundlich, doch leicht enttäuscht. Sie kam auf mich zu und umarmte ich dann unerwartet. „Ich wünsche Ihnen alles Liebe und gute zu Ihrem Geburtstag! Das Sie immer gesund bleiben und glücklich sind!“ Mein Herz erwärmte sich. Mrs. Jones war einfach eine unglaublich tolle Frau. „Vielen, Vielen Dank Mrs. Jones!“, sagte ich und musterte sie. „Taylor und ich haben auch eine Kleinigkeit für Sie besorgt!“, sagte sie und ging in Richtung Küche. Ich folgte ihr und sah, wie sie einen riesengroßen Blumenstrauß und eine türkisblaue Schatulle in der Hand hielt. „Alles Gute zum Geburtstag!“ „Das wäre doch nicht nötig gewesen!“ „Natürlich ist das nötig!“ „Das ist so lieb von Ihnen!“, sagte ich und umarmte sie gleich nochmal. „Das haben wir gerne gemacht!“ Ich nahm das Geschenk entgegen und roch erstmal an den Blumen. „Soll ich sie gleich in eine Vase machen?“ „Das wäre total lieb!“ „Natürlich!“, sagte sie. „Und in der Zeit packen Sie ihr Geschenk aus!“ Ich lachte leicht und setzte mich dann n die Frühstückstheke. Ich packte die Schatulle, welche wie ein Geschenk verpackt war aus und blickte auf eine wunderschöne weißgoldene Kette, mit meinem Initial als Charm. Sie glänzte in ihrem Weißgold. So eine Kette hatte ich noch nie bekommen. „Mrs. Jones das kann ich nicht annehmen!“ „Natürlich können Sie das annehmen!“ Ich atmete schwer aus. „Das muss ein Vermögen gekostet haben!“ „Samya, genießen Sie einfach den Tag. Man wird nur einmal 30 Jahre alt!“ Da sagte sie war. Ich nickte nur und umarmte sie gleich wieder. „Danke!“ „Ach nicht doch!“ Ich löste mich wieder und musterte die Kette. „Ich würde sie mir sofort um machen, aber an der Arbeit..!“ Sie unterbrach mich sofort. „Tragen Sie keinen Schmuck, das weiß ich doch, Liebes! Dafür brauchen Sie sich doch nicht rechtfertigen!“ „Danke!“ Sie schüttelte nur lächelnd den Kopf und stellte die frischen Blumen auf die Theke. Ich liebte Blumen einfach. „Wissen Sie wo Mr. Grey ist?“, fragte ich sie dann schließlich. Auch wenn ich mich unheimlich freute, brannte diese Frage trotzdem auf meiner Seele. „Mr. Grey hat bereits vor einer halben Stunde das Haus verlassen!“ Vor einer halben Stunde? „Es ist 6 Uhr morgens!“ „Er hatte einen wichtigen Termin in Portland!“ Einen wichtigen Termin in Portland? Und warum sagte er mir nichts darüber? „Ist er mit dem Auto weg?“ „Mit dem Helikopter!“ Ich nickte nur. Warum hatte er mir nichts davon erzählt? „Danke, Mrs. Jones. Ich werde mich für die Arbeit fertig machen!“ „Machen Sie nur!“ Ich nickte ihr zu und stellte die Schatulle an die Seite. Ich begab mich wieder ins Schlafzimmer und nahm sofort mein IPhone in die Hand um ihm eine Nachricht zu schreiben.

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Datum: 31.Juli  2015, 06.15 Uhr
An: Christian Grey


Guten Morgen. Warum hast du mir nicht erzählt, dass du einen Termin in Portland hast?
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Ich wartete auf eine Antwort, doch sie blieb aus. Normalerweise antwortete er immer sofort. Er hatte sein Telefon immer bei sich. Außer er würde jetzt Helikopter fliegen. Dann wahrscheinlich nicht. Ich legte mein Telefon erstmal an die Seite und beschloss mich erstmal fertig zu machen. Ich ging ins Bad und wusch mein Gesicht. Anschließend putzte ich Zähne und ging ins Ankleidezimmer, wo ich mich ein wenig schminkte. Meine Haare band ich zu einem strengen Zopf zusammen und schaute dann in meinen Kleiderschrank, was ich anziehen sollte. Ich entschied mich schon mal für eine einfache mittelblaue Jeans, mal wieder mit kaputten Knien von Philipp Plein. Ich krempelte die Hosenbeine gleich bis zur Mitte meiner Unterschenkel hoch und zog über die Jeans eine weiße langärmelige Spitzenbluse von
Versace . Sie war komplett mit weißer Spitze überzogen und hatte erhobene Schultern. Dazu zog ich beigefarbene Espadrilles an mit einem Keilabsatz von Prada . Die Espadrilles hatten Schnüre, die ich um mein Bein band. Dazu nahm ich mir noch die taupefarbene Lederumhängetasche von Saint Laurent aus dem Schrank und lief wieder ins Schlafzimmer. Ich schaute auf mein IPhone. Aber es war keine Nachricht von Christian zusehen. Stattdessen hatte mir aber Emily geschrieben.
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Datum: 31. Juli 2015, 06.35 Uhr
An: Samya Lee

Guten Morgen..ich komme heute nicht Süße, mich hat es über Nacht mit Migräne erwischt
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Das war ein Scherz oder? Also konnte ich heute auch nicht auf meine beste Freundin zählen. Natürlich das ist absolut kein Problem. Ich meine wenn man krank war, ist man krank. Aber es enttäuschte mich schon ein wenig. Sie hätte mir wenigstens Glückwünsche schreiben können. Oder sie hatte es durch die Migräne völlig vergessen. Ich atmete wieder schwer aus und antwortete ihr dann normal. Mir war jegliche Laune vergangen. Heute würde doch kein so guter Tag werden. Ich packte mein IPhone nach einer kurzen Antwort in die Tasche und lief dann nach vorne, wo Sawyer stand. Auch er hatte einen riesigen Blumenstrauß und einen Geschenkkarton in der Hand. Es war eine runde Geschenkbox von Prada . „Guten Morgen Miss Lee!“ „Guten Morgen, Sawyer!“ „Ich wünsche Ihnen alles Gute zum Geburtstag!“ „Danke Sawyer, aber das wäre wirklich nicht nötig gewesen!“ „Für mich schon!“, sagte er und übergab es mir. „Danke!“, sagte ich und umarmte ihn einfach. Er war ein wenig perplex, erwiderte sie aber kurz. Ich fand an so einem Tag musste man nicht so förmlich sein. Ich ging in die Küche und übergab Mrs. Jones gleich die Blumen, die sie in die bereits vorbereitete Vase tat. Anschließend öffnete ich den Karton und entgegen kamen kleine 30 ml Flaschen mehrere Parfums von Prada. Wow. Ich hatte keins der Parfums. Es war eine so schöne Idee. „Vielen Dank, Sawyer. Aber ich wollte nicht, dass sie so ein Vermögen ausgeben!“ „Nehmen Sie es einfach an!“ „Danke!“, sagte ich wieder und sprühte gleich das erste an mich. „Jetzt können wir auch los!“, sagte ich leicht lächelnd und stellte die Geschenkbox zur Schatulle. „Wollen Sie nichts frühstücken?“ „Nein Danke, Mrs. Jones. Mir ist der Hunger vergangen!“ „Machen Sie sich nicht so große Sorgen. Mr. Grey wird sich melden!“ „Eigentlich ist der Tag mir egal, ich meine es ist nur ein Geburtstag, aber jetzt kommt Emily auch nicht zur Arbeit und er hat sich wie gesagt noch nicht gemeldet. Das kenne ich von ihm nicht!“ „Er meinte es wäre ein sehr kurzfristig wichtiger Termin gewesen!“ Ich nickte nur. „Danke!“ „Haben Sie einen schönen Tag!“ „Danke!“, sagte ich und nickte dann Sawyer zu. Wir traten in den Fahrstuhl und fuhren in die Tiefgarage, wo er mir die Tür zum Q7 öffnete. Ich stieg ein und rief sobald wir los fuhren Christian an. Ich rief ihn immer wieder an, doch nicht einmal antwortete er. Das kann doch nicht sein ernst sein oder? „Hey…ich bin es…ich bin gerade auf dem Weg zur Arbeit…wenn du die Nachricht hörst, ruf mich bitte zurück!“, sprach ich auf seine Mailbox und rief gleich darauf Taylor an. Vielleicht würde er ans Telefon gehen. Und tatsächlich. Nach ein paar Mal klingeln ging er dran. „Guten Morgen, Miss Lee!“ „Guten Morgen, Taylor!“ „Alles Gute zum Geburtstag!“ „Danke!“, sagte ich. „Und danke für Ihr großzügiges Geschenk. Es ist wirklich sehr schön!“ „Das haben wir gerne gemacht!“ „Danke!“, sagte ich wieder. „Sie rufen bestimmt wegen Mr. Grey an, richtig?“ „Ist er in der Nähe?“ „Leider nicht. Er befindet sich schon im Meeting!“ Jetzt schon? Es war gerade mal fast 7 Uhr. Ich atmete aus. „Kann er mich bitte dringend zurückrufen?“ „Ist etwas passiert?“ „Allerdings. Er verlässt einfach das Haus ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben!“ „Der Termin war ziemlich kurzfristig!“ „Er soll mich bitte zurückrufen!“ „Ich richte es ihm aus!“ „Danke Taylor!“ „Gerne!“, sagte er, bevor ich wieder auflegte. Das konnte ein toller Tag werden. Ich hoffte er endete nicht so, wie er angefangen hatte.

Ich hatte mich selten so alleine gefühlt. Der ganze Tag war einfach komisch. Zwar hatte ich unzählige Glückwünsche an der Arbeit bekommen, mehrere Blumensträuße und auch jeweils von der pflegerischen, als auch von der ärztlichen Seite einen Gutschein bekommen. Aber auch das erfüllte mich nicht. Niemand von meiner Familie oder Freunden, außer natürlich Vivi und Amy die mit mir Schicht hatten, hatten mir geschrieben. Nicht mal Christian. Von ihm kam nur ein knappes „Habe heute wichtige Termine, Tut mir Leid Baby“. Ich war wirklich so enttäuscht von ihm und gleichzeitig so sauer. Er hätte wenigstens anrufen können. Ich verstand das er ein Geschäftsmann war, aber er hatte immer Zeit für mich. Ich schleppte die ganzen Blumensträuße und Geschenktüten nach draußen und sah schon Sawyer auf mich warten. „Miss Lee, warum haben Sie denn nichts gesagt?“ Sofort nahm er mir die Tüten ab. „Es geht schon!“, sagte ich nur und stellte die Sachen in den Kofferraum. „Ist Mr. Grey bereits zu Hause?“ Ich fragte extra sofort. „Leider nicht Ma´am. Seine Meetings ziehen sich in die Länge!“ Innerlich brodelte ich. „Danke!“, brachte ich nur drückend heraus und setzte mich ins Auto. Sofort rief ich ihn an, doch er nahm nicht ab. Wieder rief ich ihn an, doch auch jetzt nahm er nicht ab. Das war nicht wahr? Hatte er es wirklich vergessen? Meinen Geburtstag? Selbst ich hatte mir was einfallen lassen. Vor Wut und Enttäuschung spürte ich schon Tränen in meinen Augen. Doch diese Genugtuung wollte ich ihm nicht geben. Er konnte sich was anhören. Er konnte mich sowas von vergessen. Die ganze Fahrt über steigerte ich mich hinein, dass niemand an mich gedacht hatte. Oder fast niemand. Nicht, dass ich unbedingt Geschenke wollte der bauchte, aber wenigstens das die Leute an einen Denken, würde mir reichen, schließlich dachte ich auch immer an alle sofort. Im Escala fuhren wir mit dem Fahrstuhl nach oben und transportierten alle Geschenke mit. Gerade, als ich ausstieg, klingelte Sawyers Handy. Ich ignorierte es einfach und ging zur Küchentheke, wo sich ein weitere Blumenstrauß befand und eine große Shopping Bag von Louis Vuitton . Von wem war das? Etwas von Christian? Ich stellte die Sachen auf die Theke, als Mrs. Jones aus dem Hauswirtschaftsraum kam. „Hallo Mrs. Jones!“, sagte ich sofort lächelnd, als Sawyer mit den restlichen Geschenken kam. „Wie ich sehe, wurdest du schon reichlich beschenkt?“ Ich lächelte leicht. „Von de Arbeit!“ „Das freut mich sehr!“ Ich nickte. „Sie habe auch noch ein weiteres Geschenk bekommen. Der Strauß und die Tüte sind von Grey Enterprises Holdings. Andrea hat Sie heute Morgen von allen Angestellten mitgebracht!“ Andrea hatte für mich ein Geschenk besorgt? Bzw. die ganze Firma? Ich war perplex. „Vielen Dank!“ Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Da musste ich mich gleich bei ihr bedanken. „Miss Lee ich habe auch gerade einen Anruf bekommen. Sie sollen sich für ein Dinner fertig machen!“ Ich sollte was? Das konnte er glatt vergessen. Nie im Leben würde ich jetzt zu einem Dinner gehen. Mir war der Appetit sowieso vergangen. Außer ein Stück Kuchen, den mir Amy gebacken hatte, habe ich rein gar nichts gegessen heute. „Richten Sie ihm aus, ich werde nicht kommen!“ „Miss Lee!“ „Saywer, ich werde nicht kommen!“, sagte ich strenger und drehte mich um. Zu einem Dinner kommen. Was dachte er sich eigentlich? Ich ging ins Schlafzimmer und hörte mein Handy klingeln. Sofort schaute ich drauf. Christian Grey. Jetzt rief er mich an? Das war wirklich ein schlechter Scherz. Das Brodeln in mir wurde stärker. Was sollte diese Arschlochnummer? Ich machte jetzt genau das gleiche. Ich ignorierte seinen Anruf und ging ins Ankleidezimmer. Auch den nächsten Anruf ignorierte ich. Und den übernächsten ebenfalls. Na wie fühlte sich das an, Christian Grey? Ich zog meine Klamotten aus und räumte sie ordentlich wieder in den Schrank. Als mein Handy nur einmal aufläutete, schaute ich wieder drauf.
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Datum: 31. Juli 2015, 18:04 Uhr
An: Samya Lee

Geh an dein Telefon, Samya!
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Ich soll an mein Telefon gehen? Das konnte er wirklich einfach vergessen. Er reagierte den ganzen Tag auf nichts, aber ich soll ihm jetzt antworten? Nicht mit mir. Er konnte froh sein, wenn ich überhaupt noch mit ihm reden würde.
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Datum: 31. Juli 2015, 18:05 Uhr
An: Christian Grey

Hab keine Zeit, Christian
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Datum: 31. Juli 2015, 18:06 Uhr
An: Samya Lee

Bitte Samya
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Datum: 31. Juli 2015, 18:07 Uhr
An: Christian Grey

Lass mich in Ruhe, Christian. Du kannst dich darauf einstellen, dass du die nächsten Tage auf dem Sofa oder im Gästezimmer schläfst.
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Datum: 31. Juli 2015, 18:08 Uhr
An: Samya Lee

Mach dich bitte zum Dinner fertig
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Datum: 31. Juli 2015, 18:09 Uhr
An: Christian Grey

Ich werde nicht kommen. Ich habe weder Lust noch Hunger.
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Datum: 31. Juli 2015, 18:10 Uhr
An: Samya Lee

Mrs. Jones hat gesagt, du hast heute noch nichts gegessen
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Datum: 31. Juli 2015, 18:11 Uhr
An: Christian Grey

Mir ist der Hunger heute vergangen
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Datum: 31. Juli 2015, 18:12 Uhr
An: Samya Lee

Mach dich bitte fertig
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Datum: 31. Juli 2015, 18:14 Uhr
An: Christian Grey


Nein!!!
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Datum: 31. Juli 2015, 18:16 Uhr
An: Samya Lee

DOCH!!
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Datum: 31. Juli 2015, 18:17 Uhr
An: Christian Grey

NEIN!!
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Datum: 31. Juli 2015, 18:17 Uhr
An: Samya Lee

Wollen wir wirklich streiten?
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Datum: 31. Juli 2015, 18:18 Uhr
An: Christian Grey

Wir sind schon mittendrin
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Datum: 31. Juli 2015, 18:19 Uhr
An: Samya Lee

Warum bist du so sauer?
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Datum: 31. Juli 2015, 18:20 Uhr
An: Christian Grey

Denk mal ganz scharf nach!
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Datum: 31. Juli 2015, 18:21 Uhr
An: Samya Lee

Mach dich bitte fertig, dann reden wir persönlich!
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Ich würde heute gar nicht mehr reden. Ich war so sauer. Ich schniefte auf und wischte mir die Tränen weg. Schon vor lauter Wut, kamen mir die Tränen. Ich schmiss mein Handy auf das frischgemachte Bett und ging ins Bad. Ich brauchte dringend eine Dusche. Ich musste runterkommen, sonst würde ich noch etwas sagen, was ich später vermutlich bereute. Ich stellte mich unter den heißen Regenwasserstrahl und weinte erstmal vor mich hin. Die Ganze Wut und Enttäuschung über Christian musste ich einfach rauslassen. Als ich nach fast einer gefühlte halben Stunde das Wasser ausstellte, wickelte ich mich in mein Handtuch ein und ging wieder ins Schlafzimmer. Mein Handy blinkte schon wieder auf. Ich hatte es mit Absicht auf Lautlos gestellt.
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Datum: 31. Juli 2015, 19:00 Uhr
An: Samya Lee

Machst du dich fertig bitte?
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Er nervte mich einfach. Er nervte mich richtig. Gut, dann würden wir essen gehen, aber das würde kein normales Essen werden. Ich würde sicherlich nichts essen und stattdessen würden wir streiten. Aber wenn er darauf Lust hatte, kein Problem, ich war sowieso in Streitlaune.
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Datum: 31. Juli 2015, 19:01 Uhr
An: Christian Grey

Ja verdammt!!
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Datum: 31. Juli 2015, 19:02 Uhr
An: Samya Lee

Ich freue mich auf dich! Zieh dich schick an!
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Datum: 31. Juli 2015, 19:02 Uhr
An: Christian Grey

Ich freue mich aber nicht auf dich!
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Und das war die Wahrheit. Ich war einfach nur sauer und das würde genauso wie das letzte Mal, als er die Klinik kaufte, nicht so schnell verrauchen. Ich schmiss mein Handy wieder weg und ging ins Ankleidezimmer. Ich würde mich jetzt sowas von schick anziehen. So schick, dass er anfängt zu sabbern und dann lasse ich ihn schön fallen. Sofort ging ich zu meinen Kleidern und durchwühlte sie alle. Und dann hatte ich eins gefunden. Christian und ich hatten es in New York bei Berta gekauft. Vielleicht war es zu übertrieben, aber es war mir egal. Ich wollte bezaubernd aussehen und ihm zeigen, was ich konnte. Es war ein langes Kleid, welches aus beigefarbenen dünnem Stoff bestand. Getoppt war das Kleid durch den tiefen V-Ausschnitt, der fast bis zum Bauchnabel ging und dem V-Schlitz an den Beinen. Die rechte Seite war bis zur Höhe des Knies bedeckt und die linke Seite nur knapp oberhalb der Mitte der Oberschenkel. Es hatte eine kleine Schleppe welche auf dem Boden landete. Ich hatte mich sofort in das Kleid verliebt. Es hatte lange Arme und funkelte in den vielen Diamanten-Pailletten. Es war sogar ein wenig durchsichtig, an den Beinen. Schon damals hatte Christian es wahnsinnig gemacht. Wenn er mich jetzt darin sah, ich wusste er würde brennen. Und diesmal würde ich das Vergnügen für mich nutzen. Ich zog einen beigefarbenen String an und schminkte mich dann erstmal dezent. Anschließend glättete ich meine Haare und steckte sie mit Klammern, hinter dem Ohr, streng an den Kopf, damit sie glatt hinter meinem Ohr blieben. Ich steckte mir lange funkelnde Ohrringe noch an und holte aus dem Schrank, passende Sandaletten von Jimmy Choo . Ich zog vorsichtig das Kleid an, schlüpfte in die Schuhe und nahm mir noch einen passenden Clutch mit.  Ich musterte mich im Spiegel. Normalerweise war ich nicht so, aber heute musste es sein. Er hatte mich verletzt. Den ganzen Tag über. Ich drehte mich um, nahm mein IPhone und begab mich dann wieder in den Wohnraum. „Wir können los!“ Sawyer starrte mich beinahe perplex an und Mrs. Jones, die an der Treppe stand lächelte. „Sie sehen wunderschön aus!“ „Danke!“ „Genießen Sie den Abend!“ „Danke, Mrs Jones!“ Ich wusste nicht ob ich ihn wirklich genoss. Ich wusste, dass es jetzt gleich zum Streit kam. Ich folgte Sawyer in den Fahrstuhl und stieg in der Tiefgarage in den hohen SUV ein. Sawyer stand ebenfalls ein und musterte mich dann. „Miss Lee, Sie müssen das aufziehen!“ Er hielt eine Maske hoch. Und diese schwarze Maske kannte ich nur zu gut. Hatte er sie etwa aus dem Spielzimmer geholt? Ich fühlte mich plötzlich unwohl. „Sawyer!“ „Vertrauen Sie mir und ziehen Sie bitte auf!“ „Wollen Sie mich entführen?“ Mein Herz klopfte schneller. Was sollte das jetzt? Er brachte mich nur zum Restaurant. Sollte ich etwas nicht sehen welches? „So ähnlich!“ „Was wird das?“ „Lassen Sie sich überraschen!“ „Überraschen?“, fragte ich und nahm sie ihm ab. „Mich kann nichts mehr überraschen!“, murmelte ich und setzte sie auf. „Der Tag war sowieso schon Überraschung genug!“ Und das im negativen Sinne. Ich hatte noch nie so einen schlimmen Geburtstag. Die Autofahrt dauerte nicht sehr lange. Maximal 20 Minuten. Dann blieb Sawyer stehen und es passierte kurze Zeit nichts. Ich atmete einmal durch, als die Tür aufging. „Guten Abend schöne Frau!“ Diese Stimme erkannte ich überall. „Das kannst du dir sparen!“, sagte ich gleich und ließ mir von ihm raushelfen. Auch wenn ich nicht wollte, dass er mich berührte, hatte ich Angst auf das Kleid zutreten. „Da ist jemand sauer!“ Er bemerkte es, wie nett. „Das ist gar kein Ausdruck!“ „Komm mit!“, sagte er und berührte mich wieder. „Fass mich nicht an!“, zischte ich und löste mich. Christian lachte einfach nur. „Hör auf zu lachen!“ „Wieso siehst du so verdammt heiß aus? Dieses Kleid, so sollte dich keiner sehen!“ „Weil ich dachte ich ärgere dich, mache dich scharf und lass dich dann fallen!“ „Da ist jemand ehrlich!“ „Ich hatte noch nie so einen schlimmen Tag, noch nie! Selbst deine Blondinen haben an mich gedacht!“ „Meine Blondinen?“ „Ja!“ „Heb dir die Kraft für später auf, dann kannst du sie an mir auslassen!“, sagte er und hielt mich jetzt doch fest, da ich leicht stolperte. „Du wirst heute nur gucken und die nächsten Tage auch!“ „Achja?“ „Ja und du wirst entweder im Gästezimmer oder auf dem Sofa schlafen!“ „Werde ich das?“ „Die nächsten Tag auf jeden Fall, du kannst froh sein, wenn ich überhaupt je wieder mit dir rede!“, sagte ich weiter in Rage. „Wirst du das danach auch noch sagen?“, fragte er. „Wonach?“, fragte ich verwirrt und spürte wie er die Augenbinde abmachte. „Überraschung!“, schrien auf einmal eine Horde Leute vor mir und ließen goldenes Konfetti platzen. Ich öffnete schockiert meine Mund und hielt meine Hand sofort davor. Ich war völlig schockiert über das Bild welches sich mir bot und wusste gar nicht wo ich es einsortieren sollte. Ich sah im Schnelldurchlauf meine Mom, mein Dad, die Greys, Claude, Dr. Flynn mit Frau, Ros mit ihrer Partnerin, mein Bruder mit Olivia, Vivi mit Chris, Amy,  Emily und Nick. Sogar Selena war da und Lucy mit Noah. Waren die nicht noch in Australien? Ich starrte schockiert Christian an und dann wieder in die Runde. Er hatte mir eine Überraschungsfeier gemacht. Er hatte mir eine Überraschungsfeier gemacht. Ich war völlig überladen von dem Ereignis und bekam kurzerhand Tränen in die Augen. „Alles Gute zum 30. Geburtstag, Liebling!“, sagte dann Christian neben mir und küsste meine Wange. Sofort fingen alle an zu jubeln und wackelten mit der goldenen 30-iger Zahl. Ich schluchzte leise auf. Ich hätte niemals damit gerechnet, niemals. Ich hatte absolut nichts davon mitbekommen und war so sauer. Jetzt erst  merkte ich, dass es vollkommen zu Unrecht war. Jedenfalls im gewissen Maße. Ich legte meine Hand weinend vor meine Augen und musste gerade erstmal zurechtkommen. „Happy Birthday!“, schrie dann Emily und umarmte mich vollkommen überrumpelt. „Du bist so blöd!“, weinte ich, während sie mir die Tränen wegwischte. „Du dachtest doch nicht etwa, ich vergesse deinen 30. Geburtstag?“ „Ich weiß gar nicht was ich sagen soll!“ Ich atmete einmal tief ein und aus. Ich glaube das war doch der schönste Geburtstag, den ich je hatte. Noch nie hatte ich solch eine Überraschung bekommen. „Dank nicht mir, sondern deinem Mann, den du auf dem Sofa schlafen lassen willst!“ Ich lachte auf. „Happy Birthday!“, schrien dann Selena und Lucy und umarmtem mich ebenfalls. „Was tut ihr hier?“, fragte ich immer noch perplex. „Ich dachte ihr seid in Australien?“ Die Beiden hatten nach der Prüfung gemeinsam eine Reise nach Australien gemacht. „Wir lassen uns doch nicht deinen 30. Geburtstag entgehen!“ „Danke!“, sagte ich und drückte die Beiden fest. „Es freut mich so euch zu sehen!“ „Und wir erst. Wir haben euch vermisst!“, sagte Lucy und umarmte mich nochmal. Auch Amy und Vivi kamen dann und drückten mich fest. Jetzt waren wir wieder alle vereint. Die Assistenzärzte von damals. Und alle sind wir jetzt Oberärzte. „Und später musst du uns erstmal erzählen, wie du in dieser Zeit bitte so eine Veränderung durchgemacht hast!“, grinste Selena. „Wir haben nämlich nur die Kurzfassung gehört!“, sagte sie. Ich lachte. „Wenn das mal nicht dein Traummann ist!“, sagte Lucy. Ich schmunzelte und musste Christian von der Seite, der uns beobachtet. „Ich mache ihn euch später bekannt!“ „Das hab ich schon!“, lachte Emily. „Dann bin ich ja beruhigt!“ „Sam, alles Liebe und gute zum Geburtstag!“, sagte dann auch Noah, der Freund von Lucy. „Danke!“, sagte ich und erwiderte die Umarmung. Auch Vivis Freund, Chris umarmte mich. Nick ergriff auch nochmal schnell die Initiative, ehe dann meine Mom und David kamen. „Alles Gute zum Geburtstag, mein Schatz!“ „Danke, Mom!“, sagte ich und drückte sie fest an mich. Auch David, meinen Bruder und Olivia gratulierten mir. Dann kam mein Dad mit Victoria und anschließend Elliot mit Kate, die ebenfalls da waren. Dr. John Flynn und seine Frau Rhian, Ethan mit Mia und Graces Eltern kamen auch sofort an. Dann blieb noch Claude, Ros mit Gwen und sogar Mac. Ich war einfach so überwältigend. Ich konnte es gar nicht in Worte fassen. Die ganzen Glückwünsche, Umarmungen und einfach das die Leute Anwesend waren, berührte mich so sehr. Und ich hatte das wirklich nur einem zu verdanken, dem ich Unrecht getan hatte. Mein schlechtes Gewissen meldete sich zu Wort und ich bereute meine Reaktion. Aber woher sollte ich das auch wissen? Ich hatte absolut keine Ahnung. Ich schaute mich um und entdeckte dann Carrick und Grace, die ebenfalls auf mich zukamen. Sie hatten noch nicht die Chance gehabt. „Alles Alles Liebe zum Geburtstag!“ Grace umarmte mich sofort herzlich. „Danke, Grace!“ Auch Carrick umarmte mich sofort. „Du siehst so wunderschön aus!“ „Danke, Grace!“ Ich atmete aus und wurde von ihr wieder in den Arm genommen. „Es macht mich so glücklich!“ „Ihr macht mich glücklich, ich habe hier nicht mit gerechnet!“ „Christian hat immer einfallsreiche Ideen, wenn es um dich geht!“ Ich lachte auf und schaute mir die Location zum ersten Mal an. Mitten im Garten waren zwei dunkelbraune große Holz-Tafeln aufgebaut mit dunkelbraunen Stühlen, die auf der Sitzfläche mit braunem Kissen überseht waren.  Vor jedem Stuhl, war ein hellbraunes Platzdeckchen, auf dem eine ebenfalls braun gefaltete Serviette lag. Daneben lagen mehrere goldene Bestecke und oberhalb mehrere Gläser. Getoppt war der Tisch von mit perfektem Abstand gesetzten Kerzengläser mit Kerzen und den typischen Vintage-Blumen. Über dem Tisch war wie eine Art gedachten Pavillion welche durch dünne Holstänge
gehalten wurde. Die Decke des gedachten Pavillon bestand aus einer Vielzahl von romantischen Lichterketten. Es war einfach unglaublich. Ich fühlte mich wie auf einer Hochzeit. Und diesen Boho- oder Vintage Stil liebte ich so sehr. An der Seite war noch eine Holzwand mit Lichterketten und Vintage-Blumen geschmückt, wo daneben eine kleiner Tisch war mit Polaroids, einem Buch und einer weiteren Tafel, an der schon an den ebenfalls dort geschmückten Lichterketten, kleine Bilder hingen. Es war überwältigend. Es gab sogar eine Fotowand. Es war wirklich überwältigend. Ich schaute weiter und sah jetzt erst eine große Salty-und Candy Bar. Es waren so viele Leckereien perfekt in dem Stil dekoriert. „Wessen Idee war das?“ Ich hielt mir wieder die Hand vor dem Mund. Ich war wieder kurz vor dem Weinen. Eine Buffet Tafel, die gerade geschmückt würde mit Essen, war ebenfalls da. „Christians. Er hatte die ganze Idee und ich habe sie umgesetzt!“ Innerlich wusste ich es. Ich umarmte sie fest. „Es ist unglaublich, wirklich! Sowas hätte ich mir nie vorgestellt!“ „Er wusste, dass du diesen Stil liebst. Du hast bereits am Ball so gestaunt und er wollte dir diesen an deinem besonderen Tag erfüllen!“ Der goldene 30-iger Ballon war ebenfalls an der Seite jetzt befestigt. „Danke!“ Mehr konnte ich nicht sagen. Ich musste die Eindrücke erstmal verarbeiten. Und dabei musste ich als erstes zu dem Mann gehen, der mir das alles erfüllt hatte. Zu dem Mann, den ich so sehr liebte. Er stand neben Nick, Noah, Claude und Chris, die sich unterhielten. Sie standen direkt neben einem Tisch. Es war ein Geschenketisch. Sogar den gab es. Er war schon völlig überfüllt mit großzügigen Geschenken. Ich ging auf sie zu und lächelte sie an. „Wir reden gleich nochmal!“, sagte Noah und zwinkerte mir zu. Ich schmunzelte nur und war dann alleine mit Christian. Anscheinend verstanden auch sie sich mit Anhieb. „Hey!“, sagte ich leise und musterte ihn. „Hey!“ Ich wusste gar nicht was ich sagen sollte. Ich war eben noch so sauer und spürte schon wieder Tränen. Tränen des schlechten Gewissens und Tränen der Überwältigung. „Gefällt es dir?“ „Es ist wunderschön!“, sagte ich und verzog mein Gesicht, als die Tränen wieder kamen. „Vielen, Vielen Dank. Das hier ist unglaublich!“ „Komm her!“, sagte er und zog mich sofort fest in seine Arme. Davor drückte er mir einen Kuss auf die Stirn und umschlang mich mit seinen muskulösen Armen. Hier fühlte ich mich am wohlsten und am sichersten. Er war alles für mich. Ich schluchzte leise. „Es tut mir leid!“, sagte ich und musterte ihn mit Tränen. „Ich wusste es nicht!“ „Woher denn auch?“ „Es war so gemein, ich habe mich so einsam gefühlt!“ „Ich gebe zu es war gemein. Ich hatte dann auch ein richtig schlechtes Gefühl!“ „Deswegen bin ich immer noch ein wenig sauer und du hast es ein klein wenig verdient!“ „Aber nur ein klein wenig!“, sagte er und musterte mich, während er mich festhielt. „Ich liebe dich so sehr!“, hauchte ich leise. „Und ich liebe dich mehr als mein ganzes Leben!“ Damit küsste er mich und umarmte mich dann wieder fest. Ich kuschelte mich an ihn und genoss seine Umarmung. „Aber das mit dem Kleid..!“ Er löste sich. „Das ist auch gemein. Nein es ist eher Folter!“ Ich lachte leicht. „Man sieht fast alles!“ „Nur fast!“ „Wie kann man so schön aussehen?“, fragte er lüstern und küsste mich gierig. Ich erwiderte den Kuss nur zu gerne. Aber viel zu schnell löste er sich wieder. „Danke!“, sagte ich und lehnte mich an ihn. „Ihr wart wieder viel zu großzügig!“ Die Geschenke waren nicht nur haufenweise, sondern auch teuer. Ich sah es schon an den Bags, die dort standen. „Für dich, nur das Beste!“ Ich lachte leicht, bis Christian zu den Mädels nickte, die vor der Fotowand standen. „Da will glaube jemand mit dir Foto machen!“ „Machst du auch welche mit mir?“ „Sobald ihr fertig seid!“ „Gut!“, lächelte ich. „Ich gehe kurz zu Flynn und Ros und bin dann bei den Jungs!“ Sofort grinste ich breit. „Bei den Jungs, also?“ „Warum grinst du so?“ „Kann es sein, dass du dich mit ihnen verstehst?“ „Warum?“ „Nur so!“ „Sie sind nett und haben auch geholfen!“ Ich nickte. „Vielleicht werdet ihr noch Freunde!“ „Vielleicht!“, sagte er, küsste meine Wange und ging dann zu Flynn und seiner Frau. Ich ging derweil zu den Mädels. „Los, wir müssen ein Bild machen!“, sagte Vivi und zog mich zu ihnen. „Und wer macht das Bild?“ „Ich!“ Meine Mom gesellte sich zu uns und ahm die Kamera in die Hand. „Danke, Mom!“ „Natürlich!“, sagte sie und schoss in den nächsten 20 Minuten haufenweise Fotos von uns. Aber nicht nur für uns. Die Reihen mischten sich, so dass ich auch mit den anderen Gästen Fotos machte. Das letzte Foto entstand dann mit Christian, Arm in Arm. Nachdem meine Mom das Foto geschossen hatte, drehte er mich im Arm zur Musik hin. Ich lachte auf. „Will da jemand tanzen?“ „Wenn es so wäre?“ Wir hatten noch nie gemeinsam getanzt. „Woher kannst du tanzen?“ „Willst du das wirklich wissen?“ Wollte ich das? „Will ich das?“ „Elena!“, sagte er nur und ich stockte. „Okay, darüber reden wir nicht weiter!“ „Nein!“, lachte er und zog mich dann mit. „Wir bedienen uns jetzt am leckeren Buffet!“ „Du hast Hunger?“ „Ich habe genauso wie du den ganzen Tag nichts gegessen!“ „Ach wirklich?“ „Das wir jetzt gemeinsam essen können!“ Ich musterte ihn. „Was essen?“ Sofort blitzen seine Augen auf. Er hatte den zweideutigen Ton verstanden. „Sei ja still!“, zischte er sofort und zog mich zum Tisch. Erst jetzt musterte ich die wunderschöne Deko. Das Zelt wurde durch die haufenweisen Lichterketten schon erleuchtet, da es langsam anfing zu dämmern. Und auch erst jetzt sah ich, dass am Ende des Tuches eine Leinwand war. Für was war die wohl? Christian musterte mich und klopfte neben sich. Lächelnd ging ich auf ihn zu und musterte ihn. Neben mir saß meine Mom und gegenüber von uns Dr. Flynn mit seiner Frau Rhian. „Möchten Sie Wein?“ Gretchen schaute Christian an und hielt eine Flasche hin. „Gerne!“, sagte er und nickte. „Und für Miss Lee bitte auch!“ „Natürlich!“, sagte sie und schüttete dann auch mir etwas davon ein. „Komm wir holen uns auch was zu essen!“ Christian nahm meine Hand und führte mich zum Vorspeisen-Buffet. Grace war einfach unglaublich, was sie hier auf die Beine gestellt hatte. Ich konnte es immer noch nicht so ganz glauben. Es gab verschiedene Salatvariationen und Anti-Pastivariationen. Bei den Hauptspeisen gab es Fisch, Fleisch und verschiedenste Beilagen, während es zum Nachtisch Mousse au Chocolat in weiß und dunkel gab, und die verschiedensten Schichtdesserts. Ich war beinahe überfordert. Schließlich stand auf der anderen Seite eine Salty Bar und Candy Bar mit verschiedensten Torten und Süßigkeiten. Ich fing genauso wie Christian erstmal langsam an und nahm mir etwas von den Vorspeisen. „Gefällt es dir, mein Kind?“ Grace nahm sich ebenfalls etwas von dem Salat. „Es ist unglaublich Grace. Du hast dich einfach wieder selber übertroffen. Ich weiß gar nicht, wie ich dir danken soll!“ „Das ist doch nichts!“ „Grace, das hier ist unbeschreiblich!“ Sie lächelte. „Es freut mich sehr wenn es dir gefällt!“ Ich musterte sie und drückte sie dann an mich. Sie lachte überrascht auf. „Danke!“ Ich musterte sie wieder. „Für dich immer, meine Liebe! Merk dir das!“ Ich atmete glücklich aus und begab mich dann wieder zum Tisch zu Christian. Ganz in Ruhe, aßen wir alle gemütlich auf zwei Tische verteilt und unterhielten uns ausgelassen. Ich war glücklich darüber, dass sich alle gut miteinander verstanden. Selbst mein Dad redete ausgelassen mit Claude über Sport. Als wir Gang für Gang gegessen hatten, wechselten wir immer wieder die Reihen durch und unterhielten uns, während im Hintergrund angenehme Musik lief. Es wurde auch mittlerweile immer dunkler, so dass am Wegrand, die Lampen am Boden ebenfalls angemacht wurde. Es war einfach wunderschön. Unter fast freiem Himmel, in einer angenehmen Luft, völlig beleuchtet mit den engsten Freunden und Bekannten zusammen zu sitzen. Ich unterhielt mich gerade mit Ros an der Candy Bar, als Christian von hinten kam. „Darf ich Sie kurz entführen?“ Ros musterte uns lächelnd. „Sie gehört ganz dir!“ „Danke!“, sagte Christian und zog mich dann auch schon mit. „Wohin gehen wir?“ Er wollte doch nicht jetzt für Sex verschwinden oder? Wir konnten doch nicht einfach die Gäste alleine lassen. „Ich habe eine Überraschung für dich!“ Eine Überraschung? Mit einem Mal klopfte mein Herz schneller. Was für eine Überraschung? Christian führte mich in Richtung des Bootshauses. Er ging mit mir die schmale Holtreppe hinauf und blieb dann stehen. Was hatte er dort vor? „Christian?“ Er musterte mich und küsste meine Stirn, bevor er sich hinter mich stellte und mir die Augen zuhielt. Mein Herz raste. Ich war total aufgeregt. Was konnte das sein? Christian führte mich langsam hinein und ich hörte schon das leise rauschen des Wassers. Er führte mich immer weiter, bis er irgendwann stehen blieb. „Bereit?“ „Ja!“, sagte ich leise und sofort nahm er die Hände weg. Und was ich jetzt sah, haute mich einfach nur um. Mein Mund klappte um Zentimeter nach unten und ich wusste gar nicht was ich sagen sollte. Ich starrte Christian an und dann wieder das Bootshaus. Überall waren Kerzen verteilt und in kleinen Gläsern, gefühlt hunderte von roten Rosen. An manchen Stellen hier, war
eine lange Rose an einem roten Herzluftballon befestigt, mit einer Karte dran. Ich kam mir vor wie in einer anderen Welt. Noch nie hatte ich sowas besonderes gesehen. Er wollte mir doch nicht jetzt etwa einen Heiratsantrag machen oder? Ich legte meine Hand vor den Mund und spürte das Brennen in meinen Augen. Das Brennen der Tränen, die sich in meine Augen bahnen wollten. Ich war für heute einfach geflasht und würde dort erstmal nicht herauskommen. Niemals hätte ich gedacht, dass der Tag sich noch so wendet. „Was?“, fragte ich mit Tränen in den Augen. Was hatte das zu bedeuten? Christian musterte mich genau. „30 Gründe warum ich dich Liebe, zu deinem 30. Geburtstag!“ Und dazu konnte man nichts sagen. Denn ich hatte gar keine Worte, für das was sich gerade in mir abspielte. Mein Körper erlebte gerade eine Stressreaktion des Eustress. Positiver Stress auf positiv empfundene Stressoren. Ausgelöst durch den Mann, der mir alle Sterne vom Himmel holte, der mir alle Träume erfüllte und der mich wie er immer aufs Neue Bewies, mehr als alles andere auf der Welt liebte.

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