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Unerwartete Liebe

von Rna
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Christian Grey OC (Own Character)
26.05.2020
06.12.2020
40
232.533
26
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Dieses Kapitel
1 Review
 
08.11.2020 3.322
 
Mein Wecker klingelte schrill und ich verzog müde das Gesicht. Ich wollte noch nicht aufstehen. Wir waren gestern so spät im Bett, weil wir noch bis spät in die Nacht diskutiert hatten. Ich war einfach immer noch so sauer. Erstaunt drehte ich mich zur Seite, als mein Wecker aufhörte. Ich öffnete vorsichtig meine Augen und musterte Christian, der frisch geduscht neben dem Bett stand. „Guten Morgen Liebling!“ Liebling? So nannte er mich nicht so oft. Aber wenn, dann wusste er, dass ich es liebte. Aber diesmal würde ich darauf nicht eingehen. „Du bist schon wach?“ „Ja, ich dachte wir frühstücken gemeinsam!“ Anscheinend hatte jemand ein schlechtes Gewissen. Er beugte sich zu mir und küsste mich. „Ich bin immer noch sauer!“  „Ich weiß!“, murmelte er leicht bedrückt und stand wieder auf. „Gut!“, sagte ich und richtete mich auf. „Ich ziehe mich nur schnell an, ja?“ Ich nickte und streckte mich einmal richtig, während Christian in unser Ankleidezimmer ging. Mir gefiel die Situation auch nicht, aber er konnte nicht alles machen. Er konnte nicht einfach das Krankenhaus kaufen, wo ich arbeite, ohne Konsequenzen zu haben. Ich würde mich auch nie bei ihm an der Arbeit einmischen. Ich verstand, wenn es eine gute Finanzierung ist, aber ich wollte nicht immer nur durch seinen Namen irgendwo hineinkommen. Ich wollte es selber schaffen und ich wusste auch immer noch nicht, ob er nicht wirklich seine Finger mit im Spiel hatte. Kurze Zeit spät, kam Christian in einen seiner dunkelgrauen Anzüge ins Schlafzimmer und musterte mich. Wie immer sah er perfekt gestriegelt aus. „Machst du dich fertig?“ Ich nickte. „Ich warte auf dich!“ Das war ja mal was ganz Neues. Normal trödelte er immer morgens und frühstückte im Grey House, wenn er überhaupt etwas aß. Ich stand langsam auf, als Christian den Raum verließ und richtete erstmal unser Bett her. Anschließend wusch ich mein Gesicht ordentlich und putzte meine Zähne. Ich machte mich auf den Weg in unser Ankleidezimmer und band mir meine Haare zu einem lockeren Dutt. Danach schminkte ich mich dezent und suchte mir ein wenig schickere Kleidung heraus. Ich wollte Christian ein wenig ärgern, aber nur ein wenig. Er hatte es verdient, auch wenn ich ihn liebte. Ich zog eine blaue enge Jeans mit kaputten Knien von Philipp Plein  an, ein weißes Satin Camisole mit einem spitzen Ausschnitt von Cami NYC und darüber einen weißen längeren Blazer mit goldenen Knöpfen von Balmain   . Ich zog zur Hose noch einen weißen Gürtel mit goldenen Initialen von Gucci an und nahm dazu auch meine weiße Mini Bag von Gucci . Dazu schlüpfte ich in beigefarbene Sandaletten mit Absatz von  Stuart Weitzman  und zog den Schmuck an, den Christian mir aus Taiwan mitgebracht hatte. Danach machte mich dann auf den Weg in den großen Wohnraum. Christian befand sich schon an der Frühstückstheke und sprach mit Mrs. Jones. „Guten Morgen, Miss Lee!“, sagte sie sofort, als sie mich sah. „Guten Morgen, Mrs. Jones!“ „Danke, Gail!“, sagte Christian, ehe sie mir zunickte und dann nach oben verschwand. Ich schaute den Esstisch im Essbereich an und musterte dann Christian. Dort stand ein riesiger Strauß voller roter Rosen. Woher hatte er die wohl gezaubert? „Warum hast du dich so schick gemacht?“ „Ich hatte einfach mal Lust drauf!“, sagte ich und musterte ihn. Ich sah genau, dass es ihn ärgerte. „Warum?“ „Nichts. Du siehst nur zu schön aus!“, raunte er mir zu. „Danke!“ Er nickte in Richtung Esstisch und ich folgte ihm dann. „Die Blumen sind für dich!“ Also doch Bestechung. Oh Mr. Grey. Er war einfach zu raffiniert. Aber immerhin ließ er sich wirklich was einfallen. „Danke!“, lächelte ich und roch an ihnen. Sie waren anscheinend frisch. Wo hatte er um diese Uhrzeit Blumen her? Ich glaube ich wollte es lieber nicht wissen. Ich setzte mich an den Tisch, Christian gegenüber und musterte dann den reichlich gedeckten Tisch. Mrs. Jones hatte sich bereits in der Früh solche Mühe gemacht. Es gab einen frischgepressten Orangensaft, Omlett mit frischem Baguette, ein wenig Gemüse, Obst und Pancakes. „Guten Appetit!“ „Danke, dir auch!“, wünschte ich ihm und fing sofort an zu essen. „Wie lange musst du heute arbeiten?“, fragte Christian sofort. „Bis 18 Uhr, wie immer!“ Er nickte. „Und du?“, fragte ich interessiert nach. „Solange ich will!“, schmunzelte er. Natürlich, er war ja der Chef und dazu noch reich. „Okay!“ Es war angespannt. Es war sehr angespannt, dass war es auch gestern beim Essen. Aber ich konnte die Enttäuschung und natürlich meine Wut noch nicht unterdrücken. „Um 11 Uhr habe ich die Vertragsunterzeichnung!“ Ich nickte. Und danach musste ich irgendwie erklären, warum ich den Job nicht annehmen konnte. Ich würde ihn auf keinen Fall annehmen, auch wenn es mir schwer fiel. Ich wollte aber definitiv nicht durch Christian solche Positionen erreichen. Christian und ich frühstückten eher schweigsam gemeinsam, bevor ich dann aufstehen musste, da ich zur Arbeit musste. Christian begleitete mich noch zum Aufzug. „Sawyer wartet unten auf dich!“ Ich nickte. Er seufzte. „Sei bitte nicht mehr sauer, Mya!“ Es fiel ihm schwer. Sogar sehr schwer. Aber wenn man auf der anderen Seite überlegte, tat er das auch immer wenn er sauer war. „Wir sehen, wann es endet!“ Er atmete erneut aus. „Bis später!“ Ich nickte ihm zu. „Ich liebe dich!“, sagte er, als ich in den Fahrstuhl trat. Ich musterte ihn kurz, ehe der Fahrstuhl zu ging und ich auf den Weg in die Tiefgarage war.

Es war bereits 13 Uhr. Ich hatte gerade meine Mittagspause beendet und wollte unbedingt mit Noell sprechen. Ich musste ihm sagen, dass ich den Job nicht annehmen konnte. Ich wollte aber die Wahrheit sagen, denn irgendwann würde es sowieso jeder wissen. Außerdem war ich die Freundin von Christian Grey, dass wollte und konnte ich auch nicht leugnen. Ich klopfte an sein Büro. Ich trat vorsichtig ein und sah ihm am MacBook sitzen. „Samya!“ „Hey!“, sagte ich. „Setzt dich!“, sagte er sofort und zeigte auf den schwarzen Stuhl. Ich nickte und setzte mich dann vor ihn. „Hast du über mein Angebot nachgedacht?“ „Ja, habe ich!“, sagte ich stark. „Und?“ „Ich kann es nicht annehmen!“, sagte ich schweren Herzens. „Was? Ich verstehe nicht!“ Er schien verwirrt zu sein. Anscheinend hatte er mit einer festen Zusage gerechnet. „Der neue Käufer steht fest oder?“, fragte ich sicherheitshalber. „Die Verträge wurden heute fix unterschrieben und bald wird es offiziell gemacht!“ „Deshalb kann ich es nicht annehmen! Ich führe eine Beziehung mit dem Käufer!“ Er schaute noch verwirrter. „Du führst eine Beziehung mit Mr. Grey?“ Ich nickte. „Ich habe gestern davon erfahren, als ich ihm davon erzählt habe!“ „Und wo genau ist das Problem jetzt?“ Jetzt war ich verwirrt. Sah er an der Sache kein Problem? „Naja, ich möchte nicht, dass jeder denkt, dass ich durch ihn an die Position gekommen bin!“ „Mr. Grey hat mit dieser Entscheidung absolut nichts zutun, Samya!“ Er hatte also die Wahrheit gesagt und wirklich nichts damit zu tun gehabt. „Das denken die anderen aber vielleicht!“ „Samya, wenn dein Beschluss, den Job nicht anzunehmen nur damit zu tun hat, dann werde ich ihn nicht akzeptieren!“ „Was? Warum?“ „Weil das nicht eintreten wird. Hier geht es um rein geschäftliche Dinge und wenn du Privat eine Beziehung mit ihm führst, dann ist das keinerlei Einfluss an der Arbeit!“ Natürlich trennte man Privates immer vom Beruflichen. Aber ich wusste, wie die Leute hier drauf sind. „Aber..!“, fing ich an, doch er unterbrach mich wieder sofort. „Ich nehme dann also an, dass du das Angebot annimmst?“ „Es stört dich nicht?“ „Nein Samya. Ich alleine habe diese Entscheidung getroffen!“ „Ich würde den Job schon gerne!“, gab ich ehrlich zu. „Dann gib mir bis Montag die Bewerbung und um den Rest kümmere ich mich!“ „Aber..!“ Wieder unterbrach er mich. „Kein aber! Die Bewerbung bis Montag bitte!“, forderte er mich erneut auf. „Ich weiß gar nicht was ich sagen soll!“ „Nichts?“ „Danke!“, sagte ich dann doch. „Doch nicht dafür. Du machst dir viel zu viele Gedanken!“ Ich seufzte. „Aber das war auch einer der Gründe. Ich bedanke mich sehr für deine Ehrlichkeit. Die schätze ich sehr an dir!“ „Danke!“ Er nickte. „Wir sehen uns dann am Montag, ja?“ „Danke. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!“, sagte ich und stand dann auf. „Dir auch!“, wünschte er mir, bevor ich das Büro verließ. Ich blieb davor stehen und atmete aus. Ich hatte wirklich seinen Job angenommen. Ich würde jetzt wirklich Leitende Oberärztin werden. Natürlich, wenn der Vorstand zustimmte. Ich konnte es immer noch nicht fassen. Es war einfach unglaublich. Nie hätte ich mir sowas erträumt, wirklich nie. Es war noch so unwirklich. Langsam begab ich mich wieder zum Counter hin und überlegte, wie es wohl sein würde, wenn ich den Job wirklich bekam. „Du siehst aus, als ob du ein Gespenst gesehen hast!“ Emily musterte mich und war schon wieder Feierabendbereit. Sie würde heute wieder früher gehen, da sie nochmal zur Wohnung mussten. Oder wohl eher zu ihrem Apartment. „Ich habe das Angebot angenommen!“ „Was? Aber das ist doch super!“, schrie sie auf. „Das weiß ich nicht so Recht!“, murmelte ich. „Doch natürlich! Du machst dir viel zu viele unnötige Gedanken!“ Ich hatte ihr heute Morgen alles erzählt. Nick hatte es ihr ebenfalls gestern Abend berichtet. „Darauf müssen wir definitiv anstoßen!“ „Wohl eher auf eurer Apartment!“ „Auf beides!“, grinste sie und gab mir einen Kuss auf die Wange. Sie drückte sich an mich und atmete aus. „Ich freue mich so!“ „Auf den Job oder die Wohnung!“ „Auf beides!“, lachte sie und schubste mich leicht. „Danke!“, sagte ich, als ihr Telefon klingelte. „Ich muss los!“ Ich nickte. „Wir sprechen später, ja?“ „Jetzt holt euch erstmal den Kaufvertrag!“ „Das werden wir!“, grinste sie und verabschiedete sich auch schon. Ich atmete derweil aus und musste an Christian denken. Vielleicht sollte ich ihm fragen, ob er wirklich unterschrieben hat. Auch wenn ich wusste schon allein von Noell, dass er es hatte.
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Datum: 24. Juli 2015, 13:28 Uhr
An: Christian Grey

Verträge unterzeichnet?
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Ich schrieb extra nur so abgeharkt. Auch, wenn es kein Problem darstellte, sollte er nicht gleich denken, dass die Sache gegessen war.
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Datum: 24. Juli 2015, 13:30 Uhr
An: Samya Lee

Job angenommen?
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Er wollte also spielen. Das konnte er haben.
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Datum: 24. Juli 2015, 13:32 Uhr
An: Christian Grey

Verrate es mir und ich verrate es dir!
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Datum: 24. Juli 2015, 13:33 Uhr
An: Samya Lee

Verträge sind unterzeichnet. Was ist mit dem Job?
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Datum: 24. Juli 2015, 13:34 Uhr
An: Christian Grey

Wie ich dir bereits gesagt hatte. Ich habe ihn nicht angenommen!
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Ich wollte ihn ärgern. Auch wenn es gemein war, aber das musste einfach sein. Ich wollte seine Reaktion sehen.
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Datum: 24. Juli 2015, 13:36 Uhr
An: Samya Lee

Du hast ihn nicht angenommen?!
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Datum: 24. Juli 2015, 13:38 Uhr
An: Christian Grey

Nein!
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Und sofort klingelte mein Handy. Christian Grey. Er rief mich also an, weil er es nicht glauben konnte. „Ja?“ „Du hast den Job nicht angenommen?“ „Nein Christian!“ „Warum nicht?“ Er klang aufgebracht. „Das habe ich dir gestern bereits erklärt!“ „Das ist doch nicht dein ernst oder?“ Ein wenig Leid tat es mir jetzt schon. Ich wusste nicht, dass er so aus der Haut fuhr. „Doch!“ „Du kannst doch diesen Job nicht sausen lassen, Samya ich bitte dich!“ „Es ist deine Schuld schon vergessen?“ Ich spielte die Rolle perfekt weiter. „Ich habe nicht gesagt, nimm den Job nicht an!“ Und dann musste ich leise Lachen. Es tat mir so leid, aber er hatte es einfach verdient. „Wieso lachst du?“, fragte er verständnislos. „Ich habe ihn angenommen!“, löste ich es dann auf. „Du hast ihn angenommen?“ „Ja!“ „Du hast mich verarscht?“ „Jap!“ „Ist das eine Art der Rache?“ „Vielleicht?“ „Miss Lee!“ „Mr. Grey!“ „Das heißt du bist nicht mehr sauer?“ „Ein wenig noch!“ Er atmete aus. „Herzlichen Glückwunsch!“ „Noch habe ich ihn nicht. Der Vorstand muss erst zustimmen!“ „In dem ich sitze!“ „Du wirst dich da nicht mit einmischen!“, sagte ich streng. „Nein!“ „Gut!“ Ich war erleichtert. Ich glaubte ihm, denn er wusste, wenn er etwas tat, dann würde ich wirklich kein Wort mehr mit ihm wechseln. „Ich habe eine Überraschung für dich!“ Eine Überraschung? „Was für eine Überraschung!“ „Ich hole dich um 18 Uhr ab!“ „Christian!“ Was für eine Überraschung? „Bis später, Liebling!“, sagte er wieder und legte auf. Ich atmete aus. Er machte mich fertig. Er machte mich einfach fertig. Jetzt wusste ich nicht, wie ich mich auf die Arbeit konzentrieren sollte. Ich atmete nochmal aus und legte dann mein Telefon zur Seite. Ich musste jetzt also noch ein paar Stunden aushalten, bis Christian mich abholen würde.

Umso glücklicher war ich, als ich punkt 18 Uhr nach draußen kam und Christian bereits dort auf mich wartete. „Guten Abend, Miss Lee!“ „Mr. Grey!“ „Wie war Ihr Arbeitstag?“ „Gut und Ihrer?“ „Ebenfalls gut!“, sagte er und drückte mir einen Kuss auf die Lippen. Ich war tatsächlich schon milder gestimmt. Ich wollte das auch nicht in die Länge treiben, aber ein wenig Zappeln lassen muss ich ihn noch. „Ich habe Sie wie immer vermisst!“ „Schön zu hören!“ Er küsste meine Hand und öffnete mir dann die Tür zum Wagen. Ich stieg ein und begrüßte dann Taylor. „Wo ist Sawyer?“ „Der hat das Wochenende frei!“ Ich nickte. „Und was hast du für eine Überraschung?“ „Das wirst du gleich sehen!“ Ich war etwas ungeduldig. „Christian!“ „Geduld!“ „Glaub ja nicht, dass du mich damit milde stimmst!“ „Würde ich nie tun!“, grinste er und schaute dann aus dem Fenster. Die Fahrt kam mir ewig vor, aber ich kannte den Weg genau. Wir fuhren direkt ins Escala in die Tiefgarage. Als wir zum Fahrstuhl liefen, schaute ich ihn nur verwirrt an. Christian ließ sich dabei aber nicht beeindrucken und ignorierte meine Blicke. Er öffnete den Fahrstuhl und drückte den obersten Knopf. Der ging nicht ins Escala. Soweit ich wusste, ging er direkt aufs Dach. Was taten wir auf dem Dach vom Escala? Als sich die Türen öffneten, nahm Christian meine Hand und führte mich über einen Weg direkt zum Dach. Und dann starrte ich den schwarz/weißen Helikopter nur an. Er hatte wie der Privatjet die Aufschrift GREY ENTERPRISES HOLDINGS, INC. .Daneben war das Firmenlogo zu sehen. Christian musterte mich grinsend. „Das ist Charlie Tango 2!“ „Charlie Tango 2?“ Er nickte. „Nachdem ich mit dem Charlie Tango abgestürzt bin!“ Innerlich schüttelte es mich. Darüber wollte ich nicht sprechen. Er hatte mir darüber schon ausführlich berichtet. „Und du bist sicher, dass du ihn fliegen kannst?“ „Ich habe bereits seit über 7 Jahren meinen Führerschein! Außerdem würde ich nie etwas tun, was dir schaden kann!“ „Dann fühle ich mich gleich sicherer!“ „Du kannst dich bei mir immer sicher fühlen, Baby!“ Das wusste ich. Ich nickte nur und ging dann mit Christian zu dem riesen Gefährt.  Christian öffnete die Tür und wies mich in einen der viele Plätze ein. Genau vorne in der ersten Reihe neben dem Hauptsitz. Mir war mit einem Mal schlecht. Ich war tierisch aufgeregt, obwohl wir schon Helikopter geflogen sind. Aber noch nie war Christian geflogen. Ich setzte mich auf den Sitz und musterte Christian, der von der anderen Seite einstieg. Er legte mir den Gurt an und schnürte ihn fest. Es handelte sich um einen Vier-Punkt-Gurt, wie auch in Monaco bei den Gurten. Nur diesmal schnürte er ihn noch fester, so dass ich mich kaum bewegen konnte. „Willst du mich fesseln?“ Er grinste und musterte mich. „Vielleicht?“ Ich musterte ihn weiter. „Wohin fliegen wir?“, fragte ich leise. Er strich über meine Wange und hauchte dann einen Kuss auf meine Lippen. Dann setzte er sich, ohne meine Frage zu beantworten neben mir auf den Sitz und schnallt sich ebenfalls fest. Dann folgte eine langwierige Prozedur des Überprüfens, Umlegen von Hebeln und das Drücken von Knöpfen am dem blinkenden Armaturbrett vor mir. Es dämmerte schon leicht, deshalb waren die Lichter schon hell erleuchtet. Er nahm die Kopfhörer in die Hand und setzte sie mir dann auf. Dann begannen die Rotorblätter an sich zu Bewegen und sorgten für  grausamen Lärm, den ich schon kannte. Er setzte ebenfalls die Kopfhörer auf und legte dann weitere Schalter um. Ich hatte das Ganze noch nie wirklich beachtet, da ich von dem Rest in Monaco zu sehr beeindruckt war.  „Vertraust du mir?“ Christian musterte mich. Natürlich vertraute ich ihm. Ich nickte. „Gut!“, lächelte er und startete einen weiteren Knopf. „Okay, Tower. Charlie Tango 2 an SEA. Startfreigabe bitte bestätigen!“, sprach er ins Mikrofon. „Charlie Tango 2, Start frei! Steigen Sie auf viertausend Kurs null vier null!“ „Roger, Tower, Charlie Tango 2 bereit, Ende!“ Dann erhob sich der Helikopter langsam vom Boden und ich hielt mich ein wenig fest. Es war ein komisches Gefühl aufzusteigen. „Verrätst du mir jetzt wo wir hinfliegen?“ „Du kannst nicht abwarten!“ „Schließlich entführst du mich einfach!“ „Ich entführe dich gerne!“ Ich musterte ihn. „Wir fliegen nach Vancouver!“ „Nach Vancouver?“ „Ich dachte wir besuchen deinen Vater!“, zwinkerte er. „Was?“ Wir besuchten meinen Vater. „Das ist die Überraschung! Ich fliege uns nach Vancouver und wir machen uns zwei schöne Tage!“ Und damit flogen wir durch die Luft. Oder eher wir schwebten durch die Luft. Ich wusste, es war einer der neuesten Modelle, denn der Motor war in der Luft gar nicht so laut, wie auf dem Boden. Ich wusste gar nicht wovon ich beeindruckter sein musste. Von Christian, der wirklich den Hubschrauber flog, oder von Seattle. Ich hatte Seattle noch nie von oben gesehen. Jedenfalls nicht so. Ich musterte Christian und meine Glücksgefühle breiteten sich aus. Die Wut war wie weggeblasen und ich betrachtete einfach den Mann, den ich schon seit der ersten Begegnung liebte. „Kannst du dich an mich sattsehen?“ Ich lachte auf. „Was wäre wenn?“ „Wäre es schade!“ „Achja?“ „Ich habe heute noch einiges mit dir vor!“ „Zum Beispiel?“ „Das zeige ich dir, wenn wir in unserer Suite angekommen sind!“, zwinkerte er und schaute wieder nach vorne. „Wie lange dauert der Flug?“ „Ungefähr eine Stunde!“ Ich nickte wieder und schaute dann durch die Luft. Die Glaskuppel bot einen rundumblick. Es war sogar berauschender als hinten zu sitzen. Man hatte einfach den perfekten Blick. „Und beeindruckend?“ „Hier vorne hat man einen viel besseren Blick!“ „Deswegen liebe ich das Fliegen, egal auf welcher Weise!“ „Weil man einfach frei ist?“ „Ja!“ Ich lächelte und ging ins grinsen über. „Ich hätte nicht gedacht, dass du es so gut kannst!“ „Du glaubst gar nicht, was ich alles gut kann!“ „Achja?“ „Ich kann auch meine Frau gut zum Orgasmus bringen!“ Jetzt lachte ich laut. „So denkst du also?“ „Ich weiß es!“, zwinkerte er. Ich verdrehte die Augen. „Ohja, Miss Lee!“, sagte er nur, während ich wieder die Umwelt bestaunte. Eine ganze lange Zeit. Es war einfach wirklich frei und man war in einer ganz anderen Welt. Immer wieder lauschte ich Christians Worte, die er mit dem Tower austauschte und genoss es einfach. Er war einfach auf jede Art und Weise unglaublich. Niemals hätte ich gedacht, dass er sich sowas einfallen lassen würde. Auch, wenn er mich manchmal zur Weißglut brachte, fragte ich mich, wie ich so einen Mann finde konnte. Nach gut einer Stunde landeten wir auf dem Vancouver International Airport. Dort wurden wir von einer Audi Limousine angeholt. „Ist Taylor auch nicht dabei?“ „Ein Wochenende nur für uns!“, hauchte er und stieg mit mir hinten ein. Der Chauffeur fuhr uns durch die weiten Straßen von Vancouver und brachte uns schließlich zum Hotel Fairmont Pacific Rim . Dort wurden wir innerhalb von Minuten in unsere Suite gebracht. „Überraschung gelungen?“, fragte Christian, als er die Tür hinter uns schloss. „Definitiv!“ „Noch sauer?“ „Ein bisschen!“, sagte ich und wollte mich umschauen, doch Christian hielt mich fest. „Weniger als heute Morgen?“ Ich lachte auf. „Weniger als heute Morgen!“ „Gut!“, sagte er und küsste mich. „Was hast du vor?“, fragte ich zwischen seinen Küssen. „Das, was ich schon seit dem Start vorhabe!“ „Ach?“ „Das holen was mir gehört!“, sagte er und gab mir gar keine Chance mehr, mich zu lösen, denn er nahm mich mit seiner Gier und seine Verlangen vollkommen ein.
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