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Unerwartete Liebe

von Rna
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Christian Grey OC (Own Character)
26.05.2020
06.12.2020
40
232.533
26
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01.11.2020 4.059
 
„Und er hat wirklich ausgesagt?“, fragte Emily erstaunt. Wir waren gerade auf dem Weg zur Station. Ich war heute endlich den ersten Tag wieder an der Arbeit. Es fühlte sich gut an und meinem Arm ging es auch einigermaßen gut. Trotzdem machte ich eher Stationsarbeit und operierte nicht. „Jap!“, grinste ich. Mason hatte heute Morgen endlich mit der Sprache rausgerückt. Es hatte ja nur 4 Tage gedauert. Anscheinend hatte er einen wirklich inneren Kampf, doch es war mir egal. Die Hauptsache ist, dass es sich jetzt endlich beruhigte. „Gott sei Dank!“, sagte sie erleichtert und lehnte sich an mich. „Wird er dann verurteilt?“ „Vermutlich!“ „Und was ist mit dieser Elena?“ Nick und auch Emily wussten von einer Affäre. „Elena wird jetzt ebenfalls überprüft!“ „Und das alles nur wegen einer lächerlichen Affäre!“ „Du sagst es!“ „Das ist so krank!“ „Anscheinend ist sie psychisch krank!“ Innerlich schüttelte es mich wieder. „Nach Christian!“ „Ja!“ „Dann soll sie sich behandeln lassen, aber euch in Ruhe lassen. Christian ist unheimlich glücklich und wird dich freiwillig niemals ziehen lassen!“ „Danke!“ „Es ist die Wahrheit, dass sieht einfach jeder Blinde!“ „Ich hoffe es!“ „Ich auch, dass sie euch endlich in Ruhe lässt!“ Ich nickte. „Nick hat erzählt, dass es ihn ziemlich belastet!“ „Er hat mit Nick darüber gesprochen?“ „Er hat ihm davon erzählt!“ Ich war wirklich erstaunt. Anscheinend vertraute Christian ihm echt einiges an. „Er hat sich Sorgen um dich gemacht!“ „Und da hat er sich Nick anvertraut?“ „Ja!“, lachte sie. Ich schaute sie erstaunt an. „Ich sage ja, sie werden wie wir!“, zwinkerte sie. „Ich bin sehr erstaunt, weil Christian eigentlich sehr schwierig Menschen vertraut und ihm vertraut er auf Anhieb!“ „Man kann Nick vertrauen, die beiden haben sich wie wir auf Anhieb verstanden!“ „Er ist Christians erster richtiger Freund!“ „Das ist doch gut. Das ist bei Nick ja auch der Fall!“ Ich nickte. „Sie wollen heute wieder Golf spielen!“ „Wieder?“, fragte ich erstaunt. „Nick hat verloren und er will eine Revanche!“ „Normal ist Christian immer der Verlierer!“ Sie lachte. „Claude hat ja auch gewonnen!“ Claude war jetzt auch immer mit in der Partie. Anscheinend hatte Christian sich ihm auch geöffnet und ihn als Freund akzeptiert. Wenn man so überlegte war es mal an der Zeit. Er kannte Claude schon ewig und war trotzdem vorsichtig. Ich war einfach Stolz auf ihm. Anscheinend haben einige Gespräche etwas gebracht. Unter anderem das am Montag bei Dr. Flynn. Ich setzte mich mit Emily an den Stationstresen und sah von weitem Noell auf uns zukommen. „Ich sollte vielleicht mal arbeiten!“, lachte ich jetzt und holte die Akte meiner Patienten heraus. „Darf ich kurz stören?“ Noell schaute uns an. „Klar!“, sagte Emily sofort. „Samya, ich würde dich gerne in meinem Büro sprechen!“ Okay, dass hörte sich nicht gut an. „Jetzt?“ „Ja genau jetzt!“ Er lächelte leicht. Das war meine einzige Hoffnung. Irgendwie kam es mir komisch vor. Ich musterte Em, die nur mit den Schulter zuckte. Ich stand langsam auf und folgte dann Noell wortlos ins Büro. Leichte Bange hatte ich schon. Vielleicht ging es wirklich darum, dass ich krank war. „Setz dich!“, sagte er und zeigte auf den Stuhl. „Danke!“, sagte ich und setzte mich vorsichtig hin. Er setzte sich ebenfalls und musterte mich. „Okay du machst mir Angst. Hab ich was angestellt?“, sagte ich sofort vorsichtig. „Nein ganz und gar nicht!“, lachte er jetzt. Ich schaute ihn schief an. „Sondern?“ „William geht Ende des Monats offiziell in den Ruhestand!“ „Ja das wissen wir. Der Abschied wird schon geplant!“ „Und ich bin sein Nachfolger!“ Er war was? „Das steht schon fest?“ Ich war total erstaunt. Ich hätte ja damit gerechnet, aber das es so schnell entschieden war, erstaunte mich. „Es wird Ende des Monats bekanntgegeben!“ „Herzlichen Glückwunsch!“ „Danke!“ Ich lächelte. „Aber dadurch, dass ich den Chefarztposten einnehme, wird meine Stelle als leitender Oberarzt frei!“ „Ja, dass stimmt!“ Worauf wollte er hinaus? „Und deswegen hat der Oberste Rat mir in die Hände gelegt einen neuen kompetenten leitenden Oberarzt zu finden und da habe ich an dich gedacht!“ „Bitte was?“, fragte ich sofort. Er hatte an mich gedacht? Das war ein Witz oder? „Ich möchte das du dich dafür bewirbst, denn ich will dich als neue leitende Oberärztin haben!“ Ich lachte auf. „Verstehe mich nicht falsch, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Ich bin gerade erst fertig geworden!“ Wir hatten viel erfahrener im Team. „Das spielt für mich keine Rolle. Du hast die Rolle der Stationsärztin mit Bravo gemeistert und passt perfekt in diesen Job!“ „Aber es gibt andere die mehr Erfahrung haben!“ „Das stimmt, aber trotzdem möchte ich dich gerne haben! Du bist jung, bist einer der Besten und bringst frischen Wind mit rein!“ „Ich weiß wirklich nicht was ich sagen soll!“ Es kam so unreal vor. Welche frischgebackene Oberärztin wird leitende Oberärztin? „Das du ihn willst?“ „Was? Ich natürlich würde ich ihn wollen, aber ich weiß nicht ob ich dafür würdig bin!“ „Neider gibt es überall Samya! Du kannst es aber einfach und das müssen die anderen sich eingestehen. Du bist die geborene Ärztin und Chirurgin. Ich vertraue dir meine Vertretung an, weil ich weiß, dass du es kannst!“ „Ich bin einfach sprachlos!“ „Dein Vertrag würde natürlich geändert werden. Gehaltsklasse ändert sich, Urlaube und alles weitere!“ „Bis wann muss ich dir Bescheid sagen?“ „So schnell wie möglich. Wir haben schon den 23.07. Der Monat ist fast schon wieder rum!“ Ich nickte. „Sag mir bis Montag Bescheid und gib mir dann gleich eine Bewerbung. Um den Rest kümmere ich mich!“ „Vielen Dank!“, sagte ich ehrlich. Ich war ihm wirklich dankbar, dass er mir so eine Chance geben wollte. „Du würdest perfekt passen. Die Klinik ist sowieso im Umbruch, da morgen die neuen Kaufverträge unterzeichnet werden. Der Vorstand ändert sich und einige andere Dinge!“ „Das Klinikum wird verkauft?“ Ich war verwirrt. „Ja. Es wurde verkauft und der Vertrag wird morgen unterzeichnet. Dann finden hier Umbauarbeiten und Umstrukturierungen statt!“ Ich nickte. „Weiß man er es gekauft hat?“, fragte ich interessiert nach. „Es ist ein stiller Teilhaber, den wir erst kennenlernen, wenn der Vorstand sich trifft. Er wird gleichzeitig erster Vorsitzender!“ „Okay!“ „Es ist ein Milliardär und CEO!“ Sofort stockte ich. „Ein CEO?“ „Ja!“ Sofort dachte ich an Christians Worte. Ich möchte in neue Projekte investieren, in Krankenhäuser. Mir war plötzlich schlecht. Ich bin stiller Teilhaber. Das durfte nicht wahr sein. Nein, dass durfte einfach nicht wahr sein. Er war es. Er hatte das Klinikum gekauft. Ich war mir zu fast 100 Prozent sicher. Ich ballte meine Fäuste. Und er hatte mir nichts davon gesagt. Er war einfach unglaublich. „Danke für dein Vertrauen. Ich werde dir Bescheid sagen!“, sagte ich und ließ mir nichts anmerken. Ich würde jetzt sofort mit Christian sprechen. Ich wollte die Bestätigung haben. Es machte mich so sauer. Er mischte sich einfach in meine Arbeit ein. „Ich würde mich wirklich freuen!“ Ich nickte und stand dann auf. „Danke!“ „Bis dann!“, verabschiedete er mich und ich verschwand einfach nur aus seinem Büro. Ich musste dort raus. Er mischte sich einfach in meine Arbeit ein. Warum bekam ich wohl diesen Job? Ich biss vor Wut auf meinen Kiefer und ging angespannt wieder zum Tresen, wo Emily noch saß. „Und was wollte er?“, fragte sie sofort. Ich wollte mir nichts anmerken lassen. „Er hat mich gefragt, ob ich seinen Posten will!“ „Was?“ Sie schrie beinahe. „Pscht!“, sagte ich sofort. „Er will mir seinen Posten geben!“ „Wow!“, sagte sie. „Das ist ja klasse!“ „Ich weiß noch nicht was ich darüber denken soll!“ „Er würde dich nicht einfach so fragen. Du hast es verdient von allen hier!“ „Ich weiß nicht!“ Ich bekam den Job wahrscheinlich nur wegen Christian. Warum tat er mir das an? „Du nimmst es natürlich an. Das ist dein Traum und du wärst perfekt!“ „Die andere würden reden!“ „Scheiß doch auf die anderen. Wichtig ist was du willst und du weißt ich werde dich immer unterstützen!“ „Danke!“ Sie umarmte mich freudig. „Ich freue mich so!“ „Danke!“, sagte ich wieder und seufzte. „Ich würde auch noch länger mit dir plaudern, aber Nick holt mich jetzt ab!“ „Ist doch schön!“ Ich gönnte es ihr, dass sie so glücklich ist. „Wir schauen uns eine Wohnung an!“ Was hatte sie gesagt? „Ihr tut was?“ Sie lachte. „Wir schauen uns eine Wohnung an!“ „Oh mein Gott!“, freute ich mich und umarmte sie jetzt fest. „Wieso hast du mir davon nichts gesagt?“ „Ich wollte eigentlich erst warten, aber ich wollte es unbedingt mit dir teilen!“ „Das ist doch toll!“ „Nick meint warum wir zwei getrennte Wohnungen haben, wenn wir doch sowieso immer beisammen sind!“ „Da hat er ja auch Recht!“ „Und bei euch beiden klappt es ja auch wunderbar, deshalb dachte ich, wage ich auch den Schritt!“ „Du hast es einfach verdient! Ich freue mich so sehr!“ „Danke!“ „Es ist die Wahrheit!“ „Es fühlt sich noch so unwirklich an. Wie ein Traum, dass alles so perfekt läuft!“ Sofort musste ich lachen und kniff sie. „Au!“ Ich lachte. „Was soll das?“ „Anscheinend bist du wirklich in der Wirklichkeit!“ Jetzt musste sie ebenfalls lachen. „Du spinnst!“ „Komm her!“, sagte ich und umarmte sie wieder fest. „Jetzt mach dich ab und schick mir Fotos!“ „Das mache ich. Aber so eine wie eure wird es wahrscheinlich nicht!“ Ich schaute sie ernst an. „Emily här auf damit. Das spielt keine Rolle, außerdem seid ihr auch wohlhabend!“
„Ja aber mit ein paar wenigen Millionen, wenn überhaupt!“ „Hör auf so zu reden! Eure Wohnung wird perfekt. Perfekt für euch!“ „Ich hoffe es!“ „Du sagst mir immer, ich soll aufhören, mir so viele Gedanken zu machen!“ „Ja!“, grinste sie. „Jetzt hau ab!“ „Ich melde mich, ja?“ „Auf jeden Fall!“ Sie umarmte mich nochmal und drehte sich dann um. Doch sie stockte wieder. „Und du nimmst diesen Job an!“ Ich lachte. „Mach ich!“ Sie warf mir einen Kuss zu und drehte sich dann um. Ich atmete aus. Mein Lachen verschwand sofort. Ich freute mich unheimlich für sie, doch ich  hatte die Gedanken an Christian noch immer nicht vergessen. Ich holte mein IPhone heraus und wollte jetzt Gewissheit.

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Datum: 23.Juli 2015, 15.08 Uhr
An: Christian Grey

Wie laufen eigentlich die Verhandlungen mit den Kliniken?
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Ich wollte direkt sein. Ich würde jetzt nicht Drumherum reden. Ich bekam auch sofort eine Antwort.

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Datum: 23.Juli 2015, 15.09 Uhr
An: Samya Lee

Wieso fragst du?
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Datum: 23.Juli 2015, 15.10 Uhr
An: Christian Grey

Einfach so.
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Datum: 23.Juli 2015, 15.11 Uhr
An: Samya Lee

Das glaube ich dir nicht.
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Datum: 23.Juli 2015, 15.12 Uhr
An: Christian Grey

Hast du schon Kliniken im Sinn?
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Datum: 23.Juli 2015, 15.14 Uhr
An: Samya Lee

Worauf willst du hinaus?
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Datum: 23.Juli 2015, 15.15 Uhr
An: Christian Grey

Wirst du morgen den Vertrag für meine Klinik unterzeichnen?
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Ich fiel gleich mit der Tür ins Haus. Er konnte ruhig wissen, dass ich es bereits wusste.

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Datum: 23.Juli 2015, 15.16 Uhr
An: Samya Lee

Wie kommst du darauf?
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Datum: 23.Juli 2015, 15.17 Uhr
An: Christian Grey

Ich habe da sowas gehört.
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Datum: 23.Juli 2015, 15.18 Uhr
An: Samya Lee

Und was ist, wenn es so wäre?
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Datum: 23.Juli 2015, 15.19 Uhr
An: Christian Grey

Hoffe ich für dich, dass du eine gute Erklärung hast!
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Datum: 23.Juli 2015, 15.21 Uhr
An: Samya Lee

Ja, ich werde morgen die Verträge unterzeichnen.
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Wütend pfefferte ich mein IPhone auf den Tresen. Das war nicht sein ernst, dass war wirklich nicht sein ernst. Ich atmete schwer aus. Ich war unheimlich wütend auf einmal. Und fassungslos. Wir konnte er mir sowas antun? Wie sollte ich denn jetzt den Posten annehmen? Ich fuhr durch mein Gesicht. „Sam?“ Ich schaute in Marias Gesicht. Sie war einer der Pflegerinnen. „Kannst du kurz zu Miss Ling kommen. Sie fragt nach dir!“ Ich nickte. „Ich komme sofort!“ Mein Handy klingelte auf. Ich nahm es in die Hand und musterte Christians Nachricht.

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Datum: 23.Juli 2015, 15.25 Uhr
An: Samya Lee

Bist du sauer?
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Ob ich sauer bin? Das war nicht sein ernst. Er konnte sich auf etwas gefasst machen. Aber diesmal würde es keine Freude nehmen, dass garantierte ich ihm.
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Datum: 23.Juli 2015, 15.27 Uhr
An: Christian Grey

DAS WERDE WIR HEUTE ABEND AUSDISKUTIEREN!
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Es war bereits nach 18 Uhr. Ich lief gerade zur Umkleidekabine und war froh, endlich Feierabend zu haben. Meine Wut auf Christian war aber immer noch nicht verhaucht. Im Gegenteil. Ich hatte mich ständig weiter hineingesteigert. Ich verstand einfach nicht, wie er das tun konnte. Ich zog meine weißen Kittel aus und hängte ihn in meinen Spind. Meinen Kasack warf ich in die Wäsche und schlüpfte dann in meine an den Knien kaputte Boyfriendjeans. Darüber zog ich das schwarze geriffelte, schulterfreie cropped Top an und schlüpfte in schwarze Schnürsandaletten . Ich zog meine langen  Diamantenohrringe an und schnappte mir noch meine schwarze  Tasche. Ich hatte mich heute extra schicker gemacht, weil wir heute Abend essen gehen wollten. Aber das konnte Christian vergessen. Ich öffnete noch meine Haare und verließ dann die Umkleidekabine. Ich lief durch die Flure in die Eingangshalle nach draußen zum schwarzen Audi SUV, wo Sawyer bereits wartete. „Miss Lee!“ „Guten Abend, Sawyer!“, sagte ich freundlich und stieg dann hinten ein. „Ist Mr. Grey schon zu Hause?“, fragte ich ihn, als er ebenfalls einstieg. „Mr. Grey hatte bis eben noch ein Meeting!“ Ich nickte. „Dann fahren Sie mich bitte zum Grey House!“ „Natürlich, Ma´am!“ Also chauffierte mich Sawyer zum Grey House, woraufhin ich sofort ausstieg und schnurstracks zum Lift lief, der in den letzten Stock fuhr. Ich ignorierte weitestgehend, die anderen Mitarbeiter und stieg nur nach einem freundlichen Hallo ein. Innerhalb von Sekunden war ich in der letzten Etage und lief durch den sterilen Flur. Andrea und auch andere Mitarbeiter waren noch immer hier. Es war fast 19 Uhr. Hatten sie nie Feierabend? „Guten Abend, Miss Lee!“, begrüßte mich Andrea freundlich. „Guten Abend, Andrea!“, nickte ich ihr zu. „Ist Mr. Grey im Büro?“ Sie nickte. „Er hatte bis eben noch einen wichtigen Anruf!“ „Danke!“ Sie lächelte. „Wie lange müssen Sie noch arbeiten?“ Sie zuckte mit den Schultern. „Es liegt noch einiges auf dem Schreibtisch!“ Ich überlegte kurz. Wenn Christian sich bei mir einmischen durfte, dann konnte ich mich ja auch bei ihm einmischen. „Machen Sie Feierabend, Andrea!“ Sie schaute mich erheitert an. „Miss Lee…das kann ich nicht!“ „Doch Sie können! Ich sage es Mr. Grey. Es ist bereits spät und Sie wollen ja auch irgendwann nach Hause!“ „Ich weiß nicht!“ „Aber ich weiß es!“, lächelte ich. „Gehen Sie und machen Sie sich einen schönen Abend!“ Ich schaute mich um. „Sie dürfen alle gehen!“, sagte ich dann lauter. „Danke Miss Lee!“, sagte Andrea. Ich nickte ihr zu und nickte dann auch den anderen zu, die sich bedankten. „Brauchen Sie noch was?“ Ich schüttelte den Kopf. „Gehen Sie nach Hause!“ „Danke!“ „Gerne!“ Jetzt war ich auf seine Reaktion gespannt. Er konnte mir gar nicht böse sein. Es war nur berechtigt. Andrea war sicher schon seit der Früh hier. „Miss Lee, ist alles in Ordnung?“, fragte Sawyer, der jetzt ebenfalls ankam. Er wunderte sich wahrscheinlich, warum alle Mitarbeiter gingen. „Alles Bestens!“, sagte ich und setzte mich dann zu Christians Büro fort, indem ich einfach ohne anzuklopfen hineinplatzte. „Andrea, was gibt es?“, fragte er ohne aufzuschauen. „Andrea ist gerade nach Hause gegangen, Mr. Grey!“ Jetzt schaute er mich an. Sein Blick war wie immer. „Nach Hause?“ „Ich habe sie nach Hause geschickt!“, sagte ich und schloss die Tür. Er zog eine Augenbraue hoch. „Du hast sie nach Hause geschickt?“ Ich war geladen. Mit einem Mal, wo ich ihn sah, würde ich ihm am liebsten so einige Dinge an den Kopf knallen. „Ja ich dachte ich schicke sie nach Hause. Die anderen habe ich auch alle nach Hause geschickt, dass heißt es sind nur noch du und ich hier. Ich hoffe das ist kein Problem für dich? Ich habe nämlich gar nicht gefragt, ob es okay ist!“ Christian stand langsam auf. „Es ist schon okay, es ist ja schon spät!“ „Ja? Es ist wirklich okay für dich?“, fragte ich immer noch ruhig. „Das habe ich ja gerade gesagt!“, murmelte er vorsichtig. „Gut, Christian. Denn für mich ist es alles andere als okay, dass du dich ungefragt in meine Arbeit einmischt!“, sagte ich strenger. „Ich wusste, dass es darauf hinauslaufen wird!“ „Du wusstest es? Was dachtest du denn sonst anderes? Das ich das einfach so hinnehmen werde?“ „Mya, lass es mich erklären!“ „Du willst es erklären? Auf diese Erklärung bin ich mächtig gespannt, Mr. Grey!“ Er atmete aus. „Du wusstest, dass ich in Krankenhäuser investieren will und das Krankenhaus indem Mom und du arbeiten, ist perfekt! Und außerdem auch einer der Besten hier in Seattle!“ „Ach es ist perfekt, ja? Perfekt zum Umbauen und Umstrukturieren?“ „Woher weißt du das alles?“, fragte er verwirrt. „Weil mein zukünftiger Chefarzt mir einen Posten angeboten hat, den ich deinetwegen nicht annehmen kann!“ „Was?“ „Ich hatte heute ein Gespräch mit Noell und er hat mir seine Stelle als leitende Oberärztin angeboten!“ „Ja, aber das ist doch großartig!“ „Großartig?“ Ich war kurz vor dem Schreien. „Du wolltest doch immer in die leitende Position!“ „Hast du da deine Hände im Spiel?“ „Bitte was?“ „Ob du deine Hände im Spiel hast?“ „Natürlich nicht. Die Verträge sind noch nicht unterschrieben!“ „Wer denn dann? Ist es nicht ein wenig komisch, dass eine frischgebackene Fachärztin zur leitenden Oberärztin wird?“ „Samya, ich schwöre es dir. Ich habe da meine Finger nicht im Spiel!“ Ich glaubte ihm kein Wort. Ich war so wütend. „Warum hast du mir davon nichts erzählt?“ „Weil ich nicht wusste ob es klappt! Ich wusste nicht, dass die Verhandlungen einfach werden. Es war ein Schnäppchen“ „Ein Schnäppchen?“ „Ich müsste nochmal ein paar Millionen investieren, aber es wäre mir Wert. Die Jahresbilanz liegt durchschnittlich bei mehreren Millionen Dollar. Ich würde Zuschüsse für den Bau bekommen und eine Fusion ist ebenfalls im Gespräch!“ „Das glaube ich nicht!“, sagte ich fassungslos. Er hatte alles genau geplant. „Es ist ein gutes Geschäft!“ Mich interessierte das nicht. Hier ging es um etwas anderes. „Hättest du es mir gesagt?“ „Was?“ „Das du es gekauft hast?“ „Ja hätte ich!“ „Ach und wann? Denn ich habe es gerade nicht von dir erfahren!“ „Wenn alles unterschrieben wäre!“ „Vielleicht hättest du vorher mit mir darüber sprechen können!“ „Ich wusste nicht, dass es für dich so schlimm ist!“ „So schlimm ist?“ Meine Stimme wanderte einige Oktaven höher. „Jeder, wirklich jeder wird denken, dass ich durch dich daran gekommen bin. Durch Christian Grey, dem Milliardenschweren CEO, bei dem ich mich hochgefickt habe!“ „Erstmal bin ich sowieso stiller Teilhaber bis der Vorstand und die Klinikdirektion umstrukturiert wurde!“ „Du willst Leuten kündigen?“ „Ich habe meine Vorstellungen, ja! Aber keine Sorge, ihr seid davon nicht betroffen!“ „Jetzt bin ich ja glatt beruhigt!“ „Mya!“ „Nein Christian. Du hast riesen großen Mist gebraucht, das hättest du mit mir absprechen müssen! Nicht nur, dass ich es von jemanden anderen erfahre habe, nein, jetzt habe ich nicht mal mehr meinen eigenen Namen dort, sondern werde immer mit dem tollen Christian Grey in Verbindung gebracht!“ „Du bist meine Freundin!“ „Dann behandle mich auch so!“ Er atmete aus. „Es ändert sich nichts!“ „Hättest du es gekauft, wenn ich dort nicht gearbeitet hätte?“ Ich wusste, dass es bei Anastasia genauso war. Deshalb machte es mich nochmal rasender. „Vermutlich schon!“ „Vermutlich? Das heißt, es war eine Entscheidung, dass ich dort arbeite?“ „Dann weiß ich wenigstens, dass du einen guten ob hast mit vernünftigem Gehalt!“ „Das kannst du nicht machen. Du kannst mich doch nicht kontrollieren!“ „Darum geht es doch gar nicht!“ „Worum dann? War es nicht mit deiner Ex-Frau genauso? Mit SAP?“ „Das ist was ganz anderes!“, sagte er jetzt laut. „Ist es nicht!“, schrie ich ihn jetzt das erste Mal an. „Du tust genau das gleiche. Du weißt wo ich arbeite, du strukturierst alles um und du kannst alles einsehen. Du entscheidest fast über alles, weil du der Chef sein wirst!“ „Ich würde dir nie Schaden!“ „Das hast du aber gerade, indem ich diesen Job nicht annehmen kann, weil du unbedingt deine Macht ausüben musstest und diese scheiß Klinik gekauft hast!“ „Das ist unabhängig von dem Job!“ „Achja? Was denken denn die anderen? Verstehst du das nicht? Wenn sie wissen, dass ich eine Beziehung mit dir führe, dann zerreißen sie sich das Maul!“ „Dann schmeiße ich sie eben raus!“ Er war unfassbar. Ich lachte auf. Es war einfach unglaublich. „Du stellst dir das alles ziemlich einfach vor!“ „Weil es einfach ist!“ „Hat er deswegen den Chefposten bekommen?“ Ich spielte auf Noell an. Er war Christian schon immer ein Dorn im Auge. „Ich habe damit nichts zu tun, Mya!“ „Dann sehe es als Vorteil, du kannst ihn genau kontrollieren, so wie du es gerne tust!“ „Mya, bitte!“ „Nein Christian! Ich bin stinksauer!“ Er atmete aus. „Ich bin auch mit anderen Kliniken im Gespräch!“ „Dann hättest du eine kaufen sollen, wo ich nicht arbeite! Sobald es offiziell ist, werde ich immer auf dich zurückfallen. Auf die Freundin oder Affäre von Christian Grey!“ „Es interessiert mich nicht, was andere denken! Wichtig ist, was wir denken!“ „So einfach läuft das nicht!“ „Dann werde ich neue Regeln einführen!“ Ich atmete aus. „Ich will mich nicht mit dir streiten!“ „Wenn ich dich daran erinnern darf, du bist an dem Streit schuld! Stell dir mal vor, ich würde mich in deine Arbeit einmischen!“ „Das hast du gerade, indem du meine Angestellten nach Hause geschickt hast!“ „Das habe ich getan um dir zu zeigen wie das ist!“ „Ich könnte mich daran gewöhnen, dass du
jeden Tag hier bist. Du könntest meine Betriebsärztin werden!“ „Das ist nicht witzig!“, zischte ich. „Samya, bitte!“ „Was meinst du soll ich meinen Kollegen sagen oder meinem Chef, warum ich diesen Job nicht annehmen kann?“ „Du wirst den Job annehmen! Das Angebot kam, bevor ich es gekauft habe!“ Ich fuhr durch mein Gesicht. „Lass uns bitte aufhören zu streiten!“ „Wenn du dich nicht so verhalten würdest oder die Klinik nicht gekauft hättest, dann würden wir nicht streiten!“ „Es wird nicht negativ auf dich zurückfallen. Das verspreche ich dir!“ „Das hoffe ich, Mr. Grey!“ „Ich würde dir nie Schaden!“ „Könntest du vom Kauf zurücktreten?“ „Das würde Nick ziemlich viel Arbeit beschaffen!“ „Nick?“ „Er ist der neue Anwalt für die Klinik!“ „Ach er mischt da auch mit?“ Anscheinend machten die Beiden ihr Ding. „Ja!“ „Da wird sich Emily aber freuen!“ „Ich darf dir das alles noch gar nicht sagen!“  „Da bin ich aber froh, dass du jetzt so ehrlich zu mir bist!“ „Wieso sollte ich dich anlügen?“ „Keine Ahnung!“ „Ich würde dich nie anlügen!“ Er kam auf mich zu. „Du wirst darunter nicht leiden, dass verspreche ich dir!“ „Das sehen wir dann!“ „Akzeptierst du es, dass ich es gekauft habe?“ „Du würdest sowieso nicht zurücktreten!“ „Unwahrscheinlich!“ „Vielleicht sollte ich das Krankenhaus wechseln!“ „Das würdest du nicht tun!“ Ich atmete aus. „Hören wir auf zu streiten?“ „Ja, weil ich jetzt nach Hause gehe!“, sagte ich und drehte mich um. „Lass uns doch Essen gehen und in Ruhe darüber reden!“ „Ich werde ganz bestimmt nicht mit dir Essen gehen! Außerdem ist mir der Appetit vergangen!“ „Lass uns bitte in Ruhe darüber reden!“ „Ich habe keine Zeit, ich muss mir überlegen, warum ich den Job nicht annehmen kann!“ „Du wirst ihn annehmen!“ Ich ignorierte ihn. „Wir haben über alles geredet, ich gehe jetzt!“ „Wir haben eigentlich nur gestritten!“ Er hielt mich fest. „Zurecht!“ „Ich sehe es ein, du hast Recht, aber du brauchst dir keine Gedanken zu machen!“ Ich atmete nur aus und schüttelte den Kopf. „Bitte geh mit mir essen und wir reden in Ruhe!“ Er zog mich zu sich. Er brauchte gar nicht denken, dass es damit gut war. „Ich habe dich heute den ganzen Tag vermisst!“ „Hör auf zu schleimen!“, sagte ich und löste mich etwas. Er küsste mich unerwartet und musterte mich wieder. „Es ist die Wahrheit!“ „Ich bin trotzdem noch sauer!“ „Wie lange?“ „Bis es sich beruhigt!“  „Komm, wir gehen essen!“ „Ich gehe aber nicht wegen dir essen, sondern weil ich was zu mir nehmen muss!“ „Habe ich auch nie gedacht!“ Ich verdrehte die Augen. „Ich habe das gesehen!“ „Schön für dich!“, knallte ich ihm an den Kopf und stampfte immer noch wütend aus seinem Büro. Er würde das zu spüren bekommen, das versprach ich ihm. Er würde mich nicht damit besänftigen. Er hatte einfach eine Grenze überschritten und musste es ausbaden.

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