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Unerwartete Liebe

von Rna
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Christian Grey OC (Own Character)
26.05.2020
06.12.2020
40
232.533
26
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Dieses Kapitel
1 Review
 
13.09.2020 4.846
 
Die Nacht war fruchtbar. Ich hatte gefühlt kein Auge zugemacht. Christian ging es anscheinend genauso, denn er lag gar nicht mehr neben mir. Er hatte sich wie ich auch nur von einer Seite auf die andere gedreht. Gestern Abend nachdem ich weg bin, hatte ich mich einfach nur ans Meer gesetzt und für mich in Ruhe geweint. Ich brauchte einfach Abstand von ihm. Natürlich war es nicht fair von mir gewesen, aber ich konnte mich nicht mehr zurückhalten. Er hatte mir die Schuld gegeben und mich indirekt mit Anastasia verglichen. Obendrauf hatte er mich noch als dumm bezeichnet. Er hatte mich unglaublich verletzt, deswegen hatte ich ihn dann auch unglaublich verletzt. Sawyer hatte mich nach ein paar Stunden gefunden und sich einfach still neben mich gesetzt, bis er mich irgendwann in die Suite wieder begleitet hatte. Christian hatte versucht mit mir zu reden, aber ich hatte mich einfach nur ins Bett verfrachtet und ihm den Rücken zugedreht. Es fiel mir schwer, doch auch er musste spüren, dass er sowas nicht machen durfte. Und trotz, dass wir mitten im Streit sind, hatte er mir einen Kuss auf die Stirn gegeben, als er ins Bett nachgekommen war und ich mich schlafend gestellt hatte. Und ein Kuss auf die Stirn bedeutete schon immer mehr als tausend Worte. Es bedeutete Liebe und vor allem auch Sicherheit. Und ich wusste, dass er mir beides schon immer gegeben hatte. Ich atmete schwer aus und kniff meine Augen zusammen um nicht wieder anzufangen zu weinen. Ich hatte gestern genug geweint. Ich fuhr über meine Augen und atmete erneut aus, bis ich mich dann aufraffte. Ich schlenderte ins Bad und zog einen Bademantel über. Dann öffnete ich leise die Tür zum Flur und tapste über den Boden um nach Christian zu schauen. Doch er war nirgends. Weder im Büro, noch im offenen Wohn-und Essbereich. „Christian?“, rief ich laut, doch bekam keine Antwort. Ich atmete aus. Wahrscheinlich war er wieder arbeiten und hatte mir durch den Streit nicht Bescheid gesagt. Ich schaute mich um und sah Sawyer auf dem großen Balkon sitzen. Ich ging also durch den Wohnbereich und öffnete die Tür zum Balkon. Christian würde wahrscheinlich ausflippen, wenn ich so im Escala rumlaufen würde, aber besser mit, also ohne Bademantel und Sawyer würde meine Brüste sehen. Als ich die Tür öffnete, musterte mich Sawyer. „Guten Morgen, Miss Lee!“ „Guten Morgen!“, sagte ich vorsichtig. „Geht es Ihnen besser?“ Sorgte er sich jetzt um mich? Ich nickte nur und musterte dann den Ausblick vom Balkon. Wenn man direkt runter schaute, sah man die Anlage vom Hotel und wenn man geradeaus schaute, sah man das Meer und Dubai. „Wissen Sie, wo Mr. Grey ist?“ „Mr. Grey befindet sich bereits bei einem Meeting!“ Dann hatte er mir also wirklich noch nichts gesagt. „Und Taylor?“ „Taylor befindet sich auf den Weg zum Flughafen und nimmt Ryan in Empfang!“ Natürlich. Ryan kommt ja auch noch dazu. Das hatte ich glatt vergessen. „Wann wird Mr. Grey wieder erscheinen?“ Er schaute auf die Uhr. „In einer Stunde werde ich Sie zu ihm begleiten!“ „Sie bringen mich zu ihm?“ „Er hat mir aufgetragen sie um 11 Uhr an einen Treffpunkt zu bringen!“ „Und wohin bringen Sie mich?“ „Das darf ich Ihnen nicht sagen!“ War es also ein Geheimnis? Das war ja wieder interessant. Und ich hatte nicht mal ein Handy der sonst etwas. Ich konnte also mit Christian keinen Kontakt aufnehmen. „Und er sagte mir, wenn Sie nicht mitkommen, dann holt er sie persönlich ab!“ „Okay!“, murmelte ich leise. „Ich bestellte Ihnen dann am besten Frühstück!“ Frühstück? Ich würde keinen Bissen runterkriegen. „Ich möchte nichts Frühstücken!“ „Mr. Grey hat aber darauf bestanden!“ „Sawyer ich habe keinen Hunger!“ „Sie sollten etwas essen!“ Ich schüttelte den Kopf. „Ich mache mich einfach fertig, okay?“ „Wie Sie wollen!“ Ich nickte nur und drehte mich dann um. Ich würde absolut keinen Bissen runter bekommen. Ich hatte sowieso die ganze Zeit diese Übelkeit in der Magengrube, weil ich wusste, dass nichts in Ordnung war. Ich hasste dieses Gefühl. Ich ging ins Bad und wusch erstmal mit kaltem Wasser mein Gesicht, damit ich etwas klarer wurde. Anschließend putzte ich meine Zähne, reinigte mein Gesicht und cremte es mit meiner Feuchtigskeitscreme ein. Dann ging ich in meinen Ankleidezimmer und schaute was ich anziehen konnte. Ich hatte schon gemerkt, dass es relativ warm war. Ich zog erstmal meinen Pyjama aus und schlüpfte in einen neuen weißen BH und in einen neuen weißen String, bevor ich meine Sommersachen musterte. Letztendlich entschied ich mich dann für ein weißes einfaches cropped-T-Shirt und einen Zweiteiler. Einen kurzen Rock und einen passenden Oversize Blazer. Der Zweiteiler war von Versace und hatte Mia in Paris gekauft. Es war ein etwas anderer Stoff und hatte als Grundfarbe einen grau/braunton und war mit vielen kleinen roten-, hellblauen-, schwarzen-, orangenen Farbakzenten verbessert worden, so dass es beinahe gestreift aussah. Dazu zog ich weiße Sandalen an und nahm wieder die Runde Sonnenbrille von gestern. Diesmal nahm ich eine kleinere Handtasche in einem dunkelblau von Hérmes . Ich klickte mir noch goldene Ohrringe passend zu dem Taschenverschluss ins Ohr und machte meine Haare zu einem lockeren Zopf zusammen. Ich schaute mich nochmal um und ging dann wieder in den Flur, wo Sawyer anscheinend auf mich gewartet hatte. „Wir können los!“ „Alles klar!“, sagte Sawyer und öffnete dann die Tür. Zusammen fuhren er und ich nach unten in die Lobby und fuhren dann mit dem weißen Q7 durch Dubai. Ich hatte absolut keine Ahnung wo er mich hinbringen würde. Ich war sowieso erstaunt darüber, dass er wusste wo er hin musste. „Waren Sie schon mal hier?“ „Ein paar Mal, ja!“ Ich nickte nur. „Warum fragen Sie?“ „Weil Sie genau wissen, wo wir hinfahren!“ „Mr. Grey hat mir den Weg bereits gezeigt!“ Darauf hätte ich auch gleich kommen können. Die Fahrt dauerte nicht lange und wir bogen auf einen riesen Platz, wo mehrere kleine Flieger standen. Es war direkt am Wasser. Als wir seitlich am Rand parkten, erkannte ich schon Christian weiter weg stehen. Er stand neben einem großen dünnen Mann, der ein wenig älter aussah. Sawyer stieg aus und öffnete mir dann die Tür. Immer noch unwissend stand ich auf und folgte Sawyer in Richtung Christian. Christian lächelte kurz dem Mann im Anzug an und kam dann auf uns zu. „Hey!“, sagte er leise als er bei mir ankam. „Hey!“, sagte ich ebenfalls leise. „Du bist gekommen?“ „Ja!“ Er lächelte kurz und strich über meine Wange. „Komm!“, sagte er und nahm dann meine Hand. Ich ließ es einfach zu und wartete was auf mich zukam. Ich wollte ihn auch nicht enttäuschen. Ich wollte nicht mehr mit ihm streiten. Das wollte ich nie. „Cooper, dass ist Dr. Samya Lee meine Lebensgefährtin. Samya das ist Cooper Kingsley einer guter Geschäftspartner!“ „Freut mich Sie Kennenzulernen!“, sagte ich und gab ihm die Hand. „Freut mich ebenfalls!“, sagte er und schüttelte sie. „Wir werden heute eins seiner Flugzeuge benutzten!“ Flugzeuge? Ich schaute mich um. Was hatte er vor? „Wir werden Segelfliegen!“ „Segelfliegen?“ „Eines meiner liebsten Hobbys!“ Und dann fiel es mir ein. Tatsächlich hatte er mir erzählt, dass er gerne flog. Er würde wirklich mit mir Segelfliegen? „Okay!“, sagte ich vorsichtig. In meinem Magen grummelte es. „Sie brauchen keine Angst haben, er kann ganz gut fliegen!“, zwinkerte er und nickte in Richtung Flieger. Ich war leicht aufgeregt. Ich glaube ein wenig Angst hatte ich schon. Wir gingen auf einen dünnen Flieger zu, welches zwei offene Plexikuppeln hatte mit zwei Sitzplätzen und zwei ellenlangen leichten Segeln. Der Flieger war an einem kleinen Piper Flugzeug mit Propeller durch eine lange Leine befestigt. Christian stellte sich neben die vordere obere Plexikuppel und half mir rein. „Hast du Angst?“ „Ja!“, gab ich dann ehrlich zu. „Ich bin bei dir!“, sagte er und schnallte mich richtig fest. Ich nickte nur. Nachdem er mich komplett festgeschnallt hatte musterte er mich genau. „Vertraust du mir?“ Vertraute ich ihm? Ich brauchte nicht länger darüber nachzudenken. „Ja!“, sagte ich leise. „Gut!“, sagte er und schloss die Kuppel. Jetzt gab es also kein Zurück mehr. Christian setzte sich hinter mich und schloss ebenfalls die Kuppel. „Versteht ihr mich?“ „Klar und deutlich!“, sagte Christian. Meine Hände zitterten. Gab es wirklich kein Zurück mehr? Ich war mir gerade nicht mehr so sicher ob ich mich wirklich in die Luft traute. Dann rollten wir langsam los. Wir befanden uns direkt neben dem Wasser auf einer Startbahn. Jetzt fing mein ganzer Körper an zu zittern, als ich sah, dass wir direkt auf das Ende der Startbahn zurasten. Ich war gerade unheimlich froh, dass ich nichts gefrühstückt hatte. Das Piper Flugzeug  gewann an Schnelligkeit und zog uns immer schneller mit. Wir kamen immer näher an den Rand des Endes. An den Beginn des Meeres. Immer näher. „Oh mein Gott!“, sagte ich laut, als mir der Magen im freiem Fall nach unten sackte. Kurz vor dem Wasser hoben wir in die Luft ab. „Wir fliegen!“, sagte Christian hinter mir lachend. „Oh mein Gott!“, sagte ich wieder leise und zitterte stärker am ganzen Körper. Warum saß ich auch noch vorne? Ich krallte mich vor Angst in den Sitz und beobachtete unsicher die Umgebung. Über uns war nichts als blauer Himmel und Sonnenschein, während vor und unter uns sowohl das Meer, als auch die Palmeninsel von Dubai war. Die Aussicht war einfach Wahnsinn, dass musste ich zugeben. Vergessen war der Streit mit Christian und auch die Situation, die sich uns gestern Abend geboten hatte. Langsam lockerte ich meinen Griff vom Sitz und beobachtete die Umgebung genauer. Dubai von oben war einfach nicht mit Worten zu beschreiben. Auch wenn ich noch immer
Angst hatte, genoss ich es einfach. Nicht jeder hatte so eine Möglichkeit. Und Christian ermöglichte sie mir, so wie vieles anderes.  Hier oben war auch nichts. Außer das Pfeifen des Windes und der Druck, der durch die aufsteigende Höhe entstand. „Seid ihr bereit? Wir sind fast auf 100 Meter!“, hörte man Cooper Kingsley aus dem Funkgerät sprechen. „Wofür?“, fragte ich leise. „Zum Fliegen!“, sagte Cooper Kingsley und lachte. Zum Fliegen? Flogen wir nicht schon? „Christian?“ „Vertrau mir!“, sagte er. Am liebsten würde ich jetzt seine Hand in meiner Spüren, aber ich vertraute ihm trotzdem. „Okay!“, hauchte ich leise. „Wir sind bereit, Cooper!“, sagte Christian deutlich. Bereit? War ich wirklich bereit? Dann ohne das ich noch etwas sagen konnte verschwand das Piper Flugzeug und damit auch die Leine, die uns gezogen hatte. Es war gleich ein anderes Gefühl. Wir flogen nicht mehr, sondern schwebten über die Lüfte Dubais. „Vertraust du mir wirklich?“, hörte ich Christians Stimme bei mir. „Ja!“, sagte ich ehrlich, aber dennoch ängstlich. Was hatte er vor? „Dann pass mal auf!“, sagte er und im nächsten Moment neigte der Flügel zur Seite. Mein Herz raste wie wild und ich starrte in den glasblauen Horizont, der sich vor uns in voller Pracht zeigte. Gerade genoss ich einfach den Ausblick und brachte meine Angst ein wenig unter Kontrolle als sich der Flügel weiter neigt und ich in null Komma nichts Sekunden auf einmal kopfüber in der Luft hing. Sofort schrie ich laut auf und krallte mich irgendwo fest, da ich Angst hatte ich würde fallen. Ich hing wirklich kopfüber in der Luft und starrte von oben runter auf die Palmeninsel von Dubai. Das würde mir keiner glauben. Ich war absolut überwältigt. Ich schloss einmal kurz meine Augen und atmete nochmal tief durch. Dann öffnete ich meine Augen und starrte auf die wunderschöne Stadt in der Wüste. Obwohl die Angst immer noch da war, entspannte ich mich und genoss einfach dieses seltene Gefühl der Freiheit. „Bereit für ein zweites Mal?“ Er wollte das ich ihm voll vertraute. Und das tat ich. Zu 1000 Prozent. Er würde nie tun, was mir schadet, auch wenn er manchmal überreagierte. Er meinte es nur gut. Und ich glaube er wollte auch, dass ich ihm voll vertraute. „Ja!“, sagte ich und blieb diesmal entspannt, als wir uns ein weiteres Mal auf den Kopf drehten. Ich hatte sogar Spaß dabei, denn langsam kam auch das Kurzzeitstresshormon Adrenalin durch meinen Körper. „Es ist unglaublich!“, sagte ich und fand mich schneller wieder gerade, als ich dachte. „Ist es!“, sagte Christian und machte eine steilere Kurve in Richtung Kopfüber. Erneut schrie ich laut auf, da ich damit nicht gerechnet hätte, lachte aber im nächsten Moment los, denn meine Emotionen spielten jetzt mit. Jetzt hörte ich auch Christians ehrliches Lachen. Es war ebenfalls befreiend. Denn ich wusste, dass er es liebte. Und jetzt hatte er es mir näher gebracht, genauso wie damals auch beim Segeln. Und es war einfach unbeschreiblich. Beinahe spürte ich Tränen in den Augen, als wir wieder gerade waren, weil meine Emotionen völlig verrückt spielten, aber ich spiegelte es einfach in meinem Lachen wieder. Die Segel gingen wieder zur Seite und Christian machte eine Kurve über dem tiefblauen Meer. „Da ist der Burj al Arab!“ Wir steuerten genau darauf zu. Nur das wir mehrere Meter weiter höher waren. Von weitem konnte man auch den Burj Khalifa sehen. Dubai war wirklich eine beeindruckende Stadt.  „Willst du das Steuer übernehmen?“ Ich sollte das Steuer übernehmen? Ich glaube das war keine gute Idee. Hinter her stürzten wir noch ab. „Ich glaube nicht, dass ich ein Flugzeug fliegen kann!“ „Du schneidest Leute auf!“ Das war etwas völlig anderes. „Christian!“ „Mit dem Steuerknüppel vor dir, steuerst du das ganze Flugzeug!“ „Christian!“, sagte ich panisch. „Stell dir einfach vor du wärst im OP!“ Ich soll mir vorstellen ich wäre im OP? Ich lachte leise los. „Du bist verrückt weißt du das?“ „Verrückt nach dir!“, sagte er und lachte ebenfalls. Zögernd griff ich den Steuerknüppel und atmete nochmal tief durch. Er vertraute mir offensichtlich und das wollte ich auch annehmen. Ich wollte es genießen. Denn ich wusste, dass er mir so vertraute wie ich ihm. „Halt ihn einfach gerade, dann kann nichts passieren. Die Nadel in der Anzeige vor dir muss genau in der Mitte sein!“ Ich schaute auf die Anzeige vor mir und hielt den Knüppel gerade. Aber wollten wir wirklich nur gerade fliegen? So schwer konnte das doch nicht sein. Vielleicht sollte einfach mal ich mutig sein. „Vertraust du mir?“, fragte ich deshalb Christian, so wie er mich eben immer gefragt hatte. „Natürlich vertraue ich dir!“ „Gut!“, sagte ich und bewegte den Knüppel leicht seitlich. Sofort spürte ich die schwebende Bewegung des Flugzeuges an die Seite. Ich wollte noch einmal das wunderschöne Meer von oben sehen. Ich hielt den Knüppel stabil und tatsächlich drehte es sich einmal herum, so dass wir nochmal auf das Meer zusteuerten. „Und jetzt einmal rum!“, sagte Christian und ich hörte ihn deutlich grinsen. Ich sollte ein Looping machen? Also eine Bewegung ja, aber ein Looping war dann doch zu viel des guten. „Stell dir einfach vor du wärst im OP. Was würdest du tun?“ Wie konnte er den OP mit dem Flugzeug vergleichen? Ich atmete aus und überlegte kurz, bevor ich eine überlegte Bewegung machte. Und es geschah wirklich. Wir machten einen Looping und landeten kopfüber wieder über der Erde. „Oh mein Gott!“, kreischte ich lachend. „Du kannst es!“, schrie Christian lachend. „Ich steuere das Flugzeug!“, sagte ich und brachte es wieder gerade. „Du steuerst das Flugzeug!“ Seine Stimme klang nach Stolz. Das Adrenalin strömte noch mehr durch meinen Körper. Es aus eigener Kraft zu steuern, machte einen noch glücklicher. Und jetzt konnte ich meine Freudentränen nicht mehr zurückhalten. Ich war im positiven Sinne überbelastet. Christian machte mein Leben zu einem besseren und damit meinte ich nicht das materielle, sondern die Lebensfreude, die er mir schenkte. Er zeigte mir wie schön das Leben sein kann. Ich liebte ihn so sehr, wie ich noch nie jemanden geliebt hatte. Umso schmerzhafter war gerade für mich der Streit. Ich wollte niemals so überreagieren, nur weil er mich schützen möchte. „Mya, was ist los?“ „Es ist alles in Ordnung!“ Der Knüppel vor mir bewegte sich. Christian hatte das Steuer wieder übernommen. „Warum weinst du?“ Er klang besorgt. „Geht es dir nicht gut?“ Ich lachte auf. „Es geht mir gut!“ „Warum weinst du dann?“ „Weil ich glücklich bin!“ Ich atmete aus. „Und weil ich dich so sehr liebe!“, gestand ich ihm mitten in der Luft. Ich hörte ihn erleichtert ausatmen. „Und ich liebe dich so sehr!“ Ich lächelte und beobachtete grinsend, wie wir kreisend wieder an Höhe verloren und den Boden immer näher kamen. Ich genoss noch die letzten Minuten, ehe wir über das Gras am Boden schlitterten und irgendwann auf der rechten Seite kippend zum Stehen blieben. Ich atmete laut aus und wischte mir nochmal über meine feuchten Wangen. „Alles gut?“ „Alles bestens!“, hauchte ich. Christian öffnete die Plexikuppel und stieg aus dem Flugzeug aus. Er kam sofort zu mir und musterte mich, nachdem auch meine Kuppel offen war. „Willkommen zurück, Miss Lee!“ „Vielen Dank, Mr. Grey!“ „Wofür?“ „Für alles!“, hauchte ich. Es war eine Erfahrung die sich eindeutig in meinem Gedächtnis gespeichert hatte. Er hielt mir die Hand hin und half mir aus dem Flugzeug. Ich hielt seine Hand fest und musterte ihn. „Es war unglaublich!“ Er lächelte. „Ich weiß!“ „Danke Christian!“, sagte ich nochmal. „Für dich immer!“, sagte er und küsste mich dann. Er ergriff einfach die Initiative, weil es einfach passte. Das hier war ein Friedensangebot. Ich erwiderte sofort den Kuss und drängte mich an ihn. Ich wollte das wieder alles gut zwischen uns war. „Es tut mir leid!“, sagte ich, als ich mich löste. Er legte seinen Zeigefinger auf meine Lippen und schüttelte den Kopf. „Wir reden gleich im Hotel, okay?“ „Okay!“, hauchte ich und fing mir nochmal einen Kuss ein, ehe wir Hand in Hand in Richtung Cooper schlenderten, der auf uns zukam. „Und? Wie war es?“ „Gut, wie immer!“, sagte Christian und lachte. „Danke Cooper!“ „Für dich immer, Christian! Ich hoffe es hat Ihnen auch gefallen?“ „Es war unglaublich, danke Mr. Kingsley!“ „Ach, nenn mich doch Cooper. So alt bin ich auch noch nicht!“ Er bat mir einfach das Du an. „Danke Cooper!“, sagte ich. „Zu mir bitte einfach nur Sam!“ „Freut mich, Sam!“, sagte er und klopfte mir auf die Schulter. „Der letzte Looping war sogar von ihr!“ „Wirklich? Dann bist du ein Naturtalent, würde ich sagen!“ „Ich sollte mir einfach nur vorstellen im OP zu sehen!“ Er nickte wissend. „Christian hat bereits erzählt, dass du erfolgreiche Ärztin bist!“ Erfolgreiche Ärztin? Da hatte er aber maßlos übertrieben. „Nun, ich gebe immer mein Bestes!“ „Das kann ich mir vorstellen!“ Christian sprach noch über einige Angelegenheiten mit Cooper, bevor wir uns nochmal ordentlich bedankten und dann wieder in Richtung Hotel fuhren. Mittlerweile war ich erneut aufgeregt. Ich wusste, dass Christian und ich gleich darüber reden würden. Als Sawyer das Auto geparkt hatte, half Christian mir aus dem Auto. „Wollen wir ein wenig spazieren gehen?“ Ich nickte lächelnd. „Das klingt gut!“ Dann war es vielleicht nicht ganz so ernst. Ich zog meinen Oversized-Blazer aus und bat Sawyer ihn nach oben zu bringen. Es war hier schon ganz schön heiß. Christian und ich schlenderten dann in Richtung Strand und liefen still nebeneinander her. Sollte ich jetzt beginnen? Vielleicht sollte ich mich wieder
entschuldigen? „Warum hast du das gestern Abend mit Anastasia gesagt?“, fragte er dann aber irgendwann und unterbrach meine Gedankengänge. Warum hatte ich das gesagt? Das war eine gute Frage. „Ich war einfach verletzt, Christian. Du hast gestern indirekt gesagt, dass ich daran Schuld bin und vor allem auch, dass ich dumm bin. Und somit hast du mich auch irgendwie indirekt mit ihr verglichen!“ Er atmete aus. „Sie ist meine größte Rivalin, wenn es um dich geht Christian. Es ist doch klar, dass ich da ausflippe!“ „Du hast aber absolut keinen Grund, Mya. Anastasia ist für mich Vergangenheit und ich habe dich auch nicht mit ihr verglichen. Ich hatte nicht mal ansatzweise Gedanken an sie. Ich hatte dir das im Flugzeug gesagt und meinte das auch so. Ich würde dich niemals mit Anastasia vergleichen!“ Das stimmte. Er hatte es mir bevor wir nach Nizza geflogen sind, deutlich gesagt. „Ich weiß, Christian. Und es tut mir Leid, dass ich das gesagt habe. Vor allem auch wie ich es ausgedrückt habe vor Taylor und Sawyer!“ Es war mir sogar leicht unangenehm. „Mein Personal weiß damit diskret umzugehen!“ „Trotzdem. Ich war einfach in dem Moment verletzt und meine Emotionen gingen mit mir durch!“ Er blieb stehen und musterte mich. „Ich hätte das nicht sagen sollen nur ich war in dem Moment einfach auch..!“ Er suchte die richtigen Worte. „Sauer? Überfordert? Genervt? Gestresst?“ „Ja!“, gab er zu. „Und ich hatte auch Angst. Ich meine jemand bedroht dich und verfolgt dich seit Wochen. Weißt du wie viele Gedanken ich mir mache? Du weißt nicht was er vor hat und ich will dich um jeden Preis beschützen!“ „Ich weiß, Christian!“ „Und ich würde vor nichts zurückschrecken, deshalb habe ich die Sicherheitsmaßnahmen verschärft und dir alle alten Geräte abgenommen. Er konnte deine Nummer nicht haben, also muss irgendein Profi die IP Adresse herausgefunden haben und somit deine Nummer!“ Es war schon irgendwie krank. Ich meine wieso tut er sowas? „Ich habe mich in dem Moment halt wieder überfahren gefühlt. Ich hatte dir beim letzten Mal schon gesagt du sollst in Ruhe mit mir darüber reden und nicht Hals über Kopf darüber entscheiden!“ Er nahm meine Hand und drückte sie. „Ich wollte dir nicht wieder vor den Kopf stoßen, nur ich musste Handeln. Ich meine wir sind am anderen Ende der Welt fast und ich kann alles nur von hier regeln!“ Ich nickte. „Ich glaube wir haben einfach beide überreagiert!“, sagte ich dann versöhnlich. Er nickte. „Aber denk bitte nie wieder, dass du nichts Wert bist okay? Diese Aussage hat mich auch verletzt, denn du bist so viel Wert, nur du kannst es einfach nicht erkennen!“ Ich seufzte. „So wie du nicht erkennst, wie viel du Wert bist!“ Seine Mundwinkel zuckten. „Da könnten Sie wie immer Recht haben, Miss Lee!“ Ich nickte. „Also hören wir auf zu streiten und es ist alles wieder gut?“ „Es ist alles wieder gut!“, bestätigte ich. Er atmete erleichtert aus und zog mich zu sich. „Die Nacht war schrecklich!“, sagte er und küsste mich gierig. „Wem sagst du das!“, murmelte ich nur und blickte ihn an. Er strich über meine Wange. „Du bist so wunderschön!“ Ich lächelte und schaute nach unten, doch er zog mein Kinn direkt wieder hoch. „Und du bist wertvoll! Und das warst du schon immer, auch wenn ich es am Anfang nicht ganz erkannt habe. Umso mehr weiß ich es jetzt und werde es dir jeden Tag weiterzeigen!“ Eigentlich zeigte er es mir wirklich jeden Tag. Er hatte jeden Tag eine neue Überraschung für mich und machte mein Leben zu einem besseren. „Danke, Christian!“ „Ich danke dir, Samya!“, hauchte er und küsste mich wieder. Nur diesmal eine Tour zärtlicher. „Und ich würde dich auch sofort heiraten!“, erwähnte er dann so am Rande. Ich lachte los. „Ich dachte nur wir lassen uns noch ein wenig Zeit, damit!“ „Damit wäre ich Ihnen sehr verbunden, Mr. Grey!“ Auch wenn ich wusste, dass er ein Mann fürs Leben ist. „Aber nur ein bisschen!“ „Nur ein bisschen!“, versprach ich und küsste dann ihn.

Es war bereits nach 19 Uhr und Christian hatte schon wieder eine Überraschung für mich. Er hatte mir ein gelbes lockeres schönes Kleid herausgesucht, da er meinte es würde gut zu meiner mittlerweile gebräunten Hautfarbe passen. Nun führte er mich mit verbundenen Augen durch das Hotel. „Wann sind wir da?“, fragte ich vorsichtig. „Bald!“, sagte er und grinste. Anscheinend amüsierte er sich darüber, dass ich es kaum erwarten konnte. „Hoffentlich denken die Leute nicht, dass du mich entführen willst!“ „Aber ich will dich doch entführen!“, raunte er mir liebevoll ins Ohr. Ich lachte auf und spürte die warme Brise der Luft auf meiner Haut. Anscheinend befanden wir uns jetzt draußen. Ich weiß absolut nicht, was uns erwartete. Ich war so gespannt. Und mal wieder aufgeregt. Nachdem wir leidenschaftlichen Versöhnungssex hatten, haben wir uns wieder an den Strand gelegt und die Sonne auf uns prallen lassen. „Wir sind da!“, hauchte Christian und machte mir dann vorsichtig die rote Augenbinde ab. Als er sie in der Hand hielt, orientierte ich mich erstmal und starrte dann mit offenem Mund die Kulisse vor mir an. „Oh mein Gott!“, hauchte ich berührt und starrte die Überraschung an. „Ein romantisches Candle Light Dinner nur für uns!“ Es war einfach unglaublich. Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Ein roter orientalischer Teppich war über den Strand in gerader Richtung ausgelegt worden. Außen am Rand des Teppichs waren als Wegweiser orientalische Lichter verteilt. Am Ende des Teppichs direkt am Wasser, befand sich eine Art kleiner Pavillon, der leicht beleuchtet war an der Decke, aber vielmehr durch die ganzen Kerzen beleuchtet wurde. Seidenreiche Gardinen, hingen an der Seite, die den Wind vermutlich etwas dämmten. „Komm!“, sagte er und nahm meine Hand. Ich war völlig hin und weg von der Überraschung. „Ich weiß gar nicht was ich sagen soll!“, sagte ich ehrlich, während wir dem Tisch mit der weißen schicken Tischdecke und den zwei großen edlen Stühlen näher kamen. „Du brauchst gar nichts sagen!“, lächelte er und führte mich direkt zu dem Stuhl, den er hervorzog. Ich lachte glücklich auf und setzte mich dann hin. Er schob mich an den weißen Tisch, welcher mit zwei Untertellern, Besteck, jede Menge Gläsern, Blumen und Kerzen bestückt war. „Ich hoffe es gefällt dir!“ Mir gefallen? War das sein ernst? „Gefallen? Es ist traumhaft, Christian wirklich!“ Ich schaute mich um und atmete unauffällig aus. Das Adrenalin scheint noch nicht komplett verschwunden zu sein, denn mein Körper war schon wieder gefüllt mich Glück, der mich zu Tränen trieb. „Das freut mich!“ „Ich wusste gar nicht, dass dir Romantik so gut liegt!“ Er sagte ja immer, Romantik würde ihm liegen. „Offenbar schon. Rosen und Kerzen kann ich auch!“ Ich beugte mich zu ihm deutlich nach vorne und berührte dabei klirrend das Glas. Doch es war mir egal, denn ich wollte ihm meinen Dank ausdrücken. Ich wusste gar nicht, wie oft ich schon Danke gesagt hatte. „Danke, für das hier!“ Ich küsste ihn zärtlich. „Einfach für alles. Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich mich noch bedanken muss!“ „Du musst dich für nichts bedanken. Ich mache das, weil ich es möchte!“ „Ich weiß, Christian!“ Ich küsste ihn erneut und setzte mich dann hin. Es war einfach traumhaft. Die Lichter in der Ferne von Dubai, das rauschende Wasser und die ferne Stille machten das Ambiente einfach perfekt. Wie hatte ich das alles nur verdient. Es war eine Wende. Eine große Wende in meinem Leben. Ein Kellner im komplett weißen Anzug kam mit einer Flasche Wein angelaufen und schüttete uns jeweils einen Schluck Wein ein. Ein weitere Keller, ebenfalls komplett weiß, kam an und schenkte uns daneben sprudeliges Wasser ein. Mit allem Drum und Dran also. Mit vollem Service. „Ich habe noch etwas für dich!“, sagte er dann, als die Beiden verschwunden waren und bückte sich leicht. Hatte er hier etwas, etwas versteckt? Er holte eine Schatulle her, die ich nur zu gut kannte. „Christian, bitte!“ Er sollte aufhören mir ständig teure Geschenke zu machen. Er machte mich damit wahnsinnig. Vor allem hatte ich mittlerweile so viel Schmuck, ich weiß gar nicht, wann ich das alles anziehen sollte. „Mach es auf!“ Ich seufzte und nahm mir die rote Schatulle mit den goldenen Buchstaben Cartier in die Hand. Vorsichtig öffnete ich die Schatulle und starrte auf den Inhalt. Jetzt war er wirklich verrückt geworden. Es war eine weißgoldene Kette mit einem Herzanhänger dran. Das Herz war voller kleinen Diamanten und funkelte vor sich hin. Jetzt spürte ich tatsächlich die Tränen. Sie brannten in meinen Augen, die das Geschenk immer noch anstarrten. „Christian!“, hauchte ich und starrte ihn an. „Du bist mein Herz, Mya!“ Er nahm den Anhänger in die Hand und drehte ihn um. Dort war ein C eingraviert. Ein C wie Christian. Ich hielt mir die Hand vor den Mund und versuchte mich zu sammeln. „Damit du mein Herz immer bei dir trägst!“ Die kullernde Träne konnte ich nicht mehr verhindern. Es war eine Liebeserklärung vom feinsten. Wie kam er auf solch eine Idee? „Gefällt es dir nicht?“, fragte er sofort, als er meine Tränen sah. „Doch, natürlich! Aber das ist zu viel Christian, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Wie habe ich sowas verdient?“ „Komm her!“ Und schon war ich aufgestanden und nahm aus seinem Schoß Platz. Sofort küsste er mich. „Du hast alles verdient!“ „Ich danke dir vom ganzen Herzen, Christian. Und ich werde es immer bei mir tragen, denn es ist in meinem Herzen!“ Wieder küsste er mich. „Ich bin einfach so unbeschreiblich glücklich! Das was ich erlebe seitdem ich dich kenne, ist nicht in Worte zu beschreiben. Es fühlt sich an wie ein Traum, den ich gerade erlebe, denn es hat noch nie jemand gemacht für mich!“ „Und sowas wirst du immer bekommen, bis der Tod uns scheidet!“ Ich lachte auf. Er war wirklich verrückt geworden. „Du bist so verrückt!“ „Ich bin verliebt!“, sagte er ernst. Ich blickte ihm tief in die grauen Augen. „Ich liebe dich so sehr, Mya!“ Ich verzog mein Gesicht, als noch mehr Tränen kamen und küsste ihn einfach. Das sollte meine Liebe ausdrücken, die genauso stark war, wie seine.

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