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Flüchtiges Licht

von Roff Boff
GedichtPoesie / P12 / Gen
26.05.2020
04.05.2021
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30.05.2020 219
 
Von großen Ambitionen, die zu Sternenstaub zerfielen

Er flog mit dem Raumschiff hinauf,
voller Vision, voller Fiktion.
Entkam dem Erdbahnenumlauf,
voller Manie, voll Energie.

Erreicht den Satelliten bald,
voll im Rausch, Nahaustausch.
Betritt die Weltenraumanstalt,
voll Faszination, in Mission.

Packt schon an, den Kopf belegt,
voller Eifer, ein bisschen reifer.
Schon sind die ersten Ding‘ bewegt,
voller Stolz, die Platte schmolz.

Hereinströmt Vakuum, so prall,
angsterfüllt, von Panik gestillt.
Reißt ihn hinaus, ins weite All,
von Grauen geschreckt, von Beben bedeckt.

Schwerelos schwebt er dahin,
ohne Sinn, erst der Beginn.
Bloß, wo geht die Reise hin?
Er weiß es nicht, die Pflicht erlischt.

Rudert verzweifelt mit den Armen,
auf und ab, klipp und klapp.
Doch die grenzenlose Weit kennt kein Erbarmen,
nicht für mich und nicht für dich.

Rigoros treibt er in die Ferne,
das Schiff verschwimmt, der Kurs nicht stimmt.
Um ihn herum unendlich Sterne,
kein Blick für sie, scheiß‘ Galaxie.

Die Luft im Helm wird langsam knapp,
hechel, keuch, Luft verseucht.
Die Brust macht langsam sicher schlapp,
Augen schwer, er kann nicht mehr.

Ziellos fliegt de' Hüll‘ einsam weiter,
die Gedanken sind tot, es fehlt der Pilot.
Nur ein weit‘rer Galaxisreiter,
kein Muskel zuckt, kein Lidchen ruckt.

So verglüht die Mumie letztlich,
unentdeckt, gut versteckt.
Hinterlässt kein Indiz grundsätzlich,
unerfüllt, des Jungen Traum.
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