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Flüchtiges Licht

von Roff Boff
GedichtPoesie / P12 / Gen
26.05.2020
04.05.2021
14
2.763
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28.05.2020 208
 
Verschätzt

Etwas verfolgt ihn voller Wahn,
ist ihm dicht auf den Fersen,
folgt einem finsteren Plan.

Die Arme zucken vor und zurück,
er weicht in enge Gassen,
entkommt dem Häscher Stück für Stück.

Das Licht, von der Sonne ausgestoßen,
schwindet zusehends.
Die Düsternis ergreift mit bloßen,
starken Klauen das Gericht.

Die Hand vor Augen
ist bloß noch ein vager Schemen.
Finsternis beginnt
die letzten Strahlen aufzunehmen.

So versteckt vor der Welt
bleibt er stehen.
Doch sein Jäger hat nicht aufgegeben.

Drohend nähert er sich ungesehen,
die unsichtbaren Augen gefüllt mit bedrohlichem Geflacker,
voller Vorfreude auf das bevorstehende Massaker.

Da dreht sich der Gejagte um,
und verzieht die Unschuldsmiene
zu einem hämischen Gegriene.

Zu einem bodenlosen Schlund,
aus dem spitze Hauer sprießen
und den lieblichen Mund zerstießen.

Gewartet hat er nur,
auf den Moment
an dem niemand sie mehr trennt.

An dem niemand sie mehr sieht,
oder gar ein Einmischen vollzieht.
An dem sie völlig von der Dunkelheit verzehrt,
die jeglichen Lichterglanz entbehrt,
nur noch auf sich selbst vertrauen können
und rohe Gewalten den Sieger krönen.

Worte dröhnen in das Schweigen,
unerbittlich, leise, eigen.

„Oh, welch Freud‘,
die ich erblick‘.
Frisches Blut,
oh welch ein Glück!
Frischer Saft,
oh welche Gnad‘.
Frisches Fleisch,
an dem ich lab‘“
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