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Flüchtiges Licht

von Roff Boff
GedichtPoesie / P12 / Gen
26.05.2020
04.05.2021
14
2.763
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28.05.2020 238
 
Zweisamkeit Allein

Erneut alleingelassen sitzt die Frau zuhaus‘,
ein fragiler Leib im monströsen Haus.
Und sie träumt
von ihrem fernen Freund.

Sie presst das Ohr fest an die Wand,
kleine Gesalt in dunkler Eck‘, unerkannt.
Und sie träumt
von ihrem ersehnten Freund.

Kauernd klopft sie mit den Knöcheln
an die Wand mit einem Röcheln.
Und sie träumt
von ihrem fehlend‘ Freund.

Doch da, welch Schreck,
eine pochend‘ Reaktion wurd‘ erweckt.
Und sie träumt
bang von ihrem erdachten Freund.

Zag trommelt sie das nächste Signal,
die Antwort erschallt rustikal.
Und sie träumt
von ihrem neuen Freund.

Ein wirres Spiel entspinnt sich zwischen beiden,
der mysteriöse Unbekannte lindert ihr Leiden.
Und sie träumt
von ihm, als besten Freund.

Eines Tages dringt zu ihr, der erste bekrallte Nagel
und beschmiert ihr Gesicht mit blutigem Gekrakel.
Sie ist für den Moment nicht in der Lag‘ zu träumen,
und sehnt sich doch nach Beistand von Freunden.

Immer mehr, schält sich von ihm durch die Wand,
er ist nicht länger unbekannt.
Und sie träumt
zitternd von ihrem alten Freund.

Schauder rinnen ihre Wirbelsäule hinab,
als der geöffnete Mund nach ihr schnappt.
Und sie träumt
verzweifelt von ihrem freundlichen Freund.

Gleich scharfkantiger Kristalle bohren sich die Zacken
in das zarte Fleisch in ihrem Nacken.
Und sie träumt
von ihrem chancenlosen Freund.

Nur ein kurzer Schmerz, ein kleiner Biss,
der sie aus dem Leben riss.
Keine Träume mehr,
ihre Freundesliste bleibt trostlos und leer.
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