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Flüchtiges Licht

GedichtPoesie / P12 / Gen
26.05.2020
04.05.2021
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04.05.2021 197
 
Hitze

Du streifst über das Land,
das noch unentdeckt vor dir liegt.
Zwischen vertrockneten Halmen wirbelt Sand,
der sich um und an deine Füße schmiegt.

Über dir ein glühender Ball,
der brennt und brennt und brennt.
Er frisst jedes Wasser, jeden feinsten Flüssigkeitskristall.
Und er brennt.
Er brennt so vehement.

Dein Blick gleitet über triste Ödnis,
über totes, verdorbenes Gewächs.
Ja. Es zieht seine Spuren, das Ballgebiss.
Auch dein Gesicht wirkt düster und gehetzt.

Du streifst über Land, das den Namen nicht mehr verdient.
Statt Natur und Grün, nur brauner Staub verblieb.
Statt Zwitschern, Gebrüll und wogenden Wellen,
Lavaberge unter der Erdkruste schwellen.

Und über dir der sengende Ball,
der brennt und brennt und brennt.
Er saugt jedwedes Glimmen aus Erde, aus All.
Und er brennt.
Er brennt permanent.

Deine Suche geht weiter. So sinnlos sie auch sei.
Alle Tropfen längst vergangen, jeder Regentag vorbei.
Dies weißt du und schreitest doch voran.
So fordert es dein Überlebensdrang.

Und über dir immer noch der lechzende Ball,
der brennt und brennt und brennt.
Der sich labt an dir und dich bringen will zu Fall.
Und der brennt.
Gnadenlos und ungehemmt.

Ein Ball, der den Sieg schon kennt.
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