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Einfach nur einen schwarzen Kaffee

von DaiTaire
OneshotFreundschaft / P12 / MaleSlash
Enjolras Grantaire
25.05.2020
25.05.2020
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Eine Soulmate AU auf Wunsch einer einzelnen Person (du weißt genau, dass ich dich meine, R).
But, anygays, eine typische Seelenzeichen/ Erster Satz Soulmate AU;
Here we go.

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Enjolras hatte sein ganzes, bisheriges Leben überstanden, ohne einen Fuß in einen Starbucks zu setzen und er hatte vor, es dabei zu belassen. Ein Grund dafür war, dass er lieber kleine Unternehmen als große Unternehmensketten unterstützte.
Der andere Grund war sein Seelenzeichen. Die Worte „Willkommen bei Starbucks, darf ich Ihre Bestellung annehmen?", schlangen sich, in einem kunstvollen Kursiv, um sein Handgelenk. Er glaubte nicht wirklich an die Idee von Seelenverwandten, obwohl er nichts gegen Leute hatte, die sich für das Konzept entschieden hatten. Die Idee, dass das Universum entschieden hat, welche Person am besten zu Ihnen passt, passte wiederum nicht gut zu ihm und seiner Einstellung dieser ganzen Sache gegenüber.  Deshalb tat er sein Bestes, um seine Marke entweder mit dem Ärmel oder mit einem roten Lederarmband zu bedecken. Aber wie auch immer er es versuchte, er konnte die mitleidigen Blicke nicht vermeiden, die er oft von den Leuten bekam, die es geschafft hatten, einen Blick auf sein Handgelenk zu erhaschen, auch wenn es nicht das schlechteste Seelenzeichen war (einer seiner Freunde hatte eine Reihe von Schimpfwörtern im Nacken stehen).
Es gab Tausende von Menschen mit dem gleichen Satz und fast ebenso viele Menschen, die bei Starbucks arbeiteten.

Seine Freunde hatten nicht zu viel darüber nachgedacht, als sie es sahen. Bossuet, der die Worte " Hey " und " Hallo " auf beide Bizeps gedruckt hatte, zuckte die Achseln und sagte ihm, dass es schlimmer sein könnte. Jehan hatte natürlich geseufzt und gesagt, dass es unglaublich romantisch sei, seinen Seelenverwandten in einem Café zu treffen. Er hatte "Ich würde alles tun, um dich lächeln zu sehen", in einer schüchternen, schrägen Handschrift unter seinem Schlüsselbein, womit er alle anderen in der Kategorie "Romatischstes Seelenzeichen", schlug. Courf' und 'Ferre waren am neutralsten, aber sie schienen die ganze Situation amüsant zu finden, während Feuilly nur die Augen verdreht und ihm Glück gewünscht hatte.
Die meiste Zeit verdrängte Enjolras die Worte und versuchte, "die Welt zu retten", wie Courf' es ausdrückte. Er arbeitete an Kampagnen, um das Bewusstsein für platonische Seelenverwandte zu schärfen, gründete Campus-Selbsthilfegruppen für die Marklosen und arbeitete unermüdlich gegen eine besonders böse Legislative, die die Vorteile für Marklose oder Menschen, die andere Menschen als ihre Seelenverwandten heiraten wollten, einschränkte.

Das Schicksal, diese verdammte Schlampe, mag es jedoch nicht ignoriert zu werden.
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Das Cafe Musain war normalerweise Enjolras erste Station am Morgen, denn wenn er am Morgenunterricht teilnehmen musste, so überstand er dies nicht ohne eine ungesunden Menge Koffein in seinem Kreislauf. Er war in seinem ersten Jahr in das kleine Café gestolpert und nun, drei Jahre später, mit den meisten Mitarbeitern befreundet. Die Besitzerin, Musichetta, eine wunderschöne Latina-Frau mit einem bösen Sinn für Humor, konnte einen gemeinen Espresso machen und war normalerweise bereit, ihm zuzuhören. Sie hatte zwei Seelenverwandte, obwohl sie bisher nur einen gefunden hatte, einen liebenswürdigen, wenn auch etwas nervösen Medizinstudenten namens Joly. Manchmal arbeitete er an den Maschinen und warf ständig einen Blick auf ein Lehrbuch, das gegen das Register gelehnt war. Eponine arbeitete normalerweise in der Morgenschicht, daher hatte Enjolras die meiste Interaktion mit ihr. Schlagfertig und scharfzüngig. Zu ihren Fähigkeiten gehörte offenbar das Lesen von Gedanken, da sie mit minimaler Kommunikation von beiden Seite genau herausfinden konnte, was Enjolras brauchte und was für ihn in Ordnung war. Er bezweifelte, dass er sowieso vor neun kohärent war. Normalerweise zwang sie ihm auch einen Muffin oder etwas anderes Essbares auf, nur um sicherzugehen, dass er nicht auf das Frühstück verzichtete. Es gab auch einige andere, einen rothaarigen Jungen, zum Beispiel, der ihn stark an einen Welpen erinnerte, und einen Mann, der eher wie ein Türsteher als wie ein Barista aussah.
_____

Es war während einer seiner morgendlichen Koffeinbeschaffungstouren, als all sein entschlossenes Ignorieren  und seine systematischen Vermeidungsaktionen vor die Hunde gingen.

Sobald er den Laden betrat, erstarrte er, weil sich hinter der Theke jemand Neues befand, jemand, der über ein Stück Papier gebeugt war, während sein Bleistift sich schnell bewegte und etwas skizzierte, das Enjolras nicht richtig erkennen konnte. Irgendwo im Hinterkopf erinnerte er sich daran, dass Musichetta etwas über einen neuen Barista gesagt hatte (Ihre genauen Worte waren: "Wir bekommen einen neuen Mann in E, also sei nett". Seine Antwort: "Ich bin immer nett", entsand er mit einer hochgezogenen Augenbraue). Der Typ sah nicht gerade gut aus. Seine Nase sah aus, als wäre sie mindestens einmal am falschen Ende einer Faust gewesen. Er hatte einen grünen Fleck hinter einem seiner Ohren und ungepflegte Stoppeln bedeckten seinen Kiefer. Er sah so müde aus, wie Enjolras sich fühlte.

Der mysteriöse Barista muss seine Anwesenheit gespürt haben, denn er hob den Kopf und erblickte ihn. Dieses sanfte Lächeln verschmolz zu einem gerissenen Grinsen (das seinen Bauch absolut nicht zum Rumoren brachte. Nein.), ein böser Schimmer in seinen Augen.

"Willkommen bei Starbucks, darf ich Ihre Bestellung annehmen?", sprach er sarkastisch.

Enjolras fühlte sich angespannt, mehrere Gedanken gingen ihm durch den Kopf, hauptsächlich: "Scheiße, verdammt, das sollte nicht passieren." und "Oh nein, er ist irgendwie süß". Er war sich bewusst, dass Mystery Barista ihn seltsam ansah.

"Hey, alles okay bei dir?"

Enjolras wird später die frühe Stunde und den Aufsatz über Philosophie, an dem er bis vier Uhr morgens gearbeitet hatte, für die nächsten Worte aus seinem Mund verantwortlich machen.

"Du bist nicht Eponine."

Mystery Barista war an der Reihe, angespannt zu werden. "Auf keinen Fall. Du treibst wohl einen Scherz mit mir."

Okay, das hat ein bisschen gestochen. "Wie denkst du, fühle ich mich? Ich habe Starbucks gemieden, seit ich sechzehn war!"

Der andere Mann fing an zu lachen und Enjolras versuchte nicht beleidigt zu sein. "Hör zu, kannst du mir einfach nur einen schwarzen Kaffee machen? Für all das hier ist es definitiv zu früh."

"Ja, ja, tut mir leid. Ich bin übrigens Grantaire."

"Enjolras."

Es herrschte eine angespannte Stille, als die Kaffeemaschine ihre Sache tat.

"Ich habe dich nicht ausgelacht, weißt du."

"Alles klar."

Die Maschine piepte.

"Ich werde ehrlich zu dir sein, Enjolras, ich mag die Idee nicht, dass eine größere Macht darüber entscheidet, wer unser perfektes Match ist. Ich habe mich nie wirklich für diese ganze Seelenverwandten-Sache entschieden, ich meine, was ist, wenn du keine romantische Anziehungskraft gegenüber deines Seelenverwandten empfindest, oder was ist, wenn du in einer glücklichen Beziehung bist, bevor  du deinen Seelenverwandten triffst? Und dann gibt es das Stigma, das mit mehreren Seelenmerkmalen verbunden ist - ", er machte ein bitteres Gesicht, "es scheint nur mehr Ärger zu machen als es wert ist und du willst das wahrscheinlich nicht von deinem Seelenverwandten hören. "
Er beendete verlegen sein Monolog, als er zu Enjolras auf blickte, der seine Augen nicht von ihm lassen konnte.

"Ähm, nein, wie gesagt, ich habe viel Zeit damit verbracht, meinen Seelenverwandten nicht zu treffen."

Eine weitere unangenehme Stille wurde unterbrochen, als Grantaire Enjolras schließlich sein Getränk reichte. Er schob das Geld in Richtung Barista (Gott sei Dank passend) und ging zügig zur Tür. Er hielt einen Moment inne und überlegte. Seelenverwandte mussten nicht romantischer Natur sein (nicht, dass er abgeneigt wäre), und Grantaire schien nett genug zu sein. Er drehte sich.

"Wir könnten Freunde sein, weißt du, und technisch gesehen wäre es unsere Wahl, wenn wir uns zum Beispiel für ein Date entscheiden würden." rief er von der Tür aus.

Grantaire grinste.
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