Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Blut ist dicker als Wasser

von odettevgt
GeschichteDrama, Familie / P18
Bellatrix Lestrange Draco Malfoy Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Narzissa Malfoy OC (Own Character)
25.05.2020
21.11.2020
8
9.737
4
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
21.11.2020 1.280
 
Snape griff sich ihren Aufsatz und nahm den Tunnel zum Slytherin Gemeinschaftsraum. Den er als Hauslehrer nutzen darf, während seine Kollegen nur im Notfall in die Räume der Schlangen dürfen. Es war schon spät und nur noch die älteren Schüler saßen zusammen und erzählten leise. Sie sahen auf und schauten ihren Hauslehrer fragend an. Dieser verschaffte sich einen Überblick, doch die junge Lestrange war nicht anwesend. Sein Blick wurde eisig und er stürmte aus dem Gemeinschaftsraum. Was bildete sich diese Göre eigentlich ein, nach der Sperrzeit noch draußen herumzulaufen. Er konnte sehr wohl einschätzen, dass sie noch nicht schlief, denn er hatte sie schon mehrfach lernen sehen als es schon weit nach Mitternacht gewesen war. Er ging strammen Schrittes zum Ende der Kerker, als er im Schein eine wankende Figur sah, hielt er sich im Schatten versteckt. Hatte Filch wieder getrunken? Es wäre nicht das erste Mal, dass er ihm einen Ausnüchterungstrank verpassen müsste. Die Person torkelte an ihm vorbei. Snape erkannte sie, durch das Licht der Fackeln. Es war Valerie Lestrange. In ihm kochte es schon vor Wut und er fauchte sie aus dem Schatten an.

„LESTRANGE!“

Das junge Mädchen erschrak selbstverständlich, doch fing an zu lachen als sie ihren Hauslehrer erkannte.

„Guten Abend, Professor. Ich dachte Sie schlafen schon, schließlich haben Sie morgen früh Unterricht zu geben.“, begrüßte Valerie ihren Hauslehrer sarkastisch und ging einfach weiter. Snape trat aus dem Schatten direkt vor sie, sodass sie stehen bleiben musste. Erst jetzt realisierte Snape, wie sie aussah. Ihre sonst perfekt gelegten Locken waren zerwühlt und hatten den Glanz verloren, so als wäre sie durch mehrere Spinnennetzte gelaufen. Sie trug ihren Umhang auf dem Arm, während der Rest ihrer Uniform einfach falsch war. Die Bluse war halb offen und falsch geknöpft und der sonst so akkurate Schlips hing viel zu locker um ihren Hals. Der Rock war das einzig normal Aussehende an ihr. Snape zog angewidert seine Augenbrauen zusammen, wo auch immer sie herkam, Valerie sah im Moment ihrer Mutter sehr ähnlich. Verrucht und in seinen Augen einfach nur wie eine Hure, die Nachtschicht hatte.

„Wo warst du!?“, fragte er energisch. Valerie verzog ihren Mund zu einem breiten Lächeln und zog ihre Augenbrauen hoch.

„Nun, ich war bei einem Freund. Ist was schlimm daran?“

„Bei wem.“, Snape ging nicht auf ihre Frage ein, denn er würde sich nur noch mehr aufregen. Valerie würde ihm nicht noch einen Kontrollverlust kosten. Nicht jetzt.

„Ich sagte doch, dass ich bei einem Freund war!“, Valerie wollte an ihm vorbeigehen, doch sein Arm hielt sie zurück.

„Der Name.“, zischte Snape leise. Valerie schubste seinen Arm weg und hielt seinem Blick weiterhin stand.

„Das geht sie nicht im Geringsten was an!“, zischte sie genauso leise zurück. Ihre Augen und auch die von Snape wurde Schlitze, was die junge Hexe jedoch bei ihrem Wettstarren nicht bemerkt hatte, war, dass Snape sich mithilfe von Legilimentik Zutritt zu ihrem Geist verschafft hatte. Er war insgeheim froh, dass Bellatrix sie noch nicht in wirksamer Okklumentik unterrichtet hatte, denn auch sie hatte dies vom dunklen Lord gelernt, ebenso wie er. Was er dort sah ließ ich innerlich würgen. Sie war wirklich die Tochter von Bellatrix Lestrange. Er zog sich zurück und griff sie unsanft am Oberarm. Valerie wusste nicht wie ihr geschah und wurde von Snape in sein Büro geschleift. Die Tür knallte und ihr Hauslehrer stürmte regelrecht auf sie zu. Kurz vor ihr blieb er stehen. Was dachte sie sich dabei? Erstens war das nicht nur verboten, zweitens musste er als ihr Hauslehrer für ihre Sicherheit sorgen und drittens verschwieg sie wo Black war, der gesucht wurde!

„Was bei Merlins Bart hast du dir dabei gedacht?! Bist du komplett wahnsinnig? Wahrscheinlich, liegt ja in deiner Familie.“, schnauzte er sie an. Valerie sah ihn erst verwundert an, bis jedoch ihr messerscharfer Verstand alle Puzzelteilchen zusammenfügte.

„WAS HABEN SIE BITTE IN MEINEM GEIST VERLOREN! DAS DÜRFEN SIE NICHT!“, brüllte die dunkelhaarige Hexe zurück. Da sie beide sehr dich zueinanderstanden, und Valerie ihm viel ihrer Atemluft entgegenhauchte, konnte er den Alkohol riechen. Ja, sie war auch noch betrunken. Was für ein Glück er doch mit ihr hatte, dachte er sarkastisch und abwertend. Dennoch erkannte er seine Pflicht und ging in seine Vorratskammer. Von dort holte er einen hellgelben Trank, entkorkte ihn und reichte ihn Valerie.

„Von Ihnen werde ich nichts trinken. Können Sie gleich vergessen.“, sie lehnte mit einer Handbewegung ab und ging in Richtung der Tür. Snape seufzte, wieso war sie so ein unglaublicher Sturkopf? Er ließ sie ziehen, denn er wusste, dass sie in ihrem betrunkenen Zustand keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Er müsste morgen mit ihr sprechen, schließlich hatte er den dritten Jahrgang, dem sie angehörte, in der ersten Stunde. Snape versiegelte den Trank wieder und stellte ihn zurück zu den restlichen Vorräten. Er wollte gerade sein Büro verlassen und endlich schlafen gehen, als es auf dem Flur laut krachte. Augenverdrehend lief er auf den Flur, wohlwissend, dass es die junge Lestrange sein musste, die eine der Statuen umgeworfen haben muss. Dieses Mädchen war sowas von betrunken. Das konnte nicht nur Wein sein. Als er vor der Slytherin Tür stand, sah er auch das Problem. Das Problem war jedoch eine betrunkene Drittklässlerin, die sich vor der Tür hingelegt hatte und tief schlief. Sie hatte mit ihrem Fuß einer der Rüstungen umgeschubst, die nun in allen Einzelteilen auf dem Boden verteilt lag. Er baute sie mit Magie wieder zusammen, danach hob er Valerie hoch und trug sie in den Gemeinschaftsraum. Hoffentlich waren die Siebten schon in ihren Betten. Der Gemeinschaftsraum war leer. Die Glut im Kamin war das einzig Lebendige, neben ihm und der schlafenden Schülerin in seinen Armen. Er legte sie auf einer der Sofas ab und setzte sich in das andere. Er beobachtete sie eine Weile und begann zu grübeln. Sie war erst dreizehn Jahre und er wollte nicht wissen, was sie schon alles erlebt hatte. Valeries Schlaf wurde unruhig. Snape lehnte sich etwas vor und stattete ihrem Geist erneut einen Besuch ab. Sie träumte, aber er wusste nicht, ob ihr das auch passiert war. Sie träumte scheußliches. Jemand schlug sie mehrfach mit der Faust und er konnte ihre Emotionen fühlen. Jedoch war darunter kein Schmerz, sondern nur Hass und Wut. Er zog sich zurück.

„Dobby.“, sprach er leise in den Raum. Der kleine Hauself mit den großen grünen Augen erschien vor ihm.

„Ihr habt gerufen, werter Professor.“

„Bitte bringe die junge Lestrange in ihr Bett.“, bat Snape leise.

„Natürlich Sir.“, Dobby schnipste und Valerie schwebte. Dobby verschwand in den Mädchenschlafsälen, während Snape in seinen privaten Räumen verschwand. Ein letzter Blick zur Uhr verriet ihm, dass er nur noch zwei Stunden Schlaf bekommen würde, bis sein Unterricht anfing. Er grummelte und legte sich schlafen.

Als er am nächsten Morgen seinen Unterricht begann, waren alle anwesend, außer Lestrange. Er konnte nur den Kopf schütteln und begann zu unterrichten. Gut eine halbe Stunde später ging die Tür des Klassenzimmers auf. Valerie ging auf ihren Platz und legte ihren Kopf auf den Tisch. Der gesamte Kurs war totenstill. Jeder wollte nichts verpassen, denn sie alle kannten ihren Professor gut genug, um zu wissen, wie er reagieren wird. Jedoch wurden sie enttäuscht. Snape blieb ruhig.

„Lestrange. Nach dem Unterricht zu mir bitte.“, Valerie hob ihre Hand und zeigte ihm den Mittelfinger.

„Können Sie knicken. Meinetwegen geben Sie mir nachsitzen. Ich erscheine sowieso nicht und eigentlich bin ich nur hier, weil ich anwesend sein muss. Nur deswegen. Das Thema dieser Stunde habe ich schon vor drei Wochen ausgearbeitet. Also lassen Sie mich verdammt nochmal schlafen!“, grummelte sie in ihre Armbeuge und hob nicht einmal den Kopf.

-----------------------------------------------
Ich weiß ihr musstet sehr lange warten, aber hier ist das neue Kapitel.
Wir lesen uns ~odettevgt
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast