In einer Zeit vor unserer Zeit

von S-Mimi
GeschichteAllgemein / P16 Slash
25.05.2020
15.09.2020
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25.05.2020 861
 
In dieser experimentellen Story versetze ich unsere Jungs und Mädels in die 60er Jahre. Nein, sie sind keine Kinder, nur das Jahrzehnt hat sich geändert.


Prolog

Marc und Arne kamen mit zwei jungen Männer auf die Wache und schoben einen von ihnen in das Büro von Stephan und Paul, die heute Innendienst hatten.
„Kümmert ihr euch um diesen, wir kümmern uns um den anderen“, bat Arne.
„Um was geht es?“ fragte Paul.
„Unsittliches Verhalten“, teilte Arne mit und überließ seinen Kollegen das Verhör.
Paul seufzte und verdrehte innerlich die Augen. Er hasste solche Fälle, er konnte einfach nicht verstehen, warum man gegen Homosexuelle vor ging. Aber er durfte sich nichts anmerken lassen, sonst würde er am Ende auch noch Probleme bekommen. Er konnte nur hoffen, dass sein Kollege das Verhör übernahm.
Doch Stephan dachte ähnlich. Homosexuelle waren genau wie jeder andere Mensch auf diesen Planeten Geschöpfe von Gott. Nur weil sie das selbe Geschlecht liebten, war es in seinen Augen nicht Strafbar. Aber so war es nun mal und er war Polizist. Er guckte seine Kollegen an, hoffte, dass er das Verhör übernahm, aber Paul wirkte nicht so, als hätte er das vor. Stephan räusperte sich. „Sie haben gehört, was ihnen vorgeworfen wird. Was sagen sie dazu?“ Es war nicht üblich, dass Beschuldigte nach ihrer Sichtweise gefragt wurden, aber Stephan tat es, vielleicht konnte er so einen Weg finden, sie zu retten.
„Das stimmt nicht“, antwortet der junge Mann verängstigt.
„Dann erzählen sie mir, was wirklich vorgefallen ist“, blieb Stephan ruhig.
Paul hörte zu, er wusste, dass sein Kollege nicht den direkten Dienstweg nahm, aber er begrüßte diese Vorgehensweise und das machte sie zu besten Freunden.
„Also…“, der junge Mann überlegte. Anscheinend wusste er, dass er nur eine Chance hatte. „Die Situation war anders als es ausgesehen hat. Wie sie aus meinem Ausweis entnehmen können, habe ich Italienische Wurzeln und wir begrüßen uns mit einem Kuss auf die Wange. Mehr war da nicht. Die alte Schachtel muss was falsch gesehen haben“, stammelte der junge Mann.
Stephan nickte und machte sich Notizen. „Was meinst du Paul, für mich klingt das Glaubwürdig“. Dabei klang es alles andere als Glaubwürdig.
Paul guckte den jungen Mann an. „Ich weiß, dass es Nationen gibt, die sich so begrüßen. Aber vielleicht sollten sie es sich abgewöhnen sich so zu begrüßen. Zu ihrer eigenen Sicherheit. Aber ich stimme meinen Kollegen zu, ich glaube ihnen“.
Der junge Mann guckte zwischen den beiden Polizisten hin und her, die anderen Beiden hatten ihm kein Wort geglaubt, hatten ihn nicht einmal angehört.
„Sie können jetzt gehen“, entließ Stephan den Mann.
„Was… was ist mit meinem Fr… Kumpel?“
Sowohl Paul als auch Stephan wussten, wie man mit solchen Fällen umging. Da sie ihn nicht verhörten, konnten sie nichts für ihn tun und wahrscheinlich würde er in Haft gehen.
Paul stand auf. „Ich gucke mal, wie weit die Kollegen sind“.

„Höre auf dich raus zu reden. Du wurdest gesehen“, keifte Marc, als Paul das Büro betrat.
„Paul? Habt ihr ein Geständnis? Kann es gleich in die Besserungsanstalt gehen?“
„Es handelt sich um ein Missverständnis. Sie haben sich auf Grund ihrer Nationalität nur auf die Wange geküsst, dass gehört zur Begrüßung. Die ältere Dame muss da wohl was falsch interpretiert haben“. Paul wusste, dass er hoch Pokerte.
„Und ihr glaubt diese Story? Die haben wir doch so oft gehört. Ihr kennt doch dieses Pack“.
„Es hat sich sehr Glaubwürdig angehört und anscheinend, passen die Aussagen der jungen Männer überein. Wir haben unseren entlassen, wir sehen keinen Grund der weiteren Verfolgung“.
Marc und Arne starrten Paul an. „Ihr habt was? Bei dem Vorwurf?“
„Wie gesagt, wir glauben ihm“, damit verließ Paul das Büro und kehrte in seines zurück. Mehr konnte er nicht tun.
„Ich hoffe, er hat deinen Wink verstanden“, flüsterte Stephan.
„Welchen Wink?“
„Besser aufzupassen“.
„Ich weiß nicht, was du meinst“.
Stephan nickte nur, vielleicht täuschte er sich ja auch nur und musste aufpassen.

Kurz vor Dienstende kam ihr Chef in ihr Büro. „Was war das heute Nachmittag?“
„Was war was? Wir hatten mehrere Fälle“, tat Stephan Unwissend. „Sie müssen schön etwas genauer werden“.
„Warum habt ihr den jungen Mann gehen lassen?“
„Weil er uns glaubhaft vermitteln konnte, dass es sich um ein Missverständnis handelte“, erklärte Stephan ruhig und übernahm so die Verantwortung. Schließlich hatte er auch Angefangen, dem jungen Mann eine Chance zu geben. Paul war nur auf seinen Zug aufgesprungen.
„Also hat sich die Dame geirrt? Sie wissen doch, dass so ein Pack lügt und sie fallen drauf rein. Ich will das nicht noch einmal miterleben. Diese Leute brauche Hilfe, sie sind Krank“, wütend verließ ihr Chef das Büro.
Paul und Stephan guckten sich an. Ab jetzt mussten sie wohl vorsichtiger sein, denn wenn ihr Chef so reagierte, hatte er sie ab jetzt im Auge.

„Kommst du noch mit auf ein Bier?“ fragte Stephan nach Feierabend.
„Was sagt denn deine Freundin dazu?“
„Die ist sicher mit einer Freundin unterwegs und gar nicht zuhause. Wann kommt es schon mal vor, dass wir pünktlich Feierabend machen können? Sie wartet nicht auf mich, will sich durch meinen Job nicht einschränken. Also was ist? Oder wartet eine auf dich?“
Paul lachte. „Das würdest du sicher wissen“.
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