Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Eine Letzte Ladies Night

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Nene Kinokuni Rindo Kobayashi
25.05.2020
25.05.2020
1
1.780
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
25.05.2020 1.780
 
Nach einigen weiteren Sekunden, in denen sich Momo wie ihm Griff einer Anakonda fühlte, ließ Rindou dann schließlich doch von den beiden ab, natürlich mit einem breitem Grinsen. “Ich hab euch nun mal lange nicht gesehen, Momo!” Zwitscherte sie, fröhlich. Momo schnaubte nur. Als letzte brachte sich dann Nene in die Konversation. “Ich bin zuversichtlich, dass Momo-senpai sich ebenfalls freut dich zu sehen. Das Gleiche gilt natürlich auch für mich.” Erklärte sie in der üblichen nüchternen Art.

Rindou kicherte. “Oh Mann, kurz hatte ich das Gefühl es ist keinen Tag her seit ich Totsuki hinter mich gelassen habe.” Sie musterte ihre beiden Freundinnen von oben bis unten. “Äußerlich habt ihr euch allerdings ziemlich verändert und ich bin sicher ihr habt mir viel zu erzählen. Aber lasst uns dafür erstmal reingehen.”

So begann Rindou einfach loszulaufen, doch ihre Freundinnen folgten tatsächlich sofort. Und es dauerte nicht lange und schon saßen die drei an dem von Momo reservierten Tisch in einem der dekadentesten Restaurants der Stadt.

“Na dann.” Nachdem sie dann auch bestellt hatten, packte Rindou ihre beiden Ellenbogen auf den Tisch und stützte ihren Kopf auf ihre Hände. Ein verschmitztes Lächeln zierte ihr Gesicht und ihre katzenartigen Augen glitzerten schelmisch. “Füttert mich mit Neuigkeiten, Akanegakubo und Kinokuni.”

Sofort huschte Verwunderung über sowohl Nene’s als auch Momo’s Gesicht. “Seit wann benutzt du denn unsere Nachnamen?” Fragte Momo schließlich und dachte daran zurück wie eine junge, kurz-haarige Rindou vor langer Zeit enthusiastisch gerufen hatte. “Dein Name ist ‘Momo’? Wie süß! Auf gute Kameradschaft, Momo!”

“Hm-Hm~” Rindou’s Lächeln würde ein Stück breiter. “Ich nutzte nur noch die letzten Momente in denen ich das kann. Oder spreche ich hier etwa nicht mit der zukünftigen Ms.Saito und der zukünftigen Ms.Eizan?”

Momo zog die Augenbrauen zusammen, während Nene’s Wangen sich leicht pink färbten. Doch bevor sie auch nur anfangen konnten darüber nachzudenken was sie antworten sollten, schnellten Rindou’s Arme plötzlich nach vorne und griffen nach Momo’s sowie Nene’s Hand und zogen sie nach vorne. “Ich will die Verlobungsringe sehen!”

“Rindou...Was soll das?” Schmollte Momo die sich über diese plötzliche Aktion erschrocken hatte. Auch ihr Gesicht wurde ein wenig rot. “A...Also…wirklich Rindou-senpai….” Stammelte Nene. “Oooh~ Der sieht aber teuer aus.” Schnurrte Rindou nur während sie Nene’s Hand und den kleinen, schillernden Diamanten an ihrem Finger inspizierte. Ein klassisches, wie auch dekadentes  Versprechen für Treue, Liebe und ein Leben ohne finanzielle Sorgen. “Hätte aber auch nichts anderes von Eizan erwartet.” Nene’s freie Hand wanderte zu ihrer Brille um sie zu richten, während sie schamhaft zur Seite sah. Diskussionen über die Liebe hatten das kühle, strenge Mädchen, welches keine Angst davor hatte Klassenkameraden reserviert den Tod zu wünschen, schon immer in ein unschuldiges, schüchternes Mauerblümchen verwandelt.

“Ich muss sagen, ich hätte nicht gedacht jemals zu hören, dass sich die vornehme, sittliche Kinokuni Nene verlobt hat undzwar mit…” Sie ließ von Nene’s Hand ab und begann ihrem Finger auf ihrem Kinn zu tippen während sie spielerisch Naivität vorgaukelte. “...wie hast du ihn damals immer genannt? Ah ja!” Sie fixierte ihre ehemalige Elite 10 Kollegin mit einem belustigten wieauch durchdringenden Blick. “...dem ungehobelten, rücksichtslosen Barbar.”

Einer der Kellner kam und goss den drei Damen einen hochqualitativen Wein ein, der haargenau die gleiche Farbe hatte welche Nene’s Kopf in der Zwischenzeit angenommen hatte.

“Im...dritten Jahr der Oberschule hat er sich um einiges verändert.” Erklärte Nene, immer noch woanders hin sehend, sobald der Kellner wieder weg war. Neben ihr zuckte Momo mit den Schultern. “Momo hat es schon immer kommen sehen. Etsunyan war schließlich schon immer in Kinokuniyan verknallt gewesen.” Sie begann mal wieder zu schmollen. “Hätte er sich nicht so dämlich beim Werben angestellt, wärt ihr vielleicht sogar schon früher ein Paar geworden und nicht dann wenn Momo die Schule schon verlassen hat.”

Die vollkommen überhitzte Nene antwortete nicht sondern entschied sich lieber für ihren ersten Schluck Wein des Abends. Rindou dagegen lachte nur laut genug, dass sich einige Köpfe an den anderen Tischen in ihre Richtung drehten.

Immer noch mit einem Kichern auf dem Lippen, wendete sie schließlich ihren Blick auf Momo’s Hand die sie immer noch festhielt. “Dann wollen wir doch mal sehen was der gute Saito dir geschenkt hat- Oh! Na, das ist aber niedlich!” An Momo’s Ring war eine goldene Blume angebracht und in ihr lag ein funkelnder, grüner Smaragd, passend zu Momo’s Augenfarbe. Rindou musste sich ein Schmunzeln verkneifen. Jeder wusste wie sehr Momo Blumen liebte. “Wäre es nicht niedlich hätte ich ja wohl kaum ‘ja’ gesagt.” Schnaubte die Trägerin der Rings, wobei es allerdings trotz all ihrer Mühen nicht allzu überzeugend klang.

Rindou schmunzelte und befreite schließlich auch Momo aus ihrem Griff. “Na dann weiß ich ja, dass ihr zwei zufrieden seit. Freut mich zu wissen, dass ihr mit jemanden an eurer Seite in die Zukunft blicken könnt.” Sie lehnte sich wieder zurück und für einige Sekunden glaubte Nene eine Art Traurigkeit in ihren sonst so leuchtenden Augen zusehen.

“Und was ist mit dir Rindou?” Fragte Momo und wurde sofort präziser. “Was ist mit dir und Tsukasa?”

Das Leuchten in Rindou’s Augen kehrte zurück und ein Lachen war zu hören. “Was soll da sein? Abgesehen davon dass wir uns nun beide mit Vornamen ansprechen, uns auf dem Mund küssen und einige andere Zärtlichkeiten die ich nicht in der Öffentlichkeit besprechen muss….hat sich nicht allzu viel zwischen uns verändert.” Sie fing an ihre Wangen zu reiben, ein wenig wie ein verzücktes Schulmädchen. “Er bringt mir Frühstück ans Bett, wir kuscheln viel und manchmal weck ich ihn um 3 auf um mit mir die Sterne zu sehen.” Ihre Stimme wurde ein wenig leiser aber Momo und Nene hörten vollkommenes Glück aus ihr sprechen. “Es ist so wie immer und doch so viel schöner würde ich sagen.”

Als sie ihren Blick wieder zu ihren beiden Freundinnen warf, sah sie ein zierliches und ehrlich gerührtes, kleines Lächeln auf Nene’s Gesicht. Momo nickte bloß zustimmend. “Ich wusste auch schon immer, dass aus euch beiden was wird.” Sie blickte zu Nene. “Hoffentlich lässt sich Tsukasa nicht allzu viel Zeit mit dem Hochzeitsantrag, oder Kinokuniyan?”

Das Lächeln aus Nene’s Gesicht verschwand und sie runzelte bloß ein wenig mütterlich die Stirn.” Momo-senpai…..Lass den beiden doch Zeit.” Rindou musste schon wieder kichern.

-

Die Zeit verging. Teller mit exquisiten Speisen lehrten sich. Themenwechsel häuften sich.

Und irgendwann war auch das wirklich köstliche Dessert, welches selbst die überaus kritische Momo gelobt hatte, verzehrt.

“Es ist spät.” Erklärte Nene mit einem Blick auf ihre elegant, silberne Armbanduhr. “Es hat sich sehr viel kürzer angefühlt als es war.” Kommentierte Momo. Rindou jubelte daraufhin bloß. “So ist das nunmal mit guten Freundinnen!”

Für eine kurze Weile herrschte Schweigen doch gerade als Rindou vorschlagen wollte den Kellner zu rufen um die Rechnung zu bezahlen meldete sich Momo wieder zu Wort. “Sag mal Rindou...Das wollte ich dich schon die ganze Zeit fragen, aber warum hört man so wenig von dir und Tsukasa in letzter Zeit?” Ihre Stirn legte sich in Falten. “Ihr seit zwei der berühmtesten Persönlichkeiten die je von Totsuki abgegangen sind und dennoch hat noch keiner von euch ein Restaurant eröffnet. Ist da wenigstens eins in Planung?”

Nene gab ein automatisches Kopfnicken. “Das habe ich mich allerdings auch schon gefragt. Es sollte euch beiden nicht allzu schwer fallen in der Industrie einen Fuß zufassen. Wenn es um die Eröffnung eines Restaurants geht, kann Etsuya euch vielleicht auch behilflich sein als Consultant.”

Für einen kurzen Augenblick blieb Rindou ruhig. Etwas unlesbares in ihrer Mimik. Dann lächelte sie, wenn auch schwächer als gewohnt. “So süß ich es auch finde zu hören, dass du deinem Verlobten einen Auftrag ergattern willst aber weder ich noch Eishi haben derzeitig Pläne für ein Restaurant oder so.”

“Ach so?” Verwundert schob Nene ihre Brille die Nase hoch. Momo brachte sich zurück ins Gespräch. “Was plant ihr den dann? Den ganzen Abend hast du nicht einmal etwas bezüglich deiner Karriere gesagt.”

Rindou’s Mundwinkel senkten sich wieder ein Stück und diesmal fiel die Stille ein wenig länger auf. Dann schließlich schien sie ihre Antwort gefunden zu haben. “Sagen wir es so….Es ist eine Überraschung.”
-

Die Rechnung wurde bezahlt und schließlich fanden sich die drei wieder draußen in der Nachtluft.

“Somei holt mich ab, er sollte gleich da sein.” Murmelte Momo mit einem kurzen Blick auf ihr Handy, welches nach all den Jahren immer noch in einer Hülle lag welche man rein optisch einer Mittelschülerin zuweisen würde.

“Ich werde mir ein Taxi bestellen.” Meinte Nene, eher so zu sich selbst doch erlangte sie dennoch Momo’s Aufmerksamkeit. “Wir können dich auch mitnehmen, Kinokuniyan. Du musst Somei bloß sagen wo du wohnst.” Nene wandte ihren Blick nach unten zu der sehr viel kleineren Kumpanin und begann sich am Herumdrucksen zu versuchen. “Ach nein...Das ist nicht nötig. Ich möchte doch keine Umstän-” “Du machst keine Umstände.” Unterbrach Momo sie prompt. Und bevor Nene gegenargumentieren konnte, wandte sich Momo bereits an ihre ehemalige Klassenkameradin. “Und du Rindou? Dich können wir auch mitnehmen.”

Rindou winkte mit einem breiten Grinsen ab. “Bitte nicht. Ich möchte viel lieber nach Hause laufen.” Sie breitete ihre Arme begeistert aus. “Es geht doch nichts über einen Nachtspaziergang!”

“...Nachtspaziergang?” Wiederholte Momo und zog dabei eine Augenbraue hoch. “Das könnte gefährlich werden, Rindou-senpai.” Gab Nene zu bedenken.

Rindou allerdings schenkte den beiden ein charmantes wie mutiges Augenzwinkern. “Macht euch mal keine allzu großen Sorgen um mich. Ich komme schon klar.”

Für ein paar weitere Sekunden verharrte die Skepsis auf Momo’s und Nene’s Gesichtern. Doch schließlich murrte Momo. “Wenn du es so unbedingt willst.” “Aber bitte sei vorsichtig!” Kam es von Nene.

“Werd ich, werd ich!” Lachte Rindou und kam auf die beiden zu. “Nun ich denke allerdings, dass das wohl vorerst ein Abschied ist.” Ohne jegliche Vorwarnung stürzte sie dann nach vorne und zog ihre Freundinnen an sich in eine Umarmung. “Auf Wiedersehen ihr beiden! Grüßt Saito und Eizan von mir. Noch alles weitere Glück für dein Süßigkeiten-Imperium Momo und deine Restaurant-Pläne Nene.”

Momo hatte das Gefühl Rindou’s Umarmung war noch fester und länger als zu Anfangst. Nene wollte ihren Ohren nicht trauen doch irgendwie konnte sie das Gefühl nicht abschütteln eine leichte Melancholie in Rindou’s Stimme zu hören.

“Auf Wiedersehen, Rindou.” “Komm gut nach Hause, Rindou-senpai.”
Rindou ließ von den beiden ab, schenkte ihnen eines der schönsten Lächeln auf diesem Planeten Erde und drehte sich dann weg.

--

Author's Note: Ich wurde nach mehr gefragt und naja, ich hatte völlig vergessen, dass ich das hier noch zwischen meinen Dateien rumliegen hab.

Danke für's Lesen!
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast