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Ratatouille

von Guren1491
GeschichteLiebesgeschichte / P12 Slash
Chester Bennington Mike Shinoda
25.05.2020
01.06.2020
2
3.765
 
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25.05.2020 1.518
 
Hallo ihr Lieben. Schön, dass ihr euch hierher verirrt habt. Dies ist die erste Fanfiktion, die ich nach über 10 Jahren Pause wieder geschrieben habe. Mir gehören weder Mike noch Chester (möge er in Frieden Ruhen :'(  ) Seid also bitte nett, ja? :)

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“Aua! Pass doch auf!” Unsanft wurde Mike aus seiner Konzentration gerissen. Eben noch hatte er versucht seine Aubergine zu schälen, im nächsten Moment hatte er sich mit dem Schälmesser in den Finger schnitten.
“Oh sorry..”, kam sofort die Entschuldigung von dem Rempler, die anhand des Tonfalls aber nicht wirklich als eine solche auszumachen war. “Was machst du da denn überhaupt?”, hatte der Andere dann auch noch die Frechheit zu fragen.

Auf die Frage hin, besah sich der junge Halbjapaner sein Gegenüber zum ersten Mal genauer. Er hatte ihn schon öfter im Kochkurs gesehen. Allerdings immer nur zu Beginn, wo er als letzter kam und am Ende, wo er als Erster ging. Jetzt, so von Nahem, fielen Mike erst die Tattoos auf, die die Arme des anderen zierten. Langsam wanderte sein Blick an den Armen nach oben. Dabei kam Mike nicht umhin, festzustellen wie schmal sein Gegenüber war. Am Gesicht des Anderen angekommen, bemerkte Mike, dass sich die Lippen bewegten. Scheinbar hatte er schon die ganze Zeit mit ihm geredet.

Viel interessanter, als was er zu sagen haben könnte, waren aber die Augen seines Gesprächspartners. Die Farbe erinnerte ihn an die Brownies, die sie in der letzten Woche gebacken hatten und bei denen er sich die Finger am Blech verbrannt hatte. Geschickt war er leider wirklich nicht.
Vielleicht war dies einer der Gründe, wieso sich seine Freundin Anna von ihm getrennt hatte, überlegte er. Seine Gedanken wurden dann aber von einer Hand unterbrochen, die vor seinem Gesicht wedelte. “Hörst du mir überhaupt zu?” Mit diesen Worten wurde Mike wieder ins Jetzt geholt.

“Du blutest ganz schön…”, redete sein Gegenüber weiter. “Ich hol mal was… Oh und Auberginen schält man nicht.”, fügte er noch grinsend hinzu, ehe er sich scheinbar auf die Suche nach Verbandsmaterial machte. Nun warf Mike auch einen vorsichtigen Blick auf seine Hand. Das Blut tropfte von seinem Finger auf den Boden. Scheinbar hatte er tiefer geschnitten, als er gemerkt hatte. Ihm wurde leicht schwarz vor Augen. Blut hatte er noch nie sehen können. Um sich abzulenken, versuchte er sich wieder auf die Worte des Kochlehrers zu konzentrieren. “Nehmen Sie die Tomaten und übergießen Sie sie mit heißem Wasser, damit sich die Haut löst.” Nun begannen auch bunte Sternchen vor seinen Augen zu tanzen.

Gerade als er merkte, dass er zu schwanken begann, stützen ihn zwei starke Arme. Benommen ließ er sich auf den Flur führen. “Wir gehen kurz an die Luft.”, höre Mike noch eine Stimme dumpf neben sich. Glücklicherweise war der Weg nach draußen nicht all zu weit. Direkt neben der Eingangstür der Schule standen ein paar Bänke, auf die der Schwarzhaarige dann auch bugsiert wurde. “Hinlegen und Beine hoch.”, wurde er dann auch schon streng angewiesen. Ohne groß nachzudenken, kam er der Aufforderung nach. Schlimmer konnte es dadurch ja nicht werden.
Nachdem er eine Weile mit geschlossenen Augen so da gelegen hatte, fühlte er sich schon etwas besser und konnte auch wieder klarer denken. Erstaunt stellte er fest, dass sein Finger recht fachkundig verbunden worden war und das dies scheinbar von dem Tätowierten gemacht worden war, der ihn auch nach draußen begleitet hatte.
Langsam und vorsichtig setzte Mike sich auf und schaute sich nach seinem Helfer um. Recht schnell hatte er ihn ausfindig gemacht, immerhin waren sie allein vor dem Gebäude. Er stand etwas abseits und rauchte.

“Hey. Uhm...danke.”, brachte Mike leise heraus und hob den Finger, damit der Andere wusste, was er meinte. Es war ihm ziemlich unangenehm wegen so einer kleinen Sache fast ohnmächtig geworden zu sein.
“Ah, du bist also wieder unter uns.”, grinsend kam der Andere auf ihn zu, schnippte den Zigarettenstummel weg und ließ sich neben ihn auf die Bank fallen. “Du bist ganz schön ungeschickt, oder?”, fragte er. Da Mike dies als rhetorische Frage sah, verkniff er sich die Antwort. “Und hast du dich nicht auch schon öfter verbrannt?”
“Das war nur ein Mal! Und woher…”, hier wurde Mike unterbrochen. “Ach weißt du, ganz hinten bekommt man eine Menge mit. Ich bin übrigens Chester.”, stellte er sich noch immer grinsend vor und hielt Mike die Hand hin. “M...Mike.”, stellte sich dieser dann selbst vor und nahm die Hand. Das Grinsen seines Gegenüber verunsicherte ihn zusehends. Was war denn so lustig?

“Was macht der Finger M...Mike?”, zog Chester ihn dann auch gleich auf. Als Mike sein Lächeln sah, konnte er ihm da aber nicht mal böse sein. “Geht schon wieder. Und ohne dich wäre das auch gar nicht passiert.”, fiel es Mike dann auf einmal auf. Hätte Chester ihn nicht angerempelt wäre er mit dem Messer nicht abgerutscht und hätte sich nicht geschnitten. Schmollend und etwas vorwurfsvoll schaute er sein Gegenüber an.
“Naja, du hast versucht eine Aubergine zu schälen. Früher oder später wäre das sicher schief gegangen.”, hielt Chester aber sofort dagegen und damit war die Diskussion beendet. “Du hast den Kurs wirklich nötig, oder?”, wollte er auch gleich weiter wissen. Mike war sich nicht sicher, ob es ihn jetzt aufziehen wollte oder ob es eine ernst gemeinte Frage war. Ehe er etwas erwidern konnte, machte Chester ihm einen Vorschlag: “Friedensangebot: Da wir beide jetzt die Stunde verpasst haben, gebe ich dir Nachhilfe, ja? Deine Küche, deine Zutaten, mein Wissen, meine Getränke. Was meinst du?”

Etwas überrumpelt schaute Mike sein Gegenüber an. Hatte er sich quasi gerade selbst eingeladen? Mit einem Schulterzucken nickte er dann. Was hatte er schon zu verlieren? Chester wirkte nicht so, als würde er planen Mike hinterrücks zu ermorden und seine Wohnung auszuräumen. “Super!” Lächelnd sprang Chester von der Bank auf. “Ich hol dann mal unsere Sachen. Du bleibst am besten noch etwas sitzen… Die Stunde dürfte eh gleich rum sein. Und das Rezept bring ich auch gleich mit.” Und mit diesen Worten verschwand er im Inneren des Gebäudes.
Mike wollte ihm folgen und protestieren. Als er sich jedoch erhob, merkte er, dass ihm wieder leicht schwummrig wurde und so blieb er brav sitzen und wartete auf Chester.

Hinten an die Bank gelehnt, schloss er kurz die Augen. Er wusste nicht, wie lange es dauerte, bis der Andere wieder da war, vielleicht war er auch kurz weg gedämmert. “Wie fühlst du dich? Soll ich dir ein Taxi rufen?”, riss ihn eine Stimme wieder in die Realität zurück. Er musste ja wirklich elend aussehen, wenn Chester so besorgt war. “Es geht schon wieder. Wirklich. Außerdem sind es nur zwei Blocks von hier.”, beruhigte Mike seinen Helfer. Ganz zufrieden sah dieser mit der Aussage aber nicht aus und dieser Unzufriedenheit machte er auch gleich Luft. “Gut. Aber dann bringe ich dich wenigstens nach Hause.”, beharrte Chester in einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete. Ergeben nickte Mike.

Zunächst schweigend, und in Chester's Fall rauchend, machten sich die Beiden auf den Weg. Langsam entwickelte sich dann aber doch ein Gespräch, in dem Mike erzählte, wie er zu dem Kochkurs gekommen war. Erst zögerlich, dann immer offener berichtet er von seiner Beziehung zu Anna und deren Ende. Chester erwies sich als ziemlich guter Zuhörer, was Mike das Erzählen noch einfacher machte.
Während seiner Beziehung hatte er sich nie um das Essen kümmern müssen und vor Anna hatte er auch nie allein gewohnt, so dass er nie in Verlegenheit gekommen war, kochen zu müssen. Schnell hatte er dann feststellen müssen, dass Lieferdienste auf dauer ziemlich teuer werden konnten und nur belegte Brote oder Nudeln und Reis waren auch keine dauerhafte Lösung. “So, jetzt weißt du, was ich hier mache. Was ist mit dir?”, fragte Mike zum Ende seiner Geschichte.

“Die Geschichte ist zu lang für einen Block.”, wich Chester der Frage aber aus und tatsächlich waren sie fast schon an Mikes Wohnung angekommen. Ihm entging jedoch nicht, wie sich Chesters Miene bei der Frage geändert hatte. Es schien also auch keine schöne Geschichte zu sein. “Vielleicht erzähle ich sie dir beim Kochen.”, lächelte er dann aber auch sofort schnell wieder, das Mike fast dachte, er hätte sich das Andere nur eingebildet. Da das Lächeln seine braunen Augen aber nicht ganz erreichte, wusste Mike, dass da mehr hinter steckte.

Kurze Zeit später waren sie dann auch schon an dem Wohnblock angekommen, in dem Mike seine Wohnung hatte. “Also dann bis...Freitag?”, fragte Mike unsicher und schaute sein Gegenüber fragend an. “Freitag klingt gut. Ich bin so gegen 20 Uhr da.”, stimmte Chester lächelnd zu und drückte Mike in eine kurze aber feste Umarmung. “Wo muss ich klingeln?”, wollte er dann noch wissen. Nachdem Mike es ihm gesagt hatte, machte sich Chester dann auch auf den Heimweg. Nicht jedoch, ohne sich noch einmal umzudrehen und Mike ein: “Versuch bis dahin alle Finger zu behalten.” Lächelnd und leicht den Kopf schüttelnd schaute Mike ihm nach. Der Freitag versprach interessant zu werden.

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Und damit wären wir dann auch am Ende von Teil 1. Der nächste Teil kommt dann in einer Woche.

Lasst mir gern ein Kommi da. Nächste Woche gibt es dann Ratatouille für alle.
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