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Waterman

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
25.05.2020
25.05.2020
7
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25.05.2020 3.074
 
Liebe Leserinnen und Leser,
Wieder einmal ist es mein 12-jähriges Ich, das hier aus der Vergangenheit zu euch spricht, in der Absicht eine lustige Geschichte für Kinder zu schreiben. Also betrachtet die Geschichte bitte mit einem kleinen Augenzwinkern. ;)
Viel Spaß und liebe Grüße
Elisabeth

Daniela war sehr neugierig, hatte knallrot gefärbte Haare, mit einem gelben Wollfaden darin, als „Strähnchen“, weil sie sich keine Strähnchen färben lassen durfte hatte sie ihn fest an eine Strähne von ihrem richtigem Haar geknüpft. Sie hatte viele Freundinnen und war sehr lustig. Sie war immer in knalligen Farben gekleidet. Sie hatte noch einen kleinen Bruder, der Kurt und eine kleine Schwester, die Juliana hieß. Ihre Freundinnen waren Hanna, Biene (eigentlich Sabine), Katja, Lena, Lisa, Sara, Caroline, Ramona, Rebekka, Claudia und das waren auch schon alle Mädchen aus ihrer Klasse.  Ihre beste Freundin war Biene.
Einmal war Biene bei Daniela zu Besuch. Sie wussten nicht, was sie tun sollten und langweilten sich schrecklich. „Weißt du, was wir jetzt spielen oder tun könnten?“, fragte Daniela Biene nun schon zum 71. Mal. Biene dachte angestrengt nach, doch ihr fiel absolut nichts ein, plötzlich aber schoss ihr ein Gedanke, wie ein Blitz durch den Kopf und sie begeistert: „Ich habe eine Idee! Gestern habe ich mir eine Zeitschrift gekauft und da war so ein Computerspiel drin, ein total Komisches, da steht eine ganze Liste über Sicherheitsvorkehrungen! Lauter dummes Zeug wie: „Vergewissere dich, dass ein Erwachsener  in der Nähe ist!“ oder „Brenne die CD niemals, sonst kannst du nicht mehr aussteigen!““ Daniela setzte sich interessiert  auf und hörte auf, die Buchstaben der zweiten Seite des Wörterbuches zu zählen und warf die Strichliste, die sie dazu gemacht hatte auf den Boden. „Ist ja super, bring das Spiel doch gleich mal vorbei!“ Biene lief nach Hause und war in zwanzig Minuten wieder da, sie war die zwei Straßen, die sie auseinander wohnten zwar gesprintet, aber sie konnte das Spiel nicht gleich finden. Daniela saß schon am eingeschalteten  Computer und sagte „Leg die CD ein!“ „Nein, nicht so schnell, wir müssen vorher das hier lesen!“ „Ach, das kriegen wir schon noch raus, wie man da spielt, ich fange vor Langeweile gleich wieder an, Buchstaben zu zählen!“ „Von mir aus!“ sagte Biene, die nicht gerade von der ängstlichen Sorte war. Sie legte die CD in das Laufwerk und sie warteten. Plötzlich erschien ein blauer Hintergrund. Dann war der Titel des Spieles zu sehen: „Waterman“ „Waterman... –Wassermann!“ sagte Daniela und stand gelangweilt vor dem Computer auf : „Das kannst du spielen, du hast es gekauft, das ist sicher ein Lernspiel über Sternzeichen und mit Horoskopen hab ich nichts am Hut!“ „Dabei bist du doch selber Wassermann vom Sternzeichen her, aber keine Sorge, ich hasse Horoskope, genau wie du!“ Sie setzte sich anstatt Daniela vor den Computer „Ich nehme aber gerne Platz!“ „Von mir aus!“ seufzte diese gelangweilt „ich hole mir nur noch einen Stuhl, damit ich es bequem habe, falls ich einschlafen sollte!“ und verließ das Zimmer. Als sie grade einen Stuhl aus der Küche zerrte, hörte sie einen Schrei, der eindeutig von Sabine kam. Was denn, war soeben eine Spinne über den Bildschirm gekrabbelt? Da musste sie doch nicht so brüllen! Dachte Daniela und ließ sich Zeit, zu Biene und dem Computer ins Zimmer zu kommen. Sie war noch kaum im Zimmer, da musste sie sich entsetzt auf den Stuhl setzten, den sie hinter sich her gezogen hatte: schlapp, wie ein nasses Plastiksäckchen, lag eine Qualle auf der Tastatur und bewegte kaum ihre dünnen Nesseln. Daniela zitterte am ganzen Körper und überhaupt, wo war nur Biene? Sie saß nicht auf ihrem Stuhl, Daniela  stand auf und schaute unter den Tisch, wobei sie sogar ein Stück darunter kroch. Da rutschte die Qualle auf ihren Kopf! Jetzt schrie Daniela, so laut sie nur konnte, stürmte ins Bad und warf den Kopf nach Vorne, sodass die Qualle im Waschbecken landete. Schell zog sie ihre Handschuhe an und drehte den Wasserhahn auf. Die Handschuhe hatte sie an, falls sie die Qualle herausheben müsse. Wie war diese Qualle nur ins Zimmer gekommen? Das Spiel! Der Gedanke traf Daniela wie ein Blitz. Biene war in den Computer eingesaugt geworden und hatte wohl als Warnung und Zeichen- eine Qualle auf den Tisch geworfen?  Ausgeschlossen, selbst wenn Biene im Computer wäre, woher hätte sie die Qualle genommen? Moment mal- blauer Hintergrund- Waterman- klar , Wasser, Sabine war wohl offensichtlich in eine Unterwasserwelt geraten. Nein, nie, so was gibt es nicht! Dachte Daniela und schrie „Biene! BIIIIIIIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEENNNNNNNNEEEEEEEEEEEEEEEEE!!!
Wo war sie nur, sie konnte nicht weg sein, oder doch? Daniela traute sich nicht mehr in das Zimmer, mit den Computern. Sie wollte sich erst mal um die arme Qualle kümmern, sie durfte nicht austrocknen! Daniela hatte viel für Tiere übrig, darüber hinaus vergas sie ganz, sich die Haare zu waschen. Mit den Wandschuhen lud sie die Qualle auf ein Backblech, um sie- nein, nicht zu backen, sondern um sie in die Badewanne umzusiedeln. Die Qualle war groß. Viel zu groß für Danielas Geschmack! Wenn das nur keine tödliche Qualle war. Doch danach sah es beim besten Willen nicht aus. Eher hilflos und glitschig. Als die Qualle in der Badewanne schwamm, nachdem Daniela sie dort abgeladen hatte und lauwarmes wasser eingelaufen hatte, ließ Daniela sich auf den Klodeckel plumpsen. Sie war müde und verzweifelt zugleich. Wo war Biene nur? Was würden ihre Eltern dazu sagen?  Was der Rest der Familie, wenn sie die Qualle sah! Sicher wollten sie sie auf dem schnellsten und grausamsten Weg entsorgen. Ihre Eltern waren zwar tierlieb aber für glitschige Tiere hatte der Großteil der Familie nichts übrig. Juliana wurde durchdrehen, das konnte sie sich denken. Sie schloss die Badezimmertür ab, obwohl außer ihnen niemand zu Hause war. „Arme Qualle du, du hast es schwer. Wo soll ich dich nur lassen, in der Familie mag keiner euch Quallen! Woher kommst du nur, kleine Qualle? Wenn du es gut triffst, dann können wir dich in ein Quallenaquarium tun, so eine Art Tierpark für Quallen, verstehst du, so was gibt es und ihr lebt hinter Glas und die Besucher glotzen euch an und ach, ich weiß ja nicht einmal, womit ich dich transportieren soll, das Quallen-Aquarium ist zwei Kilometer weit weg, auf dem Weg dahin würdest du austrocknen, ich weiß ja nicht einmal, was für eine Art von Qualle du bist! Ich weiß auch nicht, was du frisst, du müsstest in weniger als drei Tagen hier verhungern, oder an Erschöpfung sterben!“ Plötzlich hob die Qualle den Kopf aus dem Wasser und schaute sie mitleidig und traurig zugleich an. Daniela kriegte einen kleinen Schreck, doch seitdem sie die Qualle auf der Tastatur liegen gesehen hatte, konnte sie so leicht gar nichts mehr erschrecken. „Du siehst fast so aus, als hättest du mich verstanden!“ sagte Daniela. Die Qualle sah sie immer noch an. „Ich habe dich verstanden!“ sagte sie. Daniela stieg vor Schreck auf den Klodeckel, beruhigte sich aber gleich wieder, weil Tiere aus PC-Spielen sehr oft sprechen konnten. Außerdem wunderte sie langsam gar nichts mehr, selbst dann nicht, wenn sich die Qualle plötzlich in eine Katze verwandeln würde und davonflöge. Daniela setzte sich wieder. „Ich heiße Daniela!“ sagte sie, als würde sie mit einem fremden Mädchen sprechen. „Quelia!“ sagte die Qualle nur und daraus musste Daniela schließen, dass das der Name der Qualle war. Doch diese tauche wieder unter und schwamm zweimal in der Badewanne auf und ab. Es war ihr scheinbar unangenehm, viel zu reden. „Du bist wohl sehr schüchtern, wie?“ fragte Daniela und lachte ein bisschen. „Naja...“ sagte die Qualle und schwamm mit eleganten Bewegungen  von der einen Seite der Badewanne zur anderen „Ich bin sehr erschrocken, der freche Riesentintenfisch hat plötzlich ein Mädchen vom Bildschirm zu uns reingezogen und dann...“ „Wart mal!“ unterbrach Daniela ungeduldig „War sie blond, das Mädchen meine ich und hatte sie blaue und violette Sachen an? Und ihr seht uns wirklich durch einen Bildschirm?“ „Ja, das sehen wir euch, nur bei dem Mädchen kann ich dir nicht helfen, ich bin leider farbenblind!f“ „Oh!“ sagte Daniela bedauernd „tut mir Leid für dich!“ „Brauch dir nicht Leid zu tun, so viele Quallen  können kaum was sehen, wir können dafür- ich will ja nicht prahlen - sehr gut schwimmen, wir leben in Gruppen zusammen, Quallen von der selben Art. Wegen dem Mädchen...? Kennst du diese blöde K...!“ „Biene ist doch keine blöde Kuh!“ unterbrach Daniela „Sie ist meine beste Freundin und interessiert mich im Moment mehr, als deine blöde Quallengruppe!“ Quelia schwamm ohne die Miene sichtlich zu verziehen  ein Stück beiseite. „Du, du, du unbedeutende kleine Qualle, wo ist Biene, was hast du ihr getan, dass sie dich hier raus geworfen hat. Sabine tut nichts grundlos!“ „Ach nein!“ fragte Quelia, sichtlich sauer „Sie hat mich an einem meiner Nesselfäden gepackt und mich wie ein Lasso herumgeschwungen und aus dem Bildschirm befördert, du kannst dir nicht vorstellen, wie weh das getan hat, als ich auf diesen flachen Stein mit den vielen Höckern gefallen bin!“ Daniela fiel gerade ein, dass Quelia so möglicherweise den Computer zum Absturz gebracht hatte. Sie rannte aus dem Bad ins Zimmer, wo der Computer war zurück und musste zu ihrer Erleichterung feststellen, dass dem nicht so war. Die blaue Fläche, die auf dem Bildschirm zu sehen war, als das Spiel begann war immer noch da.  Es war ein Meer, indem sich Fische und andere Meerestiere tummelten. Sie schwammen kreuz und quer,  wäre der große Tintenfisch nicht gewesen, hätte sie es glatt mit einem Aquarium verwechseln können.  Daniela erinnerte sich an das, was Quelia ihr vom Riesentintenfisch erzählt hatte und wich erschrocken vom Computer, als dieser sie neugierig musterte. Sie rannte vorsichtshalber zurück zu Quelia ins Bad. Kaum war sie dort, begann Quelia wütend zu schauben: „Warum rennst du weg, wenn ich mit dir rede, ich bin noch lange nicht fertig! Deine blöde Freundin hätte mir beinahe einen Nesselfaden ausgerissen!“ Da plötzlich durchfuhr Daniela ein schrecklicher Gedanke: Was, wenn Quelia eine giftige Qualle war? Biene hatte jetzt sicher lauter Nesseln in der Hand stecken! „Bist du giftig?“ fragte sie ziemlich aufgeregt. „Natürlich!“ sagte Quelia nur. „Oh nein! Die arme Biene! Ich muss was tun, aber was, sie wird sonst noch sterben und zwar an Ort und Stelle Im Meer von einem Computer!“ heulte Daniela erschrocken los. „Halt, halt, halt, das habe ich nicht gesagt!“ unterbrach Quelia „alle Quallen sind giftig, nur so können wir unser Futter holen. Auch wir Computerquallen, obwohl die selben Fische beim nächstem Einschalten des Computers wieder erscheinen!“ „ Aha, du was passiert denn eigentlich, wenn man die Cd ausschaltet?“ „Dann schlafen wir in der CD, denn dort drinnen hat jeder ein winzig kleines Zimmer eingebaut!“ „Was für eine Art von Qualle bist du denn?“ fragte Daniela, die wieder rausfinden wollte, ob Quelia giftig ist. „Eine Würfelqualle!“ sagte diese mit einer Stimme, die Daniela nichts gutes ahnen ließ. Wie ein Blitz schoss der Satz eines Reporters im Fernsehen in ihren Kopf zurück: „Die hochgiftigen Würfelquallen kommen in Australien vor...“ Gleichzeitig fühlte sie in Gedanken, wie ihr Quelia auf den Kopf glitt. Da war es aus mit ihrer Fassung! Sie rannte panisch und laut brüllend im Haus herum. Sie brüllte, wie ein Löwe und rannte von Zimmer zu Zimmer, nur ins Bad wollte sie nicht noch einmal. Sie hatte die Stacheln einer hochgiftigen Qualle in der Kopfhaut, dachte sie, ihre Freundin Biene würde auch daran sterben müssen. Eine gute halbe Stunde rannte sie brüllend rum, ohne zu denken, wie sie diese halbe Stunde denn überlebt hätte, mit Quallenstichen im Kopf, es fiel ihr nicht ein, in ihrer Angst. Da klingelte jemand an der Tür. Sie war nicht darauf gefasst und zuckte zusammen. Wie sie wohl aussah! Sollte sie aufmachen? „Aufmachen! Daniela! Sofort! Sofort! Mach sofort auf, hörst du!“ Sie wurde rot. Was sollte sie nur tun? Mit einem Stöhnen, und ohne sich im klaren zu sein, was sie tat öffnete sie. Sie wusste, wer es war! Die Nachbarin von neben an, die für Kinder nicht viel Geduld hatte. Als sie Daniela sah, die in der Tür stand und zu Boden schaute, ohne was zu sagen, tat es ihr Leid, dass sie so sehr geschimpft hatte, doch sie ließ sich nicht gerne beim Mittagsschlaf durch unaufhörliches Gebrüll wecken. Danielas Augen waren etwas rot vom Weinen, auf ihren Haaren klebte etwas Glänzendes, und sie sagte nichts und war rot vor Verlegenheit. „Es tut mir Leid!“ sagte Daniela, ohne irgendeinen Grund ihres Brüllens zu nennen. „Schon gut!“, sagte die Nachbarin, Frau Flugner in einem ungewohnt nettem Ton. „Kann ich dir irgendwie helfen?“ Jeder, der in ihrer Situation gewesen wäre hätte „Nein!“ gesagt, vor Verwirrung, doch Daniela war viel zu verzweifelt und sagte einfach „Ja!“. Dabei kratzte sie sich am Kopf und brüllte wieder, war dann aber ganz erschrocken still. „ Schon gut, Daniela! Sind deine Eltern nicht da?“ Daniela schüttelte nur den Kopf und fragte zu Frau Flugners völligem Überraschung : „Kennen Sie sich mit Computer und Computerspielen aus?“ „Nein, wie kommst du denn darauf?“ „Kommen Sie erst mal rein!“ Frau Flugner trat ein und fragte: „Ist dein Computer kaputt?“ „Nein!“ Daniela merkte zu ihrer Verzweiflung, dass sie sich wieder an der Schleimstelle am Kopf zu kratzen begann, war aber lieber still. Dann redete sie weiter: „Sie kaufen es mir sowieso nicht ab, wenn sie es nicht selber sehen, also, kommen Sie mit!“ Sie betrat vorsichtig das Zimmer mit dem Computer. Frau Flugner hinterher. Sie wunderte sich ganz schön, mit welcher Angst Daniela das Zimmer betrat. „In diesem Computerspiel ist meine Freundin gefangen, gehen Sie ja nicht zu nah ran, der Tintenfisch ist heute in Mordsstimmung!“  Sie erschrak über ihr letztes Wort: Mordsstimmung! Hatte der Tintenfisch möglicherweise ihre Freundin gefressen? „Hör mal!“ sagte Frau Flugner  sichtlich bemüht geduldig zu sein „du weißt doch, dass es das nicht gibt, ich will nicht sagen, dass ich deine Panik nicht verstehe, sie ist aber unbegründet! Um es dir zu beweisen, dass nichts passiert, setze ich mich jetzt vor den Computer und...“ „Nein, nein, tun Sie das nicht!“ sagte Daniela laut und rannte auf Frau Flugner zu, die Richtung Computer ging und zog sie am Arm
Richtung Tür. „Ich kann es Ihnen beweisen, dass es stimmt!“ Sie ging ins Bad. „Kommen Sie!“ sagte sie ungeduldig und Frau Flugner ließ sich mitziehen und blieb vor Schreck wie festgenagelt stehen, beim Anblick der Qualle. „Was ist dAAAAAAs denn!“ hauchte sie kaum hörbar, obwohl sie natürlich wusste, was es war. „Eine Würfelqualle!“ sagte Daniela ruhig und gab Quelia ein Zeichen, indem sie den Finger auf den Mund legte und ihr damit sagen wollte, dass es besser wäre, wenn sie still war. Dann bot sie Frau Flugner an, am Badewannenrand Platz zu nehmen, die sich aber, der Ohnmacht nahe lieber auf dem Klodeckel hinsetzte. Dann erzählte sie Frau Flugner alles. Als diese sich beruhigt hatte und alles verstanden hatte ging die Tür auf. „Meine Eltern, was soll ich tun???!“ fragte Daniela laut und panisch und fügte hinzu: „ verstecken sie sich irgendwo, damit ich sie später um Hilfe bitten kann, wenn die Luft rein ist!“ „Vergiss es, Kleine, schlag dir das aus dem Kopf!“ sagte Frau Flugner wieder in ihrer ungeduldigen Art und ging aus dem Badezimmer. Sie lächelte Danielas verdutz schauenden Eltern zu und sagte, bevor diese etwas fragen konnten: „Ich musste ihrer Tochter helfen, etwas Geheimes, aber Sie wissen ja, wie Kinder manchmal sind...“  Sie lächelte und sagte: „Da ich merke, dass ich Sie jetzt störe, gehe ich lieber wieder nach Hause und rufe ihre Tochter später an!“ „Aber nein, bleiben Sie doch! Mich würde nur interessieren was unsere Tochter Ihnen erzählt, was wir nicht wissen!“ sagte Danielas Mutter. Da stürmten auch schon Kurt und Juliana ins Haus. „Es geht um Sabine, soviel sei verraten!“ sagte Daniela, die grinsend aus dem Bad kam. „Aber warum unterhalten Sie Sich nicht in unserem Wohnzimmer darüber, warum denn im Badezimmer?“ fragte der Vater. „Was ist im Badezimmer?“ fragte Juliana neugierig und lief, schneller, als Daniela in panisches Gebrüll verfallen konnte hinein. Jetzt kommt, was kommen musste! Dachte Daniela und blieb an ihrem Standpunkt im Flur stehen und wartete auf das Brüllen ihrer Schwester, das Schimpfen der Eltern und das feige Verschwinden der Nachbarin. Doch vorerst geschah nichts. Daniela wollte aufatmen, da war ein lautes Brüllen und entsetztes Heulen zu hören. Sie war als Erstes bei Juliana, dann Kurt, dann Frau Flugner Und zum Schluss die Eltern. „Da- da- da- schwimmt eine eklige bewegliche Plastiktüte, ich hab sie grad angegriffen!“ stammelte Juliana. Bevor der Rest der Versammelten im engen Badezimmer ein Wort heraus brachte verlor Daniela die Fassung und hob Juliana hoch. „Wo hast du sie berührt, sag wo! Wo? WOOOOOOOOOO?“ „Am Kopf!“ heulte Juliana und Daniela stellte sie erleichtert auf dem Klodeckel ab. Daniela seufze, doch sie wurde bald mit Fragen überhäuft : „Wo hast du dieses entsetzliche Tier her?“ schnaubte ihr Vater und ihre Mutter schnaubte Frau Flugner an: „Haben Sie das arme Tier etwa her gebracht?“ „Das würde ich niemals tun, ich ekle mich vor diesen Viechern!“ Zu allem Überfluss musste sich auch noch Quelia rechtfertigen: „Hey! Ich bin weder eklig, noch eine Plastiktüte, auch nicht entsetzlich, ich bin einfach nur eine einfache Würfelqualle aus dem Computer!“
Nach zwei Stunden  kaum übersehbarem Chaos und einem Stimmengewirr von schimpfenden Eltern, Geschwistern, einer sich in Worten verteidigenden Qualle und einer zu schlichten versuchenden Nachbarin gingen fast alle Versammlungsmitglieder zu einer Lösungssuche ins Wohnzimmer. Nur Quelia, die laut über mangelnde Gleichberechtigung schimpfte wurde im Badezimmer zurückgelassen. Nach einer langen Diskussion, die fast 2 1/2 Stunden in Anspruch nahm kamen sie zu dem Schluss, Quelia in ein Tierheim für Quallen zu stecken, in ein Riesenaquarium,  Danielas Eltern waren der Meinung, Quelia würde sich bestimmt daran gewöhnen, an die vielen Artgenossen und Besucher. Daniela übernahm die Aufgabe, es Quelia schonend beizubringen, dass sie jetzt in einen neuen „Quallenschwarm“ , aber einen hinter Glas gebracht werden müsse. Nachdem auch alles andere Geschehene ans Tageslicht kam wurde beschlossen, dass ein Computerfachmann ans Werk musste. Daniela konnte sagen, was sie wollte, als Verteidigung für Quelia und  konnte noch so oft behaupten, dass man das selbst in die Hand nehmen müsse. Die Eltern schlossen Danielas Zimmer, wo der Computer stand ab und verboten jedem den Zutritt und Frau Flugner verboten sie, es irgendeinem weiterzuerzählen, auch Juliana, Kurt und Daniela mussten das versprechen. Es wurde beschlossen, den Computermechaniker erst morgen aufzusuchen, sosehr Daniela auch protestierte. Dann ging Frau Flugner nach Hause. Daniela warf ihr einen hilfesuchenden Blick zu und sie beschloss, Daniela morgen anzurufen.
 
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