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Eine ganz normale Puppe

von Tankii
KurzgeschichteHorror / P18 / MaleSlash
24.05.2020
29.01.2021
5
4.598
1
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29.05.2020 1.055
 
Genau nach 2 Stunden kam der junge Sportler nun joggend an dem Tor der alten halb verfallenen Villa an. Das ganze Gebiet um die Villa war weiträumig mit einem circa 2 Meter hohen Zaun umringt, den einige scharfkantige Spitzen schmückten. Nur zwei Wachhäuser an der Einfahrtstraße führten zum Anwesen, durch ein großes angerostetes Tor das zum Glück einen Spalt offen stand. Anders wäre die kleine Gruppe vermutlich sonst nicht auf das komplett zugewucherte Anwesen gekommen.
Es war außer ihm jedoch noch niemand anderes da, weswegen er sich einfach mal in eins der Wärterhäuser setzten wollte. Er ging zu dem linken Häuschen und versuchte die Tür zu öffnen, sie war jedoch verschlossen. Zu seinem Glück war die Tür des anderen Häuschens bereits kaputt, weswegen er sich in dieses auf den alten Bürostuhl setzten konnte. Jetzt wo er saß holte er aus seiner weiß-gelben Sporttasche einen Walkman, um mit ihm die Zeit etwas zu vertreiben bis die anderen gekommen sind.
Nach wenigen weiteren Minuten kam dann auch endlich Jasmina an, sie hatte einen großen Wanderrucksack dabei, der prall gefüllt aussah. Die Musik von Franz war so laut das er nicht bemerkte das Jasmina bereits da war, er fuchtelte mit seinen Händen in der Luft herum als würde er Schlagzeug spielen. Wegen dem sehr ungewöhnlichen Anblick musste Jasmina schmunzeln und machte sich erst mal noch nicht bemerkbar, sie beobachtet ihn bei seinem treiben lieber noch ein wenig.
Als der total abgelenkte Sportler anfing lautstark im Rhythmus auf dem morschen hölzernen Schreibtisch herum zu trommeln, auf dem alte Überwachungsmonitore, ein paar alte Dokumente und eine kaputte Kaffeetasse standen, machte sich Jasmina auch mit einem räuspern bemerkbar. Jedoch bemerkte Franz dieses leise Geräusch von ihr überhaupt nicht, die Musik war viel zu laut und er war wie berauscht von ihr. Leisen Schrittes trat sie an ihn heran und tippte ihm vorsichtig zweimal auf die Schulter, total überrascht erschreckte sich der Fußballer und kippt mit dem Stuhl zusammen um. Um sich zu fangen versuchte er sich am Tisch festzuhalten, jedoch griff er nur in die zerbrochene Tasse und schnitt sich die Handfläche an ihr auf als er fiel.
Die besorgte Jasmina kniete sich direkt zu ihn auf dem Boden, setzte ihren Rucksack ab und wühlte in ihn herum. Total erleichtert atmete Franz aus, sagte „Du bist es nur Jasi, da habe ich mich aber mal richtig erschrocken.“ und lachte über diese Situation. Besorgt wie Jasmina war, war ihr gar nicht zu lachen zumute, sie erwiderte trocken „Deine Hand blutet, warte ich habe Verbandszeug mit.“ und wühlte weiter in ihrem Rucksack. Er reagierte darauf „Ist doch nur ein Kratzer.“, sie hatte nun endlich den Verbandskasten in ihrem riesigen Rucksack gefunden, holte ihn raus und knallte ihn auf den Boden. Sie öffnete ihn prompt, holte ein Fläschchen reinen Alkohol und ein Wattepad raus um die Wunde zu desinfizieren bevor sie seine Hand verband.
Inzwischen war auch der ruhige Michael angekommen und beobachtete das Schauspiel, so dunkel wie er gekleidet war sah man ihn in der nicht vom Sonnenlicht bestrahlten Ecke des Wachhauses fast gar nicht. Er machte sich auch nicht weiter bemerkbar und wartete einfach ab bis die anderen beiden mit dem verbinden der Hand Fertig waren.
Nachdem Jasmina die Hand des ungeschickten Franz fertig verbunden hatte, packte sie das Verbandszeug wieder in ihrer Tasche und er fragte „Wozu hast du eigentlich Verbandszeug mit?“. Sie schüttelte leicht mit dem Kopf und antwortete beim aufstehen „Für alle Fälle, wir wissen ja nicht genau wie Baufällig das Haus ist oder welches Ungeziefer in ihm lebt.“. Auch der Sportler stand nun auf und sagte „Das ist gut. Ich habe da gar nicht dran Gedacht.“, Jasmina schüttelte weiterhin nur den Kopf und seufzte kurz auf. Die beiden machten sich nun auf um das Haus zu verlassen, als Jasmina die Tür ergriff und sie anfing zu öffnen, fiel Licht in die bisher unbeleuchtete Ecke und sie sah schemenhafte Umrisse eines Menschen. Sie zuckte leicht zusammen, hielt es aber nur für Einbildung und wollte vor dem Anführer ihrer Bande nicht schwach wirken.
Doch plötzlich bewegte sich der Schatten auf sie zu und Griff nach ihrer Hand. Jasmina kreischte laut vor Angst und fiel rückwärts in die Arme des ebenfalls leicht erschrockenen Franz, welcher den nun halb im Licht stehenden Schatten als Michael ausmachen konnte und leicht beschämt sagte „Das ist doch nur Micha. Wie lange stehst du schon da?“. Michael antworte ihm „Bestimmt schon 10 Minuten, wollte euch nicht stören.“, Der beschämte Fußballer, richtet Jasi auf, versteckte seine verletzte Hand hinter seinen Rücken, legte seine andere Hand hinter den Kopf und überspielte die ihm sehr offensichtlich unangenehme Situation indem er raus ging und sagte „Schauen wir lieber mal ob die anderen schon da sind.“. Die beiden anderen folgten ihm still, die immer noch zitternde Jasmina bekam noch kein Wort raus und Micha sagte sowieso immer sehr wenig, so war er auch hier wieder still.
Draußen wartete zwar noch keiner, aber sie sahen am Horizont den vor Erschöpfung schnaufenden und schwitzenden Aaron mit einem riesigen Rucksack auf dem Rücken, der einen Handwagen voll mit Elektronik und einer Tasche hinter sich herzog. Die kleine Gruppe ging ihm entgegen, während Jasmina über die Elektronik die auf dem Handwagen lag staunte, griff Michael nach dem Griff des Handwagens um diesen weiter zu ziehen. Dankbar lies Aaron den Wagen los und sagte „Danke ich bin so fertig.“. Doch Micha war nicht sonderlich kräftig und hatte offensichtlich Schwierigkeiten den schweren Wagen überhaupt vom Fleck zu bewegen. Da griff der kräftige Franz den Griff und zog den Wagen zum Tor, verwundert über dessen doch recht hohes Gewicht fragte er „Was hast du denn da alles mit?“. Total außer puste aber auch sehr freudig erzählte Aaron stockend „Das ist der.. neuste TVR 3740 Farb-.. Fernseher mit eingebautem.. VHS Rekorder.. und dem neuen Super Play.. Computer 4000 mit fast allen Spielen.“.
„Dann ist wohl für Unterhaltung gesorgt.“ verlautete Franz, aber fragte auch noch „Aber was ist in deinem Rucksack und der Tasche auf dem Wagen?“. Kleinlaut antwortete Aaron „Kabel und Verpflegung.“ und Franz wusste natürlich direkt das Süßes und Chips für Verpflegung standen. Die vier holten die Stühle aus dem Wachhäuschen und setzten sich vor das Tor um noch auf die fehlende Chantal zu warten. Die sich scheinbar um mehrere Stunden verspätete, was eigentlich gar nicht zu ihr passte, normalerweise ist sie immer eine der ersten.
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