Lights out

von Gifthexe
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Alexander Albon George Russell Lando Norris
24.05.2020
30.06.2020
7
15.427
9
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Dieses Kapitel
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30.06.2020 2.137
 
A/N: Hallöchen :) Lando und George sind sich erneut näher gekommen und das auch nicht zu knapp bisher. Was Lando davon hält und wie er überhaupt die ganze Entwicklung empfindet erfahrt ihr in diesem Kapitel, welches am nächsten Morgen und aus der Sicht von Alex anfängt.
Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße :)



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Kapitel 7
- Unsicherheiten -



Irritiert kniff Alex die Augen zusammen, als er am nächsten Morgen die Küche betrat. Das Bild, welches er vorfand, unterschied sich nur geringfügig von dem, was sich ihm am gestrigen Morgen geboten hatte.
Statt George saß zwar Lando am Tisch und der Jüngste hatte auch keinen Kaffee, sondern einen Smoothie vor sich stehen, ansonsten war der Anblick aber fast derselbe.
Lando wirkte nicht glücklich, eher sogar verzweifelt.
„Hey“, begrüßte er den Jüngeren, „Hast du nicht gut geschlafen?“
Als Antwort erhielt er nur einen leisen, kleinen Seufzer, dann nahm der Jüngste einen Schluck von seinem Smoothie, kleckerte und fluchte darüber nicht sonderlich begeistert.
Gerade so verkniff sich Alex ein Grinsen.
George und Lando waren sich ähnlicher, als die zwei wahrscheinlich ahnten.
Ihm selber kam diese Erkenntnis allerdings nicht zum ersten Mal. Seit sein bester Freund ihn zu dieser Rettungsmission überredet hatte, hatte er schon das Gefühl gehabt, dass sich da etwas zwischen seinen beiden Freunden anbahnte.
Die Bestätigung dafür hatte er fast direkt bei ihrer Ankunft hier bekommen, als sich Lando geradezu in Georges Arme geflüchtet hatte und seitdem kontinuierlich die Nähe des anderen suchte.
Das George Gefühle für den kleinen Briten hegte, war ihm auch relativ schnell aufgefallen. Deshalb hatte er sich gestern Morgen auch dazu berufen gefühlt dem anderen gut zuzureden.
Heute Morgen würde er seine Weisheiten dann wohl an Lando ausprobieren müssen.

„Was ist los, Lando?“, hakte er nach und bemühte sich um einen beruhigenden Tonfall.
„Nichts“, piepste dieser.
„Hat George dich gestern noch ins Bett gekriegt?“
Okay, mit der Frage war er dem Problem, welches den Jüngeren zu plagen schien, wohl ziemlich nah gekommen, denn Lando glühte mit einem Mal, wie eine kleine, reife Tomate.
„Wieso?“, piepste Lando abermals und schien sich absolut nicht wohl in seiner Haut zu fühlen.
„Weil du eingeschlafen bist, während wir den Film geguckt haben und George gesagt hat, ich könnte ruhig schlafen gehen, er würde dich wecken und ebenfalls ins Bett schicken“, erläuterte Alex nur die halbe Wahrheit, während er sich gleichzeitig einen Kaffee zubereitete.
Dass er sich nach dem Film, noch eine ganze Zeit leise mit George unterhalten hatte und zwar über ihn, verschwieg er absichtlich.
Sein bester Freund war überglücklich darüber gewesen, dass Lando sich an ihn gekuschelt hatte und voller Vertrauen eingeschlafen war.
Was war also seitdem passiert, dass Lando jetzt solch einen niedergeschmetterten Eindruck machte?

„Hat George irgendwas gesagt oder gemacht, dass dir nicht gefallen hat?“, tastete er sich langsam weiter vor.
Sofort schüttelte Lando seinen Kopf.
„Was ist denn dann passiert, dass du heute morgen so durch den Wind bist?“
Bedröppelt zuckte der Jüngere in einer hilflosen Geste seine Schultern.
„Na komm, erzähl mir, wo das Problem liegt“, bat er abermals sanft, setzte sich mit seinem Kaffee bewaffnet direkt neben ihn und schenkte ihm ein aufforderndes, wie aufmunterndes Lächeln.
Doch vom Jüngsten kam kein Pieps mehr.
„Hat George dir erzählt, was vorgestern zwischen euch passiert ist?“, versuchte Alex abermals einen Ansatz zu finden.
Lando schüttelte erst seinen Kopf und nickte dann.
„Ich habe mich erinnert, als wir es wieder getan haben“, flüsterte der Jüngere ganz leise.

Ach gucke, dachte er sich und grinste innerlich. Da war George ja doch nicht lange standhaft geblieben. Dieser hatte während ihrer leisen Unterhaltung nämlich durchblicken lassen, dass er dem Mann, der sich da gerade fest ihm Schlaf an ihn geklammert hatte, Zeit geben würde, um sich an die Veränderung, die da gerade in ihrer Freundschaft vonstattenging, zu gewöhnen. George hatte immer noch ein schlechtes Gewissen gehabt, weil er die Betrunkenheit des Jüngeren tags zuvor, seiner Meinung nach schamlos, ausgenutzt hatte.

„Ihr habt euch also wieder geküsst“, stellte er also fest, „Und das war nicht gut? Hat es dir nüchtern nicht mehr gefallen?“
„Quatsch“, entfuhr es Lando entrüstet, „George zu küssen ist toll. Das Beste überhaupt!“
Jetzt konnte er sich sein Grinsen doch nicht länger verkneifen.
„Was ist denn dann das Problem?“, bemühte er sich dennoch wieder um einen ernsteren Tonfall, „Dass du jetzt auch über ein paar Erfahrungswerte verfügst, scheint es ja nicht zu sein.“
„Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll“, gestand Lando kaum hörbar und machte nun einen komplett überforderten Eindruck auf ihn.
Alex erinnerte sich selbst daran, dass dies alles für Lando Neuland war und dachte ein paar Augenblicke darüber nach, trank einen Schluck von seinem Kaffee und überlegte, wie es damals für ihn gewesen war, als er das erste Mal einem anderen Menschen auf diese Art näher gekommen war.
Wahrscheinlich waren noch ein paar mehr Einblicke von Nöten, um genau zu verstehen, was den Jüngeren genau verängstigte.

„Ist denn noch mehr passiert?“, fragte er also und war sich gar nicht so sicher, ob er darauf eine Antwort bekommen würde.
„George hat mich angefasst und ich habe ihn angefasst“, flüsterte der Jüngere jedoch, „Wie verhalte ich mich denn jetzt? Was bedeutet das denn jetzt?“
„Meinst du mit angefasst, dass ihr euch gegenseitig befriedigt habt?“, hakte er ein wenig überrascht nach.
Damit, dass es sich so schnell entwickeln würde, hätte er nämlich eigentlich nicht gerechnet.
Er hätte allerdings auch nicht gedacht, dass es möglich wäre, noch röter zu werden, aber Lando belehrte ihn eines Besseren.
„Schön Lando, das freut mich für dich“, versuchte er ihm ein wenig Sicherheit zu vermitteln.
„Wirklich?“, gab der Jüngere mit einem nervösen Quietschen von sich und wirkte jetzt trotz Röte seinerseits ein wenig überrascht.
„Natürlich. Du und George habt es verdient glücklich zu sein und wenn ihr das dadurch erreicht, dass ihr zusammen seid, dann umso besser.“
„Aber sind wir das? Ist George jetzt mein Freund? Funktioniert das so?“, platzten die Fragen der Unsicherheit erneut aus Lando heraus, „Und wie soll ich ihm überhaupt gegenübertreten, nachdem ich ihn da berührt habe?“
„Wo ist George überhaupt?“, fiel ihm plötzlich selbst eine Frage ein, die er schon die ganze Zeit hatte stellen wollen.

„Noch in meinem Bett“, wisperte der Jüngere.
„Und du bist da nicht mehr, weil du nicht weißt, wie du jetzt mit ihm umgehen sollst?“, riet Alex ziemlich treffsicher.
Scheu nickte Lando und er nahm sich vor ein ernstes Wort mit George zu wechseln, so bald er diesen in die Finger bekam.
Sein bester Freund wusste doch ganz genau, wie unerfahren der Jüngste von ihnen auf diesem Gebiet war, hatte es gestern Abend sogar noch selbst einige Male angeführt und dann verführte er Lando zu mehr und machte ihm vorher nicht klar, was das zur Folge hatte und vor allem, wieviel der Jüngere ihm bedeutete.
„Lando, guck mich mal an“, bat er, „Du magst George doch und das, was ihr gemacht habt, hat dir gefallen. Versuch dich zu entspannen und ihn ganz normal zu behandeln. Das ist für euch beide eine neue Situation, an die ihr euch erst gewöhnen müsst.“
„Hmmm“, machte Lando nur, schien aber darüber nachzudenken, was er gerade gesagt hatte, zumindest so lange, bis George plötzlich in der Küchentür auftauchte, dann wechselte die Gesichtsfarbe des Jüngsten schon wieder zu Knallrot.

Georges Augen begannen auf jeden Fall zu strahlen, als dessen Blick auf Lando fiel, während dieser so wirkte, als würden ihn sämtliche Instinkte zur Flucht drängen.
Das könnte jetzt sicherlich interessant und vor allem amüsant werden, allerdings wirkte der Jüngste so kläglich, dass er ihm sofort leidtat und er überlegte, wie er ihm helfen könnte.
„Wieso hast du mich nicht geweckt, als du aufgestanden bist?“, wollte George gut gelaunt wissen, gähnte dabei aber herzlich.
Der Williams Fahrer war noch nicht richtig wach, das erklärte auch, warum ihm Landos verzweifelte Gestalt gänzlich entging.
Seufzend schüttelte Alex über seinen besten Freund den Kopf, unterdessen wurde Lando auf dem Stuhl neben ihm noch kleiner, als er es ohnehin schon war. Etwas, das eigentlich ebenfalls ein Ding der Unmöglichkeit sein sollte, aber wenigstens dazu führte, dass George nun auch auffiel, dass etwas nicht stimmte.
„Lan, was ist los?“, besorgt machte George einige Schritte auf den Jüngeren zu.
„Nichts“, piepste ihr Küken, sprang eilig auf und flitzte ohne ein weiteres Wort aus der Küche.
Verwirrt starrte der Williams Pilot ihm hinterher.
„Ich denke, wir müssen uns mal unterhalten“, schaltete Alex sich wieder ein und zog ein wenig ärgerlich die Augenbrauen in die Höhe.

+ + +


Oh man, er kam sich schon wieder, wie der größte Volldepp vor.
George nachdem, was sie die Nacht geteilt hatten, gegenüber zu treten, überforderte ihn komplett.
Deshalb war er auch absolut kopflos aus der Küche gestürmt und fand sich jetzt in seinem Schlafzimmer wieder, wo er sich auf sein Bett sinken ließ und nicht klarkam.

Dabei war das Erlebte wunderschön gewesen und hatte sich in der Nacht, im Dunkeln, absolut richtig und natürlich angefühlt. Jetzt bei Tageslicht allerdings sah die ganze Geschichte ein bisschen anders aus, denn er hatte absolut keine Ahnung, wie er sich George gegenüber verhalten sollte.
Das war alles so neu. Ein bisschen ärgerte es ihn auch, dass er nicht schon eher ein paar Erfahrungen gesammelt hatte. Dann würde er sich jetzt vielleicht nicht so gänzlich unbedarft und irgendwie auch nackt vorkommen. Und vielleicht wüsste er dann auch, was das zwischen ihnen war.

Beim Gedanken an den anderen flatterte es auf jeden Fall ganz aufgeregt in ihm. Das war ein schönes Gefühl, stellte er für sich fest. Überhaupt war da so viel Wärme in ihm, seit George und Alex bei ihm eingefallen waren.
Hauptsächlich war diese Wärme aber wohl auf George zurückzuführen. Bei der Erinnerung daran, wie weich die Lippen des Älteren waren und wie zärtlich dieser ihn berührt hatte, wurde ihm erneut ganz heiß.

George hatte ihm auch die Wahl gelassen, ob er wirklich mehr, als nur kuscheln und knutschen, tun wollte. Sein Körper hatte so heftig auf die Streicheleinheiten des anderen reagiert, dass er sich schlussendlich ganz hatte ausziehen lassen. Er hatte George bedingungslos vertraut und der Ältere hatte ihn nicht enttäuscht.
Stattdessen hatte er zum ersten Mal erfahren, wie es war, wenn man mit einem anderen Menschen intim wurde. Das Gefühl, als George seine Hand auf ihn gelegt und ganz zärtlich seine Länge erkundet hatte, würde er ganz bestimmt niemals wieder vergessen.
Es war ja nicht so, als wäre die Sache an sich neu gewesen. Er hatte auch vorher schon selbst Hand angelegt und trotzdem war es komplett anders gewesen. Schöner, aufregender, gefühlvoller, einfach besser, als alleine.

Die erlebte Befriedigung hatte ihm seine Scheu für den Moment genommen. Plötzlich war es ihm leichter gefallen dem anderen auf die gleiche Art und Weise näher zu kommen. George hatte sich so gut unter seinen Fingern angefühlt. Er hatte den Körper des anderen ganz neu entdeckt. War eifrig bei der Sache gewesen damit herauszufinden, was George mochte. Es hatte ihm Freude bereitet zu sehen, wie der Ältere auf seine Berührungen reagierte. George war Wachs in seinen Händen gewesen. Er hatte gelernt, dass der andere lustvoll die Augen verdrehte, wenn er dessen Brustwarzen neckte, indem er sie leicht zwirbelte oder zwischen seinen Fingern rieb. Das war aufregend gewesen, genauso wie dann tiefer zu wandern.

Am Ende waren sie nackt aneinander gekuschelt eingeschlafen und zu dem Zeitpunkt hatte sich das auch noch perfekt angefühlt.
Als er allerdings heute Morgen wach geworden war, hatte ihn die Panik vor dem Neuen restlos übermannt. Vor allem nachdem er realisiert hatte, dass er selbst hart wurde, weil er Georges… weil er den anderen warm und weich an seinem nackten Po spüren konnte.
Dabei verstörte es ihn noch nicht einmal, dass er so auf einen anderen Mann reagierte, viel mehr war der Grund, dass er so bisher noch nie auf irgendwen reagiert hatte, was wiederum zur Folge hatte, dass er überhaupt nicht wusste, was das nun bedeutete und für ihre Freundschaft hieß.

Deshalb hatte er sich auch aus dem Bett davon gestohlen. Ganz vorsichtig und leise, damit George auf gar keinen Fall wach wurde.
Das war alles so verwirrend und er hatte einfach einen Moment für sich, wie auch jetzt, gebraucht. Als Alex in der Küche aufgetaucht war, hatte er schon Ewigkeiten dort gesessen und über alles nachgegrübelt. Einer Lösung oder Erkenntnis war er allerdings nicht nähergekommen und die fehlte ihm auch immer noch.

Wie konnte eigentlich etwas, das sich in der Nacht, wie der Himmel auf Erden angefühlt hatte, jetzt so absolut…. Argh…
Frustriert ließ er sich auf seinem Bett nach hinten kippen und zog sich die Decke über den Kopf. Alles hier roch nach George und Intimität.
Wenn er nur wüsste, wie er Alex Tipp beherzigen und sich ganz normal verhalten könnte.
Aber so, wie es aussah, würde er wohl gleich die Möglichkeit bekommen, dies herauszufinden. Zaghaft lugte er zumindest mit seinen Augen unter der Decke hervor, als er das Öffnen seiner Zimmertür hörte.



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