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Der Moment

von Ploetze
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Berlin / Andrés Palermo / Martín
24.05.2020
30.06.2020
4
2.857
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24.05.2020 950
 
Guten Morgen ihr Lieben,

eigentlich sollte ich an meiner anderen Fanfiktion „Es gibt immer ein dazwischen“ (#Eigenwerbung lol) weiterschreiben, aber da mein Hirn voll ist mit unzusammenhängenden Sätzen, die da nicht hineinpassen (nicht minder inspiriert durch die ganzen Tumblr- und Instagram-Post, die ich wie ein Staubsauger in mich aufnehme), habe ich mir ein kleines Zwischenprojekt ausgesucht, wo ich all das einfach rausschreibe, was mir so zu Martín und Andrés im Kopf herumspukt.

Dazu habe ich mich an diesem Projekt orientiert, dass die Vorgabe von drei „Momenten" vorsieht. Ich selbst habe noch aus Spaß einen vierten hinzugefügt, einfach weil's… ja, weil's gepasst hat und ich’s kann. :D
Außerdem habe ich mich wieder an einem meiner Schreibstile von früher orientiert, weil sonst wäre es doch langweilig.

Ich wünsche also denen, die es interessiert viel Spaß beim Lesen!

Liebste Grüße
Ploetze



Disclaimer
• Alle vorkommenden Personen gehören nicht mir. Sie handeln bloß nach meiner Fantasie und ihre Umstände (Partnerschaft, Gesundheit, etc.) entspringen ebenfalls meinem Kopf und ist nicht echt. Andere, frei erfundene Personen, gehören mir und sie sind nicht echt.
• Diverse Credits und Quellenangaben stehen immer zu Kapitelende bereit, falls von Nöten.
• Ich verdiene kein Geld mit dieser Fanfiktion und habe bloß Freude am Schreiben. Die einzige Belohnung, die ich genauso erhalte wie jeder andere Autor in dieser Community auch, ist des Lesers Zugriffe/Reviews.
• Es ist Fan Fiktion also sind die Umstände der Geschichte absolut frei erfunden, ebenso die Einbringung von Recherchen-Interpretationen.




Der Moment
Der Moment, in dem mein Atem still stand

Manchmal steige ich mitten in der Nacht, noch verschwitzt vom Schlaf und noch benommen Alpträumen, die mich plagen, in die Badewanne und manchmal tue ich es - wie jetzt - vollkommen bekleidet in meinem Anzug am späten Abend. Ich lasse das Wasser laufen und starre gegen die geflieste Wand vor mich, die Knie angezogen und da ist nichts als das Geräusch vom fließenden Wasser.
Es fühlt sich an, als würde ich an nichts anderes denken können. An nichts anderes als an dich und mich und in diesen Momenten, ist es verdammt schwierig zu atmen. Genau jetzt wünsche ich mir, du hättest Gnade walten lassen. Dass du mir gegenüber etwas Sympathie zeigen würdest und ich nicht jedes Mal in die Knie gezwungen werde, sobald du etwas sagst.

Es brennt in mir, dir das zu sagen.
Dir zu sagen, dass du einfach alles bist in meinem Leben, dass ich nicht ohne dich - ohne deine Liebe - leben kann und dass es mich gleichzeitig so kaputt macht deine Nähe zu fühlen, dass es ist als würde ich jedes Wort und jede Berührung konsumieren und dabei ignorieren, dass es mich in zwei Teile zerreißt.
Du bist der Einzige, der die Überlastung an Gefühlen von mir nehmen kann und mich so näher an eine Heilung bringen könnte. Es ist in Momenten wie diesen für mich als würde mir der Sauerstoff und Glaube, die Nacht nicht zu überstehen, geraubt werden. Ich glaube keine weitere Nacht, ohne dich zu überleben und ich weiß es ist eine krankhafte Abhängigkeit, die mir Kopf und Körper zu brechen bringen - früher oder später.

Ich erinnere mich an den Augenblick vor noch nicht einmal wenigen Minuten an diesem Tag und ich sehe nur dich und mich, bevor du gegangen bist, wie du betrunken plötzlich einen Arm um mich legst und mir alles entgleitet. Da bist nur du und ich rieche den leichten Alkoholgeruch, der an deinen und meinen Lippen klebt und ich spüre deine Hände auf mir, wie du mich an dich ziehst in eine so warme, weiche und vollkommen unerwartete Umarmung, die sich wie Zuhause anfühlen könnte, würde ich es nicht insgeheim besser wissen.
Ich flüstere ein leises „Ich liebe dich“ nach einigen Minuten Stille, weil ich weiß, wenn ich es dir jetzt nicht sage, dann breche ich mich endgültig. Und als ich es sage, höre ich kaum meine eigene Stimme, so leise bin ich und du hältst mich einfach nur weiter fest. Dein Herzschlag schlägt gegen meinen und ich konsumiere einfach alles, was du mir in diesem Moment gibst.
Deine Stimme ist nicht so leise. Sie ist rau vom Alkohol und warm spüre ich deinen Atem an meinem Ohr, als du wisperst - sodass mir ein Schauer über den Rücken jagt, den du sicher auch spürst - „Ich liebe dich auch, Martín“.

Ich halte meinen Atem an bei diesen Worten und versuche nicht in Tränen auszubrechen, weil deine Liebe sich anfühlt als würde ich auf einem Floß auf dem offenen Meer herumtreiben und irgendwann schmerzhaft untergehen - ja, irgendwann blind, taub und stumm ertrinken. Ertrinken an der Liebe zu dir.
Ich weiß nicht wie ich die nächste Zeit ertragen soll, wie ich dich noch länger ertragen soll. Wie ich die unerwiderte Liebe ertragen soll, die ich wie eine Last mit mir herumtrage - unser ganzes Leben lang. Und dann meine Blicke, die dich suchen und auch finden und deine Blick, die nicht suchen und mich auch nicht finden.

Also spüre ich lieber die Kälte des Wassers um mich herum in meinen Körper einziehen und dies ist der einzige Weg für mich das Gefühl von Ersticken loszuwerden, dass du stetig in mir auslöst. Dass mich schwach macht und oh Gott, du hast mich so verdammt schwach gemacht mit deinen Worten. Es ist ein berstendes Gefühl dich zu sehen und wiederum nicht gesehen zu werden und manchmal wünsche ich, ich hätte den Mut den Kopf unter die Wasseroberfläche gleiten zu lassen und einfach aufzuhören zu atmen und ein tatsächliches Gefühl von Ersticken und Ertrinken zu spüren und nicht nur das, was du stetig mit meinen Gefühlen anrichtest. Dann wünsche ich mir den Stillstand von allem: Dir, mir, der Zeit, diesen Gefühlen und den meines Atems - doch ich tue es nie.
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