Verlorene Erinnerungen

GeschichteKrimi, Fantasy / P12
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22.05.2020
27.05.2020
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22.05.2020 2.053
 
Es war noch sehr früh am Morgen und die kleine Stadt Düsterwald lag noch im Bett. Niemand war auf den Straßen zu sehen und die Straßenlaternen hatten sich gerade erst abgeschaltet nachdem die Sonne langsam aufging und das Städtchen in goldenes Licht tauchte. Ein alter Mann war bereits mit seinem Cockerspaniel Gassi und lief langsam die Straße entlang, die aus Düsterwald heraus führte.
„Na komm schon Bello, jetzt beeil dich mal!“, sagte der alte Mann und zog etwas hecktischer an der Leine, doch der Cockerspaniel dachte erst gar nicht daran sich zu beeilen, denn er hatte eine Spur aufgenommen, der er nun folgen wollte und folgen musste.
„Bello was willst du denn hier schon wieder? Wir waren doch erst letzte Woche im Wald gassi!“, Der alte Mann konnte die Leine schier nicht mehr halten als sein Hund ihn durch das Gestrüpp zerrte und den Wald ansteuerte. Schließlich gab der alte Mann nach und folgte seinem Hund, der es immer eiliger hatte. Er rannte durch den dicht bewachsenen Wald und steuerte direkt einen Zaun an, an dem die Grenze von Düsterwald in Richtung Düstermoor war. Das Düstermoor war damals vor vielen Jahren durch einen Zaun abgesperrt worden, da es zu gefährlich in dem Moor war und dort immer wieder Menschen zurück kamen und die komischten Geschichten erzählen. Der alte Mann schaffte es schließlich seinen Hund unter Kontrolle zu kriegen, als dieser kläffend vor dem Zaun stehengeblieben war und nun in das Moor schaute.
„Was ist denn nur los mit dir?“, der alte Mann wusste nicht wie er reagieren sollte und sah fragend in das Moor hinein, genau in die Richtung in die der Hund sah. Und dann sah er es. Erst ganz leicht und dann immer stärker und stärker. Ein Junge kam aus dem Moor gerannt und rannte direkt auf den alten Mann und dessen Hund zu. Seine Kleider waren zerissen und Bklut lief ihm vom Kopf durch die Haare und an seiner Stirn herunter. Es war ein Anblick, den man sich nicht wünschte und schon gar nicht vorstellen konnte. Ein Anblick von dem sogar der Hund den Schwanz einzog und sich fiepend hinter seinem Herrchen versteckte.
„Erst lockst du mich hierher und dann bist du wieder der Feigling wie immer!“, schimpfte der alte Mann und genau in diesem Moment hatte der Junge den Zaun erreicht, hüpfte mit einem Sprung über den Zaun und blieb vor dem alten Mann stehen und atmete schwer.
„Sie...müssen....mir...helfen!“, das war alles was er noch zustande bekam bevor er vor dem Mann auf dem Boden zusammenbrach und sein Bewusstsein verlor. Der alte Mann sah den Jungen erschrocken an und zückte sofort sein Handy und rief die Polizei.
„Und er kam aus dem Moor, sagen sie?“, fragte Lestrade, der Sherrif von Düsterwald und sah hinüber zu dem Jungen der sich nun in einem Krankenwagen befand und immer noch bewusstlos war.
„Ja, Bello hat mich in den Wald geführt und dann kam er einfach aus dem Moor zu mir gerannt und brach hier zusammen!“, erzählte der alte Mann und Lestrade rieb sich sein Kinn. Er hatte absolut keine Ahnung was hier vor sich ging und fragte sich, wie es sein konnte, dass Jemand aus dem Moor kommen konnte, geschweige denn wie er überhaupt erstmals ins Moor gelangen konnte.
„Gut, ich kann ihnen momentan nicht mehr sagen, aber bitte halten sie sich für eventuelle Rückfragen bereit!“, der alte Mann nickte, rief seinen Hund, der immer noch an dem Zaun stand und in das Moor blickte, und machte sich dann zurück auf den Heimweg. Die Gassierunde war hiermit erstmal beendet.
„Sir? Finden sie es nicht komisch, dass so etwas ausgerechnet heute passiert?“, Kommissar Steiner sah seinen Chef an. Dieser jedoch war in tiefen Schweigen versunken und rieb sich immer noch sein Kinn. Er wollte und konnte es nicht begreifen, wieso in dieser Stadt so seltsame Dinge vor sich gehen. Vielleicht, weil er es als Großstadtpolizeichef einfach nicht gewohnt war auf solche Art von Verbrechen zu stoßen. Bei ihm waren Drogendealer oder Autohacker die meisten Fälle die er zu bearbeiten hatte, aber seit er nach Düsterwald gewechselt hatte, weil er die Großstadt nicht mehr ertragen konnte, geschahen nur noch seltsame Dinge die auf natürlichem Wege zu keinem Verbrechen zugeordnet werden konnten. Eigentlich war es auch nicht seine Aufgabe persönlich an einem Tatort aufzutauchen, aber in der kleinen Polizeidienststelle waren Steiner und er die einzigen die heute Dienst hatten.
„Sagen sie, was ist eigentlich los mit dieser Stadt? Ich meine, gibt es eigentlich keinen Tag wo mal etwas normal ist?“, Lestrade kickte wütend einen Stein quer durch den Wald während Kommissar Steiner nur unsicher die Gegend inspizierte. Er lebte im Gegensatz zu Lestrade schon länger hier und wusste das hier einiges anders lief wie woanderst auf der Welt.
„Nun, mein Großvater sagte immer, dass hier die reale Welt und die magische Welt ein Tor haben, durch das hin und wieder etwas auf die andere Seite gelangt!“, meinte Steiner und fing sich einen genervten Blick von seinem neuen Chef ein.
„Steiner! Ich bitte Sie! Hören sie auf mit diesem Quatsch und verhalten sie sich gefälligst wie ein erwachsener Mann!“, Lestrade warf ihm einen mahnenden Blick zu drehte sich wieder um.
„Aber ich meine ja nur. Schließlich erzählen sich die alten Menschen hier ständig solche Sachen!“ verteidigte sich Steiner und sah seinen neuen Chef an, der ihm jedoch keinen Glauben an seinen Worten schenkte.
„Ich bitte sie. Sie wissen doch das es keine Geister, übernatürliche Dinge oder magische Welten gibt!“, meinte Lestrade und rückte seine Krawatte zurecht während er immer und immer wieder ins Moor sah und sich fragte was dieser Ort eigentlich für ein Geheimnis hütete.
„Da erlaubt sich bestimmt nur jemand einen Scherz mit ihnen und den Anwohnern hier und sie alle sind auch noch so blöd und glauben alles was man ihnen auf den Tisch legt!“, meinte Lestrade nach einer Schweigeminute.
„Aber sie müssen doch zugeben, dass dies nicht das erste mal ist, dass etwas geschieht was man sich nicht erklären kann, oder?“, meinte Steiner, der sich bei dieser Sache ganz sicher war. Hier stimmte einiges nicht und alles hatte mit den Geschichten zu tun die sich  die Menschen hier erzählen.
„Ich habe schon davon gehört, dass hier schon mehrmals Dinge geschehen sind die komisch sind, aber ich glaube erst daran wenn ich es selber gesehen habe und momentan sieht alles danach aus als sei dieser Junge von Zuhause weggelaufen und mehr nicht!“, Lestrade zog seine Nase hoch und machte einen Schritt nach vorne. Doch dann hielt er inne als es ein lautes Knacksen gab und er sich fast zu Tode erschreckte. Er hob seinen Fuß hoch und bemerkte etwas unter seinem Stiefel.
„Was haben wir denn hier schönes!“, murmelte er während er sich zu dem kleinen metalligen Gegenstand bückte und diesen in seine Hand nahm und sich wieder aufrichtete.
„Ein Anhänger in Form eines Armbandes mit einer Münze als Anhänger!“, murmelte er während er den kleinen silbernden Gegenstand von allen Seiten anschaute und drehte.
„Was haben sie denn da gefunden?“, wollte Steiner wissen und stand dicht neben seinem Chef und blickte auf den Anhänger. Mit einem mal weiteten sich seine Augen und er zog erschrocken die Luft ein und verschluckte sich fast an seiner eigenen Spucke dabei.
„Was haben sie denn Steiner?“, Lestrade blickte seinen Kollegen an, der angefangen hatte zu husten.
„Kennen sie diesen Gegenstand etwa?“, fragte Lestrade und Steiner nickte zögernd und sah nicht mal mehr richtig hin als Lestrade mit dem Anhänger in der Luft herum fuchtelte.
„Na dann raus mit der Sprache. Muss man ihnen denn auch wirklich alles aus der Nase ziehen!“, genervt sah Lestrade seinen Kollegen an, der einfach nicht mit der Sprache rausrücken wollte.
„Man darf darüber nicht reden, vor allem nicht hier!“, meinte Steiner und sah sich unsicher um, doch die beiden waren die einzigen die hier in der Stille des Waldes standen und den Anhänger beobachteten. Der Krankenwagen war schon lange nicht mehr da, sondern war zum nächsten Krankenhaus gefahren um den Jungen so schnell wie möglich behandeln zu können.
„Jetzt hören sie aber auf und benehmen sie sich. Sie jagen mir sonst auch noch Angst ein wenn sie so dreinschauen!“, Lestrade machte einen Faust und schloss den Anhänger darin ein. Da Steiner keine anstalten machte etwas zu sagen was er über den Anhänger wusste, beschloss Lestrade nicht weiter zu warten und lief zum Wagen. Er konnte nicht einfach nur hier stehen und blöd in die Gegend schauen, wenn es sixch hierbei tatsächlich um ein Verbrechen handeln sollte. Und selbst wenn es etwas mit Magie zu tun hat, dann sollte man sich trotzdem beeilen.
„Magie? Pha, so ein Quatsch. Diese Düterwäldler haben doch alle einen Schuss!“, murmelte er während er den Motor anmachte und aus dem Fenster sah.
„Steiner! Nun kommen sie schon!“, rief er seinem Kollegen zu, der sich sofort ins Auto setzte, dann fuhr Lestrade los und lies den Wald schließlich hinter sich.
Die ganze Fahrt über sprachen die beiden kein Wort miteinander, sondern jeder war in seinen Gedanken versunken. Und auch wenn Lestrade nicht an solche Dinge glaubte, so musste er sich eingestehen, dass die ganze Situation mehr als nur seltsam ist und es sicherlich nicht einfach wird diesen Fall zu klären. Denn sollte der Junge wieder erwachen und sprechen können, dann würde er hoffentlich berichten was geschehen ist damit dieser Fall schnell aufgeklärt ist. Wenn das nicht der Fall ist, dann würde es noch eine ganze Weile dauern bis man überhaupt auch nur eine Spur hat die zur Lösung des Falles beitragen kann.
Als sie die kleine Dienststelle wieder erreicht hatten schloss sich Lestrade in seinem Büro ein und rief seinen ehemaligen Kollegen Sykes an, der in London immer noch tätig war. Lestrade kam nämlich ursprünglich aus London und hatte dort Kriminalfälle aufgeklärt die es in sich hatten.
„Sykes, ich glaube ich habe hier einen Fall der nicht ganz einfach ist!“, Lestrade hatte sein Handy auf Lautsprecher gestellt während er mit Sykes telefonierte.
„Du meinst also an diesem Fall ist etwas dran was nicht mit den normalen Fällen zu tun hat?“, wollte Sykes wissen und Lestrade bejahte dies nur.
„Ich kann mir das ganze einfach nicht erklären. Der Junge soll aus einem abgesperrten Gebiet gekommen sein und dann ist da noch dieser anhänger der einfach nur seltsam ist. Und mein Kollege Steiner hat diesen Anhänger erkannt aber er weigert sich auch nur etwas darüber zu erzählen. Ich komme hier einfach nicht weiter!“, Lestrade fühlte sich hilflos und wusste nicht wie und womit wer anfangen sollte diesem Fall zu lösen.
„Vielleicht wäre es gut wenn ihr einen Steckbrief des Jungen in der Stadt verteilt damit die Menschen ihn sehen können und vielleicht meldet sich ja dann Jemand der ihn kennt. So wie in den meisten Fällen ist eine Öffentlichkeitsfahndung meist das beste, nur eben das ihr den gesuchten bereits bei euch habt!“, meinte Sykes, der auch nicht direkt wusste wie man in solch einem Fall am besten voran ging.
„Wahrscheinlich ist das wohl das beste was ich momentan machen kann!“, meinte Lestrade und setzte sich an seinen Schreibtisch.
„Ich sag es dir. Ich vermisse London jetzt schon !“, sagte Lestrade und blickte auf das große Gemälde vor ihm, das er einst in London gekauft hatte.
„Jetzt lass dich doch erstmal auf Düsterwald ein und wer weiß vielleicht gefällt es dir ja dort auch bald so gut wie in London und duw illst dort dann gar nicht mehr weg!“, meinte Sykes zu seinem Freund und Lestrade nickte nur vor sich hin.
„Bestimmt hast du recht und ich muss ers tmal versuchen mit diesem Ort hier klar zukommen anstatt gleich so schlecht über den Ort zu denken!“, meinte Lestrade schließlich und die beiden verabschiedeten sich kurz darauf.
„Aber wie fange ich nur in diesem Fall an? Ich habe absolut keine brauchbare Spur, bis auf den Anhänger habe ich absolut gar nicht womit ich anfangen kann!“, Lestrade rieb sich wieder sein Kinn und sah sich nochmals den Anhänger an. Es standen nur Zahlen darauf, die er nicht zuordnen konnte, geschweige denn lesen konnte. Denn die Zahlen waren auf eine ganz komische Art verdreht und liesen sich kaum entziffern.
„Ich weiß jetzt schon, dass dieser Fall einige Jahre braucht bis er gelöst werden kann!“, murmelte Lestrade und packte den Anhänger in eine der Schubladen. Dann schnappte er sich seinen Mantel und seine Autoschlüssel, schloss sein Büro ab und fuhr nach Hause.
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