Eine Reinblüterin auf Abwegen

von Swar
KurzgeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
22.05.2020
24.05.2020
9
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22.05.2020 659
 
5. September 1346 - London/England

Gegen Mitternacht erreicht die schwarzgekleidete Reiterin das gewöhnliche englische Schloss außerhalb von London, umgehend wird die schwerfällige Zugbrücke runtergelassen. Ein letztes Mal blickt die schwarzhaarige nach hinten, es sind keine Verfolger in Sichtweite, in diesen unruhigen Zeiten herrscht hier eine gewisse Stille das beunruhigt sie keineswegs, es bedeutet das Ärger in der Luft liegt.

Nachdem die Zugbrücke endlich unten ist, reitet die Jägerin sofort in den großen Innenhof um ihr Pferd den Stallmeister zu überlassen und wird prompt von zwei Reinblüter in schwarzer Ritterrüstung mehr oder weniger begrüßt. Die schweigsamen Elitekrieger nehmen der Reiterin sämtliche Waffen ab, schließlich darf niemand bewaffnet den Thronsaal betreten, sie musste über das lächerliche anmutende Verhalten nur lachen.
Selbst ohne Waffen kann es die mächtige Reinblüterin mit ihnen aufnehmen, den beißenden Spott kennen die erfahrenen, stoischen Vampir Ritter mitttlerweile sehr gut und fallen darauf ganz sicher nicht rein, wie schon so manch anderer.

Das übliche Prozederer endet ohne unnötiges Blutvergießen und schließlich erscheint der Haushofmeister „willkommen auf Schloss Blackwood, Lady Meghan Snow“ sagte der höflich wirkende Reinblüter. „Also John wie lang übst du immer für deine Begrüßungen, ich wette du stehst vor dem Spiegel und führst gerne Selbstgespräche“ sagte Meghan sarkastisch. Der feingekleidete Vampir seuzfte nur über dieses ungebührliche Verhalten „findet Ihr es nicht langsam auch ermüdend Lady Snow“ „keineswegs mein Guter, da kommt wenigstens Stimmung rein, sonst sterbe ich noch vor Langeweile“ sagte sie grinsend. „Dank eurer eintätigen Verspätung wird die königliche Hoheit langsam ungeduldig“ „ich hatte ein wenig Hunger und die holde Jungfrau konnte ich unterwegs schlecht links liegen lassen“ meinte sie grinsend.

Der Haushofmeister spart sich weitere Worte und begleitet den Gast in das Schloss hinein, normalerweise könnte sich Meghan problemlos in den Thronsaal teleportieren, aber die Etikette verlangt dieses ewig gleiche Ritual. „John wenn du jetzt anfängst über all die Vampirkönige zu reden, fresse ich dich mit Haut und Haar“ fauchte Meghan grinsend. Es gehört auch zum Brauch all die vorhigen Vampirherrscher auf den zahlreichen Porträts im langen dunklen Gang zu erläutern, aber John nimmt solche Drohungen durchaus ernst und schweigt bis beide vor dem gewaltigen Tor des Thronsaals stehen.

Vier Vampir Ritter öffnen das große Holztor und beide betreten den gewaltigen Thronsaal, der ungefähr fünf Fussballfeld groß ist und weit hinauf ragt, das sogar Tauben in den hintersten Ecken nisten. Genau in der Mitte ist ein langer roter Teppich ausgerollt, links und rechts stehen tausende schweigsame in Masken gehüllte fein gekleidete Reinblüter, der Anblick soll Gäste einschüchtern, aber Meghan kann über diesen Maskenball nur schmunzeln.
Es ist ein Abbild der Vampirgesellschaft, je weiter man hinten steht desto weniger Einfluss besitzt derjenige und kann nur aufsteigen wenn man den Vampirkönig treue Dienste leistet. Meghan gehört nicht zu dem Kreis und hat nie das Interesse gezeigt wie eine Schachfigur rumzustehen. Die Etikette verlangt das der Haufhofmeister zuerst den Saal betritt und mit drei Meter Abstand folgt ihr die Reinblüterin bis zum Thron.

Zur Meghan's großen Erleichterung hält der Haushofmeister nur eine kurze Begrüßungsansprache und schaut nach oben auf dem in komplett schwarzgekleideten Vampirkönig. Einer seiner zahlreichen Frauen sitzt auf dem Schoß und wird von ihr bespaßt, die Jägerin blickt nach rechts dort verweilen die restlichen Ehefrauen. „Ich weiß Meghan dich dürstest es nach einer holden Schönheit, in deinen Gemächern wirst du später genau das passende finden“ sagte der Vampirkönig gelassen „Albert du bist wirklich wie immer ein guter Gastgeber, was man von deinen Gefolgsleuten nicht behaupten kann“ sagte Meghan kopfschüttelnd.

„Tja das übliche Prozederer eben“ meinte er grinsend „nach spätestens 100 Jahren wäre ich durchgedreht und sag mal ist das wirklich Blut im Weinglas“ fragte Meghan verdutzt „ja ich habe es mir zum Ziel gemacht, der Vampirgesellschaft ein paar Anstandsregeln beizubringen“. „Diesen Schwachsinn haben dir bestimmt einer deine zahlreichen Ehefrauen zugeflüstert, ich würde aufpassen, der letzte Vampirkönig hat ähnliche Ratschläge bekommen, aber du hast mich doch nicht deswegen hierher beordert“ sagte Meghan sarkastisch und spürt umgehend den Ärger einiger Ehefrauen in der Ecke.
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