Let me be your good night…

von sia94
GeschichteHumor, Romanze / P18
Louis Tomlinson OC (Own Character)
22.05.2020
23.05.2020
6
10.614
 
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22.05.2020 1.601
 
It feels like we've been livin' in fast forward
Another moment passing by
(Up up up all night)
The party's ending but it's now or never
Nobody's going home tonight
(Up up up all night)

- Up all night -



Ich war glücklich, naja also für meine Verhältnisse glücklich. Das letzte halbe Jahr verging schneller als ich jemals gedacht hätte und wenn es nach mir ginge, dann hätte es nie vorbei gehen sollen. Dabei hatte ich doch so Angst als es losging. „Jetzt heißt es wohl Abschied nehmen“, sagte meine Mitbewohnerin traurig. Ich nickte, denn eigentlich will ich das nicht. Mein ländliches Leben hatte ich echt satt. Obwohl ich in einer Kleinstadt aufgewachsen bin und auch für das Studium wieder in eine Kleinstadt gezogen bin, hatte ich mich dort nie wohl gefühlt. Dort war mein Herz einfach nicht am richtigen Fleck. Schon für das Studium wollte ich in eine Großstadt ziehen, jedoch machte mir mein Abischnitt dafür gewaltig einen Strich durch die Rechnung und die einzige Hochschule, die mich angenommen hatte, lag nun mal in einem 11.000 Seelen Dorf, wovon 1000 auch noch Studenten waren. Im Semester gab es genügend WG-Partys, in den Semesterferien war diese Stadt jedoch genauso tot wie meine Heimatstadt. Mein Praxissemester musste also anders werden, es war die Chance. Ich wollte Neues erleben und mich lebendig fühlen, somit zog ich in eine Stadt voller Leben. Das hatte ich nach der ganzen Scheise in den letzten Jahren auch nötig. Und als hätte ich es schon immer gewusst, war diese Entscheidung die Richtige. Eine Stadt, in der man Feiern gehen konnte und wenn man so will, auch jeden Tag auf ein Konzert. Ich hatte für mein Praxissemester mein Heimatkaff und mein Studienkaff verlassen und war in die wohl schönste Stadt Deutschlands gezogen – Hamburg!

Doch nun war diese Zeit vorbei! 6 Monate – einfach so vorbei. Es kommt mir so vor als wären es gerade mal 2 Monate gewesen. Ich war in der Zeit auf vielen Konzerten. Gut das war klar, wenn man sein Praktikum beim größten Ticketprovider in Europa machte und ein Musikfreak wie ich war. Generell würde ich sagen, es war die beste Zeit meines Lebens. „Pass auf dich auf Mara, hörst du! Und vor allem fahr anständig! Du hast hier zwar einen Mietwagen mit einigen PS bekommen, frage mich immer noch wie sie dir dieses Auto überlassen konnten, aber das heißt nicht, dass du es auch voll ausschöpfen musst“ Ich grinste. Sina machte sich immer viel zu viele Sorgen um mich. Ich meine, ich bin 25 Jahre alt und Sie wurde vor ein paar Wochen gerade einmal 22 und trotzdem bemutterte sie mich hin und wieder. Ich weiß, dass Sie es nur lieb meint und auch ein Hauch Witz in Ihrer Aussage lag. „Tja, ich habe eben Charme.“, sagte ich mit einem Grinsen im Gesicht. „Naja, wohl eher hast du einen auf liebes Mädchen gemacht, aber wir wissen alle, dass dir der Schalk im Nacken sitzt.“ Ich grinste immer noch. Ich würde Sina echt vermissen. Wir waren in der kurzen Zeit zu sehr guten Freunden geworden, obwohl ich das am Anfang niemals gedacht hätte. Sie ist das typische Instagram-Mädchen und ich, naja ich bin das genaue Gegenteil und dennoch harmonierten wir sehr gut als Mitbewohner. Ich liebte unsere gemeinsame Wohnung und die regelmäßigen Essensbestellungen beim Pizzalieferant, obwohl wir beide auf unsere Figur achten und mehr Sport machen wollten. Gut mit dem Sport hatte nur ich es nicht so genau genommen, aber das spielte gerade auch keine Rolle. Bereits jetzt in der Vergangenheit über all das zu reden, schmerzte. Ich umarmte Sina ein letztes Mal und setzte mich ins Auto. Ich würde Sie wiedersehen, da bin ich mir sicher und früher oder später würde es mich so oder so wieder nach Hamburg ziehen. Hamburg ist zu meiner Stadt geworden, dabei kam ich doch ursprünglich aus dem Süden Deutschlands. Doch der kalte Norden, der eigentlich gar nicht so kalt war, hatte mein Herz gestohlen. Nun lagen 6 Stunden Autofahrt vor mir und als ich so am Hafen vorbeifahre, fließt mir eine kleine Träne über mein Gesicht. Ich bin glücklich über die vergangene Zeit und freue mich auf mein Studentenleben und meine Kommilitonen, jedoch würde ich auch die Menschen vermissen, die ich hier ins Herz geschlossen hatte. Das anstehende Sommersemester ist eine kleine Aufmunterung, denn gemeinsam in der Sonne und im Biergarten zu sitzen machte das Studentenleben in der Kleinstadt doch erträglicher als im Wintersemester alleine im WG-Zimmer zu verbringen. Somit war es vollbracht, ich hatte Hamburg hinter mir gelassen und bin auf dem Weg in mein altes, langweiliges Leben. Ohne Reeperbahn und Hamburger Berg. Ohne 100 verschiedene Lieferdienste und vor allem ohne Geld, denn mein Konto hatte ich noch stark belastet mit dem Kauf unzähliger Konzerttickets für das anstehende Jahr 2020. Das perfekte Konzertjahr.

Nach dreieinhalb Stunden Autofahrt konnte ich meine Musik nicht mehr hören. So sehr ich Oasis, Nothing but Thieves, Artic Monkey, Normandie, Bring me the Horizon, Frank Carter und Foals auch liebte, irgendwann musste was Neues her und ich hatte noch gute drei Stunden Fahrt vor mir. Außerdem tat mein Hals mittlerweile ziemlich weh und meine Stimme versagte, so ist das nun mal mit mir. Eine Autofahrt wurde bei mir schnell zu einem Konzert, mit mir als Frontfrau, obwohl ich nicht gut singen kann. Ich wechselte auf einen Podcast und fuhr weiter die Autobahn in Richtung Süden entlang. In Hamburg hatte ich viele Konzerte besucht und viele neue kleinere Bands kennengelernt. Witzigerweise war ich auch hauptsächlich auf Konzerten von britischen Bands gewesen, das wurde mir erst jetzt im Auto so richtig bewusst. Ich war kurz vor Frankfurt und beschloß eine Pause zu machen. Autofahren kann ganz schön hungrig machen. Ich sendete kurz eine Nachricht an meine Mum, um ihr Bescheid zu geben, dass ich nun die Hälfte der Strecke hinter mir hatte und entdeckte, dass Kaya mir eine Nachricht geschrieben hatte.

Kaya:
Hi M, fahr bloß anständig! Ich freue mich schon darauf, dass wir bald wieder in der guten alten Hood zusammen herumhängen werden, also zumindest bis ich nach Australien fliege. Habe dich lieb und gute Fahrt! K :*

Kaya ist meine beste Freundin. Wir kennen uns nun seit fast zehn Jahren. Ich lachte. Sie hatte mich doch in „unserer“ Hood allein gelassen, als es bei ihr mit dem Studium klappte und bei mir erstmal nicht. Ich saß dann noch dreieinhalb Jahre in unserer Heimatstadt fest und absolvierte eine Ausbildung als Medienkauffrau. Ich schüttelte den Kopf, sie war unmöglich und ja ich freute mich auch sie wieder zu sehen. Das letzte Mal hatten wir uns an Silvester gesehen, als die Mädels mich in Hamburg besuchten.

Mara:  
Danke :P Ich pass schon auf. Was ihr nur alle immer habt, so schlecht fahre ich jetzt auch nicht Auto. Melde mich, sobald ich zuhause bin.  

Ich legte mein Handy zurück in die Ablage und beschloss weiter zu fahren. Ja, ich bin immer noch Oldschool und benutzte die typischen ICQ-Smiley-Schreibweise. Ich war nun mal ein Kind der 90er. Generell war ich das typische Indie-Rock-Girl und würde alles tun, um Nirvana einmal live zu sehen, dabei war Kurt Cobain bereits tot als ich geboren wurde.
Früher war ich das Mädchen mit Jeans, Hoodie und Chucks. Heute hat sich nicht viel geändert, außer dass ich den Hoodie gegen ein Karohemd mit schlichtem schwarzem Top oder Bandshirt und die Chucks gegen meine geliebten Stan Smith oder Dr. Martens getauscht habe. Das Haus verließ ich, außer im Hochsommer, nicht ohne meine Leder- oder Jeansjacke.  Die große Styling-Ikone war ich also noch nie und es interessierte mich auch nicht wirklich. Ich war nun mal das Mädchen von Nebenan. Ich machte mir nichts aus Mode und mein Make-up beschränkte sich auf Mascara, Augenbrauenstift, Concealer und Puder. Nur zum Feiern trug ich Foundation. Eyeliner war die absolute Ausnahme und von Contouring hatte ich nur in YouTube-Videos gehört. Ich war absoluter Durchschnitt und tot langweilig. Mein Interesse für Sport beschränkte sich auf ab und zu mal ins Fußballstadion gehen und meine doch schlanke Figur hatte ich wohl meinen Genen zu verdanken, da ich essen konnte wie ein Scheuendrescher. Ich war nicht besonders ambitioniert in der Schule und schrieb erst in der Berufsschule gute Noten, dass aber auch nur, weil ich mein Ziel vor Augen hatte – das Studium. Raus aus meiner Heimatstadt. Wenn ich in Vorstellungsgesprächen nach meinen Hobbies gefragt wurde, kam ich immer kurz ins Straucheln, denn ich hatte keine. Okay abgesehen von Konzerten, Festivals und Musik hören. Netflix macht sowieso jeder und kommt jetzt im Vorstellungsgespräch nicht ganz so gut. Ich war einfach normal. Wie jeder andere.
Während die Städtenamen an mir vorbeizogen, war ich in Gedanken woanders. Das schrille Piepen der Tankanzeige ließ mich aus meinen Gedanken erwachen und ich suchte die nächste Tankstelle. Nun war es bald geschafft noch eine Stunde und dann war ich wieder zuhause. In der Stadt die immer schläft.


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Anmerkung:

Hi zusammen, dass hier ist das erste Kapitel meiner allerersten Geschichte. Ich habe zuvor noch nie Geschichten geschrieben, außer im Deutschunterricht und hoffe, dass es einigermaßen leserlich ist. Falls nicht sorry, aber danke, dass du es trotzdem gelesen hast. Die Jungs werden jetzt in den ersten Kapiteln noch nicht so wirklich vorkommen, da ich erst möchte, dass ihr euch ein Bild von Mara machen könnt. :P
Ich freue mich auf eure Meinungen und freue mich immer über Feedback. Ich werde nun die ersten 5 Kapitel am Stück hochladen, denn die sind schon fertig und dann werden nach und nach Kapitel dazukommen. Zumindest habe ich das so geplant ;)
Liebe Grüße Sia :*
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