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.^~°~^. Zinos Abenteuerbuch

von - Leela -
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Zino
21.05.2020
01.07.2022
31
38.672
2
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13.05.2022 839
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern am Ende des Kapitels.
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Zino erlebt immer wieder große Abenteuer, manchmal sind es aber auch kleine Abenteuer, die ihm im Gedächtnis bleiben. So wie dieses hier, von dem er uns in seinem neuen Kapitel berichtet.

Schnurk-Wetter

Das größte Unwetter, das Gaya jemals gesehen hatte, war gewesen, als der Dalamit gestohlen worden war. Das war aber auch eine katastrophale Ausnahmesituation gewesen. Immerhin braucht Gaya den Dalamit zur Energieversorgung und zur Wetterregulierung.
      Aber auch wenn der Dalamit an seinem Platz ist, haben wir hin und wieder nicht so schönes Wetter. Und das stellte ich fest, als ich in einer Nacht mit dem Auto unterwegs war.
      Ich kam von einem Festival. Und man kann nur sagen, daß wir Glück gehabt hatten, daß es den Tag über dalamitenschön gewesen war – angefangen zu regnen hatte es erst während der Fahrt. Und das wurde immer schlimmer! Es regnete förmlich Bindfäden.
      Nun bin ich nicht zimperlich, wenn es ums fahren geht. Hier ging aber im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr. Man konnte nichts mehr sehen, Dank der Dunkelheit und des Regens, und als ich auch noch auf die Strecke kam, wo es links von mir abschüssig nach unten ging, war eine Grenze erreicht. Hier würde ich keinen Meter mehr weiter fahren! Ich stellte den Wagen so rechts wie möglich vom Weg ab und hielt.
      Dort überlegte ich erst einmal. Doch ich wagte es nicht einmal, im Tuckertempo weiterzufahren. Wenn ich mich hier nur einmal verschätzte… Das war es nicht wert!
      Da stand ich nun also, irgendwo zwischen Festivalgelände und Zuhause, mitten in der Nacht, und wollte eigentlich nur ins Bett. Naja. Da ich nichts machen konnte, versuchte ich, mich auf dem Fahrersitz einzurichten, um etwas zu schlafen. Es war ein Ding der Unmöglichkeit. Vielleicht wäre es ganz romantisch gewesen, wenn es nicht so kalt geworden wäre. So aber wurde es nur sehr herausfordernd, sonst nichts. Ruhe finden konnte ich so nicht!
      Ich wollte nur noch nach Hause. So hatte ich mir den Abschluß der Tage nicht vorgestellt. Es war echt ätzend. Ich hatte ja nicht einmal Gesellschaft. Boo hatte zum Festival nicht mitkommen wollen. Immerhin blieb ihm dieser Teil jetzt erspart.
      Ich hatte mich gerade ungemütlich auf dem Sitz zusammengefaltet und bemühte mich darum einzudösen, als es plötzlich an die Scheibe klopfte. Ich schreckte so zusammen wie nie im Leben zuvor. Langsam kam ich wieder in der Wirklichkeit an und sortierte mich und meine Gedanken. Ich hatte doch weit genug rechts gehalten, so daß mutigere (oder lebensmüdere) Gayaner als ich an mir vorbei kamen, oder?
      Ich sah nach draußen und ließ die Ohren hängen. Bei dem Wetter sollte ich die Scheibe runterkurbeln? Ich wagte es einen kleinen Spalt. Und sah niemanden. Also kurbelte ich die Scheibe wieder hoch.
      Es klopfte wieder. Das machte mich etwas nervös. Gab es in dieser Gegend Geister? Ich kurbelte die Scheibe ein kleines Stück weiter runter. Jetzt kam ein blauer Haarschopf in Sicht, kaum sichtbar vor dem Unwetterszenario. Galger!
      Die Schnurkbrüder waren auch auf dem Festival gewesen. Galger erzählte mir, daß sie ein Stück weiter hinter mir standen und auch nicht wagten, weiterzufahren. Aber sie hatten die Lichter von meinem Wagen gesehen. Und nun wollte er fragen, ob ich eine Decke übrig hätte, da Bramph mit seiner nicht auskam.
      Ich verneinte automatisch. Es war ja auch nur eine Frage gewesen, meinte Galger, und ging zu seinem Wagen zurück.
      Ich schloß das Fenster wieder und lehnte mich zurück an den Sitz. Das war ja eine tolle Hilfe gewesen! Nun war es im Auto noch klammer als vorher.
      Als ich da so vor mich hindachte, schoß mir etwas durch den Kopf. Natürlich hatte ich eine Decke bei mir! Ich hatte ja eine Nacht auf dem Festival übernachtet! Daran hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht, als ich den Wagen abgestellt hatte.
      Ich beugte mich also rüber zum Rücksitz und suchte die Decke aus meiner Tasche heraus. Schon gleich wurde es ein ganzes Stück gemütlicher. Darauf hätte ich auch schon eher kommen können. So ließ es sich aushalten, bis ich weiter fahren konnte.
      Gegen Morgen klarte das Wetter auf und ich konnte endlich nach Hause fahren. Ein paar Stunden im Bett würden noch drin sein, das wußte ich. Aber zumindest hatte ich die Nacht einigermaßen gut rumgebracht. Eingekuschelt in die Decke hatte ich sogar noch ein bißchen schlafen können. Also hatten mir die Schnurks gewissermaßen doch geholfen…


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 19/2022 von Fenja Flower war:
      Es ist noch dunkel und du bist auf einer Landstraße unterwegs. Es regnet schon seit einer Weile Nieselregen-Bindfäden. Warum bist du unterwegs und wer oder was begegnet dir? Und hilft er/sie/es dir?
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