Der Sohn des Halbblutprinzen (Zweites Schuljahr)

von Verrine
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12
Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy Harry Potter Tobias Snape
21.05.2020
13.09.2020
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24.248
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13.09.2020 1.022
 
Kurz nach Valentinstag wurde der Wildhüter Hagrid verhaftet. Soweit Harry es mitbekam bestand der Verdacht, dieser hätte die Kammer des Schreckens geöffnet. Ruhig saß der 12-Jährige in der großen Halle und betrachtete die anderen Schüler. Er hatte eigentlich vorgehabt Tom danach zu fragen, doch irgendetwas hielt ihn davon ab regelmäßig in dieses Buch zu schreiben. Besonders da Ginny ihn nicht mehr in Ruhe ließ. Ständig nervte sie ihn damit und wollte, dass er es verbrannte.  

Seine angebliche Schwester hatte nicht mehr mit gesprochen, was aber wohl mehr daran lag, dass er sie kaum zu Gesicht bekam. James verfolgte ihn auf Tritt und Schritt und immer öfter nahm Harry seinen Tarnumhang mit, um schnell darunter zu verschwinden. Snape war immer noch sauer auf Draco und Harry. Jeden Freitagabend saßen sie im Klassenzimmer für Zaubertränke und musste sinnloses Zeug abschreiben. Sie hatten einmal versucht ihn zu besänftigen, aber es damit geendet, dass sie zusätzlich noch Kessel schruppen durften. Harry knirschte mit den Zähnen, wenn er daran dachte, doch sie wollten es sich nicht noch weiter mit dem mürrischen Tränkemeister messen. Die beiden Jungen waren einfach nur froh, dass Snape ihnen keine Hauspunkte abzog.  

Seit dem letzten Angriff hatte Harry nicht mehr mit dem Basilisken gesprochen und so gerne er auch die Schlammblüter ein wenig dezimieren wollte, war ihm das Risiko doch zu hoch. Ihm war bewusst, dass Dumbledore ihn im Auge behielt, besonders seit der Sache mit dem Duellier-Club.  
Die meisten Schüler redeten immer noch hinter seinem Rücken darüber und glauben, dass er die Angriffe planen würde. Auch Daphne und Blaise fragten, doch Harry meinte nur, dass es zur Zeit zu gefährlich wäre.  

Es war an einem Freitagvormittag, als Draco angerannt kam. Harry hob eine Augenbraue und blieb mitten im Flur stehen, als der Blonde außer Puste vor ihm Halt machte. Es war so Malfoy-/ und Slytherin untypisch, dass auch sämtliche anderen Schüler zu dem blonden sahen, der sich an seinen Knien abstützte, um Luft zu holen. “Harry.. Das Bett.. Der Raum.. Zerstört.. Alles durcheinander...” keuchte dieser und Harry sah fragend nach rechts und links, doch seine beiden Freunde waren genauso ratlos wie er. “Malfoy, hol Luft und drücke dich klar aus. Du bist peinlich.” Vor Wut und Scham erhob sich der Slytherin, richtete seine Krawatte und stellte sich hoheitsvoll vor dem kleineren auf. Malfoy räusperte sich, bevor er anfing zu sprechen. “Unser Schlafraum wurde komplett zerwühlt, dein Schrank ausgeräumt und überall im Zimmer verteilt. Selbst meine Sachen fliegen überall herum. Bücher sind zerrissen worden. Einfach alles.. Das Bild deiner Mutter..” Harry sah Draco einen Moment an, bevor er an diesen vorbeischritt in Richtung der Kerker. Es war ihm egal, dass er noch eine Stunde Zaubertränke hatte. In den Kerkern fing er an zu rennen, bevor er in den Gemeinschaftsraum und in den Schlafraum rannte. In der Tür blieb er stehen und betrachtete das Chaos. Alles war kaputt, nichts mehr an seinem Platz. Die Vorhänge seines Bettes zerrissen.

Ein leises Wimmern kam über die Lippen des Schwarzhaarigen, als er das einzige Bild seiner Mutter mit Snape als Kinder zerbrochen am Boden liegen sah. Vorsichtig kniete er sich in die Scherben und nahm es in die Hand. Sachte strich er über die zwei lächelnden Gesichter, die händchenhielten. Hinter ihnen ein großer Baum mit einer Schaukel. Snape hatte ihm nie gesagt, wer das Bild gemacht hatte, doch er hatte es Harry überlassen, als dieser noch klein war, einfach weil der Junge es nicht mehr rausrücken wollte. Nun war in dem Bild ein Riss und der rahmen zerstört.  

Harry wusste nicht, wie lange er in den Scherben saß, bevor sich eine große Hand auf seine Schulter legte. Mit grünen, verweinten Augen sah er in die schwarzen, die ihn besorgt musterten. “Was ist hier passiert?” - “Ich weiß es nicht.. Sir” antwortete Harry leise. Snape nickte nur kurz. “Steh auf und trink das.” Erst da bemerkte Harry, dass seine Knie und Hände bluteten. Er hatte einige Splitter in den Knien und sich an dem kaputten Rahmen geschnitten. Vorsichtig und immer noch mit vor Schreck geweiteten Augen setzte er sich langsam aufs Bett. Snape zückte seinen Zauberstab und brachte den Raum wieder in Ordnung. Bücher setzten sich zusammen und flogen wieder ins Regal. Kleidung hängte und legte sich wieder ordentlich in den Schrank. Das Bett auf dem er saß wurde repariert.  

“Gib mir das Bild.” Harry sah nach oben. Vor ihm stand Snape und hatte ungeduldig die Hand ausgestreckt. Nur widerwillig überreichte er das Bild. Snape betrachtete es einige Sekunden, sah auf Harry und seufzte, bevor er es mit einem einfachen Reparo wieder zusammensetzte. Alleine die leuchtend grünen Augen, die nun zwar immer noch feucht, aber nun glücklich ihm entgegenblickten, war es wert gewesen. Er verstand einfach nicht, warum ihm dieses Bild so wichtig war.  

*~*~*~*

Seit dem Abend hatten Snape und Harry sich soweit wieder vertragen, obwohl das Verhältnis der beiden weiterhin kühl war. Harry versuchte sich nichts anmerken zu lassen und lebte mit dem Gedanken, dass es besser wäre kein Vater zu haben, als einen, der einen nicht liebt.  
Der andere Potter ging ihm nur noch auf die Nerven und Jill war wieder ganz die eingebildete Schnepfe geworden. Darüber konnte der 12-Jährige nur den Kopf schütteln. Anscheinend hatte sie nun Anschluss in ihrem Haus gefunden und war sehr beliebt geworden. Er hatte mitbekommen, wie James sogar versucht hatte sie ins Quidditschteam zu bringen, was wohl an der Löwenmutter gescheitert war. Geschah den beiden nur Recht.  

Am Tag des nächsten Quidditschspiel wurden sie vor dem Gemeinschaftsraum von ihrem Hauslehrer abgefangen, der verkündete, dass es heute nicht stattfinden würde, da eine weitere Schülerin versteinert wurde. Sofort blicken die Schüler und auch Snape Harry an, der allerdings diesmal nur den Kopf schüttelte.  
Als sie am Abend erfuhren, wer es war, konnte er sich allerdings ein Grinsen nicht verkneifen. Die Granger war anscheinend zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Leider hatte sie einen Spiegel dabei gehabt. Ron und seine Klicke sahen besorgt aus, aber nicht traurig. Wahrscheinlich wussten nicht immer noch nicht, wer oder was für die Angriffe verantwortlich war. Ihm sollte es recht sein.
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