In the shadow of the moon

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
20.05.2020
24.05.2020
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23.05.2020 1.834
 
Ich war gerade Mal ein paar Tage wieder Zuhause und mich beschlich das Gefühl das etwas nicht mit rechten Dingen zuging.
Allein der Abend meiner Ankunft war ja schon eine Sache für sich gewesen, Pauls Gesicht als er mich sah, welches mir nicht mehr aus dem Kopf ging und Sams Aussage am nächsten Tag "Es ist halt Paul" waren mehr als fraglich.
Eigentlich wollte ich nicht meine Energie damit verschwenden mir Gedanken darüber zu machen, doch es erschien mir fast unmöglich.
Die Jungs waren oft bei uns, im Haus anzutreffen, sogar Jakob Black, welcher auch in meine Klasse ging.
So hatte ich mir die letzten Tage meiner freien Zeit vor Schulbeginn nun wirklich nicht vorgestellt, also blieb ich entweder in meinem Zimmer wenn die Jungs da waren oder verließ das Haus bevor sie kamen.
Dennoch ließ es sich nicht vermeiden das ich ihnen ab und an über den Weg lief.
Ich hatte ja kein Problem damit, also theoretisch.
Denn wo sie waren war Paul, wo Paul war war sein merkwürdiger Blick den ich versuchte zu ignorieren, was mit unter daran lag das Sam mich zum einen darum gebeten hatte dem ganzen keine Aufmerksamkeit zu schenken und zum anderen an meinen verletzten Gefühlen und meinem Stolz.
Pauls und meine gemeinsame Vergangenheit begann etwa im Alter von 12. Er war schon 13 und ein Jahr über mir,  eigentlich war es ein normaler Schultag gewesen als einige Oberstufenschüler es für nötig hielten die jüngeren zu schikanieren. Darunter auch ich.
Paul hatte damals heldenhaft eingegriffen und sogar ein blaues Auge kassieren müssen, tja und seit dem Tag waren wir Freunde.
Bis ich mich irgendwann in ihn verliebt und eigentlich auch das Gefühl hatte es würde auf Gegenseitigkeit beruhen und dann, wenige Monate später der totale Wandel, ich hatte mich getäuscht und vorbei war die Freundschaft.
Und jetzt?
Jetzt lief mir Paul regelmäßig über den Weg.
Aber wie gesagt ich ignorierte es so gut es ging.
Gerade war es ruhig im Haus, es war Samstag und ich war mit ein paar alten Schulkameraden im Kino  verabredet, Jake hatte sich mein altes Motorrad angeschaut und wieder fahrtüchtig gemacht.
Sam hatte damals zugestimmt das ich eins fahren durfte natürlich nur mit gedrückter Geschwindigkeit, was er allerdings nicht wusste war, dass ich mir absolut im klaren war wo die Drossel war und wie man diese ausschalten konnte.
Er würde mir vermutlich Hausarrest geben wenn er davon wüsste.
Ich hatte mich gerade fertig gemacht und rannte die Treppe regelrecht runter, natürlich saß die Gruppe an Jungs am Esstisch als ich runter kam.
"Wo willst du hin?"
Bremste mich Sam aus als ich gerade einen Fuß vor die Tür gesetzt hatte.
"Ehm ins Kino mit Kim und ein paar anderen?"
Warum klang das mehr wie eine Frage als wie eine Aussage.
"Wo?"
War das jetzt ein Verhör?
"Port Angeles. Ich nehm das Motorrad."
"Das geht nicht.."
Perplex drehte ich mich um.
Bitte was?
"Und warum genau nicht?"
"Es wird bald dunkel, ich will nicht das du dann noch draußen bist."
Mit mehr als verwirrtem Blick drehte ich mich um und ignorierte dabei die Blicke der anderen.
"Ich verstehe dein Problem nicht, früher bin ich auch mit dem Motorrad abends Rum gefahren, das Ding hat ein Licht, das weißt du?"
Jared kicherte leise über meine Aussage, ließ es jedoch direkt sein als er Sams Blick sah.
"Ich bin für dich verantwortlich und damit ist mein letztes Wort nein."
"Ist das dein Scheiß ernst?!"
"Ja und jetzt geh auf dein Zimmer."
Ich unterdrückte den Drang meinen Schlüssel nach ihm zu werfen, schluckte die aufsteigende Wut runter und ging, Richtung Treppe.
Dabei streifte mein Blick den von Paul, welcher immer noch unergründlich und nicht einzuordnen war.
Mein Körper zeigte darauf leider eine unerwünschte Reaktion, mein Herz begann ruckartig schneller zu schlagen was mich den Blick schnell wieder abwenden ließ.
In meinem Zimmer tigerte ich unruhig auf und ab.
Was war Sams Problem? Und egal was es war warum sagte er es nicht einfach.
Jetzt gab es nämlich 2 Möglichkeiten, entweder ich respektierte Sams Verbot oder aber und diese Möglichkeit gefiel mir besser, ich schlich mich raus.
Möglichkeit 2 könnte klappen, sogar ohne erwischt zu werden, sofern ich es schaffte das Motorrad ohne viel Geräuschkulisse außer Hörreichweite zu schieben und wenn Sam etwas mitbekam war es eh schon zu spät für ihn mich zurückzuholen.
Raus kommen war einfach, ich stellte meinen CD Player auf Laut, Sam kannte das noch aus meiner trotzigen Phase und würde sich nicht beschweren kommen sondern irgendwann einfach die Sicherung ziehen. Schnell war das Dachfenster geöffnet und ich zog mich hoch in die kühle Abendluft.
Manchmal saß ich bei gutem Wetter hier, lauschte auf den Wind und den Vögeln, es war einer meiner Rückzugsorte geworden wenn Sam mir Mal wieder auf die Palme ging.
Ich war in diesem Moment froh das wir etwas abseits wohnten und mich so keine Nachbarn sehen konnten.
Ich rutschte über das nasse Dach nach unten an die Regenrinne und kletterte rüber zum Rohr an dem ich hinunter kletterte.
Unter dem Küchenfenster duckte ich mich einfach hinweg und schon stand ich sicher an der Hauswand bei meinem Gefährt.
Während ich die Drossel entkräftete schwankten meine Gedanken zwischen "Jawohl, Freiheit!" und "Sam wird mir den Kopf abreißen wenn er davon Wind bekommt!"
Freiheit gewann.
Ich schob das Rad schnell aber vorsichtig um ja kein Geräusch zu erzeugen aus dem schützenden Schatten der Bäume.
Wie ein Sträfling der gerade erfolgreich aus dem Knast ausgebrochen war drehte ich mich immer wieder zum Haus um, aber nichts.
Erleichtert Atmete ich auf als ich so weit entfernt war, dass ich den Motor starten konnte und fuhr beflügelt von dem Gefühl der Freiheit und der erfolgreichen Rebellion gegen Sam, von der er hoffentlich nichts mitbekam, davon.

Der Film war unfassbar schlecht gewesen, das war das einstimmige Fazit aller die mit dabei waren. Zwischenzeitlich hatte ich mich sogar gefragt ob dieser Schrott es überhaupt wert war eventuell von Sam eins auf den Deckel zu bekommen aber die Freude darüber meine Freunde wiederzusehen war einfach zu groß gewesen.
Die anderen waren mit dem Auto gekommen, was zur folge hatte das ich alleine nachhause fahren musste.
Theoretisch hätte ich ihnen einfach hinterher fahren können aber da sich das durchaus dringende Bedürfnis nach einer Toilette gemeldet und ich den anderen versichert hatte, dass es absolut okay für mich war alleine zu fahren, hatte ich nun den Salat.
Das es nun auch noch aus wie aus Eimern schüttete machte die ganze Sache nicht besser aber ich musste nachhause eher Sam und Emily Wind davon bekamen das ich nicht in meinem Zimmer war.
Sobald ich die Lichter der Stadt hinter mir gelassen hatte drückte ich aufs Gas.
Die Fahrt würde schon bei gediegener Geschwindigkeit über eine Stunde dauern und so viel Zeit hatte ich nicht.
Ausnahmsweise schien das Glück jedoch auf meiner Seite zu sein, ich schaffte einen Großteil der Strecke trotz Regen schnell und ohne Probleme und als es nur noch wenige Kilometer bis LaPush waren ließ das elendige Nass sogar etwas nach.
Das einzige was ich nicht bedacht hatte war die wohl mit Abstand bescheuertste Kurve ich kannte.
Sie kam kurz nachdem man in LaPush angekommen war und war so eng gestaltet das das zuständige Bauamt dafür geschlagen gehörte.
Kaum das ich eingebogen war geriet der Vorderreifen aufgrund des Regens ins Aquaplaning und es riss mich mit einem Ruck vom Sitz.
Die Arme instinktiv nach vorne Ausgestreckt schlitterte ich über den kiesigen Boden und kam mit einem ungewollten Purzelbaum zum liegen.
Würde ich ein Navi benutzen würde es an dieser stelle vermutlich „Sie haben ihr Ziel erreicht“ von sich geben.
Fluchend stand ich auf.
Der Kies hatte mir die Unterarme aufgerieben was ein unangenehmes brennen zur folge hatte.
„Gut dann schieb ich halt.“ grummelte ich.
Ich ärgerte mich über meine eigene Dummheit nicht an die Kurve gedacht zu haben und Fluchte den restlichen weg zurück nachhause vor mich hin.
Es war mir nicht vergönnt das, Sam und Emily schon schliefen, also kletterte ich möglichst leise zurück in mein Zimmer.
Das Motorrad hatte ich an seiner üblichen stelle abgestellt, bloß keinen Verdacht erregen und so.
Es war stockduster in meinem Zimmer und das betätigen des Lichtschalters bestätigte meine Vermutung von vorhin; Sam hatte die Sicherung gekappt.
Ich schnappte mir meine löchrige Jogginghose und das viel zu große Shirt das ich mir irgendwann mal von Sam geklaut hatte und öffnete leise die Tür.
Zumindest den Dreck wollte ich abwaschen eher ich schlafen ging, auf entzündete Schürfwunden hatte ich absolut keine Lust.
Duschen kam nicht in Frage also betrieb ich Katzenwäsche.
Den linken Unterarm hatte es schlimmer erwischt als den Rechten, zum Glück hatte Emily einen erste Hilfe Kasten im Schrank im Bad verstaut.
Schnell wickelte ich den weißen Mull um meinen lädierten Arm eher ich mich zurück in mein Zimmer schlicht, allerdings hielt ich am Treppenabsatz inne als ich meinen Namen hörte.
„Ich mache mir wirklich sorgen Sam, wäre es nicht besser einfach ehrlich zu ihr zu sein.“
Erleichtert atmete ich auf. Sie hatten mich nicht gehört sondern redeten nur über mich, aber womit sollte Sam ehrlich sein?
Ich verharrte in meiner Position, ja lauschen war nicht die feine Art aber…
„Wir können uns genauso gut irren, sie hat sich früher schon schnell aufgeregt. Es muss nicht sein das..“
„Es liegt nicht bei mir das zu entscheiden.“
Man Emily! Warum musste sie meinem Bruder genau jetzt ins Wort fallen?
„Aber ich fände es besser wenn sie es wüsste, nicht nur um ihretwillen.“
„Machst du dir jetzt wirklich Gedanken um Paul? Der hält das noch etwas aus, mach dir keine Sorgen.“
Paul? Warum Paul? Ich verstand nur noch Bahnhof.
„Es ist ihm gegenüber trotzdem nicht gerecht.“
Sam seufzte hörbar laut.
„Ich bleibe erst mal dabei, dass es so für alle Beteiligten das beste ist.“
Es blieb still.
„Lass uns nicht weiter darüber reden, wir sollten auch langsam schlafen gehen.“
Das war mein Stichwort, ich huschte schnell in mein Zimmer und schloss leise die Tür.
Jetzt bekam ich endlich mal etwas von dem ganzen mit was mir verschwiegen wurde und verstand es trotzdem nicht.
Ich krabbelte ins Bett und wickelte mich in die decke ein.
Plötzlich kam mir ein Gedanke der mir gleichermaßen gefiel wie missfiel.
Paul…
Vielleicht bekam ich ja aus ihm etwas raus.




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So Kapitel 2 ist da :D
Ich hoffe es hat euch gefallen, es ist etwas kürzer als das erste geworden, was hoffentlich nicht allzu schlimm ist.
Ich versuche jedoch die länge so zu halten wie beim ersten, sofern nichts anderes gewünscht wird.
Übrigens auch vielen lieben Dank für 8 Favos, 2 Empfehlungen und 2 Kommentare auf das erste Kapitel :3 Ihr seid supi!
Es gab jetzt insgesamt 3 Versionen dieses Kapitels bis ich doch wieder bei der ersten Variante gelandet bin ^^"
Naja.
Ansonsten wünsche ich euch erstmal ein schönes Wochenende.
Bleibt allesamt gesund und munter!
LG Toastbroot
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