An allem ist Webb schuld

von anke
GeschichteHumor, Romanze / P12
Harmon "Harm" Rabb Jr. Sarah "Mac" Mackenzie
18.05.2020
23.05.2020
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23.05.2020 475
 
Sonntag
1515 Zulu (1015 EST)
Macs Apartment
Georgetown, Virginia


Dieses erste Wochenende mit Harm war eine der erstaunlichsten Erfahrungen im Leben von Marine Lieutenant Colonel Sarah MacKenzie. Sie beiden waren bestrebt, die vergangen Jahre wett zu machen und so hatte sie sich auf einmal in einem Kokon von Wärme, Zuneigung und Liebe wiedergefunden, wie sie ihn noch nie erlebt hatte. Sie und Harm nutzten jede Gelegenheit sich zu berühren, jedes Mal voller Erstaunen, dass der andere wirklich da und noch perfekter als in jeder Vorstellung war. Sie hatten miteinander geschlafen. Mehrmals. Und jedes Mal hatten sie einander so intensiv wahrgenommen, wie sie konnten, um dieses seltsame erste Mal wieder wett zu machen.

„Wie lange weißt du es eigentlich schon?“, fragte Harm, als sie am Sonntagmorgen eng aneinander gekuschelt im Bett legen. Seine Hand ruhte auf ihrem noch vollkommen unauffälligen Bauch.

„Knapp eine Woche. Mir ging es schon die ganzen letzten Wochen etwas – seltsam. Ich war müde, unausgeglichen und mir war latent schlecht, aber das habe ich auf die Nachwirkungen der Beinahe-Lungenentzündung geschoben. Samstagabend stand ich dann beim Einkaufen vor dem Regal mit den Hygiene-Produkten und mir fiel auf einmal auf, dass ich eigentlich schon längst meine Regel hätte haben sollen. Ich habe dann ganz impulsiv einen Test mitgenommen und mich auf dem Weg nach Hause dafür ausgelacht. Schließlich war ich mittlerweile davon überzeugt, dass unsere Erlebnisse in dieser Hütter ein Fiebertraum gewesen sein mussten.“

„Warst du?“, fragte Harm verblüfft.

„Ja. Ich muss zugeben, dass ich an diese Zeit keine klaren Erinnerungen habe und als wir dann zurück waren und du dich verhalten hast wie immer, dachte ich…“

Harm lachte leise. „Oh, mein Gott, wir sind wirklich ein Paar. Ich kann mich auch nur sehr undeutlich erinnern, mich hatte es ja nicht weniger schlimm erwischt als dich und du hast dich zuhause auch verhalten wie immer und so…“

Mac stimmte in das Gelächter ein. „Ich glaube, an unserer Kommunikation müssen wir noch arbeiten, Fliegerjunge.“

„Stichwort Kommunikation.“ Harm wurde ernst. „Wir müssen es dem Admiral sagen, oder?“

Mac merkte ihm an, dass ihm nicht wohl bei dem Gedanken war.

„Ich muss auf jeden Fall mit dem Admiral reden. Laut Dienstvorschrift muss der CO spätestens 14 Tage nach der Bestätigung der Schwangerschaft informiert werden“, sagte sie.

Harm nickte. „Nur, dass diese eine Information nicht ausreichen wird, oder?“, fragte er und bemühte sich um eine tragische Mine.

Mac lachte und wurde dann wieder ernst. „Ich würde es gerne so schnell wie möglich hinter mich bringen. Die Ärztin meinte zwar, es würde noch ein bisschen dauern, bis man etwas sieht, aber wenn es so weit ist, hätte ich gerne, dass schon klar ist, wie es mit uns weitergehen wird. Außerdem sollte er mich wohl nicht mehr für Außenmissionen auf Atom-U-Booten oder ähnlichen in Betracht ziehen.“

„Alaska, er wird uns nach Alaska versetzen“, sagte Harm düster.
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