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Warten das der Regen aufhört

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Etsuya Eizan Nene Kinokuni
18.05.2020
19.05.2020
2
4.733
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18.05.2020 1.092
 
Natürlich musste es gerade dann regnen, wenn Etsuya Eizan es am Wenigsten gebrauchen konnte.

Ohne Schirm und vollkommen unpassend für dieses Wetter gekleidet stand er unter einem Baum und lieferte sich dabei einen spannenden Wettkampf mit den Wolken wer wohl finsterer aussehen konnte.
Seit einiger Zeit starrte er die verregnete, graue Straße vor ihm nun schon an, während das nervtötende Prasseln der Regentropfen seine Ohren penetrierte.
Es war als würde Mutter Natur sich einen Spaß daraus machen auszutesten wie lange man wohl an den Geduldsfäden von Etsuya reißen könne bis es zum Wutausbruch kam.

Das was Etsuya dabei am meisten aufregte war, dass das Wetter wirklich durch und durch außerhalb seiner Macht stand.
Das Wetter tat was es wollte und es gab wirklich gar nichts was Etsuya dagegen tun könnte. Er war absolut machtlos und ohne jegliche Kotrolle. Und er hasste dieses Gefühl.

Ihm entwich das achtzehnte, genervte Seufzen dieses Tages und er fing an seine Tasche nach seinem Handy abzutasten um sich ein wenig abzulenken.

Doch bevor er sich Businessplänen und Sudoku widmen konnte griff das Schicksal plötzlich ein. Undzwar in Form einer ihm wohlbekannten Stimme. „Eizan?“

Er sah auf.
Eine junge Frau in seinem Alter war vor ihm stehen geblieben. Sie trug regenfeste Stiefel, eine normale Jeans und einen schwarzen Mantel. In der blassen Hand hielt sie den Griff eines grauen Regenschirmes.
Ihre roten Augen wirkten überrascht und sie hob ihre freie Hand um ihre Brille zurechtzurücken.
„Was machst du hier?“

Anstatt ihre Frage zu beantworten, legte Etsuya erst einmal den Kopf schief. „Kinokuni?“ Meinte er im gleichen überraschten Ton den sie benutzt hatte. Sie schwieg und sah ihn bloß erwartungsvoll an. So widmete er sich dann doch ihrer Frage. Jedoch nur sehr kurz angebunden. „Ich warte. Und was willst du hier?“

Sie antwortete in selber kurzer Manier. „Ich gehe nach Hause.“

Eigentlich hätte Etsuya gedacht, dass Nene Kinokuni es dabei belassen würde. Vielleicht würde sie ihn noch an eine seiner Elite Ten Aufgaben erinnern, ihn dann einen schönen Tag wünschen und schließlich ihren Weg fortführen. So lief das jedenfalls meistens mit ihr ab.
Doch zu seiner Überraschung blieb sie vor ihm stehen.

„Worauf wartest du?“

Er stutzte kurz. „Darauf das es aufhört zu regnen.“ Sagte er dann. „Aha.“ Kam es von ihr.
Für einen kurzen Bruchteil von Sekunden war es zwischen den beiden still und sie sahen sich einfach nur an.
Sie mit diesem für sie durch und durch typischen neutralen, kühlen Blick der jegliche, möglichen Emotionen in ihr perfekt von der Welt abschirmte. Und er irgendwie versucht diese neutrale Miene nachzuahmen.
Schließlich brachen ihre roten Augen den Augenkontakt mit seinen und widmeten sich lieber seinem Hals, dann seiner Brust, dann seinem Bauch und immer so weiter.
Nene musterte ihn von oben bis unten und während Etsuya sie dabei so beobachtete konnte er nicht anders als an Roboter in Science Fiction Filmen zu denken, die Menschen irgendwie auf Wunden oder soetwas abscannten.

„Du bist viel zu dünn angezogen.“ Präsentierte der Roboter monoton sein Ergebnis. Etsuya‘s Zähne knirschten. Ihm lag ein sarkastisches ‚Nein, wirklich?‘ auf der Zunge und würde hier irgendwer anders vor ihm stehen hätte er das auch genutzt. Doch es war nun mal sie die hier vor ihm stand. Und so entschied er sich dafür ein „Weiß ich“ zu brummen. „Wie lange stehst du denn schon hier?“ Daraufhin zuckte er mit den Schultern.

Plötzlich wurde ihr Blick um einiges schärfer und im tadelnden Tonfall einer Grundschullehrerin sagte sie. „Du wirst dir noch eine Erkältung holen, Eizan.“

Dieses Statement überrascht ihn dann doch ein wenig und so zog er verwundert die Augenbraue hoch. „Bitte?!“
Und wie eine Grundschullehrerin die gerade von ihrer Schülerschaft dazu aufgefordert wurde etwas zu erklären was sie schon fünfmal davor erklärt hatte, seufzte sie. Dann gestikulierte sie zu dem Hemd was er trug und erläuterte. „Wenn du noch länger in diesem Aufzug hier in der Kälte stehen bleibst wirst du krank. Das ist doch wohl logisch oder nicht?“

Er sah sie weiterhin perplex an, was zu einem weiteren Seufzer ihrerseits führte.
„Weißt du was?“ Meinte sie dann. „Mein Apartment ist wie gesagt ganz in der Nähe, du kannst ja da darauf warten, dass der Regen aufhört. Dann erkältest du dich zumindest nicht.“

Nun klappte seine Kinnlade runter. Hatte er grade richtig verstanden?
„.....Du willst das ich zu dir nach Hause komme?“ Fragte er ungläubig nach kurzem Schweigen.

Sie runzelte die Stirn. „Gibt es dabei ein Problem?“
Es geschah nicht gerade oft, dass Etsuya mit Worden rang. Ein guter Geschäftsmann musst schließlich überzeugen können und eines der besten Mittel ist und bleibt da einfach die Rhetorik. Doch in diesem Moment begann er doch ein wenig zu stammeln. „Ich...ähm....Es ist nur...Ist denn das wirklich nötig, Kinokuni? Ich komm schon alleine klar!“

Sie sah ihn bloß streng an. „Naja, eine Erkältung wäre auch nicht grade förderlich für deine Geschäfte oder?“ „Ich...!“

Erbarmungslos trat sie einen Schritt näher und ihre Stimme nahm nun diesen einen, ganz bestimmten Tonfall an der Etsuya schon fast automatisch zum Nicken brachte. „Du kommst jetzt mit, Eizan.“ Es war dieser Tonfall der absolut keinen Widerspruch duldete. Derselbe Tonfall der ein paar Monate zuvor „Du wirst die Totsuki nicht verlassen, Eizan“ gesagt hatte.
Damals hatte es funktioniert und es funktionierte schon wieder.

Ergebend hob er also die Hände und murrte, ihren scharfen Blick ausweichend. „Ist ja schon gut, Kinokuni. Kein Grund gleich so schroff zu werden.“

„Du lässt einem ja kaum eine Wahl.“ Sagte sie prompt. Gleichzeitig hob die ihren Regenschirm ein wenig an um zu signalisieren, dass er sich unterstellen sollte. Nur war Nene Kinokuni irgendwo im 1,60-Bereich, während Etsuya Eizan schon fast an die 1,80 ran reichte.

„Soll ich den Schirm vielleicht nehmen?“ Fragte er also. „....Das wäre wohl besser antwortete sie.

So überreichte sie ihrem Gegenüber den Schirm und für einen kurzen Moment berührten sich ihre Finger und eine blitzartige Wärme durchzog die zwei.
Ohne sich verbal darüber auszusprechen, entschieden beide sich dafür es zu ignorieren und sich einfach schweigend unter dem Schirm einzufinden um loszugehen.

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Author's Note: Die Story ist schon eine Weile auf dem Englischen Fanfiction.net, allerdings habe ich sie halt auf Deutsch geschrieben und dann ins Englische übersetzt.

Ich dachte allerdings, ich könnte sie ja auch hier posten...auch wenn es nicht allzu viel Leben in diesem fandom auf dieser Seite zu geben!

Nun ja, hier ein kleines rare pair. Das mir wirklich immens ans Herz gewachsen ist.

Der zweite Teil ist halt auch schon lange fertig und wahrscheinlich poste ich ihn morgen.

Danke für's Lesen!
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