Nach was das Herz sich sehnt

GeschichteDrama, Romanze / P18
Blaise Zabini Draco Malfoy Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
18.05.2020
13.08.2020
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49.153
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27.05.2020 2.026
 
Es war ein harter Arbeitstag, dem Hermione nun endlich den Rücken kehren konnte. Es war Freitag spätnachmittags und zeit für ihren wohlverdienten Feierabend. Als sie gerade den Flur entlang lief, stand die Türe des blonden Zauberers, der noch an irgendwelchen Akten saß, offen.
Seit dem sie das Buch von ihm geschenkt und sie die Konversation geführt hatten, nennen wir es mal Konversation, herrschte zwischen den einstigen Feinden Funkstille.
Die Braunhaarige fragte sich immer noch, weshalb er ihr das Buch geschenkt hatte und es nagte an ihr, dass sie sich dafür nicht anständig bei ihm bedankt hatte.
Doch mittlerweile wusste sie einfach nicht mehr, wie sie das Thema nochmals ansprechen sollte.
Hermione war gerade dabei, möglichst unbemerkt, an Malfoys Büro zu schleichen, als in diesem Moment die Tür geöffnet wurde und der Blonde vor ihr stand.
Und schon wieder verlor sie sich in seinen Augen, die wie ein Strudel waren, aus dem sie sich nicht befreien konnte.
Schweigend liefen die Beiden zum Aufzug, der sich sogleich öffnete und dieses mal war es Draco, der sich hinter die Braunhaarige stellte.
Hermione spürte, wie sich auf ihrem gesamten Körper eine Gänsehaut ausbreitete, als sie daran dachte, ob der Blonde sie genauso ansehen würde, wie sie es einst getan hatte.
Die Hexe traute sich jedoch nicht, einen Blick nach hinten zu werfen, um dies zu überprüfen.
Der Zauberer, der hinter der ansehnlichen Frau stand, musste sich ein Grinsen verkneifen, bei dem Gedanken daran, was momentan im Kopf von Hermione vorgehen musste.
Natürlich würde er es sich nicht nehmen lassen, diese eindringlich von hinten zu mustern, so wie sie es einst an seiner Stelle getan hatte.
Draco gefiel dieses Spiel, denn es war so einfach, die Braunhaarige aus dem Konzept zu bringen.
Er konnte bereits ihren beschleunigten Atem hören.
Und als sich endlich die Türen des Aufzugs öffneten, hauchte Hermione, ohne sich umzudrehen ,,Malfoy, hör auf mich mit deinen Blicken zu durchbohren“ während sie die Worte aussprach, lief sie äußerst aufreizend aus dem Aufzug und drehte ihren Kopf ein wenig zur Seite und schenkte dem Zauberer ein neckisches zwinkern.
Draco starrte ihr noch eine weile grinsend nach.
Auch sie beherrschte dieses Spiel äußerst gut..
Still und heimlich, gestand der Blonde sich ein, dass diese Frau ihm nicht mehr aus dem Kopf ging.

Als die Hexe endlich Zuhause angekommen war, konnte sie den Rothaarigen nirgendwo auffinden.
Wahrscheinlich hatte er auch alle Hände voll zu tun im Scherzartikelladen.
Zumindest müsste sie ihn so nicht sehen oder sich in irgendeiner Weise mit ihm auseinander setzten. Leider war er seit dem Vorfall, als sie das ,,Ich liebe Dich“ unüberlegt ausgesprochen hatte, noch viel anhänglicher geworden. Dies vereinfachte ihre Situation nicht im Geringsten.
Und dann war da auch noch Draco, der unentwegt in ihren Gedanken kreiste.
Sie schloss die Augen und dachte an diese geladene Spannung, die sie im Aufzug gespürt hatte.
Bei Merlin, dass war doch nicht normal. Hermione konnte nicht so recht deuten, was zwischen ihnen eigentlich war.
War es eine banale Kollegenschaft, Freundschaft oder vielleicht doch noch mehr?
Bei dem Gedanken lachte sie einen Moment auf.
Sie fragte sich, weshalb sie sich, in Bezug auf Malfoy, überhaupt sich Gefühls technisch unsicher war.
Und wieso hegte man Gefühle für jemanden, denn man früher nicht ausstehen konnte?
Selbst nach dem Krieg war es zwischen ihnen immer eher angespannt gewesen, was sollte sich denn mittlerweile geändert haben?

Etwa eine Stunde später saß die Hexe in ihrem Sessel und zerbrach sich über den Blonden immer noch den Kopf. Das geschenkte Buch von ihm lag auf ihrem kleinen Beistelltisch und immer wieder warf sie einen Blick darauf. Weshalb war sie nicht in der Lage gewesen, sich anständig bei dem Zauberer zu bedanken? Und weshalb waren die Beiden auch nicht in der Lage, eine anständige Konversation zu führen? Plötzlich kam ihr da so ein Gedanke, vermutlich keine gute Idee, doch etwas besseres fiel ihr im Moment nicht ein.
Um einem direkten Gespräch zu entgehen, wollte sie ihm eine Eule mit einem Brief schicken, in dem sie sich bedankte, aber auch anbot, das Buch wieder zurück zu geben, da es doch von hohem Wert war.
Also setzte sie sich an den Tisch und begann damit, einen Brief an Malfoy zu verfassen.
Beim Schreiben fiel es ihr deutlich leichter, sich auszudrücken, als es ihr von Angesicht zu Angesicht möglich gewesen wäre.
Mit einem mulmigen Gefühl band sie ihrer Eule den Brief um das Bein, gab ihm noch schnell einen Eulenkeks und beobachtete, wie dieser in die Höhe flog und bald aus ihrem Blick verschwand.
Die Braunhaarige zweifelte kurz, ob es dem Zauberer überhaupt erfreuen würde von ihr zu lesen und ob er überhaupt darauf reagieren würde..

Kurz darauf bei Malfoy.

Dieser saß in seinem Wohnzimmer und blickte Gedankenversunken in die lodernden Flammen in seinem Kamin. Plötzlich vernahm der Blonde ein Klopfen am Fenster, gemächlich schritt er auf dieses zu, um eine Eule zu erblicken. Überrascht gewährte er der Eule Einlass, woraufhin das Tier mit einem gekonnten Sprung  auf seiner Schulter landete und sich bereitwillig dem Brief abnehmen ließ.
Zögerlich öffnete er das Schreiben und fragte sich, wem er diesen zu verdanken hatte.


Malfoy,
ich weiß nicht warum ich dir überhaupt schreibe, vermutlich weil wir irgendwie nicht in der Lage sind, eine anständige Konversation zu führen. Oder vielleicht auch, weil mir das Schreiben schon immer leichter gefallen ist... Es war nicht okay von mir, mich nicht anständig bei dir für dieses wundervolle Geschenk zu bedanken, obwohl ich es ungern behalten möchte. Aber nur aus dem einfachen Grund, weil ich es einfach zu wertvoll finde.. Und ich nicht wüsste, wie ich es wieder gut machen könnte..
Ich hoffe du antwortest mir.
Bis Bald.
Hermione Granger.

Draco blickte immer noch ungläubig auf das geschriebene. Damit hätte er nicht gerechnet.
Eines wusste er allerdings, ein Malfoy nimmt ein gemachtes Geschenk nicht mehr zurück.
Er würde sich schon etwas einfallen lassen, wie sie es wieder gut machen könnte. Der Gedanke ließ ihn unaufhörlich grinsen. Also kramte auch er Papier und Stift hervor und schrieb der Hexe ein paar Zeilen nieder.
Die Eule, die es sich mittlerweile vor dem Kamin gemütlich gemacht hatte, ließ sich nur widerwillig den Brief ans Bein befestigen und wieder in die Kalte Nachtluft entlassen.

Kurz darauf bei Hermione.

Ihre Eule war nun auch wieder zurück gekehrt, überrascht und erleichtert stellte die Braunhaarige fest, dass sie einen neuen Brief mit sich brachte.
Ungeduldig und ungeschickt löste die Hexe den Brief und las ihn gespannt durch :

Granger,
Auch ich habe mich gefragt, warum du mir schreibst, was nicht bedeutet, dass es mich nicht gefreut hätte (bilde dir jetzt aber nichts darauf ein).
Zu deinem Anliegen, merke dir ein gemachtes Geschenk von mir, nehme ich niemals zurück.
Ich hätte da aber einen Vorschlag, wie du es wieder gut machen könntest..
Du könntest Morgen mit mir Essen gehen, rein Freundschaftlich natürlich.
Ich möchte dem Wiesel ja nichts wegnehmen ;)
Ich bitte um Antwort!
Draco Malfoy.

Hermione klappte die Kinnlade nach unten. Der Blonde hatte sie doch jetzt nicht ernsthaft gefragt, ob sie mit ihm Ausgehen würde? Was sollte sie denn darauf antworten?
Und er hatte sich tatsächlich gefreut, dass sie ihm geschrieben hatte..
Wie verrückt dachte sie sich.
Sie biss sich nervös auf die Unterlippe, so langsam musste sie ja auf seinen Brief reagieren. Sollte sie wirklich zusagen? Ihr Herz schlug wie wild und ihr Unterbewusstsein rief ununterbrochen, dass sie auf die Einladung eingehen sollte..
Die Braunhaarige dachte sich, was sollte schon dabei sein mit einem Freund auszugehen, versuchte sie sich, selbst nicht so ganz davon überzeugt, einzureden.
Und so zückte die Hexe erneut, ihre Feder und schrieb ihm eine Antwort.

Gerade war sie dabei, der Eule wieder den Brief an die Kralle zu befestigen, als ihr einfiel was sie zum Abschied geschrieben hatte. Doch bevor sie, dass geschriebene wieder abnehmen konnte, um dies zu korrigieren, hatte sich das Tier bereits auf den Weg gemacht.
Verfluchter Eulenmist! Hoffentlich würde der Zauberer dass jetzt nicht irgendwie falsch verstehen.

Erneut bei Malfoy.

Die Eule kam zum zweiten mal an diesem Abend, an sein Fenster und klopfte ungeduldig daran.
,,Ja schon gut kleiner“ ließ er das Tier herein, um dann sofort den Brief zu entnehmen.
Irgendwie war er für seine Verhältnisse ungewohnt aufgeregt.
Was wäre wenn Granger die Verabredung abgelehnt hatte? Natürlich hatte er es als rein Freundschaftliches Treffen deklariert, da sie sonst seinem Vorschlag nicht zugestimmt hätte.
Doch als er die Zeilen las, war er freudig überrascht und ein grinsen auf dem Gesicht konnte er nicht verbergen. Sie hatte geschrieben :

Malfoy,
dass du mir geantwortet hast, verwundete mich, was nicht heißt, dass es mich nicht gefreut hätte (und bilde dir jetzt auch nichts darauf ein).
Liebend gerne, nehme ich deinen Vorschlag an und gehe mit dir Essen.
19 Uhr vorm Ministerium, würde ich jetzt einfach mal so bestimmen.
Du darfst dann natürlich, über die Lokalität entscheiden.
Und natürlich nur rein Freundschaftlich, ich will dir mit Sicherheit nicht, deiner reizenden Freundin was wegnehmen ;)

Kuss
Hermione.

Toughe. Sie hatte ihn mit seinen eigenen Waffen geschlagen.
Die Löwin war frecher den je und hatte obendrein noch seine Einladung angenommen!
Er mochte schon immer Frauen mit Biss und Temperament. Zudem hatte sie zum Abschied das Wort ,,Kuss“ geschrieben, was ihm amüsiert den Kopf schütteln ließ.
Zufrieden begab sich der Blonde zur Eule, gab dieser lediglich einen Keks und ließ sie Nachhause kehren.


Hermione saß in ihrem Sessel und las das Buch, welches sie von Draco geschenkt bekommen hatte.
Ein komisches Gefühl, wenn sie ehrlich war. Etwas so wertvolles in ihren Händen zu tragen und das auch noch von einem Malfoy bekommen zu haben. Als er damals in der Buchhandlung gestanden hatte, hatte sie nicht großartig über den Grund seiner Erscheinens nachgedacht. Doch jetzt stellte sie sich die Frage, ob der Blonde Zauberer auch dort gewesen war, weil er genauso wie sie, dieselbe Vorliebe für Bücher teilte.
Ron hatte es immer gehasst, wenn er sie dort hin begleiten musste.
Er hatte dann immer wie ein Kleinkind rum genörgelt, weil er sich schlichtweg nicht für ihre Leidenschaft interessierte. War das nicht eine traurige Erkenntnis? Gut die Hexe teilte seine Vorliebe für Quidditch auch nicht, aber nur weil sie einfach unter wahnsinniger Höhenangst litt und generell die Sportart als gefährlich empfand. Wie oft war Harry damals in Hogwarts, vom Besen gefallen, auch wenn ihm glücklicherweise nie etwas schlimmeres zugestoßen war, doch das änderte nichts daran, dass diese Sportart und das Fliegen generell Angst in ihr auslösten.
Aber dem Rothaarigen zuliebe, hatte sie ihn immer zu den Spielen oder dementsprechenden Läden für Quidditch begleitet.

Die Haustüre wurde aufgeschlossen und Ron trat in die Wohnung hinein.
,,Hey.. Noch wach Mione?“ fragte dieser verwundert, weil Hermione in der Regel, wenn er so spät am Abend nachhause kam, meistens schon schlief.
,,Ja ich konnte nicht schlafen und habe deswegen noch ein wenig gelesen“ achselzuckend widmete sie sich weiter ihrem Buch.
,,Du und deine blöden Bücher. Du könntest es ja zur Abwechslung mal weglegen und mit mir ins Schlafzimmer kommen“ zwinkerte er ihr vielsagend zu.
,,Erstens Ron, sind Bücher mit Sicherheit nicht blöd und zweitens ist es jetzt schon spät am Abend“ gab die Braunhaarige genervt als Antwort.
,,Ach komm schon Mione. Sei doch nicht immer so verklemmt und langweilig“ dabei schritt er zügig auf sie zu und zog sie eng an sich.
,,Ich bin weder verklemmt noch langweilig Ronald Weasley! Nur ist es jetzt einfach zu spät, ich hatte heute einen wahnsinnigen langen und anstrengenden Arbeitstag und bin nun völlig fertig“ erwiderte sie in wütend und bestimmt, dabei versuchte sie sich aus seinem Griff zu winden.
,,Ist ja schon gut“ gab der Rothaarige kleinlaut von sich und ließ von der Braunhaarigen ab, dabei zog er beide Hände entschuldigend nach oben.
,,Gibts was zum Essen?“ fragte der Zauberer vorsichtig seine Freundin.
,,Steht im Ofen“ gab diese rasch und kalt von sich und stand auf um etwas Raum zwischen Beiden zu schaffen.
Während Ron sich über sein Essen hermachte, als gäbe es kein Morgen mehr, verschwand die Braunhaarige in das Badezimmer um sich fürs Bett fertig zu machen.


So liebe Leute, nun das 8. Kapitel! Ich hoffe es gefällt euch, wenn ihr wissen wollt, wie es weiter geht, dann lasst es gerne mich wissen :D
Gute Nacht und bis bald!
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