Bluterbe

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Haytham Kenway OC (Own Character) Shay Patrick Cormac
17.05.2020
25.10.2020
29
62.049
2
Alle Kapitel
41 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
17.10.2020 1.941
 
Disclaimer: Die Charaktere aus Assassins Creed Rogue gehören Ubisoft und ich verdiene  kein Geld damit, sondern leihe sie mir nur mal kurz aus. Das gleiche gilt für andere Teile von Assassins Creed.





https://www.youtube.com/watch?v=xvvY9vA9X78&t=0s









Wir waren seit einem Monat auf See, Lady Melanie hatte es nach vielem hin und her geschafft Shay zu überzeugen, dass wir ihn begleiteten. Die Reise nach Dover war ruhig, July war glücklich, freute sich bei ihren Papa auf dem Pferd zu sitzen und ich hatte Caden in meinem Tuch gehabt. Mein Vater reiste bis Dover mit uns. Es war angenehm und als wir endlich auf dem Meer waren, fühlte ich als wäre ein Stein von meinem Herzen gefallen. July hatte zum Abschied geweint, wollte ihren Opa nicht weg lassen.
Ich schaute zu meinen beiden Kindern, wir hatten vor drei Tagen einen Sturm gehabt, seit dem ging es July nicht so gut. Sie war Seekrank geworden, genauso wie Caden. Aber mein Sohn hatte sich schnell wieder erholt, doch um July machte ich mir Sorgen. Shay hatte mir nur einen Blick zugeworfen, sprach seit über einem Monat nicht ein Wort mit mir. Immerhin spielte er, wenn er Zeit hatte, mit seiner Tochter, aber Caden...er nahm ihn nicht mal in den Arm, dabei war er doch sein Vater. Ich wiegte Caden, während ich über Julys Schlaf wachte, sie hatte vor drei Stunden eine Kleinigkeit gegessen und bis jetzt blieb es drin. Ich stand auf, streckte mich und suchte in der Truhe nach einer neuen Windel für mein Baby. Die Alte schmiss ich in einen Eimer und ich merkte, dass ich wieder waschen musste. Genervt ging ich aus meiner Kabine, bei Shay schliefen wir nicht, sondern in einer der Gästequartiere. Das war eine von den Bedingungen von Shay gewesen, damit er uns mitnahm.



Auf dem Flur begegnete ich Shay. Als er an mir vorbei ging, hielt ich seinen Arm fest. „Kannst du auf July aufpassen, solange wie ich die Windeln wasche?“, fragte ich ihn leise. „Wenn es sein muss“, knurrte er und ging zu seiner Tochter. Mit gesenkten Kopf lief ich in mein Reich, bat Max mir ein wenig Wasser zu kochen, dann begann ich mit meiner Arbeit. Caden schlief friedlich in der Koje neben mir und ich betrachtete ihn traurig. Warum war Shay so zu uns allen dreien, July hatte am meisten mit seiner Abneigung zu tun, sie weinte oft und ich tröstete sie, sagte dass ihr Papa ja das Schiff segeln musste und deshalb nicht so viel Zeit für uns hatte. Sie dachte es wäre ihre Schuld, dem war aber nicht so. Nach einer Stunde erschien Shay mit July im Arm. „Ihr Essen kam wieder raus, ich nehme July mit an Deck, das wird ihr vielleicht helfen“, meinte er kalt und verschwand mit unserer Tochter nach oben. Ich wickelte Caden in mein Tuch und als ich das Zimmer betrat, bezog ich gleich das Bett neu. Ich hatte ja nur bis gerade eben Wäsche gewaschen, dachte ich grimmig.



So verging der zweite Monat auf See, July wurde wieder gesund und Caden lachte mich eines Tages freudig an. Mir liefen Tränen des Glücks über meine Wangen. Immerhin liebten mich meine beiden Kinder und das würde reichen, sagte ich mir, aber tief in mir wusste ich, dass ich meinen Templer über alles vermisste. Ich stand mit Caden und July auf der Brücke und ich unterhielt mich mit unserem ersten Maat. Seit die Reise begonnen hatte, waren alle Männer mir gegenüber sehr zurückhalten gewesen. Die ganze Stimmung auf dem Schiff war bedrückend und ich konnte mir denken, dass die Mannschaft von den Gerüchten aus London wusste. Einige sahen mich hasserfüllt an, wo ich doch noch im letzten Jahr mit ihnen meine Späße gemacht hatte. Unser erster Maat schaute nach vorn und runzelte die Stirn. „Henry hol den Captain, dahinten braut sich was großes zusammen“, befahl er dem jungen Mann und dieser rannte gleich los um Shay an Deck zu holen.



Unser Captain kam mit großen Schritten auf die Brücke, schaute mich kurz an und Gist reichte ihm sein Fernrohr. „Nicht gut mein Freund, den Sturm werden wir nicht umsegeln können. Lasst die Mannschaft alles festbinden und wer nicht muss soll unter Deck, ich übernehme mein Freund“, redete Shay mit seinem ersten Maat. „Faith geh unter Deck“, knurrte er mich an, doch July klammerte sich an seinem Bein fest. „Papa, will bei dir bleiben“, quengelte sie. „July das geht nicht, geh mit Mama runter in eure Kabine und hilf ihr alles festzubinden, sonst rutscht dein Spielzeug noch umher, wenn der Sturm da ist“, erklärte Shay ruhig und schob mir July zu. „Komm mein kleiner Engel, keine Angst, Papa wird uns sicher durch den Sturm bringen“, sagte ich und nahm ihre Hand. „Will Papa helfen“, bockte sie nun und mit einem schreienden zweijährigen Kind an der Hand machte ich mich auf den Weg in unsere Kabine. Dort packte ich alles in die zwei Truhen, nahm ein Seil und band unser Hab und gut an der zweiten Koje fest. Ich drehte mich zu July aber die war verschwunden.



Warum konnte sie nicht im Bett sitzen bleiben. Ich ging auf die Suche nach meiner Tochter und entdeckte sie bei ihrem Vater. „Pass besser auf sie auf und nun geht runter, ihr steht im Weg“, sagte Shay kalt und ich nahm July hoch. Ich versuchte meine Tränen zu unterdrücken, July und Caden sollten nicht noch mehr von unseren Unstimmigkeiten mitbekommen. Ich betrat die Kabine und spürte schon den stärkeren Wellengang. Ich nahm mein immer noch schreiendes und tobendes Kind, verfrachtete sie in die Koje, holte noch schnell eine Schüssel für Notfälle und legte meine Arme um July. Caden wimmerte leise und ich stillte ihn, aber so richtig wollte auch er nicht zur Ruhe kommen. „Mama, will zu Papa“, heulte July. „Das geht nicht July, Papa hat zu tun“, versuchte ich ihr zu erklären. „Warum?“, wollte sie wissen und ich sagte ihr, dass er die Morrigan segeln musste. Und wieder fragte sie Warum. Geduldig wiederholte ich meine Worte, als plötzlich das Schiff laut knarkste. Die Morrigan hob und senkte sich und gerade noch rechtzeitig konnte ich die Schüssel unter Julys Gesicht halten. Sie brach alles raus, dabei war sie erst vor ein paar Wochen wieder gesund geworden. „Alles gut“, tröstete ich sie und in dem Moment kam auch Cadens Milch wieder raus.


Hoffentlich waren wir bald in New York, ein Bad wäre das erste was ich machen würde. Ich versuchte meine beiden Kleinen zu beruhigen, jedoch wurde der Sturm immer schlimmer. Ich drückte mich mit meinen beiden in die Ecke der Koje und hielt sie fest. Beide würgten ab und zu noch, aber zum Glück war schon alles draußen. Selbst mir war schlecht und ich unterdrückte den Drang mich ebenfalls zu übergeben. Ich musste stark für meine Beiden seien, das war seit der Überfahrt mein Mantra geworden und es half mir nicht vollends zu verzweifeln über Shays Abneigung.



Der Sturm dauerte bis in die Nacht, July und Caden lagen erschöpft an meiner Seite und ich selbst konnte kaum noch meine Augen offen halten. Müde streichelte ich über Julys roten Haare, was sie und mich beruhigte. Der Wellengang hatte kaum nachgelassen und manchmal neigte sich das Schiff gefährlich zur Seite, so das ich Angst hatte wir würden kentern. Hoffentlich ging es Shay da draußen gut, ich wüsste nicht was ich ohne ihn machen sollte. Obwohl er mich so kalt behandelte, ich liebte ihn mehr als mein Leben und ich schwor mir in dieser Nacht, auf ihn zu warten, bis er wieder zu mir zurück kam. Mein Kopf sackte auf meine Brust, meine Kräfte waren am Ende und ich spürte wie mich langsam der Schlaf einholte. Ich merke wie etwas aus meiner Hand rutschte. Sofort war ich wach und griff nach Caden. „Alles gut mein Kleiner, ich bin da“, beruhigte ich ihn und er sah mich mit seinen blauen Augen an, dann lächelte er. Ich gab ihm einen Kuss auf seine Stirn. „Müde Mama“, hörte ich July und auch sie drückte ich fester an mich. „Schlaft ihr beiden, ich passe auf euch auf“, sprach ich ruhig und fing an ihr Schlaflied zu singen und der Sturm hatte sich schon fast gelegt, sodass meine Kinder endlich eingeschlafen waren.



Als ich das Lied beendet hatte, blickte ich zur Tür und sah Shay, welcher mich seltsam ansah. Er bemerkte meinen Blick, drehte sich um und verschwand aus unserer Kabine. Ich unterdrückte ein Schluchzen, versuchte nicht zu weinen, damit ich meine Kinder dadurch nicht weckte. Lautlos weinte ich, lehnte mich an die Wand hinter mir und langsam fielen meine Augen zu.


Unruhig wälzte ich mich in der Koje hin und her, bis mich das Wimmern von Caden daran erinnerte, dass ich nicht allein hier drin lag. Nein, meine beiden Kinder schliefen mit mir hier drin, July lag mal wieder auf meinem Bauch und Caden hatte Hunger. Manchmal fragte ich mich, warum er alle 2 Stunden Hunger hatte, das war bei July nie so gewesen. Ich richtete mich vorsichtig auf und blickte mich in der Kabine um, dann nahm ich meinen 5 Monate alten Sohn auf meinen Schoß und legte ihn an meine Brust. Zum Glück war der Sturm vorbei und der Wellengang war wieder ruhiger. Auf einmal grummelte July im Schlaf, dann drehte sie sich um und schaute mich mit ihren großen braunen Augen an. „Will Papa“, meinte sie, sprang aus der Koje und so schnell konnte ich nicht reagieren, war sie aus der Kabine gerannt. Ich ging ihr hinterher, Caden wimmerte leise, fand es gar nicht gut das er nicht in Ruhe essen konnte. Ich sah wie July die Tür zu Shays Kabine öffnete und es brannten sogar noch die Kerzen. Genervt lief ich zur Tür, schob sie ein Stück auf und sah Shay, der July auf seinem Schoß hatte. „Papa bei dir schlafen“, sagte sie. „Wenn du willst gerne“, meinte Shay und legte July in das große Bett. Unsere Tochter kuschelte sich in die Decken, grinste ihren Vater an. „Danke Papa, darf Mama auch?“, fragte sie Shay und sah ihn mit ihren großen Augen bittend an.



Mein Templer schaute zu mir, sein Blick war nicht so abweisend wie sonst. „Ja wenn sie es möchte“, beantwortete Shay die Frage seiner Tochter. „Danke, aber Caden“, nuschelte ich leise und wollte gerade wieder in die andere Kabine gehen, als Shay mich an sich zog. „Es würde mich freuen“, sprach Shay. Ich sah ihn an. „Wirklich, mo chride?“, „Ja mo aingeal, ich....hatte jetzt fast über zwei Monate Zeit zum Nachdenken und ich will dich in meinen Armen halten, euch drei“, flüsterte er mir zu. Ich spürte wie mir langsam die Tränen an der Wange hinab liefen. „Du liebst mich noch?“, schniefte ich. „Ich habe nie aufgehört und Faith gib mir nur noch ein wenig Zeit, in Ordnung“, sagte Shay und ich legte mich mit Caden neben July, die sich gleich an mich kuschelte. Shay schrieb noch seinen Eintrag ins Logbuch fertig, dann löschte er das Licht und legte sich neben mich. „Es ist eng“, hörte ich ihn an meinem Ohr leise sagen. „Dann kuschel dich doch näher an mich“, antwortete ich und hätte mir am liebsten für diese Worte gegen die Stirn gehauen. Shay hatte mich seit ein paar Monaten kaum angefasst, nur wenn es sein musste. „Gerne“, antwortete mein Templer und als ich seinen Arm um mich spürte, fühlte ich mich seit langem endlich wieder geliebt und beschützt. Ich hörte das gleichmäßige Atmen von July und Caden, die Wärme die Shay ausstrahlte tat ihr übriges dazu, dass ich in einen traumlosen Schlaf fiel.




Anmerkung: Danke fürs lesen und ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen.


Bis zum nächsten,


euer kleiner Todesengel


- Schale mit Schokobons hinstell-
Review schreiben