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Wer bist du? Teil 5 -> Offenbarung und andere Schwierigkeiten

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Catherine Chandler Elliott Burch Jacob Wells Joe Maxwell Mary Vincent
17.05.2020
01.06.2020
2
29.701
 
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Offenbarung und andere Schwierigkeiten


von


Ingrid Hechler


Fortsetzung der „Wer bist du?“ Saga Teil 5




Mit ihren beiden Koffern stand Catherine vor ihrem Apartmentgebäude und sah hinauf. Sie atmete tief durch, lächelte zufrieden in sich hinein. Die ersten Schritte in ihr Wohnhaus fielen Catherine schwer. In der Eingangshalle sah sie altbekannte Gesichter, die sie grüßten und ihr zulächelten.

Gerade als Catherine den Aufzug rief, kam der Portier auf sie zu.

Portier: „Miss Chandler?“ überrascht drehte sie sich zu ihm, lächelte ihn an.

Catherine: „Benjamin, alles in Ordnung?“

Portier: „Ich habe hier ein paar Nachrichten für sie, die in ihrer Abwesenheit abgegeben wurden.“ Catherine nahm sie an sich, warf einen kurzen Blick darauf und wunderte sich.

Catherine: „Danke, Benjamin.“

Portier: „Keine Ursache, Miss Chandler.“

Auf dem Weg mit dem Aufzug in den 18. Stock durchblätterte sie die Notizen… die waren von ihrer Freundin Jenny und von Eliott… sie konnte es kaum glauben, schüttelte ihren Kopf. Was war bloß los?

Als sie ihre Wohnung betrat, legte Catherine als erstes ihre Sachen ab. Der Blick auf ihren Anrufbeantworter ließ sie erneut erstaunen… 20 Sprachnachrichten wurden verzeichnet.

Catherine: „Was zur Hölle ist hier los?“ sagte sie laut zu sich. Nach und nach hörte sie ihre Sprachnachrichten ab. Die von Jenny waren erst normal und klangen von Mal zu Mal besorgter.

Jenny: „Hi Cathy, du bist nicht zu Hause, na großartig… ich wollte mit dir morgen zum Mittagessen. Ruf mich zurück, wenn du zu Hause bist, okay? Bye“ war die erste Nachricht. Die beiden danach eher besorgt.

Jenny: „Hi, Cath… ich habe mehrfach versucht dich zu erreichen und du rufst nicht zurück. Ich hoffe es ist alles okay bei dir.

Jenny: „Hi Cath… ich bin´s mal wieder. Jetzt mache ich mir Sorgen. Es ist ungewöhnlich für dich, dass du nicht auf meine Anrufe reagierst. Ich hoffe, es geht dir gut. Bye…“

Die nächste Nachricht kam von ihrem Vater.

Charles Chandler: „Hallo Kleines, ich bin´s, Dad. Jenny hat mich angerufen und sich nach dir erkundigt. Du seist ohne ein Wort wohl weg und niemand weiß wohin. Sie macht sich Sorgen. Nun, jetzt mache ich mir auch Sorgen. Bitte melde dich bei mir.

Im nu griff sie zum Telefonhörer und rief bei ihrem Vater an.

Charles Chandler: „Chandler…“ meldete es sich vom anderen Ende der Leitung.

Catherine: „Hi, Daddy… ich bin´s.

Charles Chandler: „Liebes, Gott sei Dank… geht es dir gut? Wo warst du? Alle haben sich Sorgen gemacht.“ Sprudelte es aus ihm heraus.

Catherine: „Beruhige dich, Daddy. Mir geht es gut. Ich war für ein paar Tage kurzfristig verreist. Das ist alles.

Charles Chandler: „Da bin ich aber beruhigt, Kleines. Jenny hat mir hier die Hölle heiß gemacht.“

Catherine: „Oh Daddy, es tut mir leid. Das war nicht meine Absicht, wirklich.

Charles Chandler: „Darf ich fragen, wo du die letzten Tage warst?“ fragte er vorsichtig.

Catherine: „Ich war in Nevada, in der Nähe von Las Vegas.“

Charles Chandler: „Nevada… du hast hoffentlich nicht heimlich geheiratet, oder?“ Catherine lachte laut auf bei dieser Bemerkung.

Catherine: „Nein, keine Sorge. Du erfährst als erstes, wenn ich vor habe zu Heiraten.

Charles Chandler: „Vielen Dank, Kleines. Du hast mich eben zu einem glücklichen Vater gemacht.“ Beide lachten herzlich am Telefon.

Charles Chandler: „Eine Frage habe ich noch, Liebes.

Catherine: „Nur raus damit, Daddy.

Charles Chandler: „Da Jenny, deine beste Freundin mir im Nacken saß und selbst ein gewisser Mr. Burch sich nach dir erkundigte, würde es mich brennend interessieren, mit wem du in Nevada warst.“ Versuchte er ihr zu entlocken. Sie suchte nach den richtigen Worten und stammelte herum.

Catherine: „Ahm… nun…

Charles Chandler: „Steckt ein Mann dahinter?“ plötzlich atmete sie tief aus. Catherine hatte die Luft angehalten.

Catherine: „Da liegst du richtig, ja.“ kam in einem Atemzug. Da wurde jemand neugierig und lächelte merklich.

Charles Chandler: „Das wird aber auch langsam Zeit, Cathy.“ Plauzte es fröhlich aus ihm heraus.

Catherine: „Dad! Das glaube ich jetzt nicht!“ ermahnte sie ihn.

Charles Chandler: „Was ist? Du bist im besten Alter, mein Kind.“ Catherine verdrehte ihre Augen. Diesen Satz kannte sie bereits.

Catherine: „Okay, Daddy. Was hältst du davon, wenn ich morgen zu dir komme. Dann können wir reden.

Charles Chandler: „Das hört sich fantastisch an, Kleines. Dann sehen wir uns morgen.“

Catherine: „Bis morgen“ Catherine war heil froh darüber, dass das Telefongespräch beendet war. Nun kam aber der nächste Anruf… bei Jenny! Ihr wurde flauh im Magen.

Sie wählte Jennys Nummer, die sofort abnahm, als sie Catherines Nummer auf dem Display sah.

Jenny: „Cathy?“ kam es eher zaghaft.

Catherine: „Ja Jen, ich bin´s, Catherine.“

Jenny: „Du meine Güte bin ich froh endlich deine Stimme zu hören. Du glaubst gar nicht, was für große Sorgen ich mir gemacht habe.“

Catherine: „Tut mir leid, Jen. Mir war nicht bewusst, dass ich jedem Bescheid geben muss, wenn ich mal für ein paar Tage verreisen möchte.“ Jenny wurde rot am anderen Ende, das Catherine zwar nicht sehen konnte, aber sie kannte ihre beste Freundin.

Jenny: „Nein, nein, so war das nicht gemeint. Es war eher untypisch für dich, allein für so viele Tage, ohne jemandem etwas zu sagen.“

Catherine: „Ich kann dich beruhigen, Jen. Mein Boss, Joe Maxwell, wusste Bescheid.“

Jenny: „Er wusste es? Warum er und nicht wir?“ Jenny klang enttäuscht.

Catherine: „Weil er nun mal mein Boss ist und ich ihn um ein paar freie Tage gebeten hatte.“ Konterte sie.

Jenny: „Oh, ja… nun… da ist was dran.“ Ihre Freundin war verlegen am Telefon. Catherine zwang sich ruhig zu bleiben.

Catherine: „Jen, was hältst du davon, heute Abend auf ein Glas Wein zu mir zu kommen?

Jenny: „Ist notiert… bin um 7 da und bringe was vom Chinesen mit… du rührst dich nicht vom Fleck.

Catherine: „Keine Sorge. Wir sehen uns um 7. Bis später Jen.“

Jenny: „Bis um 7, Cath.

Als Catherine auflegte sagte sie zu sich.

Catherine: „Sooo, das war gerade noch mal gut gegangen. Der Abend könnte interessant werden… das morgige Gespräch mit meinem Dad ebenfalls.“

Zur gleichen Zeit tief unter den Straßen von New York.

Vincent hatte den Lastenaufzug benutzt, um in die Tunnel zu gelangen. Mit einem Stein in der Hand kündigte er seine Anwesenheit bzw Rückkehr an. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht. Es dauerte nicht lang, da kamen ihm die ersten Kinder freudig entgegen.

Samantha: „Vincent… endlich bist du wieder da.“

Geoffrey: „Wir haben dich vermisst.“

Kipper: „Willkommen zurück, Vincent. Du hast uns gefehlt.“

Vincent gab jedem freundschaftlich die Hand, drückte jeden der drei.

Vincent: „Schön wieder hier zu sein. Ihr habt mir auch sehr gefehlt.“

Samantha: „Ist das wirklich wahr, Vincent? Wir haben dir gefehlt?“

Vincent: „Ja das ist wahr, Sam.“ Das kleine Mädchen mit den langen braunen Haaren strahlte über beide Ohren. Vincent nahm sie in seine Arme. Samantha war im 7. Himmel.

Kipper: „Kommst du gleich mit zu Father in die Bibliothek?“

Geoffrey: „Ja, wir könnten deine Sachen in deine Kammer bringen.“ Er sah die drei Kinder an und stimmte zu.

Vincent: „Einverstanden… danke.“ Die jubelten und freuten sich.

Samantha: „Warum warst du so lange weg?“

Vincent: „Es gab viel zu tun, Sam. Es ist nicht immer absehbar, wie lange ein Einsatz dauert.“

Auf dem Weg in die tiefer gelegenen bewohnten Tunnel wurden die Kinder um Vincent herum immer mehr. In der Bibliothek angekommen, löste sich die Kindergruppe vorerst nur unter Protest auf… Father sorgte so für Ruhe.

Father: „Willkommen zurück, Vincent.“ Grinste der alte Mann Vincent an, als er die murrenden Kinder sah.

Vincent: „Vielen Dank für eure Eskorte.“ Stolz lächelten die Kinder ihm zu.

Kipper: „Bis nachher, Vincent.“

Vincent: „Bis später…“

Vincent: „Schön dich wieder zu sehen, Father. Wie ist es dir und den anderen ergangen?“ beide Männer umarmten sich wie Vater und Sohn. Father schien sich ebenso zu freuen wie die Kinder.

Father: „Uns geht es allen gut. Keine besonderen oder besorgniserregenden Vorkommnisse, mein Junge. Wie war es bei dir? Du warst ungewöhnlich lang weg.“ Vincent setzte sich in einen großen bequemen Stuhl, direkt zu Father an den Schreibtisch und lehnte sich zurück. Er lächelte. Father goss ihnen beiden eine Tasse Tee ein.

Vincent: „Du hast recht. Der Einsatz dauerte länger als geplant. Es war insgesamt sehr ereignisreich, um es vorsichtig auszudrücken.“ Father lehnte sich ebenfalls in seinen hohen Stuhl zurück, legte seine Brille zur Seite.

Father: „Ist das gut oder…?“ fragte er verhalten. Vincent schmunzelte in sich hinein, nickte nachdenklich.

Vincent: „Auf der einen Seite war es nicht so prickelnd. Die Hitze hat uns allen sehr zugesetzt und uns zu schaffen gemacht. Wir waren froh dort endlich verschwinden zu können. Und auf der anderen Seite war es überaus positiv, als ich zurück kam. Catherine war die letzte Woche bei mir. Sie hat mich sozusagen überrascht.“

Father: „Überrascht? Ich dachte du wusstest das sie kommen würde.“

Vincent: „Das ist richtig. Sie kam aber bereits einen Tag vor mir in Nellis an. Peter brachte Catherine zum Stützpunkt. Sie sah uns allesamt mit unseren Jets ankommen und begrüßte mich persönlich, als ich noch in meiner Maschine saß.“ Father und Vincent lachten herzlich.

Father: „Wie hat sie es aufgenommen?“

Vincent: „Ein ungewohnter Anblick war es für Catherine. Sie sah mich zwar vorher schon in meiner Einsatzuniform, aber dort auf dem Stützpunkt mit meinem vollen Equipment ist es noch mal anders. Ein paar Stunden nach unserer Ankunft hatten wir eine Flugdemonstration, die sie mit Peter zusammen verfolgte.“ Father machte große Augen.

Father: „Wie ging es ihr dabei?“ Vincent lachte leise in sich hinein und dachte an Catherines Gesichtsausdruck und Reaktion.

Vincent: „Sie war etwas blass im Gesicht, wenn ich ehrlich sein soll. Ich war froh, dass Peter an ihrer Seite war.“

Father: „Das denk ich mir. Wie hat Catherine sonst alles aufgenommen?“

Vincent: „Ich war positiv überrascht, Father. Die ganzen Eindrücke… und es waren ziemlich viele für sie, hat sie recht gut angenommen. In ihrem Kopf herrschte teils ein riesiges Durcheinander, dennoch glaube ich, dass sie damit zurecht kommen wird.“

Father: „Sagt dir das euer gemeinsames Band?“

Vincent: „Unter anderem, ja. Sie war fasziniert und saugte alles auf.“

Father: „Wie weit hast du sie an das ganze herangeführt?“

Vincent: „Komplett…“ Father machte große erstaunte Augen.

Father: „Du meinst damit… alles?“

Vincent: „Es ergab sich, ja… ich ergriff die Chance.“

Father: „Ihre Reaktion?“

Vincent: „Überwältigt… gar keine Frage.“ mehr sagte er darauf nicht. Father wusste, auch ohne die Worte, was er meinte. Ihm selbst erging es damals nicht anders.

Father: „Was gibt es sonst Neues?“

Vincent: „Da gibt es tatsächlich etwas, aber… ich weiß nicht wie ich es einstufen soll.“

Father: „Ich höre…“

Vincent: „Angeblich sei ein Teil der kolonialen Flotte unterwegs. Darauf kann ich mir keinen Reim bilden. Niemand sagt oder weiß genaueres. Das wundert mich… macht mich irgendwie nervös.“

Father: „Hm, hört sich rätselhaft an. Was könnte dahinter stecken? Eine Ahnung?“

Vincent: „Gute Frage. Es könnte alles oder nichts sein.“

Father: „Dann müssen wir abwarten. Spekulationen führen zu Unsicherheit, Schlaflosigkeit, usw. Warte es ab. Du kann vorher nichts dagegen tun.“

Vincent: „Du hast recht. Was sagst du, spielen wir nachher eine Partie Schach?“

Father: „Und eine Flasche Rotwein dazu?“ grinsten sich beide schelmisch an und nickten.

Vincent: „Prima, dann pack ich aus, wechsle in meine bequemen Sachen und wir sehen uns dann später beim Abendessen.“

Father: „Ruh dich aus. Nach dem Essen Schach und ein feiner Tropfen.“ Blitzten seine Augen. Vincent lachte.

Vincent: „Du hast mir gefehlt, Father. Schön wieder hier zu sein.“

Father: „Es tut gut dich wieder hier zu haben, mein Sohn. Schön, dass du zurück bist.“



Es war bald 7 Uhr am Abend. Catherine wurde sichtlich unruhig. Sie hatte ihre beiden Koffer ausgepackt, geduscht und sich bequeme Sachen angezogen. Für Jenny und sich warteten schon die Weingläser im Wohnzimmer, der Rotwein atmete in der Küche.

Pünktlich wie ein Uhrwerk klopfte es an der Tür, die Catherine umgehend öffnete. Eine mahnende Jenny Aronson sah ihr entgegen mit einer großen Tüte von lecker duftendem chinesischen Essen. Kaum war Jenny in der Wohnung, legte sie die Tüte mit dem Essen zur Seite und drückte Catherine vor Erleichterung. Catherine war sichtlich bewegt darüber, dass sie in den letzten Tagen vermisst wurde.

Jenny: „Gott sei Dank geht´s dir gut, Cathy.“

Catherine: „Tut mir leid, dass du dir Sorgen gemacht hast.“

Jenny: „Ich hätte eigentlich selbst darauf kommen müssen deinen Boss anzurufen. Tut auch mir leid dieses Wirrwarr.“

Catherine: „Schon gut, lass uns essen. Ich hole den Wein.“

Jenny: „Gute Idee…“

Die Tüte packte Jenny auf dem kleinen Couchtisch aus, wo schon die beiden Weingläser sehnsüchtig auf den Wein warteten, den Catherine kurzerhand aus der Küche mitbrachte. Die zwei jungen Frauen saßen auf der weichen bequemen Couch, aßen mit Stäbchen aus den Boxen heraus, genossen den lieblichen Rotwein. Jenny musterte Catherines Gesicht.

Jenny: „Sag mal… du bist ungewöhnlich braun geworden.“

Catherine: „Oh danke… so lange saß ich gar nicht in der Sonne.“

Jenny: „Raus mit der Sprache, Cathy… wo warst du?“

Catherine: „In Nevada…“ kam kurz und knapp.

Jenny: „Nevada… mit wem?“ forschte sie hartnäckig nach. Catherine sah Jenny über den Rand des Weinglases an und hatte diesen gewissen Blick drauf.

Jenny: „Ein Mann…“ Catherine lächelte.

Catherine: „Mit einem Mann, ja.“

Jenny: „Kenne ich ihn?“

Catherine: „Nein…“

Jenny: „Herr Gott noch mal, Cathy. Muss ich jedes Wort von dir erbitten und erbetteln?“ lachte sie.

Catherine: „Es ist…“ sie suchte nach Worten.

Jenny: „Oh nein sag es nicht… sag nicht, es ist kompliziert, denn das waren bis jetzt alle deine Beziehungen, Süße.“

Catherine: „So ist es nicht.“ lachte sie entschuldigend.

Jenny: „Was dann? Ist er beim Secret Service? Oder im Dienste ihrer Majestät? Was machst du für ein Geheimnis um ihn?“

Catherine: „Okay… Sein Name ist Vincent.”

Jenny: „Vincent… okay, wir haben einen Namen und schreiten voran. Weiter…“

Catherine: „Er ist bei der US Air Force beschäftigt und in Nevada stationiert.“ Jennys Augen zogen sich zusammen.

Jenny: „Du hast dir einen Kerl von der Air Force geangelt? Wow, … das hätte ich nicht erwartet.“

Catherine: „So ist es, ja.“ sagte sie verhalten.

Jenny: „Wo noch mal? In Nevada?“

Catherine: „Richtig…“

Jenny: „Und du warst die letzten Tage bei ihm?“ hakte sie fragend nach.

Catherine: „Mhm, ja…“

Jenny: „Warum warst du bei ihm in Nevada und nicht umgedreht… er hier in New York?“

Catherine: „Vincent war bei einem Auslandseinsatz, der länger dauerte als geplant. Er schlug vor, dass ich ihm entgegenkommen könnte, wenn er auf dem Rückweg wäre und das habe ich gemacht. Wir hätten uns sonst länger nicht sehen können. “

Jenny: „Was macht er genau in Nevada?“

Catherine: „Er ist Pilot… Test- und Kampfpilot, um genauer zu sein.“ Jenny fielen die Nudeln von den Stäbchen zurück in die Box. Catherine musste laut los lachen bei diesem Anblick.

Jenny: „Ein was… ähm ich meine, ein Pilot? Wow, dass… das ist ein Höllenjob!“ Catherine nickte lachend weiter.

Catherine: „Er ist ziemlich gut in dem was er tut. Deshalb ist er auch so gefragt.“

Jenny: „Wenn ich deine Augen sehe und die Art wie du über ihn sprichst, dann ist es anders als bei Steven oder Tom. Ich kenne dich lang genug, um dies beurteilen zu können. Woran liegt das?“

Catherine: „Es ist um ein Vielfaches anders, Jen. Es gab nichts vergleichliches vorher. Das ist schwer zu erklären.“ Catherine drehte ihr Glas verträumt hin und her.

Jenny: „Oh Gott, Cathy… du bist über beide Ohren verliebt, kann das sein? Solche Augen hattest du weder bei Steven noch bei Tom.“

Catherine: „Ich wusste es eben vorher nicht besser. Anders habe ich es vorher nicht kennengelernt. Für Steven war ich sein Betthäschen. Er kontrollierte mich. Für Tom war ich nichts weiter als ein Vorzeigeobjekt, dass stets gut auszusehen hat.“

Jenny: „Bei Vincent?“ tief lächelte sie in sich hinein, als sie an ihn dachte.

Catherine: „Wir sind Freunde… beste Freunde… wir respektieren einander… fragen uns gegenseitig um Rat. Es ist teils so einfach. Er hat mir die Augen über so vieles geöffnet. Das kann ich gar nicht beschreiben.“

Jenny: „So etwas gibt es? Hat er noch einen Bruder?“

Catherine: „Einen Bruder hat er, ja. Aber der ist sehr weit weg.“ schnell nippte Catherine an ihrem Wein.

Jenny: „Ich fasse es nicht, dass du mir bis heute nichts von ihm erzählt hast?“ sie klang vorwurfsvoll.

Catherine: „Entschuldige, Jen. Es steckt noch mehr dahinter, aber… das erfährst du ein anderes Mal.“

Jenny: „Noch mehr Geheimnisse?“

Catherine: „Das kann man so sagen, ja.“

Jenny: „Weiß dein Dad von ihm?“

Catherine: „Noch nicht… nun ja… er weiß, dass ich zwecks einem Mann in Nevada war. Du weißt mehr als er, also gib dich damit bitte vorerst zufrieden, Jen.“

Jenny: „Oh ich fühle mich geehrt.“ sagte sie galant.

Catherine: „Morgen treffe ich mich mit meinem Dad. Ich werde ihm von Vincent erzählen, jedoch nicht mehr als ich dir gesagt habe. Das habe ich jedenfalls vor…“

Jenny: „Und dein Boss, Joe Maxwell, wusste Bescheid?“

Catherine: „Ja, ich musste ihm schließlich einen triftigen Grund für meine zusätzlichen Tage liefern. Ich wollte ihn nicht anlügen deswegen. Er hat keine Sekunde gezögert.“

Jenny: „Er weiß also, dass es einen Mann in deinem Leben gibt.“

Catherine: „So ist es. Er weiß es bereits seit einigen Wochen.“

Jenny: „Ich muss dir was gestehen, Cathy.“ Erstaunt abwartend sah sie ihre Freundin an.

Jenny: „Ich machte mir Sorgen. An deinen Boss hatte ich gar nicht gedacht. Ich dachte, vielleicht weiß Elliott Burch, wo du bist. Und wenn nicht, dann hätte er die Möglichkeit dich eventuell zu finden.“ Catherine atmete tief durch. Ihr Vater hatte es am Telefon erwähnt.

Catherine: „Dann wäre es sinnvoll, wenn du ihn anrufen würdest, Jen.“

Jenny: „Das mache ich sofort.“ Jenny sprang auf, ging zu Catherines Telefon, wählte Elliotts Nummer.

Elliott: „Burch…“ meldete es sich am anderen Ende.

Jenny: „Hi Mr. Burch. Hier ist Jenny Aronson.”

Elliott: „Miss Aronson, ich habe noch keine Neuigkeiten über Catherines Aufenthalt. Tut mir leid.“

Jenny: „Deswegen rufe ich an. Sie können ihre Suche einstellen. Catherine ist zu Hause. Ich wollte mich nur für ihre Hilfe bedanken.“

Elliott: „Das überrascht mich jetzt, Miss Aronson. Ich werde mich persönlich davon überzeugen müssen.“

Jenny: „Ich bin gerade bei ihr. Moment, ich gebe sie ihnen.“ Catherine war ein wenig enttäuscht. Sie wollte eigentlich nicht mit ihm reden und nahm Jenny wiederwillig den Hörer aus der Hand.

Catherine: „Hallo Elliott…“ sagte sie kurz und knapp.

Elliott: „Cathy, meine Güte ist es schön deine Stimme zu hören. Wie geht es dir? Wo warst du? Wir haben uns alle Sorgen gemacht.“

Catherine: „Beruhige dich bitte Elliott. Mir geht es gut. Ich war nur für ein paar Tage verreist, das ist alles.“

Elliott: „Niemand wusste Bescheid, Cathy. Du warst wie vom Erdboden verschluckt. Du kannst nicht ohne ein Wort verschwinden.“ tadelte er sie.

Catherine: „Elliott es ist genug. Ich bin zu Hause. Mein Boss wusste Bescheid. Wenn ich für ein paar Tage verreisen möchte, dann mache ich das einfach. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig. Schon gar nicht dir!“

Elliott: „Ja natürlich, Cathy. Du kannst tun und lassen was du willst.“ beschwichtige er.

Catherine: „Genau meine Worte, Elliott. Und jetzt entschuldige mich bitte. Jenny und ich verbringen den Abend miteinander. Bye…“ würgte sie ihn am Telefon ab.

Elliott: „Bye Cathy…“ er klang leicht geknickt.

Jenny: „Du hast ihn eiskalt abserviert, wenn ich so direkt sein darf.“

Catherine: „Ich weiß, denn ich kenne ihn, Jen. Er wird sonst nicht locker lassen.“

Jenny: „Elliott scheint noch immer in dich verknallt zu sein.“

Catherine: „Ja, das scheint er tatsächlich zu sein. Und genau das ist das Problem. Du hast ihm mit dieser Aktion einen Grund gegeben in meine Nähe zu kommen. Eben das wollte ich auf keinen Fall.“

Jenny: „Oh Cathy, tut mir leid. Ich hatte keine Ahnung.“

Catherine: „Ist mir schon klar, dennoch wird er wieder versuchen in irgendeiner Weise Kontakt zu mir aufzunehmen. Er wird versuchen herauszufinden, warum und mit wem ich verreist war.“

Jenny: „Das hatte ich nicht bedacht.“

Catherine: „Das ist ein großer Punkt in meinem Leben, weswegen ich mich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen habe und mein Privatleben so geheim halte.“

Jenny: „Ich werde alles tun, um dir dabei zu helfen. Du hast mein Wort… Pfadfinderehrenwort…“

Catherine: „Ich nehme dich beim Wort…“ Jenny legte ihre rechte Hand auf ihr Herz und schwor dies noch einmal.

Den Abend über redeten die zwei Freundinnen über Gott und die Welt. Catherine musste feststellen, dass es ihr schwer fiel nichts weiter über Vincent und seine Welt auszuplaudern. Denn Jenny war sehr daran interessiert mehr über ihn zu erfahren.

Jenny: „Wie kommt es, dass du mir zwar einiges über deinen mysteriösen Mann erzählst, mir aber doch nicht vertraust?“ erschrocken sah Catherine ihre Freundin an.

Catherine: „Was meinst du?“

Jenny: „Eben genau das. Du hast zwar meine Neugier gestillt, aber wenn ich dich mehr über ihn ausfragen, bekomme ich keine schlüssige Antwort.“

Catherine: „Was für mich gilt, gilt ebenso für ihn…“ fragend sah Jenny sie an.

Catherine: „Sein Leben, sowohl Beruflich, als auch privat, ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Sollten wir uns dazu entscheiden unsere engen Freunde mit einzubeziehen, dann ist dies ein großes Privileg.“

Jenny: „Du weißt schon, wie sich das gerade anhört, Cathy?“

Catherine: „Ja das weiß ich. Aber wenn du ihm eines Tages gegenüberstehen wirst, dann weißt du was ich meine. Viele Fragen werden sich in Luft auflösen und viele andere Fragen werden dazu kommen.“

Jenny: „Mit wem, in Gottes Namen, bis du zusammen?“

Catherine: „Du wirst ihn kennenlernen, Jen. Vertrau mir…“

Jenny: „Ich werde ihn kennenlernen? Ganz im Ernst?“

Catherine: „Ja, das wirst du. Du musst Geduld haben.“ Catherine klang geheimnisvoll. Jennys Augen leuchteten vor Erwartung.


Zur selben Zeit saßen Father und Vincent in der Bibliothek. Vincent löste sein Versprechen ein und spielte mit Father Schach, dazu genossen die beiden Männer eine gute Flasche Rotwein.

Vincent schien gelegentlich abgelenkt zu sein. Vater blieb dies nicht verborgen.

Father: „Alles in Ordnung, Vincent?“

Vincent: „Hm? Ahm, ja… Catherine scheint den ganzen Abend über aufgewühlt zu sein. Ich frage mich warum.“

Father: „Wir können das Spiel ein anderes Mal fortsetzen, wenn es dir lieber ist.“

Vincent: „Nein, nicht nötig, Father. Es ist nichts Bedrohliches. Früher oder später wird sie mich darüber in Kenntnis setzen.“

Father: „Wie du meinst, mein Junge.“ Father machte seinen nächsten Zug, nippte an seinem Glas Rotwein.

Father: „Wer hat eigentlich den Wettbewerb über deinen Aufenthaltsort gewonnen?“ lächelte Father glücklich über das Schachbrett.

Vincent: „Kipper, Samantha und Geoffrey. Sie bildeten ein Team und fanden es gemeinsam raus.“ Lächelte Vincent zurück.

Father: „Gleich drei… gut, sehr gut. Wer hätte das gedacht? Ist vom Schokoladenkuchen noch ein Stück übrig geblieben?“

Vincent: „So viel ich weiß nicht. Mouse hatte Mühe die letzten Schokoladenkrümel zusammenzukratzen.“ Beide Männer lachten laut auf.

Father: „Es tut gut dich wieder hier zu haben.“ Sinnierte Father.

Vincent: „Danke, das hast du schön gesagt. Ich fühle mich hier sehr wohl und genieße die Ruhe, die Abgeschiedenheit. Hier bin ich weit weg vom Lärm und dem ganzen Trubel.“ Seine Worte klangen andächtig.

Father: „Du erwähntest heute, dass ein Teil der Flotte unterwegs sei.“ Vincent machte einen weiteren Schachzug, lehnte sich zurück, strich mit einer Hand über seinen kurzen Bart und nickte.

Vincent: „Wenn ich bloß den Grund dafür wüsste.“

Father: „Dies beschäftigt dich.“

Vincent: „Ja sehr. Mehr als mir lieb ist, muss ich zugeben. Besonders seit Catherine und ich uns näher gekommen sind. Vorher hätte ich es einfach so hingenommen. Es wäre mir egal gewesen.“

Father: „Du liebst sie…“

Vincent: „Ja… ja das tu ich… Das tu ich wirklich, Father.“ betonte er mit Nachdruck.

Father: „Irgendwann wirst du eine Entscheidung treffen müssen.“

Vincent: „Vor dem Tag fürchte ich mich fast, wenn ich ehrlich sein soll.“

Father: „Das glaube ich dir gern. Dennoch… du solltest bei Zeiten mit Catherine darüber reden.“

Vincent: „Catherine hat das mit der Flotte mitbekommen. Das kann somit warten. Wir wollen als erstes damit beginnen, ihre Freunde einzuweihen. Insbesondere ihren Vater. Bis jetzt hat Catherine einzig und allein Peter. Sie braucht engste Verbündete in ihrer Welt. Ihre Freunde und ihr Vater werden bald anfangen Fragen zu stellen. Ihnen könnte sie sich anvertrauen. Sie werden Catherine unterstützen und ihr zur Seite stehen.“

Father: „Wie wollt ihr das anstellen? Schon eine Idee?“

Vincent: „Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Dieses Thema hatten wir erst vor ein paar Tagen angesprochen.“

Father: „Dann wollen wir hoffen, dass alles glatt und unkompliziert läuft.“ Father erhob sein Glas Wein und stieß mit Vincent darauf an.


Jenny verließ Catherines Apartment gegen 10 Uhr am Abend. Catherine war unruhig. Sie verräumte die Reste des chinesischen Essens und die Weingläser in ihre kleine Küche, saß ein paar Minuten auf der Couch. Der Gedanke daran, dass Elliott ihnen auf die Schliche kommen und sie mit unpassenden Fragen löchern könnte, ließ sie nervös werden. Elliott war hartnäckig. Abrupt stand sie von ihrer Couch auf, schnappte sich Jacke und Schuhe, in den Aufzug und direkt in den Keller. Sie schob dort ein paar große und sperrige Kartons zur Seite und betrat durch eine Öffnung in der Wand die Leiter in die andere Welt.

Wachposten erkannten Catherine nach ein paar Metern. Da es bereits sehr spät am Abend war, hielten die älteren Teenager Wache. Einer von ihnen, sein Name war Jeff, gab sich ihr zu erkennen und trat aus dem Schatten hervor.

Jeff: „Nicht erschrecken, ich bin ein Wachposten.“ Catherine zuckte kurz zusammen, lächelte aber sofort erleichtert.

Catherine: „Gut, dass du Bescheid gesagt hast. Ich bin Catherine.“ Jeff lächelte warmherzig.

Jeff: „Freut mich dich kennenzulernen, Catherine. Ich bin Jeff. Soll ich dich begleiten?“

Catherine: „Oh das wäre wundervoll, Jeff. Wenn du mich zu Vincent bringen könntest, wäre ich unendlich dankbar.“ Lächelte sie erleichtert.

Jeff: „Zu Vincent, sehr gern. Nichts leichter als das. Warte kurz… ich muss noch eine Nachricht schicken, damit meine Ablösung rechtzeitig hier ist.“ Mit einem Metallrohr klopfte er eine Nachricht entlang der Rohre zu Pascal, der Jeffs Ablösung benachrichtigte. Auch das Catherine auf dem Weg in die Tunnel war wurde weitergegeben.

Catherine: „Vielen Dank, Jeff. So spät am Abend würde ich mich im null Komma nichts verlaufen.“

Jeff: „Ich kann das sehr gut nachvollziehen, Catherine.“ Beide lachten herzlich bei Jeffs unterschwelligem Geständnis.

Ein paar Etagen tiefer kam die Nachricht in Windeseile an. Vincent und Father saßen noch immer in der Bibliothek und spielten Schach. Die Flasche Rotwein war fast leer. Beide Männer unterhielten sich zwischen den Zügen und nippten am Wein. Das Stakkato der Tunnelkommunikation gelangte zu ihnen. Vincent hörte in sich hinein.

Vincent: „Catherine ist auf dem Weg hierher…“ sagte ihm der Code.

Vincent: „Sie ist noch immer in Unruhe.“ Stellte er fest, als er in sich hinein hörte.

Father: „Was könnte wohl der Grund sein?“

Vincent: „Zumal es bereits recht spät ist. Es muss was ernstes sein.“

Father: „Ich bin gespannt.“

Es kam ihnen wie eine halbe Ewigkeit vor bis Catherine die Bibliothek betrat. Jeff verabschiedete sich von Catherine, die sich bei Jeff für seine Hilfe bedankte.

Father und Vincent sahen ihr freudig entgegen. Vincent stand von seinem Platz auf, reichte ihr galant seine Hand. Müde, doch lächelnd kam sie ihm entgegen, küsste ihn sanft. Father sah verlegen dabei zu, wie die beiden sich zärtlich küssten.

Catherine: „Hey du…“ flüsterte sie zärtlich. Vincent schmunzelte sie süß an.

Vincent: „Welch freudige Überraschung dich hier zu sehen.“

Father: „Catherine, guten Abend. Was verschafft uns die Ehre deines Besuches?“ lächelte er Väterlich. Verlegen sahen sich Catherine und Vincent an.

Catherine: „Guten Abend, Father. Entschuldigt bitte meinen nächtlichen Überfall.“ Catherines Gesichtsausdruck veränderte sich zum Nachdenklichen, als sie sich zu Vincent und Father setzte. Gezielt sah sie Vincent an.

Vincent: „Was ist los?“ auch er fixierte ihren Blick.

Catherine: „Wir haben ein Problem…“ abwartend lehnte er sich zurück, schmunzelte in sich hinein.

Vincent: „Wieso überrascht mich das nicht?“ sagte er kleinlaut, worüber Catherine ihm zustimmend zunickte.

Vincent: „Erzähl…“

Catherine: „Ich wurde vermisst.“ sagte sie vorsichtig.

Vincent: „Vermisst… gut… nun, das ist nicht weiter besorgniserregend…“ sagte er ebenso vorsichtig. Sie nickte verdächtig.

Catherine: „Auf mich warteten diverse Nachrichten, sowohl in schriftlicher Form in der Lobby, als auch auf meinem Anrufbeantworter. Meine beste Freundin Jenny hat mehrfach versucht mich zu erreichen. Irgendwann rief sie bei meinem Vater an. Nachdem er selbst nicht wusste, wo ich abgeblieben bin, machte er sich ebenfalls Sorgen. Nun ja, nicht so sehr wie meine Freundin. Jenny jedoch ging einen Schritt weiter…“

Vincent: „Dies scheint der besorgniserregende Teil zu sein.“ Catherine nickte, atmete tief durch.

Catherine: „Sie hat sich an Elliott gewandt…“

Father: „Elliott?“

Vincent: „Elliott Burch…“ sagte er zerknirscht.

Father: „Elliott Burch? Der Baumagnat?“

Vincent: „Eben dieser…“ Vincent legte seinen Kopf zurück.

Catherine: „Ich war mal mit ihm zusammen, Father. Nach kurzer Zeit trennte ich mich wieder von ihm. Er gab vor jemand zu sein, den ich mögen könnte. Doch hatte er eine Maske auf, liebt nur sich selbst. In seine Welt passte ich nicht mehr rein.“

Vincent: „Was nun?“

Catherine: „Jenny war heute bei mir. Wir redeten darüber, wo ich die letzten Tage war und mit wem…“

Vincent: „In welchem Ausmaß?“

Catherine: „Die normale Version. Ich war in Nevada mit meinem Freund, Namens Vincent. Er ist bei der US Air Force in Nevada stationiert und Pilot. Ich sagte ihr, dass ich dir entgegen kommen durfte, als du von deinem Auslandseinsatz zurück gekommen bist.“

Vincent: „Sehr gut… für den Anfang genau die richtige Information.“

Catherine: „Danach bat ich sie Elliott anzurufen, um ihn zurückzupfeifen.“ Beide Männer lachten über Catherines Wortwahl.

Father: „Aber?“

Vincent: „Das ist nicht alles…“

Catherine: „Er wollte mich persönlich sprechen. Ich war ihm gegenüber sauer und verärgert… Jenny sagte mir hinterher, dass ich ihm verbal vor den Kopf gestoßen und eiskalt abserviert hätte.“

Vincent: „Was hast du ihm gesagt?“

Catherine: „Nachdem er mich tadelte und mir sagte, dass ich nicht einfach ohne ein Wort verschwinden kann, sagte ich ihm wiederum, dass ich niemandem darüber Rechenschaft ablegen muss, wohin und mit wem ich verreise. Da nahm er sich zurück. Ich beendete das Gespräch kurz und knapp.“

Vincent: „Du bist trotzdem beunruhigt.“

Catherine: „Ja. Ich kenne Elliott. Er scheint neugierig geworden zu sein. Er wird wissen wollen, wer der Mann in meinem Leben ist.“

Father: „Glaubst du, er wird dich beschatten lassen?“

Catherine: „Das könnte durchaus sein. Ihm traue ich alles zu.“

Vincent: „Er liebt dich noch immer.“ Catherine sagte darauf kein Wort. Sie nickte ihm bloß zu.

Catherine: „Mit meinem Vater sprach ich vor Jenny. Er hat zwar auch gefragt, aber er nahm es gelassener als meine Freundin.“

Vincent: „Wie hat er reagiert?“ Sie lächelte in sich hinein.

Catherine: „Er hat mich fast beglückwünscht und gesagt, dass es endlich an der Zeit sei.“ Ein breites Lachen ging durch den Raum.

Vincent: „Erzählst du ihm von uns?“

Catherine: „Ja. Ich werde ihm vorerst das Selbe erzählen wie Jenny.“

Vincent: „Das ist sinnvoll. Dann kann er sich an den Gedanken gewöhnen, dass seine Tochter einen Draufgänger datet.“ Catherine brach in schallendes Gelächter aus, griff nach seiner Hand.

Catherine: „Das sage ich ihm besser nicht. Er wird sich sein eigenes Bild darüber machen, wenn er erfährt was du beruflich machst.“

Vincent: „Wann hast du vor mit ihm zu reden?“

Catherine: „Morgen treffe ich mich bei ihm zu Hause. Ich freue mich drauf. Das nimmt eine gewisse Last von meinen Schultern.“

Vincent: „Dir wird es sehr viel besser gehen, wenn dein Vater und deine Freunde über alles Bescheid wissen.“

Catherine: „Ich sehe dem positiv entgegen.“ Catherine versuchte ein Gähnen zu unterdrücken, doch blieb es nicht verborgen. Beide Männer lächelten.

Vincent: „Bleib heute Nacht hier unten. Was hältst du davon?“

Catherine: „Das hört sich traumhaft an.“

Father: „Sollen wir eine Gästekammer für dich herrichten, Catherine oder…“

Catherine: „Gästekammer ist nicht nötig, Father.“ lächelnd sah sie in Vincents Augen.

Vincent: „Dem stimme ich zu.“ Ihre Blicke sprachen Bände. Father schmunzelte in sich hinein.

Catherine: „Dann würde ich sagen, ihr zwei spielt weiter und ich gehe ins Bett.“

Vincent: „Soll ich dich begleiten?“ Vincent wollte gerade aufstehen, doch Catherine legte eine Hand auf seinen Arm, hielt ihn zurück.

Catherine: „Du bleibst hier bei Father. Immerhin habt ihr zwei euch länger nicht gesehen.“

Vincent: „Sicher?“

Catherine: „Ganz sicher. Keine Sorge, ich finde ohne Probleme in deine Kammer. Ich werde definitiv noch wach sein, wenn du nachkommst. In meinem Kopf arbeitet es viel zu sehr, als das ich schlafen könnte.“ Catherine stand auf, beugte sich zu ihm. Schmunzelnd küssten sie sich, sahen sich vielsagend an.

Vincent: „Wie du möchtest.“

Father: „Dann gute Nacht, mein Kind. Ruh dich aus und bis morgen.“

Catherine: „Dir ebenfalls eine gute Nacht, Father.“

Catherine: „Und wir zwei sehen uns später.“ Flüsterte sie ihm sanft zu, worüber Vincent verlegen schmunzeln musste.

Vincent: „Ja… bis später…“ gab er sanft zurück.

Catherine verließ langsam die Bibliothek. Beide Männer sahen ihr schweigend hinterher. Dann sahen sich Father und Vincent an, grinsten breit, schüttelten ihre Köpfe.

Vincent: „Diese weiblichen Reize…“ sinnierte er leise vor sich hin. Father hob beide Augenbrauen, nickte zustimmend.

Father: „Wem sagst du das…“ wieder sahen sie sich an, lächelten breit und setzten ihre Schachpartie fort.


Eine Stunde später hatten Father und Vincent ihre Schachpartie mit einem Unentschieden beendet. Sie leerten ihre Weingläser, verabschiedeten sich für die Nacht voneinander. Vincent betrat seine Kammer, ließ den schweren Vorhang davor gleiten und stellte eine Laterne in den Gang. Catherine hatte bereits einige Kerzen angezündet und sorgte damit für eine romantische Atmosphäre. Sie lag auf Vincents Bett, hatte aufgehört in einem Buch zu lesen, als Vincent leise in die Kammer kam. Jede seiner Bewegungen verfolgte Catherine mit ihren grünen Augen. Vincent kreuzte ihren Blick, lächelte sanft.

Vincent: „Wie fühlst du dich?“ fragte er mit seiner sanften Stimme. Catherine drehte sich weiter zu ihm, schmunzelte in sich hinein.

Catherine: „Was sagt dir unser Bond?“

Vincent: „Ich würde gern deine Worte dazu hören.“ Nachdenklich, verträumt und leicht in sich gekehrt suchte Catherine nach den richtigen Worten.

Catherine: „Es ist schwer zu erklären…“ Vincent setzte sich zu ihr auf die Bettkante, stützte sich mit seinem rechten Arm neben ihr ab.

Vincent: „Versuch es…“ ermutigte er sie mit seinem unwiderstehlichem Blick, strich sanft mit seiner linken Hand ihre Wange.

Catherine: „Die letzten Tage haben mir gezeigt, wie schön es ist mit dir zusammen und ein Teil deines Lebens zu sein. Das sind Dinge, die ich vor dir nicht hatte. Als mich der Fahrdienst vor meinem Wohnhaus absetzte, kam es mir vor, als hätte ich das alles geträumt. Ich war so glücklich die letzten Tage.“

Vincent: „Aber?“

Catherine: „Mein altes Leben hat mich sofort wieder eingeholt. Die Kontrolle durch andere…“

Vincent: „Du wurdest immerhin vermisst.“ versuchte er sie zu beschwichtigen.

Catherine: „Ich weiß, aber… ich bin bei weitem alt genug, um zu tun und zu lassen was ich möchte. Selbst mein Dad hat weniger Aufhebens gemacht als meine Freundin. Aber das Elliott mit hineingezogen wurde…“ sie schüttelte enttäuscht ihren Kopf, sah Vincent verzweifelt an.

Vincent: „Ich glaube eher, dass dies das eigentliche Problem ist, Liebes. Nicht die Tatsache, dass deine Freundin und dein Vater dich vermisst haben, sondern das mit Elliott. Ich muss zugeben, dass ich darüber ebenso wenig erfreut bin. Das ist nun nicht mehr zu ändern. Wir können einzig und allein hoffen, dass er deiner Bitte nachgeht und dich in Ruhe lässt.“

Catherine: „Das hoffe ich so sehr. Ich will nicht das er über dich Bescheid weiß und weiter herumschnüffelt.“

Vincent: „Sollte es dennoch dazu kommen, müssen wir uns etwas einfallen lassen.“

Catherine: „Was könnte das sein? Ich meine, … schlussendlich würde er irgendwann auch einbezogen werden.“ Sie klang verzweifelt.

Vincent: „Du willst es auf gar keinen Fall?“ hakte er genauer nach. Catherine schüttelte mit ernstem Gesichtsausdruck ihren Kopf.

Vincent: „Ich verstehe…“ Vincent atmete tief durch. Jetzt lag ihm dieses Problem mit Elliott ebenso auf der Seele, wie Catherine.

Vincent: „Es gebe zwei Möglichkeiten. Die eine wäre, ich beauftrage einen von der Air Force ihn zu überwachen. Und… ahm, bei Überschreitung deiner oder unserer Privatsphäre würde er vorläufig festgenommen, verhört und wieder freigelassen… unter Androhung von Gefängnis, bei Nichteinhaltung unserer Privatsphäre. Er wäre eingeschüchtert. Oder aber, du beauftragst deinen Vater. Er oder du selbst könntet eine einstweilige Verfügung beantragen, damit er dir nicht zu nahe kommt.“ Gespannt folgte sie seinen Worten. Sie schmunzelte in sich hinein.

Vincent: „Was?“ er war irritiert.

Catherine: „Man könnte fast vermuten, dass du Erfahrung im Umgang mit Anwälten hast.“ Darauf musste er nun auch lächeln und nickte verlegen.

Vincent: „Könnte man durchaus denken, ja…“

Catherine: „Eines von beiden wird wohl in Frage kommen. Ich habe Angst davor, dass er die Tunnel entdecken könnte.“ Catherine ging in sich hinein und sinnierte.

Catherine: „Ich könnte es nicht ertragen, wenn diese Welt in Gefahr geraten würde. Hier fühle ich mich wohl… geborgen… weit weg vom Stress, vom Lärm… die Menschen, die hier leben sind so anders, so… gütig, freundlich, hilfsbereit…“

Vincent: „Das ist interessant… fast dieselben Worte habe ich Father heute gesagt, als ich hier ankam.“

Catherine: „Wirklich?“ grinste sie.

Vincent: „Mhm…“

Catherine: „Ich bin fast ein wenig aufgeregt zwecks morgen.“

Vincent: „Das Gespräch mit deinem Vater?“

Catherine: „Ja…“

Vincent: „Erzähl ihm so viel, wie du dich traust.“ verwundert sah sie ihn an.

Catherine: „Was meinst du?“

Vincent: „So wie ich es dir eben gesagt habe. Irgendwann in diesem Gespräch wird er sich dazu äußern, mich kennen lernen zu wollen. Es wäre ratsam ihn darauf vorzubereiten, dass ich nicht wie ein normaler Mensch aussehe.“

Catherine: „Ich kann ihm von deinem Gen erzählen, welches dich exotisch aussehen lässt.“

Vincent: „Du erstaunst mich immer wieder auf´s neue. Das klingt gut. Darauf kann er sich sein eigenes Bild machen. Die Realität kommt dann etwas später.“

Catherine: „Schon eine Idee, wann und wie das erfolgen soll?“

Vincent: „Nein. Für den Anfang fände ich es wichtig, wenn du dich häufig mit ihm darüber unterhältst, damit er sich mit dieser Situation anfreunden kann. Von mir aus kannst du ihm von meinen Eltern erzählen… was sie beruflich machen.“

Catherine: „Wie erkläre ich das mit deinem Dad?“

Vincent: „Hm, mein Vater ist Flottenadmiral. Er befehligt ein Kriegsschiff. Was für ein Schiff… wo es sich momentan aufhält und für welches Land es im Einsatz ist, ist vorerst nicht wichtig.“

Catherine: „Okay… damit kann ich arbeiten. Ich bin gespannt darauf, wie ihr zwei miteinander auskommen werdet. Wie euer erstes Treffen ablaufen wird.“

Vincent: „Nicht nur du…“ Vincent legte sich zu Catherine ins Bett, kuschelte sich an ihre Seite, hielt sie an der Taille. Catherines Hand fuhr über seine Brust, ließ ihre Fingernägel darüber gleiten.

Catherine: „Worüber würdest du mit ihm reden wollen?“

Vincent: „Keine Ahnung… ich würde es Situationsbezogen anstellen. Vielleicht könnten wir als erstes über dich reden.“ knabberte er verführerisch an Catherines Kinn.

Catherine: „Über mich?“ Vincent beugte sich über Catherine, küsste sie weiter.

Vincent: „Mhm… ich könnte ihm vorschwärmen, wie schön und erfüllend es ist mit seiner wunderschönen und überaus heißen Tochter zu schlafen.“ Catherine packte ihn an den Schultern, schob ihn ein paar Zentimeter von sich weg, sah ihn geschockt an. Vincents Augen blitzten vor Schalk.

Catherine: „Das wagst du nicht… das würdest du nicht…“

Vincent: „Nein? Warum…“ forderte er sie heraus. Er versuchte verspielt sie zu küssen, an ihr zu knabbern.

Catherine: „Das kannst du nicht tun…“ tadelte sie ihn grinsend, hielt ihn an seinem Kragen fest, während Vincent weiterhin über ihr schwebte.

Vincent: „Nenn mich einen Feigling und ich werde dich eines Besseren belehren.“ Seine blauen Augen funkelten. Catherine schmolz dahin. Sie liebte seine strahlenden azurblauen Augen.

Catherine: „Dann bin ich jetzt besser still und fordere dich nicht weiter heraus, was?“

Vincent: „Wäre durchaus ratsam, mein Schatz.“

Diese Spiel setzten die zwei Liebenden fort. Sie verloren sich ineinander, erforschten sich auf´s neue, küssten sich leidenschaftlich, liebten sich.


Nach einem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen im Speisesaal, brachte Vincent Catherine zurück zur Schwelle ihres Apartmenthauses. Sie bereitete sich mental auf das Treffen mit ihrem Vater vor.

Am frühen Nachmittag war es dann so weit. Catherine fuhr mit ihrem Auto direkt zu ihm. Genau wie Peter wohnte Catherines Vater am Stadtrand von New York, in einem Haus mit separater Zufahrt. Gerade als Catherine ihr Auto vor der Tür parkte und ausstieg, öffnete ihr Vater die Haustür, trat heraus und nahm seine einzige Tochter fest in seine Arme.

Charles: „Cathy, Liebes…“

Catherine: „Hallo Daddy…“

Charles: „Schön dich zu sehen, mein Kind. Komm rein. Ich habe gerade frischen Tee zubereitet.“

Catherine: „Klingt fantastisch!“ strahlte sie über beide Ohren.

Charles geleitete seine Tochter ins Haus, nahm ihr den Mantel ab.

Gemeinsam saßen Catherine und ihr Vater Charles im gemütlichen Wohnzimmer, bei einer Kanne Tee und Gebäck. Charles musterte seine Tochter und lächelte.

Catherine: „Was lächelst du in dich hinein?“ lächelte sie ihm entgegen.

Charles: „Nun, wie soll ich sagen… seit Wochen bist du sehr geheimnisvoll, wenn ich ehrlich sein soll. Auch mir gegenüber. Aber du strahlst von innen heraus.“ verlegen sah Catherine in ihre Tasse, dann wieder zu ihm auf.

Catherine: „Tut mir leid, Daddy. Es war mir nicht anders möglich.“

Charles: „Wir konnten uns früher doch immer alles sagen? Vertraust du mir nicht?“

Catherine: „Ich vertraue dir, Dad. Deswegen bin ich hier.“ sagte sie eindringlich. Erstaunt über ihre Worte, lächelte er sie an.

Charles: „Warum erst jetzt?“

Catherine: „Wir halten beide unser Privatleben für heilig… besonders Vincent.“

Charles: „Vincent… das ist also sein Name?“ Catherines Gesichtszüge wurden weich. Als Charles dies sah, lächelte er ihr entgegen.

Catherine: „Ja, so ist es.“

Charles: „Seit wann kennt ihr euch?“

Catherine: „Seit einigen Monaten muss ich zugeben.“

Charles: „Seit Monaten schon?“

Catherine: „Ja… Zumal wir uns nach dem ersten Treffen für Monate aus den Augen verloren hatten. Wir fanden einander wieder, trafen uns gelegentlich, wurden Freunde. Im Laufe der weiteren Wochen verbrachten wir immer mehr Zeit miteinander. Ich verliebte mich in ihn.“

Charles: „Und Vincent? Liebt er dich auch?“ Catherine lächelte breit und nickte.

Catherine: „Er wollte es sich erst nicht eingestehen.“ lachte sie genüsslich.

Charles: „Weswegen?“ er war neugierig.

Catherine: „Aufgrund seines Jobs und… noch anderen Dingen.“ warf sie kleinlaut hinterher.

Charles: „Seines Jobs… mhm… du sagtest, du warst die letzten Tage in Nevada… mit ihm.“ Sie musste sichtlich tief durchatmen.

Catherine: „Richtig… Vincent ist in Nevada stationiert. Er ist Soldat.“

Charles: „Als Soldat in Nevada… was macht er dort genau?“ hakte Charles genauer nach.

Catherine: „Er ist Pilot… Test- und Kampfpilot.“ Charles bekam große Augen. Er lehnte sich zurück.

Charles: „Pfff, Puuh… das plättet mich, Catherine. Pilot der US Air Force… das ist… kein leichter Job. Die Jungs leisten unvorstellbares… unglaubliches! Sie riskieren Kopf und Kragen, um uns zu beschützen.“ sagte er hochachtungsvoll.

Catherine: „Er liebt seinen Job.“

Charles: „Das ist nicht nur ein Job, Liebes. Es ist eine Berufung.“

Catherine: „Ich weiß das. Ich habe ihm dabei zusehen können…“

Charles: „Du hast ihm bei der Arbeit zusehen können? Ich bin beeindruckt. Wie war dies möglich?“

Catherine: „Vincent war bei einem Auslandseinsatz. Er war länger unterwegs als geplant. Wir hatten uns bereits seit zwei Wochen nicht gesehen. Ich bekam die Möglichkeit ihm entgegenzukommen. Ein Vertrauter der Air Force setzte sich mit mir in Verbindung, brachte mich zum LaGuardia Airport und wir flogen von dort aus nach Nevada, zur Nellis Air Force Base. Die Testschwadron war jedoch noch nicht angekommen… und so wartete ich ein paar Stunden auf ihn, bis er mit seinen Kollegen ankam.“

Charles: „Du hast tatsächlich ein paar Stunden auf ihn gewartet?“

Catherine: „Es ist nicht so wie du denkst.“ lächelte sie.

Charles: „Hmm…“ lächelte er ihr zu.

Catherine: „Nach einem Einsatz bleiben er und seine Kollegen mindestens für eine weitere Woche auf dem Stützpunkt. Jeder, der für länger dort bleibt, hat eine eigene Lodge. So auch Vincent. Ich kam am Vortag seiner Ankunft in Nellis an, schlief in seiner Lodge und überraschte ihn bei seiner Ankunft im Bunker.“

Charles: „Ihn überrascht? Ich denke er wusste das du kommen würdest?“

Catherine: „Er dachte ich komme nach ihm an… nicht vor ihm…“ Catherines Augen leuchteten vor Glück.

Charles: „Ich habe dich ewig nicht mehr so glücklich über einen Mann reden hören, geschweige denn gesehen.“

Catherine: „Vincent macht mich glücklich, Daddy. Du weißt, dass ich mit Steven und Tom nie glücklich war.“

Charles: „Das weiß ich tatsächlich, Liebes. Ich konnte nie verstehen, was du an den beiden fandest. Ich muss zugeben, dass ich froh darüber war, als du dich von ihnen getrennt hattest.“ Erstaunt sah sie ihren Vater an.

Catherine: „Du hast nie etwas gesagt.“

Charles: „Catherine, es stand mir nicht zu, dir zu sagen oder… dir vorzuschreiben, mit wem du zusammen sein sollst und mit wem nicht.“ Erklärte er ihr eindringlich.

Charles: „An der Seite von Steven und von Tom gingst du unter. Du warst immer irgendwie traurig und fühltest dich deplatziert… man konnte es dir ansehen. Jedenfalls kam es mir stets so vor. Darüber machte ich mir ständig Sorgen.“

Catherine: „Daddy… ich hatte keine Ahnung.“

Charles: „Wie denn auch. Du hattest alle Hände voll zu tun diesen beiden Männern zu gefallen. Sie nahmen dich nicht als Person wahr.“ Nach einer kurzen Denkpause fragte er weiter.

Charles: „Was war eigentlich mit diesem Elliott Burch?“

Catherine: „Das war ebenso ein Fehler. Vincent und ich kannten uns zwar schon, waren aber zu der Zeit nicht fest zusammen. Wir waren nur Freunde… okay, gute Freunde. Doch war ich bereits lang genug mit Vincent befreundet, um zu erkennen was Elliott wirklich wollte… was Steven und Tom wollten… ein hübsches Vorzeigeobjekt… etwas Warmes für´s Bett… mehr nicht…“

Charles: „Das hattest du selbst erkannt?“

Catherine: „Ja… das habe ich Vincent zu verdanken.“

Charles: „Ahja… werde ich ihn irgendwann kennenlernen?“ fragte Charles vorsichtig.

Catherine: „Das hoffe ich doch sehr.“

Charles: „Hast du seine Eltern schon kennengelernt?“

Catherine: „Nein, habe ich nicht… noch nicht. Ich muss dazu sagen, dass seine Eltern bzw seine Familie sehr weit weg sind. Durch einen familiären Verlust hatte er sich vor 2,5 Jahren versetzten lassen. Seither sah er seine Familie nicht mehr.“

Charles: „Oh, das tut mir leid. Ich weiß wie er sich gefühlt haben muss.“ Catherine nickte zustimmend, denn Ihr Vater sprach vom Verlust ihrer Mutter.

Catherine: „Er hatte seinen kleinen Bruder im Einsatz verloren. Zusammen mit seinem großen Bruder musste er es mit ansehen. Es ließ ihn nicht mehr los.“ Charles nickte bedrückt.

Charles: „Was weißt du über seine Eltern?“

Catherine: „Vincents Mutter und seine beiden Schwestern sind Anwälte. Aber bitte frage mich nicht welcher Bereich. Obwohl warte… seine Mutter war glaube ich im Militärrecht. Sein Vater ist Flottenadmiral eines Kriegsschiffes.“

Charles: „Oooh… was soll ich darauf sagen… ich bin sprachlos.“

Catherine: „Frag mich mal. Ich konnte es ebenso schwer glauben.“

Charles: „Liebes, was du mir heute alles erzählt hast… ich finde fast keine Worte dafür… ich danke dir für dein Vertrauen.“ verlegen lächelte Catherine wieder.

Catherine: „Es war an der Zeit, Daddy. Da gibt es übrigens noch etwas.“ Charles wollte gerade einen weiteren Schluck Tee trinken und setzte die Teetasse wieder ab.

Charles: „Nur raus damit. Ich bin ganz Ohr.“

Catherine: „Ähm… ich weiß nicht wie ich es formulieren soll.“

Charles: „Versuch es. Ich werde nicht beißen.“

Catherine: „Vincent ist nicht wie andere Männer…“ Die Stirnfalten von ihrem Vater wurden mehr, denn er hatte nicht die geringst Ahnung, worauf sie hinaus wollte.

Charles: „Liebes… was versuchst du mir zu sagen?“

Catherine: „Es geht um sein… exotisches Aussehen…“ versuchte sie ihm zu erklären.

Charles: „Was verstehst du bitte unter exotisch? Ich kann dir nicht ganz folgen.“

Catherine: „In seinem genetischen Code befindet sich eine Anomalie, die in seiner Familie vom Vater zum Sohn weitergegeben wird. Zumal dieses spezielle Gen nur alle 10 Generationen aktiviert wird. Dies ist gerade bei ihm der Fall.“

Charles: „Ist das der Grund, weshalb er sein Privatleben ebenso geheim hält wie du?“

Catherine: „Ja genau, eben deswegen.“

Charles: „Aber du liebst ihn.“

Catherine: „Ich liebe ihn, ja. Ich liebe ihn genauso wie er ist… oder wegen dem. Es ist einfach alles an ihm… sein exotisches Aussehen, seine azurblauen Augen, seine Stimme… einfach alles.“

Charles: „Liebe überwindet jedes Hindernis, Kleines. Ich bin sehr gespannt auf ihn. Das muss ich zugeben.“

Catherine: „Das kannst du sein. Du glaubst gar nicht, wie glücklich und erleichtert ich bin.“

Charles: „Nun, von dem was ich heute alles gehört habe, kann ich es mir vorstellen. Du trägst ein großes Paket an Verantwortung mit dir herum. Aber ich werde dir helfen, Liebes. Ich bin dein Vater und stehe hinter dir. Wenn du glücklich bist, bin ich es auch.“ Catherine war gerührt von seinen Worten. Sie stand auf und warf sich ihrem Vater in die Arme.

Catherine: „Danke Daddy…“

Charles: „Ich bin immer für dich da.“

Catherine blieb bis zum Abend bei ihrem Vater. Sie schwelgten in Erinnerungen, lachten ausgiebig und aßen zu Abend. Charles hatte seine Tochter nie so ausgelassen erlebt. Jedenfalls nicht in den letzten Jahren.          ´Dieser Vincent schien ihr gut zu tun…´ stellte er fest.


Tief unten in den Tunneln lag Vincent in seiner Kammer. Er analysierte Catherines Schwingungen durch das gemeinsame Bond. Sie war glücklich und zufrieden. Dies beruhigte ihn. Mit einem friedvollen Gesichtsausdruck begab er sich zu den Wasserfällen, wo er seine Gedanken schweifen ließ.


Tage und ein paar Wochen vergingen.
Bei Catherine und Vincent hat sich so eine Art Routine eingespielt. Während Vincents Abwesenheit arbeitete Catherine bis spät abends im Büro, damit sie Überstunden zusammen bekam. Sie schaffte es sogar ein paar Mal unter der Woche nach Nevada zu fliegen. Catherine nahm ihre Unterlagen mit und arbeitete in der Lodge. Sie genoss dabei die Ruhe und saß viel auf der Terrasse. Abends kam Vincent vom Stützpunkt und verbrachte mit ihr traumhafte Abende. Gelegentlich teilten sie sich einen großen Tisch, um daran ihren Schriftkram zu erledigen.

Catherine war fasziniert von seiner Präzision was das Ausarbeiten von Kampftaktiken, Flugmaneuver und neuen Konstruktionen anging, die er in seinem Büro am Computer plante, simulierte und bearbeitete. Sie gewöhnte sich schnell daran, Vincent mit diesen modernen Geräten wie selbstverständlich arbeiten zu sehen. Er war immer hochkonzentriert und vergaß fast zu essen. Catherine hatte stets ein Auge auf ihn. Da Vincent teils auf dem Stützpunkt und teils auf der Olympic seinen Dienst verrichtete, war Catherine schnell an diese Unterschiede gewöhnt. Sie kam sich vor, wie eine Jet - Setterin. Eine Frau aus verschiedenen Welten.

Catherines Veränderung wurde von allen wahr genommen. Selbst ihr Boss, Joe Maxwell, wunderte sich über ihre Mobilität. In ihrer ersten Arbeitswoche, nachdem sie wieder mit Vincent aus Nevada zurück war, wollte Joe der Sache auf den Grund gehen. Sorgfältig wählte er seine Worte, doch kamen diese anders an als geplant.

Joe: „Radcliffe, wie heißt dein Jungbrunnen“ völlig überrascht sah sie zu Joe auf, der sich an den Rand ihres Schreibtischs setzte.

Catherine: „Joe… was?“

Joe: „Was du hast, will ich auch!“ sprach er in Rätseln.

Catherine: „Ich stehe auf dem Schlauch, Joe. Was meinst du?“

Joe: „Hey… hallooooo… ich bin´s Joe… nicht nur dein Boss, sondern auch dein Freund.“ Irritiert sah sie ihn noch immer an.

Catherine: „Joe, was willst du bitte von mir? Ich versuche gerade eine komplette Zusammenfassung des   Gently - Falls auszuarbeiten.

Joe: „Oh ähm… nun… naja…“ stammelte er umher. Catherine lächelte in sich hinein, ließ ihren Stift fallen, atmete tief durch und sah ihn erwartungsvoll an.

Catherine: „Tut mir leid, Joe. Ich wollte dich nicht so barsch anfahren. Was ist los? Was kann ich für dich tun?“

Jetzt sah Joe sie irritiert an.

Joe: „Für mich tun? Ahm, nichts. Ich wollte dich nur fragen, wie dein Jungbrunnen heißt, das ist alles.“

Catherine: „Mein was? Jungbrunnen…“ plötzlich fing Catherine herzhaft an zu lachen. Sie stützte sich ihren Kopf auf beiden Händen ab.

Joe: „Lachst du mich etwa aus, Radcliffe?“

Catherine: „Du bist ein Unikat, Joe… einmalig.“

Joe: „Was? … Das war eine einfache Frage…“

Catherine: „Wie, in Gottes Namen, kommst du auf so etwas?“ Joe suchte nach Worten.

Joe: „Fffffhhh… wie ich darauf komme? Du übertriffst dich seit Wochen selbst. Du bist ausgeglichen, obwohl du dir die Arbeitstage um die Ohren schlägst. Dein Gesichtsausdruck ist sanfter… nicht mehr verbissen und verkrampft.“

Catherine: „Danke Joe…“ sagte sie liebevoll.

Joe: „Ist das alles? Ein einfaches ´Danke Joe´?“

Catherine: „Ahm, tut mir leid, Joe. Was hattest du von mir erwartet?“

Joe: „Ach, ich weiß auch nicht.“ gab er sich unüblich schnell geschlagen. Catherine sah sein Dilemma.

Catherine: „Lass uns in dein Büro gehen, Joe.“ Verwundert sah er auf, nickte und ging mit Catherine in sein Büro, dass nur ein paar Meter von Catherines Schreibtisch aus entfernt war.


Joe: „Und? Hier sind wir…“

Catherine: „Setz dich… dann reden wir…“ sagte sie ruhig und bedacht.

Joe: „Okay… schieß los…“

Catherine: „Du hast nach meinem Jungbrunnen gefragt.“ Unterstrich sie noch einmal und Joe nickte lächelnd.

Catherine: „Mein Jungbrunnen, wie du ihn so schön nennst, ist mein Lebensgefährte. Du weißt, dass ich während seiner Abwesenheit mehr arbeite, um im Umkehrschluss mehr private Zeit zu haben. Wir redeten vor geraumer Zeit darüber.“

Joe: „Richtig, so hatten wir es ausgemacht.“

Catherine: „Diese freie, private Zeit verbringe ich bei ihm in Nevada. Meistens nehme ich meine Unterlagen mit, um dort ungestört und in Ruhe arbeiten zu können. Ich werde nicht abgelenkt und kann mich voll und ganz darauf konzentrieren. Vorher nahm ich meine Arbeit mit nach Hause. Du weißt selbst wie das ist. Türgeklingel hier, Telefongeklingel dort… ständig wird man gestört und unterbrochen, muss aber perfekte Arbeit abliefern. Das Privatleben bleibt auf der Strecke.“

Joe: „Du arbeitest tatsächlich an deinen Fällen, während du bei deinem Freund in Nevada bist?“

Catherine: „Mhm, ja… würde ich sonst meine Arbeit schaffen? Vermutlich nicht…“

Joe: „Das hatte ich mich auch schon gefragt, Cathy. Wow, das überrascht mich.“

Catherine: „Was überrascht dich, dass ich meine Arbeit mitnehme? Echt jetzt?“

Joe: „Ja, ganz ehrlich. Ist dein Freund nicht sauer deswegen?“

Catherine: „Warum sollte er das sein? Vincent geht ebenso seinem Job nach. Er macht seine Arbeit und ich mache meine… wir können uns dennoch sehen.“

Joe: „So einfach ist das?“

Catherine: „Ob du es glaubst oder nicht, aber… ja, so einfach ist das.“

Joe: „Du hast glaube ich, das erste Mal seinen Namen genannt… Vincent.“

Catherine: „Sein Name ist kein Geheimnis, Joe. Wir beide halten unsere Privatsphäre nur gern verdeckt. Niemanden sonst geht es etwas an. Sein Job ist anstrengend und gefährlich genug. Wer uns wirklich kennenlernen will… also uns als Menschen, als Paar… und nicht das ganze drum herum um seinen Job oder um meinen, der ist herzlich Willkommen. Wissen über uns beide auszuquetschen, um es weiterzuverbreiten, davon halten wir nichts… da schotten wir uns ab.“

Joe: „Das kling sinnvoll und gut durchdacht. Darf ich dir ein Kompliment machen, ohne das es in den falschen Hals gelangt?“ zögerlich stimmte sie zu.

Joe: „Der Mann in deinem Leben tut dir gut, Radcliffe. Ich habe dich nie vorher glücklich gesehen. Du hast zwar vorher auch viel gelächelt und Scherze gemacht, ja… aber das… das ist was anderes. Es ist unbeschwerter… leichter… freier… glücklicher. Halt ihn dir gut fest. Er scheint der Richtige für dich zu sein.“

Catherine: „Solche lieben Worte von dir, Joe… ich weiß nicht was ich sagen soll… danke.“

Joe: „Ich bin dein Freund, Cathy. Deshalb habe ich es mir gewagt dir diese Worte zu sagen.“

Catherine: „Das weiß ich sehr zu schätzen.“

Joe: „Nun denn… hinfort mit der Gefühlsduselei und ran die Arbeit.“

Catherine: „Ay, ay Boss…“



Vincent war wieder seit ein paar Tagen mit Catherine aus Nevada zurückgekehrt. Zusammen mit Father und Kipper saß er in der Bibliothek. Kipper hatte an diesem Tag Unterricht im Fach Schach. Father und Vincent erklärten ihm anhand von verschiedenen Schachpartien die besten und sinnvollsten Strategien, um sich aus fast aussichtslosen Situationen retten zu können. Kipper lernte schnell. Er wurde zu Vincents gefürchtetstem Gegner.

Gegen Mittag summte plötzlich Vincents Kommunikator. Father und Kipper sahen besorgt zu ihm, als er seinen Kommunikator aus der Tasche zog, ein paar Tasten drückte, um die Nachricht entgegenzunehmen. Der Anrufer war Col. Jack O´ Neill. Er legte den Kommunikator auf den vor ihm liegenden Tisch.

Vincent: „Jack, was gibt´s?”

Jack: „Hey Vinc… Sondereinsatz… tut mir leid, aber es ist nicht anders möglich.“

Vincent: „Davon gehe ich aus, Jack. Wann und wo?“

Jack: „In 3 Stunden ist Abflug von LaGuardia. Eine schwarze Lady wartet startbereit auf dich und die Jungs.“

Vincent: „Direkt von LaGuardia?“

Jack: „So ist es. Um Zeit zu sparen wurden die Vögel letzte Nacht dorthin verlegt. Weitere Informationen, wenn ihr alle hier seid.“

Vincent: „Verstanden, danke.“

Jack: „Ach ähm… der Einsatz kann eine Weile dauern. Also, wenn Catherine sich noch rechtzeitig von dir verabschieden möchte, dann kann sie zum LaGuardia kommen. Ich lasse sie auf die Besucherliste setzen.“

Vincent: „Das könnte knapp werden, aber ich gebe ihr Bescheid. Danke Jack.“

Jack: „Keine Ursache, Bro. Wir wollen doch nicht unsere wertvollsten Geschöpfe verärgern.“ beide lachten.

Vincent: „Sehen wir uns nachher?“

Jack: „Auf jeden Fall. Wir besprechen den Einsatz zusammen.“

Vincent: „Sehr gut. Dann bis später.“

Jack: „Bis später…“

Die drei am Tisch sahen sich vorerst stumm an, atmeten tief durch.

Vincent: „Tcha, das war es wohl mit meinen freien Tagen.“

Father: „Diese Situation hatten wir schon einmal. Fühlst du dich ausgeruht genug?“ beäugte er Vincent kritisch.

Vincent: „Ja, ich fühle mich gut. Das muss ich nur irgendwie Catherine beibringen. Sie wollte dieses Wochenende runterkommen.“

Kipper: „Wird Catherine sauer sein?“

Vincent: „Nein Kipper, sie wird nicht sauer sein. Vielleicht enttäuscht, ja. Mir bleibt jedoch nichts anderes übrig. Catherine weiß das.“

Father: „Dann heißt es jetzt für dich Sachen packen?“

Vincent: „Sachen packen im Eiltempo und umziehen.“

Father: „Ich gebe Mary Bescheid, damit sie dir deine restlichen Einsatzsachen bringt.“

Vincent: „Oh danke, Father. Perfekt… auf euch ist Verlass.”

Vincent verschwand in seiner Kammer, suchte sich alle seine Sachen zusammen. Er wechselte von der Tunnelkluft in seine Einsatzuniform und packte den Rest in seine Militärtasche.

Als er mit allem fertig war und bereits auf dem Weg zur Lagerhalle war, wo der Fahrdienst auf ihn wartete, schickte er Catherine eine Nachricht, die gerade mit ihrem Vater Charles in einem Restaurant saß.

Catherine und ihr Vater Charles saßen an einem Tisch, abseits der anderen Tische, als es aus Catherines Tasche anfing zu summen. Überrascht sah sich Vater und Tochter an. Catherine machte ein besorgtes Gesicht und kramte in ihrer Tasche.

Catherine: „Ungewöhnlich…“ sagte sie sich leise.

Charles: „Alles in Ordnung, Cathy?“

Catherine: „Ich bin mir nicht sicher. Das kann nur eine Nachricht von Vincent gewesen sein. Das ist untypisch für ihn.“ Endlich angelte sie das Gerät hervor, tippte herum und las die Nachricht.

Liebes…


Wo bist du gerade?


Ich wurde soeben zu einem Sondereinsatz gerufen und muss ungeplant in 1,5 Stunden vom LaGuardia abfliegen.


Wie lange ich unterwegs sein werde weiß ich nicht.


Ich würde dich vor Abflug gern noch sehen wollen.


Ich liebe dich, V.




Charles sah Catherines angespanntes Gesicht. Sie schien beim Lesen der Nachricht die Luft angehalten zu haben.

Charles: „Alles okay, Schatz?“ fragte er vorsichtig.

Catherine: „Ahm, nein… nicht wirklich. Vincent wurde gerade zu einem Sondereinsatz einberufen und fliegt in 1,5 Stunden direkt vom LaGuardia Airport ab. Wir wollten das Wochenende gemeinsam verbringen. Ich möchte ihn vorher noch sehen und mich von ihm verabschieden.“

Charles: „Du kannst da ohne weiteres hin?“

Catherine: „Ja… ahm… ich bin in deren System drin.“

Charles: „Du willst also wirklich zu ihm, hmm?“

Catherine: „Unbedingt… er weiß nicht, wie lange er weg sein wird. Die kostbare Zeit würde ich sehr gerne nutzen, Daddy.“ Ihre Augen flehten ihn an.

Charles: „Ich fahre dich hin.“ sagte er entschlossen.

Catherine: „Tatsächlich? Das würdest du tun?“

Charles: „Was für eine Frage, Kleines? Selbstverständlich… schließlich bin ich dein Vater. Väter tun alles für ihre Töchter.“ lächelte er ihr aufmunternd zu.

Catherine: „Danke Daddy… lass uns bitte schnell bezahlen, ja?“

Während Charles die Rechnung bezahlte, schickte Catherine Vincent eine Nachricht zurück.

Mein Schatz,


Ich bin gerade bei meinem Vater und komme umgehend zum Airport.


Bitte wundere dich nicht… mein Vater bringt mich zu dir.


Ich liebe dich, C.




Vincent saß bereits im verdunkelten Van der US Air Force, als er die Nachricht von Catherine las. Sanft schmunzelte Vincent in sich hinein. Charles Chandler brachte seine Tochter zu ihm zum Airport. Er war gespannt auf das erste Aufeinandertreffen mit Catherines Vater.

Die Zeit verging wie im Fluge. Vincent war innerhalb von 30 Minuten am LaGuardia Airport angekommen. Zügig stieg er aus, schnappte sich seine Tasche, begrüßte seinen Vorgesetzten Col. Jack O´Neill und seine Kollegenfreunde.

Vincent: „Hey Jack, so schnell sieht man sich wieder.“ Jack grinste breit. Er war eine Frohnatur.

Jack: „Ja so schnell geht´s. Konntest du auf die Schnelle alles regeln?“

Vincent: „War kein Problem. Catherine müsste auch bald hier sein.“

Jack: „Klingt für mich positiv, mein Freund.“

Vincent: „Sie wird von ihrem Vater hier her gefahren.“ sagte Vincent ruhig. Ein paar Sekunden lang musterte Jack Vincents Gesichtsausdruck, hob beide Augenbrauen.

Jack: „Hmm, du klingst zwar ruhig, aber bedächtig… warum ist das so, frag ich mich?“ Vincent lächelte verschmitzt.

Vincent: „Er kennt mich nur aus Erzählungen… nicht persönlich.“ Jack stand der Mund offen.

Jack: „Erstes Treffen? Und das auch noch hier? Wow, das ist nicht nur der Wink mit dem Zaunpfahl, das ist ein ganzer Zaun.“

Vincent: „Du hast es erfasst…“ Jack legte eine Hand auf Vincents Schulter, sah ihn eindringlich an.

Jack: „Ich gebe den Wachposten am Checkpoint Bescheid. Und dir, mein Freund, wünsche ich viel Glück.“

Vincent: „Ist das alles, was ich an aufmunternden Worten von dir bekomme?“ entgegnete er ihm im gespielten Ernst.

Jack: „Dein zukünftiger Schwiegervater, Vinc… nicht meiner. Da musste ich auch durch.“

Vincent: „Wie hatte dein Schwiegervater darauf reagiert?“

Jack: „Er salutiert noch heute vor mir. Egal, ob ich in Uniform vor ihm stehe oder in Boxershorts.“ Beide lachten über die bildliche Vorstellung.

Vincent: „Eigentlich finde ich den heutigen Tag dafür gar nicht so unpassend.“ Stellte er fest.

Jack: „Immerhin bekommt er hautnah mit was du machst.“

Vincent: „Eben deswegen… nun gut Jack, wann ist die Besprechung?“ wechselte er das Thema. Jack sah auf seine Uhr.

Jack: „In 15 Minuten im Ready Room.“

Vincent: „Sehr gut. Ich ziehe mich flott um. Bis in 15 Minuten im Ready Room.“

Jack: „Ach ähm, Vinc… bevor ich es vergesse… Doc Peter wird euch im Anschluss an die Besprechung noch durchchecken. Ohne sein ´OK´ fliegt hier keiner ab.“

Vincent: „Hätte mich auch gewundert, Jack.“

Er schaffte es rechtzeitig sich umzuziehen, um mit den anderen den anstehenden Einsatz zu besprechen.

Währenddessen kamen Catherine und ihr Vater Charles am LaGuardia Airport an. Catherine lotste ihn in die richtige Richtung. Ab einem gewissen Punkt kamen die beiden zum abgesperrten Bereich, wo sie umgehend gestoppt wurden.

Catherine: „Du musst deinen Ausweis vorzeigen, Dad.“

Charles: „Meinen Ausweis, oh ähm, ja richtig.“ Catherine lächelte ihren Vater überrascht an.

Catherine: „Bist du etwa aufgeregt?“ unsicher blickte er sie an und nickte. Sie tätschelte seine Hand freudig.

Charles hielt am Wachposten, ließ sein Seitenfenster herunter. Der Soldat salutierte kurz und beugte sich mit seiner Waffe im Anschlag leicht entgegen.

Soldat: „Dies ist ein militärischer Sicherheitsbereich, Sir. Ohne gültige Papiere darf sie nicht durchlassen.“ Bevor Charles antworten konnte, lehnte sich Catherine vor.

Catherine: „Sergeant, wir werden von Lt. Col. Adama erwartet. Col. Jack O´Neill weiß ebenfalls Bescheid.“

Soldat: „Einen Moment, Ma´am. Würden sie mir bitte ihre Namen sagen?“

Catherine: „Chandler… Catherine und Charles…” Sie zeigte ihm beide Ausweise. Über Funk fragte der Sergeant genauer nach.

Soldat: „Hier Wachposten Alpha… zwei Personen bitten um freie Passage zum Sicherheitsbereich. Namen… Chandler… Catherine und Charles… für Lt. Col. Adama.

Funk: „Ist genehmigt… dürfen Passieren…“ kam nach ein paar Sekunden.

Soldat: „Verstanden… Alpha out…

Soldat: „Ma´am, Sir… danke für ihre Geduld. Sie dürfen Passieren. Bitte halten sie sich möglichst rechts und folgen den Markierungen zum Hangar 28.“

Charles + Catherine: „Danke Sergeant…“ sagten sie beide fast gleichzeitig, lächelte sich erleichtert an. Das Tor öffnete sich und das Auto mit den beide Insassen setzte seinen Weg fort.

Charles: „Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm hier. Sieh dir das an, Cathy. Überall stehen bewaffnete Soldaten. Vorher war mir das nie aufgefallen.“ Charles war beeindruckt.

Catherine: „Ich kenne das bereits.“

Charles: „Für dich ein alter Hut, was?“ Catherine lachte verlegen.

Catherine: „So in etwa, ja.“

Charles: „Wo müssen wir hin?“ Catherine zeigte mit der Hand auf einen Hangar mit einer bestimmten Markierung.

Catherine: „Dort rechts vom Hangar können wir Parken und zu Fuß weiter gehen.“

Charles: „Fliegst du auch immer von hier los?“

Catherine: „Der Hangar für den Transport von Personen nach Nevada befindet sich auf der anderen Seite. Dies hier ist ein spezieller Sicherheitsbereich.“

Beim Näherkommen an den Stellplatz für sein Auto sah Charles ein anderes bekanntes Auto. Stutzig blickte er seine Tochter an.

Catherine: „Was ist?“

Charles: „Das Auto dort vorn… Peter fährt genau dasselbe. Auch die Farbe passt. Ich bin auf das Nummernschild gespannt.“ Catherine sagte darauf vorerst nichts. Sie war sich nicht sicher, ob Peter wirklich im selben Hangar war.

Charles parkte direkt neben dem bekannten Auto, stieg mit Catherine aus und sah sich das Nummernschild genauer an.

Charles: „Catherine, das ist tatsächlich Peters Auto. Was er wohl hier zu tun hat?“ unschuldig zuckte Catherine ihre Schultern.

Catherine: „Lassen wir uns überraschen, Daddy.“

Charles: „Du kennst dich hier aus, Schatz. Wo müssen wir hin?“

Catherine: „Gleich dort drüben. Wir müssen um den Hangar rumlaufen. Dort befindet sich der normalerweise der Eingang.“ Da der Flugzeughangar sehr groß war, konnte man aus dem Augenwinkel nur ein paar Flügelspitzen der Kampfjets sehen. Charles Kopf ging suchender Weise hin und her. Catherine konnte darüber nur breit grinsen.

Vater und Tochter betraten durch eine separate Eingang den hinteren Teil des Hangars. Ein weiterer Wachposten kontrollierte ihre Ausweise, glich sie mit einer Liste ab, händigte beiden einen Visitor Ausweis aus, den beide sichtbar tragen mussten und ließ beide eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben.

Um sie herum sahen die zwei nichts bis auf Türen, die in größere Räume führten. In einem größeren Gang kam ihnen Jack entgegen. Dieser grinste wie immer.

Jack: „Catherine, schön, dass du kommen konntest.“

Catherine: „Hallo Jack. Darf ich dir meinen Vater, Charles Chandler, vorstellen?“ Jack salutierte kurz und begrüßte ihn mit einem kräftigen Handschlag.

Jack: „Colonel Jack O´ Neill. Freut mich sie kennenzulernen, Sir.“

Charles: „Die Freude liegt ganz auf meiner Seite, Colonel.“

Jack: „Wenn ihr zwei Vincent suchen solltet, dann müsst ihr euch noch etwas gedulden. Die Piloten werden von Doc Peter vor dem Flug durchgecheckt.“

Charles: „Doc Peter… Dr. Peter Alcott?“

Jack: „Sie kennen ihn?“

Charles: „Das kann man wohl sagen, ja.“

Jack: „Peter ist der Leibarzt einiger unserer Piloten. Ohne seine Zustimmung fliegt keiner von ihnen irgendwo hin. Höchstens nach Hause…“

Catherine: „Können wir irgendwo warten, Jack?“

Jack: „Ja sicher. Den Flur hier entlang, durch die graue Tür. Auf der linken Seite befinden sich Sitzgelegenheiten. Wir sehen uns sicherlich später noch.“

Catherine ging mit ihrem Vater Charles zu den Sitzgelegenheiten, die sich direkt an einer großen Fensterfront befanden, mit Sicht in den Flugzeughangar hinein. Innen drin stand ein pechschwarzer Kampfjet… eine Su – 57. Das große Tor des Hangars stand weit offen und gab die Sicht auf die anderen Jets frei, die vor dem Hangar standen. Die waren vom selben Flugzeugtyp und ebenfalls schwarz.

Charles: „Sieh dir diese enorme Halle und diesen Kampfjet an, Cathy. Ich habe so etwas nie aus der Nähe sehen können. Ein Prachtstück… so riesig. Das so etwas überhaupt fliegen kann.“ Catherine stand dicht hinter ihrem Vater. Auch ihr Blick wanderte durch den Hangar, aber sie war auf der Suche nach Vincent. Plötzlich ergriff sie den Oberarm ihres Vaters. Es öffnete sich einige Meter vor ihnen eine größere Tür, aus der einige Piloten kamen, unter anderem Peter… dicht gefolgt von Vincent. Beide Männer unterhielten sich angeregt. Vincent trug bereits seine komplette Flugausrüstung, bis auf seinen Helm.

Catherine: „Daddy? … dort ist er. Direkt hinter Peter.“ Charles traute seinen Augen nicht.

Charles: „Träume ich das gerade?“

Catherine: „Nein, tust du nicht. Das ist Vincent.“

Charles: „Unglaublich… er hat… sind das leonische Gesichtszüge?“

Catherine: „Mhm, ja. Sein exotisches Gen.“

Charles: „Das ist mehr wie exotisch… das ist faszinierend…“

Während Catherine und Charles wie gebannt am Fenster standen, ging Jack auf Vincent zu, der sich noch immer angeregt mit Peter unterhielt. Jack unterbrach die beiden, sprach mit ihm und dessen Blick ging direkt in die Richtung von Catherine und Charles. Catherine lächelte ihm glücklich zu, winkte kurz.

Vincent deute ihnen mit einer lockeren, aber gezielten Handbewegung an, dass die beiden zu ihm kommen sollen. Peter, der erst vor ein paar Minuten erfuhr, dass Catherine zusammen mit ihrem Vater da wäre, stand neben Vincent und wartete ab.

Schnellen Schrittes verließ Catherine mit Charles den Wartebereich, ging breit lächelnd auf Vincent zu. Sie begrüßte Peter, küsste Vincent und hielt ihn erleichtert fest.

Catherine: „Hey du… danke fürs Bescheid sagen.“

Vincent: „Danke, dass du dies möglich gemacht hast. Ich wollte dich vor Abflug unbedingt sehen.“ Vincents Stimme vernahm Charles als sehr tief und trotzdem ruhig und sanft. Sein ganzes Sein schien in diesem Moment voll und ganz Catherine zu gehören. Peters Augen klebten lächelnd auf Charles, dessen Augen zwischen seiner Tochter in den Armen eines exotischen Mannes mit leonischen Gesichtszügen und Peter selbst hin und her wanderte.

Peter: „Charles… welch freudige Überraschung dich hier zu sehen. Ich hätte sämtliche Wetten verloren.“

Charles: „Peter, ich weiß nicht was ich sagen soll. Du hier… wir haben uns später einiges zu erzählen, denke ich.“ Dann löste sich Vincent von Catherine, behielt sie jedoch weiter im linken Arm, richtete sich zu seiner vollen Größe auf und sah Charles direkt in die Augen.

Vincent: „Lernen wir zwei uns endlich kennen. Vincent Adama, Sir.“ Und reichte Charles seine rechte Hand. Charles ergriff Vincents Hand umgehend und war sprachlos.

Charles: „Charles Chandler… freut mich dich kennenzulernen, Vincent.“ Charles sah sich die Rangabzeichen an, die Vincent an seiner Fliegeruniform trug.

Charles: „Lieutenant Colonel… liege ich da richtig?“ fragte er unsicher.

Vincent: „Gut erkannt, Sir.“ sagte er anerkennend. Charles lächelte verlegen.

Charles: „Vincent, ich muss zugeben, das ist alles so überwältigend. Catherine hat mir vorab bereits einiges von dir erzählt. Und dennoch… Ich weiß nicht was ich sagen soll.“ Vincent schmunzelte warmherzig.

Vincent: „Kein Grund zur Besorgnis. Ich bin mir sicher, im Laufe der Zeit wirst du dich daran gewöhnen.“ Vincent blickte zu Catherine herunter, die gespannt zuhörte. Selbst Peter sagte vorerst nichts, hielt sich im Hintergrund und wartete ab.

Vincent: „Für Catherine jedenfalls scheint es zu einer Normalität geworden zu sein. Oder liege ich da falsch?“

Catherine: „Du liegst genau richtig. Gewisse andere Dinge jedoch, wie diese spontane Situation heute, ist selbst für mich neu.“

Charles: „Dieser Einsatz ist demnach außertourlich, kann ich raus hören… daher Sondereinsatz?“

Vincent: „Korrekt… In den letzten Tagen bahnte sich bereits ein, sagen wir mal, größeres Problem in einem Krisengebiet an. Heute Morgen wurde es brenzlich und wir wurden angefordert, um zu überwachen, zu unterstützen und… gegebenenfalls einzuschreiten. Einige unserer Leute befinden sich schon auf dem Weg dorthin. Wir starten mit den schwarzen Maschinen später, um sie an der Tag - Nachtgrenze abzulösen.“

Catherine: „Hast du normalerweise nicht eine andere Maschine?“ Vincents Blick wanderte zur pechschwarzen Lady ein paar Meter neben ihm.

Vincent: „Da hast du recht. Diese hier ist im normalen Überflug leiser und ruhiger. So erregt man weniger Aufsehen.“

Catherine: „Aber die hier ist um einiges größer, oder täusche ich mich?“

Vincent: „Das siehst du richtig. Gutes Augenmaß, mein Schatz.“ Catherine küsste und umklammerte Vincent. Charles widmete sich kurz Peter, den er dachte zu kennen. Er stemmte seine Hände an die Hüfte, sah ihn scharf an. Peter war gespannt darauf, was ihn erwarten würde.

Charles: „Und du Peter… mein alter Freund… bist hier beschäftigt und sagst kein Sterbenswörtchen.“

Peter: „Charles, es gibt nun mal Dinge, die ich dir vorher nicht sagen konnte.“ Hilfesuchend sah er zu Catherine.

Catherine: „Daddy, ich weiß auch erst seit einigen Wochen, dass Peter hier mitarbeitet.“ Herausfordernd lächelnd sah Charles seine Tochter und seinen alten Jugendfreund an.

Charles: „Das wird ein interessantes Wochenende, kann euch beiden versichern. Ihr zwei werdet nicht eher mein Haus verlassen, bis ihr mir Rede und Antwort gestanden habt und ich Bescheid weiß.“ Grinsend sahen sich Peter und Catherine an. Ihre Blicke wanderten zu Vincent, der sich köstlich darüber amüsierte.

Vincent: „Ich wäre gern eine Fliege an der Wand, aber… leider… bin ich weit weg.“ seine Augen funkelten.

Catherine: „Das meinst du nicht wirklich, oder?“ Vincent blitzte sie frech an und blieb ihr die Antwort schuldig.

Charles: „Vincent, ich muss zugeben, dass ich… ähm mehr wie überrascht bin. Im positiven Sinne, muss ich dazu sagen. Das ganze Drumherum hier und… besonders du. So jemanden wie dich habe ich vorher nie gesehen. Wie, wenn du nicht von dieser Welt wärst.“ Charles Augen hingen wie gebannt an Vincents azurblauen Augen, die ihn fesselten. Catherine war erstaunt von der Wortwahl ihres Vaters. Wenn ihr Vater wüsste, wie recht er mit seiner Annahme hatte. Sie und Peter sahen sich immer wieder verstohlen an, lächelten und nickten zustimmend.

Vincent: „Das sehe ich als Kompliment an, danke.“ Auf einmal wurden sie unterbrochen. Über Funk, welches Vincent bei sich an der Jacke trug bis er in die Maschine steigen musste, wurden er und Peter zur Einsatzleitung gerufen.

Funk: „Lt. Col. Adama und Dr. Alcott bitte zur Einsatzleitung.“ Vincent betätigte den Sprechfunk.

Vincent: „Adama und Dr. Alcott verstanden… sind in Kürze da.“ Besorgt und verwundert sahen sich Vater und Tochter an.

Charles: „Alles in Ordnung?“

Vincent: „Ja, keine Sorge. Die Flugpläne und Einsatzbefehle werden ausgehändigt.“

Peter: „Und ich muss noch ein paar Flugtauglichkeitsdokumente unterschreiben. Sonst darf dieser riesen Kerl hier neben mir nicht abfliegen.“

Vincent: „Ja, richtig. Das würde sonst Ärger geben.“ sagte Vincent in einem unterschwelligem Ton. Erstaunt sah Peter ihn an.

Peter: „Ärger? Mit wem…“ Vincent blitzte ihn an und lächelte verschmitzt.

Vincent: „Mit mir! Wem sonst…?“ Peter verstand, grinste breit und klopfte ihm auf die Schulter.

Peter: „Das wollen wir schließlich nicht.“

Vincent: „Sehe ich auch so, Pete… ihr zwei, gebt uns ein paar Minuten. Wir sind gleich wieder da.“ Catherine streckte Vincent ihren Kopf entgegen, um einen Kuss zu erhaschen. Er lächelte und küsste sie innig. Charles und Peter sahen dabei zu, bekamen leicht gerötete Wangen. Pilot und Arzt ließen Vater und Tochter zurück, gingen auf dem direkten Weg zur Einsatzleitung.


Catherine lächelte ihren Vater glücklich an. Dieser nahm sie vorerst ohne ein Wort in den Arm.

Catherine: „Und? Was sagst du?“

Charles: „Eine imposante Erscheinung, Liebes. Ich finde kaum Worte dafür. Er ist mir bemerkenswert sympathisch, strahlt eine Ruhe aus. Wenn man bedenkt, dass er und seine Kollegen gleich in ein Krisengebiet fliegen müssen, kaum schlaf bekommen werden und so weiter… ich wäre ein nervöses Wrack.“

Catherine: „Ich weiß was du meinst. Wenn er wieder zurück kommt, dann ist er auch fertig mit der Welt. Er braucht zwei bis drei Tage, um sich zu akklimatisieren. Deshalb bleiben er und die anderen im Anschluss für weitere Tage auf dem Stützpunkt.“

Charles: „Um sich auszuruhen?“

Catherine: „Auch ja. Dort haben sie die nötige Ruhe. Außer einer Abschlussbesprechung und Einsatztraining ist nichts weiter für die Jungs vorgesehen. Außerdem ist Peter an ihrer Seite und kümmert sich rührend um die Jungs.“

Charles: „Eine ganz neue Seite an Peter. Ich meine, er war schon immer ein fürsorglicher Arzt, aber dass er bei der Air Force angestellt ist… das hätte ich nie für möglich gehalten.“

Catherine: „Tja… wer hätte das gedacht, Dad. Dein erstes Treffen mit meinem Mann.“ Sinnierte Catherine. Charles sah seine Tochter an.

Charles: „Deinem Mann… weiß er darüber Bescheid?“ Catherine sah verschmitzt in die Luft, wurde leicht rot. Charles: „Ohjee… der arme Kerl wurde heute mit einem Sondereinsatz und dem ersten Treffen mit dem Vater seiner festen Freundin konfrontiert.“

Catherine: „Insgeheim denke ich schon, dass er weiß wie ich über ihn und unsere Beziehung denke.“

Charles: „Wäre er dein Auserwählter?“

Catherine: „Ja, das wäre er. Das ist er…“ kam, ohne zu zögern.

In dem Moment sahen Catherine und Charles Vincent und Peter auf sich zukommen. Vincent war in seiner Pilotenkluft mit all dem Equipment eine Augenweide. Selbst bei Charles hatte er darin Eindruck hinterlassen.

Charles Chandler: „Ein beeindruckender Anblick… so etwas sieht man in der Regel, wenn überhaupt, im Fernsehen.“ Gestand er seiner Tochter, die verlegen lächelte.

Er hatte ein paar gefaltete Dokumente in seinen Händen. Einen speziellen Flugplan faltete er in DIN 5 Größe und steckte diesen in die Oberschenkeltasche seines Anzugs, welches ein Sichtfenster hatte. So konnte er während des Fluges die Übersicht behalten.

Vincent: „In 30 Minuten ist Abflug.“ Catherine atmete tief durch. Ihr Herz wurde schwerer. Vincent nahm sie in seine Arme, küsste ihren Kopf, Stirn, Nasenspitze und letztendlich ihren Mund. Dann sah er zu Charles.

Vincent: „Charles, wie sieht es aus… magst du mich beim ´Vorcheckup´ der Maschine begleiten?“ völlig überrascht über dieses Angebot sah er in die Runde, wo jeder ihn freudig anlächelte.

Charles: „Ist das wirklich in Ordnung für dich?“

Vincent: „Würde ich sonst fragen?“

Catherine: „Nun geh schon, Daddy. Ich weiß wie sehr du solch eine Maschine aus der Nähe sehen möchtest.“

Peter: „Es ist in Ordnung, Charles. Geh nur…“ ermutigte ihn sein Freund.

Charles: „Ja gern… ich fühle mich wie ein kleiner Junge, der das Spielzeug der Großen ansehen und anfassen darf.“ Vincent musste bei diesem Vergleich lachen.

Vincent: „Da ist was Wahres dran. Mir geht es ebenso, wenn ich eine neue Maschine bekomme. Die Vorfreude ist unbeschreiblich.“ Charles strahlte ihn an.

Charles: „Da bin ich beruhigt.“

Vincent: „Lass uns gehen, Charles. Der Checkup dauert einige Minuten.“ Gemeinsam gingen Catherines Männer zur pechschwarzen Lady. Während Catherine und Peter sich abseits aufhielten, um den beiden Männern Zeit zu geben. Vincent führte Charles an die Maschine heran. Voller Ehrfurcht musterte Charles diesen Kampfjet.

Charles: „Was ist das für ein Modell?“

Vincent: „Diese Lady hier, hier eine russische Sukhoi SU – 57. Für die US Air Force ein eher untypisches Modell, aber bei speziellen Einsätzen sehr vom Vorteil.“ Charles sah, dass Vincents Augen jeden Zentimeter genauestens untersuchten, begutachteten und seine Hände gezielt über die Oberfläche gleiten ließ.

Charles: „Wonach suchst du?“

Vincent: „Vor jedem Flug kontrollieren Pilot und Co - Pilot per Sichtkontrolle die Maschine, ob irgendwelche Schäden am Rumpf vorhanden sind; ob Schrauben, Muttern oder Nieten fehlen; ob irgendwo Öl austritt oder Ölflecken sind. Durch das Klopfen an dieser Stelle hier kann ich zum Beispiel hören, ob der Tank voll ist. Auf der anderen Seite sind unter einer Abdeckung Instrumente, die mir und der Crew zeigen, ob genügend Öl, Sauerstoff und Kerosin drin ist. Mit den Händen kontrolliere ich, ob die Ruder gängig sind.“ Auf der Maschine machte Vincents Co – Pilot Baxter dasselbe wie Vincent.

Charles: „Ist das dein Co – Pilot?“

Vincent: „Richtig, das ist Baxter. Auf Langstreckenflügen sind wir grundsätzlich zu zweit.“

Charles: „Das stelle ich mir spannend vor.“

Vincent: „Langweilig wird es uns selten.“ Charles sah, dass Mechaniker so komische Stangen am vorderen Fahrgestell und am Heck montierten.

Charles: „Was wird da an deiner Maschine angebracht?“

Vincent: „Diese Stangen benötigen die Jets, um von einem Flugzeugträger starten und wieder landen zu können. Der vordere wird auf dem Flugdeck in das Startkatapult eingehakt. Damit werden wir zum Start über das Deck gezogen. Der hintere ist der Fanghaken. Für die Landung auf einem Flugzeugträger müssen wir mit diesem Haken spezielle Fangseile erwischen, um zum Stehen zu kommen.“

Charles: „Das stelle ich mit abenteuerlich vor.“

Vincent: „Das ist Nervenkitzel pur, kann ich dir versichern.“

Charles Chandler: „Sind das Raketen dort unter den Tragflächen?“

Vincent: „Mhm, ja… Lenkflugkörper und gelenkte Bomben. Das komplette Geschwader ist mit allem vollgepackt, was hinein passt.“

Charles Chandler: „Das sieht gefährlich aus.“

Vincent: „Wie der Ritt auf einem Pulverfass… viele von den Waffen sind von außen nicht zu sehen. Die befinden sich in den Waffenschächten.“ sagte er nebenbei.

Charles Chandler: „Maschinengewehr auch?“ fragte er leise und vorsichtig. Vincent schmunzelte.

Vincent: „Eine 33 Millimeter Bordkanone ist auch drin, ja. 1800 Schuss pro Minute.“

Charles Chandler: „Damit kann man ordentlich Krach machen.“

Vincent: „Oh ja… und gewisse Dinge zerstören. Möchtest du dir das Cockpit ansehen?“ überrascht sah er ihn an.

Charles: „Im Ernst?“

Vincent: „Sicher, warum denn nicht.“

Charles Chandler: „Ja gern…“ freute er sich wie ein kleiner Junge.

Vincent: „Sehr schön. Dann komm mit mir die Leiter hoch. Lass mich kurz vorgehen.“

Damit Charles einen besseren Einblick hatte, setzte sich Vincent ins Cockpit und beantwortete sämtliche Fragen, erklärte ihm die verschiedenen Funktionen.

Nach mehreren Minuten sah Charles Vincent an, legte seine rechte Hand auf dessen linke Schulter. Vincent war verwundert über diese väterliche Geste.

Charles: „Du bist ein bemerkenswerter Mann, Vincent. Meine Tochter liebt dich. Das steht unbestreitbar fest.“ Vincent war gerührt über seine Worte, atmete tief durch, lächelte leicht.

Vincent: „Ich liebe deine Tochter, Charles. Sie ist das Beste was mir je passiert ist.“

Charles: „Das sieht man euch an. Auch wenn es nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist, aber… ich bin froh, ja sehr glücklich sogar, dass Catherine endlich den Mann fürs Leben gefunden hat.“ Verlegen ließ Vincent seinen Kopf nach vorn fallen und schmunzelte.

Vincent: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir bei unserem ersten Zusammentreffen dieses Thema aufgreifen würden.“ lächelte er verlegen, sah ihn eindringlich an.

Charles: „Glaubst du, ich?“ lächelte er breit.

Charles: „Vincent, Catherine ist mein einzigstes Kind… was soll ich dazu noch sagen.“

Vincent: „Ich kann dir versichern, dass ich nicht mit ihr spielen werde. Catherine ist mir mehr als wichtig. Sie ist mein passender Gegenpart… das fehlende Puzzleteil… oder wie auch immer man es nennen mag. Für mich ist Catherine… meine Zukünftige… sie oder keine…“

Charles: „Hast du ihr das schon mal gesagt?“

Vincent: „Nicht so ausführlich wie dir gerade, aber… sie weiß was ich für sie empfinde.“

Charles: „Sollte es zu dieser entscheidenden Frage irgendwann kommen, dann hast du meinen Segen, mein Sohn.“ erstaunt sah Vincent ihn an.

Vincent: „Ich muss zugeben, dass überrascht mich. Wärst du nicht besorgt darüber, wenn unsere Nachkommen so aussehen könnten wie ich?“

Charles: „Wir können es uns nicht aussuchen wie wir geboren werden. Sollte es dennoch so sein, dann werden wir einen Weg… eine Lösung finden. Du hast ein gutes Herz… mein einziges Kind liebt dich von Herzen. Was will ein Vater mehr.“

Vincent: „Danke Charles. Das bedeutet mir sehr viel. Eins solltest du noch wissen…“ gespannt wartete Charles ab, was noch kommen würde.

Vincent: „Es werden weitere Informationen auf dich zukommen, die dich womöglich irritieren oder wundern werden. Sollte es dazu kommen und ich bin nicht anwesend, dann frage Peter und Catherine.“

Charles: „Was könnte das sein?“

Vincent: „Wenn die Zeit reif ist, dann wirst du in Kenntnis gesetzt. Vertrau mir…“

Charles: „Ich vertraue dir, mein Junge.“

Vincent: „Gut… dann bin ich guter Dinge.“

Die Blick auf die Uhr verriet ihm, dass es Zeit war sich von Catherine zu verabschieden. Charles stieg die Treppe vom Jet herunter, Vincent kletterte aus dem Cockpit und folgte ihm.

Peter: „Mein Junge, ich verabschiede mich gleich hier von dir. Wir sehen uns in Nellis… gesund und munter muss ich hoffentlich zusätzlich erwähnen.“ Beide Männer gaben sich die Hände, umarmten sich.

Vincent: „Wir sehen uns in Nellis, Peter. Danke für alles.“

Charles: „Dem werde ich mich anschließen, mein Sohn. Vielen Dank für diesen ereignisreichen Tag. Das heute hat mein Leben bereichert und gewisse Erkenntnisse lassen mich eine komplett neue Sichtweise auf die Air Force werfen.“ Charles reichte Vincent ebenfalls die Hand, hielt diese fest.

Vincent: „Dem kann ich nur zustimmen, Charles. Außerdem wäre ich dir sehr dankbar, wenn du auf mein Mädchen hier auspassen würdest. Sie ist mir wichtig.“

Charles: „Du hast mein Wort. Peter, wir zwei alten Herren werden euch beide kurz allein lassen.“

Peter: „Dann könnt ihr euch voneinander verabschieden.“ Peter und Charles zogen sich zurück, stellten sich abseits. Wehmütig nickten Catherine und Vincent den beiden zu.

Vincent zog Catherine mit sich an den Rand des Hangars, sodass sie ungestörter sein konnten. Vincent setzte sich an den Rand eines Tische, zog Catherine in seine Arme, umklammerte ihre Taille. Catherines Arme umschlossen seinen Hals. Stirn an Stirn genossen sie die Nähe des jeweils anderen.

Vincent: „Das mit dem gemeinsamen Wochenende wird wohl nichts, tut mir leid.“ flüsterte er wehmütig. Catherine fing seinen Blick ein, war ihm mehr als nahe.

Catherine: „Ja leider. Das ist nun mal nicht zu ändern, mein Schatz.“

Vincent: „Wir holen das nach, wenn ich wieder zurück bin… versprochen.“

Catherine: „Da freue ich mich schon drauf.“

Vincent: „Bist du in Ordnung?“ traurig nickte sie. Vincent zog sie wieder fest an sich heran, vergrub sein Gesicht in ihren Haaren, die wunderbar dufteten.

Catherine: „Ich komme klar. Jetzt wo mein Vater Bescheid weiß, kann ich mich mit ihm austauschen. Peter und mein Dad können mich bei Bedarf aufmuntern.“

Vincent: „Gut… das beruhigt mich. Wenn ich auf dem Rückweg bin, dann… schick ich dir eine Nachricht.“

Catherine: „Okay…“ mehr konnte Catherine nicht sagen.

Vincent: „Überraschst du mich dann wieder?“ versuchte er die Stimmung aufzulockern. Mit liebevollen Augen sah er seine Liebste an. Catherine schaffte ein zartes Lächeln, sah ihn an.

Catherine: „So wie das erste Mal in Nellis?“ sie klang verführerisch.

Vincent: „Mhm, das hat mir gefallen. Ebenso das Schäferstündchen danach.“ witzelte er herum, worüber auch Catherine grinsen musste.

Catherine: „Das kann ich mir denken, du Charmeur.“

Vincent: „Ich wollte eigentlich mit dir heute Abend ein Glas Wein trinken… kuscheln… alles an dir inspizieren… mit dir schlafen.“ sagte er verhalten. Nun klang auch Vincent leicht geknickt, schwer atmete er durch. Catherine streichelte sein Gesicht, küsste ihn mehrfach.

Catherine: „Wie du schon sagtest… das holen wir nach.“

Vincent: „Machen wir…“

Durch den Hangar ging eine dezente Durchsage, das alle darin aufhören ließ.

Funk: „Schwarze Schwadron… fertig machen zum Start. Schwarze Schwadron… fertig machen zum Start. Abflug in wenigen Minuten.“ Vincent löste sich wiederwillig von Catherine, küsste sie immer und immer wieder innig und leidenschaftlich. Sein Blick ging zu Peter und Charles. Er gab ihnen somit zu verstehen, dass sie zu ihm kommen sollten, um an Catherines Seite zu sein. Abrupt setzten sich beide Herren in Bewegung. Charles legte einen Arm um seine Tochter.

Aus seiner Helmtasche holte Vincent seinen Pilotenhelm hervor. Darin waren seine speziellen Funkohrstöpsel und die Handschuhe. Peter, Charles und Catherine sahen ihm dabei zu, wie er seine Funkohrstöpsel platzierte, seinen Helm gekonnt aufsetzte und zurechtrückte, die Sauerstoffmaske anlegte, die Front des Helmes zusammen mit dem Visier am Kragen seines Anzugs fachgerecht verriegelte und seine Handschuh anzog. In voller Montur ging er noch einmal zu den dreien. Einzig seine Augen waren zu sehen. Der Rest war verborgen. Selbst seine lange Mähne war unter Helm und Anzug verschwunden.

Vincent: „Wir sehen uns in ein paar Tagen.“ kam gedämpft durch den Helm. Beiden Herren gab er freundschaftlich die Hand.

Peter: „Guten Flug, mein Freund. Flieg nicht so schnell.“ sagte er scherzhaft. Vincent lachte unter seinem Helm. Seine Augen funkelten.

Vincent: „Ich werde es beherzigen, Peter. Charles…“

Charles: „Auch von mir einen guten Flug. Komm gesund und ohne Kratzer wieder.“

Vincent: „Ich gebe mein Bestes, danke.“ Catherine sah ihn traurig an. Seine Hand strich noch einmal sanft ihr hübsches Gesicht.

Catherine: „Komm zurück zu mir…“

Vincent: „Mach ich…“

Vincent trennte sich schweren Herzens von den Dreien, besonders von seiner Liebsten. Baxter und Vincent begrüßten sich mit einem ´High Five´, umarmten sich brüderlich, stiegen die Treppe zum Jet hinauf, kletterten ins Cockpit. Sie koppelten und verbanden ihre Helme mit dem Cockpit ihrer Maschine, damit der Funk gewährleistet war und schnallten sich an. Währenddessen wurden die Maschinen mit speziellen Hubwagen weiter hinaus auf den Vorplatz des Hangars gezogen. Peter geleitete Catherine und Charles vor den Hangar, damit sie alles beobachten konnten. Die Triebwerke der Maschinen wurden gestartet. Man konnte am Sound erkennen, dass die Motoren langsam anliefen und nach ein paar Sekunden auf Hochtouren waren. Es war ein ohrenbetäubender Lärm. Die Piloten testeten die Funktion der verschiedenen Höhen- und Querruder, die die Boden Crew und Einweiser um sie herum, durch spezielle Handzeichen bestätigten. Die Kanzeln des Cockpits wurden verschlossen und verriegelt. Jack trat an jeden der 10 Jets heran, zeigte ihnen persönlich das Okay – Zeichen, nickte und salutierte. Die Piloten und Co – Piloten sahen zu ihm, gaben ihm mit dem Handzeichen für ´alles cool´ ´mir geht es gut´ (eine Faust mit abgespreiztem Daumen und kleinem Finger) diese Geste zurück, salutierten ihm gegenüber. Ein Jet nach dem anderen setzte sich langsam in Bewegung, rollten jeweils zu zweit zur Startbahn, die nicht weit weg vom Hangar entfernt war. Die Jets hielten die Feststellbremsen, erhöhten die Power. Man konnte sehen, wie die Nasen der Jets ein paar Zentimeter nach unten gingen. Dann lösten die Piloten die Feststellbremsen, nahmen Geschwindigkeit auf, zündeten die Nachbrenner und hoben ab in Richtung Himmel. Als alle 10 Jets abgehoben waren atmete Catherine tief durch, sah abwechselnd zu Peter und zu ihrem Vater Charles.

Charles: „Beeindruckend diese gewaltige Kraft…“

Peter: „Für mich auch immer wieder spannend. Tja, nun sind sie weg.“

Catherine: „Und kommen hoffentlich bald unbeschadet wieder.“ Charles zog Catherine fester an seine Seite, gab ihr einen väterlichen Kuss auf die Schläfe.

Charles: „Was haltet ihr zwei davon, wenn ich euch zum Essen einlade?“ sagte er beiläufig, um die Stimmung zu heben.

Peter: „Kann ich mich dort hin trauen?“

Charles: „Pete, mein alter Freund, ich bin weit davon entfernt dir deinen grauen Schopf von den Schultern zu reißen.“ Peter lachte herzlich. Selbst Catherine musste schmunzeln.

Peter: „Dann, mein Freund, nehme ich dieses Angebot dankend an.“

Catherine: „Ich würde mich freuen, Dad. Sehr gern komm ich mit.“

Charles: „Gut, dann steht das fest.“


Die drei fuhren gemeinsam in ein Restaurant, ließen sich etwas abseits von den anderen Tischen einen Platz zuweisen, studierten die Speisekarte. Getränke waren schnell bestellt.

Peter: „Uuuuh Charles… zur Feier des Tages werde ich dich heute essenstechnisch Schädigen.“

Charles: „So lange du nicht die komplette Küche leer bestellst, mein Freund…“

Peter: „Immerhin habe ich heute schon was gearbeitet.“ Entschuldigte er sich.

Charles: „Das Durchchecken von durchtrainierten Kampfpiloten nennst du Arbeit?“ funkelte er Peter an. Wobei Catherine herzhaft lachen musste.

Catherine: „Der war gut, Dad.“ musste sie eingestehen.

Peter: „Fällst du mir gerade in den Rücken, Cathy?“

Catherine: „Das würde mir nie einfallen, Peter.“ Beschwichtigte sie schnell, schmunzelte jedoch weiter.

Charles: „Wie geht´s dir, Kleines?“ fragte Charles vorsichtig. Peter sah Catherine prüfend an. Sie stützte sich an der Tischkante ab, lehnte sich zurück.

Catherine: „So weit ganz gut. Wir wollten das Wochenende zusammen verbringen. Das scheint mich melancholisch zu stimmen.“

Peter: „Vincent war ebenso wenig begeistert, wie du.“

Catherine: „Ich weiß, Peter. Vincent ging es deswegen gar nicht gut.“

Charles: „Du sagtest, dass diese Situation neu für dich war.“

Catherine: „Ja, so ist es. Normalerweise ist er geplant zwei bis drei Wochen unterwegs. Je nachdem was ansteht und dann zwei Wochen zu Hause.“

Charles: „Und in den Wochen, wo er nicht da ist?“

Catherine: „Wenn Vincent einen Auslandseinsatz hat, dann bleibe ich hier und mache Überstunden. Die nutze ich, um mehr private Zeit mit ihm zu haben. Es kam aber auch schon öfters vor, dass ich nach Nevada geflogen bin, um meine Arbeit dort zu erledigen. Es ist dort ruhig und ich genieße es… obwohl Vincent nicht da ist. Die letzte Woche verbringen wir in Nevada immer zusammen. Das ist uns wichtig, tut uns gut.“

Charles: „Das hört sich traumhaft an. Wie ist es dort auf der Basis?“

Peter: „Fast so wie der Ort, an dem wir gerade waren. Du kennst Nevada, Charles… trocken, viel Wüste, von den Hangars und Kampfjets gibt es dort unzählige. Besondere Piloten, wie Vincent, haben eine gesonderten privaten Bereich.“

Charles: „Eine Lodge… Catherine sagte es mir bereits.“

Peter: „Richtig…“

Catherine: „Mittels Vans oder Hubschrauber werden die Piloten hin und her gefahren bzw geflogen.“

Charles: „Und du Peter bist seit… wann… bei der Air Force?“ fragte er vorsichtig.

Peter: „Ich bin ein enger Vertrauter und fester Mitarbeiter bei der Air Force seit fast 40 Jahren.“ Charles bekam große Augen, konnte es kaum glauben.

Charles: „40 Jahre… ich habe von alldem nie was mitbekommen.“

Peter: „Wie denn auch, Charles. Es gibt Dinge, die ich nicht einmal meinem besten Freund sagen darf und durfte.“

Charles: „Was ist mit Vincent?“ Peter und Catherine sahen sich an.

Catherine: „Vincent ist noch mal eine andere Kategorie, Daddy. Er spielt sozusagen in einer anderen Liga.“

Charles: „Wenn ich ihn nicht schon kennengelernt und gesehen hätte, würde ich sagen ihr zwei spinnt… doch was ich heute erleben durfte belehrt mich eines Besseren. Ich vertraue euch beiden.“

Nach dem Essen saßen Catherine, Peter und Charles eine Weile zusammen. Als unerwartet Elliott Burch im Vorbeigehen Catherine erkannte.

Elliott: „Cathy? Bist du es wirklich?“ völlig entgeistert sah sie in sein Gesicht.

Catherine: „Elliott… ich wusste gar nicht, dass du hier bist.“ Elliott sah die beiden älteren Männer und stellte sich ihnen vor.

Charles: „Mr. Burch, ich bin Charles Chandler, Catherines Vater. Freut mich sie kennenzulernen.“

Elliott: „Freut mich ebenso, Mr. Chandler. Ihre Tochter und ich waren einmal miteinander liiert, aber das wissen sie sicherlich.“

Catherine: „Elliott bitte, lass es…” Catherine reagierte gereizt, winkte ab. Charles lehnte sich zurück, beobachtete Catherine aus dem Augenwinkel.

Charles: „Mr. Burch, es tut mir leid, aber Catherine hat mir nicht alles von ihnen erzählt.“

Elliott: „Cathy ist das wahr? Aber…“

Catherine: „Kein aber… es ist seit so vielen Monaten vorbei, Elliott. Bitte akzeptiere das.“

Elliott: „Da ich bis jetzt keinen weiteren Mann an deiner Seite gesehen habe, Cathy, werde ich dran bleiben und hoffen, dass du irgendwann zu mir zurückkehren wirst.“ Versuchte er sie mit seinem charmanten Lächeln zu ködern.

Catherine: „Ich bin vergeben, Elliott… und das schon seit Monaten.“

Elliott: „Und wo ist er? Warum sieht man dich nicht mit ihm?“ Catherine wurde es zu bunt. Hilfesuchend sah sie zu Peter und ihrem Vater. Charles stand auf und war mit Elliott in Augenhöhe. Peter legte eine Hand auf Catherines Unterarm, um sie milde zu stimmen.

Charles: „Mr. Burch, ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber meine Tochter hat ihnen glaube ich unmissverständlich klar gemacht, dass sie an ihnen kein Interesse hegt. Und ich kann ihnen versichern, Mr. Burch, dass Catherine einen Lebensgefährten hat. Ich kenne ihn selbst persönlich. Bitte respektieren sie das.“

Elliott: „Das überrascht mich. Nun gut, dann… entschuldigen sie mich bitte. Genießen sie ihr Essen.“

Elliott hielt ein paar Sekunden Augenkontakt mit Catherine, nickte dann doch allen dreien zum Abschied zu und verließ das Restaurant. Catherine kam es vor, als hätte sie die ganze Zeit die Luft angehalten. Erst als Elliott aus dem Restaurant verschwunden war atmete sie wieder normal.

Peter: „Alles okay mit dir?“

Catherine: „Ja,… ja jetzt schon.“

Charles: „Du warst mal mit Elliott Burch zusammen… ich dachte das war ein Scherz.“ sagte er leise.

Catherine: „Wir redeten schon einmal darüber. Ein weiterer Fehltritt von meiner Seite, Dad. Er hat es nie verwunden, dass ich mich von ihm getrennt hatte.“

Charles: „Das war nicht zu übersehen.“

Peter: „Mr. Burch konnte seine Augen gar nicht von dir nehmen.“

Catherine: „Ich befürchte, dass er wieder Kontakt zu mir suchen könnte. Das will ich nicht. Nur mit Freundschaft wird er sich nicht zufrieden geben.“

Peter: „Du musst ihm das klar machen, Cathy.“

Catherine: „Damit er mir tatsächlich glaubt, müsste Vincent ihm gegenüberstehen. Das geht Elliott jedoch nichts an. Das ist mein Privatleben.“

Charles: „Das steht dir zu, Catherine. Sollte er dir weiterhin zu nahe kommen, dann müssen wir uns was überlegen.“

Peter: „Vincent wäre ebenso wenig begeistert davon, wenn Elliott Burch sich einmischen würde.“

Catherine: „Dem kann ich zustimmen. Vincent und ich hatten vor Wochen darüber gesprochen. Elliott hat in unserem Leben nichts zu suchen.“

Charles: „Das ist eine mutige Entscheidung. Sollte er dich weiterhin deswegen belästigen, dann müssen wir die richtigen Schritte wählen, wie wir ihn stoppen.“

Catherine: „Das würdet du tun?“

Charles: „Liebes, du bist meine Tochter. Für dich würde ich alles tun…“

Catherine: „Danke Daddy…“ sie war gerührt.

Peter: „Sollte er dir nachstellen, indem er sich in der Nähe der Air Force aufhält, dann kann ich ebenso die richtigen Schritte einleiten, da ich die Hintergründe kenne. So oder so wird er dich irgendwann in ruhe lassen.“

Catherine: „Ihr zwei seid Gold wert, wisst ihr das?“

Peter: „Wir passen auf dich auf, Catherine.“

Charles: „Wir helfen und stehen dir bei.“

Catherine: „Danke…“

Charles: „Was sagt eigentlich deine Freundin Jenny zu der Sache mit Vincent?“

Catherine: „Jenny und Vincent haben sich, bis jetzt, nicht kennengelernt.“ Erstaunt darüber sah er seine Tochter an.

Charles: „Ist das dein Ernst? Jenny ist deine beste Freundin, dachte ich.“ Charles war mehr als nur überrascht darüber.

Catherine: „Das ist sie auch, Dad. Ich erzählte ihr von Vincent und davon, was er beruflich macht. Früher oder später wird Jenny ihn kennenlernen. Es hat sich eben nicht ergeben.“

Peter: „Jenny wäre fasziniert von ihm.“ Catherine lachte herzhaft.

Catherine: „Oh ja. Sie würde ihn mit Fragen bombardieren, fürchte ich.“

Peter: „Keine Sorge, Vincent wäre dem gewachsen.“

Charles: „So schnell scheint ihn wohl nichts aus der Ruhe zu bringen, was?“

Catherine: „Er hat eine Engelsgeduld, das kann ich dir versichern.“

Peter: „Würde er die Geduld bei Jenny auch aufbringen?“ lächelte Peter verlegen.

Catherine: „Das könnte eventuell kritisch werden… auch Vincent hat seine Grenzen.“ gab sie ebenso zurück.

Charles: „Vincent scheint Nerven wie Drahtseile zu haben. Kann das sein?“

Peter: „Die muss er haben, sonst könnte er diesen Job nicht machen. Man merkt aber ab einem gewissen Punkt, dass selbst die coolsten und härtesten Kerle irgendwann am Ende sind.“

Catherine: „Wie das?“

Peter: „Du musst nicht glauben, dass diese abgebrühten Piloten sich das selbst eingestehen würden, Catherine. Es ist nicht das, was die Jungs sagen, sondern es ist das, was sie nicht sagen… wie sie sich verhalten.“

Charles: „Den psychologischen Aspekt meinst du.“

Peter: „Genau. Nicht jeder ist gleich. Deshalb ist es wichtig die Piloten gut zu kennen, die man betreut. Ich kann zum Beispiel Vincents Verhalten nach einem stressigen und nervenaufreibenden Einsatz nicht mit dem von seinem Kollegen Brandon vergleichen.“

Catherine: „Verstehe… beide reagieren unterschiedlich auf Stress.“

Peter: „Mhm, ja richtig. Aber lassen wir das, denn um dieses Thema weiter zu vertiefen, bräuchten wir mehr Zeit.“

Charles: „Peter, ich habe das Gefühl dich gar nicht wirklich zu kennen.“ Charles klang ruhig und wählte seine Worte mit Bedacht. Peter setzte ein charmantes, aber schmunzelndes Lächeln auf.

Peter: „Charles, ich bin immer noch der Gleiche. Vor etwa 40 Jahren wurde mir etwas angeboten, wozu ich nicht ´Nein ´sagen konnte. Unter der Voraussetzung der Verschwiegenheit.“ erklärte er kurz und knapp.

Charles: „Tut mir leid, Pete. Ich war lediglich überrascht. Das hätte ich nie vermutet.“

Peter: „Schon gut, mein Freund. Sieh es mal so… wir haben nun eine gemeinsame Basis, worüber wir uns dank Catherine unterhalten können.“

Catherine: „Ich fühle mich geehrt.“

Charles: „Das stimmt mich milde. Lasst uns darauf anstoßen, ihr zwei.“

Die Gläser klirrten, ein Lächeln nach dem anderen wanderte über den Tisch.


Die Tage vergingen…
Catherine und Jenny verbrachten einen gemeinsamen Abend in Catherines Apartment. Sie redeten über vergangenes, plauderten über ihre Arbeit, tranken ihren Lieblingswein und kamen auf das Thema Männer zu sprechen.

Catherine: „Was ist eigentlich mit dir und diesem Jeremy los? Hieß er überhaupt so?“

Jenny: „Ja, so hieß er. Was soll mit uns sein?“

Catherine: „Seid ihr jetzt zusammen oder nicht?“

Jenny: „Das wurde nichts, Cath… Kannst du dir das vorstellen… er hatte neben mir zwei weitere Affären zu laufen!“ Catherine stieß fast ihr Glas um.

Catherine: „Ist nicht dein Ernst. Dieser unscheinbare Kerl hatte gleich zwei weitere neben her?“

Jenny: „Ja, ich war so dumm und dachte wirklich, er sei der Richtige… mein Mr. Right… Was ist nur los mit den Männern, Cathy?“

Catherine: „Dein Mr. Right wird dir bald über den Weg laufen, Jen. Glaube mir…“

Jenny: „Ich bin am Verzweifeln. Kann man niemandem mehr trauen? Das muss doch sicherlich noch was ehrliches herumlaufen. Dies hier ist schließlich New York.“

Catherine: „Das tut mir so leid für dich, Jen.“

Jenny: „Das ist süß von dir, danke. Läuft es bei dir wenigstens rund?“ Catherine lächelte verschmitzt.

Jenny: „Okay, okay ich sehe schon. Die Frage hat sich erübrigt.“

Catherine: „Entschuldige…“ sagte sie kleinlaut.

Jenny: „Hey, du musst dich bei mir nicht dafür entschuldigen. Du kannst nichts dafür, dass es bei mir nicht funktioniert. Hauptsache ist, dass es bei euch beiden funktioniert und stimmt. Wo ist dein Schätzchen eigentlich gerade? Wann werde ich ihn endlich mal kennenlernen?“

Catherine: „Vincent musste am Freitag kurzfristig zu einem Sondereinsatz. Wann er und die anderen wieder kommen, weiß ich leider nicht. Hoffentlich bald und hoffentlich ohne Kratzer.“

Jenny: „Dann bist du eine so genannte ´Strohwitwe´. Sagt man das so?“ Catherine fing lauthals an zu lachen. Dieses Wort hatte man ihr gegenüber nie verwendet.

Catherine: „Du bist einmalig, Jen. So hat man mich bisher nicht genannt. Aber du hast recht…“

Jenny: „Wie geht es dir dabei? Ich meine, hast du keine Angst oder so?“

Catherine: „Sicherlich mach ich mir Sorgen, Jen. Was wäre ich sonst für ein kaltes Wesen. Ich versuche stark zu sein, für uns beide. Vincent könnte sonst seinen Dienst nicht optimal ausüben… er würde Fehler machen.“

Jenny: „Wow… du bist der stärkste Mensch, den ich kenne, Cath. Nachdem was du alles erleben musstest… Ich weiß nicht, ob ich das könnte.“

Catherine: „Mit dem richtigen Partner an deiner Seite ist alles möglich. Man wächst aus sich heraus. Wagt sich in Bereiche vor, woran man vorher nie gedacht hatte.“

Jenny: „Das scheint wahre Liebe zu sein.“

Catherine: „Das ist es… wahre Liebe…“ betonte sie mit Nachdruck.

Jenny: „Ich würde ihn so gern einmal kennenlernen, Cathy. Ist das irgendwie möglich?“ Jenny bettelte regelrecht.

Catherine: „Du bist ganz versessen darauf. Warum ist das so?“

Jenny: „Ich weiß auch nicht. Er muss jemand ganz besonderes sein. Sonst hättest du ihn nicht so tief in dein Herz gelassen. Vor ihm warst du eine völlig andere Person. Er muss magisch sein…“

Catherine: „Das Wort magisch trifft voll und ganz auf ihn zu. Das kann ich dir verraten.“ grinste sie.

Jenny: „Und?“

Catherine: „Und was?“

Jenny: „Wann du ihn mir endlich vorstellen wirst…“ drängelte sie immer wieder.

Catherine: „Ich werde sehen was ich tun kann, versprochen. Wenn Vincent zurück ist, dann rede ich mit ihm.“

Jenny: „Ich nehme dich beim Wort!“ Catherine legte ihre rechte Hand auf ihr Herz und versprach es noch einmal.


Einige Tage später überschlugen sich die Ereignisse.
Catherine saß am Abend mit ihren beiden Freundinnen Jenny und Nancy im Restaurant beim gemeinsamen Abendessen. Joe hatte Catherine die letzten Tage mit Arbeit überhäuft, bis ihr Schreibtisch fast überquillte. Nancy nahm sich das Wochenende von ihrem Mann und den beiden Kindern frei, um die Zeit mit ihren Collegefreundinnen zu verbringen.

Die drei Frauen saßen leicht abseits der anderen Gäste und konnten sich somit ungeniert ausfragen.

Nancy: „Was macht euer Liebesleben, Mädels?“ Jenny ließ weniger begeistert ihren Kopf hängen und zuckte mit den Schultern, während Catherine grinste und an ihrem Wein nippte.

Nancy: „Was grinst du so geheimnisvoll?“ wunderte sich ihre Freundin.

Jenny: „Im Gegensatz zu mir, hat unsere Cathy hier ihren Mr. Right gefunden.“ Geschockt und überrascht sah sie zu Catherine.

Nancy: „Ist das dein Ernst? Warum weiß ich davon nichts?“

Catherine: „Das hat mehrere persönliche Gründe, Nancy. Wenn ihr zwei ihn kennenlernt, werdet ihr verstehen warum.“ Catherine klang geheimnisvoll.

Nancy: „Sind wir nun beste Freundinnen oder nicht…?“

Catherine: „Selbstverständlich seid ihr meine besten Freundinnen. Das wisst ihr beide ganz genau.“

Nancy: „Okaaayyy… seit wann kennst du ihn?“ testete sie und sah Catherine prüfend an.

Catherine: „Seit mehreren Monaten. Im April hatten wir unser ´Einjähriges´.“

Jenny: „Seit einem Jahr?“

Nancy: „Catherine, das glaub ich jetzt nicht!“

Catherine: „Beruhigt euch bitte… wir hatten eine 8-monatige Pause. Im April hatten wir uns kennengelernt und dann für lange Zeit aus den Augen verloren. Richtig fest zusammen sind wir erst seit etwa 3 Monaten.“

Nancy: „Das ist die einzige Entschuldigung, Cathy, die ich gelten lasse. Es klingt dennoch frisch…“ stimmte sie friedlich ein.

Catherine: „In gewisser Weise ist es das, ja, aber… wir kennen uns schon länger. Nachdem wir uns wiedergefunden hatten, hat es eine Weile gedauert bis wir uns… nun ja ihr wisst schon.“

Nancy: „Bis ihr euch in einander verliebt habt?“

Catherine: „Mhm… Vincent und ich wurden erst gute Freunde. Wir sahen uns häufiger, dann fast täglich…“

Jenny: „Bei wem ist der Funke als erstes übergesprungen? Bei Vincent oder bei dir?“

Catherine: „Das ist schwer zu sagen, muss ich zugeben. Ich war von Anfang an fasziniert von ihm und vermisste ihn sobald er weg war. Vincent wollte oder konnte es sich vorerst nicht eingestehen. Er hat eine Weile mit sich gehadert.“

Nancy: „Wieso das? Ich meine, du bist eine gute Partie und hey… du bist hübsch. Jeder Mann sieht sich nach dir um.“ Catherine wurde verlegen, schmunzelte in sich hinein.

Catherine: „Durch seinen Job wollte er sich nicht binden, falls ihm etwas passieren könnte.“ fragend sah Nancy sie an, dann zu Jenny, die grinste und nickte.

Jenny: „Nancy… frag sie mal, was er beruflich macht… da kommst du nie drauf.“ Nancy kniff nachdenklich ihre Augen zusammen. Sie wunderte sie über diese spitze Anspielung.

Nancy: „Ist er Astronaut oder sowas in der Richtung, oder was ist an ihm so geheimnisvolles dran?“ fragte sie eher zweideutig. Catherine musste darüber lachen, jedoch aus einem anderen Grund, als ihre beiden Freundinnen annahmen.

Catherine: „Nicht ganz… er ist Pilot.“

Nancy: „Du bist an einen Piloten geraten?“ Jenny lehnte sich zu Nancy rüber.

Jenny: „Er ist nicht nur einfach ein Pilot.“ warf sie kurzer Hand unterschwellig ein.

Nancy: „Cathy...?“ ermahnte sie ihre Freundin. Catherine verdrehte kurz ihre Augen.

Catherine: „Vincent fliegt militärische Kampfjets.”

Nancy: „Er macht was? Bist du dir im Klaren darüber, dass ähm… du weißt schon, dass diese Typen Draufgänger sind und das Risiko lieben…?“

Catherine: „Jetzt hör aber auf, Nanc. Sicher weiß ich was er macht und dass es gefährlich ist. Wer glaubst du sitzt hier vor dir? Vincent ist auch oft für ein paar Wochen weg. Wir händeln das ohne Probleme.“

Nancy: „Und du kommst damit klar? Das ist wie eine Art Fernbeziehung.“

Catherine: „Es ist nicht so wie du denkst. Normalerweise ist er für 2 Wochen weg und im Anschluss 2 Wochen zu Hause. Bleibt er auf dem Stützpunkt, dann fliege ich in seiner zweiten Woche zu ihm. Wenn ich ihn vorher sehen will, dann nehme ich frei, schnappe mir meine Unterlagen aus der Arbeit und fliege zu ihm. Es geht nur nicht, wenn er einen Auslandseinsatz hat. Ich könnte zwar in seiner Unterkunft schlafen, aber er wäre nicht da.“

Nancy: „Wie ist es aktuell?“

Catherine: „Aktuell ist er bei einem ungeplanten Sondereinsatz. Nach einer Woche zu Hause wurde er kurzfristig einberufen. Das ist jetzt 18 Tage her.“

Jenny: „Du vermisst ihn, hm?“

Catherine: „Sicher vermisse ich ihn.“ Plötzlich summte es in Catherines Handtasche, dass sie erst nicht wahr nahm. Jenny sah verwundert um sich herum.

Nancy: „Suchst du was Jen?“

Jenny: „Nein… hier summt doch was, oder spinne ich?“ fragte sie ungläubig. Die anderen beiden Damen hielten kurz inne. Es summte wieder.

Nancy: „Kommt das aus deiner Tasche, Cathy?“ verwundert überrascht realisierte sie es.

Catherine: „Ihr habt recht.“ Catherine öffnete ihre Handtasche, kramte darin herum und holte ihr spezielles Handy heraus. Jenny und Nancy staunten nicht schlecht.

Nancy: „Wow Cathy… das ist das Neueste vom Neuesten hm?“

Catherine: „Das kann man so sagen, ja.“ sagte Catherine nebenbei, als sie das Display freischaltete und eine Nachricht von Vincent vorfand. Catherine fing auf einmal an breit zu lächeln.

Jenny: „Von deinem Mr. Right?“

Catherine: „So in etwa, ja… sein Co – Pilot Baxter hat ein Foto mit seinem Handy gemacht, während sie unterwegs sind.“ Auf dem Foto war nicht viel zu sehen. Einzig und allein das, dass Baxter aus seiner Sicht des Co – Piloten, ein Bild ins vordere Cockpit machte, wobei nur Vincents Helm, mit dem Schriftzug seines Kampfnamens ´Ares´ und Stücke des Armaturenbretts zu sehen waren. Unter dem Bild stand… ´Rate mal, wo wir gerade sind… Cathy. ´

Ein weiteres Bild erschien. Doch dieses Mal aus dem Seitenfenster des Jets. Catherine, Nancy und Jenny sahen sich zusammen die Bilder an. Das Bild zeigte, dass sie sich irgendwo befanden, wo viel Wasser und Eis unter ihnen war. Die drei rätselten… bis Jenny den entscheidenden Tipp gab.

Jenny: „Das sieht nach Grönland aus… kann das sein?“

Catherine: „Grönland… Grönland?... oh mein Gott, kann das sein?“

Nancy: „Cath? Was…“ Doch Catherine antwortete ihr nicht, sondern schrieb zurück.

Catherine: Seid ihr über Grönland?“

Antwort: „Das waren wir bis vor einer Minute. Sind jetzt über dem Nordatlantik. Danach Kanada… dann…?“

Catherine: „Ihr kommt nach Hause?“

Antwort: Geplante Ankunft in LaGuardia… ca 1,5 Stunden.

Catherine: „LaGuardia? Nicht Nellis?“

Antwort: Vorerst LaGuardia… nicht Nellis… erklärt dein Schatz dir später.“ Die drei Frauen hingen gebannt an jedem Wort, das geschrieben wurde. Nancy und Jenny fühlten sich in die Zeit des College zurück versetzt, wo sie als Mädchen die Liebesbriefe der Freundin mitlasen und kicherten.

Jenny: „Ist das aufregend…“ sagte sie hibbelig.

Baxter: „Ich soll dich von V. fragen, was du gerade machst.“

Catherine: Sag ihm bitte… Ich bin gerade mit Jenny und Nancy beim Essen.

Baxter: „V. lässt fragen, ob du mit deinen Mädels kurz zum LaGuardia kommen möchtest. So könntet ihr euch kurz ´Hallo´ sagen.“ Catherine sah ihre beiden Freundinnen an. Nancy und Jenny sahen sich an, als wäre es Weihnachten.

Jenny: „Das fragt er noch?“

Nancy: „Für nichts auf der Welt würde ich das verpassen wollen.“

Catherine: „Okay… ihr brennt ja richtig darauf ihn kennenzulernen.“

Catherine: Wir können es kaum abwarten.“

Baxter: „Fantastisch. V. freut sich und ist schon gespannt. Ich gebe derweil Jack Bescheid. Bis später…“

Catherine legte ihr Handy auf den Tisch, lehnte sich glücklich zurück, atmete merklich tief durch.

Catherine: „Endlich… er kommt nach Hause.“ Nancy legte ihre Hand auf die von Catherine.

Nancy: „Glücklich?“

Catherine: „Ja… ja und wie.“

Jenny: „Und wir lernen ihn endlich kennen… deinen Mr. Right.“

Catherine: „Ich möchte noch erwähnen, dass ahm…  Vincent nicht wie andere Männer ist.“

Jenny: „Davon gehen wir aus. Immerhin ist er ein Kampfpilot und kein Langweiler.“

Catherine: „Es geht um etwas anderes, Jen. Ich sagte vorhin, dass es persönliche Gründe hat, weshalb Vincent nicht in der Öffentlichkeit steht.“

Nancy: „Was ist so besonderes?“

Catherine: „Vincent trägt ein spezielles Gen in sich, welches ihn anders aussehen lässt.“ fragend sahen sich Nancy und Jenny an.

Jenny: „Wie sollen wir das verstehen?“

Catherine: „Vincent ist überaus exotisch…“

Nancy: „Exotisch…“

Jenny: „Kling geheimnisvoll.“

Catherine: „Kling nicht nur so… das ist es auch…“

Jenny: „Wann müssen wir los?“ Catherine sah auf ihre Uhr.

Catherine: „Wir brauchen etwa 30 Minuten bis dort hin. Wir können uns Zeit lassen. Habt ihr eure Ausweise dabei?“

Nancy: „Ausweise? Wozu brauchen wir die denn?“

Catherine: „Wir betreten am LaGuardia militärischen Sicherheitsbereich. Dort müssen wir uns ausweisen. Überall können wir drei nicht hin.“

Nancy: „Das wird ein spannender Abend.“

Jenny: „Und aufregend…“

Nach einem kurzen Plausch bezahlten die drei die angefallene Rechnung und begaben sich langsam in Richtung Airport. Es wurde bereits dunkel draußen.


Nach etwas über 30 Minuten kamen die drei Frauen am Airport an. Am 1. Checkpoint hielt Catherine ihren Wagen an, ließ ihr Fenster herunter, hielt die drei Ausweise bereits in der Hand. Der Wachsoldat salutierte kurz.

Catherine: „Guten Abend, Sergeant. Col. O´Neill wurde über unsere Ankunft informiert. Catherine Chandler, Nancy Tucker und Jenny Aronson.“ Sie reichte ihm die drei Ausweise.

Sergeant: „Einen Moment, Ma´am… ich frage kurz nach.“ Über Funk erfragte er die Richtigkeit der Information und bekam eine Bestätigung, jedoch mit einer Einschränkung.

Sergeant: „Ma´am… die Zufahrt wurde ihnen gewährt. Wir möchten sie dennoch bitten, beim Hangar 25 zu warten. Es ist bereits dunkel draußen. Aus Sicherheitsgründen müssen sie sich weit abseits des Hangars 28 aufhalten. Die Maschinen, die gleich ankommen werden, brauchen im dunkeln mehr Platz, um besser manövrieren zu können. Die Jungs haben einen harten Flug hinter sich.“

Catherine: „Verstanden Sergeant, danke für ihre Geduld.“

Sergeant: „Sehr gerne Ma´am… sie dürfen passieren.“ Der Soldat salutierte, ließ den Wagen mit Catherine, Nancy und Jenny durch. Catherine folgte den Anweisungen des Sergeants und parkte ihren Wagen am Hangar 25. Die Sicht auf das Rollfeld war unverbaut und gut einsehbar. Die drei Frauen stiegen umgehend aus dem Auto und beobachteten das vorerst ruhige und dann zunehmend hektischer werdende Treiben.

Nach weiteren 20 Minuten ertönte ein sich stetig wiederholendes Signal. Die Crew des Hangars 28 wurde ruhiger, jeder schien auf seinen persönliches Posten zu gehen und warteten. Aus der Ferne konnte man donnernde Triebwerke hören. Ab einem gewissen Punkt sah man grün und rot blinkende Positionslichter, die immer mehr in Richtung Boden sanken. Ab einer bestimmten Höhe bzw. Tiefe, gingen an den landenden Jets am Bugfahrwerk die Scheinwerfer an. Die Maschine landete butterweich auf der Start- und Landebahn.

Aus der nahen Entfernung konnte man den Funk mitverfolgen.

Funk: „Ankunft schwarze Schwadron… 405… HotDog… gelandet…“ Mit einem Abstand von einigen Sekunden folgte die nächste Maschine.

Funk: „Ankunft schwarze Schwadron… 203… FlatTop… gelandet…“ in den gleichen Abständen flogen und landeten einer nach dem anderen.

Funk: „Ankunft schwarze Schwadron… 332… Skulls… gelandet…“

Funk: „Ankunft schwarze Schwadron… 304… Beano… gelandet…“

Funk: „Ankunft Angel 1… Liberty 37… gelandet…“

Funk: „Ankunft schwarze Schwadron… Eskorte für Angelflight Liberty 37… 407… Leader Ares…“ Catherine sah abrupt zu ihren Freundinnen.

Catherine: „Das ist er…“ hauchte sie kaum hörbar. Gebannt starrte die drei auf die anrollenden Kampfjets. Catherine suchte gezielt nach der Nr. 407.

Jenny: „Das ist der Wahnsinn. So etwas hab ich bis jetzt nur im Fernsehen gesehen.“

Nancy: „Wem sagst du das. Sieh dir diese Größe an. Es wundert mich, dass diese Dinger überhaupt fliegen können.“ entgegnete sie ehrfürchtig.

Jenny: „Das diese Dinger überhaupt abheben können.“

Der Jet mit der Nummer 407 rollte langsam hinter einer Lockheed C – 5 Galaxy her. Während die C – 5 einen anderen Hangar ansteuerte, rollte die 407 in Richtung Hangar 28. Die 407 manövrierte, wie die anderen Jets, in eine vorgeschriebene Position. Nun standen alle nebeneinander. Nach und nach wurden die Triebwerke deaktiviert, die Jets wurden komplett heruntergefahren und die Kanzeln öffneten sich. Alle Piloten streckten ihre Arme aus den Cockpits, schnallten sich ab. Die mobilen Leitern wurden herangefahren.

Catherine: „Wartet einen Moment hier, ja?“ Jenny und Nancy sahen sich fragend an, nickten. Catherine ging ein paar Meter auf die 407 zu, sah wie gebannt auf den Piloten, der sich mit seinem Hintermann aus dem Cockpit quälte, die Leiter runter stieg und sich in alle Richtungen streckte.

Sein Blick wanderte umher und konnte jemanden ausmachen, den er bereits erwartet hatte. Er ging ihr gezielt entgegen, zog hier und da ein paar Kabel und Stecker vom Helm, öffnete währenddessen langsam seinen Helm. Jenny und Nancy beobachteten dieses Treiben wie in einem Film. Das Herz beider Damen raste vor Aufregung.

Fast bei Catherine angelangt, nahm Vincent während des Laufens seinen Helm ab, zog an den Kabeln seiner Innenohrfunkstöpsel, ließ diese in seinen Helm fallen und nahm in den nächsten Sekunden seine Catherine in die Arme, küsste sie innig, hielt sie wieder fest, zog ihren Duft in sich hinein.

Vincent: „Ihr Götter… hab ich dich vermisst. Du ahnst gar nicht wie sehr.“ murmelte Vincent erleichtert in Catherines Halsbeuge und küsste sie dort mehrfach.

Catherine: „Du hast mir so gefehlt, mein Schatz. Ich bin so glücklich dich wieder hier zu haben.“ erwiderte sie emotional. Catherine nahm seinen Kopf zwischen ihre Hände, stand ein paar Sekunden lang Stirn an Stirn mit ihm einfach so da, küsste ihn, lächelte erleichtert.

Catherine: „Geht es dir soweit gut? Du siehst müde aus.“ flüsterte sie. Vincent nickte schmunzelnd.

Vincent: „Bin ich auch. Der Flug war sehr anstrengend.“ Vincents Blick ging an Catherine vorbei. Er sah zwei wie erstarrte Frauen hinter Catherine stehen.

Vincent: „Hinter dir stehen zwei Damen, deren Augen erstens bald rausfallen werden und denen zweitens… Unmengen von Fragen im Gesicht stehen.“ Catherine lachte auf einmal laut auf. Sie hatte ihre Freundinnen ganz vergessen. Sie atmete tief durch, drehte sich zu Jenny und Nancy.

Catherine: „Nancy, Jenny… darf ich euch Vincent vorstellen? Liebling, das sind Jenny Aronson und Nancy Tucker, meine besten Freundinnen seit dem College.“

Vincent: „Freut mich euch endlich kennenzulernen.“ Beide Frauen schmolzen dahin, als sie Vincents Stimme hörten, gingen frei auf ihn zu, reichten ihm nach und nach ihre Hände.

Jenny: „Du bist also der mysteriöse Mann in Catherines Leben.“ grinste sie ihn fasziniert an. Catherine umklammerte Vincents Oberarm, schmiegte sich fest an ihn.

Vincent: „Sieht wohl so aus.“ Stimmte er dieser Vermutung zu.

Nancy: „Es freut mich dich endlich kennenzulernen, Vincent. Dein Mr. Right, Cathy… ist wirklich was ganz besonderes.“

Vincent: „Wie ich schon sagte, die Freude ist ganz auf meiner Seite. Ich hoffe, wir werden in Zukunft mehr miteinander zu tun haben.“

Jenny: „Das wollen wir auch hoffen.“

Nancy: „So schnell wirst du uns nicht mehr los.“

Jenny: „Das mit dem Kampfjet war ein Mega Auftritt, Vincent.“

Nancy: „So spektakulär wurde uns bis jetzt nie jemand vorgestellt.“

Vincent: „Einfach hier her zu kommen und Catherines nichts davon zu sagen, ist nicht meine Art. Sie hätte es mir übel genommen. Ich wollte die Situation sinnvoll nutzen. Catherine hätte euch beiden sonst sitzen lassen müssen. Ich denke mal, diese Art und Weise des Kennenlernens war auch in deinem Interesse, oder?“

Catherine: „Oooh ja… es hätte nicht besser laufen können. Ich hätte es dir tatsächlich übel genommen, wenn du mir nichts gesagt hättest.“

Vincent: „Dann lag ich mit meiner Entscheidung Gold richtig. Ich muss nicht mehr viel erklären. Bei deinem Dad hat es genauso gut funktioniert.“

Jenny: „Dein Dad kennt Vincent bereits?“

Catherine: „Mhm, ja… er war hin und weg kann ich euch versichern. Aber das erzähle ich euch ein anderes Mal.“ Catherine wandte sich an direkt an Vincent.

Catherine: „Hast du jetzt Dienstschluss und kommst gleich zu mir?“

Vincent: „Nein, leider nicht. Tut mir leid, mein Schatz. Wir mussten nur die große Maschine, die ihr vorhingesehen habt, eskortieren. Für uns geht es gleich weiter nach Nevada.“ Catherine sah besorgt aus.

Catherine: „Sag mal, wir haben vorhin das Wort Angelflight gehört. Hat das was mit dem großen Flugzeug zu tun, das vorhin mit euch zusammen gelandet ist?“ Vincent nickte und sah nachdenklich aus.

Vincent: „Ja, in der tat. Der Angelflight ist der letzte Flug eines Soldaten… eines gefallenen Soldaten. Die C – 5 dort hinten wurde extra für diesen Flug von Liberty 36 in Angel 1 umbenannt. Sie wurde zu einem Angelflight umfunktioniert…“ Allen drei Frauen stand der Mund offen und hielten sich ihre Hände vor´s Gesicht.

Catherine: „Gefallen?“ wiederholte sie geschockt.

Vincent: „Im Kampf gefallen, ja. Die Überführung wird mit allen militärischen Ehren durchgeführt, inklusive Eskorte.“ Catherine schmiegte sich an seine Brust. Sein Arm wandt sich um ihre Schultern, streichelte sie.

Jenny: „Auf der einen Seite traurig, aber auf der anderen Seite eine sehr schöne und ehrenvolle Zeremonie.“

Nancy: „Wie geht es dir dabei?“

Vincent: „Mir geht es gut dabei. Man darf nicht zu sehr darüber nachdenken. Sonst könnten wir unseren Job nicht zu 100% erledigen. So hart es klingt, aber… das gehört nun mal mit dazu.“ Catherine sah zu ihm auf.

Catherine: „Wann sehen wir uns?“ fragte sie sanft. Vincent zog Catherine an sich, küsste ihre Stirn.

Vincent: „Gleich morgen…“

Catherine: „Gleich morgen… Gott sei Dank.“ kam sehr erleichtert.

Vincent: „Richtig. Die Jets werden gerade vollgetankt. Es geht im Anschluss direkt weiter nach Nellis. Morgen bringt mich eine Maschine wieder hier her.“

Catherine: „Das hört sich verdammt gut für mich an.“

Vincent: „Nicht nur für dich…“

Jenny: „Darf ich fragen, wann wir uns dann endlich wiedersehen werden? Ich meine, ahm…“ stotterte sie.

Nancy: „Eine sehr wichtige und berechtigte Frage.“ Catherine und Vincent sahen sich schmunzelnd an.

Vincent: „Was hältst du von morgen Abend?“ an Catherine gerichtet.

Catherine: „Wirst du dich fit genug fühlen? Die letzten Stunden waren recht hart hattest du erwähnt.“

Vincent: „Fit genug? Was habt ihr drei mit mir vor? Muss ich mir Sorgen machen?“

Jenny: „Nein, nein… nichts schlimmes, Vincent. Wir wollen dich besser kennenlernen.“

Nancy: „Und dich mit Fragen löchern…“

Jenny: „Unendlich vielen Fragen…“

Vincent: „Das hatte ich mir fast gedacht.“

Catherine: „Ist das okay für dich?“

Vincent: „Ja das ist es. Alles in Ordnung.“

Catherine: „Treffen wir uns morgen Nachmittag wie gewohnt?“

Vincent: „Wie gewohnt…“

Hinter Vincent näherte sich Baxter, Vincents Co – Pilot.

Baxter: „Hey ihr zwei Turteltäubchen. Hallo Mädels… Ich muss euch leider trennen.“ Baxter nahm kurz Catherine in die Arme, gab Nancy und Jenny die Hand zur Begrüßung.

Catherine: „Hey Bax… wieso siehst du so munter aus und während meine bessere Hälfte so müde ist?“ bevor Baxter antworten konnte, übernahm Vincent.

Vincent: „Bax textet mich unendwegt mit sämtlichen Dingen zu. Das ist teils ermüdend und anstrengend. Außerdem macht er ständig Bilder von was auch immer… ich weiß gar nicht was er alles hinter mir macht. Nein… eigentlich will ich es gar nicht wissen.“ alle lachten bei dieser Vorstellung.

Catherine: „Baxter macht Bilder vom Cockpit und der umliegenden Umgebung.“ Catherine holte ihr Handy heraus und zeigte ihm die Bilder. Vincent schüttelte wortlos seine Kopf, atmete tief durch.

Vincent: „Au man… und ich darf dann wieder einiges löschen. Den fünfstündigen Rückflug morgen wollte ich schlafend verbringen.“ Baxter legte eine Hand auf Vincents Schulter.

Baxter: „Heb dir dein Wunschdenken für später auf, Vinc. Jetzt heißt es erst mal, ab in unsere Vögel und hinauf in Richtung Nevada. Dort dürfte es noch hell sein…, wenn wir uns beeilen.“

Vincent: „Was heißt hier…, wenn wir uns beeilen… sei du weiter so frech zu mir und du läufst nach Nevada. Bis zu deiner Ankunft wird es öfters hell und wieder dunkel werden.“

Baxter: „Bin schon ruhig…“

Vincent: „Dann würde ich sagen, wir sehen uns alle morgen. Dich früher, mein Schatz und euch beiden Damen etwas später.“

Jenny: „Vielen Dank für dein Vertrauen, Vincent. Bis morgen…“

Nancy: „Das Selbe gilt für mich. Ich freue mich auf morgen.“

Vincent: „Ich ebenso.“

Catherine: „Das wird ein interessanter Abend, schätze ich.“

Vincent: „Bis dahin werde ich meinen Dienst verrichten.“

Baxter: „Wir müssen jetzt leider wieder weiter. Tut mir leid, Cathy.“

Catherine: „Ist nicht zu ändern, ihr zwei.“ Catherine zog Vincent an sich heran, küsste ihn.

Vincent: „Bis morgen Nachmittag.“

Catherine: „Bis morgen…“ Vincent trat einen Schritt von Catherine zurück, gab ihr seinen Helm, nahm die Innenohrfunkstöpsel heraus, legte die sich um und platzierte sie an Ort und Stelle. Den Helm nahm er ihr wieder aus den Händen, küsste Catherine innig. An Jenny und Nancy gewandt:

Vincent: „Dann sehen wir uns morgen Abend?“

Jenny: „Morgen Abend zur Frage – Antwort – Runde…“ Vincent lächelte, nickte, stülpte seinen Helm lässig gekonnt über, verband ihn mit seinem Halsadapter, rückte alles zurecht. Er drehte sich Catherine zu, strich sanft ihre Wange.

Vincent: „Wir treffen uns morgen am vereinbarten Platz, wie immer?“ kam es gedämpft durch den dicken Helm.

Catherine: „Wie immer. Ich werde dort sein und auf dich warten. Wir gehen dann gemeinsam hoch ins Apartment. Da kannst du dich erst einmal ausruhen.“

Vincent: „Klingt traumhaft… gut, mein Schatz… ich muss jetzt los.“ Catherines Hand lag an seiner Brust mit leichtem Druck, Vincent legte seine große Hand darüber, drückte sie leicht und nickte.

Baxter: „Ich verabschiede mich ebenfalls die Damen. Macht es gut.“ Baxter setzte nun auch seine Innenohrfunkstöpsel und seinen Helm auf.

Catherine: „Kommt gesund an.“

Baxter: „Ich werde ihn alle 5 Minuten daran erinnern, dass er langsam fliegen soll.“ Catherine, Jenny und Nancy lachten laut los. Vincent boxte Baxter gegen seine Schulter.

Baxter: „Autsch…“

Vincent: „Kein Wort will ich hören, Bax…“

Baxter: „Doch werde ich, aber ich halte mich dezent zurück.“

Vincent: „Du willst tatsächlich laufen, kann ich raus hören! Wage es bloß nicht mich damit vollzuquatschen!“

Baxter: „Nur ein bisschen?“

Vincent: „Nein…“

Catherine: „Jetzt verschwindet, ihr zwei.“ grinste sie breit.

Vincent: „Gute Idee… es soll schließlich keiner von meinem Plan Wind bekommen, Baxter irgendwo heimlich auszusetzen.“ Dann drehte er sich um, zog Baxter mit sich. Die drei konnten die Konversation weiter mit anhören.

Baxter: „Das würdest du nie tun…“

Vincent: „Was…“

Baxter: „Mich irgendwo auszusetzen…“

Vincent: „Mach weiter und ich werde es tun…“

Baxter: „Das müsstest du erklären…“

Vincent: „Mir würde etwas passendes einfallen… man kennt dich, Bax… es wäre Notwehr…“ Baxter senkte gespielt betrübt seinen Kopf und schlurfte hinter Vincent her.

Wie die anderen Piloten stiegen Baxter und Vincent in ihren Jet, machten sich bereit für den Weiterflug. Vincent sah kurz nach links zu Catherine und ihren Freundinnen, hob leicht seine Hand, um zu winken. Catherine lächelte über seine süße Geste.

Durch die Dunkelheit war die Cockpitbeleuchtung gut zu erkennen. Vincents Helm wurde vom Display, welches über seinen Armaturen angebracht war, in der Front grün angestrahlt. Es sah gespenstisch, ja fast mystisch aus. Eine Maschine nach der anderen begab sich zur Startbahn und hob ab in Richtung Nachhimmel.

Als die Lichter nach und nach verblassten, drehte Catherine sich zu Nancy und Jenny. Beide schüttelten ehrfürchtig ihre Köpfe.

Jenny: „Mein Gott, Cathy… was für ein Auftritt.“ gab sie anerkennend zu.

Nancy: „Und was für ein Kerl…“ bestätigte sie Jennys Worte.

Jenny: „Hättest du versucht uns dies mit Worten zu schildern… ich weiß nicht, ob ihr dir ohne weiteres alles geglaubt hätte. Ich hätte gedacht du übertreibst.“

Nancy: „Ich muss schon sagen… ähm… das hat alles übertroffen, womit ich gerechnet hätte. Dieses besondere Gen, welches Vincent in sich trägt, wow… wie ein menschlicher Löwe…“

Jenny: „Haben wir das alles eben geträumt? Hatten wir alle den Selben Traum?“ Catherine lächelte.

Catherine: „Kein Traum, Mädels. Alles echt… alles real… kein Fake…“

Jenny: „Und ahm, morgen Abend… ich meine… sehen wir ihn wirklich morgen Abend wieder?“

Catherine: „Mhm, ja…“

Nancy: „Wahnsinn…. Ich kann es immer noch nicht glauben, Cathy.“

Catherine: „Lasst uns bei mir zu Hause weiterreden.“

Die drei stiegen ins Auto, verließen den Airport in Richtung Catherines Apartment.

Der restliche Abend war durchzogen von Männergeschichten, zwei Flaschen Rotwein und vielen komischen Geschichten aus der Collegezeit. Catherine hatte lange nicht mehr so viel gelacht. Ab einem gewissen Wein – Pegel fragte Jenny ihre Freundin Catherine:

Jenny: „Und? Wie gut ist Vincent im Bett…“ Catherine blieb fast die Luft weg.

Catherine: „Jenny! Ich glaube es nicht…“ lachte sie laut auf.

Jenny: „Was denn? Das hier ist eine Weiberrunde unter besten Freundinnen, oder etwa nicht.“

Nancy: „Wo sie recht hat, hat sie recht… wie ist die Antwort?“

Catherine: „Habt ihr zwei euch gegen mich verschworen?“

Nancy: „Nein, wir wollen nur alles wissen. Oder Jen?“

Jenny: „Ich hätte es nicht besser sagen können.“

Catherine: „Oh man… ihr seid mir vielleicht zwei Freundinnen.“

Jenny: „Das hatten wir schon, Cathy… raus damit! Ist er so gut im Bett, wie er fliegt?“

Nancy: „Jetzt spuck schon aus…“ drängten sie.

Catherine: „Er ist ziemlich gut in dem was er tut… in allem…“

Nancy: „Ist das alles, was wir zu hören bekommen?“

Jenny: „Wir wollen Details hören, Cath… was steckt unter seiner Fliegerkluft?“

Catherine: „Okay, okay… ihr habt gewonnen. Ihr zwei seid erbarmungslos!“

Jenny: „Das wissen wir… du kennst uns…“

Nancy: „Also Cath…“ Catherine atmete tief durch, gab sich geschlagen.

Catherine: „Was wollt ihr alles wissen…“

Jenny und Nancy: „Alles…“ kam wie aus einem Mund. Alle drei lachten laut los.

Nancy: „Hat Vincent Muskeln? Ist er gut gebaut?”

Catherine: „Oh ja…das ist er. Vincent ist sehr muskulös und von Kopf bis Fuß durchtrainiert. In seinem Job muss er viel aushalten. Die körperlichen Belastungen sind enorm. Seine Kondition ist exzellent.“

Nancy: „Die Kondition im Bett oder was seinen Job angeht?“ Catherine verdrehte ihre Augen.

Catherine: „Sowohl im Bett, als auch anders.“

Nancy: „Ist es wie vorher, als du mit Steven oder Tom zusammen warst?“

Catherine: „Wie meinst du das?“

Nancy: „Du sagtest mal, dass die beiden recht schnell waren in ihren Handlungen im Bett.“

Jenny: „Ach wirklich? Das hattest du mir nie erzählt…“

Catherine: „Mit Vincent ist es so viel anders. Bei ihm fühle ich mich geborgen. Er nimmt mich als Frau wahr. Es geht ihm nicht darum, nur seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Er verwöhnt mich mit allem was er hat.“

Jenny: „Mit allem was er hat?“ wiederholte sie Wort wörtlich.

Catherine: „Oh ja… er hat magische Hände. Ihr glaubt gar nicht, was er alles mit seinem außergewöhnlichen Mund bei mir anstellt.“ lächelte sie verlegen in sich hinein.

Nancy: „Ich sollte unsere Männer miteinander bekannt machen. Vincent könnte Marc einiges beibringen…“ sagte sie verhalten, worüber Catherine und Jenny lauthals loslachten.

Jenny: „Die Kerle, die ich bis jetzt hatte, wollten immer nur das Eine. Wenn die Typen fertig waren, dann musste ich fast darum betteln, dass sie bei mir weitermachten.“

Nancy: „Marc bringt es Gott sei Dank komplett zu ende. Sonst wären wir des öfteren deswegen im Streit und in Unzufriedenheit auseinander gegangen.“ Catherine machte große Augen und konnte es fast nicht glauben.

Nancy: „Warum schaust du so geschockt, Cathy?“

Catherine: „Vincent lässt mir immer den Vortritt, wenn ich das so ausdrücken darf.“ Jetzt sahen Nancy und Jenny ungläubig zu Catherine.

Nancy: „Immer?“

Catherine: „Mhm… erst langes Vorspiel… dann ich… dann er und… ahm dann wir beide zusammen.“

Nancy: „Nicht dein Ernst…! Ich sehe schon, Cathy, wir zwei müssen uns mal genauer darüber unterhalten. Wäre schön, wenn ich Marc auch dazu bekommen könnte.“

Jenny: „Ich will auch so einen Typen…“ sagte sie gespielt traurig.

Nancy: „Das klingt fast zu schön um wahr zu sein.“

Catherine: „Der Sex mit ihm ist traumhaft…“ sprudelte es wieder aus ihr hervor. Jede der Damen versank kurz ins Träumen, ging in sich hinein.

Nancy: „Der Abend zieht sich bei euch beiden also immer in die Länge.“

Catherine: „Oder bis spät in die Nacht hinein.“ ergänzte sie breit grinsend.

Jenny: „Lass uns das Thema wechseln, sonst bekomme ich noch Depressionen. Gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen ihm und anderen Männern?“

Catherine: „Zwecks seinem Gen meinst du?“

Jenny: „Mhm, ja…“

Catherine: „Ahm, er hat ein enormes Durchhaltevermögen…“ brach es aus Catherine heraus. Jenny und Nancy sahen sich überrascht an und lachten wie Teenager.

Jenny: „Wo wir wieder beim Thema sind. Ich glaub es nicht… Wir fassen zusammen… dein Mann hat eine exzellente Kondition im Bett…“

Nancy: „…und ist überaus standhaft. Du taust langsam auf… das gefällt mir. Weiter…“

Catherine: „Seine körperliche Verfassung, seine Kraft, seine Ausdauer usw übersteigt das von normalen Männern um ein Vielfaches.“

Nancy: „Was noch?“

Catherine: „Seine Behaarung ist teilweise stärker als bei normalen Männern. Aber ich habe schon Männer am Strand gesehen, die sehr viel mehr hatten. Es ist definitiv kurz, dicht und sehr weich an seiner breiten Brust. Oberarme, Rücken und Beine sind glatt. Dadurch werden seine Brust- und Bauchmuskeln, Bizeps und Trizeps optimal hervorgehoben. An den Unterarmen und an den Händen ist es ebenfalls kurz, aber dichter. Anstatt von Fingernägeln hat Vincent so eine Art kurze Krallen.“

Jenny: „Wow… Mir sind seine wahnsinns Augen aufgefallen. Kam es mir nur so vor oder sind seine Augen azurblau.“

Nancy: „Ich konnte seinem Blick gar nicht ausweichen. Durch das schwache Licht haben die geleuchtet. Das hat mich fasziniert.“

Catherine: „Das ist tatsächlich so, ja. Bei einem besonderen Lichteinfall scheinen seine Augen wirklich zu leuchten.“

Jenny: „Weiter… was gibt´s noch…“

Catherine: „Was gibt´s noch, hmm… seine Eckzähne sind deutlich länger, als normal.“

Nancy: „Ich habe schon Leute gesehen, die sich das extra haben machen lassen, um wie ein Raubtier auszusehen.“

Catherine: „Vincent wurde so geboren.“

Nancy: „Hast du eine Ahnung, wie es zu dem Gen in ihm gekommen ist?“

Catherine: „Ja, das weiß ich, aber… das ist etwas, dass euch Vincent besser selbst erzählen sollte. Denn es ist besonders… und hört sich zu fantastisch an. Teils wird es für euch unglaublich klingen. Ich kann nur dazu sagen, dass es vom Vater an den Sohn weitergegeben wurde.“

Jenny: „Dein Vincent kann sich morgen warm anziehen, meine Süße.“

Nancy: „Das kann ich bestätigen.“

Der Abend zog sich weiter in die Länge. Die drei genossen die gemeinsamen Gespräche, bis es an der Zeit war sich zu trennen und zu verabschieden.

Catherine verbrachte eine unruhige Nacht. Die Sache mit seinem Gen verunsicherte sie. Wie werden ihre Freundinnen reagieren, wenn sie über seine Herkunft erfahren? Dann fiel ihr ein, dass ihr Vater von Vincents Herkunft ebenfalls keine Ahnung hatte. Was würde er sagen?

Die Vorfreude über Vincents Rückkehr überwiegte jedoch. Sie dachte sehr intensiv an ihn, spürte imaginär seine kräftigen Hände auf ihrer Haut. Catherine sehnte sich nach ihm. Es schmerzte sehr ihn nicht bei sich zu haben.

Catherine: „In ein paar Stunden… nur noch ein paar Stunden…“ dachte sie bei sich.

Da es Samstag war, musste Catherine nicht früh aufstehen. Sie konnte in Ruhe ihre Wohnung in Ordnung bringen. Immer wieder lächelte Catherine in sich hinein, als die während des Aufräumens, des gestrigen Abend revue passieren ließ. So vieles war passiert… alles ungeplant. Sie und ihre Freundinnen hatten es gestern gesprächstechnisch ausarten lassen. Jenny und Nancy nahmen kein Blatt vor den Mund und quetschten persönliche Dinge aus Catherine heraus, die sie und Vincent betrafen. Es fiel ihr anfangs nicht leicht. Doch dann sprudelte es aus ihr heraus. Für sie war es eine ungewohnte Sache mit Jenny und Nancy so überaus ausführlich über Vincent zu reden. Ihre Mädels waren beeindruckt.

Die Stunden verstrichen…

Aus Vormittag wurde Mittag und Nachmittag. Vincent schickte Catherine zwischendurch eine Nachricht.

Liebes,


Bin in etwa 2 Stunden am Airport.


Ich warte auf dich in der Lagerhalle… oder wartest du dort auf mich?


Ich vermisse dich, bis später


V.




Catherines Herz machte einen Sprung. Bald… bald… Sie sah auf ihre Uhr, rechnete die 2 Stunden Flugzeit und die Fahrt zur Lagerhalle plus minus was dazwischen kommen könnte.

Um 15 Uhr begab sie sich in ihren Keller, öffnete den Durchgang zu den Tunneln. Der Weg zur Lagerhalle dauerte etwa eine halbe Stunde. Ein Lastenaufzug war die Verbindung zwischen der Tunnelwelt und der oberen Welt.

Catherine wusste sie war zu früh dran, doch konnte sie es nicht erwarten Vincent so schnell wie möglich in ihre Arme zu schließen. Keine Sekunde wollte sie verschwenden.

30 Minuten später hörte sie vertraute Motorengeräusche, nur Sekunden später kam ein schwarzer Van ums Eck gebogen, hielt direkt neben ihr. Die Schiebetür öffnete sich und ein bekanntes Gesicht lächelte ihr entgegen… Vincent. Er schnappte sich seine Reisetasche, verabschiedete sich vom Fahrer.

Vincent: „Bis zum nächsten Mal, Jeff.“

Jeff: „Bis dann, Vinc. Erhol dich gut.“

Vincent: „Mach ich…“

Vincent stieg aus, schob die Schiebetür des Vans zu, ließ seine Camouflage Tasche zu Boden fallen und zog Catherine fest in seine Arme, umfasste ihre Hüften. Sie schlang ihre Arme seinen Hals, hielt seinen Hinterkopf, griff in seine dicke Mähne und küsste ihn, als würde es kein Morgen geben. Der Van fuhr indessen unbemerkt ab.

Catherine: „Dich lasse ich so schnell nicht mehr weg.“ Vincent schmunzelte während sie sich innig küssten.

Vincent: „Ich bin jetzt hier… bei dir…“ seine Stimme verpasste ihr eine Gänsehaut.

Catherine: „Endlich…“ Stirn an Stirn, Nasenspitze an Nasenspitze standen die zwei eng beieinander, küssten sich.

Vincent: „Komm, lass uns von hier verschwinden.“

Catherine: „Okay…“ flüsterte sie kaum hörbar, jedoch für seine empfindlichen Ohren laut genug.

Catherine: „… in mein Apartment. Ich brauche dich für mich allein.“ Diese Worte waren sehr bestimmend.

Vincent: „Wie wollen wir das anstellen? Es ist Tag hell draußen.“

Catherine: „Ich hatte mir gedacht, wir gehen bis zur Kellerschwelle meines Gebäudes und von dort an mit dem Aufzug direkt in den 18. Stock. Am Ende des Ganges ist mein Apartment.“

Vincent: „Und wenn jemand zwischendurch in den Aufzug steigt?“

Catherine: „Dann drehst du dem jenigen den Rücken zu und wir werden uns küssen bis wir oben sind.“

Vincent: „Hmm, immerhin bin ich in Uniform. Von daher wird der oder die Jenige keine Fragen stellen. Jedenfalls hoffe ich das.“

Catherine: „Das wird funktionieren. Apropos Uniform… seit wann ist deine Uniform grau – blau? War die nicht beigefarben, als du abgeflogen bist?“

Vincent: „Ich habe verschiedene Ausführungen.“

Catherine: „Steht dir…“ lächelte Catherine verführerisch. Vincent zog sie noch einmal an sich heran, berührte fast ihre Lippen. Es war ein elektrisierendes Gefühl. In Catherines Bauch kribbelte es.

Vincent: „Danke… du bist so unglaublich sexy, weißt du das? Ich hab dich vermisst.“

Catherine: „Ich liebe dich…“ Vincent verschloss ihren Mund mit seinem, erkundete sie mit seiner Zunge, knabberte an ihrer Oberlippe. Völlig außer Atem trennten sie sich… sie zwangen sich dazu, doch keiner wollte es wirklich. Die Augen beider Liebenden waren hungrig.

Vincent: „Wir sollten gehen.“

Catherine: „Besser ist es, sonst falle ich gleich hier über dich her.“ grinste Catherine verführerisch.

Vincent: „Die Idee gefällt mir. Ein warme und weichere Umgebung würde ich jedoch vorziehen.“ lächelte er zurück.

Catherine: „Gutes Argument, Lieutenant Colonel…”

Vincent: „Sehe ich ebenso, Ma´am… schließlich habe ich vor, jeden Millimeter deines Körpers zu kontrollieren.“

Catherine: „Jeden Millimeter?“

Vincent: „Mhmm, alles…“ Vincent nahm galant ihre Hand, hob seine Tasche auf, warf ihr einen umwerfenden Blick zu. Zusammen verließen Catherine und Vincent die Lagerhalle.

Auf dem Weg zur Schwelle ihres Gebäudes gingen die zwei eng umschlungen die Gänge entlang. Oft hielten sie an, küssten sich innig und hatten große Mühe die Hände von einander zu lassen.

Catherine ging als erstes die Stufen zu ihrem Keller hinauf, überprüfte den Weg bis zum Aufzug… alles frei. Catherine rief den Aufzug. Als dieser sich öffnete und niemand darin war, folgte ihr Vincent umgehend. Beide drückten sich bis an die hintere Wand, damit Vincent sich schnell umdrehen konnte. Beide hatten Glück, niemand bestieg in dieser Zeit dazu. Trotzdem küssten sie sich, verschlangen sich in einander. Oben angekommen zog sie ihn sofort hinter sich her, sobald sich die Türen des Aufzugs öffneten.

Bis zu Catherines Apartment waren es nur noch ein paar Meter, doch kamen die ihnen endlos vor.

Nur noch einmal ums Eck und sie waren da. Diese letzten Meter küssten sie sich unentwegt. Catherine kramte nebenbei ihren Hausschlüssel heraus, als sie plötzlich innehielt. Direkt vor ihrer Wohnungstür saß jemand auf dem Stuhl und stützte den Kopf auf der Hand ab. Beide blieben stehen, sahen sich wortlos an. Der Besucher bemerkte die Anwesenheit zweier Personen und sah auf. Das Gesicht wanderte von einem zum anderen.

Catherine: „Elliott? Was tust du hier?” spontan stellte sich Catherine direkt vor Vincent.

Elliott: „Cathy… hi…“ Elliott sprach zwar mit ihr, aber seine Augen hingen mehr an der Person hinter Catherine.

Catherine: „Was willst du hier?“ sie wurde sauer.

Elliott: „Ich… ich ahm… Cathy, wer ist das? Was ist er?“ Catherines Blick ging zu Vincent. Ihre Gesichtszüge wurden weich, liebevoll und sie strich sanft sein Gesicht.

Vincent: „Wir sollten das nicht hier draußen besprechen, Liebes.“ Widerwillig sah sie ihn an, haderte mit sich.

Vincent: „Ich weiß, du willst es nicht, aber wir müssen das jetzt klären.“ Sie willigte ein, ging wortlos an Elliott vorbei.

Elliott: „Klären? Was? Cathy, was soll das. Ich verlange eine Erklärung!“

Vincent: „Du bist nicht in der Position, um etwas zu fordern! Schon gar nicht von Catherine…“ knurrte Vincent. Seine Stimme hielt er bedeckt, aber den Ton, den er Elliott gegenüber hatte, ließ ihn in seiner Art und Weise zurückrudern. Catherine öffnete derweil ihre Wohnungstür, hinter der die drei verschwanden.

Elliott ging hauptsächlich rückwärts. Er ließ Catherines sonderbaren Begleiter nicht einen Moment aus den Augen. Vincent störte es kein bisschen. Ganz im Gegenteil… Vincent stellte wie selbstverständlich seine Reisetasche an die Seite, öffnete nebenbei seine Jacke, lehnte sich an die Rückwand von Catherines Couch und verschränkte seine Arme in einander.

Catherine: „Also… noch einmal, Elliott… was willst du hier?“ Auch Catherine stand ihm mit verschränkten Armen gegenüber. Unsicher ging sein Blick von Catherine zu Vincent und wieder zu Catherine.

Elliott: „Mit dir reden…“ sagte er kleinlaut.

Catherine: „Reden… worüber bitte?“ sagte sie zweifelhaft.

Elliott: „Über uns und… was wir hatten…“ Catherine sah unsicher zu Vincent, der ihr aber aufmunternd zunickte. Sie lächelte ihn sanft an, atmete tief durch.

Catherine: „Was wir hatten ist vorbei. Es gibt kein uns, Elliott. Wir waren einmal zusammen, ja… aber… es ist schon ewig her.“

Elliott: „Ich habe es nie verwunden, dass du mich verlassen hast, Cathy. Ich liebe dich noch immer.“ In dem Moment atmete Vincent merklich tief durch und sah Elliott kritisch an. Da beschwichtigte Catherine ihn mit einem sanften Blick, wodurch er sich umgehend entspannte.

Elliott: „Hast du jemals das Selbe für mich empfunden?“ fragte er kläglich.

Catherine: „Elliott… ich dachte es… anfangs, aber… für dich empfand ich nie mehr wie Freundschaft.“ Elliott senkte seinen Kopf, sah zu Vincent rüber, dann zu Catherine.

Elliott: „Kanntet ihr zwei euch zu dem Zeitpunkt?“

Catherine: „Ja, wir kannten uns.“ Vincent übernahm und ergriff das Wort.

Vincent: „Wir kannten uns, das ist richtig, aber waren zu dem Zeitpunkt nicht fest zusammen, nur Freunde. Catherine stand zwischen dir und mir. Die Entscheidung war ihr nicht leicht gefallen.“

Elliott: „Doch hat sie sich für dich entschieden.“ Elliott musste tief durchatmen.

Vincent: „Hör zu… du scheinst ein netter Kerl zu sein, aber Catherine war nicht sonderlich begeistert darüber, dass du sie deswegen andauernd ansprichst und nun auch aufgesucht hast. Was mit euch beiden einmal war, ist Vergangenheit.“

Elliott: „Das du in der Hinsicht so locker bleiben kannst?“

Vincent: „Du hast, den Göttern sei Dank, keine Ahnung wie es in mir aussieht. Aber Catherine weiß es. Ich glaube nicht, dass es ihr gefallen würde, wenn ich dich hier auseinandernehmen würde.“

Catherine: „Dem stimme ich zu…“

Vincent: „Elliott, es ist nicht so, dass ich ein Problem damit habe, den Exfreund oder die Exfreunde meiner Lebensgefährtin kennenzulernen. Das ist schließlich nichts ungewöhnliches. Jedenfalls nicht dort, wo ich herkomme. Catherine hat eine meiner Verflossenen auch kennengelernt. Sie kommen gut miteinander klar. Und es wird sicherlich noch die eine oder andere Exfreundin von mir auftauchen. Aber ich weiß, wo ich hingehöre. Liebe und Respekt kannst du nicht erzwingen. Die Stärke liegt darin, diese Situation zu akzeptieren und daraus zu lernen.“

Catherine: „Durch deine aufdringlichen Aktionen und Anspielungen, machst du es mir unmöglich dich als Freund zu sehen, Elliott.“ Ungläubig sah er sie an.

Elliott: „Du wärst dazu bereit, mich als Freund zu sehen?“

Catherine: „Gerade jetzt ist es eine schwierige Fragen, die ich nicht beantworten kann. Ich wollte dich eigentlich nicht einmal hier in meiner Wohnung haben. Dieses Gespräch hast du Vincent zu verdanken.“

Elliott: „Vincent… dein Name fällt gerade zum ersten Mal.“ Vincent nickte zustimmend.

Elliott: „Deiner Uniform zur Folge und den Abzeichen, bist du bei der Air Force.“

Vincent: „Korrekt…“

Elliott: „Welcher Rang?“ Vincent sah zu Catherine, die ihm zunickte.

Vincent: „Lieutenant Colonel… mehr ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht wichtig.“

Elliott: „Wie soll es jetzt weiter gehen?“ fragend sahen sich Catherine und Vincent an.

Catherine: „Was bezweckst du mit dieser Frage?“

Elliott: „Ach ich weiß auch nicht.“ Elliott sah verzweifelt aus. Er fuhr sich mit seiner Hand durch die Haare. Vincent lehnte noch immer gegen die Couch, ließ seinen Kopf nach vorn sinken und schüttelte seine Mähne.

Vincent: „Wir drehen uns hier im Kreis, Elliott.“

Catherine: „Das sehe ich auch so. Du wirst die richtige Frau für´s Leben irgendwann finden. Du bist kein schlechter Mensch, Elliott. Die Prioritäten müsstest du allerdings ändern, um eine Frau an deiner Seite zu halten.“

Elliott: „Ich weiß nicht, ob ich das kann.“

Vincent: „Nun, dir wird nichts anderes übrig bleiben. Catherine gehört zu mir.“ Als wäre es ihr Stichwort gewesen, kam sie gezielt auf Vincent zu, schmiegte sich an seine Seite, in seinen Arm, legte eine Hand auf seine Brust, sah ihn anbetend an.

Vincent: „Ich biete dir zwei Möglichkeiten an und stelle dich vor die Wahl… ich kann entweder dein Freund sein und wir hegen einen neutralen, respektvollen Umgang, indem du unter anderem Catherine nicht weiter bedrängst… sie in Frieden lässt. Oder aber du kannst mich zum Feind haben… das bedeutet jedoch, du solltest besser das Land verlassen oder dich in Luft auflösen. Denk darüber nach.“ Elliott stand wie versteinert da.

Catherine: „Elliott, ich möchte nicht unhöflich sein, aber… Vincent und ich würden jetzt gern allein sein.“

Vincent: „Wir haben immerhin 3 Wochen nachzuholen.“ Er sah Catherine an, zog sie fest an seinen Körper und küsste sie innig, nahm ihre Oberlippe zwischen seine Frontzähne. Catherine gab sich seinem Kuss voll und ganz hin… Elliott stockte der Atem, nickte stumm.

Elliott: „Gut, ähm… ich gehe dann besser.“ Er ging zur Haustür, sah sich noch einmal zu Catherine um, sah ihr glückliches Gesicht und verschwand.

Catherine: „Danke…“ flüsterte sie ihm zu, als sie hörte, wie die Tür ins Schloss fiel.

Vincent: „Ich liebe dich… du gehörst zu mir…“

Catherine: „Ich will dich…“ dies ließ er sich nicht zweimal sagen. Vincent zog seine Jacke aus, warf sie zur Seite, zog seinen Pullover über den Kopf, ließ den auf den Boden fallen. Catherine sah ihn hungrig an, entledigte sich ebenfalls ihrer Sachen. Der Weg vom Wohnzimmer bis zum Bett war gepflastert mit einem Gemisch aus verschiedenen Kleidungsstücken.

Vincent ließ seinen Worten Taten folgen. Er inspizierte, kontrollierte und fuhr jeden Millimeter Catherines Körpers mit seinem Mund, seiner Zunge und seinen Händen ab. Catherine wandt sich unter ihm, wie ein Aal, griff in die Laken, wölbte sich ihm entgegen und stöhnte voller Lust. Vincent kostete sie überall. An ihrer Weiblichkeit angekommen schien Catherine förmlich zu zerspringen, griff in seine Mähne und bewegte sich mit ihm. Sein Mund und seine wendige Zunge brachte sie zum Höhepunkt. Doch ließ er ihr keine Sekunde Zeit, um sich davon zu erholen. Vincent glitt über sie, drängte sich zwischen ihre Schenkel, stieß kräftig in ihr inneres und hielt kurz inne. Er musste sich konzentrieren, um ihr nicht in den Höhepunkt zu folgen. Ihre Kontraktionen waren deutlich spürbar. Catherine umschloss seine Taille mit ihren Beinen, um ihn tiefer zu nehmen und fing an sich unter ihm zu bewegen. Vincents Stöße beschleunigten sich, seine Atmung, sein Herzschlag wurden schneller. Lang hielt er dieses Mal nicht durch. Der Drang in ihr zu kommen und sich in ihr zu entleeren war zu groß. Catherine spürte, dass er versuchte sich zurückzuhalten.

Catherine: „Lass dich gehen, mein Schatz. Ich will alles von dir in mir haben.“ flüsterte sie in sein Ohr. Die letzten Worte waren zu viel für ihn. Er stemmte sich auf seine Arme, packte Catherine mit einer Hand an ihrem Oberschenkel, stieß ein paar Mal kräftig in ihre äußerst feuchte Mitte. Sein Höhepunkt übermannte ihn und ließ seine Muskeln zittern. Catherine zog ihn zu sich herunter, küsste ihn innig und leidenschaftlich, ließ ihre Hände über seine Oberarme, Schultern, Rücken und seinen Pobacken gleiten, massierte sie, benutzte ihre Fingernägel.

Catherine: „Ich hab dich so sehr vermisst.“ Vincent stützte sich auf seine Unterarme, strich eine Strähne aus ihrem Gesicht.

Vincent: „Wie, glaubst du, erging es mir? Jede Nacht hab ich von dir geträumt. Ich wünschte mir so sehr dich bei mir zu haben.“

Catherine: „Ich liebe dich so sehr, Vincent.“ Zur Antwort senkte er seinen Mund auf ihren. Catherine spürte, wie Vincents Schaft in ihr wuchs, größer und länger wurde… pulsierte.

Vincent: „Ich brauche dich… gib dich mir hin…“ Seine Stimme war schnell, hastig, bestimmend, besitzergreifend.

Catherine: „Ich bin hier… nur für dich… nimm mich… ich bin dein…“ Er nahm sie an den Handgelenken, zog diese über ihren Kopf, fixierte sie dort. Mit dem anderen Arm stützte er sich neben ihr ab und bewegte sich energisch in ihr. Catherine spürten die harte und pralle Eichel seines Schaftes in sich gleiten. Es nahm ihr fast den Atem.

Catherine: „Oh Gott, Vincent… was tust du mit mir?” hauchte sie völlig erregt. Eine Antwort bekam sie nicht in Worten. Während er ihre Handgelenke weiterhin über ihrem Kopf hielt und sich in ihr bewegte, beugte er sich zu ihren Brüsten, nahm die prallen und starren Nippel erst zwischen seine Lippen, dann komplett in den Mund, saugte an ihnen.

Vincent: „Du bist mein… kein anderer Mann wird jemals mehr dich an meiner Stelle Lieben.“ Catherine nahm seine Worte wie durch einen Traum war. Hatte er das wirklich gerade gesagt?

Catherine: „Ich gehöre dir… nur dir allein… niemand anderem…“

Vincent: „Niemand anderem… nur mir.“

Catherine: „Du gehörst mir, Liebling… nur mir. Keine andere Frau wird dich mir wegnehmen.“ Vincent rutschte auf ihre Seite, ohne ihre Mitte zu verlassen, drehte sich auf den Rücken, zog Catherine mit sich, sodass sie rittlings auf ihm saß. Vincent umfasste ihre Hüften, bewegte sich unter ihr, deute damit an, dass Catherine sich auf ihm bewegen soll… und das tat sie mit Vergnügen. Catherine ritt ihn hart und verlangte ihm alles ab. Sein Durchhaltevermögen wurde auf eine harte Probe gestellt. Beide wurden sie belohnt. Zusammen glitten sie in einen Höhepunkt, der bei Catherine begann und ihn mit sich hinüber zog.

Geschafft und entkräftet sackte sie auf ihm zusammen, lag auf seiner großen breiten Brust. Vincents Hände strichen beruhigend über ihren zarten weichen Rücken.

Beide brauchten ein paar Minuten, um wieder klar denken zu können. Langsam rutsche sie an seine Seite, direkt in seinen muskulösen Arm, bettete ihren Kopf an seiner Schulter. Sanft berührte sein Mund ihre Stirn, küsste sie dort sanft.

Catherine: „Mmmmh, das ist so schön…“

Vincent: „Mhm, ich könnte ewig mit dir hier liegen bleiben.“

Catherine: „Aber?“

Vincent: „Was würden deine Freundinnen sagen, wenn sie nachher kommen und wir noch im Bett liegen, hm?“ bei diesem Gedanken musste sie lachen.

Catherine: „Die beiden würden eine anzügliche Bemerkung nach der anderen machen.“

Vincent: „Das befürchte ich auch. Wann werden die zwei da sein?“ Catherine sah auf ihre Uhr.

Catherine: „In etwa einer Stunde. Wir haben noch etwas Zeit. Ich möchte an deiner Seite liegen, dich neben mir fühlen.“

Vincent: „Mir geht es ebenso.“

Ein paar Minuten lagen sie schweigend beieinander. Catherine hörte deutlich seinen kräftigen Herzschlag, lächelte in sich hinein.

Ein weiterer Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es Zeit war aus dem Bett zu kommen. Vincent war eingenickt. Sie küsste sanft seinen Mund. Müde öffnete er seine Augen, sah sie an.

Catherine: „Jenny und Nancy kommen bald. Ich gehe mich duschen. Schlaf ein wenig. Wenn ich fertig bin, weck ich dich.“ Vincent sagte nichts darauf. Er schloss seine Augen und driftete in den Schlaf.

Kurze Zeit später war Catherine fertig geduscht und leger angezogen. Sie setzte sich zu ihrem schlafenden Schatz an die Seite, kraulte seine muskulöse Brust, strich sanft seinen Hals, sein Gesicht. Langsam kam Leben in ihn herein. Doch musste er sich dazu zwingen seine müden Augen zu öffnen.

Catherine: „Heyyy…“ weckte sie ihn so sanft es ging.

Vincent: „Hmm, was…“ murmelte er zerknittert. Catherines Hand fuhr mehrfach über seine Brust.

Catherine: „Jenny und Nancy werden bald da sein.“

Vincent: „Ja stimmt…“ sie hatte Mitleid mit ihm.

Catherine: „Wir hätten einen anderen Abend ausmachen sollen. Du bist fix und fertig…“

Vincent: „Nein, ist schon in Ordnung. Gib mir ein paar Minuten.“

Catherine: „Sicher?“

Vincent: „Ganz sicher… ich gehe mich gleich duschen.“

Catherine: „Brauchst du irgendetwas?“

Vincent: „Nur meine Tasche. Da sind Wechselsachen drin.“

Catherine: „Okay… ich hole sie dir und stelle die Tasche neben das Bett.“ Er nickte müde, schloss kurz seine Augen, rieb sich sein Gesicht.

Catherine: „Ich mach dir einen Kaffee. Was hältst du davon?“

Vincent: „Der wird mich auf die Beine bringen, danke Liebes.“ Catherine beugte sich zu ihm, küsste ihn innig.

Catherine: „Los raus aus dem Bett, Soldat… Zwei hungrige und wissbegierige weibliche Drachen sind auf dem Weg hier her, um dich rücksichtslos auszuquetschen und zu Tode zu reden.“ So müde er auch war, aber Catherines Wortwahl brachte ihn zum Lachen.

Vincent: „Du wärst der ideale Drillsergeant, mein Schatz. Solch einen Ansporn zum Aufstehen hatte ich bis jetzt noch nie.“ Er richtete sich auf, ergriff ihre Hüften, zog sie an sich heran und küsste sie.

Vincent: „Ich geh mich duschen.“

Er schwang sich aus dem Bett. Catherine sah ihm und seinem nackten muskulösen Körper hinterher. Am liebsten wäre sie ihm in die Dusche gefolgt, doch die Zeit war knapp bemessen. Es war nicht mehr genug Zeit dafür.
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