Vom Nordlicht berührt

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
Kakashi Hatake OC (Own Character)
16.05.2020
23.05.2020
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23.05.2020 1.977
 
"Es ist ernst, Kakashi. Jetzt ist auch noch das Team aus Kumogakure spurlos verschwunden. Zuerst Kiri, dann Suna, Iwa und jetzt auch noch Kumo. Allein deswegen müssen wir etwas unternehmen."

  Tsunade hatte recht. Seit den Neuigkeiten aus dem Land des ewigen Schnees, verschwand jeder Shinobi, der dorthin entsandt wurde. Die Dörfer im südlichen Teil des verschneiten Landes waren verängstigt und trauten sich nicht mehr bei Nacht herauszugehen. Angeblich käme 'die Bedrohung' aus dem nördlichsten Dorf, das auf der Landkarte zu finden war - Mugen Yoru no Sato, dem Dorf der unendlichen Nächte. Es hieß, die Sonne würde dort nie scheinen und die Menschen seien völlig von der Außenwelt abgeschnitten.

  Kakashi seufzte. "Und was sollen wir tun? Wenn der Kontakt bei jedem Team - bestehend aus zwei oder drei Shinobi - abbricht, sobald sie die dunkle Grenze passieren ... wäre es dann doch extrem riskant auch eines unserer Teams zu schicken."

  Tsunade fasste sich geschafft an die Stirn und schüttelte leicht den Kopf. "Ja ... natürlich wäre es das. Aber wir müssen es versuchen. Unsere Verbündeten sind wahrscheinlich immer noch dort. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit verschwindend gering ist ... wir müssen davon ausgehen, dass sie noch am Leben sind. Wir werden ein Rettungsteam schicken, das die Verschwundenen finden soll. Außerdem möchte ich endlich erfahren, was dort an diesem gottlosen Ort vor sich geht - Kakashi. Ich möchte, dass du, Naruto, Sakura, Sai und Hinata euch auf den Weg macht."

  Kakashi nickte nachdenklich. "Zu fünft hätten wir eine Chance gegen was auch immer dort für Angst und Schrecken sorgt."

  "Das wird eine S-Rang Mission - ich möchte auf dem Laufenden gehalten werden, das heißt, ihr schickt alle drei Tage einen Bericht nach Konoha, erledigt eure Mission, findet die Ursache für das Verschwinden und beseitigt sie, verstanden?" Kakashi nickte. "Gut. Ich möchte nicht, dass ihr auch noch verschwindet", endete sie leiser und sah wieder zu ihrem Papierkram.

  Das war wohl das Zeichen, dass es losging. Kakashi machte sich sofort auf den Weg, um sein Team aufzusammeln. So gut wie jeder Shinobi in Konoha wusste mittlerweile, was im Norden vor sich ging. Deshalb war jeder vorbereitet, falls es kurzfristig zu einer langen Mission kommen sollte. Hinata war gerade dabei zu trainieren, als Kakashi sie mit einem schlichten:"Es geht los" zu sich rief. Sai war bei sich in der Wohnung und malte, und Sakura war dabei Nahrungspillen herzustellen. Beide waren bereit und gingen ohne zu zögern mit Kakashi und Hinata. Naruto musste zuerst geweckt werden, aber sobald er die Worte 'S-Rang Mission' hörte, war auch er sofort zur Stelle. Am Haupttor machten sie Halt, damit Kakashi die Einzelheiten der Mission erklären konnte.

  "Ist das wirklich wahr? Wir werden losgeschickt, um der Sache im Norden auf den Grund zu gehen? Das ist ja so cool!" Naruto schien sich offensichtlich zu freuen, allerdings boxte Sakura ihm im nächsten Moment gegen den Oberarm, was ihn zusammenzucken ließ.

  "Aua!"

  "Du Vollidiot! Kein Grund sich darüber zu freuen. Diese Mission wird, abgesehen vom Krieg, vielleicht die schwierigste, die wir je hatten, also reiß dich zusammen und hör Kakashi endlich zu!"

  "Vielen Dank, Sakura", kam es daraufhin trocken von Kakashi. Er seufzte abgrundtief und verschränkte beide Arme vor der Brust. "Also gut. Ihr wisst worum es geht. Seltsame Dinge geschehen im Dorf der unendlichen Nächte und wir müssen der Sache auf den Grund gehen und - wenn möglich - die verschollenen Shinobi der anderen versteckten Dörfer finden und zurückbringen. Diese Mission ist S-Rang, dementsprechend verdammt wichtig, also erwarte ich Konzentration." Er sah tadelnd zu Naruto. "Und ich erwarte, dass wir zusammenbleiben. Wir wollen doch nicht auch noch verschwinden, oder?"

  Eine unangenehme Stille breitete sich zwischen ihnen aus. Kakashi überging diese Stille und machte mit seinen Instruktionen weiter. "Wir sollten am besten hinfliegen. So brauchen wir keine zwei Wochen, sondern etwa zwei Tage bis zur Ankunft an der dunklen Grenze. Sai?" Sai verstand den Wink, holte eine Schriftrolle und einen Pinsel heraus, mit dem er etwas auf das weiße Papier malte. Gleich darauf formte er die nötigen Fingerzeichen.

  "Ninpou: Gemälde der Bestien." Im nächsten Moment erschienen fünf weiße, aus Tinte bestehende Vögel, die mit schlagenden Flügeln nur darauf warteten, in den Himmel steigen zu können. Nachdem das Team die korrekte Kleidung angelegt hatte, die der extremen Kälte im Land des ewigen Schnees trotzen sollte, stieg jeder auf seinen Vogel und machte sich in schnellster Geschwindigkeit auf in Richtung Norden.


   Je länger sie unterwegs waren, desto kälter wurde es. Die Laubbäume wurden zu Nadelbäumen, die Flüsse und Seen zu riesigen vereisten Flächen. Bis das Team dann am zweiten Tag die Berge zu Gesicht bekam, hinter der sich pure Dunkelheit erstreckte.

  "Ist das da vorne die dunkle Grenze?", schrie Sakura dem eiskalten Wind entgegen und sah zu Kakashi, während sie ihren dicken Schal noch etwas enger um den Hals schlang.

  "Ja! Dort vorne zwischen den Bergen gibt es eine Passage, durch die wir gehen können. Fliegen wäre jetzt zu riskant." Mit diesen Worten flogen die Vögel im Sturzflug in Richtung Waldboden. Kurz davor bremsten sie ab und landeten federleicht auf dem weichen Schnee, der unter den großen Flügeln aufgewirbelt wurde. Gleich nachdem das Team von ihren Vögeln gestiegen war, verschwanden diese sogleich und hinterließen bloß ein paar Tintenflecken im Schnee.

  "Wow...", hauchte Naruto und sah zur erwähnten Passage, die zwischen zwei riesigen Bergen lag. Sakura, Sai, Hinata und Kakashi taten es ihm gleich und sahen staunend zum Durchgang. Die Nadelbäume um sie herum waren riesig. Sie hinderten das meiste Tageslicht daran bis auf den Waldboden zu gelangen, weshalb nun eine Art Zwielicht herrschte. Die Bäume reichten bis zu den kargen Felswänden der Berge und hörten dann abrupt auf. Die Passage war verschneit, so wie alles andere um sie herum auch, jedoch hörte sie etwa auf halbem Weg auf zu existieren. So als würde dort eine Art dunkle Barriere sein, ein Schleier, der den Durchgang von einer, in die andere Welt markierte. Diese Barriere war nicht völlig schwarz. Sie war eher von einem tiefen Blau, das ab und zu ein paar kleine Schneeflocken von der anderen Seite hindurch ließ.

  "Wenn Schneeflocken unbeschadet von der anderen Seite durchkommen ... sollten wir das eigentlich umgekehrt auch schaffen", stellte Kakashi fest und sah dann zu Hinata. "Hinata. Kannst du irgendetwas sehen?"

  Sofort aktivierte sie ihr Byakugan und starrte konzentriert zu der Barriere. "Ich sehe gar nichts ... So als würde irgendetwas mein Byakugan stören", sagte sie leise und zögerlich.

 "Das heißt wir gehen jetzt einfach so durch dieses Portal der Dunkelheit, von dem wir wissen, dass es niemanden mehr herausgelassen hat?", kam es skeptisch von Sakura, die sich die Arme durch die kirschrote Jacke hindurch warm rieb.

  "Na ja, wir haben keine andere Wahl. Oder hast du etwa eine bessere Idee, wie wir unsere Mission beenden sollen, ohne dabei das Dorf der unendlichen Nächte je gesehen zu haben?", fragte Sai mit neugierigem Blick.

  Sakura schlug die Augen nieder, murmelte etwas vor sich hin und sagte schließlich: "Okay, na schön. Ich hoffe nur, dass wir wieder herauskommen..."

  "Das hoffe ich ehrlich gesagt auch. Ich will nicht verschwinden, bevor ich Hokage geworden bin", murmelte Naruto und starrte skeptisch zur dunklen Barriere.

  "Ich will eigentlich auch nicht verschwinden", fügte Hinata noch hinzu und strich sich nachdenklich eine Haarsträhne hinters Ohr.

  Kakashi seufzte abermals. "Niemand von uns wird hier verschwinden. Wir sind doch fähige Shinobi und wissen, dass dort auf der anderen Seite etwas lauert. Reichen die Geschichten von verschollenen Shinobi etwa schon aus, damit ihr aufgebt?"

  "Wer hat denn was von Aufgeben gesagt? Ich bin sowas von dabei", sagte Naruto mit fester Stimme und grimmigem Blick. Sakura stimmte lächelnd mit ein und Hinata wurde klar, dass ein Rückzieher nun nicht mehr in Frage kam, weshalb sie einfach schüchtern mit einstimmte. Sai war sowieso von Anfang an dabei gewesen.

  Kakashi atmete erleichtert auf und drehte sich zur Passage. "Na schön ... Was auch immer passieren wird, sobald wir da durchgehen - wir bleiben zusammen, verstanden?"

  "Verstanden!", kam es gleichzeitig von allen. Und mit diesen Worten überquerten sie die Passage in Richtung Barriere. Kakashi war der erste, der ohne zu zögern hindurchtrat. Als nichts passierte, folgten Hinata, Naruto, Sakura und Sai ihm mit einem schlechten Gefühl im Magen.

  Als sie hindurchgetreten waren, sahen sie kaum die eigene Hand vor Augen. Pure Kälte schlug ihnen entgegen, die an ihren Kräften zerrte, so als zöge sie jedes Glück und jede Lebensenergie aus ihnen heraus.

  "Es ist unfassbar kalt hier..."murmelte Hinata und zog sich die dicken Handschuhe zurecht. Sie war einfach nicht für die Kälte geschaffen.

  "So etwas habe ich noch nie gesehen...", kam es staunend von Kakashi, der seine Faszination kaum verbergen konnte. Die anderen sahen ebenso staunend in die Ferne. Die Nadelbäume hier auf der anderen Seite waren wahrscheinlich noch höher und noch um einiges breiter. Sie waren von einer dicken Schnee- und Eisschicht ummantelt, sodass sie bei Tageslicht wahrscheinlich rein weiß sein würden. Durch die tiefe Dunkelheit dieser unnatürlichen Nacht aber, erschienen sie dunkelblau, teilweise dunkelviolett und schimmerten sanft. Durch die Bäume hindurch, etwa mehrere hundert Meter weiter, konnte man ein relativ großes Dorf erahnen, von dem hier und da schwaches Licht aus einigen Fenstern zu erkennen war.

  "Ist das da hinten etwa-?", kam es ehrfürchtig von Naruto, der sich gleichzeitig eine blaue Mütze überzog, woraufhin Hinata ganz rot wurde. Sie war froh, dass es hier so dunkel war - aber Naruto sah in der Mütze einfach toll aus.

  "Ja. Wir sind da. Das da muss Mugen Yoru no Sato sein", sagte Kakashi.

  Plötzlich überkam ihn ein schlechtes Gefühl und ein Kribbeln im Nacken warnte ihn, als er im nächsten Moment auch schon einem Pfeil auswich, der daraufhin tief im nächsten dicken Baumstamm stecken blieb, der sein Kopf hätte sein können. Sofort waren alle in Kampfbereitschaft und warteten mit gezücktem Kunai auf die Person, die schnell näher kam. Nur das Knirschen des Schnees war zu hören und das leise Klackern von Holzpfeilen in einem Köcher. Kakashi kniff das Auge zusammen, um in der Dunkelheit besser sehen zu können, denn er konnte hinter einem Baum weiter hinten eine Silhouette erahnen.

  "Wir sind in der Überzahl, komm raus und zeig dich!", kam es mit bedrohlichem Unterton von ihm.

  Dort, wo sie standen, schien ganz schwaches silbernes Licht, das vom beinahe vollen Mond über ihnen kam. Die knirschenden Geräusche im Schnee hörten abrupt auf, um gleich darauf noch schneller erneut zu ertönen. Es kam jemand aus dem Wald auf den etwas freieren, helleren Waldweg zu ihnen gestapft. Als sie ins kaum vorhandene Licht trat, ließ Kakashi sein Kunai etwas sinken. Vor ihnen stand eine junge Frau, kaum älter als Sakura oder Hinata, mit langem, dunklen Haar und Umhang, bewaffnet mit Pfeil und Bogen, die sie beide locker in einer Hand hielt. Nun ließen die anderen ihre Waffen ebenfalls sinken. Offenbar würde sie sie nicht angreifen, immerhin war ihr Bogen nicht gespannt.

  Etwas regte sich im Gesicht dieser Frau, denn sie runzelte die Stirn, während ein wütender Ausdruck in ihre Augen trat. "Was zum Teufel macht ihr denn hier?! Wenn ihr euch so sehr nach dem Tod sehnt, dann kann ich euch einen Gefallen tun und ihn beschleunigen!" Mit diesen Worten spannte sie blitzschnell ihren Bogen und zielte mit dem Pfeil auf Kakashis Kopf.



Vielen Dank für die vielen Favoriten-Einträge!!
Hoffe, dass euch das erste Kapitel gefallen hat! ❤️
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