Blacklist

GeschichteDrama, Romanze / P18
Dembe Zuma Donald Restler Elizabeth Keen Harold Cooper Raymond "Red" Reddington
16.05.2020
03.09.2020
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04.08.2020 3.046
 
„Du sagst, dass er gerade auf dem Weg ist um Katharina Rostova zu treffen?“ hakte Harold nach und rieb sich die Stelle zwischen seinen Augen. Das er Katharina treffen wollte war das eine. Aber sie alle wussten wie dieses treffen ausgehen würde. Einer von beiden, würde sterben und er wusste warum Elizabeth ihn um Hilfe bat. „Wohin soll ich das Team schicken?“
„Ich sende dir die Daten und gebe dir Reddingtons Nummer damit Aram ihn Orten kann“, sagte Elizabeth endlich und musste sich zurück in die Kissen legen. Ihr stand der Schweiß auf der Stirn und sie spürte die Panik in sich wachsen. Ja. Sie wollte erst Katharina zu ihr locken, allerdings hatte sie sich während des Gesprächs mit Cooper um entschieden. Die Zwillinge. Ihre Kinder. Sie musste… Sie wollte diese Kinder als ihre Priorität setzten. Auch wenn sie Katharina selbst zur Rede stellen wollte, konnte sie es nicht wegen den Ungeborenen. Der Stress würde nur eine Frühgeburt auslösen und außerdem war sie in diesem Zustand einfach nicht Mobil. Sollte Katharina es wieder auf ihre Kinder absehen, wäre es das gewesen. Und sie wollte nicht so sein wie ihre Mutter. Dom beschuldigte sie unentwegt darüber wie ihre Mutter zu sein, dass Elizabeth sich wirklich Gedanken darum machte. Natürlich war auch ihr schon der Gedanke gekommen, dass sie ein Monster sei, weil sie ihre Babys immer und immer in Gefahr brachte. Weil sie so Selbstsüchtig war und Dinge tat die… Red hatte sie damals beruhigt. Zumindest hatte er es versucht und lange hatte sie deshalb nicht mehr darüber nachgedacht, weil sie dann ihre Kinder als Priorität gesetzt hatte. Und sie hatte sich solche Mühe damit gegeben, dass den beiden nichts passieren würde und dann wurde sie angegriffen. Elizabeth holte tief Luft. „Bitte helft ihm“, sagte sie leise. „Ich darf ihn nicht verlieren.“
„Elizabeth, wenn wir uns einmischen wird Katharina festgenommen. Wir werden Reddington sie nicht töten lassen“; auch wenn Harold da gerne wieder ein Auge zudrücken würde. Katharina hatte Elizabeth auf eine Weise in Gefahr gebracht, die keine Mutter ihrer Tochter antun würde. Sie hätte sterben können.
„Was ihr entscheidet oder macht ist mir egal. Harold er ist alleine dort mit Dembe. Sie wird ihm eine Falle stellen und er ist noch nicht fit! Schickt ihm ein Team. Bitte!“
„Elizabeth beruhig dich. Schick mir die Daten und ich kümmere mich darum. Und dann rufe ich dich wieder an.“ Harold legte auf und wartete bis Liz ihm die Daten zugeschickt hatte. Anschließend gab er Aram Bescheid und briefte das Team. „Wir umstellen die Gegend und prüfen nach ob Katharina nicht bereits Leute dort Positioniert hat. Mission ist es Katharina auszuschalten bevor sie unseren Informanten töten kann.“
Donald holte tief Luft als er das hörte. „Nehmen wir sie gefangen oder…“
„Das entscheidet sich nach Lage. Wenn wir sie festnehmen können, dann werden wir das. Sollte sich die Option nicht ergeben wird sie ausgeschaltet.“
„Verstanden ich mache das Team bereit“, sagte Ressler und trennte sich als erster von der Runde, gefolgt von Alina. Aram tippte bereits im Computer herum und versuchte Reddington zu Orten. „Er ist noch ein gutes Stück entfernt“, berichtete er Cooper. „Wir müssten vor ihm da sein.“
„Gut.“ Cooper presste seine Lippen zusammen und sah Aram eine Weile lang an. „Kontaktiert Agent Keen dich noch?“
„Ja… Also… Hin und wieder wenn auch nur kurz. Ich weiß das es ihr gut geht“, und davon war Aram überzeugt. „Reddington behütet sie wie ein zerbrechliches Ei… Was sie ja im Moment auch irgendwo ist.“
„Ich hoffe das sie keine Falsche Entscheidung trifft“, sagte Cooper und musterte Aram. „Sobald du Reddington geortet hast, wäre es nicht verkehrt, wenn du nach Elizabeth schaust und bei ihr bleibst. Sie wird einen Freund gebrauchen können, egal wie das hier heute ausgehen wird.“ Nichts desto trotz war Katharina ihre Mutter. Das hier war und würde für sie nicht gut enden.
„Das ist eine gute Idee“, fand Aram und nickte mehr zu sich selbst. „Ich schicke seinen Live Standort an Ressler“, sagte Aram und griff sich kurz danach seine Tasche, ehe er los eilte. Harold hatte absolut recht. Elizabeth würde einen Freund gebrauchen können, weil das hier nicht gut enden würde. So oder so.

Elizabeth rieb sich ihren Bauch und versuchte tief Luft zu holen. Er hatte ihr nur gesagt, dass er etwas vorhatte. Geschäfte. Aber er hatte ihr nicht gesagt was er wirklich plante. Sie nahm es ihm nicht übel, immerhin wusste Elizabeth wie anstrengend sie selbst sein konnte und wie sie ihn dann zu Dingen gedrängt hätte die er so nicht wollte. Sie wäre zum Beispiel gerne mitgegangen, er hätte es ihr dann erst ausreden müssen und jemandem zusagen das er Los zog um die Mutter der jeweiligen Person umzubringen war doch schon etwas Rabiat. Nur war Katharina keine Bilderbuch Mutter. Ob sie nun dazu gedrängt wurde eine solche Mutter zu sein oder nicht spielte keine Rolle. Sie hatte einfach viel zu viele Dinge getan die so nicht hätten passieren dürfen. Den Mord den Agnes mitansehen musste. Das reinschleichen in ihr Leben. Iliyas Entführung. Dembe und sein Imam. Und der Mordversuch. Der doppelte Mordversuch, wenn man es so sehen wollte. Red konnte noch nicht weit sein. Harold hatte noch nicht zurückgerufen. Deshalb griff sie sich ihr Telefon und wählte Dembes Nummer. Sie wartete eine Weile, weil Dembe vermutlich erst die Nummer prüfte und Red anschließend das Handy reichte. „Elizabeth, ist alles in Ordnung?“ Raymonds Stimme zu hören, beruhigte sie gerade sehr. Er klang so entspannt und sie versuchte sich davon beeinflussen zulassen. „Nein ehrlich gesagt nicht“, gab sie zu. „Mit mir ist alles in Ordnung aber ich weiß wohin du unterwegs bist.“ Als Liz für einen Moment nichts hörte, sprach sie direkt weiter. „Ich wusste es schon als du Los gegangen bist. Ich will dich nicht stoppen- Ich mache mir aber sorgen. Du weißt wie Heimtückisch Katharina ist.“
„Lizzy…“ Red sprach ihr rein, aber Elizabeth gab ihm erst einmal keine Chance dazu. „Das letzte Mal warst du Verschwunden und fast gestorben! Ich will nicht das so etwas wieder passiert Red! Kannst du das verstehen?“
„Lizzy beruhig dich erst einmal. Wir brauchen noch eine knappe Stunde bis wir dort sind. Der Verkehr ist furchtbar“, sagte Red sie zunächst.
„Lenk nicht ab“, meinte Elizabeth zurück. „Du weist in welche Gefahren du dich begibst. Du weist das du vielleicht nicht zurückkommst.“ Als Elizabeth das sagte blickte er aus dem Fenster und presste seine Lippen zusammen. Er wollte sie nicht belügen. Er belog sie nie, also wollte er lieber Schweigen. „Lizzy…“ Elizabeth seufzte als sie ihren Namen hörte und schloss ihre Augen. „Raymond ich habe Cooper angerufen. Er schickt ein Team zur Unterstützung.“
Red biss sich auf seine Zunge bevor er etwas sagte, dass er bereuen würde. „Elizabeth, das war nicht nötig gewesen. Ich weiß du sorgst dich, aber Dembe und ich haben alles unter Kontrolle.“
Elizabeth schluckte den Klos in ihrem Hals runter und holte gut hörbar Luft. „Ich schwöre dir Red, wenn dir etwas passiert bringe ich dich um!“
Lachend schaute Reddington weiter aus dem Fenster und schüttelte leicht seinen Kopf. „Diese Ehre werde ich nur dir zu Teilkommen werden lassen Lizzy“, versicherte er ihr und lehnte sich weiter zurück in den Sitz. „Ich schätze er wird Ressler und Alina mit einem Team hergeschickt haben. Ich werde unsern Donald gleich mal Anrufen und mit ihm abstimmen wie wir am besten vorgehen.“ Er konnte Elizabeth erleichtert seufzen hören und musste lächeln. Wenn sie sich wohler fühlen würde, würde er sich eben mit Donald kurzschließen, aber es würde nichts an dem Ausgang dieses Treffens ändern. „Solange er Katharina nicht verscheucht ist es mir egal.“
„Raymond bist du dir sicher, dass du fit genug für dieses treffen bist? Ein Fehler kann dir alles…“
Raymond wollte das Gespräch nicht beenden, er war froh das er Elizabeth weiter hören konnte und hielt sie entsprechend in der Leitung. „Lizzy das ist nicht das erste Mal, dass ich auf solche schwierigen Verhandlungen treffe und da war ich auch in wesentlich schlechterem Zustand als jetzt. Vertrau mir.“
„Vertrauen ist das eine Raymond. Ich kann mir gut vorstellen das du den Tod mehr als einmal betrogen hast aber… Ich habe ein schlechtes Gefühl bei dieser Sache… Ich… Ich hätte dich gar nicht erst gehen lassen dürfen. Wenn du heute nicht zurückkommst, wird mich das zerstören“, flüsterte sie und blickte zur Decke hoch. „Ich habe dich da reingezogen. Ich hätte das selbst klären müssen.“
„Vielleicht hättest du, dass selbst tun müssen“, sagte Reddington entspannt. „Aber du bist jetzt nicht mehr alleine. Ich habe dir immer gesagt, dass wir ein verdammt gutes Team sind. Ich sorge mich um dich, genauso wie du dich um mich sorgst. Und ich will auf keinen Fall das weder du noch meine Kinder irgendwelcher Gefahren ausgesetzt sind. Ich werde ohne hin immer eine Gefahr für euch darstellen, aber hier und jetzt werde ich ein Übel aus unserem Leben nehmen. Elizabeth. Warte einen Moment.“ Red nahm das Telefon von seinem Ohr und lehnte sich zu Dembe vor. „Ruf Donald an und klär ab wo er sich gerade befindet. Er wird uns unterstützen.“
Dembe sagte nichts, sondern griff nur nach seinem Telefon. Elizabeth musste das FBI mit eingeschaltet haben und zugegeben… Dembe war froh darüber. Raymond hatte sich nicht bezüglich dieser Sache umstimmen lassen und alleine hatte Dembe ihn hier her eh nicht kommen lassen wollen. Er wollte Elizabeth später für diese Hilfe Danken. Zugegeben Dembe hatte ihr sehr lange Misstraut. Vor allem kurz nach dieser Feier und dann, weil Raymond wegen ihr so plötzlich aufgebrochen war um Abstand zu kriegen. Dembe war immer bewusst gewesen wie viel Raymond an Elizabeth lag, aber das er und sie vor einigen Jahren eine Liebschaft hatten, war ihm nicht bekannt gewesen. Es erklärte zumindest warum Raymond so schnell hatte von ihr weg sein wollen, nachdem sie Elizabeth in ihrer Wohnung geholfen hatten. Sein engster Freund, sein Bruder hatte Angst wieder verletzt und zurückgewiesen zu werden. Dembe schaute in den Rückspiegel und beobachtete Raymond dabei wie er mit Elizabeth telefonierte. Er musste sich gerade daran erinnern als er ihm in Chile erzählt hatte, was damals auf dem Containerschiff passierte war und wie er selbst darauf reagiert hatte. Schock war es nicht wirklich aber… Nun er war nicht schockiert darüber, dass es passiert war, sondern viel eher das Raymond ihm absolut nichts gesagt hatte. So viele Jahre hatte er es für sich behalten das Agnes sein Kind war. Wie schaffte man so ein gewaltiges Geheimnis nur für sich behalten? Wie belastend musste das für einen sein? Wie belastend war das für ihn nachdem er bereits seine Tochter verloren hatte? Und hier saß er nun, fuhr in einen sicheren Tod und telefonierte mit der zweiten Chance in seinem Leben. Dembe sollte umdrehen, er wusste das er umdrehen sollte und dem FBI die Sache überlassen. Raymond gehörte jetzt an Elizabeths Seite. Sie brauchte ihn. Eine Hand umklammerte das Lenkrad während er nun mit Donald sprach, aber innerlich wusste, dass wenn etwas passieren würde, es seine Schuld wäre. Er sollte und durfte Raymond nicht zu Katharina fahren.
Indessen telefonierte Reddington weiter mit Elizabeth und ignorierte das Gespräch welches Dembe führte. „Morgen wird ein neues ruhiges Kapitel anfangen Lizzy. Und in ein paar Monaten, lassen wir das alles zurück und kümmern uns nur um die Kinder. Du bekommst das Leben, welches du immer haben wolltest.“
„Ich will doch nur das du Teil unseres Lebens bist, egal wie es aussieht“, warf Elizabeth ein. „Bitte fahr zurück. Komm nach Hause, lass Katharina einfach. Wir haben es hier gut wo wir sind.“
„Lizzy du lebst wie eine Gefangene in dem Haus. Das will ich nicht für dich.“
„Eine gefangene bin ich nur wegen den Zwillingen Red. Ich darf mich ja kaum bewegen“, murmelte sie. „Ich schwöre dir wenn es mir besserginge, wäre ich dir schon nachgefahren. Ich überlege immer noch es zu tun. Ich halte es hier nicht aus!“
„Denk an Agnes. Denk an das Wohlergehen der Zwillinge. Mindestens vier Wochen sollten sie noch in deinem Baum wachsen dürfen Lizzy.“
„Bitte lass es sein.“
„Lizzy selbst wenn mir etwas passiert, was ich bezweifle, wirst du dir um nichts sorgen machen müssen. Du wirst alles bekommen was ich habe. Du wirst dich nie wieder um irgendetwas sorgen müssen. Du und die Kinder könnte euer Leben so führen wie ihr es möchtet. Darum… Mach dich nicht verrückt.“ Elizabeth erstarrte als sie das hörte und hob ihr Telefon von ihrem Ohr, damit sie tief Luft holen konnte. Anschließend wollte sie ihn anschreien, aber so wütend sie das machte, schreien konnte sie jetzt nicht. Ganz im Gegenteil. Ihre Stimme erschien ihr beinahe zerbrechlich.
„Raymond denkst du allen Ernstes es geht mir um das Geld? Ich habe in den letzten Jahren viele dumme Fehler begangen. Ich habe dich beinahe Umgebracht, nur um an dein Geheimnis zu kommen. Tom musste deswegen sterben und viele andere auch. Lass das alles nicht umsonst gewesen sein.“
„Lizzy es wird alles umsonst sein, wenn wir Katharina weiterhin freien Lauf lassen. Sie wird dir Schaden. Sie würde unsere Kinder wegnehmen. Du würdest niemals Frieden haben.“
Elizabeth spannte sich schrecklich an und spürte ihr Herz schneller schlagen. „Raymond lass uns nicht um Dinge sprechen, um die wir so oft gesprochen haben. Ich will das du nach Hause kommst. Ich habe dich gehen lassen, weil ich dachte, dass es das Beste sei die Dinge zu beenden, aber jetzt weiß ich, dass es Falsch war. „Elizabeth…“ Er biss sich auf seine Lippe und dachte über ihre Worte und das Gespräch nach. Sie reagierte gerade unheimlich emotional, was definitiv an der Schwangerschaft lag. Wenn sie nicht Schwanger wäre, hätte er sie vielleicht sogar mitgenommen und dass mit ihr zusammen gemacht. Wie ein Team. „Elizabeth“, sagte er nun wieder und das in einem wesentlich formaleren und ernsteren Ton. „Ich werde das machen. Ich rufe dich an, wenn ich auf dem Rückweg bin.“
„Warte! Du kannst nicht einfach das Gespräch beenden!“
„Doch das kann ich. Und das werde ich“, seine Stimme wurde nun wieder etwas sanfter und einfühlsamer. „Trink einen Tee und erhol dich. Wir sehen uns bald.“
„Ray!“ Liz blickte auf ihr Telefon als er aufgelegt hatte. Er hatte sich nicht richtig verabschiedet. Wenn ihm nun etwas passierte, wäre er aus ihrem Leben ohne das er noch einmal Ich liebe dich gesagt hätte oder sonst etwas in der Art. Dieser Idiot! Wütend schaute sie auf ihr Telefon runter und dachte angestrengt nach. Er war nicht alleine. Dembe wäre dort. Ressler wäre sicherlich dort und ein Team vom FBI. Er war nicht alleine. Elizabeth spürte wie die Kinder sich in ihrem Bauch drehten und der Schmerz half ihr kurz dabei klarer zu denken. Er würde sich nicht umstimmen lassen. Sie wollte zwar unbedingt das schlimmste verhindern, und Katharina anrufen, damit diese sich nicht mit ihm, sondern hier mit ihr treffen würde, aber… Jedes Mal, wenn Elizabeth so etwas getan hatte war es im Chaos geendet. Das wollte sie dieses Mal nicht wieder tun. Sie durfte nicht immer und immer wieder in das gleiche Muster verfallen. Als es plötzlich an ihrer Türe klopfte und diese Aufging, musste sie automatisch lächeln. „Agnes Liebling komm her“, sagte Liz und streckte ihre Hand nach ihrer Tochter aus. „Ich habe uns eine Orange mitgebracht“, sagte Agnes und kam langsam näher. „Ich habe überlegt ob du vielleicht noch Hunger hast.“
„Das ist sehr lieb von dir, lass sie uns zusammen essen.“ Elizabeth nahm die Orange entgegen als Agnes zu ihr aufs Bett geklettert war und fing an diese zu Schälen. „Wo ist Daddy hingegangen?“
„Hm? Er… Er musste etwas erledigen. War er noch bei dir bevor er losgegangen ist?“
„Ja, er hat gesagt das ich brav sein soll“, erzählte Agnes und seufzte leicht. „Mami da wo Justin jetzt ist, geht es ihm gut?“
Elizabeth sah zu ihrer Tochter runter und reichte ihr ein Stück der Orange. „Es geht ihm gut dort. Dort wo er ist, kann er jetzt spielen ohne Müde zu werden. Es geht ihm gut.“
„Wenn man stirbt, tut das weh?“ Agnes nahm die Orange entgegen und betrachtete diese. „Warum muss man sterben Mama?“
Agnes war kein kleines Kind mehr. Mit ihren sieben Jahren dachte sie über einiges nach und war auch entsprechend aktiv… Nun… Die Aktivität hatte erst zugenommen als Reddington wieder auf diese Weise in Agnes Leben getreten ist. Davor war sie… So Zurückhaltend und Schweigsam gewesen. Sie hatte nur in ihrer Fantasiewelt gelebt und die Welt um sich herum verschlossen. Elizabeth hatte sich große Sorgen darum gemacht. Aber zum Glück hatte Raymond so einen positiven Einfluss auf sie und daher hatte sie vieles schnell aufholen können. „Es ist mehr so, als würde man ganz Müde werden und dann schläft man ein. Schmerzen hat man dann keine“, sagte Elizabeth leise.
„Weist du das, weil du selbst fast gestorben bist?“
„Was… Meinst du genau?“ Elizabeth legte ihren Arm um Agnes und rieb sanft ihren Oberarm. „Als ich im Krankenhaus war?“
„Daddy hat mir erklärt was passiert.“ Agnes schaute zu ihrer Mutter hoch. „Wir waren beide so traurig Mama. Aber ich bin froh das du nicht sterben musstest.“
„Es tut mir Leid das du alles auf diese Weise lernen musstest Agnes…“ sagte Elizabeth leise. „Aber dein Vater und ich werden alles dafür tun, damit du so etwas nie mehr sehen musst. Okay?“
Agnes sagte eine Weile lang nichts, sie erzählte ihrer Mutter auch nicht, das sie oft nachts wach im Bett lag und sich Gedanken um so einiges machte. Manchmal war es ihr zu viel und da weinte sie dann furchtbar. „Macht Daddy etwas Gefährliches?“
Elizabeth öffnete ihren Mund, schloss ihn dann aber wieder, ehe sie nickte. „Ja Agnes. Aber er ist nicht alleine. Es wird alles gut werden.“
„Hm… Darf ich Daddy anrufen?“
„Aber natürlich.“ Elizabeth reichte ihr das letzte Orangenstück und griff sich wieder ihr Handy. Sie wählte Raymonds Nummer und wartete, aber er ging nicht ran. Ob er wütend war? Oder dem Gespräch aus dem Weg gehen wollte? Nachdenklich wählte sie Dembes Nummer, aber auch dort klingelte es durch. Elizabeth spürte die Säure in ihrem Magen hochsteigen und stand deshalb vom Bett auf. Nervös legte sie das Handy ab. „Entschuldige mich kurz Agnes.“ Ihr war so schlecht. Sofort begab sie sich ins Bad und übergab sich einmal, ehe sie dort auf ihre Knie rutschte und tief Luft holte. Wieso gingen beide nicht ran? Waren sie bereits am Treffpunkt? War alles in Ordnung?
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