Blacklist

GeschichteDrama, Romanze / P18
Dembe Zuma Donald Restler Elizabeth Keen Harold Cooper Raymond "Red" Reddington
16.05.2020
30.06.2020
37
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30.06.2020 2.434
 
Es musste irgendwann am frühen Morgen sein, als Elizabeth ihre Augen aufschlug und sich erst einmal orientieren musste. Wo war sie noch gleich? Ach ja… Sie war nicht mehr im Krankenhaus. Sie war in einem neuen Zuhause und sie fühlte sich unsagbar gut, trotz der schmerzen. Tief Luftholend nahm sie Reddington dicht neben sich war. Er wärmte ihren Körper und sie spürte seinen Atem ihre Wange streifen. Sie hatte sehr schnell gelernt, das er gerne kuschelte und sie war um seine Nähe auch Dankbar, gerade jetzt. Trotzdem war sie nicht etwa erwacht, weil die frühe Sonne sie stören würde. Es war immer noch sehr Dunkel, nur Vögel waren zu hören. Sie hatte ein anderes Problem. Sie musste aufs Klo und sie würde wieder seine Hilfe brauchen um dort hinzukommen. Noch weckte sie ihn aber nicht, sondern drehte ihren Kopf nur leicht in seine Richtung und hörte ihn dann tiefer Luftholen. Als sie ihre Stirn an seine Wange lehnte, bemerkte sie, dass er einfach weiterschlief und das gefiel ihr auch. Er war so warm und er roch so angenehm frisch. Vermutlich war er noch Duschen gewesen, nur wann genau? Sie war sich sicher, dass er bei ihr eingeschlafen war, aber vielleicht war er ja noch einmal aufgestanden? Elizabeth legte ihre Hand auf seinen Unterarm und beschloss ihn nun doch zu wecken. „Raymond“, flüsterte sie und strich ihm dabei sanft über den Unterarm. Sie spürte wie er erwachte und mit seiner Hand über ihren Bauch fuhr. „Hm… Lizzy?“ hörte sie ihn müde sagen.
„Entschuldige“, sagte sie ihm und legte ihre Hand auf seine. „Ich wollte dich nicht wecken aber…“
„Brauchst du etwas?“ Raymond war schnell bei verstand und setzte sich etwas auf, wobei er zu ihr runter sah. „Möchtest du in das Bad?“
„Ja“, gab sie zu und seufzte leicht. „Ich habe versucht mich zu bewegen aber…“
„Lizzy du sollst dich noch nicht anstrengen. Ich helfe dir.“ Er rieb sich mit einer Hand die Müdigkeit aus den Augen, ehe er aufstand und sie vorsichtig auf seine Arme nahm. Im Schlafzimmer befand sich ein großzügiges Bad und dort brachte er Lizzy auch hin. „Ich schaffe es von hier aus“, sagte Lizzy und versuchte auf ihren Beinen zu stehen. Als ihr das gelang, sah sie ihn lächelnd an. „Ruf mich wenn du soweit bist.“ Red fuhr mit seiner Hand über seinen Kopf und verließ das Badezimmer. Vor der Türe wartete er und blickte auf die Uhr. Fünf Uhr. Er war so müde er könnte noch weitere fünf Stunden schlafen. Das Elizabeth ihn geweckt hatte, störte ihn aber nicht. Er war ganz froh darüber, dass sie sich nicht davor scheute seine Hilfe zu nehmen. „Red?“ hörte er Elizabeth nach einer Weile sagen, weshalb er zurück in das Bad kam und sie am Waschbecken stehen sah. „Das Aufstehen hat geklappt“, sagte sie ihm lächelnd und ließ erst den Rand des Waschbeckens los als er seinen Arm um ihren Rücken gelegt hatte. „Es wird von Tag zu Tag besser“, sagte er ihr erleichtert und hob sie dann dennoch auf seine Arme, ehe er sich wieder ins Bett legte. Als Elizabeth sich auf die Seite drehte, schaute er zu ihr runter und hörte sie seufzend. „Tut das gut mal die Position zu wechseln.“
„Das kann ich verstehen.“ Red wollte sich hinlegen, als Elizabeth zu ihm hochsah. „Kannst du dich an meinen Rücken Legen und mich festhalten?“
„Natürlich.“ In Löffelchenstellung mit Lizzy? Es gäbe nichts Besseres. Zufrieden legte er sich hinter ihr hin und schlang vorsichtig seinen Arm um sie. Damit sie beide es bequemer hatten, legte er seinen Arm unter ihren Kopf und hielt sie so noch dichter an sich. Zu Letzt zog er die Decke über sie beide. Sein Gesicht vergrub er in ihrem Nacken und küsste sie dort sanft. „Danke Raymond.“
„Du musst dich nicht bedanken“, sagte er leise und schloss seine Augen. „Versuch noch zu schlafen Lizzy.“
„Ja…“ flüsterte sie und spürte nur kurz darauf, wie seine Atmung wieder langsamer und wesentlich tiefer wurde. Er musste wirklich müde sein. Es tat ihr leid, dass sie ihn hatte extra wecken müssen, aber sie war froh das er trotzdem gleich weiterschlafen konnte. Ihr fiel es da schon etwas schwerer aber nur, weil sie nicht aufhören konnte diesen Moment mit ihm zu genießen. Sie wollte sich diesen Augenblick mit ihm nicht durch Erinnerungen aus der Vergangenheit kaputt machen. Sie beide hatten schon so viel Zeit zusammen verloren. Und jetzt lag eine neue Zukunft vor ihnen. Am meisten war sie von Agnes überrascht. Die Kleine klebte regelrecht an ihren Vater. Besonders als sie sich den Disney Film angesehen hatten, war sie in seinem Arm gekuschelt gewesen. Sie hatte Reddington dabei beobachtet wie er überhaupt nicht auf den Film, aber auf seine Tochter geachtet hatte. Sie hatten extra einen Fernseher im Schlafzimmer deswegen angebracht. Es dauerte noch etwas, aber schließlich gab auch Elizabeth sich ihrer Müdigkeit hin.

Beide erwachten fast gleichzeitig. Elizabeth musste lächeln, weil er diese eine bestimmte Stelle unter ihrem Ohr küsste und sie beide einfach so träge liegen blieben. „Ich muss aufstehen“, flüsterte er ihr zu und küsste sie dann weiter. „Hm… Nein“, seufzte sie. „Noch nicht.“ Als er lachen musste vibrierte die Stelle an ihrem Hals und brachte sie damit zum Lächeln. „Ich muss“, sagte er wiederum und küsste die Stelle an ihrem Ohr noch einmal fester, ehe er sich aus der Umarmung raus manövrierte und langsam aufstand. Es war fast zehn Uhr. Agnes war bestimmt schon wach und Vontae sicherlich auch schon im Haus. Zunächst begab er sich zum Kleiderschrank und griff sich einen dunkelblauen Anzug heraus und ein passendes Hemd. Damit lief er ins Bad und machte sich für den Tag Fertig. Nach fast einer halben Stunde kam er wieder heraus und fand Lizzy im Bett sitzend vor. Besorgt sah er sie an, während er sein Jackett auf einem Stuhl ablegte und seine Ärmel hochkrempelte. „Lizzy alles okay?“
„Sitzen geht“, sagte Lizzy sofort. „Es hat gedauert, aber das bekomme ich ihn.“
„Das ist gut, aber geh es noch langsam an“, bat er sie.
„Das sagt derjenige der schwer vergiftet wurde und aus seinem Krankenbett geflüchtet ist, um den Täter zu finden.“
„Meine Lage war eine andere als deine“, sagte er ihr direkt und setzte sich zu ihr auf das Bett.
„Oder als du angeschossen wurdest, es fast nicht geschafft hast und dann nach ein paar Tagen wieder am ‚Arbeiten‘ war.“
„Meine Geschäfte erlauben es keine Schwäche zu zeigen.“ Er hob seine Hand und legte diese an ihre Wange. Er konnte das Gefühl nicht vergessen, als sie so kalt gewesen war. Jetzt aber strahlte sie vor wärme. „Und jetzt darf ich erst recht keine Zeigen. Du hingegen musst an die Zwillinge und Agnes denken.“
„Red.“ Elizabeth legte ihre Hand auf seine und blickte ihm tief in die Augen. „Wir hatten schon einmal, nein schon öfters dieses Thema. Mein Leben ist nicht mehr wert als deines. Und in Bezug auf die Kinder schon mal gar nicht. Sie brauchen dich genauso sehr wie sie mich brauchen. Wir beide müssen daran arbeiten uns für sie nicht mehr solchen gefahren auszusetzten und vor allem, nicht mehr verletzt zu werden.“ Sie zog seine Hand etwas vor damit sie diese küssen konnte, so wie er das oft bei ihr tat. Sie konnte sehen das er überrascht wirkte und ihr tat das innerlich sehr weh. Wie wenig hielt er von seinem eigenen Leben? Wie bedeutungslos musste es ihm erscheinen im Gegensatz zu ihrem? Er lebte für sie. Sprichwörtlich. „Raymond ich liebe dich. Ich habe viel Zeit gebraucht um das wirklich zu verstehen, aber ich will nicht das du dich als weniger Wert betrachtest. Du bedeutest mir alles. Wirklich alles. Wenn ich dich verliere würde mir das den Boden unter den Füßen wegreißen. Für unsere Kinder wäre das noch wesentlich schrecklicher. Darum bitte, Sieh dich selbst nicht als Wertlos an“, flüsterte sie und küsste seine Hand abermals, ehe sie ihn leise lachen hörte. „Oh Lizzy… Mach dir nicht so viele Gedanken. Nicht um mich.“
„Red das ist genau das wovon ich eben gesprochen habe. Du wirst nicht und hattest nie verhindern können, dass ich mir Gedanken und Sorgen um dich mache. In dieser Sache sind wir beide ein Team. Du und ich.“ Sie wollte vorrücken, aber da zuckte sie zusammen und seufzte leicht. Red spürte, das Elizabeth ihn hatte küssen wollen. Darum lächelte er und legte seine Hand wieder an ihre Wange, ehe er selbst vorrückte und sie dann sanft aber lange küsste. „Lizzy“, flüsterte er und spürte eine wärme in seinem inneren wachsen. „Alleine das ich dich immer küssen kann, ist mir alles Wert gewesen. Jedes Warten.“
Und er hatte gewartet. Elizabeth konnte den Grad seiner Liebe noch immer nicht ganz verstehen. Er hatte sich zurückgehalten. Er hatte selbst dann als zwischen ihnen beiden mehr passiert war, aus Rücksicht zu ihr darüber geschwiegen und erst viel später erfahren, dass man ihre Erinnerungen genommen hatte und er hatte geschwiegen als sie Tom als Vater präsentierte. Er hatte geschwiegen als sie mit Tom ein Familienleben aufgebaut hatte. Alles nur damit sie sicher war vor seinem Leben. Sie küsste ihn nun selbst noch einmal und musste lächeln.“ Hilfst du mir beim Anziehen? Ich würde gerne heute nicht im Bett liegen. Das Wohnzimmer habe ich noch gar nicht gesehen. Oder überhaupt etwas.“
Red sah ihr einen Momentlang in die Augen, ehe er sich erhob und wieder zum Kleiderschrank ging. Da es heute relativ warm war entschied er sich für ein Knielanges Kleid. Eine knielange Leggins und holte noch passende Unterwäsche heraus. Damit kam er zum Bett und half ihr bei ein paar Handgriffen. Zum Schluss öffnete er die Vorhänge und holte eine Haarbürste, die er ihr reichte. „Danke.“ Als Elizabeth fertig war, streckte sie ihren Arm aus und wartete darauf, dass er sie auf seine Arme nahm. Als er es tat schlang sie ihre Arme um seinen Hals und musste lächeln. „Irgendwie gefällt mir das.“
„Das kann ich mir denken.“ Amüsiert sah er zu ihr runter und verließ mit ihr das Schlafzimmer. „Wenn wir dabei sind, hier gegenüber ist Agnes Zimmer. Und da es offen stand trat er mit ihr rein und er beobachtete ihre Reaktion. „Das ist wunderschön“, und so groß! Agnes hatte ein wundervolles Himmelbett und an einer Seite waren kleine offene Regale auf welchem Spielsachen und Bücher lagen. „Gefällt es dir?“
„Ja absolut! Agnes ist bestimmt total aus dem Häuschen?“
„Sie hat sich unheimlich gefreut ja. Ich habe es ganz nach ihrer Vorstellung einrichten lassen. Hier drüben kommt ein Puppenhaus hin. Es müsste in den nächsten Tagen ankommen.“
„Das klingt schön.“ Als Red das Zimmer verließ und das nächste direkt neben ihrem Schlafzimmer ansteuerte, ahnte sie schon was hier drin war. Kaum dass sie beide in dem Raum standen, schaute sie sich aufmerksam um und musste lächeln. „Es ist… Unheimlich schön.“ Alles war liebevoll eingerichtet. Von dem Vorhängen bis zum Teppich. „Alles was die Kinder brauchen werden ist hier“, sagte Red und deutete auf die Türe. „Eine Verbindungstür von unserem zu diesem Zimmer.“
„Das ist… Sogar ein Schaukelstuhl? Du hast wirklich an alles gedacht oder?“ es hatte ihm sehr wahrscheinlich sogar Spaß gemacht. Sie sah so viel Liebe in jedem Detail. Die Stofftiere die liebevoll auf dem Wickeltisch standen, oder in den Kinderbettchen. Die Tiermobiles über den Betten. Der Schaukelstuhl auf welchem eine Decke und ein buntes Kissen lag. „Es gefällt mir. Hier werden die beiden sich wohl fühlen.“
„Das hoffe ich.“ Lächelnd schritt er mit ihr wieder zum Flur und erklärte das in diesen Hinteren Zimmern, Dembe, Dr. Marten und Vontae bleiben würden. „Vontae?“
„Ich habe ihn hierhergebeten um auf Agnes zu achten.“
„Meinst du nicht Agnes hat inzwischen genügend Bodyguards?“
„Ich vertraue Vontae. Er wird das gut machen.“ Als sie die Stufen runter traten brachte er sie zum gemütlichen Wohnzimmer und setzte sie dort in den Ledersessel. Er war am bequemsten und er hörte sie auch entsprechend zufrieden seufzen. „Ich hole dir noch etwas zu trinken.“ Elizabeth beobachtete wie Red das Wohnzimmer verließ und legte selbst eine Hand auf ihren Bauch. Es war beinahe so wie in ihrer Wohnung eingerichtet. Die Farben, die Möbelstücke. Es ähnelte dem ganzen nur war dieses Raum wesentlich größer. Doch. Ja. Dass was sie bisher von diesem Haus gesehen hatte, gefiel ihr unheimlich gut.

„Und dann haben wir nach Käfer im Garten gesucht! Dembe hat mir eine Lupe gegeben, damit ich die Tiere besser sehen kann!“ erzählte Agnes am späten nachmittags, während sie vor ihrer Mutter stand und beide Hände auf ihr Knie gelegt hatte. „Und Vontae hat fast geschrien als der Marienkäfer losgeflogen ist!“ lachte sie und schaute zu dem jungen Mann rüber.
„Zu meiner Verteidigung das Ding war gewaltig!“
„Es war ein wundervoller kleiner Marienkäfer“, sagte Dembe zu Vontae und musste lächeln. Vontae zuckte mit seinen Schultern und grinste Agnes dann schief an. „Ich habe ja Agnes die auf mich aufpassen kann, wenn wir Käfer finden.“
„Ja ich passe auf“, kicherte sie und ließ von ihrer Mutter ab, damit sie zu ihrem Vater laufen konnte, der auf einem anderen Sessel saß, direkt gegenüber von ihrer Mutter. „Daddy? Darf ich wieder in den Garten?“
Agnes war das nicht gewohnt, überlegte er sich und musste lächeln. „Sicher, geh ruhig.“
„Danke Daddy.“ Agnes beugte sich vor und küsste seine Wange, ehe sie Richtung Küche eilte, damit sie von dort in den Garten konnte. „Ich passe auf“, sagte Vontae sofort und folgte Agnes nach draußen und Elizabeth gab zu, dass es vielleicht nicht verkehrt war, dass Vontae aufpasste… Zumindest für die nächste Zeit. Als sie drei alleine waren, schaute Elizabeth Dembe an. „Wie geht es dir? Und wie gefällt dir es hier?“
„Mir geht es gut Elizabeth“, sagte Dembe gleich und lehnte sich zurück in die Couch. „Und das hier ist ein Zuhause- Euer Zuhause und ich bin dankbar dafür hier sein zu dürfen.“
„Du gehörst mit zu dieser Familie“, sagte Elizabeth sofort sehr ernst. „Und das hier ist auch dein Zuhause. Oder Red?“
„Sicher.“ Reddington ließ Elizabeth nicht aus den Augen und dachte dann lange schweigend nach. Dembe musterte ihn genau und holte nach einer Weile tief Luft. „Raymond? Wirst du es uns nun sagen? Den Grund dafür, dass du Vontae hergeholt hast um Agnes zu beschützen?“
Raymond sah seinen Freund daraufhin an und überkreuzte ganz entspannt ein Bein. „Dazu komme ich noch, sobald Agnes im Bett ist.“
„Ist etwas passiert?“ fragte Elizabeth sofort nach und holte tief Luft. Würde etwas passieren?“
„Nein. Ich habe nur ein paar wichtige Telefonate geführt und heute Abend werde ich euch darüber in Kenntnissetzten.“ Die Art und Weise wie entspannt er da saß ließ Elizabeth eine Gänsehaut über den Körper wachsen. Etwas war definitiv los und sie glaubte, dass dieses etwas, Katharina Rostova war.
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