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My Australian Ex-Boyfriend

von Carolin-K
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Calum Hood Luke Hemmings Michael Clifford OC (Own Character)
15.05.2020
21.03.2021
22
29.901
8
Alle Kapitel
43 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
12.07.2020 1.271
 
Gewidmet: Grace Summer und Kikikeks

Sydney, ein paar Tage später
Es war früher Nachmittag, als ich meinen Laptop zusammen klappte und mich entspannt in meinem Schreibtischstuhl zurück lehnte. Heute hatte ich genug gearbeitet. Zuerst konnte ich den Auftrag für ein Beachclub unten am Strand beenden. Nächste Woche würde ich dort vorbeifahren, um dem Chef mein Ergebnis zu zeigen. Ich hatte schon öfters für ihn gearbeitet. Immer wenn er eine Beachparty veranstaltete, war ich für die Fotos zuständig gewesen.

Anschließend bearbeitete ich meine E-Mails, die über die vier Wochen USA Reise liegen geblieben waren. Ich konnte einige löschen, welche als Spam einordnen und ganze sieben mögliche Aufträge bestätigen. Aber jetzt war Schluss! Ich hatte noch etwas zu erledigen.
Anne, Ashs Mum, feierte heute Geburtstag und ich wollte über meinen Schatten springen und sie besuchen fahren. Seitdem ich vor einer Woche aus L.A. zurückgekommen war, wollte ich nun auch den Rest meiner Vergangenheit bereinigen.

Ich entledigte mich meiner gemütlichen Zuhause-Hose und dem Top und zog mir ein bordeauxfarbenes Kleid mit schwarzem Alloverdruck über und kombinierte es mit schwarzen Birkenstock Sandalen. Keine fünfzehn Minuten später nahm ich hinter dem Lenkrad meines Geländewagens Platz. Noch die Sonnenbrille auf die Nase geschoben und das Verdeck nach hinten fahren gelassen, fuhr ich die Route, die mich zu Anne bringen würde. Auch wenn ich seit fast fünf Jahren nicht mehr dorthin gefahren war, kannte ich den Weg wie meine eigene Westentasche.

Etwa zwanzig Minuten später hielt ich am Straßenrand vor einem gemütlichen Einfamilienhaus, indem ich früher jeden Tag Ein- und Ausgegangen war, als wäre es mein Zuhause gewesen. Bevor ich einen Rückzieher machen konnte, ergriff ich den großen Blumenstrauß auf dem Beifahrersitz und stieg aus. Ich hatte extra einen mit Annes Lieblingsblumen, roten Gerbera sowie Sonnenblumen, ausgewählt.

Neugierig ließ ich meinen Blick über den Vorgarten schweifen, welcher wie schon früher liebevoll von Anne gepflegt wurde. Ich drückte auf die Klingel, unterhalb des Schildes  ‘Hier wohnen Anne, Ashton, Lauren und Harry Irwin’ und wartete. Hundegebell erklang und wie von selbst verzogen sich meine Lippen zu einem Lächeln. Indie. Die Mischlingshündin der Familie. Wie sehr hatte ich sie doch vermisst!

Die braune Haustür, an der ein bunt geflochtener Blumenkranz hing, öffnete sich und Anne Irwin stand mir gegenüber. Sie hatte sich seit unserem letzten Aufeinandertreffen kaum verändert. Ihre blonden Haare fielen ihr wie fast immer in langen Wellen über die Schulter. Ihre unvergleichbaren blauen Augen leuchteten, während ein Lächeln auf ihren Lippen auftauchte.

„Chrissy?“ Sie klang ungläubig. Ihre Augenbrauen waren fragend nach oben gezogen. Tränen schossen mir in die Augen und keine Sekunde später befand ich mich laut aufschluchzend in ihren Armen. Anne, war schon immer viel mehr eine Mutter zu mir gewesen, als es meine überhaupt gewesen sein könnte.

Eigentlich hatte ich überhaupt nicht vorgehabt zu Weinen, aber als ich nun ihr gegenüber stand, war es einfach über mich gekommen und ich musste mich meinen Gefühlen, die ich schon viel zu lange hinter hohen Mauern versteckte, stellen.

„Sssshhh, Süße, alles ist gut“, flüsterte Anne mir ins Ohr und zog mich in den Flur. Noch immer lagen ihre Arme fest um meinen Körper geschlungen, so als hätte sie nicht vor, mich wieder loszulassen.

Wir verzogen uns im Garten auf die Terrasse. Rasch war Kaffee gekocht, der Kuchen bereit gestellt und wir konnten uns hinsetzen.

“Als Ash mir erzählt hat, dass du bei ihnen in L.A. aufgetaucht warst, wollte ich es erst gar nicht glauben!”, begann Anne und legte mir sanft eine Hand auf das Knie. Ihr Blick lag liebevoll auf mir.

“Hat er dir auch von meinen Gründen erzählt?” Ich klang zögerlich, so als wüsste ich nicht, was ich sagen sollte und wie Anne reagieren würde.

“Ja, und ich wünschte du hättest es uns allen anvertraut. Wir hätten dir doch helfen können!”, sprach Anne ruhig aus. “Es tut mir leid. Ich war so feige”, versuchte ich mich zu entschuldigen.

“Schon gut, lass die Vergangenheit ruhen. Hauptsache du bist wieder bei uns.” Sie fuhr mir zärtlich über die Haare. “Du bist noch hübscher als vor einigen Jahren.” Sie staunte. “Weiß dein Vater, dass du wieder aufgetaucht bist?”

“Nein!” ich wunderte mich selber, wie hart meine Stimme klang. “Das geht ihn nichts an.”
“Aber, Chrissy. Er ist dein Vater”, versuchte Anne mich zu besänftigen. An meinen Vater dachte ich seit meinem Weggang 2015 nicht mehr. Ich hatte ihn genauso wie die Band hinter mich gelassen. Seitdem meine Mutter uns zwei Jahre vorher einfach so verlassen hatte, war auch unsere Verbindung zerstört worden.

“Mum? Wir sind wieder da!” ertönte da plötzlich eine Stimme aus dem Inneren des Hauses. Erleichtert, dass ich nicht antworten musste, lehnte ich mich im gepolsterten Stuhl zurück.

“Terrasse”, erwiderte Anne. Dabei sah sie mich streng an. Diesmal war ich ihr entkommen, beim nächsten mal würde ich nicht so leicht davonkommen. Keine fünf Minuten später rannte Indie gefolgt von einem etwa vierzehnjährigen Jungen und einer jungen Frau heraus.

“Oh mein Gott!” Die junge Frau hatte mich als Erste gesehen und lief auf mich zu. Noch gerade rechtzeitig konnte ich aufstehen, als sie mir schon mit einem strahlenden Lächeln in die Arme fiel. “Chrissy!” Als Antwort umschlang ich ihre schlanke Gestalt mit beiden Armen und drückte ihr einen Kuss auf die blond gefärbten Haare. Früher war Lauren etwas kräftiger gebaut und ihre Haare hellbraun, jetzt war sie schlank und ihre schulterlangen Haare leuchteten in einem schönen Blondton. Es gefiel mir.

“Hallo Lauren!” Langsam ließ ich Ashs kleine Schwester, die wohl mittlerweile 18 Jahre alt sein müsste und mit der Schule fertig war, los. Nun stand Harry verschmitzt grinsend vor mir und begrüßte mich mit einer festen Umarmung. Er war in die Höhe geschossen und überragte mich mittlerweile. “Schön, Dich zu sehen!” Dankbar dass sie nicht nach meinen Gründen fragten, ließ ich es zu, dass sie mich zum Trampolin in der einen Ecke des Gartens zogen.

Wie früher legte ich mich in die Mitte, Harry links neben mir und Lauren rechts. Ich legte meine Arme um die Beiden und zog sie näher zu mir. “Hab euch lieb!” Dies waren meine einzigen Worte, die ich an sie richtete, bevor wir in den strahlend blauen Himmel schauten.

“Ich kümmere mich um das Abendessen. Chrissy, du bleibst!” Ohne eine Antwort von mir zu erwarten, verschwand Anne im Haus. Nur um wenig später mit ihrem Handy in der Hand wieder zukommen. “Das Wiedersehen muss ich doch festhalten!”

Erst Stunden später, es war kurz vor Mitternacht, verabschiedete ich mich von den Dreien und Indie. Mittlerweile blitzten die Sterne schon vom dunklen Himmel und zeugten von einer schönen Stimmung. Nach gefühlt hunderten Beteuerungen, dass ich nie wieder ohne was zu sagen abhauen würde, durfte ich in mein Auto steigen und zu mir nach Hause fahren. Auch wenn ich Anfangs meine Zweifel besaß, war ich froh heute bei Anne vorbeigeschaut zu haben. Ich war regelrecht traurig, als wir uns verabschieden mussten.

Gott sei Dank war ich mein eigener Chef, sodass ich Morgen etwas länger schlafen konnte. Bei mir an der Wohnung angekommen ließ ich mich mit einem Glas Weißwein im Wohnzimmer auf die Couch fallen. Gedanklich ließ ich den vergangenen Tag kurz Revue passieren.

Mein Handy zeigte mir mehrere neue Nachrichten an. Neugierig öffnete ich die Instagram App, um geradewegs auf mehreren Fotos als markiert angezeigt zu werden. Anne hatte das Foto von uns dreien auf dem Trampolin gepostet.

Ohne es zu wollen schlich sich ein glückliches Lächeln auf meine Lippen. Rasch speichterte ich es als Screenshot, um es dann selber auf meinem Account zu posten.

Müde vom Tag schloss ich die App und legte das Handy beiseite. Ich machte mich bettfertig und war eine halbe Stunde später schon tief und fest eingeschlafen.
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