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My Australian Ex-Boyfriend

von Carolin-K
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Calum Hood Luke Hemmings Michael Clifford OC (Own Character)
15.05.2020
21.03.2021
22
29.901
8
Alle Kapitel
43 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
26.06.2020 1.600
 
Widmung geht an Grace Summer und Kikikeks, als Dankeschön für ihre Reviews

~ ~ ~

Das leise Klicken der Zimmertür und die anschließenden tapsende Füße verrieten mir unterschwellig, ich war nicht mehr alleine in meinem Zimmer. Grummelnd versteckte ich meinen Kopf unter dem Kopfkissen, was leises Lachen bei der eindringenden Person verursachte. Hinter mir senkte sich die Matratze, dann spürte ich Crystals schmalen Körper hinter mir, als sie sich seufzend an mich schmiegte.

“Morgen!” Murmelnd gab ich unter der doch zu warmen Bettdecke hervor.

“Morgen Süße.” Sie beugte sich über mich und ließ ihren Blick musternd über mein Gesicht wandern. “Wie geht's es dir?” Ihre blonden Haaren fielen ihr über die Schultern und kitzelten mich an meinem Hals. Als hätte mein Kopf nur darauf gewartet, begann er zu pochen. Schmerzverzerrt verzog ich meinen Mund und fuhr mir durch die Haare.

“Ging schon mal besser!”, knurrte ich verkatert und blinzelte gegen die Helligkeit. Sonnenstrahlen schoben sich zwischen die zugezogenen dunkelgrauen Vorhänge vor der Fensterfront.

“Magst du aufstehen? Die Jungs wollen mir dir reden.” Sie sah mich bittend an.

“Hmmm.” Gähnend ließ ich zu, dass Crystal wieder aufstand und den Weg Richtung Tür antrat. “Gib mir 15 Minuten, okay?”

“Mach dich in Ruhe fertig. Ich bereite dir schon einmal einen Kaffee vor!”, gab sie mit einem Lächeln zurück. Schließlich quälte ich mich aus dem Bett, hielt mir meinen schmerzenden Kopf und verschwand im Badezimmer.

Mit geschlossenen Augen kämpfte ich mich aus meinen Schlafsachen und trat unter die Dusche. Warmes Wasser erwartete mich, lief an mir herab und verschwand im Abfluss. Träge shampooniere ich erst meinen Körper, anschließend meine Haare ein. Ein zaghaftes Klopfen an der abgeschlossenen Badezimmertür unterbrach meine Handlung.

“Chrissy? Ich hab dir einige Kleidungsstücke auf das Bett gelegt!”, ertönte Crystals Stimme. Dankbarkeit durchfuhr mich. “Danke, Crys!”, antwortete ich ihr, bevor ich das Wasser wieder aufdrehte und den Schaum von mir wusch.

Mit einem Handtuch um meine Haare gewickelt, sowie einem zweiten etwas größeren um meinen Körper, öffnete ich die Badezimmertür. Eine schwarze, verwaschene Jeans mit zerrissenen Knien und ein einfaches olivfarbenes T-Shirt lagen auf meinem Bett.

Zufrieden mit dem Outfit schlüpfte ich in frische Unterwäsche und quetschte mich in die Jeans. Den Saum des T-Shirts steckte ich mir in den Bund der Hose.

Mit feuchten Haaren, wobei mir einige Wassertropfen auf das T-Shirt fielen und nackten Füßen verließ ich wenige Minuten später mein derzeitiges Schlafzimmer. Meine Augenringe hatte ich etwas mit Concealer abdecken können, dennoch sah man mir an, dass ich verkatert war. Da konnte auch die Mascara nicht helfen. Noch immer waren meine Augen rot und gerändert, wohingegen kleine Zwerge meinen Kopf mit einem Presslufthammer malträtierten.

Lautes Gelächter ertönte von der Terrasse, als ich langsam näher trat.

“Ach, da kommt unsere Schnapsdrossel ja endlich!” Sierra zwinkerte mir frech zu.

Peinlich berührt fuhr ich mir mit einer Hand durch die Haare. “Oh mein Gott. Mir ist das sooo peinlich!” stöhnte ich und betrat die Terrasse.

“Quatsch, alles gut!” versuchte Calum mich zu beruhigen. Ich ließ mich neben Luke auf den letzten freien Platz fallen und stützte mein Gesicht in meine Hände. Von allen Seiten spürte ich die Blicke der anderen auf mir liegen. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.

“Hier!” Luke schob mir eine Blisterpackung Aspirin zu. Dankbar drückte ich mir direkt drei heraus und schluckte sie mit etwas Wasser aus dem Glas vor mir. Anschließend nahm ich einen Schluck aus der Tasse Kaffee, die direkt daneben stand.

Mit geschlossenen Augen lehnte ich mich auf dem hölzernen Stuhl zurück und genoss wie der Kaffeegeruch meine Sinne vernebelte.

“Süße, du solltest etwas Essen!” Crystal klang besorgt. Ich öffnete die Augen und blickte ihr geradewegs ins Gesicht. Ein besorgter Gesichtsausdruck zierte es. Michael, der neben ihr saß, legte ihr beruhigend seine Hand auf ihren Unterarm.

“Hmmm, gleich!”, murmelte ich und trank einen weiteren Schluck von meinem Kaffee. Besteck klirrte, als Ashton, der als Einziger bis jetzt von den Jungs noch nichts gesagt hatte, ein Brötchen aus dem Brotkorb nahm, es aufschnitt und es erst mit Vegemite und anschließend einer Scheibe Käse belegte.

Mit großen Augen sah ich zu, wie er es mit einer ernsten Miene an Luke weiter reichte, der es vor mir abstelle. “Iss!” Seine Stimme klang hart. Ich öffnete meinen Mund, um ihn zurechtzuweisen, als mich Calums Kopfschütteln abhielt.

Wie ein Fisch auf dem Trockenen schloss ich meinen Mund ohne etwas gesagt zu haben. Ich ergriff eine Hälfte des Brötchen und biss hinein. Rasch waren erst Teil eins und Teil zwei des Brötchens in meinem Magen verschwunden. Ein zweites Brötchen folgte.

Drei weitere Tassen Kaffee später war ich satt und lehnte mich erleichtert zurück. Die Zwerge hinter meiner Stirn hatten es glücklicherweise aufgegeben, mich weiterhin zu quälen. Nur ein unterschwelliges Pochen an meinen Schläfen war zu verspüren.

“Crys hat gesagt, ihr wollt mir mir Reden?!” Ich richtete mich auf und schaute nacheinander erst Calum, links neben mir an der Kopfseite, Michael schräg gegenüber, Luke und Ashton rechts neben mir an.

“Das stimmt!”, begann Luke, wurde aber unterbrochen, als KayKay die bisher stumm neben Ash gesessen hatte, aufstand. “Ich muss los!” Sie drückte Ashton demonstrativ einen Kuss auf die Lippen, wobei sie mir fies in die Augen sah. Ich begann zu schlucken. Schon seitdem Ash mir das Brötchen geschmiert hatte, lagen ihre Augen lauernd  auf mir.

“Wir wollten dir den Vorschlag unterbreiten, dass du ab Ende September als Fotografin mit auf unsere USA Tour kommst.” fing Luke erneut an. “Als Tourfotografin. Du würdest unsere Auftritte mit den Chainsmokers begleiten”, fügte er hinzu. Meine Augen wurden mit jedem Wort größer. Ungläubig lag mein Blick auf Luke, der sich durch seine halblangen Haare fuhr.

“Du hättest einen Riesenauftrag, verdienst gut Geld, bist bis Anfang Dezember ausgebucht und wir sind alle beieinander.” Mikey klang ganz aufgeregt. Seine grünen Augen leuchteten regelrecht, als er mich anstrahlte. Schluckend ließ ich mich in den Stuhl zurücklehnen.

“Nicht gut?” Mikey begann seinen Mundwinkel nach unten zu ziehen. Ein schmerzhaftes Gefühl breitete sich in meiner Magengegend aus. Ich konnte es noch nie leiden, Mikey traurig zu sehen. “Mikey, so ist es nicht!”, versuchte ich ihn zu beruhigen.

“Ach, wie ist es denn?”, fuhr er mich enttäuscht an. Tränen ließen seine grünen Augen schimmern.

“Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich euch begleiten darf/würde!” Nacheinander schaute ich jeden einzelnen der vier Jungs an. “Es wäre mir eine große Ehre!” Nun sammelten sich auch in meinen Augen Tränen. Unwirsch wischte ich mir eine Einzelne von der Wange.

“Wirklich?” Mikey klang noch immer verletzt. “Wirklich!” versprach ich ihm. Ich hielt seinen Blick stand, bis endlich wieder sein gewohntes Grinsen auf seinen Lippen lag. Erst dann sprang ich von meinem Stuhl, um nacheinander die Vier zu umarmen. Mikey bekam eine besonders lange Umarmung von mir, weil er so an mir gezweifelt hatte.

“Na dann, nach dem Frühstück, geht es ab zum Management. Es ist schon informiert und wollte einen Vertrag aufsetzen. Adam kennst du ja von früher!”, erklärte Ash und trank seinen Kaffee. Ich nickte. Sicher kannte ich Adam, den Manager der Vier.

~ ~ ~

Am nächsten Abend, einem Freitagabend, war es dann soweit. Ich musste Abschied nehmen. Um 22:30 würde mein 1. Klasse Flug vom Los Angeles International Airport ab gehen. Die erste Klasse hatten die Vier gebucht. Ich war der Meinung, dass es nicht nötig gewesen wäre. Mir reichte auch ein ganz normaler Flug in der Economy Class.

Crystal war die Einzige gewesen, die mich zum Flughafen gebracht hat. Von den anderen hatte ich mich in der Villa wenige Stunden vorher verabschiedet. Es war ein schwieriger Moment für mich gewesen. Erst vor wenigen Tagen hatte ich meine Jungs wieder für mich gewonnen und schon musste ich sie wieder verlassen. Mein einziger Trost, Ende Juni würden sie nach Sydney kommen, um ihre Familien zu besuchen. Besonders von Mikey war es schwer gewesen, mich zu trennen. Vorher musste ich allen versprechen, dass ich nie wieder ohne ein Wort zu sagen von der Bildfläche verschwand. Noch immer konnte ich die Angst meiner Jungs auf meiner Haut spüren.

Crys hielt vor dem VIP Eingang und gemeinsam betraten wir mit meinem Gepäck das Gebäude. Sofort kümmerte sich freundliches Personal um uns. Das Gepäck wurde uns abgenommen und wir durften in einer Lounge Platz nehmen. Crystal würde solange bei mir bleiben, bis mein Flug aufgerufen wurde.

“Passagiere des Fluges QF 3201 werden gebeten, sich zum Boarding zu begeben!”, ertönte eine männliche Stimme aus den Lautsprechern. Nach einem Blickkontakt stand ich auf und ließ zu, dass Crystal mich in eine feste Umarmung nahm.

“Du meldest dich, wenn du angekommen bist! Pass auf Dich auf! Besuch Anne!”, prasselte nacheinander die unterschiedlichsten Anweisungen auf mich ein. “Und ganz bald sehen wir uns dann wieder!”, versprach sie. Sie schob mich etwas von sich und versuchte zu lächeln. Tränen liefen ihr über die Wangen. Sanft wischte ich sie nach und nach weg, aber es kamen immer neue hinzu. Stimmt, wir sahen uns erst Ende Juni, wenn sie Michael nach Sydney zu seiner Familie begleitete und anschließend dann im September auf der Tour, worüber ich mich besonders freute.

Gestern hatte ich nämlich nach einem kurzen Gespräch mit Adam und einem weiteren Mitarbeiter des Managements den Vertrag unterschrieben, welcher mich als Tourfotografin betitelte. Und wenn ich ehrlich war, dieser Auftrag reizte mich noch mehr als der Auftrag, der verrückten Mrs. Minton. Sollte sie doch mit Alessandro glücklich sein. Ich verdiente auch so genug Geld.

“Pass auf dich auf! Pass auf die Jungs auf!” Ich drückte ihr einen sanften Kuss auf die Wange. Nahm noch ein letzte Mal den Geruch ihres dezenten Parfüms auf, bevor ich mich von ihr löste und zum Gate lief.
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