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My Australian Ex-Boyfriend

von Carolin-K
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Calum Hood Luke Hemmings Michael Clifford OC (Own Character)
15.05.2020
21.03.2021
22
29.901
8
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.11.2020 1.737
 
Dankeschön geht an Grace Summer ❤

***

Nach einer Nacht, in der ich mich nur von links nach rechts gewälzt hatte, stand ich schließlich gegen 6 Uhr auf. Wenn ich schon nicht schlafen konnte, konnte ich genauso gut auch Joggen gehen.

Ich entledigte mich meinen Schlafsachen und schlüpfte in eine dunkelgraue Tight sowie einem lockeren Top. Rasch waren die Laufschuhe gebunden, ich steckte mein Handy in die kleine Tasche am Hosenbund, bevor ich nach mir die Wohnungstür abschloss.

Ich lief los, erst meine tägliche Joggingstrecke und dann noch ein Stück weiter zum Strand, wo ich mich an einem menschenleeren Abschnitt in den Sand fallen ließ. Trotz der frühen Stunden, wusste ich, dass es heute wieder heiß werden sollte. Ich ärgerte mich gerade über mich selber. Warum hatte ich mir nichts zu trinken mitgenommen? Geld, um mir etwas an einem der kleinen Café oben an der Promenade zu kaufen, hatte ich natürlich auch nicht eingesteckt.

Ich schreckte zusammen, als plötzlich ein schwerer Körper neben mir in den Sand fiel. Bevor mir ein Quicken entweichen konnte, wurde mir ein to go Becher vor die Nase gehalten.

“Hier, du hast doch bestimmt nichts dabei?” Ashtons Stimme war rau und schenkte mir eine Gänsehaut am ganzen Körper. “Danke!” Erleichtert nahm ich ihm den Becher ab und trank einen Schluck. “Woher wusstest du, dass ich hier bin?” Neugierig drehte ich meinen Kopf zu ihm. Er trug wie ich selber, Sportklamotten, nur dass er eine schwarze Shorts zu einem weißen T-Shirt kombiniert hatte.

“Ich kenne dich eben!”, gab er schlicht zurück, löste unseren Blickkontakt und blickte auf den Ozean, der in sanften Wellen auf den Strand traf.

“Du kennst mich überhaupt nicht! Du kennst höchstens meine Vergangenheit. Du weißt gar nichts über mich.” Mit dieser Anschuldigung stand ich auf und trat ohne noch einmal einen Blick über die Schulter werfend den Rückweg an. Was bildet der sich bitteschön ein?

Zurück in meiner Wohnung sprang ich unter die Dusche. Anschließend schlüpfte ich in meine bequeme Yogahose und einem lockeren Pullover, bevor ich mich meiner Arbeit widmete. Ich musste mich ablenken. Immer wieder lief vor meinem inneren Augen die geschehene Szenerie ab.

Bis zum Wochenende, in fünf Tagen, musste ich mehrere Aufträge beendet haben. Drei davon hatte ich bisher kaum angerührt, was sich jetzt natürlich als Dummheit herausstellte. Jetzt musste ich mich dafür abhetzen, damit alles so klappte, wie ich es mir vorstellt hatte.

Aber immer wieder schweiften meine Gedanken ab. Ashton. Wir waren vier Jahre ein Paar gewesen. Er wusste mehr über mich, als jeder andere Mensch in meinem Leben. Mehr als meine sogenannten Eltern, bzw. Vater, zu dem ich seitdem auch keinen Kontakt mehr hatte. Manchmal hasste ich mich dafür, dass ich damals so verletzlich war. Wäre ich damals so selbstbewusst, wie ich es jetzt war, hätte ich es alles anders gemacht.

Ich dachte eigentlich, dass ich über Ashton hinweg gekommen war, aber mittlerweile wusste ich gar nichts mehr. In meinem Kopf war gerade nur Chaos. Wieso war er so nett? Wieso? Ich verstand ihn nicht. Momentan verstand ich mich aber auch selbst nicht! Warum hatte ich ihn so angeschnauzt? Warum? So richtig hatte er ja nichts Falsches gemacht. Er konnte doch nichts dafür, dass er meinen Charakter so gut kannte.

Ich vergrub mich in Arbeit, bis das Läuten meines Handys ertönte. Ohne so wirklich auf den Bildschirm zu schauen, ging ich ganz professionell dran.

“PhotografiesChrisTinaWilliamsSydney, was kann ich für Sie tun?”

“Chrissy? Wow, klingst du professionell!” Crystal war am anderen Ende zu hören. “Du kommst heute Abend zur Show, oder?” Sie klang fragend.

“Show?” Ich versuchte mich dumm zu stellen. Ehrlich gesagt hatte ich überhaupt keine Lust, erneut auf Ashton zu treffen.

“Friends of Friends? Im Factory theatre? Hast du das vergessen?” Sie klang entrüstet.

“Sorry Crys. Ich kann heute nicht. Ich muss heute noch unbedingt den Auftrag abgeben. Wann anders, okay?” Ohne ihre Antwort abzuwarten, beendete ich den Anruf und schaltete mein iPhone aus. Ich konnte heute keine weitere Ablenkung gebrauchen. Also konzentrierte ich mich wieder auf meine Arbeit, bis ich schließlich um halb neun am Abend alles speicherte. Ich fuhr den Laptop herunter und machte mir etwas zu Essen von gestern warm. Mit dem Teller in der einen Hand und in der anderen ein Glas Weißwein lief ich ins Wohnzimmer, wo ich mich auf die Couch bequemte und Netflix öffnete.

Es kam wie es kommen musste, ich hatte zu Ende gegessen, als ich mitten in der Folge von Shadowhunters einschlief.

Gleißendes Licht weckte mich am nächsten Morgen. Verwirrt öffnete ich die Augen  und fand mich auf der Couch im Wohnzimmer vor. War ich gestern etwa eingeschlafen? Ich war verwirrt. Kopfschmerzen machten sich so langsam breit und ließen mich leise aufstöhnen, als ich mich aufsetzte.

Damit ich wacher wurde, lief ich in die Küche, in der ich mir erst einmal einen Cappuccino zubereitete. Während dieser also in die Tasse lief, wagte ich einen Blick auf die Anzeige des Backofens. 10:43. Fuck! Ich hatte verschlafen! Jetzt hatte ich noch weniger Zeit, um meine Aufträge fertig zu bekommen. Hektisch trank ich einen Schluck des Cappuccinos und verbrannte mir prompt die Zunge. Verdammt! Ohne einen weiteren Gedanken zu verschwenden, nahm ich die Tasse und ging in mein Arbeitszimmer. Ich wollte unbedingt mit dem Auftrag eines Reisebüros fertig werden.

Gedankenverloren nahm ich auf dem lederen Schreibtischstuhl Platz. Mein Handy fiel in mein Blickfeld. Sollte ich es wagen, es anzuschalten? Ich zuckte mit den Achseln. So schlimm konnte es wohl nicht sein. Kaum hatte ich es angeschaltet, da vibrierte es gefühlt zehn Minuten nur herum. 74 unbeantwortete Anrufe. 58 Nachrichten aus 14 Chats.

Ungläubig las ich erneut die Zahlen. Upsss. Ich grinste unsicher. Ein Anruf kam herein.
Michael ruft an!!! stand auf dem Display. Ohne die Nachrichten zu lesen, packte ich das Handy zur Seite und kümmerte mich um meine Arbeit. Ich konnte momentan keine Ablenkung gebrauchen.

Seit Crys Anruf am Dienstag hatte ich jeden weiteren Versuch mich per WhatsApp oder Anruf zu kontaktieren, ignoriert. Mittlerweile war es Samstag Abend und ehrlich gesagt bin ich immer noch in meine Arbeit vertieft.

Es waren alle Aufträge fertig und auch schon wieder zurück bei ihren Auftraggebern, welche bisher sehr zufrieden reagiert hatten. Ich hatte neue Anfragen per Mail erreicht, welche ich gerade nacheinander abklapperte. Das Läuten an meiner Wohnungstür unterbrach mich, als ich gerade eine Antwortmail schreiben wollte.

Seufzend rollte ich den Stuhl nach hinten und verließ mein Arbeitszimmer, welches eher einem professionellen Fotostudio glich. Überall Kameras, drei Standscheinwerfer standen im Raum verteilt, eine weiße Leinwand sowie ein geordnetes Chaos.

Dank der Kamera unten am Eingangsbereich, sah ich dass Sierra, Crys und Lauren vor der geschlossenen Tür standen. Weil mir keine andere Wahl blieb, drückte ich auf den Summer und ließ sie herein.

Keine zehn Minuten später klingelte es an meiner Wohnungstür, die sich im zehnten Stockwerk eines gläsernen Gebäudekomplexes zu finden war. Ich öffnete die Tür und befand mich geradewegs einer vor Wut Funken sprühenden Crystal gegenüber.

“Wie kannst du es wagen, einfach das Gespräch zu beenden und seitdem nichts mehr von Dir hören zu lassen. Weißt du nicht, was wir uns für Sorgen gemacht haben? Wir sind vor Sorgen verrückt geworden.” Sierra, die hinter hier stand, legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter. “Crys, jetzt lass gut sein.”

“Nein, ich lass es jetzt nicht gut sein.” Ohne ein weiteres Wort zog Crys mich in eine schwungvolle Umarmung. “Mach das nie wieder!” Ihre Stimme klang plötzlich ganz zerbrechlich. “Es tut mir leid!” Ich umschlang sie fester.

“Kommt doch erst einmal rein!”, lud ich die Drei ein, bevor zuerst Sierra, anschließend Lauren mich in eine Umarmung zogen. “Wir haben uns so Sorgen gemacht!”

“Wollt ihr was trinken?” Während also die Cappuccinos durchlief, begutachteten die drei jungen Frauen meine Wohnung. “Wow, ist das schön hier.” Sierra öffnete die Tür, die zur Dachterrasse führte und ließ sich auf die Loungecouch in der Ecke fallen. Lauren genoss lieber den Ausblick auf die Stadt und das Meer in der Ferne.

“Kann ich dir helfen?” Crys trat näher. Ich reichte ihr zwei der fertigen Tassen, bevor ich mir die restlichen Zwei schnappte.

“Willst du uns nicht sagen, was dich davon abgehalten hat, sowohl das Konzert als auch das DJ Set von Michael zu besuchen? Michael war ganz geknickt. Ich hatte Mühe ihn zu beruhigen”, fing Crystal vorsichtig an zu berichten. “Und komm mir nicht mit deiner Arbeit. Wir wissen, dass du viel zu tun hast, aber das waren nur ein paar Stunden, die du entbehren hättest müssen.”

“Okay, ich sag es euch.” Ich wusste, anders wäre ich die Drei auch nicht mehr losgeworden.

“Am Morgen des besagten Dienstag war ich früh laufen. Ash und ich haben uns zufällig am Strand getroffen.”

“An eurer damaligen Stelle?” Laurens Augen wurden groß vor Neugier. Ich nickte. “Ja, bei unserer Stelle. Ich hatte vergessen, mir etwas zu trinken mitzunehmen. Geld hatte ich auch keins mit. Plötzlich saß er neben mir und reichte mir mit den Worten ‘Ich kenne dich eben’, einen to go Becher. Daraufhin habe ich ihn angeschnauzt, dass er mich eben nicht mehr kennen würde. Dass ich erwachsen geworden bin... dann bin ich abgehauen…” Mit Tränen in den Augen hob ich meinen Blick und schaute in die Ferne. “Ich wusste, dass er es nicht böse gemeint hat. Aber mir wurde es einfach zu viel. Ich brauchte Abstand, deswegen habe ich auch mein Handy ausgeschaltet.”

“Oh man, Süße, warum hast du denn früher nichts gesagt?” - Sierra. “Wir hätten dich doch verstanden”,  sprach Lauren und trank einen Schluck ihres Cappuccinos.

“Wie wäre es, wir machen uns einen gemütlichen Mädelsabend und morgen kommst du mit zu Ashs Geburtstag”, schlug Sierra freudestrahlend vor. “Das ist doch eine gute Idee.”
Meine Magen krampfte sich zusammen bei dem Gedanken Ash erneut gegenüber zu stehen. Ich wollte erst einmal etwas Abstand zu ihm gewinnen.

“Ich glaub nicht, dass ich dort willkommen bin”, versuchte ich ihren Vorschlag abzuwehren.

“Von Luke weiß ich, dass Ash total niedergeschlagen ist”, antwortete Sierra. “KayKay hat mich auch schon gefragt, was mit ihm los wäre”, schlug Lauren in die gleiche Kerbe. Mein Widerstand schmolz sichtlich, sodass ich schließlich gequält nachgab.

“Jaaa, schon gut. Ich komme mit. Zufrieden?”, gab ich entnervt zurück und ließ meinen Kopf nach hinten sinken. Das Ganze hin und her verursachte mir Kopfschmerzen.

“Wie wäre es, wenn wir jetzt zusammen kochen? Ich habe so langsam Hunger”, machte ich den ersten richtige Vorschlag an diesem Tag. Begeisterung kam auf, sodass wir alle rasch uns auf den Weg in die Küche machten.
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