Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

My Australian Ex-Boyfriend

von Carolin-K
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Ashton Irwin Calum Hood Luke Hemmings Michael Clifford OC (Own Character)
15.05.2020
21.03.2021
22
29.901
8
Alle Kapitel
43 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
02.10.2020 1.218
 
Für Grace Summer

~ ~ ~

Die Wochen vergingen wie im Flug. Ein Auftrag jagte den Nächsten. Ash war wieder zurück in Los Angeles. Ich kam nur selten dazu, Anne und Harry bzw. Lauren zu besuchen. Aber wir versuchten so oft wie es ging miteinander zu telefonieren. Ich war seit knapp fünf Tagen nur mit meinem Land Rover und einem Zelt unterwegs, um außergewöhnliche Naturerlebnisse mit der Kamera fest zu halten.

Ein seltsames Geräusch, einem Jaulen oder Heulen ähnlich, riss mich an diesem Morgen aus dem Schlaf. Verschlafen öffnete ich meine Augen und lauschte erneut. Zuerst dachte ich, das Geräusch kam vom Meer, welches nur wenige Meter hinter meinem Schlafplatz lag. Erneut ertönte das Geheule. Und jetzt war ich mir sicher, es kam nicht vom Wasser sondern vom Landesinneren.

Ich wurschtelte mich aus dem Schlafsack und setzte müde meine Brille auf die Nase. Mit verspannter Muskulatur im Rücken krabbelte ich aus dem Zweimannzelt.
Suchend ließ ich meinen Blick über die einsame Umgebung wandern. Außer meinem Geländewagen in einigen Metern Entfernung auf dem geschotterten Weg war nichts zu sehen. Ich wollte mich gerade in die andere Richtung wenden, als ich im Augenwinkel eine Bewegung sah. Ich erhob mich und fokussierte meinen Blick auf die Stelle, die sich eben noch bewegt hatte. Nichts!!!

Doch!!! Da!!! Da bewegte sich etwas abseits der Dünen. Barfuß lief ich langsam los. Ich wusste bis jetzt immer noch nicht, was sich da bewegte.

Je näher ich dem Ziel kam, umso mehr Entsetzen breitete sich in mir aus. Magensäure stieg mir in die Speiseröhre und ließ mich würgen. Nur wenige Meter von mir entfernt, stand eine kleine vielleicht 40 mal 50 Zentimeter große vergitterte Box. In ihr drin saß ein sandfarbener abgemagerter Hund, welcher aufgeregt zu Fiepen begann, als er mich entdeckte. Dunkle Augen schauten mich hilflos durch das Gitter an.

„Oh nein, wer bist du denn?“, sprach ich den Hund an, welcher beim Klang meiner Stimme mit dem Schwanz wedelte. „Was machst du denn hier?” Vorsichtig trat ich näher und hockte mich zu ihm. Lautes Jaulen ertönte. „Bist du ganz alleine?“ Mutig hielt ich meine Hand an das Gitter, damit der Hund an mir schnuppern konnte. Freudig begann er anschließend meine Hand abzulecken. Ich lachte laut auf, bevor ich mir die Box näher ansah.

Ein Schloss verhinderte, dass der Hund aus seinem Gefängnis gelangen konnte und mir wurde bewusst, der Hund wurde hier absichtlich zurückgelassen. Nun begann ich wirklich zu würgen. Gerade noch rechtzeitig beugte ich mich zur Seite und spie mein gestriges Abendessen aus. Als ich mich wieder dem Hund zu wandte, schaute dieser mich mit einem Ausdruck an, den ich als besorgt titulieren würde.

„Warte, ich helfe dir! Ich komme sofort wieder, muss nur eben zu meinem Auto!“, redete ich leise auf den Hund ein, welcher erneut mit seinem Schwänzchen wedelte. Langsam stand ich auf, rannte zurück zu meinem Zelt, in dem ich nach dem Autoschlüssel kramte.
Im Laufschritt rannte ich zu meinem Auto, öffnete noch im Laufen den Kofferraum. Gott sei Dank hatte ich bei meinen längeren Fotoausflügen immer eine Werkzeugkiste dabei. In dieser kramte ich nach einer geeigneten Zange, um das Schloss zu knacken.

Mit einer Zange und einem kleinen Bolzenschneider lief ich zurück zu dem Hund, der noch immer in seinem Gefängnis saß.

„Shhs, alles gute Süßer! Ich bin ja jetzt da und helfe dir!“, versuchte ich den Hund zu beruhigen, wobei ich wahrscheinlich nervöser war, als der Hund selber. Er saß tiefenentspannt da und beobachtete mich aus seinen dunklen Augen, die unter dem zotteligen, verdrecktem Fell versteckt lagen.

Ein Knacken ertönte, dann war das Schloss geöffnet. Ich löste den Riegel und keine zehn Sekunden später lag ich rücklings im Sand. Über mir ein freudig bellendes sandfarbenes Wollknäuel, welches mich von oben mit seiner Zunge ableckte. Lachend versuchte ich seiner Aktion auszuweichen, bis er sich neben mich in den Sand warf. Sanft fuhr ich mit der Hand über das Fell am Bauch, welchen er mir entgegen streckte.

„Du bist ja gar kein Junge! Du bist ja ein Mädchen!“, stellte ich erstaunt fest. „Oh, Süße, was hat man nur mit dir veranstaltet. Wie lange musstest du hier schon ausharren? Du hast doch bestimmt Hunger. Magst du etwas essen?“ Fragend legte die Hündin ihren Kopf schräg und musterte mich neugierig.

„Na, komm. Ich habe bestimmt noch etwas für Dich zu essen!“ Ich stand auf, keine Sekunde später folgte sie mir bis zu meinem Zelt. Nach einem Frühstück, das Bella, so hatte ich die Hündin kurzerhand getauft, und ich uns geteilt hatten, kuschelte sie sich neben mich in den Sand. Entspannt und wahrscheinlich satt schloss sie ihre Augen und genoss, wie ich ihr immer wieder mit der Hand durch das zerzauste Fell fuhr.

Ich musste unbedingt Mikey oder Crystal erreichen, die beiden hatten doch genug Ahnung davon, was ich mit Bella machen musste. Ich fischte mein iPhone aus meiner Hosentasche, entsperrte es und suchte Mikeys Nummer in meiner Anrufliste.

„Chrissy?“ Mikey Stimme klang plötzlich so nah, dass mir die Tränen in die Augen stiegen. „Mikey?“ Unwillkürlich begann ich zu schniefen. Etwas raschelte am Ende der Leitung, bevor wieder Mikeys Stimme ertönte. „Chrissy? Geht es dir gut? Ist etwas passiert?“ Er klang besorgt. Aus weiter Ferne hörte ich Crystals Stimme, die etwas sagte.
„Ich hab einen völlig verwahrlosten Hund gefunden!“ Nun liefen mir die Tränen aber wirklich die Wangen hinunter. „Was hast du gefunden?“ Er klang ungläubig. Gedanklich sah ich, wie er seine Nase kraus zog. „Ich habe einen Hund gefunden! Ich weiß nicht was ich machen soll?“, wiederholte ich mein eben Gesagtes erneut und fuhr mir völlig fertig durch die zerzausten Haare.

„Chrissy, hier ist Karen.“ Eine weibliche Stimme erklang am anderen Ende des Telefons. Erleichtert seufzte ich auf, Karen, Mikeys Mutter hatte bisher immer einen Rat gewusst. „Kannst du herkommen? Schaffst du das? Ist der Hund verletzt? Wie sieht er gesundheitlich aus. Kannst du das grob sagen?“

„Das dauert aber, ich bin momentan in Macksville, das sind vielleicht fünfeinhalb Stunden Fahrt. Äußerlich gesehen nicht. Zumindest blutet er nicht, aber das Fell ist verwahrlost und sie ist ziemlich mager.“ Ich schniefte in den Hörer.

„Hör zu, Kleine. Pack in Ruhe deine Sachen zusammen und fahr dann entspannt zurück, okay?“ Karen klang ganz ruhig, wobei das wohl nur die äußerliche Schale war, wenn es um Tiere ging, kannte sie kein Pardon.

„Okay!“ Meine Stimme klang heiser vom Weinen. „Pass auf dich auf und fahr vorsichtig“, sprach Karen und beendete das Gespräch. Etwas beruhigter steckte ich das Handy zurück in meine Hosentasche der Jogginghose, die ich noch immer trug.

„Hey Süße, wir müssen aufräumen und dann geht es zu Tante Karen, okay? Die päppelt dich dann wieder auf“, versprach ich der beigen Hündin, die nur müde ihren Kopf hob.
Während ich sie weiter schlafen ließ, tauschte ich Jogginghose und weites T-Shirt gegen eine schwarze ärmellose Bluse sowie ein paar Jeansshorts und meine schwarzen Paar Dr. Martens. Meine Haare band ich unordentlich zu einem Knoten zusammen, wobei mir kurze Haarsträhnen wenig später schon wieder im Gesicht hingen.

„Bella?“ Vorsichtig legte ich meine Arme um die schmale Hündin und setzte sie eingepackt in eine dünne Decke auf dem Beifahrersitz. Anschließend leerte ich das Zelt, welches ich als Letztes auseinander baute und im Kofferraum verstaute.
Nach einem letzten suchenden Blick, stieg ich in den Land Rover und startete nach einem kurzen Seitenblick zu Bella den Motor.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast