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Wie Katz und Maus...

von CeBe 13
GeschichteAllgemein / P12
14.05.2020
14.05.2020
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Die kleine graue Maus saß auf der Zinne des höchsten Turmes der Burg und ließ sich die Sonne aufs Fell scheinen. In dem letzten Licht des schwindenden Tages wirkte ihr graues Fell als wäre es von goldenen Strähnen durchzogen. Sie legte den Kopf schief und genoss den Moment der Stille und die Wärme der Sonnen. Doch ein markerschütternder Schrei störte ihre Ruhe und schon zuckte es in ihren Muskeln um dem Ruf zu folgen. Schon halb von der Zinne gesprungen hielt sie inne und drehte sich wieder in die Sonne. Der Rabe, der um den Turm kreise sah, wie sich ein stolzes Lächeln auf das Gesicht der Maus legte und flog zu ihr. Er stolzierte über die Zinne des höchsten Turmes, die lange Zeit nur ihm gehört hatte und blickte verächtlich auf die Maus.
„Was willst du auf meinem Turm und warum grinst du so blöde, verschwinde in das Loch im Keller wo du hin gehörtest.“
Er schlug drohend mit den Flügeln und plusterte sich auf, doch die kleine Maus sah ihn nur herausfordernd an.
„Versuch es ruhig, in mir haben sich schon andere getäuscht.“
„Du bist ganz schön frech für eine so kleine Maus.“
Wieder erklang das Wehklagen durch die Burg und es schien als würden selbst die Steine weich werden. Der Rabe beobachte wie das Bein der Maus zuckte und sie sich dann wieder in die Sonne setzte. Er pickte nach einem Krumen auf der Zinne und legte die Flügel an.
„Möchtest du mir erzählen warum du so stolz auf dich bist?“
Die Schnurrhaare der Maus zitterten vor Aufregung und sie schüttelte den Kopf, doch als der Rabe einfach nur sitzen blieb und mit ihr der Sonne zusah, wie sie hinter den Hügeln verschwand faste sie ihren Mut zusammen und erzählte ihre Geschichte.
Sie erzählte von ihrer Mäusemutter, die ihr immer gesagt hatten, dass eine Maus unscheinbar und unsichtbar zu sein hat. Von ihrem Mäusevater, der sie gelehrt hatte über dünne Seile zu flüchten und an den steilsten Mauern hinaufzulaufen, sogar wie er ihr beigebracht hatte auf einem Stück Treibholz den Burggraben zu überqueren. Dann davon wie sie ihr eigenes Mauseloch fand und sich glücklich fühlte. Der Rabe hörte ihr still zu und nur das Rauschen des Windes in den Baumwipfeln und die Wehklagen der Burg waren zu hören. Nach einem besonders lauten und schmerzerfüllten Schrei senkte die Maus den Blick.
„Das ist die Katze, sie schreit wegen mir. Ich wollte ihr nicht wehtun, doch ich habe es und ihre Schreie tun mir weh.“
Der Rabe öffnete den Schnabel und schloss ihn wieder ohne auch nur ein Geräusch von sich zu geben und die Maus erzählte weiter. Sie sprach davon, wie die Katze ihr das erste Mal vor dem Mausloch aufgelauert hatte. Davon, dass die Katze ihr angeboten hatte sie nicht zu fressen, wenn die Maus ihr genug andere Nahrung bringen würde. Sie erzählte von Beutezügen durch die Speisekammer und dem Koch der fast mit dem Besen erwischt hatte. Sie erzählte von der Zeit in der sie kaum selber was zu fressen hatte, weil sie alles was sie fand der Katze brachte. Doch je mehr sie der Katze brachte desto mehr fraß die Katze und desto gieriger wurde die Katze.
Wieder war der Schrei der Katze auf der Zinne zu hören und als die Maus nicht weiter sprach fragte der Rabe:
„Was hat sich verändert?“
„Der Koch stellte eine Falle in der Speisekammer auf. Die Falle hatte eine Feder, die mir den Kopf abschlagen sollte, wenn ich mir den Käse holte. Ich hatte grade ein Stück Speck für die Katze gefunden als ich die Falle sah. In dem Moment erschien mir die Falle als der beste Ausweg. Ich würde den Käse selber knabbern und die Feder würde mir den Kopf abschlagen. Ich blickte auf den Speck zwischen meinen Pfoten und wie von selber fanden meine Zähne den Weg hinein.  Ich setze mich n die Speisekammer und aß mich nach vielen Wochen, in denen ich alles was ich tragen konnte der Katze gegeben hatte, wieder satt. Gestärkt von dem Speck und mit der Aussicht mich immer von in die Falle stürze zu können trat ich der Katze gegenüber. Sie tobte du schlug mit der Pfote nach mir. Doch zu meinem Erstaunen könnte sie mich nicht erwischen. Ich war einfach schneller und flutschte sogar einmal zwischen ihren Krallen hindurch.“
Während die Maus so von ihrer Konfrontation mit ihrem Peiniger berichtet straffte sie ihre Schulten und wurde immer größer. Der Rabe spürte wie stolz sie auf sich war und bewunderte die Maus für ihren Mut. Doch seine Bewunderung wuchs noch weiter, als die Maus ihre Geschichte damit abschloss wie sie die Mausefalle aus der Speisekammer hinter den Eingang zu ihrem Mause lochgezogen hatte.
„Seit die Katze sich die Pfote in der Falle geklemmt hat weiß ich, dass ich mich wirksam gegen sie wehren kann. Sie wird mich nie wieder um meine Essen bringen und auch wenn mir ihre Schreie und ihr Mauzen in der Seele weh tun, so täte es mir doch viel mehr weh ihr wieder alles zu geben was ich habe.“
Als die Maus geendet hatte saß sie schweigend mit dem Raben auf der Zinne, bis das letzte Licht der der Sonne verblasst war. Dann huschte sie die Mauer herab und schlüpfte durch einen engen Spalt zwischen den Steinen. Der Rabe blickte rief ihr nach:
„Warum versteckst du dich jetzt?“
Und die Maus antworte ihm mit einem strahlenden Lächeln.
„Ich bin eine mutige Maus, doch gegen den Uhu, der des Nachts jagt hilft am besten verstecken.“
Da wusste der Rabe, dass er nicht nur eine mutige sondern auch eine kluge Maus kennen gelernt hatte. Er erhob sich in die Lüfte und freute sich daraus sie eines Tages wieder auf der Zinnes des Turmes zu besuchen.
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