Es beginnt mit einem Tanz...

von Candy80
GeschichteRomanze / P18 Slash
Harry Potter Severus Snape
12.05.2020
29.05.2020
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23.05.2020 1.278
 
So... Vielen Dank an alle treuen Leser/Leserinnen/Lesenden! Ihr seid die Besten. Und nun viel Spaß beim schmökern!

„Es war wirklich ein sehr schöner Abend, Harry.“
„Ja das war es allerdings. Sollten wir wohl mal wiederholen, meinen sie nicht?“
Der Professor nickte mit einem etwas schiefen Lächeln.
Harry kratzte sich leicht verlegen hinterm Ohr: „Wollen sie vielleicht noch mit rein kommen? Mein Kaffee kann zwar mit ihrem nicht mithalten…“
Den Rest des Satzes ließ er offen.
Snape war versucht zuzusagen…
„Vielleicht ein andern Mal? Ich habe morgen gleich nach dem Frühstück zwei Stunden Gryffindor und Slytherin, die Abschlussklassen. Ich sollte wohl fit sein, falls diese erneut ein riesen Chaos veranstalten.“
Wieder einmal siegte sein Verstand, obwohl er viel lieber bei Harry bleiben und Spaß haben wollte. Der Professor konnte sich nicht erinnern sich je in seinem Leben so wohl gefühlt zu haben, wie die letzten zwei Wochen. Er musste allmählich zugeben, daß sich ihr Verhältnis zueinander grundlegend verändert hatte.
Mit bedacht ging er auf Harry zu, der wiederum ganz große Augen machte.
„Freunde?“ Er streckte seine Hand aus und hielt diese dem Helden unter nie Nase.
Kurz blitzte im kräftigen Grün von Harry’s Augen etwas auf, was der Tränkemeister nicht benennen konnte, da es fast sofort wieder weg war.
„Freunde! Beste Freunde!“
Snape nickte gerührt. Er konnte nichts dagegen unternehmen, das sich eine Träne aus seinem Auge stahl. Harry nahm seine Hand und es war um den unnahbaren Professor geschehen!
Er zog kräftig an der Hand des Jüngeren… bis dieser verdattert in seinen Armen lag.
„Beste Freunde!“ bestätigte der Professor.
Harry fühlte sich ein wenig überfordert, als er den leicht bebenden Körper spürte. Also legte er ebenfalls seine Arme um den Oberkörper des anderen Mannes… und beide verstärkten ihren Griff. Sie umklammerten einander, als wäre der jeweils andere der letzte Anker, der sie am Leben hielt.
Nach einer gefühlten Ewigkeit flüsterte Harry: „Ich sollte sie langsam los lassen, Freund. Mir schlafen die Arme ein!“
Snape’s Brustkorb bebte, was Harry selbst zum vibrieren brachte, dann hörte man dieses herrliche, tiefe Lachen das so selten war wie ein kostbarer Schatz.
„Ich glaube auch, wir sollten einander los lassen. Es wirkt allmählich komisch, findest du nicht auch, Harry?“
Sie kicherten wie kleine Schulmädchen!

Der Professor hatte lange gebraucht, bis er in Hogwards ankam. Er hatte die ganze Zeit daran denken müssen, wie wichtig ihm plötzlich die Abende mit Harry wurden. Ja, er hatte endlich, nach all den Jahren Einsamkeit nun endlich einen ‚besten Freund‘ gefunden. Endlich jemand, dem er etwas bedeutete!
Er war die halbe Nacht bereits unterwegs, aber er konnte sowieso nicht schlafen.
In gut drei Wochen war die Gala. Er hatte sich eingestanden, dass er Angst davor gehabt hatte, Harry würde wieder aus seinem Leben verschwinden nach den Tanzstunden! Harry, das letzte was ihm noch von seiner geliebten Lily geblieben war!
Snape hatte sich geirrt! Es war nicht die Angst die Verbindung zu Lily zu verlieren… er hatte Angst gehabt Harry zu verlieren! Und zwar um Harry’s willen!
Seit Lucius hatte er niemanden mehr gehabt mit dem er einfach vergessen konnte… aber er hatte endlich jemanden, mit dem er sich auch erinnern konnte und neue Erinnerungen schaffen konnte.
Er atmete tief durch, dann beschloss er zu apparieren!

„Guten Morgen, Severus! Wie war dein Abend?“
Snape musste zugeben, daß es ihm noch nie so gut ging wie in jenem Moment.
„Es war entspannend, Minerva! Es war richtig schön. Danke nochmal, dass du mir frei gegeben hast.“
Sie neigte ihre Kopf leicht: „Nichts zu danken, Severus! Könntest du Mittag kurz bei mir vorbei kommen?“
Snape schluckte trocken: „Natürlich.“
Sie beendeten das Frühstück und Lehrer wie Schüler machten sich auf, um in ihre Klassenzimmer zu kommen.
„Heute brauen sie… Nein, werden versuchen den ‚Trank der Lebenden Toten‘ erneut zu brauen. Er wird Teil ihrer Prüfung sein! Also bitte… ich flehe euch inständig an“ und Snape ging auf die Knie!
„bitte jagt mir nicht wieder das halbe Klassenzimmer in die Luft! Konzentriert euch, den ich kann euch kein weiteres Jahr mehr ertragen!“
Ein Schüler konnte nicht anders und kicherte.
Der Professor ächzte dabei, während er aufstand: „Oh Mann! Ich werde echt zu alt für den Scheiß!“
Und die Luft vibrierte so sehr wurde gelacht… und eine tiefe Stimme lachte leise mit.

„Ah, Severus! Da bist du ja! Komm herein und setz dich bitte.“
„Was gibt es denn so dringendes, dass nicht bis heute Abend warten kann?“
McGonagall schmunzelte: „Wieso? Musst du noch eine Klasse zu Tode erschrecken weil du beliebst zu scherzen?“
„Ahh! Es hat sich also bereits herumgesprochen! Ich habe nur versucht den Abschlussklassen bewusst zu machen, das sie keine Angst vor den Prüfungen zu haben brauchen.“
„Wo haben sie Severus Snape versteckt?“
Erschrocken machte der Tränkemeister einen Schritt zurück: „Aber… was? Ich bin es wirklich, Minerva!“
Die Direktorin hielt sich den Bauch vor Lachen, da fiel auch bei Snape der Groschen; Ironie der Muggel!
„Oh mein Junge, du bist einmalig!“
„Können wir bitte zum Punkt kommen? Ich muss noch Schüler erschrecken!“  knurrte der Professor mit einem leichten Lächeln in den Augen.
„Es geht um die Casper!“
„Das war nicht anders zu erwarten, Minerva!“
Sie stand auf und ging zum Fenster hinter ihrem Schreibtisch. Snape folgte mit gebührlichem Abstand.
„Sie haben mir erzählt, was ihre Jungs ihnen erzählt haben. Sie wollen aber kein großes Aufsehen erregen und werden ihre Jungs nach Durmstrang schicken. Sie halten dich für ein… wie hat es der Vater gesagt… Arschloch! Sie glauben die Geschichte aber selbst nicht so ganz.“
„Okay! Sie haben ihre Meinung und ja, ich bin auch ein Arschloch, Mistkerl und was weiß ich nicht alles mit Absicht, das gebe ich durchaus zu. Aber ich bin froh das sie mir so einen Mist nicht zutrauen. Dann haben wir vorerst ruhe vor ihnen?“
McGonagall nickte erleichtert.
Sie hatten beide keine Lust und auch keine Zeit für so einen Spießrutenlauf der sich über Jahre hinziehen konnte!
Der Tränkemeister verabschiedete sich, in dem er kurz ihre Schulter drückte und ihr eines seiner ehrlichen Lächeln schenkte.
Langsam ging er hinaus, schloss die Tür leise hinter sich… dann lehnte er sich an die Mauer neben des Eingangs und wischte sich mit zittrigen Händen über die Augen. Ein nicht ganz so leiser Seufzer entwich seiner Kehle und seine Knie gaben nach. All die Anspannung seit dem Wochenende brach auf einmal aus ihm. Er sank auf den Boden, Umschlag seine Knie mit den Armen und versteckte sich somit unter seinen Roben.
Sie hatte sich leise durch die Tür geschoben und sah auf die bebende Gestalt hinunter. Langsam ließ sie sich auf ihre Knie nieder, nahm ihre Animagusform der Katze an und begann leise zu maunzen.
Snape erschrak, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und sah sich um. Er zuckte zusammen, als ihn etwas anstupste und begann leise zu Lachen, als er die schwarze Katze sah, die ihn immer wieder fast schon aufreizend zum streicheln animierte und dann auf seinen Schoß sprang. Sie drückte ihr Köpfchen immer wieder kräftig gegen seine Wange und schnurrt so laut, daß der ganze Körper vibrierte.
Schniefend und leise lachend flüsterte er: „Gut das uns keiner sieht! Sonst haben wir beide auch noch eine Affäre am Hals!“
Sie drückte ihre krallen ein wenig in sein Knie, warnend, was ihn so richtig zum Lachen brachte.
„Danke! Ich wüsste nicht was ich ohne dich tun sollte!“
Er begann sie zu streicheln und lehnte seinen Kopf zurück an die Wand; sie rollte sich auf seinen Schoß zusammen und schnurrte beruhigend. So saßen sie noch eine Weile, endlich etwas Ruhe genießend.
Nur dummerweise hatten sie beide die leise, sich aber noch gut verdrängen lassende Vorahnung, dass es wohl die Ruhe vor dem Sturm war.
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