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Eine etwas andere geschichte

GeschichteAllgemein / P18
Arthur Hamilton Grayson Spencer Henry Harper Jasper Grant Mia Silber Olivia "Liv" Silber
12.05.2020
20.12.2020
6
18.217
2
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12.05.2020 1.672
 
Es war als würde mein Leben durch eine lauten Schuss zersplittern. Wie ein Spiegel zersprang es und die Scherben rieselten leise zu Boden. Wie betäubt saß ich an der Seite meines Vaters im Krankenhaus. Er war an bewusstlos und an einen Haufen Geräte angeschlossen. Zwei Tage saß ich nun hier ohne ihm von der Seite zu weichen. Mein Vater, mein Beschützer, mein bester Freund lag hier ohne sich zu regen. Und das war alles meine Schuld. Nichts von dem wäre passiert hätte ich die Klappe gehalten. Hätte ich keine Schwäche gezeigt. Hätte ich sie einfach machen lassen. Aber nein ich musste ja zu Papi rennen und es ihm erzählen. Gott ich war 16 nicht 6. Allein dafür könnte ich mich ohrfeigen. Ich wusste es war falsch, sich über mich Gedanken zu machen, wo doch Papa hier lag und ihm langsam, aber sicher das Leben ausging. Kaum kam mir dieser Gedanke liefen mir wieder Tränen aus den Augen. Ich wollte stark sein, musste es sogar, für meine Schwester Mia. Sie saß da draußen und ahnte nichts. Sie wusste es gab einen Unfall, ging aber davon aus dass alles wieder gut werden würde, doch mir war die schmerzvolle Wahrheit bewusst und dennoch hatte ich sie angelogen. Ich brachte es nicht über mich ihr zu sagen was passiert war. Ihre kleine Welt wäre zerstört. Sie war zwar dreizehn und keinesfalls auf den Kopf gefallen, aber trotzdem wollte und musste ich sie beschützen ,mehr als alles andere war dies nun nötig. Ich wollte meinen Vater entlasten. Ich wusste sie würde mich brauchen. Ich musste jetzt stark sein. Ich durfte meine Angst nicht gewinnen lassen. Denn genau das hatte ich. Ich hatte Angst und ich schämte mich dafür. Ich war keines falls bereit hierfür. Mein Vater hatte mich immer unterstützt und ermutigt. Ich brauchte ihn! Nicht wegen Geld oder um mich zu beschützen. Das konnte ich selbst. Nein ich braucht ihn damit er mir half und mich unterstützte. Ich brauchte ihn als meine Stütze. Und hieran erkennt man wie egoistisch ich bin. Ich wollte, dass er lebt, damit er mir half. Natürlich verdiente er den Tod nicht und war auch keines falls alt genug um zu sterben, aber hauptsächlich wollte ich das er lebt, damit er bei mir blieb und mir half erwachsen zu werden. Ein eigenes Leben auf zu bauen und er sollte dabei sein wenn ich die Universität abschloss. Obwohl nein hauptsächlich wollte ich, dass er lebt um sich seine Träume zu erfüllen. Ich wusste, ich würde alles tun, wenn ich ihm nur retten könnte, doch das ging nicht. Ich schnieft immer noch vor mich hin als meine Hand leicht gedrückt wurde. Das war Dad! ,,Dad!", keuchte ich erfreut. Vielleicht würde er doch wieder gesund. Sofort durchströmte mich Hoffnung. Mein Dad öffnete flatternd seine Augen und sah sich suchend nach mir um. Als er mich fand schlich sich ein Lächeln auf sein Gesicht: ,,Hey Kleine! Alles gut! Beruhig dich!" Ich hatte nicht gemerkt, dass ich wieder weinte. Sofort wischte ich meine Tränen weg und versuchte ein entschuldigendes Lächeln:,, Tut mir leid, ich dachte ich würde dich verlieren, aber jetzt wird alles wieder gut. Du wirst wieder gesund und wir-", weiter kam ich nicht, denn er unterbrach mich mit brüchiger Stimme:,, Liv. Ich werde nicht wieder gesund. Und das tut mir leid, aber daran kannst du nichts ändern. Ich weiß das du gerne die Probleme von jedem lösen würdest, aber diesmal geht es nicht." Mein Gehirn setzte kurz aus. Nein. Nein! NEIN! Das geht nicht! Ich schüttelte den Kopf:,, Nein. Wir kriegen das wieder hin. Bitte. Ich-" Wieder unterbrach er mich:,, Schatz hör mir zu. Es ist okay. Ich habe alles was man sich wünschen kann. Wundervolle, talentierte Töchter. Ein tolles Leben, aber irgendwann endet alles. Ich will das du mir jetzt zu hörst, okay?" Ich nickte nur stumm. Ich konnte nicht sprechen. ,,Gut. Also hör zu sag Mia ich habe sie lieb und pass auf sie auf. Bleib stark und lass dir nichts gefallen. Und sollte dir jemals wieder ein Junge zu nah kommen wehr dich. Dass  was da passiert ist, ist nicht deine Schuld! Sondern deren. Ich habe dich unglaublich lieb. Gib niemals auf! Du kannst alles erreichen, wenn du an dich glaubst, egal was die anderen auch behaupten! Du und Mia werdet wieder zu eurer Mom ziehen und ich bitte dich, gib ihr eine Chance. Und bitte hör nicht auf mit deinen Ganzen Hobbys, okay? Du bist sehr talentiert. Das weißt du! Und bitte bleib wie du bist. Meine sture, kratzbürstige und kluge Tochter Olivia! Tust du mir den Gefallen?", beendete er seine Rede. Ich wahr vor Rührung sprachlos. Selbst jetzt war er noch selbstlos und dachte an mich und baute mich auf. Das mit meiner Mutter war mir schon bewusst gewesen, doch ich hatte es verdrängt. Mit meinen Hobbys meinte er die Jujutzu, Kung Fu, Karate, Boxen, Ringen, Akrobatik, Pacour, Gymnastik, Klavier und Geigen Stunden die ich nahm. So oft wie wir umgezogen waren, hatte mir das Training immer ein Stück Normalität verschafft. Ich würde sie definitiv weiter nehmen. Vor allem weil Dad mich darum bat. Endlich fand ich meine Stimme wieder, obwohl sie heiser und brüchig war versicherte ich meinem Vater:,, Mach ich! Versprochen. Ich kümmere mich um Mia und mache das Training weiter. Ich liebe dich Dad. Mehr als alles andere. Bitte verlass mich nicht ich brauche dich!" Ich konnte nicht mehr. Schluchzend lehnte ich meine Stirn auf unsere ineinander verschrenkten Hände. Mein Vater strich mir durchs Haar. Das war so unfair! Ich wollte aufhören und ihm keine Probleme machen, stattdessen weinte ich mich bei ihm aus. Man er liegt hier im sterben und blieb so ruhig. Verwirrt richtete ich mich auf:,, Warum  bist du so ruhig?" Mein Vater lächelte mich gütig an:,, Weil ich bereit bin zu gehen, Schatz. Ich weiß du denkst du bist nicht bereit für ein Leben ohne mich, aber ich weiß, dass du das schaffen kannst. Ich liebe dich so sehr und ich weiß wie schwer dir das fällt, aber bitte! Lass mich gehen. Lass mich in Frieden sterben bitte! Bleib nicht wegen mir traurig. Leb weiter und lass mich gehen, Bitte!" Sein flehen ließ mich wieder weinen. Er hatte recht, wenn ich ihn liebe musste, ich ihn gehen lassen. Ich nickte und räusperte mich um zu sprechen:,, Okay ich lasse dich gehen, aber lass mich wenigstens trauern nur heute okay, dann bin ich für Mia da und lebe weiter, aber nur für heute will ich traurig sein. Du musst nur eins wissen. Du wirst immer einen Platz in meinem Herze haben. Egal was passiert! Einverstanden?" Ich schniefte und sah ihn an. Er sah mich so stolz und gutherzig an. Ich sah, dass er kein Problem hatte zu sterben. Okay dann würde ich ihn gehen lassen. Mir war bewusst, dass ich ihn ein bisschen belogen hatte. Ich würde auch morgen und übermorgen und wahrscheinlich immer traurig sein, aber ich würde mich zusammen reißen. Für ihn und Mia. Er lächelte mich an:,, Einverstanden, aber solltest du jemals einen Jungen kennenlernen und dich verlieben. Bring ihn zu meinem Grab und stell ihn mir vor. Ich muss doch auf dich aufpassen." Das brachte mir ein leichtes Lächeln aufs Gesicht, dennoch wusste ich, dass das niemals passieren würde. Nicht nach Stefans Aktion. Nein ich würde mich niemals verlieben. Ich hatte mich schon sein mein Vater im Krankenhaus lag verschlossen. So nah würde ich niemals wieder jemanden so nah an mich heranlassen. Ich legte mich mit meinem Oberkörper auf das Krankenhausbett und lies den Tränen freien Lauf. Das stätige Piepsen beruhigte mich und ich schlief irgendwann ein.
Ich erwachte durch einen langgezogenen Piep. Ich musste kurz nach denken, bis ich mich erinnerte, wo ich war. Und dann traf es mich wie ein Schlag. Dieser Piep hieß nichts gutes. Sofort war ich wach und sah meinen Vater an. Er war leichenblass. Ich wusste was für ein Piep das war. Ich rüttelte ihn und schrie:,, Dad! Dad! DAD! Und schon kamen die Ärzte. Ich wurde von Dad weggerissen und weggezogen. Ich wehrte mich mit Händen und Füßen und schrie nach meinem Vater. Irgendetwas piekste mir in den Arm. Beruhigungsmittel, denn ich wurde immer ruhiger. Eine Krankenpflegerin brachte mich nach draußen zu den Stühlen wo die Stühle standen auf denen meine Schwester Mia und unsere Nachbarin Mrs. Kings. Ich setzte mich neben Mia und sah sie an. Sie erwiderte den Blick neugierig. Ich versuchte ein müdes Lächeln, welches sie sofort erwiderte und drückte ihr einen Kuss auf den Kopf. Danach lehnte ich mich im Stuhl zurück. Ich wusste was kommen würde und ich würde stark bleiben und nicht aufgeben, aber nichts konnte meine Schuld jemals wieder gut machen. Allein meiner Schwester wegen. Wäre das mit Stefan nicht gewesen wären wir nicht hier. Ich wusste nicht ob ich mir etwas angetan hätte, wenn Mia nicht da gewesen wäre. Ich wusste es wirklich nicht. Es dauerte etwas fünfzehn Minuten bis ein Arzt auftauchte. Ich wusste was nun kam, als ich aufstand und zu ihm ging. Ich sah ihn nur an doch das genügte. Er schüttelte nur den Kopf. Ich verstand und bedankte mich. Ich gab ihm nicht im geringsten die Schuld an all dem. Ich ging zu Mia und sah ihr in die Augen. Ihr Blau strahlte und was ich ihr sagte, war das schwerste was ich jemals getan hatte:,, Mia es tut mir so leid, aber Dad ist_" Ich konnte es nicht sagen. Es ging nicht! Verdammt. ,,Tod?", fragte sie mit traurigen Augen, doch in ihnen flammte ein wenig Hoffnung, dass ich nein sagen würde. Und diese Flamme würde ich mit meinen folgenden Worten löschen. ,,Ja", antwortete ich und nahm sie in den Arm. Sie fing hemmungslos an zu weinen und schluchzen und vergrub ihren Kopf an meiner Schulter und ich hielt sie, sowie ich es immer tun würde. Auch ich weinte, aber still und unbemerkt. Ich musste für sie stark bleiben und das würde ich. Denn jetzt war Dad nicht mehr. Mein Dad war tot.
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