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Gefangen im Nebel

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Hiruzen Sarutobi Kakashi Hatake Minato Namikaze OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
12.05.2020
14.06.2021
76
89.995
27
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10.06.2021 1.065
 
Kapitel 74: Ich habe gelogen

„Kakashi?“, fragte sie, da er nichts auf ihre Frage erwidert hatte. Der Grauhaarige fuhr sich durch die Haare. „Ich muss ein paar Dinge sagen, und ich hoffe du kannst mich verstehen“, er sah sie nun wieder an und noch nie hatte sie ihren einstigen Freund mit so viel Reue und Unmut in den Augen angetroffen.

„Ich bin ein schlechter Mensch und ich habe mehrere Fehler gemacht, die nur bezeugen, dass mit mir etwas nicht stimmt.“ Er seufzte, „Bevor wir miteinander ausgegangen sind, habe ich mich nie großartig mit der Liebe beschäftigt, geschweige denn Zeit für eine Freundin gehabt. Und mit dir habe ich auf einmal die Welt ganz anders wahrgenommen. Es war als hätten sich all meine Wünsche und Erwartungen an die Zukunft verändert. Ich wollte plötzlich andere Dinge und du… du hast Hoffnung in mir entfacht… Ich habe ganz andere Pläne vor Augen gehabt… Aber bevor wir zusammen waren, hatte ich noch nie so große Angst. Du warst so omnipräsent, dass ich nicht wusste, wie ich mit meinen Sorgen umgehen sollte. Ich hatte Angst, wenn wir in Konoha waren, wenn wir auf Mission waren und wenn wir feiern waren, dann war es mir unangenehm wie viele Typen dir nachgesehen haben. Ich konnte nicht mit den ganzen Sorgen umgehen.“ Er schluckte, „Ich weiß, dass du stark bist, das war einer der Gründe, die dich so anziehend für mich gemacht haben. Aber du bist auch jung und unschuldig und ich hatte solche Sorgen, dass…“ Er beendete den Satz nicht. „Und dann… als Minato-sensei“, er schloss die Augen. „Der Angriff auf Konoha hat mir nur verdeutlicht wie allgegenwärtig die Gefahren des Lebens als Shinobi sind und was passieren würde, wenn du… Ich würde es nicht überleben, wenn… Mir schien, als ob ich die Ursache wäre, warum all diese Menschen gestorben waren und weil ich dich unter keinen Umständen verlieren konnte, dachte ich, ich müsste mich von dir fernhalten. Meine Entscheidung war gefallen… und dann,“ er sah sie eindringlich an, „Dann hast du gesagt, dass du mich liebst. Und es war das Schönste was ich je von jemandem gehört hatte. Und ich wusste nicht was ich hätte sagen sollen, wo ich doch wusste, dass wir nicht zusammen sein konnten. Also habe ich entschieden, dir nicht die Wahrheit zu sagen… Anstatt dir von meinen Sorgen zu erzählen und eine Lösung zu finden, habe ich dich verlassen und dir gesagt, dass ich dich nicht liebe. Es tut mir leid.“

Chiyuko sah ihn nur an und merkte, dass sie mit dem Gehirn hinten nach war. Ihr Kopf realisierte die Worte, welche aus seinem Mund kamen, nicht richtig.

„Auf dieser Mission letztens sind mir zwei Dinge klargeworden, als ich deinen Hilferuf bemerkt habe. Erstens, wirst du in dieser Welt nie in Sicherheit sein. Zwar habe ich dich letztendlich, in noch größere Schwierigkeiten gebracht, aber wir sind doch heil wieder herausgekommen. Und zweitens, noch viel wichtiger, habe ich mir eines geschworen, bevor ich mich auf die Suche nach dir gemacht habe. Ich habe mir gesagt, dass ich und du, wir beide lebend aus der ganzen Sache herauskommen müssen, weil ich noch etwas aufklären muss. Als ich dir gesagt habe, dass ich dich nicht liebe, habe ich gelogen, um dich zu schützen. Aber ich bin dumm und ich wusste nicht, wie sehr ich damit verletzen würde. Glaub nicht, ich hätte deine verweinten Augen nicht gesehen.“

Kakashi sah die Blonde nun sanft an und trat einen kleinen Schritt näher. „Es tut mir aufrichtig leid. Ich habe gelogen und dich damit verletzt. Ich habe all das Vertrauen kaputtgemacht, welches wir miteinander aufgebaut haben und unsere Beziehung noch dazu. Und ich möchte eins klarstellen: Ich liebe dich, Chiyuko. Es ist mir viel zu spät aufgefallen und ich habe falsch reagiert. Ich hätte es schon vor Monaten zu dir sagen sollen, noch bevor du etwas gesagt hast. Ich weiß nicht, ob ich das Ganze je wieder gut machen kann, aber du sollst trotzdem wissen, dass ich dich liebe. Wie könnte ich auch nicht?“

Und dann klirrte es. Der Anbu war die Glasflasche aus den Fingern gerutscht und sie war auf den Fließen ihres Eingangs in Tausend Scherben zerbrochen. Kakashi sah seine Ex-Freundin alarmiert an. „Was ist los?“, er klang besorgt, aber die Blonde bewegte sich nicht.

Dann rührte sie ihren Fuß und schien das Gleichgewicht zu verlieren. „Vorsicht“, seine Stimme ging eine Oktave zu hoch und er hechtete auf sie zu, sodass er sie an ihrem T-Shirt noch erwischte und ihre einen Arm um die Taille schlang, um sie vor dem Fall zu bewahren. „Okay“, murmelte er ein wenig außer Atem und führte sie rückwärts zu ihrer Couch.

Seufzend setzte er sie hin und drückte ihre Schultern. Bevor er sich ihr zuwandte lief er zurück und schloss ihre Wohnungstür. „Chiyuko, ist alles in Ordnung bei dir?“, fragte er nun wieder besorgt und sie bewegte den Kopf und sah, dass er wieder neben ihr erschienen war. Die Blonde schüttelte den Kopf und schloss die Augen. Alles drehte sich. Immer wieder blitzten Wortfetzen in ihren Gedanken wieder auf.

Ich liebe dich nicht“„Ich liebe dich. Wie könnte ich nicht?“ „Glaub nicht ich hätte deine verweinten Augen nicht gesehen.“„Ich bin ein schlechter Mensch.“

„Ich verstehe nicht“, ihre Stimme brach und sie war verzweifelt. Konnte die Welt noch komplizierter sein? Nichts in ihren Leben ergab mehr Sinn. Chiyukos Familiensituation war schwierig. Sie stritt sich mit ihren Eltern, die nicht ihre richtigen Eltern waren. Ihr leiblicher Bruder erschien unangekündigt auf Missionen und hielt sie in Gen-Jutsus fest. Konoha schien so unsicher wie sonst noch nie. Der Angriff und die Freilassung des Neunschwänzigen, das Ableben des Yondaime, das Attentat auf den Uchiha-Clan und als wäre all das noch nicht genug, war auch noch eine gefährliche Nukenin-Gruppe auf freiem Fuß, die nicht nur einmal versucht hatte, das Elite-Team der Anbu zu verletzen oder gar zu töten.

Und nebenbei hatte ihr Freund mit ihr Schlussgemacht. Die Anbu hatte sich die Augen aus dem Kopf geweint, sich bloß gestellt bei den Teamkollegen und deshalb mit ihren Eltern gestritten. Wochenlang hatte sie ihn nicht ansehen können, weil er sie so kalt behandelte, als ob sie nie etwas miteinander zu tun gehabt hätten. Und jetzt nach dieser unglaublich skurrilen Geschichte einer Mission kam er hier in ihre Wohnung und machte ihr Liebesgeständnisse.

Chiyuko gab auf und die Tränen flossen an ihren Wangen herab. Sie schluchzte.
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