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Flash mich!

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Cem Kaya OC (Own Character)
11.05.2020
19.11.2020
13
27.230
5
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
16.09.2020 1.835
 
Guten Abend!

Tut mir leid, dass es etwas länger mit dem neuen Kapitel gedauert hat, aber ich bin momentan dabei, eine alte FanFiktion mit 150 Kapiteln umzuschreiben und das kostet einfach Zeit. Aber nun bin ich ja wieder am Start und das nächste Kapitel ist auch bereits in Arbeit.
Viel Spaß beim Lesen!



Kapitelname: Confusion

Wörterzahl: 1746

Vorkommende Personen: OC, Cem Kaya, Paul Richter, Gino Maier, Christian Reuther, Eric Stein

Sicht: Matti



/=\






In den letzten anderthalb Monaten haben wir uns ganz gut eingelebt. Die Arbeit macht immer noch ziemlichen Spaß und wir sind mittlerweile im Team angekommen. Auch gefühlsmäßig hat sich alles ergeben. Vince und ich fahren zum Dienst, wir haben heute beide Nachtschicht. Es ist Samstag, langsam werden die Nächte kühler. Wir singen beide zu der Musik mit, gedanklich sind wir noch gar nicht auf die Schicht eingestellt. Ich bin mal gespannt, mit wem ich heute fahre und hoffe auf Cem. Vince und ich dürfen ab nächsten Monat zusammenfahren, dann sollten unsere Ortskenntnisse ausreichend sein. Mit Cem bin ich schon seit zwei Wochen nicht mehr gefahren, entweder wir hatten unterschiedliche Schichten oder waren nicht gemeinsam eingeteilt.


Vince parkt das Auto auf dem Mitarbeiterparkplatz und stellt den Motor ab, ich steige aus.
„Haben wir noch Zeit für eine Kippe?“
„Ich denke schon“, antworte ich nach kurzem Blick auf die Uhr, „Hast du mitgenommen?“
„Ja, habe ich. Aber lass uns erst mal umziehen.“
         In Uniform zu rauchen gilt als ungeschriebene Todsünde und wir begehen sie ständig. Sich erst umzuziehen ist einfach entspannter. Also gehen wir zunächst in die Umkleide und ziehen uns um. Ebenfalls dort befinden sich grade Chris, Paul und Eric.
„Moin“, begrüße ich die Kollegen und öffne meinen Spint.
       Daraus nehme ich meine Uniform und meine Schuhe, sowie meine Weste und meinen Waffengürtel. Schnell schlüpfe ich in jede Kleidung, schnalle den Gürtel um und stecke die Waffe in das Holster. Vince ist ebenfalls fertig.
„Dann lass uns noch mal.“
„Was habt ihr vor?“, hakt Eric nach.
„Gehen noch eine Rauchen. Kommst du mit Paul?“
„Nee, ich habe schon.“

So gehen nur Vince und ich nach unten, stellen uns nach draußen an die Hintertür. Vince hat die Schachtel dabei und reicht mir eine Kippe, klemmt sich selbst eine zwischen die Lippen. Nachdem er seine angezündet hat, reicht er mir das Feuerzeug und ich zünde meine an, nehme den ersten Zug.
„Wir sind solche Sünder“, sage ich mit einem Kopfschütteln.
„Psst“, Vince lacht.
           Ich sehe Cems BMW auf den Parkplatz fahren und sofort schleicht sich ein Lächeln auf meine Lippen. In letzter Zeit fährt er öfter mit dem Auto anstatt mit der Bahn, warum weiß ich nicht. Vince sieht ebenfalls zu dem Wagen und grinst.
„Bruderherz ich kenn den Blick, verbrenn dir nicht die Finger an den Heten.“
„Schnauze, ich will nichts von ihm. Er ist nur ein guter Freund.“
„Ja, ich bin auch Barack Obama“, er schüttelt den Kopf und ich schlage ihm mit der freien Hand gegen die Schulter.
           Cem steigt aus seinem Wagen, er ist bereits uniformiert. Er kommt auf uns zu, wirkt etwas gestresst.
„Nabend Herr Kollege“, grüße ich grinsend.
„Hallo“, sagt er knapp und verschwindet dann nach drinnen.
          Was war das denn jetzt? Ich sehe irritiert zu Vince, dieser zuckt mit den Schultern.
„Vielleicht hat er ja seine Tage.“
„Er ist schon länger so genervt, dass ist mir schon öfter aufgefallen“, ich seufze und rauche auf.
         Vince tut es mir gleich, danach gehen wir wieder rein. Wir müssen direkt in den Aufenthaltsraum, da gleich Dienstbeginn und somit auch Dienstbesprechung ist.

Diese geht jedoch schnell von statten, da über den Tag nicht viel passierte. Aber ich kann mir denken, dass dafür in der Nacht umso mehr passieren wird. Das Positive, ich darf mit Cem fahren.
„Cem, Klaus möchte dich vorher noch sprechen. Er wartet in seinem Büro auf dich“, erwähnt Gino zum Abschluss.
„Okay“, Cem verzieht keine Miene, geht zu Klaus Büro.
        Was Klaus wohl von ihm will? Ich muss aber sowieso noch mein In-Ear Funkgerät holen, habe es eben in der Umkleide vergessen. Also gehe ich dorthin und hole mein Funkgerät. Ich schließe das Kabel an, mache das In Ear in mein Ohr und gehe wieder zurück. Aber Cem ist noch nicht wieder zurück. Trotzdem gehe ich schon mal zu unserem zugewiesenen Wagen, nehme ein Staubtuch und mache das Fahrzeug von innen sauber. Cem wird mich ja wohl hier finden.

Es vergehen die Minuten, nach einer viertel Stunde öffnet sich dann die Beifahrertür.
„Willst du nicht fahren?“, hake ich nach.
„Nee, fahr du mal. Habe keine Lust“, gibt er nur von sich.
         Ich kommentiere das nicht weiter, sondern lege das Staubtuch weg und starte den Motor. Es herrscht eine komische Stimmung, was mich verwundert. Noch vor zwei Wochen haben wir Späße gemacht und gelacht und jetzt? Jetzt scheint er nicht mit mir reden zu wollen, hat generell seither schlechte Laune. Einfach unerträglich.
„Ist irgendwas?“
„Sollte was sein?“, stellt er die Gegenfrage.
„Du wirkst so angespannt.“
„Einfach nur schlecht geschlafen“, er sieht aus dem Fenster.
„Na dann.“
„Arnold für den 14/21“, ertönt es aus dem Funk.
          Cem nimmt den Funkspruch entgegen, ein Einsatz wegen Diebstahls in einem Kaufhaus. Ich werfe einen Blick auf die Uhr, noch haben die Läden geöffnet. Warum müssen Diebe kurz vor Ladenschluss noch was stehlen? Die machen es den Verkäufern nicht leicht.

Ich parke den Wagen vor dem Eingang des Zentrums, schalte den Motor aus. Wir steigen aus, ich mache das In Ear wieder rein. Während der Fahrt hatte ich es rausgenommen, weil es sonst nervt.
„Welches Geschäft war es noch mal?“, frage ich nach.
„Fossil.“
         Wir gehen zu dem Geschäft, den Täter soll der Ladendetektiv festgehalten haben. Am Eingang wartet bereits eine junge Mitarbeiterin auf uns, die uns nach hinten in den Mitarbeiterbereich führt. Der Ladendetektiv hält einen Mann mittleren Alters fest, hat ihn wohl bereits mit Aufnahmen konfrontiert. Zwei Uhren liegen auf dem Tisch.
„Moin, Anderberg mein Name. Mein Kollege Kaya. Was ist hier vorgefallen?“
        Der Landedetektiv, der sich als Marius Jäger vorstellt, beschreibt uns die Situation, dass der Beschuldigte die Uhren einsteckte und aus dem Laden fliehen wollte. Also ein klassischer Ladendiebstahl, nichts Besonderes. Wir sichten das Videomaterial, Cem befragt den Beschuldigten. Dieser bestreitet den Sachverhalt nicht, dennoch müssen wir ihn zur ED-Behandlung mitnehmen.


Es ist keine ruhige Nachtschicht, immer wieder neue Einsätze schneien herein. Diebstahl, Zechprellerei, Trunkenheit am Steuer, Verstoß gegen das BTMG und die typischen Schlägereien in Kneipen und Clubs. Also eine normale Samstagnacht. Unser nächster Einsatz ist in einem Haushalt, eine Frau hat gemeldet, dass der Nachbar grade am Ausrasten ist und sie Schreie vernommen hat. Klingt nach häuslicher Gewalt, aber nachts? Kommt nicht so häufig vor. Dennoch beeilen wir uns, zum Einsatzort zu gelangen.

In dem Plattenbau wartet an der Haustür die Melderin auf uns.
„Hallo! Ich habe sie gerufen, der bringt die um! Erster Stock bei Hübner, bitte!“, sie wirkt sehr ängstlich und wir nehmen die Angst sehr ernst.
    Schnell gehen wir in das erste Stockwerk, hören schon die laute Stimme eines Mannes. Ich betätige die Klingel, klopfe zusätzlich, als keiner öffnet. Stattdessen klirrt etwas im Inneren.
„Hier ist die Polizei! Öffnen Sie die Tür!“
     Ein paar Sekunden später öffnet sich die Tür schwungvoll, ein breitgebauter Mann mit aggressiven Gesichtsausdruck steht uns gegenüber.
„Was wollen Sie um die Zeit hier? Haben Sie mal auf die Uhr geschaut?!“
„Anderer Ton erstmal. Wir sind gerufen worden, denn Ihre Nachbarin hat sich Sorgen gemacht“, beginnt Cem das Gespräch.
„War bestimmt die Frau Schmidt! Soll die mal weniger Krimis lesen!“
„Können wir mal reinkommen? Dann müssen wir das nicht hier draußen besprechen. Ist Ihre Frau zu Hause?“
„Nein, die ist weg. Gehen Sie!“
     Doch ich sehe die Dame hinter einer Tür hervorgucken, ihr Auge ist blau, die Nase blutet. Mehr kann ich von ihr nicht sehen, aber es ist Grund genug, die Wohnung zu betreten. Jedoch wehrt sich der Mann hartnäckig, will uns auf gar keinen Fall reinlassen, sodass wir leichte Gewalt anwenden und ihn festnehmen müssen. Ich sichere den aggressiven Mann an der Wand, während Cem ihn durchsucht.
„Nimm die Pfoten weg Mann!“, brüllt der Kerl.
        Cem lässt sich nicht davon abbringen, durchsucht die Hosentaschen.
„Das gefällt dir, hä? Bist du schwul, oder was?“
„Halts Maul“, knurrt Cem daraufhin.
         So ein bissiger Kommentar von Cem? Kenne ich ja gar nicht von ihm. Irgendwas stimmt doch da nicht. Vielleicht werde ich ihn nachher noch mal drauf ansprechen, erst einmal müssen wir den Einsatz erledigen.

Den aggressiven Herren haben wir in die Ausnüchterungszelle verfrachtet, da kann er erst mal klarkommen. Cem verfasst den Bericht, während ich mir in der Küche einen Kakao mache.
„Na kleiner Zwillingsbruder, alles gut?“, begrüßt mich Vince, als er die Küche betritt.
„Weiß nicht, Cem ist wirklich merkwürdig drauf. Das gefällt mir nicht.“
„Nur noch zweieinhalb Stunden, dann ist die Schicht um“, er zwinkert und guckt in den Kühlschrank.
      Er sucht wohl was zu essen, wird allerdings nicht fündig. Ich nehme einen Schluck von meinem Kakao und sehe zur Tür, Cem kommt herein.
„Matti, kommst du mal?“
„Jup“, antworte ich und folge Cem ins Büro, meinen Becher nehme ich mit.

Ich lese den Bericht durch, bin damit soweit zufrieden.
„Was war denn das eigentlich für ein Kommentar vorhin?“
„Wovon sprichst du?“
        Ich ziehe eine Augenbraue hoch und schüttle den Kopf. Er weiß doch sicher ganz genau, wovon ich rede. Trotzdem bin ich gütig und kläre ihn auf.
„Ich meine deine Aussage, dass er das Maul halten solle. Was sollte das? Ja, der Kommentar von dem Kerl war unnötig, aber so zu reagieren? Das steckt man doch eher weg und reagiert gar nicht.“
         Cem weicht meinem Blick aus, scheint nicht drüber reden zu wollen. Ich werfe einen Blick auf die Uhr.
„Ich denke wir sollten mal unter vier Augen und Ohren reden. Komm mit raus, ich wollte eh die letzten Minuten zum Rauchen nutzen.“


Also gehen wir nach draußen, ich habe mir von Vince die Kippen organisiert. Ich zünde mir die Zigarette an und genieße den ersten Zug, starre dabei in die Ferne.
„Schieß los, ich bin ein guter Zuhörer. Was ist los mit dir? Du bist seit zwei Wochen so komisch und unsere Schicht heute war bisher auch merkwürdig. Normalerweise machen wir immer Späße. Und dann eben auch diese Reaktion von dir, ich würde dich gerne verstehen können. Vielleicht können wir dann ja das Problem bewältigen.“
      Cem antwortet nicht, blickt mir tief in die Augen. Es verstreichen einige Sekunden, ohne jegliche Reaktion seinerseits. Doch dann legt er plötzlich seine Hände an meine Wangen und presst seine Lippen auf meine.
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