Flash mich!

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Cem Kaya OC (Own Character)
11.05.2020
08.10.2020
9
16.171
5
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
11.05.2020 1.810
 
Heyho!

Herzlich Willkommen zu der ersten FanFiktion auf diesem Account. Und eventuell werden einige, wenn sie dieses Kapitel lesen, sich denken „Hm… Irgendwoher kenne ich das doch. Habe ich das nicht schon mal gelesen?“
Diese gedankliche Frage kann ich ganz einfach beantworten: Ja. Vermutlich hast du dann schon ‚The long way to happiness‘ gelesen. Mein Account, auf dem die FF lief, existiert nicht mehr (gelöscht, die FF sogar schon vorher gelöscht) und ich habe mich dazu entschieden, die FF neu hochzuladen, aber stark umgeschrieben und auch mit mehr oder weniger neuer Story. Quasi ist hat nur noch das erste Kapitel Ähnlichkeiten.

Aber mehr möchte ich auch gar nichts sagen. Lasst euch einfach überraschen, lehnt euch zurück und habt viel Spaß beim Lesen!




Kapitelname: Nightlife

Wörterzahl: 1697

Vorkommende Personen: Cem Kaya, OC, Paul Richter, Klaus Wiebel, Robin Sturm

Sicht: Cem

Rechte: Die Personen gehören alle sich selbst und nicht mir.




/=\








POV Cem


Es ist eine ruhige Schicht, ungewöhnlich für eine Nacht von Samstag auf Sonntag. Sonst müssen wir um diese Zeit – 1:40 Uhr- irgendwelche Betrunkenen von der Straße kratzen, blutige Schlägereien beenden, alkoholisierte Fahrer aus dem Verkehr ziehen oder uns um Zechprellerei kümmern. Aber bis jetzt hatten wir bloß kleinere Verkehrsunfälle und einmal Zechprellerei, ansonsten alles ruhig. So können Paul und ich unsere Streifenfahrt weitestgehend entspannt angehen. Selbst bei unseren Einsätzen kam es zu Einsichten und ruhigen Gesprächen.
„Merkwürdige Nacht, oder?“, schneide ich jenes Thema an.
„Ja, es war lange nicht so ruhig“, stimmt Paul mir zu.
„Arnold für 14/22", kommt es grade recht aus der Funke, als hätte jemand unser Problem gehört.
            Ich nehme den Funkspruch entgegen:"14/22 hört."
„Fahrt mal zum Vanity Club Cologne, Hohenzollernring 16. Ein Herr Treuer meldet eine Schlägerei, Sonderrechte frei."
„15/22 hat verstanden." Paul gibt Gas, während ich Blaulicht und Martinshorn einschalte. Ich versuche mich innerlich schon mal auf den Einsatz vorzubereiten. Die Nacht war so ruhig und jetzt kommt eine Schlägerei? Hätte es nicht ruhig bleiben können? Ich hätte nichts sagen dürfen.
„Vanity Club? Ist das nicht dieser Studentenschuppen?"
„Jap. Da kriegen wir bestimmt noch das ein oder anderen Betäubungsmittel zu sehen. Darauf wette ich."
        Paul hält den Wagen, die scheinbar betreffenden Parteien schreien sich vor dem Club gegenseitig an.
„Guten Abend", begrüßt Paul die Personen.„Hast du jetzt auch noch die Polizei gerufen?! Hast du nicht die Eier, das wie ein Mann zu klären?!", brüllt der weitaus größeren und breiteren Mann den anderen an.
„Nein, habe ich nicht!"
„Könnten Sie vielleicht so freundlich sein und aufhören hier rumzuschreien? Ich bin nicht taub, aber nachher bin ich das bestimmt", meine ich, „Als erstes bräuchte ich mal Ihre Personalien."
„Muss ich die rausgeben?", fragt der breite Mann pampig.
„Sie sind verpflichtet, sich auszuweisen", und schon bekomme ich die beiden Ausweise.
        Zunächst schreibe ich mir die Daten auf, ehe ich eine Abfrage bei Arnold mache. Der breitere Mann, ein gewisser Herr Dulsch, ist bereits wegen Verstoßes des Betäubungsmittelgesetzes auffällig geworden. Herr Flusser, seine Gegenpartei, ist dagegen bisher noch nicht negativ in Erscheinung getreten.

Es mischt sich der Türsteher mit ein, der die Polizei gerufen und die beiden Streithähne nach draußen befördert hat. Paul sagt ihm, dass er kurz warten soll. Ich nehme den Herrn Dulsch zu mir, Paul nimmt sich Herrn Flusser vor.
„Was können Sie mir zum Sachverhalt sagen?"
„Der Penner hat mich angerempelt, ich habe mir das Bier über das Shirt gekippt und der hat sich nicht mal entschuldigt!"„Schreien Sie mich nicht an, ich stehe Ihnen gegenüber", ermahne ich den Mann erneut, „Sie brauchen außerdem nicht beleidigend werden.“
„Ja, ist ja gut. Auf jeden Fall hat der mich dann blöd angemacht."
„Ok...", ich schreibe die Informationen mit, „Wer hat zuerst zugeschlagen?“
„Hab‘ ihm eine Gegeben, aber er musste ja zurückschlagen. Dann hat er meine Fäuste halt kennen gelernt. Bis dieser behinderte Security-Hampelmann uns rausgeworfen hat.“
„Okay, habe ich so mit.“
„So ein Lackaffe.“
„Wie nennst du mich?!“, schreit der Kontrahent herüber.
„Hast du was an den Ohren!?“
„Arschloch.“
„Komm her du!“
      Doch bevor Herr Dulsch auf den Mann losgehen kann, halte ich ihn mit einem gekonnten Griff zurück und da er Widerstand leistet,  bringe ich ihn zu Boden. Paul kommt mir zur Hilfe.
„Loslassen! Ah!“
„Wenn Sie keine Gegenwehr leisten, tut es auch nicht weh“, gebe ich ihm zu wissen.
       Ich lege dem Mann Handfesseln an und wir lassen ihn aufstehen, stellen ihn an die Wand.
„Kommst du klar?“, hakt Paul nach, „Ich würde dann den Anrufer befragen.“
„Geht schon. Ich werde Sie jetzt durchsuchen. Beine weiter auseinander!“
„Warum?"„Haben Sie irgendwelche gefährlichen Gegenstände, an denen ich mich verletzen kann?"
„Weiß ich nicht."
       Ich schüttle den Kopf und fange an, ihn abzutesten.
„Passen Sie auf, der hat n Messer dabei, rechte vordere Hosentasche", sagt plötzlich eine Person, die aus dem Club kommt und neben mir auftaucht.
        Ich halte weiter den Typen fest und sehe zu dieser Person. Es ist ein dunkelblonder Mann, etwa in meinem Alter, der mich ernst mustert.
         Ich durchsuche den Mann und finde tatsächlich in der rechten vorderen Hosentasche ein illegales Klappmesser. Dazu noch Drogen, genauer gesagt zwei Tütchen mit je einer Pille und ein Tütchen mit Pulver. Er versucht sich wieder gegen mich zu wehren, diesmal mit Tritten nach hinten, doch er hat keine Chance. Ich verfrachte ihn in den Wagen. Paul ist mit der Befragung mit dem Herrn Flusser und Herrn Treuer fertig, er erzählt eine ähnliche Geschichte wie der Herr Dulsch, auch dass dieser zuerst zugeschlagen hat. Herr Flusser muss nicht mit uns mitkommen, er ist soweit entlassen.
       Ich will noch den Mann befragen, der mir den Tipp gegeben hat, aber der ist plötzlich verschwunden.
„Cem? Suchst du wen?"
„Ja, einen weiteren Zeugen. Er hat mich vor dem Messer gewarnt.“
„Wie sah der denn aus?“
„Dunkelblond, dunkle Kleidung. Etwas größer als ich, mein Alter. Er war auf einmal da.“
„Scheint aber wirklich nicht mehr da zu sein. Aber wir kennen das doch schon, einige Zeugen verschwinden einfach. Komm, bringen wir den Herrn erst einmal wegbringen.“

Nach diesem Einsatz entscheiden wir uns erst einmal dazu, die Berichte zu schreiben. Ich will mir nicht noch mehr Schreibarbeit aufschieben, sonst müsste ich bei der nächsten Schicht freiwilligen Innendienst machen, um das fertigzukriegen.
        Wir suchen uns ein Schreibzimmer und fangen an zu tippen.
„Hast du als nächstes Spätschicht?“
„Ja. Aber erst am Montag. Morgen habe ich frei“, ich seufze.



>=<








Unsere Schicht endet auch am Schreibtisch, ich habe grade den letzten Bericht fertiggetippt. Zwischendurch mussten wir noch zweimal raus, aber an sich war es wirklich eine ruhige Schicht. Jetzt freue ich mich nur noch auf mein Bett.
         Aber was mir die ganze Zeit im Hinterkopf geblieben ist und mich nicht loslässt, ist dieser mysteriöse Tippgeber. Woher wusste er, dass der Mann ein Messer dabeihatte? Warum ist er einfach gegangen? Vielleicht gehörte er zu dem Mann? Alles reine Spekulation und die Wahrheit werde ich wahrscheinlich nie erfahren.
         
Nun ist aber die Schicht vorbei, bereits seit einer halben Stunde. Ich begebe mich in die Umkleide, wo ich mich schnell umziehen und mich dann durch den Hintereingang auf den Weg zur Straßenbahn mache.

Es ist bereits zwanzig nach sieben, als ich endlich meine Wohnungstür aufschließe und in den bereits erhellten Flur eintrete. Ich bin so froh, dass ich morgen ausschlafen und nicht zum Dienst muss. Dann kann ich einen Tag entspannen, ehe ich wieder Verbrecher jagen muss. Diesen Tag werde ich genießen.



>=<






Um Punkt zwölf Uhr am Montagmittag klingelt mein dritter und letzter Wecker. Ich muss mein warmes Bett verlassen und mich fertig machen. Ich reibe mir die Augen und schlage die Bettdecke beiseite, steige aus dem Bett.
      Im Badezimmer mache ich mich fertig und hoffe, dass man mir meinen Schlafmangel nicht allzu sehr anmerkt. Ich weiß gar nicht, mit wem ich heute zusammen Schicht habe. Auf jeden Fall nicht mit Paul, der hat wieder Nachtschicht. Also lasse ich mich überraschen.

Auf der Dienststelle ziehe ich mich um und gehe dann in den Besprechungsraum. Noch bevor ich die Kollegen begrüßen kann, fällt mir ein junger Mann ins Auge, welcher in Hamburger Uniform neben Klaus steht. Es ist der Mann von dem Club, der mir den Tipp gegeben hat.
„Hey Cem. Hast du einen Geist gesehen?“, fragt Robin mich mit kritischem Blick.
„Nein. Haben wir einen neuen Kollegen? Ist doch keine Semester- oder Abschlusszeit.“
„Ja, haben wir. Aber ich bin genau so schlau wie du.“
„Sind alle da? Gut. Dann setzt euch alle mal“, beginnt Klaus die Besprechung und alle setzen sich, „Mit dem Wichtigsten fangen wir mal an. Ihr seht, rechts neben mir ist ein neues Gesicht. Das ist Matthias Ahlrep, Polizeikommissar aus Hamburg. Leider gab es Lieferschwierigkeiten bei der Uniform, weshalb der Kollege noch seine Hamburger Uniform trägt. Das wird sich aber noch ändern. Er ist eine Leihe, da die Stadt Köln ein paar mehr Kollegen benötigt und wird voraussichtlich für ein Jahr bei uns sein. Wie ich euch kenne, werdet ihr ihn freundlich empfangen. Möchtest du was zu dir sagen?“
„Gerne doch. Ihr könnt mich gerne Matti oder Matze nennen, ich hör auf beides. Ich bin Baujahr 90, dementsprechend fast 28 Jahre jung, bin Vollblut Norddeutscher, aber geboren in Malmö. Ich komme von der Davidwache, bin also Kiezcowboy, wie man so schön sagt. Und zu meiner familiären Situation kann ich sagen, dass ich stolzer Hundepapa von einem Rottweiler Rüden bin.“
          Er macht schon einen sympathischen Eindruck. Aber ich wüsste immer noch gerne, warum er gestern einfach weggegangen ist. Grade als Polizeibeamter weiß er doch, dass Zeugen wichtig sind.

Klaus erzählt uns noch, was die Frühschicht für Einsätze gefahren ist. Dann kommt er zu dem Plan, wer mit wem heute fährt.
„Stürmchen macht Innendienst. Ach ja, Cem. Du fährst mit Matti.“
         Das Schicksal hat es so gewollt, würde ich mal so sagen. Wir bekommen den 15/21 zugewiesen, einen BMW 318d. Der Multivan wäre mir zwar lieber gewesen, aber damit kann ich leben.

Matti kommt auf mich zu, mit einem Lächeln auf den Lippen.
„Moin. Was ziehst du vor? Funken oder Fahren?“
„Wir testen mal deinen Fahrstil“, antworte ich mit einem prüfenden Blick.
          Er holt sich den Autoschlüssel und wir machen uns direkt auf den Weg. Ich nehme mir vor, mit ihm ein paar Gespräche zu führen. Aber vor allem werde ich ihn fragen, was das vorgestern für eine Aktion von ihm war, einfach abzuhauen.
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