Spira

von THBerger
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Auron OC (Own Character) Paine Rikku Tidus Yuna
11.05.2020
23.05.2020
5
24.182
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23.05.2020 4.852
 
Lizzy schlich sich an die Gitterstäbe heran und schaute von dort aus so weit sie konnte nach links und nach rechts. "Da ist  niemand.", flüsterte sie. Paine trat ebenfalls an die Stäbe und versuchte durch die Gitter etwas zu erkennen. "Was ist? Seid ihr vor Schreck gestorben?" Wieder diese Stimme. Es war eine tiefe Männerstimme.

Die beiden schauten sich fragend an. War er ein Gefangener oder ein Wachmann? "Wer bist du?" fragte Lizzy. "Wer seid ihr?" kam zurück und Lizzy setzte bereits zu einer Antwort an als ihr Paine den Mund zu hielt und ihr ins Ohr flüsterte. "Du weisst, ich habe falsche Namen angegeben. Wenn dies ein Trick ist, sind wir geliefert."

"Ja schon, aber er hat das auch gehört, dass wir die Organisation für die Morde verantwortlich machen. Wenn es ein Trick wäre, hätten sie uns doch längst geholt. Meinst du nicht?" flüsterte Lizzy durch Paines Hand zurück. "Vielleicht wollen sie ja herausfinden, was wir noch alles wissen.", sagte Paine leise. "Lass deine Skepsis mal ein bisschen ruhen, ok?", meinte Lizzy und schaute ihr in die roten Augen. "Na gut, sehr ungern und ich hoffe du hast recht.“

Lizzy wandte sich wieder den Gitterstäben zu. "Mein Name ist Lizzy." Ihre feste Stimme hörte sich komisch an in der Höhle. "Warum seid ihr hier?", fragte der Mann weiter. "Wir suchen jemanden und haben uns unter einem Vorwand einsperren lassen." Paine schritt von den Gitterstäben weg. Sie hielt es kaum aus, dass Lizzy so offen sprach. "Ja, das habe ich gehört. Wen sucht ihr denn?", die Männerstimme klang ernsthaft interessiert.

Lizzy schaute nach hinten zu Paine. Diese nickte widerwillig. "Wir suchen nach einem Mann mit dem Namen Auron." Die Stimme schnaubte. "Warum sucht ihr nach ihm?", wollte er wissen. "Weshalb interessiert dich das?" gab Lizzy spitz zurück.

Irgendwie hatte sie das Gefühl, die Stimme zu kennen. Irgendwo hatte sie diese schon einmal gehört aber sie konnte nicht sagen wo. Instinktiv spürte sie, dass der Mann für sie keine Gefahr darstellen würde. " Ich bin neugierig. Nun, was wollt ihr von ihm?", Lizzy war trotzdem vorsichtig. "Warum sollte ich dir das sagen?"

"Ich kann euch vielleicht helfen ihn zu finden."

Paine schüttelte genervt den Kopf und schritt zu Lizzy an die Gitterstäbe. Sie wand sich an Lizzys Ohr: "Der fragt dich nur aus. Bestimmt ist er einer von ihnen und du schaufelst hier gerade unser Grab." Lizzy schüttelte den Kopf. "Vertrau mir."

"Er sitzt vermutlich hier ebenfalls irgendwo in einer Zelle. Wir wollen ihn hier herausholen, kannst du uns dabei helfen?" fuhr Lizzy weiter. "Gibt es einen bestimmten Grund, dass ihr ihn herausholen wollt?", fragte er erneut. "Ja, den gibt es.", erwiderte Lizzy und Paine verdrehte genervt ihre Augen. "Also, den würde ich gerne wissen."

" Meine Freundin hier hat ein Kind von ihm bekommen und der Schweinehund hat sie einfach von einem Tag auf den anderen verlassen und sie mit dem Kind alleine gelassen. Wir haben herausgefunden, dass er wieder im Land ist und wollen ihn nur zur Verantwortung ziehen. Er soll gefälligst dazu stehen und meiner Freundin ordentlich was für den Unterhalt des Kindes bezahlen." Lizzy bemühte sich so ernst wie nur möglich zu sprechen, hatte jedoch bereits Tränen in den Augen weil sie sich das Lachen verkneifen musste. „ Das ist unmöglich! Ich habe niemals mit...“ die Stimme verstummte aprupt.

Paine blickte Lizzy geschockt an. Die Stimme schwieg einen Moment und meldete sich dann wieder. "Gut, du hast mich erwischt. Nun sag schon, warum wollt ihr mich befreien und vor allem, wer hat euch geschickt. Woher wisst ihr überhaupt, dass ich hier bin?"

"Ha, ich hatte also recht mit meiner Vermutung. Wir wollen dich befreien, weil wir glauben, dass du zu Unrecht hier bist und weil wir dich gebrauchen können. Yuna hat einen Sphäroiden gefunden, wo Tidus darauf zu sehen ist. Sie weiss jedoch nicht, dass wir hier sind. Wir dachten, dass du uns bestimmt weiterhelfen könntest. Irgendetwas ist da doch faul, oder?"

"Oh ja, da ist gewaltig etwas faul.“, bestätigte Auron.“Hast du eine Idee, wie wir hier herauskommen?", wollte er von Lizzy wissen. "Nein.", meinte diese Mutlos und Auron schnaubte. "Toll, wirklich einen guten Plan habt ihr euch da ausgedacht." Lizzy fühlte sich plötzlich entmutigt, liess sich jedoch nichts anmerken. "Keine Panik, wir werden uns schon etwas einfallen lassen.", gab sie Auron zu verstehen. "Dann beeilt euch, wir haben nicht ewig Zeit."

Die Diskussion verstummte und Lizzy setzte sich zu Paine. Die hatte es sich in der gegenüberliegenden Ecke am Boden gemütlich gemacht. "Der Mann ist echt seltsam. Kanntest du ihn früher auch schon?" fragte Lizzy. "Nein, persönlich nicht. Nur von seinem Ruf habe ich gehört.", antwortete Paine. "Was für einen Ruf hatte er denn?" Lizzy wollte unbedingt mehr über ihn wissen.

"Er ist überall in Spira bekannt. Er kam schon in sehr jungen Jahren zu den Tempelkriegern und war ein Krieger-Mönch der Yevon-Kirche. Mit 25 wurde ihm die Hand der Tochter eines Hohen Priesters angeboten. Er fiel in Ungnade, weil er diese ausschlug. Er wurde als Leibgardist an Braska zugewiesen, um mit ihm gegen SIN zu kämpfen.“

„Er war der einzige, der die Bezwingung von SIN scheinbar überlebt hatte. Auron war ein junger, religiöser Idealist doch nach dem Kampf hatte er all dies abgelegt, sagst man zumindest. Schwer verwundet, er hatte ein Auge verloren, wurde er von Rin entdeckt und gerettet. Den Rest der Geschichte kennst du mittlerweile.", endete Paine müde.

Lizzy fragte nicht weiter. Paine war bald darauf eingeschlafen und Lizzy hing ihren eigenen Gedanken nach.

Ich glaube hinter der Gefangennahme von Tidus steckt noch mehr. Dieser Orden gibt mir auch zu denken. Vielleicht hat die ganze Sache sogar etwas mit meinem Blitzeinschlag zu tun? Aber vielleicht hat es auch überhaupt nichts mit mir zu tun und ich bin nur durch einen dummen Zufall in einer vollkommen anderen Welt gelandet. Lizzy dachte noch eine Weile nach, bis sie schliesslich ebenfalls einschlief.

Unterdessen in Bevelle. Die Sonne war gerade aufgegangen, als Yuna in Paine und Lizzys Zimmer trat um sie zu Wecken. "Lizzy, Paine! Aufwachen! Was?", sie verstummte als sie sah, dass sich niemand im Zimmer befand. Sie rannte aus dem Zimmer zu Rikku und Gippel.

"Rikku, sie sind nicht da! Sie sind verschwunden!", Yuna war vollkommen aufgelöst. "Yuna? Beruhige dich bitte. Wer ist verschwunden?" fragte Rikku verwirrt. "Lizzy und Paine, sie haben die Betten nicht einmal berührt!", erklärte Yuna und Rikku fuhr fuhr herum in Richtung des Zimmers um sich zu vergewissern. Eine beklemmende Ahnung stieg in ihr hoch als sie die leeren Betten betrachtete.

"Yuna, ich glaube wir haben ein Problem.", stellte sie nach ein paar Sekunden fest. "Was denn? Das kann ich selber sehen! Es ist bestimmt was schlimmes passiert! Sie haben gestern gesagt, sie wollen nur noch kurz den Tempel anschauen und nun sind sie verschwunden!.“, endete Yuna und Rikku antwortete. "Ja schon, aber ich glaube ich weiss wo sie sich befinden!"

Yuna sah sie ungläubig an und verlangte eine Erklärung. "Hör mir zu. Lizzy hat vorgestern Abend auf dem Marktplatz drei Betrunkene belauscht. Sie hat gehört, wie sie über die Gefangennahme von Auron sprachen. Er soll angeblich hier in Bevelle im Gefängnis sein. Ich habe ihr gesagt, dass dies unmöglich sei.“ Rikku sah wie sich Yunas Augen weiteten, sprach jedoch unbeirrt weiter.

„Ich habe ihr auch gesagt, dass sich die Betrunkenen bestimmt im Delirium diese Geschichte ausgedacht haben. Sie hat mir nicht geglaubt. Nun nehme ich an, dass sie Paine ins Vertrauen gezogen hat und mit ihr auf die Suche nach Auron gegangen ist." Yunas Verwirrung war ihr anzusehen und sie fragte. "Was sagst du da? Sir Auron ist in Spira? Weisst du was das bedeutet?"

Rikku nickte wissend. "Ja, das habe ich befürchtet. Es kann doch auch sein das die Story nur erfunden ist!", versuchte sie zu relativieren. Doch Yuna sprach bereits aus, was Rikku schon vermutete. "Und wenn sie das wäre, würde ich trotzdem einen Versuch starten ihn zu finden." Rikku war sichtlich genervt. "Na das tun sie ja jetzt für uns."

"Yuna, ich schlage dir etwas vor. Wir gehen jetzt mit Lyos los um den Chip zu kaufen, setzen ihn ein und schauen uns den Sphäroiden an. Wenn sie bis zum Abend nicht zurück sind, gehen wir sie suchen. In Ordnung." Widerwillig willigte Yuna ein. "Ja, ist gut. Also los pack dein Brüderchen und Gippel und lasst uns gehen."

Rikku war erleichtert. Sie hatte befürchtet, dass Yuna gleich losrennen würde um die Vermissten zu suchen. Sie war froh einmal ihren Kopf gegen Yuna durchgesetzt zu haben. Mit Lyos zusammen machten sie sich auf den Weg durch die Stadt. Sie machten vor einem riesigen Einkaufszentrum halt.

"Sir Lyos. Kann man hier wirklich den Chip kaufen?" erkundigte sich Yuna ungläubig an Lyos gewandt. "Ja und zwar ausschliesslich hier.", bestätigte dieser weise.

Zusammen betraten die den Laden. Alle folgten Lyos der gezielt durch die Regale stöberte. Nach einer Weile wurde er fündig. Sie bezahlten das gute Stück und entschlossen sich zurück zur Unterkunft zu gehen.

Inzwischen war Lizzy in der Höhle wach geworden und blickte müde in ihre Zelle. Paine schlief noch tief und fest. Sie streckte sich und stand langsam auf. Es war nicht festzustellen welche Tageszeit gerade war. Die Höhle war absolut dunkel. Nur die zwei Fackeln an den Wänden jenseits der Gitterstäbe spendeten Licht. Lizzy lauschte und konnte hören wie ein leiser Wind durch die Gänge wehte. Sie trat an die Gitterstäbe und versuchte etwas zu sehen, vergebens. Dann war ein Stöhnen zu hören. Es kam von der Zelle in der Auron sass. Lizzy legte ihren Kopf an die Stäbe und flüsterte: "Auron, bist du wach?" Doch es war wieder still.

Anscheinend hatte sie sich verhört. Sie wollte gerade zurück zu Paine gehen als sie hörte wie eine Türe aufgeschlossen wurde. Sie machte ein paar Schritte von den Stäben weg. Drei der Bewaffneten Männer tauchten vor ihrer Zelle auf. Einer von ihnen war in einen schwarzen Umhang gewickelt und man konnte sein Gesicht nicht erkennen.

"Das sind die zwei Mädchen die wir gestern Nacht in Bevelle festnahmen. Sie wollten die Gleiter von einem Ladenbesitzer stehlen. Wir haben sie auf frischer Tat ertappt, Sir."

"Wo ist der andere?" Die zwei Männer deuteten nach rechts zu der Zelle von Auron.

"Da drinnen, Sir.", antwortete einer der Männer. "Fesselt ihn und bringt ihn zu mir.", befahl derjenige mit dem schwarzen Umhang. "Sehr wohl Sir."

Der Mann im Umhang verliess den Raum und die zwei Männer betätigten das Schloss zu Aurons Zelle. Lizzy hörte wie Auron sich wehren wollte. Das Handgemenge verstummte als sie einen dumpfen Schlag vernahm. Die hatten ihn bestimmt bewusstlos geschlagen.

Und tatsächlich, wenige Sekunden später tauchten die zwei Männer wieder vor Lizzys Zelle auf und zwischen ihnen hing Auron. Lizzy stockte der Atem und sie hielt sich eine Hand vor das Gesicht. Das was sie sah schockierte sie und sie musste einen leisen Schrei herunterschlucken.

Auron war bewusstlos und wurde von den Männern an Lizzys Zelle vorbei geschleift. Er sah schrecklich aus. Sein ganzer Körper und das Gesicht waren mit Schnitten übersät. Einige davon waren schwer entzündet und seine Kleider waren zerrissen und teilweise verbrannt. An seinen langen schwarzen Haaren die er zusammengebunden hatte lief Blut hinunter. Seine Augen hielt er geschlossen.

Der rotbraune Mantel hing ihm in Fetzen vom Körper. Sie mussten ihn schrecklich gefoltert haben, anders konnte sie sich die Verletzungen nicht erklären. Ein Wunder, dass er überhaupt noch lebt, wenn er dies überhaupt tat. Lizzy hatte noch nie zuvor gesehen, dass man einem Menschen solches Leid zugefügt hatte und eine kalte Übelkeit kroch in ihr hoch.

Als sich die Türe schloss und jegliche Geräusche verstummten, fiel sie in sich zusammen. Sie kniete sich langsam auf den Boden. Es kam ihr vor, als ob sie es wäre, die diese Wunden hatte. Alles tat ihr weh, ihr war schlecht und ihr wurde schwindlig. Sie begrub ihre Finger vor ihr in den Sand des Höhlenbodens. Doch sie konnte gegen die stetig wachsende Ohnmacht nicht ankämpfen. Vor ihren Augen weitete sich ein schwarzer Schleier und in ihren Ohren begann es zu summen.

Sie stand auf einer grünen Wiese. Um sie herum waren Blumen in allen Farben. Der Himmel war so blau wie das Meer, das sie in der Ferne erkennen konnte. Träumte sie? Sie legte sich in das Gras und starrte zum Himmel. Die Sonne wärmte ihre durchgefrorenen Gliedmassen und sie verspürte keinen Schmerz, keine Übelkeit und keine Trauer mehr. Das ohrenbetäubende Summen war verschwunden.

Aus der Weite konnte sie auf einmal ein Kind lachen hören. Sie setzte sich auf und starrte an den nahen Waldrand. Als sie mit suchendem Blick auf den Wald starrte, konnte sie plötzlich einen Jungen sehen, der ihr lachend entgegenlief. Sie stand auf und hob ihre Hand über die Augen um ihn besser erkennen zu können. Der Junge rannte immer schneller in ihre Richtung bis er schlussendlich vor ihr stehen blieb.

Er schaute Lizzy mit seinen grossen braunen Augen an. Sie konnte erkennen, wie sich sein Mund zu einem Lächeln formte. Er streckte ihr eine rote Blume entgegen. Sie kniete zu ihm hinunter um auf gleicher Höhe zu sein und streckte ebenfalls ihre Hand aus. Der Junge nahm ihre Hand in die seine, trat einen Schritt näher und steckte ihr die Blume in das Haar.

Der Junge lachte sie einfach nur an, seine dunklen Haare wehten um sein lachendes Gesicht und als ein Wind aufkam und Lizzy sich kurz umschaute, war er verschwunden. Alles fing an sich zu drehen und weit entfernt konnte sie eine Stimme hören.

"Lizzy! Wach auf!"

Um sie herum war es wieder schwarz geworden. "He, Lizzy komm schon, aufwachen!" Langsam verzog sich die Dunkelheit und als sie die Augen öffnete, schaute sie in die besorgten roten Augen von Paine. "Was, was ist passiert. Wo bin ich?"

"Immer noch im Gefängnis du Dummerchen, was liegst du einfach so bewusstlos herum? Ist etwas passiert?" Lizzy schüttelte den Kopf und richtete sich langsam auf. Sie schaute Paine an, die sie seltsam begutachtete. Paines Hand fuhr an ihr Gesicht zu ihren Haaren. Als sie diese zurücknahm hielt sie die rote Blume in der Hand, von der Lizzy geträumt hatte.

"Woher hast du die denn?", fragte Paine erstaunt. "Keine Ahnung. Ich bin ohnmächtig geworden. Ich habe von einem Jungen und dieser Blume geträumt. Ich weiss nicht wie die hierher kommt.", antwortete sie ebenso erstaunt und wollte nach der Blume in Paines Hand greifen. „Seltsam, sehr seltsam.“ Paine gab Lizzy die Blume zurück und diese steckte sie in den Beutel.

"Paine wir müssen hier raus! Sie haben Auron geholt. Er sieht nicht gut aus. Wir müssen ihm helfen!" Lizzy erinnerte sich wieder an die Geschehnisse bevor sie ohnmächtig wurde. "Wie denn?", fragte Paine leicht hysterisch. "Was ist mit Lulus Feuer- Zauber? Meinst du nicht, er könne auch bei den Gitterstäben funktionieren?", schlug Lizzy vor. "Nein, das glaube ich weniger." Paine schüttelte nachdenklich den Kopf. "Aber wir müssen doch etwas tun!"

Paine bemerkte wie ernst es Lizzy war und sah wie sich Panik in ihrem Gesicht breit machte. "Ich kann versuchen die Gitterstäbe zu verbiegen.", Lizzy schaute sie skeptisch an, fand jedoch, dass dies einen Versuch Wert sei. "Gut, dann beeil dich!"

Paine trat an die Stäbe heran und schloss ihre Hände um zwei von ihnen. Sie stemmte sich mit aller Kraft gegen sie. Nach dem zweiten versuch bewegten sie sich tatsächlich. "Super Paine weiter so!", feuerte Lizzy sie noch immer erstaunt an. "Ich, ich kann gleich nicht mehr.", prustete Paine doch Lizzy ignorierte sie und motivierte sie noch mehr. "Ach was zu bist die stärkste von allen. LOS!"

Es klappte tatsächlich und die Zwei konnten sich durch die Stäbe zwängen. Gemeinsam liefen sie auf die Türe am Ende des langen Ganges zu. Doch gerade als Paine diese öffnen wollte, kamen ihnen zwei Männer entgegen. "Wollt ihr etwa abhauen?"

"Ja, zumindest haben wir es probiert!" schrie Paine verzweifelt. Lizzy konnte sehen, dass hinter den Männern drei weitere auftauchten. Einer davon war Auron. Er sah noch schlimmer aus als vorher. "Was habt ihr mit ihm gemacht!!!" schrie Lizzy die Männer an. "Wir? Gar nichts! Der dumme Kerl ist selber schuld. Und wenn ihr nicht auch so aussehen wollt, dann rate ich euch es nicht noch einmal mit einer Flucht zu versuchen."

Die Männer packten Lizzy und Paine und wollten sie in ihre Zellen zurück stecken. Doch die war total verbogen. "Was nun? Wir haben keine Zelle mehr frei!" sagte der eine. "Egal, steckt sie mit dem Typen hier zusammen in eine Zelle" sagte ein anderer.

Sie wurden mit Auron zusammen in die intakte Zelle geschubst. Als sie verschwunden waren, kroch Lizzy sofort zu Auron. Er war noch immer bewusstlos. "Paine, sieh dir das an. Die haben ihm die Wunden wieder aufgerissen. Der arme Kerl.", Lizzy spürte wie die Übelkeit erneut hochkam.

"Mein Gott, was sind das für Tiere. Komm, du hast bestimmt noch ein paar Heilkräuter in der Tasche oder?", fragte Paine eilig. "Ja schon, aber ich weiss doch nicht wie man sie gebraucht.", gab Lizzy traurig zu. "Überlass das mir."

Lizzy kramte in allen Taschen herum. Sie fand etliche getrocknete Kräuter und die besagte Blume aus ihrem Traum. Sie hielt die Kräuter Paine entgegen. "Gib mir auch die Blume." Lizzy schaute sie fragend an. "Warum?" Paine schaute ihr kurz in die Augen und sagte. "Ich habe eine solche Blume erst einmal zum Heilen gebraucht, aber ich weiss, dass sie eine der effektivsten Pflanzen ist, die man zum Heilen von tiefen infektiösen Wunden gebrauchen kann. Also gib schon her."

Lizzy reichte ihr die Blume und beobachtete sie. Paine nahm eine kleine Schale aus ihrem Gürtel und legte sämtliche Pflanzen hinein. Dann holte sie ebenfalls aus ihrem Gürtel eine kleine Kapsel hervor und öffnete sie. Ein silbernes Pulver kam zum Vorschein, das sie in der Schale verstreute. Die Pflanzen verwandelten sich in eine Salbe. Paine nahm die Schale und streckte sie Lizzy entgegen.

"Hier, los, einreiben.", befahl sie. „Was? Ich?", antwortete diese erschrocken. "Na klar, war doch deine Idee ihn zu suchen, oder?", meinte Paine und wischte ihre Finger an ihrer Hose ab. "Ja schon aber...", Lizzy stockte der Atem. "Du willst nicht etwa sagen du hättest noch nie einen Mann oben ohne gesehen?", Paine grinste sie herausfordernd an. "Doch schon aber..."

"Nichts aber, mach schon sonst stirbt er noch. Wenn er überhaupt noch lebt." Paine entfernte sich von Lizzy und Auron um sich am anderen Ende der Zelle auf den Boden zu setzten.

Es war nicht Aurons Oberkörper der Lizzy abschreckte sondern die Wunden bei denen teilweise sogar die Knochen sichtbar waren. Sie hielt die Schale in den Händen, schaute zuerst zu Paine und als diese ihr zu verstehen gab sich zu beeilen, schaute sie zu Auron.

"Na dann, es wird schon gut gehen.", sprach sie sich selber Mut zu. Langsam setzte sie die Schale neben sich und löste den zerfetzten dunkelroten Mantel von seinem Körper. Dann öffnete sie mit zittrigen Fingern den schwarzen Brustpanzer der ebenfalls fast von selber auseinander fiel. Lizzy traute kaum ihren Augen, als sie das auf und ab in seiner Brust bemerkte.

"Paine, ist das normal, dass Leiblose einen Herzschlag haben?", fragte sie erstaunt. "Was redest du da. Nein, ich denke nicht. Aber wenn er wirklich ein Leibloser ist wie alle behaupten, dann kann er ja auch nicht sterben und du kannst dir die Arbeit sparen.", sinnierte Paine und erhob sich um zu Lizzy und Auron zurück zu gehen.

Paine bückte sich über Lizzys Schulter und schaute verwundert zu Auron hinunter. "Tatsächlich er scheint zu leben! Unglaublich! Toll, aber damit das auch so bleibt, solltest du dich beeilen.", lachte Paine und drehte sich wieder weg.

Als erstes versuchte sie die Wunden von Schmutz und Steinen zu reinigen, was auch einigermassen gelang trotz der Tatsache, dass sie weder Wasser noch saubere Tücher hatte. Lizzy fasste mit der rechten Hand in die Schale und holte die Salbe mit den Fingern heraus.

Sie verteilte diese überall auf Aurons Oberkörper und je schlimmer die Wunden waren, umso mehr musste Lizzy sich zusammennehmen. Auch im Gesicht hatte er Wunden die sie vorsichtig einstrich. "Bist du fertig? Jetzt müssen wir ihn aufsetzen." sagte Paine, die die ganze Zeit nur angeekelt von weitem zugeschaut hatte.

"Warum denn?", fragte Lizzy verständnislos. "Na, am Rücken hat er auch noch Schnitte." Zusammen setzten sie Auron auf und Lizzy kniete sich vor ihn um ihn festzuhalten. Nun nahm Paine die Salbe in die Finger und heilte Aurons Wunden auf dem Rücken. Lizzy konnte sehen wie Paine immer bleicher wurde. Sie hatte anscheinend nicht damit gerechnet, dass die Wunden auf dem Rücken schlimmer aussahen als die auf der Brust.

"Ich kann nicht mehr." Paine drehte sich ruckartig um, kniete vor das Loch im Boden das als Toilette genutzt wurde und erbrach sich darin. "Und du nennst dich eine starke Frau?" sagte Lizzy zu sich und drehte sich so, dass sie Auron mit einer Hand halten und mit der anderen seinen Rücken verarzten konnte.

Nun sah auch sie, warum Paine schlecht wurde. Die Wunden waren verbrannt, eiterten und es war allerlei Ungeziefer in ihnen zu sehen. Nun musste Lizzy selbst mit dem Brechreiz kämpfen. Sie versuchte die Käfer und Würmer mit den Fingern zu entfernen. Anschliessend strich sie die Wunden ein, nahm einen Teil von Aurons zerfetzten Umhang und legte ihn über die Schultern von Auron.

"He Paine geht es dir wieder gut?", fragte sie in die Richtung von Paine. "Ja, alles in Ordnung, hast du die Viecher herausgenommen?", antwortete diese und Lizzy meinte. "Ja, ich habe sämtliche Wunden eingestrichen."

Zusammen legten sie Auron vorsichtig auf den trockenen Teil des Bodens. Paine und Lizzy setzten sich dicht an die Gitterstäbe, beobachteten schweigend Auron der friedlich im Sand der Zelle lag. Nach einer Weile war Paine eingeschlafen. Auch Lizzy kämpfte gegen die Müdigkeit, doch sie wollte unbedingt wach sein, wenn Auron aufwachte.

Geduldig beobachtete sie den geschundenen Auron wie er regungslos am Boden lag. Wie alt er wohl sein mag? Als ihre Augenlider gerade den letzten Schlag machen wollten, bewegte sich Auron. Lizzy setzte sich auf und kroch zu ihm hinüber.

"Auron, bist du wach?" Er fasste sich an die Stirne und richtete sich langsam auf. "Wer bist du?", fragte er, schaute sie jedoch nicht an. "Ich bin Lizzy.", antwortete sie und fasste ihn am Arm um ihn zu stützen. "Hast du mich mit dem Zeug hier eingerieben?", die Frage bejahte sie.

Lizzy bemerkte, dass beinahe sämtliche Wunden an seinem Körper nicht mehr zu sehen waren. Nur die Narben, die er schon vorher hatte, waren noch da. Alles andere war sauber verheilt und die Salbe hatte einen schützenden Film darum gebildet.

"Bist du in Ordnung?", fragte sie besorgt und Auron nickte. Er versuchte aufzustehen und Lizzy richtete sich auf um ihn weiter zu stützen. "Es geht schon." Schroff löste er sich aus dem Griff von Lizzy. Diese schaute ihn verständnislos an. "Ich wollte bloss helfen."

Er schaute sie beschämt an. Es war ihm offensichtlich unangenehm so bemitleidet zu werden. Schliesslich war er der legendäre Krieger, der zweimal gegen SIN kämpfte, etliche Schlachten bestritten hatte und jeden im Land bei Gefechten geschlagen hatte und nicht irgendein Männlein, das sich von einem Mädchen bemuttern lassen muss.

"Schon gut, ich bin in Ordnung." Er schritt an die Stäbe heran und blieb dort stehen. Lizzy setzte sich wieder zu Paine und als Auron keine Anstalten mehr zu machen schien mit ihr zu reden, schlief sie ein. Als sie aufwachte, standen Paine und Auron vor ihr.

Auron hatte inzwischen die Reste seines Brustpanzers und den zerfetzten Mantel wieder angezogen und streckte ihr seine Hand entgegen. Sie nahm sie und stand ebenfalls auf. Auron fragte Paine, wie es Yuna ginge. Auch über die anderen informierte er sich.

"He Paine! Probier doch noch einmal die Gitterstäbe zu verbiegen!", schlug Lizzy vor. "Keine Chance, hab es schon probiert. die Gitter von Aurons Zelle sind mit einem Blitzzauber versehen. Wenn ich sie berühre werde ich geröstet."

Lizzy ging zur Gitterfront. Sie hörte das Öffnen der Türe und fuhr zusammen. Auron sagte sie solle weg von den Stäben, doch Lizzy rührte sich nicht. Sie konnte sehen wie eine Gestalt mit schwarzem Mantel und schwarzer Kapuze auf sie zukam. Es war nicht derselbe Mann wie zuvor als sie Auron abholten. Er war kleiner und blieb vor Lizzy stehen.

"Wer sind sie?" Es kam keine Antwort und Lizzy versuchte unter der Kapuze irgendetwas zu erkennen. Eine silberne Haarsträhne viel dem Mann ins Gesicht und er streckte Lizzy eilig einen Beutel entgegen.

"Nimm ihn, ihr habt mich nie gesehen." So schnell wie er gekommen war, war er auch wieder verschwunden. Lizzy drehte sich zu Auron und Paine. "Was ist in dem Beutel?" wollte Paine wissen.

Doch Auron schüttelte den Kopf war mit zwei Schritten an ihrer Seite und nahm ihr den Beutel aus den Händen. "Es könnte eine Bombe sein." Lizzy trat wieder auf Auron zu und nahm ihm den Beutel wieder ab. "Erzähl keinen Unfug. Wenn wir ihn nicht öffnen, werden wir es nie erfahren und auch wenn es eine ist, können wir sie zur Flucht gebrauchten."

Lizzy öffnete den Beutel noch ehe ihn Auron wieder nehmen konnte und holte einen Bund Schlüssel heraus. Paine jauchzte und war ausser sich vor Freude. "Das sind bestimmt die Schlüssel zu den Kerkern!", mutmasste sie. "Das lässt sich leicht herausfinden." sagte Auron und schnappte sich die Schlüssel bevor Lizzy reagieren konnte. "He!"

Doch Auron probierte einen Schlüssel davon bereits bei der Zellentüre. Und tatsächlich, sie öffnete sich. Gemeinsam liefen sie zu der Türe am Ende des Ganges und auch diese liess sich problemlos öffnen. Sie schlichen eine Treppe hoch in einen grossen Raum mit etlichen Türen. Insgesamt waren es zehn Stück und Auron schaute Lizzy fragend an. "Welche soll ich öffnen?" Lizzy schaute auf die Auswahl und antwortete. "Die achte, probier es mit der achten."

Sie traten vor die Türe und Auron öffnete sie. Dahinter war ein langer Gang den sie mit raschen Schritten durchquerten. Am Ende des Ganges war wieder eine Türe. Als Auron sie öffnete blies ihnen ein eisiger Wind entgegen. Sie traten hinaus in den Schnee. Sie hatten es geschafft. Sie waren entkommen!

Derweil in Bevelle sassen Yuna Rikku, Brüderchen, Gippel und Lyos gemeinsam in einem Zimmer der Unterkunft. Lyos war gerade dabei den Chip einzubauen. Nach einer Weile schloss er seine Maschinen an und begann erneut die fehlenden Daten ausfindig zu machen.

Da dies länger zu dauern schien, beschlossen Yuna und Rikku zusammen mit Gippel auf die Suche nach Lizzy und Paine zu gehen. Brüderchen blieb bei Lyos.

Sie liefen durch die Stadt und fragten die Leute danach aus, ob sie Lizzy und Paine irgendwo gesehen haben könnten. Ohne Erfolg liessen sie sich nach etlichen Stunden auf den Stufen des riesigen Tempels nieder. "Yuna, ich weiss nicht mehr wo wir suchen sollten. Ich habe vermutet sie seien im Gefängnis, aber dort sind weder sie noch Auron. Was nun?"

"Ich habe keine Ahnung Rikku, vielleicht sind sie entführt worden.", vermutete Yuna. Die Sonne stand tief am Horizont und der Himmel färbte sich langsam rot als sie aus einer der Gassen wildes Geschrei hörten. Alle drei standen auf und schauten in die Gasse aus der, der Lärm kam. "Was ist dort los?", fragte Yuna in die Runde. Gippel und Rikku zogen ihre Waffen.

Eh sie sich versahen kam ein Reiter mit einem schwarzen Chocobo auf sie zu. Der Reiter war ebenfalls schwarz gekleidet und verhüllte sein Gesicht mit einer schwarzen Kapuze. "Wer ist das?", wollte Yuna wissen, doch die anderen beiden schüttelten nur die Köpfe.

Der Reiter hielt vor Yuna an und streckte ihr eine Pergamentrolle entgegen. Yuna nahm diese an und noch bevor sie sich bedanken konnte, stürmte der Reiter auch schon davon. Fragend schaute sie zuerst Rikku dann Gippel an. Als diese keine Reaktionen gaben, öffnete sie die Rolle.
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