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Nostra- Eine Geschichte vom Wandeln

von Gorga
GeschichteAllgemein / P16
OC (Own Character)
09.05.2020
19.01.2021
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09.05.2020 646
 
(Schön, dass du hier her gefunden hast. Nach jahrerlanger Pause hab ich endlich wieder zum Schreiben gefunden. Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn du konstruktiv reviewst. Dann werd ich auch die nächsten Kapitel hochladen. Danke und viel Spaß!)

Dies ist eine Geschichte von der Suche nach der Wahrheit, von Erkenntnis und dem Wandel, der all diesem entspringt. Dies ist meine Geschichte: Nostra. Meines Zeichens Magiermeisterin und Auserwählte des Tzeentch. Meine Geschichte begann unscheinbar, doch schon damals hat der große Rabengott meine Wege gelenkt.

Damals hieß ich noch Klara, Tochter eines ehrwürdigen Händlers und dadurch privilegiert genug nach Entdecken meiner Kräfte in eine Magierakademie aufgenommen zu werden. Ich war begeistert von dem Weg der vor mir lag, gespannt auf all das Wissen, die Erkenntnisse, sodass ich Antworten sogar auf Fragen erhalten würde, dich ich mir zu dem Zeitpunkt nicht mal stellte. Zu nah ist doch der mentale Horizont eines einfachen unbegabten Menschen.
So begann ich voller Eifer mein Studium. Ich lernte schnell und war bei den Meistern eine gern gesehene Schülerin, denn selbst die trockenste Theoriestunde, konnte in mir Motivation und Begeisterung entfachen, ließ sich doch alles später zu einem gesamten Bild vereinen. Doch als ich meine ersten Prüfungen hinter mich brachte und ich nun  hoffte endlich über die Grundlagen hinaus tiefgreifendes Wissen zu erlernen, flaute die Begeisterung allmählich ab. Immer häufiger wurden nur Zauber erläutert und eingeübt, Rituale erdacht und durchgeführt. Die Theorien, die uns im Grundlagenunterricht ein Bild von der Welt und der Magie gegeben hatten, waren nur noch spärlich gesät. Es war fast so als gäbe es kein noch tiefer greifendes Wissen, kein Geheimnis zu ergründen. Es wirkte nur noch wie jede Ausbildung zum Schmied oder zum Tischler: Man bekommt eine Anleitung an die Hand gegeben und lernt wie Dinge funktionieren nur um sie dann selbst zu tun. Doch sollten „die geheimen Lehren der Magie“ nicht mehr bieten? Woher nahmen die Magier ihre Erhabenheit. Weshalb war die Magie und wie alles funktionierte ein unergründbares Geheimnis für diejenigen die nicht privilegiert und begabt waren um Teil der Magiergesellschaft zu werden? Wozu ein so großes Gebäude mit unzähligen Büchern?
Ich erinnere mich an die Momente in denen ich besonders unzufrieden war, hatte ich doch erwartet durch dieses Studium plötzlich alles in der Welt und die Welt selbst begreifen zu können. Ich versuchte immer wieder durch Nachfragen weitreichenderes Wissen an die Oberfläche zu locken, wie in einer vertiefenden Vorlesung über den Astralraum.  Als der Meister Fragen gestattete, nutze ich gleich die Chance und meldete mich: „Wie ist der Astralraum entstanden und wie genau kommt es dass er gerade zu dem Realraum eine solch starke Verknüpfung hat und was genau ist diese Verbindung?“
Der Meister sah mich verdutzt an und begann eine Ausführung, doch umschiffte dabei gekonnt meine eigentliche Frage nach  dem Ding an sich und dem Ursprung. Er stütze seine Aussagen auf eine Theorie eines anderen Meisters. Als ich die Abhandlung eben jenen Mannes in der Bibliothek nachlas, erkannte ich ein großes Problem: alles was wir eben lernten waren Theorien. Sie konnten, mussten aber keinesfalls der Wahrheit entsprechen. Jeden Moment könnte es geschehen, dass eine der Theorien in einem Experiment als fehlerhaft erkannt werden würde und sie vollkommen verworfen wird, nur um dann wieder vor einem Fragezeichen zu stehen. Und dann in jahrelanger Arbeit wird mühselig wieder eine Theorie aufgebaut, die eben nur eine Theorie ist und keinen Anspruch darauf stellen kann,  die Wahrheit zu sein, kann doch auch sie widerlegt werden. Es ärgerte mich zutiefst, dass wir nicht in der Lage waren einfach zu erkennen, zu begreifen. Dies verdammte uns schließlich alle zu einem Studium ohne Gewissheit, ob wir je die Wahrheit eines Tages erkennen würden.

So saß ich in der Bibliothek spät abends und enttäuscht von meiner Erkenntnis, dass es wohl niemals eine wahre Erkenntnis geben würde. Doch das Geräusch eines lauten Aufschlags, riss mich aus meinen Gedanken.
 
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