Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Connect

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Suspense / P18 / Gen
OC (Own Character)
08.05.2020
22.09.2022
3
16.232
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
22.09.2022 5.481
 
#03 <AI>


“O human race, born to fly upward, wherefore at a little wind dost thou so fall?”
― Dante Alighieri, The Divine Comedy: The Inferno, the Purgatorio, and the Paradiso


Kimiko atmete auf. Es war geschafft! Playmaker hatte gewonnen! In dem Moment, als sie es wirklich realisierte, stieß sie einen Freudenschrei aus und viel vor Freude unbewusst der jungen Frau mit den hellblauen Haaren um den Hals. „Er hat’s geschafft! Playmaker hat gewonnen!“, jubelte sie laut.
Auch konnte sie Shima neben sich laut Jubeln hören.
Sie war sichtlich erleichtert.
Die junge Frau lachte, nachdem sie leicht verwirrt wegen Kimiko gewirkt hatte. „Er hat‘s diesem Hanoi-Typen echt gezeigt, ja!“
Kimiko schreckte auf, als ihr bewusst wurde, was sie gerade tat und sie löste sich von der jungen Frau. „Oh, tut mir Leid!“
Die junge Frau lächelte. „Schon gut. Ich bin genauso froh, dass Playmaker gewonnen hat. Das war wirklich knapp gewesen.“
Kimiko nickte. „Das war es. Für einen Moment hatte ich echt Angst.“
Sie blickte hoch zum Bildschirm. Playmaker war aus dem Blickfeld verschwunden. Dann sah sie erneut zu der jungen Frau.
„Uhm, Verzeihung, darf ich fragen, wie Sie heißen? Ich habe Sie schon öfters beim Café Nagi gesehen.“
Die Frau sah selbst kurz wieder zum Bildschirm, dann hinter sich und schließlich wieder zu Kimiko.
„Ich?“ Sie lächelte. „Sumeragi. Sumeragi Ayaka. Ich bin Stammkundin dort“, sagte sie mit einem Augenzwinkern. „Und du?“
Kimiko verbeugte sich höflich. „Sumeragi-san, es freut mich sehr. Ich bin Urushibara Kimiko. Sehr erfreut.“
Die Frau namens Ayaka lächelte wieder. „Die Freude ist ganz Meinerseits. Ich kenne dich ja auch vom Sehen her. Wenn du magst, kannst du ruhig öfters vorbeikommen. Shou-chan freut sich immer über Stammkundschaft.“
Kimiko machte große Augen. „Sh-Shou-chan?“
„D-Du sollst mich doch nicht so vor anderen nennen!“, hörte sie, wie Kusanagi einwarf und sah zu diesem und dann wieder zu Ayaka.
Diese lachte. „Ach, jetzt hab dich nicht so!“ Sie klopfte ihm auf die Schulter.
Kimikos Augen wurden größer. „V-Verzeihung, dass ich das Frage, aber sind Sie beide etwa ein L-Liebes-“
Sie konnte den Satz nicht einmal beenden, da liefen beide schon rot an und antworteten mit einem synchronen „Nein, sind wir nicht!“
„Wir sind nur sowas wie alte Freunde!“, warf Ayaka schnell noch ein und Kusanagi nickte beipflichtend.
Kimiko kratze sich die Wange. Freunde. Natürlich.
Dann sah sie wieder zum Bildschirm, aber von Playmaker war absolut nichts mehr zu sehen.

Ayaka blickte verlegen zur Seite. Dass dieses Mädchen direkt so etwas fragen musste. Dann aber sah sie wieder zu Kusanagi, der selbst noch verlegen wirkte, aber dann leicht lächelte.
Sie wusste auch so, dass er dasselbe dachte, wie sie. Dass sie beide froh waren, das Yuusaku es geschafft hatte.
Doch auch wenn sein Gegner bezwungen war, Ayaka ahnte, dass das erst der Anfang von noch viel mehr werden würde. Der Kampf gegen die Knights of Hanoi hatte nun erst recht begonnen und diese A.I, die Yuusaku gefangen hatte, Ayaka spürte einfach, dass mit dieser nun noch mehr Überraschungen auf sie zukommen würden. Eine gewöhnliche A.I war es zumindest ganz und gar nicht. Und das nicht nur, weil SOL Technology und die Knights of Hanoi hinter diesem Wesen her waren.

-


Derweil spielten sich in Link VRAINS ganz andere Dinge ab.
Crescent hatte Playmaker noch kurz beobachtet, wie dieser zu dem besiegten Hanoi gegangen war, der auf einem etwas tiefer liegenden Hausdach gelandet war und dort am Boden lag.
Das Gespräch konnte sie nicht mithören, aber sie konnte sehen, wie das Ignis-Auge als eine Art schwarze Masse aus Playmakers Duel Disk schlüpfte und dabei eine monströse Form annahm, mit einem langen Hals, der in einem langgezogenen Kopf mit einem Auge endete und sechs Armen.
Und sie sah, wie diese monströse Form ihr Maul öffnete und den Hanoi in einem Stück verschlang.
Ein Schaudern jagte über ihren Rücken. Die Ignis waren wirklich gefährlich.
Sie sah auf, als sie Geräusche vernahm. Der Ignis hatte sich wieder in seiner Augen-Form in die Duel Disk zurückgezogen. Gerade im rechten Moment, denn plötzlich kamen Go Onizuka und Blue Angel an, die es nun auch auf ein Duell mit Playmaker abgesehen hatten. Crescent entschied sich dazu, dass es besser war, nun erst einmal das Feld zu räumen. Sie hatte so oder so noch andere Dinge zu tun.

Als sie in Revolvers Versteck auftauchte, war bereits auch Spectre wieder anwesend.
„Wer hätte vermutet, dass Playmaker doch solch überraschende Fähigkeiten aufzuweisen hat“, sagte Revolver.
Spectre nickte. „Ihr sagt es, Revolver-sama. Aber letztendlich ist es immer noch besser, den Ignis in Playmakers Händen zu wissen, als wenn SOL Technology ihn zu fassen bekommen hätte.“
„Und sowieso wird es nicht mehr lange dauern, bis wir seine Identität herausgefunden haben“, antwortete Revolver. „Erstens: Er hasst uns Knights of Hanoi. Zweitens: Es gibt nur sehr wenige, die Cyberse-Karten besitzen. Drittens: Es besteht die Möglichkeit, dass er freiwillig zu mir kommt, weil er mich bekämpfen will“, fasste er zusammen.
„Wie Ihr es sagt, Sir.“ Spectre nickte, sich halb verbeugend und Crescent blickte wieder schmollend zu ihm. Immer musste er ihr zuvorkommen.
„Ich habe auch die Vermutung, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis Ihr ihm persönlich begegnen werdet, Sir.“, fügte sie nickend hinzu.
„Ich freue mich schon darauf. Ich denke, ich sollte mich auf diesen Kampf schon einmal vorbereiten.“

-


Kimiko streckte sich auf ihrem Bett aus und starrte auf das Tablet in ihrer Hand. Die Nachrichten waren voll mit Playmaker. Egal wo, überall wurde von ihm berichtet. Vor allem weibliche Duellanten verkündeten überall, dass Playmaker total ihr Typ wäre und Kimiko grummelte innerlich, während sie einen Schluck Orangensaft trank. Selbst innerhalb von Link VRAINS tummelten sich massenweise Playmaker-Kopien. Playmaker war schon vorher recht bekannt, aber das Speed Duel gegen den Knight of Hanoi hatte ihn über Nacht zu einem Star gemacht.
Kimiko seufzte leise. Ein unerreichbarer Star. Sie setzte sich auf und griff sich leicht an den Kopf. Das pochende Gefühl war immer noch nicht ganz verschwunden und in der Frühe war sie mit starken Kopfschmerzen aufgewacht. Diese blauen Blitze. Was war das gewesen? Sie konnte sich immer noch keinen Reim darauf machen.

-


Derweil beobachtete Ayaka zusammen mit Kusanagi fasziniert wie die Karte, die Yuusaku durch seinen Skill im Data Storm gezogen hatte, sich nun auch in der realen Welt physisch auf einem Display manifestierte.“
„Das ist wirklich unglaublich, dass die Kartendaten allein durch ihren Output eine physische Karte erschaffen können!“
Ayaka sah zu Kusanagi und nickte. „Der Data Storm könnte noch Unglaublicheres verbergen, als wir angenommen haben.“
Dann sahen beide zu Yuusaku, der vor den Bildschirmen saß und auf der Tastatur herumtippte.
„Oh wow, du bist eine richtige Berühmtheit geworden, Playmaker-sama!“, kommentiere die A.I die ganzen Bilder und News im Netz. „Nun, du kannst vielleicht alle Log-Ins löschen, aber nicht die ganzen Videos und Bilder, die sie von dir haben. Wie schade, wo du doch nicht auffallen willst.“ Die Stimme der A.I klang nahezu süffisant
Yuusaku wirkte irritiert. „Du… Du weißt davon?“
Das Auge wirkte, als würde es grinsen. „Natürlich weiß ich das.! Ich bin immerhin die ganze Zeit in der Welt des Internets unterwegs gewesen. Ich weiß alles Mögliche!“
Yuusaku wirkte leicht angefressen. „Dann sag mir, was ist ein Data Storm?“
Das Auge sah zur Seite. „Ich hab keine Ahnung. Fast alle meine Erinnerungen wurden gefressen und alles was übrig geblieben ist, ist mein Auge!“
„Wie auch immer. Ich denke eh nicht, dass du ehrlich geantwortet hast. Aber ich habe sowieso vor, deine Daten zu durchsuchen.“ Damit griff Yuusaku nach seiner Duel Disk.
„Hey, komm schon, muss das wirklich sein?“, beschwerte die A.I sich. „Du wirst eh nichts finden!“
„Dem kann ich nicht vertrauen.“
Ayaka kicherte. Die zwei benahmen sich jetzt schon wie ein altes Ehepaar.
„Eh?! Heißt das, jedes noch so kleine Geheimnis, was ich habe, kommt nun ans Tageslicht?“
„Ja, jedes noch so kleine, schmutzige Geheimnis, Schätzchen!“, warf Ayaka mit einem Zwinkern ein.
Das Auge sah auch wieder zu ihr und zurück zu Yuusaku und wirkte, als wollte es gleich weinen. „Das ist so peinlich!“
„Kusanagi-san, kannst du ihn bitte auf stumm schalten?“, fragte Yuusaku und Kusanagi nickte.
„Klar doch.“ Damit drückte er auf einen Knopf an der Duel Disk und die A.I verstummte.
„Übrigens, warum gibst du dem Kerlchen eigentlich keinen Namen? Ihn die ganze Zeit nur „Der da“ zu nennen, ist etwas verwirrend.“
„Stimmt. Ich denke auch, dass der kleine Kerl einen Namen bekommen sollte“, pflichtete Ayaka bei.
„Das wäre Zeitverschwendung“, entgegnete Yuusaku nur, während das Auge nun unfreiwillig stillschweigend fast trotzig dreinschaute.
„Ach was. Es kann ja etwas ganz simples sein. Sowas wie Spot, Doggy, Shiro oder Beta.”
Ayaka brach in Gelächter aus. “Diese Namen, Shou-chan! Es ist doch kein Hund! Warum nicht gleich Fluffy oder Blacky?“
„Dann sollte ‚Ai‘ okay sein oder? Immerhin ist es eine A.I.“
„Ai? Wie ‚Eye‘, also Englisch für Auge?“, fragte Ayaka.
Kusanagi lachte. „Nun. Es klingt nicht schlecht, eben weil es einfach ein Auge ist. Das wird schon passen.“
Der Ausdruck des Auges änderte sich von angefressen zu Tränenüberströmt. Aber etwas dagegen sagen, konnte Ai auch nicht. Die A.I musste nun mit diesem Namen leben.
„Kusanagi-san, kannst du mir etwas aushelfen hier bei?“, fragte Yuusaku dann und Kusanagi gesellte sich zu ihm.
Auch Ayaka schaute wieder über die Sitze der beiden Jungs.

-


Minami seufzte. Akira war wieder zu den Chefs beordert worden. Sie wusste auch warum. Seit Playmakers Duell gegen den Hanoi gab es ziemlich viele Duellanten, die sich ebenso an Speed Duels versuchten. Allerdings waren Speed Duels gefährlich und noch war die Situation nur schwer einzuschätzen. Die Aufruhr, die das Duell mit sich gezogen hatte, bereitete auch ihr Sorgen. Wahrscheinlich wollten die Chefs, dass Link VRAINS fürs erste geschlossen wird und einige Wartungsarbeiten an dem Network durchgeführt werden. So wie sie Bishop und die anderen kannte, würden diese so vorgehen wollen.
Obwohl sie genauso wenig dachte, dass es eine gute Idee wäre, Link VRAINS zu schließen. Sie teilte die gleiche Meinung wie Akira. Link VRAINS zu schließen, würde bedeuten, dass das Unternehmen große Profitverluste einstecken müsste. Außerdem war die Existenz des Data Storms nun DER Beweis, dass die Cyberse Welt in Sicherheit war. Was bedeutete, dass es immer noch eine Chance gab, diese zu finden. Dass einzige, was sie zu tun hatten, war nun diesen Ignis zu finden, der den Aufenthaltsort dieser kannte. Doch  darin lag das Problem. Der Ignis befand sich nun in den Händen von Playmaker und niemand kannte die wahre Identität dieses mysteriösen Hackers.
Aber Minami wusste auch, dass Akira bereits alles daran setzte, diese so schnell wie möglich heraus zu finden.  Immerhin war dies auch sein Job, als Manager des Security Department.
Dennoch war dies alles andere, als eine leichte Aufgabe. Playmaker war als Hacker talentiert genug, um die Knights of Hanoi herauszufordern. Und genau dies schien ja auch Playmakers Wunsch zu sein. Wenn sie Link VRAINS schließen würden und Playmakers Kampf gegen die Knights of Hanoi anderorts ausgetragen werden würde, wäre die Cyberse Welt für SOL für immer verloren.
Doch was sollten sie tun?
Eine Möglichkeit wäre es zumindest, die Restriktionen in Link VRAINS weiter zu entschärfen und dafür zu Sorgen, dass Link VRAINS zu einem Kampfplatz für Playmaker und die Knights of Hanoi werden könnte. Dadurch hätten sie die Möglichkeit, Playmaker direkt zu fangen.
Minami war sich sicher, dass Akira dies ermöglichen konnte. Ihr Chef war immerhin ein kluger Mann und sie glaubte an ihn. Minami errötete unbewusst leicht und schüttelte dann aber den Kopf. Eines wusste sie: Sie würde definitiv die nächsten Tage Überstunden machen müssen.  

Eine kurze Zeit später saß sie auch schon mit Akira im Auto. Akira wollte sich mit seiner „Informantin“ treffen. Minami kannte diese Frau, aber wusste nicht, was sie von dieser halten sollte. Emma Bessho tat im Grunde fast alles für Geld und wenn dabei etwas für sie heraussprang.  Sie war clever und attraktiv und definitiv eine Frau, die es faustdick hinter den Ohren hatte.
An einer Kreuzung hielten sie an, als die Ampel gerade auf Rot stand. Minami vernahm das Geräusch eines Motorrads und sah auf, als dieses neben  ihnen anhielt. Akira ließ das Fenster sich öffnen und sah zu der Motorradfahrerin. Die Frau zig kurz ihren Helm ab und lange, pinke Haare mit Veilchenfarbenen Strähnen, die unten zusammengebunden waren, kamen zum Vorschein. Ihre magentafarbenen Augen blickten Akira entgegen. „Wenn du dich mit mir reden möchtest, hätten wir uns auch online treffen können“, sagte Emma etwas genervt.
Minami, die neben Akira auf dem Platz neben ihm hinten im Auto saß, blickte zu diesem.
„Bei wichtigen Aufträgen bevorzuge ich es, persönlich miteinander zu sprechen“, gab dieser als Antwort.
„Nun, das macht Sinn“, erwiderte Emma und ein Lächeln umspielte ihre rot-geschminkten Lippen. „Also, um was geht es?“
„Ich möchte, dass du für mich so schnell wie möglich Informationen über Playmaker beschaffst.“
Emma lehnte sich etwas mehr in Richtung Autofenster. „Oh? Du redest von DEM Playmaker? Dem neuen Stadt Stadtgespräch? Nun, er hat sich ja auch mit etwas im Gepäck auf und davon gemacht, nachdem SOL Technology ewig lange gesucht hatte, nicht wahr? Du würdest dir das bestimmt nicht durch die Lappen gehen lassen, hab ich recht?“ Sie lächelte, aber wirkte dann leicht fragend. „Aber das ist jetzt keine Anfrage an mich, mich mit Playmaker zu duellieren oder?“
Akira sah wieder zu ihr, nachdem er kurz nach vorne gesehen hatte. „Ich kann so einen simplen Job auch jemand anderem überlassen. Es gibt unzählige Duellanten, die gegen Playmaker antreten wollen.“
Emma nickte. „Da hast du wohl recht. Es gibt da draußen wirklich genug 0815-Duellanten, die das gerne tun würden. Genauso auch wie Leute, die Playmaker als lästig erachten.“ Emma wandte ihren Blick wieder auf die Straße. „Ich gehe jede Wette ein, dass diese Leute dieselben Gedanken haben, wie du. Die versuchen alles mögliche, um zu bekommen, was sie wollen. So wie ich zum Beispiel?“
Akira nickte kaum merklich. „Ich verlass mich auf dich, Emma.“  
Emma lächelte. „Natürlich. Ich bin sowieso selbst an Playmaker interessiert. Wenn ich was herausfinde, lass ich’s dich wissen.“
Mit diesen Worten fuhr sie los, als die Ampel auf  grün  umschaltete und bog in eine Ecke ab, während der Wagen von Akira und Minami gerade aus weiter fuhr.
Minami wusste wirklich nicht, was sie von Emma halten sollte. Sie traute ihr nicht so recht und dass diese so vertraut mit Akira redete und ihn beim Vornamen nannte, machte es nicht besser.

Es dauerte nicht so lange, da kamen sie und Akira bei einer Reihe von alten Lagerhäusern an, die nahe am Hafen der Stadt lagen.
Der Fahrer ihres Wagens öffnete ihnen die Tür und beide stiegen aus.
Minami blickte durch das offene Tor zu dem großgewachsenen, dunkelhäutigen jungen Mann, mit dem Muskulösen Körper, der in seiner goldenen und schwarzen Wrestling-Kluft vor ihnen stand. Ein älterer Herr mit braunen Haaren und braunem Schnauzbart in einem roten Anzug  stand bei ihm.
„Sie müssen Mister Onizuka sein, nehme ich an?“, fragte Akira höflich.
Go Onizuka nickte. „Der bin ich. Und wer sind Sie?“
„Ich bin SOL Technologys Sicherheitschef, Zaizen Akira. Und dies hier ist meine Sekretärin, Fujiwara Minami.“
Minami verbeugte sich höflich. „Sehr erfreut, Mister Onizuka.“
Akira kramte eine Visitenkarte aus der inneren Tasche seines Jacketts und hielt diese Go Onizuka und dem Mann in dem roten Anzug vor.  
Letztere nickte. „Ich bin Go Onizukas Manager.“ Er wollte ebenso gerade eine Visitenkarte zücken, aber hielte inne, als Akira schon mit „Ich weiß“, antwortete.
Er sah sich in der kleinen Lagerhalle um.
Auch Minami sah sich um.
In der Mitte des Raumes befand sich ein großer Wrestling Ring. Auf der linken Seite stand eine Hantelbank, sowie ein Gerüst mit mehreren Hanteln in verschiedenen Gewichtsklassen darauf und ein Gymnastikball, so wie weitere Sportgeräte. Auf der anderen Seite des Raums befand sich ein Fernseher und zwei violette Liegeb, so wie eine Glasvitrine mit mehreren Pokalen. Eine Treppe führte von der linken Seite aus nach oben.  
„Das ist unerwartet…“, begann Akira. „Ich dachte, Sie leben ein bisschen üppiger als das hier.“
„Das liegt daran, weil Onizuka sich nicht für Reichtum duelliert“, erklärte sein Manager.
„Hören wir mit dem Smalltalk auf!“, warf Onizuka ein. „Was genau will SOL Technology von uns?“
Akira verneigte sich leicht. „Verzeihen Sie, Mister Onizuka. Ich habe eine Bitte an Sie, an Duellanten, von dem ich glaube, dass er Link VRAINS liebt.“
Go Onizukas Augen wurden groß. „Eine Bitte?“
„Ich möchte, dass Sie Playmaker eliminieren und das A.I Programm zurückholen, welches in seinem Besitz ist“, fuhr Akira fort  und holte eine Art Fernbedienung hervor. „Hier ist nur ein bescheidenes Präsent von mir.“ Damit  ließ er auf dem Bildschirm das Bild eines weißen D-Boards zeigen, mit schwarzen Seitenrändern und grünen, sowie gelben Lichtern.
„Ein D-Board für Speed Duels?“, sagte Onizukas Manager langsam und sah wieder zu Akira. „Aber wir können dieses Geschenk nicht einfach so annehmen. Wir müssen erst verstehen-“
„Natürlich“, warf Akira ein. „Lassen Sie es mich erklären. Diese A.I, die Playmaker besitzt, war ursprünglich etwas, das von SOL Technology entwickelt wurde. Aber aufgrund einiger komplizierter Umstände ist sie in Playmakers Hände geraten. Und wir haben auch immer noch nicht Playmakers Identität herausgefunden. Allerdings, die A.I die er hat, ist ein Programm, welches entscheidend für die Zukunft von Link VRAINS ist! Und wenn dieses Programm in die Hände der Knights of Hanoi fällt… wird Link VRAINS zerstört werden! Ich wünsche mir, dass Sie Link VRAINS beschützen. Und wenn Sie erfolgreich sind, verspreche ich Ihnen, dass SOL Technology zu Ihrem Hauptsponsor wird.“
Onizukas Manager legte eine Hand ans Kinn. „Nun, das scheint mir kein schlechter Deal zu sein. Oder Go?“
Dieser jedoch wirkte weniger angetan von dem Vorschlag. „Ich lehne ab! Ich folge niemandes Anweisungen! Die Diskussion ist beendet!“, rief dieser. „Gehen Sie!“
Akira schloss die Augen und nickt. „Ich verstehe.  Dann werde ich Sie ein anderes Mal beehren.“ Damit wandte er sich zum Gehen.
Aber Minami war etwas aufgefallen. „Ist das ein selbstgemachter Champion Gürtel?“, fragte sie und zeigte auf einen Wrestling Gürtel, der an der Wand neben der Glasvitrine hing. Er war mit Sternen verziert und einem aufgemalten Gesicht in der Mitte, aufgeklebt auf einer Art selbstgebastelter Sonne. Darunter stand in Großbuchstaben „CHAMPION“. Das ganze war aus Pappe und schien von Kindern gemacht worden zu sein. Minami fand diesen selbstgemachten Champion Gürtel sehr süß.
„Sie müssen unglaublich viele Fans haben, die sich wünschen, dass Sie der neue König der Duellanten werden, Mister Onizuka“, fügte Minami noch hinzu.
Akira nickte. „Wenn Sie dennoch ihre Meinung ändern, fühlen Sie sich frei, mich zu kontaktieren. Dann entschuldigen Sie mich.“
Er und Minami verbeugten sich noch einmal und verließen dann das Gebäude.

-


Es war bereits wieder Abends und Ayaka war bereits bei ihrer fünften Tasse Kaffee. Sie stand wieder hinter Yuusaku und Kusanagi, die immer noch dabei waren, Ais Daten zu durchforsten.
„Das ist unmöglich!“, seufzte Kusanagi schwer. „Ich habe noch nie ein solches Programm gesehen! Ai ist mit Algorithmen programmiert, von denen ich noch nie etwas gehört habe!“
„Klingt nach einem komplizierten, kleinen Kerlchen, was?“, warf Ayaka ein.
Kusanagi drehte sich auf seinem Stuhl leicht zu ihr. „Hast du eine Ahnung! Ich habe noch nie so etwas Komplexes gesehen, wie diese A.I!“ Er seufzte wieder tief. „Wir werden so niemals die Wahrheit über die Data Storms herausfinden.“
Ayaka pattete seine Schulter. „Hey, jetzt gib doch nicht gleich auf, Shou-chan. Wir haben immerhin noch unser Hacker-Genie hier sitzen!“, damit sah sie grinsend zu Yuusaku.  
„Nun, ich hab es geschafft, zumindest einen Teil von ihm zu entschlüsseln“, sagte dieser und Kusanagi fiel fast vom Stuhl.
„Echt jetzt?!“
Ayaka kicherte. „Was hab ich gesagt?“
„Es ist ein Programm, mit haufenweise verstreuten Fragmenten, aber ich war in der Lage, ein paar von ihnen miteinander zu verbinden“, fuhr Yuusaku fort.
Kusanagi stand von seinem Sitz auf und beugte sich über Yuusakus linke Schulter, um mit zuzugucken. Und auch Ayaka beugte sich über die rechte Schulter des Jugendlichen.
„Du bist echt heftig, Yuusaku-chan!“, sagte Ayaka baff.
„Einfach unglaublich!“, pflichtete Kusanagi bei.  „Du bist echt außerordentlich, was? Nicht nur, dass du das jetzt geschafft hast, nein, du kannst scheinbar auch Präsenzen innerhalb der digitalen Welt fühlen…“
„Das stimmt. Sowas kann sonst keiner von sich behaupten“, stimmte Ayaka zu.
Doch Yuusaku ließ sich von der Bewunderung seiner erwachsenen Kameraden nicht beeindrucken.  
„Es ist eine Art Video!“, sagte er schlicht.
„Huch? Was ist das?“, fragte Kusanagi, als sie das Video anfingen, sich anzusehen.
„Es muss ein Teil von Ais Erinnerungen sein!, sagte Yuusaku und Ayaka bemerkte, wie die Pupille des Auges in der Duel Disk nahezu zu rotieren schien.
Sie konnten auf dem Bildschirm vor ihnen nun Feuer sehen und den großen, schwarzen Maschinendrachen, der weiteres Feuer spie.
„Dieser Drache… Das ist doch der Drache, den du bekämpft hast, stimmt’s?“, sagte Kusanagi.
Yuusaku nickte. „Ai wusste über Cracking Dragon Bescheid. Daran besteht definitiv kein Zweifel. Dies sind definitiv Ais Erinnerungen!“
Ayaka ebenso weiter gebannt zu. Der Himmel der Welt, die dort zu sehen war, wirkte dunkel. Eine Art rote Sigille mit leuchtenden Punkten war zu sehen und ein Ring, bestehend aus den Farben blau, rot, einer Art braunem Farbton, gelb und grün war zu sehen. Dieser Ring aus Farben waberte um eine dunkle Säule herum, die der Cracking Dragon flog, während unter ihm ein Meer aus Lava zu sehen war.
„Diese Welt dort wird zerstört…“, sagte Kusanagi. „Wo ist das?!“
In jenem Moment war plötzlich in dem Video ein Mann zu sehen, in einem weißen, eng anliegenden, Mantel ähnlichen Anzug, roten abstehenden Haaren und einem Helm mit einem Visier, dass seine Augen gelb leuchtend erscheinen ließ. Dieser schien etwas zu beschwören oder dem Drachen Befehle zu geben.
„Wer ist das?!“, fragte nun auch Ayaka und zuckte zusammen, als sie bemerkte, dass Ais Auge immer schneller und schneller rotierte und Lichtblitze sich langsam  um ihn bildeten und auch die Bildschirme und das Armaturenbrett erreichten. „Was passiert hier?! Ich glaube, Ai dreht noch durch!“, rief Ayaka und mit einem Mal war von draußen ein Ohrenbetäubendes Brüllen zu hören.
Yuusaku war aufgesprungen. „Kusanagi-san, die Stromzufuhr!“
Kusanagi  reagierte sofort und rannte zu dem Schalter, der die Stromzufuhr im  Wagen regelte und legte diesen um. Sofort war es dunkel in dem Verkaufswagen und Yuusaku rannte nach draußen.
„Hey, Yuusaku!, rief Kusanagi ihm noch nach.
„Was hat er jetzt vor?!“, fragte auch Ayaka.

-


Kimiko saß derweil wieder auf ihrem Bett. Sie hatte sich gerade etwas zum Abendessen gemacht, als sie plötzlich bemerkte, wie das Licht in ihrem Zimmer flackerte. Mit einem Mal zuckten erneut blaue Blitze vor ihren Augen und sie ließ ihre Essstäbchen fallen und griff sich an ihren Kopf. Es pulsierte stark in ihrem Kopf und sie hatte das Gefühl, einen Tinnitus zu bekommen. „W-was…?“  Sie konnte ein lautes Brüllen vernehmen, was von draußen zu kommen schien und trotz  ihres pulsierenden  Kopfes und der Angst, die sie plötzlich durchströmte,  lief sie zu ihrem Balkon und barfuß nach draußen.
Der Himmel über Den City war schwarz und plötzlichen mit blauen, Schaltkreis-artigen Linien durchzogen. Als hätte sich Link VRAINS mit der realen Welt vermischt. Mit schreckensstarrer Miene sah sie, wie ein gewaltiger Drache über die Stadt hinwegflog. Sie konnte nur seine Umrisse erkennen, aber es war nicht der Drache von Playmakers Duell. Nein, dieser sah mehr nach einem „echten“ Drachen aus und Teile seines Körpers leuchteten in einem grellen Grün. Und auf dem Kopf des Drachens stand eine Person. Ein Mann, mit einem Visier und gelb leuchtenden Augen.
Der Drache und der unheimliche Mann verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren. Und mit einem Mal war der Himmel wieder normal.
Kimiko sank zitternd auf die Knie. Der pulsierende Schmerz in ihrem Kopf hatte ebenso plötzlich wieder aufgehört und sie atmete hektisch.
„Was zum…?!“, flüsterte sie vor sich hin.
Was um alles in der Welt war das gewesen? Was passierte mit ihr?!

-


Kusanagi und Ayaka kamen aus dem Imbisswagen gerannt. „Was ist passiert?“, fragte Kusanagi.
„Er ist gerade über mir hinweggezogen!“, antwortete Yuusaku. Auch er hatte den Mann auf dem Drachen gesehen.
Und noch mehr! Der Mann hatte IHN direkt angesehen.  
„Er?“, fragte Ayaka.
Yuusaku nickte. „Dieser Kerl aus Ais Erinnerungen!“
„Hat er uns etwa schon zuvor bemerkt?!“, fragte Kusanagi.
„Höchstwahrscheinlich“, antwortete Yuusaku und blickte noch einmal gen Himmel.

Kaum, dass sie wieder alle in den Wagen gestiegen waren und Kusanagi den Strom wieder angemacht hatte, setzte sich Yuusaku sofort wieder an die Tastatur und vor den Bildschirm.
„Was hat es mit diesem Aufnahmen auf sich?“, fragte Yuusaku Ai.
Das Auge drehte sich weg, als wollte Ai erst nicht antworten.
„Komm, spuck’s aus, Schätzchen!“, redete auch Ayaka auf die A.I ein.
„Geht das auch netter?“, beschwerte sich Ai, aber Yuusaku ließ sich nicht davon beeindrucken.
„Wenn du nicht antworten willst, dann nehm ich dein Programm auseinander. Und natürlich bleibt dann nichts mehr von dir übrig.“
Diese Drohung von Yuusaku schien zu sitzen.
„Na gut, na gut! Ich sag es euch, okay?!“, gab sich Ai geschlagen, aber sein Auge verengte sich. „Aber wie ich es euch schon zuvor gesagt habe,  die meisten meiner Erinnerungen sind beschädigt. Um genau zu sein, wurden sie von Hanoi gestohlen. Ich habe nur noch sehr wenige Erinnerungen übrig.“
„Egal, Schätzchen. Sag uns einfach, was du weißt und wir sind wieder Freunde, ja?“, zwinkerte Ayaka Ai zu und kassierte eine hochgezogene Augenbraue von Kusanagi.
„Mach ihm keine falschen Versprechungen, Ayaka!“
„Wer war das in dem Video?!“, fragte Yuusaku, ohne auf Ayakas Worte einzugehen.
Ais Pupille weitete sich wieder. „Revolver.“
„Revolver?“, fragte Ayaka.
„Wer ist das?“, fragte Yuusaku weiter.
„Nun. Seid nicht überrascht, wenn ich euch das sage…“, begann Ai und seine Pupille verengte sich wieder. „Er ist der Anführer der Knights of Hanoi!“
„Hanois Anführer?“, riefen Kusanagi und Ayaka gleichzeitig und Ai blickte fast schon süffisant drein. „Jetzt seid ihr dennoch überrascht!“  Dann aber blickte das Auge zur Seite. „Ansonsten weiß ich nichts mehr. Wo das war oder warum ich überhaupt verfolgt wurde…“

-


Revolver betrat das geheime Versteck, innerhalb von Link VRAINS. Er wirkte alles andere als glücklich.
„Er ist entkommen…“, grummelte er.
Eine andere, ältere Männerstimme erklang neben ihm. „Es scheint, als wäre die Verbindung in der letzten Sekunde abgebrochen. Da kann man wohl nichts machen.“
Revolver blickte zu dem älteren Mann, mit den nach hinten gekämmten grauen Haaren und dem Bart. Er trug eine Art langen Arztkittel.
„Nun“, sagte Revolver schließlich. „Wie läuft es mit dem neuen Programm?“
„Ich arbeite an ein paar neuen Ideen“, antwortete der ältere Mann. „Bitte gib mir noch ein bisschen Zeit.“
Revolver nickte. „Ich denke, sie werden eh nicht in der Lage sein, den Ignis vollständig zu entschlüsseln. Aber ich möchte ihnen auch nicht zu viel Zeit einräumen.“
Der andere Mann nickte. „Ich weiß. Wenn wir es schaffen, Playmaker hervorzulocken, solltest du definitiv in der Lage sein, ihn aus dem Weg zu räumen.“
Revolver nickte, aber horchte auf, als plötzlich ein Alarmton los ging.
„Ich bin sofort da!“, sagte er und loggte sich mit einem „Danke“, seines Gegenübers schnell aus.

In einer Villa nahe einer Klippe öffnete ein junger Mann seine Augen. Die ersten Sonnenstrahlen, die in den Raum fielen, ließen nur schemenhaft seine Gestalt erkennen, als dieser aus der halbmondförmigen Sessel-artigen Gerätschaft aufstand. Er ging zu dem Bett, von dem aus der Alarmton zu hören war. Um das Bett herum standen überall grün leuchtende Monitore, die Vitalwerte anzeigten. Ein gebrechlich aussehender Mann lag in dem Bett. Sein Gesicht von einer Haube verdeckt.
Der junge Mann tippte auf dem Gerät herum, welches neben dem Bett stand und so laut gepiepst hatte. Das Piepsen verstummte.
„Ich werde dafür Sorgen, dass deine Wünsche wahr werden, Vater.“
Der junge Mann legte seine rechte Hand auf die dürre, knochige  Hand des Mannes, der dort lag. Ein rotes Tattoo aus lauter Dreiecken befand sich zwischen Daumen und Zeigefinger auf der Hand des jungen Mannes.

-


Der nächste Tag war über Den City hinein gebrochen und Kimiko saß im Unterricht. Doch sie konnte sich kaum konzentrieren. Seit gestern Abend war zwar nichts mehr merkwürdiges passiert und ihr Kopf fühlte sich wieder normal an, aber dennoch ließ sie nicht los, was passiert war.  
„Sie denken vermutlich alle, dass Computer alles verstehen könnten, aber eigentlich verstehen sie nur binär. Und was binär genau bedeutet und wie es benutzt wird, wird in einem Spiel des französischen Entwicklers Édouard Lucas*, erklärt. Dieses Spiel nennt sich ´Tower of Hanoi’…“, erzählte der Lehrer und an dem großen Smart Board wurde ein schmales Holzbrett gezeigt mit drei Stangen, die darauf steckten. Auf den Stangen waren hölzerne Ringe aufgereiht, die jeweils immer einen breiteren Rand aufwiesen, je weiter unten sie lagen. Es wirkte wie eines der typischen Spielzeuge in einem Kindergarten. Mann musste versuchen, den  „Turm“ aus Ringen von der einen Stange wieder auf der anderen Stange genauso aufzubauen. Angefangen mit dem breitesten Ring ganz unten, bis hoch zu dem schmalsten Ring. Dabei durfte aber nie ein kleiner Ring unter einem größeren Ring liegen. Einfache Mathematik und dennoch komplexer, als man vermuten könnte. Doch eigentlich sah Kimiko gar nicht wirklich hin.
Hanoi. Die Knights of Hanoi. Was sie wohl als nächstes planen würden? Was genau hatte Playmaker mit ihnen zu schaffen?
Sie sah rüber zu Yuusaku, der ebenso nicht richtig zuzuhören schien und den Kopf auf seine linke Hand gestützt hatte.
Woran er wohl gerade dachte?
„Hey, hast du Playmaker neulich in Aktion erlebt?“, hörte sie Shima fragen, der neben Yuusaku saß.  
„Nein“, war Yuusakus schlichte Antwort, der von seinem Mitschüler aus den Gedanken gerissen worden war.  
Shima schnaubte fast schon empört. „Und du nennst dich selbst einen Duellanten?!“ Dann strahlte er wieder. „Ich war da gewesen und es war super aufregend! Playmaker ist so cool!“
Fanboy. Kimiko verdrehte ihre Augen. Und auch Yuusaku stützte lieber wieder seinen Kopf auf seiner Hand ab um offensichtlich weiter vor sich hin zu sinnieren.
Doch Shima schien nun etwas zu bemerken.
„Huh? Wo ist eigentlich deine Duel Disk?“
Yuusaku blickte zu ihm. „Ich hab sie zuhause gelassen. Passt dort auf alles auf.“
Shima legte den Kopf schief und auch Kimiko zog eine Braue hoch.
„Duel Disks haben ein Feature, mit dem sie dein Haus überwachen können?“, hörte sie Shima laut überlegen.

Doch was weder Kimiko noch Shima wissen konnten war, dass Ai in Yuusakus Duel Disk wirklich das Haus hütete und schon drauf und dran war, Yuusakus kleinen Haushaltsroboter Roboppy dazu zu überreden, ihn von dem Regal herunterzuholen, auf das Yuusaku die Duel Disk verfrachtet hatte.

Shima ließ es sich derweil nicht nehmen, Yuusaku weiter voll zu quatschen. Kimiko verdrehte genervt ihre Augen, während sie seinen Ausführungen aber dennoch zuhörte. Playmaker interessierte sie schließlich auch.  
„Ich checke immer und immer wieder Link VRAINS ab, in der Hoffnung, dass Playmaker erneut auftaucht, weißt du…“, begann Shima und nahm sein Schul-Tablet, welches vor ihm lag und rief das Display auf, welches immer Live Aufnahmen aus Link VRAINS zeigte. Und dann stockte er. „Das… Es sind Hanoi!“, rief er durch die gesamte Klasse.
Yuusaku sah auf und auch der Lehrer sah auf. „Ja, was ist damit? Ich war gerade dabei, das zu erklären….“, sagte dieser, aber auch Kimiko hatte sofort ihr Tablet angeworfen und starrte auf den Bildschirm.
Tatsache! Ein Mitglied der Knights auf Hanoi flog da auf seinem D-Board durch Link VRAINS!
„Nein, ich rede von den Knights of Hanoi!“, rief Shima dem Lehrer zu und zeigte sein Tablet.
Dann wollte er sich Yuusaku zuwenden, doch der war auf einmal verschwunden.
Auch Kimiko bemerkte dies und ohne zu wissen warum, stand sie plötzlich auf.
„Verzeihung, mir geht’s nicht gut!“, rief sie nur, verbeugte sich und rannte aus dem Klassenraum.
Einer der Knights of Hanoi tauchte plötzlich auf und Yuusaku war mit einem Mal ohne ein Wort aus dem Klassenzimmer verschwunden?
Das war ZU merkwürdig!
_________________________________________


*Der Turm von Hanoi (Tower of Hanoi)  (auch Brahma-Turm oder Lucas-Turm genannt) wurde im 19. Jahrhundert von dem französischen Mathematiker Édouard Lucas erfunden. Es ist mit einer Legende von einem hinduistischen Tempel verbunden, in dem das Puzzle angeblich verwendet wurde, um die geistige Disziplin junger Priester zu erhöhen. In der Legende erhielten die jungen Priester 64 Goldscheiben, die fein säuberlich auf einem von drei Pfosten gestapelt waren. Jede Scheibe ruhte auf einer etwas größeren Scheibe. Das Ziel der Priester war es, den Stapel auf einem anderen Pfosten neu zu erstellen, indem sie eine Scheibe nach der anderen auf einen anderen Pfosten bewegten, wobei die Regel galt, dass eine größere Scheibe niemals auf eine kleinere Scheibe gelegt werden konnte. Mithilfe von Mathematik können Sie berechnen, dass selbst wenn die Priester den effizientesten Weg zur Lösung des Problems fanden und die Scheiben mit einer Geschwindigkeit von einer pro Sekunde bewegten, es fast 585 Milliarden Jahre dauern würde, um die Arbeit zu beenden. Das ist mehr als das 40-fache des Universumsalters.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast