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New Beginnings

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alexis Castle Kate Beckett Richard Castle
07.05.2020
13.05.2020
4
4.701
 
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
13.05.2020 1.182
 
So, dann sind wir mit diesem Kapitel auch wirklich am Ende dieser kleinen Story angelangt. ;)
Ist wahrscheinlich nicht wirklich was Neues, aber ich hoffe, euch gefällt es trotzdem. :)


Martha hatten die beiden vor der High-School in ein Taxi gesetzt, dass sie in die Hamptons zu ihrem Spa-Wochenende bringen sollte. Zum Abschied wurden sie fest umarmt, und Kate bekam noch einen bedeutungsvollen Blick zugeworfen sowie ein „Viel Glück!“ ins Ohr geflüstert. Sie wollte lieber nicht wissen, was Martha Castle ins Ohr geflüstert hatte. Als das Taxi wegfuhr und sie nun alleine mit ihrem Partner war, setzte bei ihr auf einmal die Nervosität ein. Ihm schien es nicht anders zu gehen, denn er überlegte sichtlich bevor er seine nächsten Worte sprach. Schließlich schien er sich für eine Sicherheitsvariante entschieden zu haben, denn er sagte lediglich: „Fahren wir jetzt ins Loft und starten unsere Horrorfilm-Nacht?“ Kate, die erleichtert war, dass er offensichtlich wie sie der Meinung war, ein Schulparkplatz sei nicht der richtige Ort für ein Gespräch, nickte. Castle bot ihr den Arm zum Unterhaken an, und sie machten sich auf den Weg zu seinem Auto.

Die Fahrt zurück zum Loft war schweigsam und es lag eine gewisse Spannung in der Luft. Beide wussten, dass jetzt endlich die Zeit gekommen war, die Sache zwischen ihnen zu klären. Kein Demming, keine Gina, kein Josh, kein Attentat, keine Martha, (fast) keine Lügen mehr – einfach nur
Beckett und Castle, Kate und Rick. Als der Schriftsteller die Tür zum Loft aufschloss, sah der Detective, wie seine Hände leicht zitterten. Das gab ihr ein beruhigendes Gefühl, denn sie wusste, ein Gespräch war ihm ebenso wichtig wie ihr. Trotzdem fühlte sie ihr Herz in ihrer Brust doppelt so schnell schlagen und das Blut rauschte in ihren Ohren.

Castle steuerte auf das Sofa zu und bedeutete seiner Partnerin, es ihm gleichzutun. Seiner einladenden Handbewegung folgend setzte Kate sich, während Castle fragte: „Wein?“ Beckett nickte und er ging in die Küche, um gleich darauf mit einer Flasche seines Lieblingsrotweines und zwei Gläsern zurückzukehren. Der Korken knallte in der Stille unnatürlich laut und auch das Plätschern der roten Flüssigkeit, die langsam die Flasche in Richtung Gläser verließ, klang anders in den Ohren der beiden. Die ersten Worte kamen von Rick, der sein Wein in die Hand nahm und Kate zuprostete: „Auf Alexis und ihre wunderbare Rede.“ „Auf Alexis“, wiederholte seine Partnerin und ihre Gläser klirrten beim Anstoßen. „Weißt du“, begann Kate, „ihre Rede hat mich zum Nachdenken gebracht. Sie hatte Recht, mit allem was sie gesagt hat. Aber vor allem damit, dass es immer Menschen gibt, die einem so wichtig sind, dass sie immer da sind, auch wenn sie nicht da sind.“ Kate sah Rick in die Augen, der jetzt ganz ruhig dasaß. Er spürte, dass sie jetzt bereit war zu reden, und machte keine Anstalten, sie zu unterbrechen.

„Du kannst es dir vielleicht nicht vorstellen, aber du bist so ein Mensch für mich. Vor allem im letzten Sommer. Ich weiß, das habe ich dir nicht gezeigt, eher das Gegenteil davon. Aber ich habe so oft an dich gedacht. Daran, wie du mich zum Lachen bringst, mich aufmunterst, mich unterstützt… Das hat mir geholfen, sehr sogar.“ Kate brach ab. Vor den nächsten Worten hatte sie Angst. Angst davor, was sie verändern würden, aber sie musste es ihm jetzt sagen. Damit hatte sie schon viel zu lange gewartet. Nach einem tiefen Atemzug fuhr Kate fort, ihr Blick jetzt fest auf Rick gerichtet. „Genauso wie deine Worte nach dem Schuss auf Montgomerys Beerdigung. Sie waren wir eingebrannt, sind es immer noch. Sie haben mir immer das letzte bisschen Kraft gegeben, wenn ich mal wieder das Gefühl hatte, ich könne nicht mehr. Und es tut mir leid, so wahnsinnig leid, dass ich dich angelogen habe an dem Tag im Krankenhaus. Aber ich konnte einfach nicht anders in diesem Moment. Es war alles zu viel. Montgomery, unser Streit, der Schuss, die Schmerzen, Josh…“ Kates stimme zitterte jetzt und in ihren Augen glitzerten Tränen.

„Und später habe ich mich geschämt, dich anzurufen, und war zu stolz. Ich wollte nicht, dass du mich so siehst. Niemand sollte mich so sehen. Selbst meinen Vater habe ich sobald es möglich war sozusagen abserviert. Und irgendwann, irgendwann war es einfach zu spät und ich habe auch erst an meinem ersten Arbeitstag, an dem du nicht da warst, und bei deiner Buchsignierung gemerkt, was ich eigentlich angerichtet hatte. Aber selbst da war ich noch nicht bereit, dir das alles sagen zu können. Ich habe es versucht auf den Schaukeln, aber anscheinend nicht gut genug. Wie du jetzt ja weißt, konnte ich mit meinem Therapeuten, zu dem ich zuerst musste und später dann freiwillig weitergegangen bin, die letzten Monate endlich so viele Sachen aufarbeiten, auch den Fall meiner Mutter. Und das wichtigste, meine Gefühle für dich.“ Kate verstummte und nun liefen ihr wirklich die Tränen über die Wangen. „Ich kann es dir noch nicht zurück sagen, aber bitte glaub mir, dass du mir ebenso wichtig bist, wie ich dir war zu dem Zeitpunkt im Mai. Ich will, nein, ich kann dich nicht verlieren. Und ich will niemand anderen, ich will nur dich.“

Während ihrer Worte hatte sie Rick die ganze Zeit angeschaut, aber in seinem Gesicht hatte sie Nichts lesen können. Auch jetzt war seine Miene ausdruckslos. Angespannte Sekunden vergingen, in denen keiner von beiden ein Wort sagte. Schließlich, nach einer für Kate gefühlten Ewigkeit, räusperte sich Rick und begann zu sprechen.

„Ich weiß, dass du dich an den Schuss und deine Worte erinnern kannst, ich habe es dich im Verhörraum beim Bomben-Fall zu Bobby sagen hören.“ Kate schluckte und senkte den Kopf. Ihr war irgendwann klar gewesen, dass er es irgendwie wusste, aber bis jetzt hatte sie nie einordnen können woher. Angespannt wartete sie darauf, was nun folgen würde.

„Und ich war sehr wütend, enttäuscht und traurig, dass kann ich nicht anders sagen. Aber das wirst du ja bemerkt haben, weil ich mich im Endeffekt mit meinem Verhalten danach nicht besser benommen habe. Ich hätte gleich mit dir reden sollen, aber wenn es um dich geht, konnte ich noch nie klar denken oder rational handeln. Es tut mir leid, dass ich mich so verhalten habe, in dem Moment war für mich einfach klar, dass wir nicht dasselbe füreinander empfinden. Und das tat weh.“ Er schluckte kurz, bevor er fortfuhr. „Der Zombie-Fall sollte eigentlich mein letzter Fall mit dir werden, aber ich habe gemerkt, dass ich vielleicht etwas voreilig war, was die Einschätzung deiner Gefühle gegenüber mir angeht. Sicher war ich mir nicht, aber jetzt schon. Und nun bin ich froh, dass ich geblieben bin.“ Über sein Gesicht zog sich ein leichtes Lächeln und Kate sah ihn an, Hoffnung stieg in ihr auf, die sie aber noch nicht ganz zulassen wollte. „Was heißt das jetzt?“, fragte sie leise. Statt einer Antwort legte Rick eine Hand an ihre Wange, zog sie langsam zu sich heran und küsste sie. Zuerst ganz vorsichtig, aber schon bald waren sie leidenschaftlich in ihrem Kuss versunken und Rick nahm schließlich ihre Hand und sie verschwanden im Schlafzimmer. Der Filmeabend war völlig aus ihren Köpfen verschwunden.
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