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New Beginnings

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alexis Castle Kate Beckett Richard Castle
07.05.2020
13.05.2020
4
4.701
 
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
10.05.2020 1.013
 
Viel Spaß mit dem 2. Kapitel! :)


Danach hatte sich Alexis von ihr verabschiedet, noch mit keiner Umarmung, aber wieder mit einem Lächeln. Ihrem Vater, dem man die Neugier förmlich ansehen konnte, hatte sie einen Kuss auf die Wange gegeben und sich dann auf den Weg zum Fahrstuhl gemacht. Zu ihrer beider Erstaunen kam sie auf halben Weg zurück. „Kate“, ihnen beiden fiel die Änderung der Anrede sofort auf, „willst du heute Abend mit zu meiner Graduation kommen? Es ist wirklich nur eine High-School Graduation, nichts Besonderes, aber ich halte die Schüler-Rede und…“ Der Detective unterbrach sie lächelnd. „Natürlich komme ich, wenn du möchtest, Alexis. Sehr gerne sogar.“ Dieses einmalige Friedensangebot konnte, wollte und würde sie nicht ausschlagen. Ohne hinschauen zu müssen, wusste sie, dass Castle gerade groß und breit eines ihrer Lieblingslächeln im Gesicht hatte. Alexis´ Antwort bestand aus einem schüchternen Lächeln und den Worten: „Dann sehen wir uns später.“ Sie drehte sich erneut um und verließ die Etage dieses Mal auch wirklich.

Sobald sich die Fahrstuhltüren hinter ihr geschlossen hatten, sprudelte es aus Castle hervor: „Was war das denn?“ Aber seine Partnerin lächelte nur wieder und meinte: „So eine Art Friedensangebot denke ich.“ Das begeisterte Lächeln verschwand und der Schriftsteller nickte nachdenklich. Kate, der der Stimmungswechsel nicht entgangen war, bekam plötzlich ein ungutes Gefühl in der Magengegen. „Es…Es ist Ihnen doch Recht, dass ich mitkomme, oder? Wenn nicht, kann ich immer noch..“ Aber Castle unterbrach sie, bevor sie den Satz beenden konnte. „Ob es mir Recht ist? Ich könnte mir nichts Schöneres für heute Abend vorstellen, Kate.“ Seine blauen Augen sahen sie intensiv an und sie spürte Schmetterlinge in ihrem Bauch flattern. Als ob sie ein Teenager wäre! Doch seine nächsten Worte verstärkten dieses Gefühl nur noch. „Es bleibt doch dann trotzdem bei unserem Filmabend, oder?“ Er zwinkerte und blickte sie halb spaßig, halb ernst an, als wisse er nicht, wie ihrer Antwort lauten würde. Seine Partnerin konnte nur nicken, eine vernünftiges Wort brachte sie in diesem Moment einfach nicht hervor.


Ja, es war ein gutes Gespräch gewesen, sagte Kate zu sich, um sich noch einmal Mut zu machen. Entschlossen griff sie nach ihrem Wohnungsschlüssel und ihrer Handtasche und verließ ihr Apartment. Mit Castle hatte sie ausgemacht, Alexis und ihn abzuholen, und dann würden sie gemeinsam zu Alexis' High-School fahren. Das Gefühl ihrer Entschlossenheit hielt genau so lange, bis Kate unten vor dem Apartment ihres Partners stand. Sie war mit der U-Bahn gefahren, etwas, was sie schon lange nicht mehr gemacht hatte. Die vielen Leute hatten sie von ihrer inneren Unruhe abgelenkt. Schon als kleines Mädchen hatte sie es geliebt, sich die abenteuerlichsten Geschichten zu den anderen Passagieren auszudenken. Jetzt aber war da niemand anderes mehr, zu dem sie sich Gedanken machen konnte. Nervös betrat Kate den Apartment-Komplex, grüßte den Portier und ging zum Fahrstuhl, der sie in Castles Stockwerk bringen würde. Heute fuhr der Aufzug natürlich extra schnell. Ehe sie sich versah, stand sie auch schon vor seiner Wohnungstür. Mit klopfendem Herzen zwang sie sich dazu, die Hand an die Tür zu heben und ihr Kommen anzukündigen. Es dauerte nicht lange, und die Tür öffnete sich.

Alexis blickte sie mit einem leicht nervösen Lächeln an. „Hallo, Kate, schön, dass du da bist. Komm' doch rein. Wir müssen noch kurz auf Grandma warten, wie immer.“ Sie verdrehte die Augen und Kate lächelte. Sie merkte, wie sie erleichtert die Luft ausstieß, anscheinend war sie bis jetzt immer noch nicht ganz sicher gewesen, dass das heute ihr Platz war. Aber nun verzog sich diese Sorge langsam. Als dann Castle hinter seiner Tochter auftauchte und sie anlächelte, war das ungute Gefühl endgültig verschwunden. „Beckett! Kommen Sie rein!“ Er nahm ihr die Jacke ab und schloss die Tür. Alexis murmelte etwas von sie müsse ihre Rede noch einmal überlesen, verschwand die Treppe hinauf und ließ die beiden alleine. „Sie ist ziemlich aufgeregt, den ganzen Tag läuft sie schon nervös auf und ab“, war Castles Kommentar dazu, während er selber nicht ganz gelassen wirkte. Kate stoppte seine fahrigen Hände, die sich immer wieder ineinander verschränkten, indem sie eine Hand darauflegte. Sofort herrschte eine andere Anspannung im Raum. „Mir scheint“, meinte sie beruhigend lächelnd, „deine Tochter ist nicht die einzig nervöse Person hier.“ Castle schluckte. „Nein. Aber wenn du“, erschrocken hielt er inne, „ich meine, wenn Sie…“ Kate fiel ihm ins Wort: „Meinst du nicht, es ist an der Zeit, dass wir uns Duzen?“

Ihr Partner sah sie einen Moment verdutzt an, dann breitete sich langsam ein Lächeln auf seinem Gesicht aus und seine blauen Augen funkelten in einer Art und Weise, dass dem Detective ganz schwummrig wurde (was sie natürlich nie zugegeben hätte). „Ja“, antwortet er endlich, räusperte sich und fuhr mit seinem ursprünglichen Satz fort. „Also, was ich sagen wollte, wenn du mitkommst, dann überlebe ich das bestimmt.“ Schalk blitzte in seinen Augen, aber Kate sah ebenso, wie ernst er seine Worte meinte. „Das will ich doch hoffen“, antwortete sie ebenso spielerisch, „denn meinen Partner brauche ich schließlich noch.“

Ihr Moment wurde von niemand anderem als Martha Rodgers unterbrochen, die mit einem lauten „Kate! Wie schön, dass Sie kommen konnten!“ die Treppe hinunterkam. Hastig ließ der Detective die Hände ihres Partners los, doch ein amüsiertes Lächeln seitens seiner Mutter verriet ihr, dass diese es natürlich gesehen hatte. Ihre Wangen färbten sich leicht rosa, bevor sie von Martha in eine herzliche Umarmung gezogen wurde. Manchmal wünschte sie, Castles Mutter wäre ein wenig diskreter, aber andererseits war genau diese aufgedrehte Art das was sie an Martha so gernhatte.

Doch bevor auch nur ein Wort darüber fallen konnte, erschien auch schon Alexis am Treppenabsatz und meinte: „Ich hole nur kurz meine Tasche und dann fahren wir los, sonst kommen wir noch zu spät!“ Sie machte kehrt und ihr rotes Haar wehte hinter ihr her. Die Erwachsenen sahen sich ein wenig belustigt lächelnd an. Kate konnte sich noch gut an ihre eigene Graduation erinnern, sie war ähnlich aufgeregt wie Alexis gewesen. Das gehörte wohl einfach dazu, wenn so ein wichtiger Abschnitt im Leben beendet wurde und etwas Neues, Unbekanntes anfangen sollte.
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